(19)
(11) EP 0 200 984 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
03.01.1990  Patentblatt  1990/01

(21) Anmeldenummer: 86105529.1

(22) Anmeldetag:  22.04.1986
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5F27D 5/00

(54)

Brennhilfsmittel

Kiln furniture

Accessoire d'enfournement


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR GB IT LI NL SE

(30) Priorität: 08.05.1985 DE 3516490

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
12.11.1986  Patentblatt  1986/46

(73) Patentinhaber: Elektroschmelzwerk Kempten GmbH
81737 München (DE)

(72) Erfinder:
  • Graf von Matuschka, Alfred, Dipl.-Ing. FH
    D-8029 Sauerlach-Altkirchen (DE)
  • Liethschmidt, Klaus, Dr., Dipl.-Chem.
    D-5020 Frechen-Grefrath (DE)
  • Webert, Hubertus, Dipl.-Ing.
    D-5014 Kerpem-Horrem (DE)
  • Köhler, Emil Karl, Dr. Dr.-Ing.
    D-8240 Berchtesgaden-Oberau (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
DE-A- 2 121 741
FR-A- 2 564 456
GB-A- 2 064 737
FR-A- 2 447 002
GB-A- 770 334
   
  • Dr.Brunklaus "Industrieöfen", Vulkan-Verlag, Essen(1979), Seite 34-37.
   
Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


Beschreibung


[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Brennhilfsmittel für im Schnellbrandöfen zu brennende keramische Erzeugnisse das aus einem keramischen Grundmaterial besteht, mit einer Aufsetzfläche die mit dem Förderer des Ofens in Kontakt steht und mit einer Aufstellfläche für das Brenngut Das Brennhilfsmittel läßt sich mit Vorteil in Schnellbrandöfen anwenden, bei denen bekanntlich ganz verschiedene Förderer, z. B. auch Rollenbahnen, vorgesehen sind.

[0002] Die meisten keramischen Erzeugnisse, insbesondere feinkeramischen Erzeugnisse, wie Porzellan, werden auf bzw. in Brennhilfsmitteln bei hohen Temperaturen gebrannt. Das Brennen erfolgt in unterschiedlich ausgebildeten Brennaniagen, in großem Umfange auch heute noch in Tunnelöfen. Auf den Tunnelwagen werden die Brennhilfsmittel, z. B. Platten und Stützen, etagenweise aufgebaut wobei das Brenngut in den einzelnen Etagen mehrfach übereinander gestapelt erscheint. Es ist auch bekannt, Brennkapseln zu verwenden, die in ihren Abmessungen in besonderer Weise an die Dimensionen des Brenngutes angepaßt sind. Die meisten der angewendeten Brennverfahren erfordern auch bei relativ kurzen Schubzeiten lange Ofencyclen von kalt zu kalt Neben dem auf der Hand liegenden Nachteil eines hohen Energiebedarfes derartiger Tunnelöfen ist es wegen der Vielfalt der zu brennenden keramischen Erzeugnisse und insbesondere wegen des etagenartigen Aufbaus auf dem Tunnelwagen nicht oder nur sehr unzulänglich möglich, das Besetzen und Absetzen der keramischen Erzeugnisse vom Tunnelwagen zu automatisieren.

[0003] Die Ofenbauindustrie hat diesem Zustand schon seit längerer Zeit Rechnung getragen und sogenannte Schnellbrandöfen entwickelt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Tunnelöfen sind diese Schnellbrandöfen nicht mit schweren Feuerfesterzeugnissen mit hoher Wärmespeicherkapazität und großen Wandstärken zugestellt, sondern im wesentlichen mit keramischen Fasermaterialien ausgekleidet Diese neuartigen Feuerfestbaustoffe in Faser- oder Wolleform haben die Vorteile der hohen Isolierfähigkeit und damit niedrigen Energieverbrauchs des Ofens, geringe Wärmespeicherkapazität und damit geringen Energieverlust beim An- und Abfahren des Ofens, sowie eine außergewöhnlich hohe Temperaturwechselbeständigkeit infolge ihrer faserartigen Struktur. Diese Vorteile der keramischen Fasermaterialien werden in den Schnellbrandöfen genutzt, in denen die keramischen Erzeugnisse meist nur in einer Lage, also nicht in etagenartigen Aufbauten, bei äußerst kurzen Schubzeiten durch den Schnellbrandofen gefahren werden. Diese Schnellbrandöfen müssen infolge ihrer spezifischen Vorteile nicht im Dauerbetrieb gefahren werden, sondern können ohne größere Energieverluste periodisch an- und abgeschaltet werden.

[0004] Eingehende Versuche und Untersuchungen haben gezeigt, daß die meisten keramischen Erzeugnisse, insbesondere die feinkeramischen Erzeugnisse, ohne Qualitätseinbußen an sich viel schneller als bisher möglich gebrannt werden könnten. Praktisch war dies jedoch nicht möglich, weil die bekannten Brennhilfsmittel als gebrannte keramische Erzeugnisse den harten Betriebsbedingungen der Schnellbrandöfen insbesondere wegen der nicht ausreichenden Temperaturwechselbeständigkeit nicht gewachsen sind. Trotz erheblicher Anstrengungen ist es bisher nicht gelungen, die bekannten Brennhilfsmittel die als Hauptbestandteil meist Cordierit oder Siliciumcarbid enthalten in der Temperaturwechselbeständigkeit so zu verbessern, daß sie wirtschaftlich in einem Schnellbrandofen eingesetzt werden können.

[0005] Zeitweilig wurde auch die Ansicht vertreten, daß beim Schnellbrand unter bestimmten Bedingungen überhaupt auf Brennhilfsmittel verzichtet werden könnte. Eine Möglichkeit, diese Ansicht zu realisieren, ist in der FR-A-2 447 002 zu sehen, in der ein Ofenwagen mit einer hierauf angeordneten Isoliermatte aus keramischem Fasermaterial beschrieben wird. Um ein Aufwölben oder Verrutschen dieser relativ leichten Fasermatte zu verhindern, muß diese mit beispielsweise Keramikstützen, welche die Fasermatte durchdringen und auf Sockeln von verdichtetem Fasermaterial ruhen können, am Metallrahmen des Ofenwagens befestigt oder verschraubt werden, wobei die Keramikstützen selbst zusätzlich als Stützen für schweres Brenngut dienen können, wenn die Faserwerkstoffe aufgrund ihrer bekannten geringen Festigkeit dem Auflagedruck durch schweres Brenngut nicht standhalten.

[0006] Inzwischen hat sich jedoch herausgestellt, daß es ohne Brennhilfsmittel beim Schneitbrand von insbesondere Feinporzellan nicht geht. Faserisoliermatten allein, auch wenn diese mit Keramikstützen am Metallrahmen des Förderers befestigt werden können, sind eben wegen ihrer geringen Abriebfestigkeit nicht in der Lage, zu verhindern, daß unter den harten Bedingungen des Schnellbrandes abgeriebene Faserteilchen das Brenngut verunreinigen.

[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde ein Brennhilfsmittel aufzuzeigen welches die für Schnellbrandöfen erforderliche hohe Temperaturwechselbeständigkeit aufweist, so daß sich damit die Möglichkeit eröffnet viele keramische Erzeugnisse, die bisher insbesondere im Tunnelofen gebrannt wurden, jetzt sehr viel kostengünstiger und schneller im Schnellbrandofen zu brennen.

[0008] ErfindungsgemäB wird dies dadurch erreicht, daß das Brennhilfsmittel mehrteilig aufgebaut ist. Die Erfindung kehrt sich vom bisherigen Stand der Technik ab, gemäß welchem Brennhilfsmittel immer aus einem gebrannten keramischen Material bestanden, also im Form von festen Körpern vorlagen, die in ihrer Dimensionierung - oft auch bei komplizierter Gestalt - eng an die Abmessungen des jeweiligen Brenngutes angepaßt waren. So waren beispielsweise Kapseln für das Brennen von Tellern größer dimensioniert als der zu brennende Teller und die bei Temperaturwechsel auftretenden Spannungen in der Kapsel führten zu dem bekannten Nachteilen mit einer Gebrauchsdauer dieses Brennhilfsmittels von nur wenigen Ofencyclen. Die vorliegende Erfindung geht insofern einen völlig neuen Weg, als das Brennhilfsmittel mehrteilig ausgebildet ist und die einzelnen Teile aus ganz verschiedenen Materialien bestehen.

[0009] Das erfindungsgemäße Brennhilfsmittel von mehrteiligem Aufbau für im Schnellbrandofen zu brennende keramische Erzeugnisse bestehend aus anorganischem Fasermaterial, das die Aufsetzfläche bildet, die mit dem Förderer des Ofens in Kontakt steht und aus gebranntem, festem keramischem Material, das die Aufstellfläche für das Brenngut bildet, ist dadurch gekennzeichnet, daB das anorganische Fasermaterial auf Basis Aluminiumoxid in Form einer flächenförmigen, mit einem anorganischen Bindemittel imprägnierten, vemadelten Fasermatte vorliegt, deren Unterseite die Aufsetzfläche bildet und deren Oberseite mehrere Vertiefungen aufweist, die sich nicht durchgehend über die ganze Dicke der Fasermatte erstrecken, die ganz oder teilweise mit mehreren, getrennten stab- oder segmentartigen Grundkörpem aus gebranntem, festem keramischem Material auf Basis Siliciumcarbid, Aluminiumsilicat oder Aluminiumoxid bestückt sind, die einen gegen Thermoschock unanfälligen Querschnitt haben und deren Oberflächen zusammen die Aufstellfläche für das Brenngut bilden und/oder daß die Oberseite der Fasermatte mit einem feuerfesten Überzug auf Basis Siliciumcarbid oder Aluminiumoxid versehen ist, der vor dem Brennen mit einem Raster von Einschnitten oder Einstanzungen ausgerüstet worden ist.

[0010] Dabei weist die Fasermatte eine relativ groBflächige Gestalt auf, die aber wegen der hohen Thermoschockbeständigkeit des Fasermaterials nicht nachteilig ist. Gemäß einer Ausführungsform besteht das Brennhilfsmittel aus der die Aufsetzfläche bildenden Fasermatte und aus mehreren stab- oder segmentartigen Grundkörpern aus keramischem Material, die in Nuten, Schlitzen oder sonstigen Vertiefungen der Fasermatte lagestabil zueinander gehalten sind und insgesamt die Aufstellfläche für das Brenngut bilden. Die Fasermatte übt Mehrfachfunktion aus. Sie isoliert den Förderer von dem Brennraum und sie ermöglicht die lagestabile Zuordnung der einzelnen Grundkörper aus dem gebrannten keramischen Material zueinander, so daß die Grundkörper insgesamt die Aufstellfläche für das Brenngut bilden. Die Grundkörper aus dem gebrannten keramischen Material weisen insbesondere eine relativ kleine Dimensionierung und eine einfache Form auf so daß sie selbst auch in der Lage sind, den Thermoschockbedingungen standzuhalten. Auch die Grundkörper können somit dünne Wandstärken aufweisen. Es lassen sich sogar solche keramischen Materialien sinnvoll verwenden, die bisher für die Herstellung von Brennhilfsmitteln als nicht geeignet angesehen wurden. Vor allen Dingen aber richten sich die Grundkörper in ihrer Form überhaupt nicht mehr an den Dimensionen und der Form des Brenngutes aus. Die einzige einzuhaltende Bedingung ist die, daß die Grundkörper insgesamt eine hinreichend stabile Aufstellfläche für das Brenngut bilden müssen. Die Fasermatte kann ohne weiteres mit einer solchen Stabilität erzeugt werden, daB die Grundkörper auch bei Belastung mit dem Brenngut kaum in das Fasermaterial einsinken und somit die Aufstellfläche für das Brenngut weitgehend stabil bleibt. So kann beispielsweise die Fasermatte, worunter üblicherweise eine bindemitelfreie vemadefte Fasermatte (blanket) zu verstehen ist, mit einem anorganischen Bindemittel, wie Monoaluminiumphosphat, imprägniert werden. Insbesondere im Schnellbrandofen wird meist nur in einer Lage gebrannt, so daß das von den Grundkörpem und dem Brenngut auf die Fasermatte einwirkende Gewicht begrenzt ist. Diese Eigenart des einlagigen Brennens bei Schnellbrandöfen ergänzt sich also vorteilhaft bei dem neuen Brennhilfsmittel und ermöglicht die Anwendung der Fasermatte als Bestandteil des Brennhilfsmittels. Andererseits erbringt das neue Brennhilfsmittel in Verbindung mit Schnellbrandöfen den weiteren Vorteil, daß das Auf- und Absetzen des Brenngutes in einfacher Weise automatisiert werden kann. Bei wechselndem Brenngut ergibt sich die Möglichkeit nicht nur das Brenngut selbst automatisch auf- und abzusetzen, sondern auch die Grundkörper automatisch auf der Fasermatte an der richtigen Stelle zu placieren und z. B. in einer zweiten Beschickungs-Station das Brenngut aufzusetzen. Es ist auch möglich, das gesamte Brennhilfsmittel also einschließlich der Fasermatte bei wechselndem Brenngut auszutauschen oder mit den belassenen Grundkörpem zu lagem, bis das Brennen von gleichem oder ähnlichem Brenngut wieder ansteht. Die Größe der Fasermatte kann an die Größe des einzelnen zu brennenden keramischen Erzeugnisses oder auch an die Größe des Förderers im Ofen angepaßt werden, so daß auch ohne weiteres eine über das ganze Plateau eines Ofenwagens durchgehende Matte eingesetzt werden kann. Schließlich ist noch vorteilhaft, daß beschädigte Grundkörper, die ja nur einen Bestandteil des Brennhilfsmittels bilden, sehr einfach und kostengünstig ausgetauscht werden können. Die Fasermatte sowie die anderen Grundkörper sind in der Regel weiterverwendbar.

[0011] Die Grundkörper weisen zweckmäßig einen gegen Thermoschock unanfälligen Querschnitt, insbesondere einen rechteckigen, T förmigen, U-förmigen oder I-förmigen Querschnitt auf und besitzen eine begrenzte Länge. Die Grundkörper haben in der Regel geringe Wandstärken, damit sie sich schnell aufheizen lassen und auch schnell abkühlen, ohne daß die Grundkörper zerstörende Wärmespannungen in ihnen auftreten. Ist die Aufstellfläche eines Grundkörpers für den vorgesehenen Anwendungsfall zu klein, können mehrere derartige Grundkörper, z.B. in Form von dünnen Platten, nebeneinander in eine Vertiefung der Fasermatte eingesetzt werden. Die Grundkörper können dabei eine Wandstärke von 0,5 bis mehrere Millimeter aufweisen und nur wenige Zentimeter lange Trägerstege besitzen oder als bis z. B. 3 cm breite, dünne Trägerplättchen, die ebenfalls nur wenige Zentimeter lang sein müssen, ausgebildet sein. Zweckmäßig ist es natürlich, den Grundkörpem einen solchen Querschnitt zu geben, daß sie kostengünstig im Strangpressverfahren als Massenprodukt herstellbar sind.

[0012] Die Grundkörper können mit ihrer Aufstellfläche die Oberfläche der Fasermatte überragend in die Fasermatte eingesetzt sein. Auf diese Weise wird bei allen Brenngütem verhindert, daß ein Teil des Brenngutes mit der Fasermatte direkt in Berührung kommt was zu einem Ankleben des Materials der Fasermatte an dem Brenngut führen könnte.

[0013] Die Fasermatte kann ein Feld oder eine Matrix von wahlweise zu benutzenden Nuten Schlitzen oder sonstigen Vertiefungen zum Einsetzen der Grundkörper aufweisen, so daß sich hiermit insbesondere die automatisierte Zusammenstellungsmöglichkeit für die Brennhilfsmittel selbst und das automatisierte Aufsetzen des Brenngutes sowie das betreffende Abräumen des Förderers am Ende des Schnellbrandöfens ergeben. Damit wird es möglich, die Zusammenstellung des Brennhiffsmiftels und den Besatz programmgesteuert durchzuführen.

[0014] Sofern die Grundkörper in den Nuten, Schlitzen oder sonstigen Vertiefungen durch die Eigenelastizität der Fasermatte und/oder die Begrenzung der Nuten nicht hinreichend oder in allen Richtungen ausreichend lagestabil gehalten sind, ist es möglich, innerhalb der Nuten, Schlitze oder sonstigen Vertiefungen Absätze oder Durchbrechungen vorzusehen und die Grundkörper mit entsprechenden Ansätzen, Noppen oder dgl. auszurüsten, so daß durch das Auf- bzw. Einsetzen eines Grundkörpers dieser auf der Fasermatte in allen Richtungen lagestabil und damit positionsgenau gehalten ist

[0015] Das erfindungsgemäß mehrteilig aufgebaute Brennhilfsmittel besteht vorteilhaft aus einem Fasermaterial auf Basis Aluminiumoxid und aus segmentartigen keramischen Grundkörpem auf Basis Siliciumcarbid, Aluminiumsilicat oder Aluminiumoxid.

[0016] Gemäß einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäß mehrteilig aufgebauten Brennhilfsmittels kann dieses auch aus einer Fasermatte bestehen, die anstelle der Bestückung oder zusätzlich zu der Bestückung mit den segmentartigen, keramischen Grundkörpem, mit einem feuerfesten Überzug versehen worden ist. Hierbei kann ebenfalls ein Fasermaterial auf Basis von Aluminiumoxid verwendet werden, vorteilhaft in Form einer vemadelten Fasermatte, die mit einem anorganischen Bindemittel, wie Monoaluminiumphosphat imprägniert und anschließend getrocknet worden ist. Als feuerfeste Überzüge werden vorzugsweise solche auf Basis von Siliciumcarbid oder Aluminiumoxid verwendet. Diese Überzüge werden in üblicher bekannter Weise durch Tauchen, Sprühen, Rollen oder Streichen aufgetragen, beispielsweise in Form einer mit Wasser verflüssigten Mischung aus

85 Gew.-%. SiC oder AI203,

10 Gew.-% Ton und

5 Gew.-% Monoaluminiumphosphat.



[0017] Nach dem Aufbringen werden diese Überzüge getrocknet und dann feuerfest gebrannt. Um Abplatzungen des feuerfesten Überzugs zu vermeiden, ist es vorteilhaft, den Überzug nach dem Trocknen und vor dem Brennen mit einem Raster von Einschnitten oder Einstanzungen zu versehen, beispielsweise mit einem System von rechtwinklig zueinander verlaufenden Einschnitten oder mit eingestanztem Sechseckraster.

[0018] In den folgenden Figuren 1-15 werden Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Brennhilfsmittels gezeigt :

Figur 1 Brennhilfsmittel, erste Ausführungsform Ansicht von oben (top view),

Figur 2 bis Figur 8 Ausführungsform und Anordnung der Grundkörper in der Fasermatte im Querschnitt entlang der Linie 11-11 in Figur 1

Figur 9 Schnitt in einer gegenüber Figur 2 um 90° gedrehten Schnittrichtung

Figur 10 perspektivische Teilansicht eines Grundkörpers,

Figur 11 und 15 Querschnitt durch ein Brennhilfsmittel mit aufgesetztem Brenngut,

Figur 12 Ansicht von oben einer feldarfig ausgebildeten Fasermatte,

Figur 13 eine ähnliche Schnittdarstellung wie Figur 9 durch eine Matte gemäß Figur 12 und

Figur 14 Ausschnitt aus einer Ansicht von oben eines Brennhilfsmittels in einer weiteren Ausführungsform.



[0019] Das in Figur 1 dargestellte Brennhilfsmittel ist mehrteilig ausgebildet und besteht aus einer flächenförmigen Fasermatte 1 aus keramischem Fasermaterial, welches eine brettartig steife Struktur aufweist. Die GröBe der Fasermatte 1 kann dem zu brennenden keramischen Erzeugnis oder der Größe des Förderers im Schnellbrandofen angepaßt sein. Die Fasermatte 1 ist bei dem in Figur 1 dargestellten Ausführungsbeispiel achssymmetrisch ausgebildet und besitzt eine Anzahl von Vertiefungen 2 in Nut- oder Schlitzform, die beispielsweise kreisringförmig oder langgestreckt geradlinig angeordnet und verteilt sind. Die Vertiefungen 2 können sich bis zu gewisser Tiefe in das Material der Fasermatte 1 hinein erstrecken. In die Vertiefungen 2 sind Grundkörper 3 aus gebranntem keramischen Material eingesetzt die stab- oder segmentartig ausgebildet sind, einen relativ einfachen Querschnitt (Figuren 2 bis 8) aufweisen, geringe Wandstärke besitzen und auch in Richtung der Vertiefungen 2 relativ kurz ausgebildet sind. Die Grundkörper 3 sind vorzugsweise so in die Vertiefungen 2 eingesetzt, daß sie aus der Oberfläche 4 der Fasermatte 1 herausragen und insgesamt die Aufstellfläche 5 für das Brenngut bilden. Bei einer Fasermatte 1 müssen nicht unbedingt alle Vertiefungen 2 mit Grundkörpem 3 besetzt sein. Es genügt, den Besatz so zu wählen, wie er für das Aufsetzen des betreffenden Brenngutes sinnvoll und erforderlich ist Die Unterseite der Fasermatte 1 bildet die Aufsetzfläche 6, auf der das Brennhilfsmittel 1, 3 auf dem Förderer des Schnellbrandofens, z. B. einem Wagen oder einer Platte, aufgelegt ist. Die Fasermatte 1 stellt einen gewissen Isolierschutz für den Förderer des Ofens dar und bildet die Grundlage, auf der einzelne Grundkörper 3 aufgebaut und lagestabil zu einander gehalten sind, so wie es für das Aufsetzen des Brenngutes erforderlich ist.

[0020] Figur 2 zeigt einen einfachen, rechteckigen Querschnitt eines Grundkörpers, der hochkant in die Vertiefung 2 eingesetzt Anwendung findet.

[0021] Figur 3 zeigt einen U-förmigen Querschnitt eines Grundkörpers 3. Die Vertiefungen 2 sind hier tiefer ausgebildet, so daß der Grundkörper 3 auf der Oberfläche 4 zwischen den beiden schlitzartigen Vertiefungen 2 aufruht.

[0022] Bei dem Ausführungsbeispiel in Figur 5 ist der Grundkörper 3, mit T-förmigem Querschnitt so in die Vertiefung 2 eingesetzt daß die Aufstellfläche 5 mit der Oberfläche 4 der Fasermatte 1 fluchtet.

[0023] Gemäß dem Ausführungsbeispiel nach Figur 6 ist die Aufstellfläche 5 tiefer angeordnet als die Oberfläche 4 der Fasermatte. Es versteht sich daß die Ausführungsbeispiele der Figuren 5 und 6 auf das jeweils aufzunehmende Brenngut so abgestimmt sind, daß das Brenngut mit der Oberfläche 4 der Fasermatte 1 nicht in Berührung kommt.

[0024] Figur 7 zeigt eine ähnliche Ausführungsform wie Figur 2, jedoch besteht hier der Grundkörper 3 aus drei einzelnen, flachen Platten sehr geringer Wandstärke, die nebeneinander im Bündel in eine Vertiefung 2 eingestellt sind.

[0025] Das Brennhilfsmittel gemäß der Ausführungsform nach Figur 8 weist eine Fasermatte 1 mit einer T-nutenförmig hinterschnittenen Vertiefung 2 auf, in welche ein Grundkörper 3 mit I-förmigem Querschnitt eingeschoben ist

[0026] Wie bereits Figur 1 zeigt und aus Figur 9 ebenfalls ersichtlich ist muß die Länge der Vertiefungen 2 nicht unbedingt mit der Länge der Grundkörper 3 übereinstimmen. Die Vertiefungen 2 können vielmehr länger ausgebildet sein und auch über die ganze Breite und/oder Länge der Fasermatte 1 durchgehend vorgesehen sein so daß sich die Möglichkeit ergibt, die sehr viel kürzeren Grundkörper 3 an jeder beliebigen Stelle der Vertiefung 2 einzusetzen, und zwar dort, wo es für die Anlagerung des Brenngutes gerade benötigt wird. Um aber auch eine Verschiebung des Grundkörpers 3 in Richtung der Vertiefung 2 auszuschließen, kann die Vertiefung 2 mit einem Absatz 7 und der Grundkörper 3 mit einem oder mehreren Noppen 8 versehen sein so daß der Grundkörper 3 in der Vertiefung 2 auch nicht in Richtung dieser Vertiefung verrutschen kann.

[0027] Figur 10 zeigt noch einmal in perspektivischer Darstellung den Grundkörper gemäß Figur 9.

[0028] Figur 12 zeigt eine Draufsicht auf eine Fasermatte 1, bei der das gesamte Feld ihrer Oberfläche von zeilenweise angeordneten Vertiefungen 2 durchsetzt ist, wobei in den Vertiefungen 2, ebenfalls in regelmäßiger Anordnung, Absätze 7 in Kreisform angeordnet sind. Im Verbindung damit können Grumdkörper 3 eingesetzt werden, wie dies Figur -13 zeigt. Durch relatives Verdrehen um 180° des Grundkörpers 3 vor dem Einsetzen in die Vertiefung 2 kann somit praktisch jede beliebige Stelle einer Zeile der Vertiefung 2 mit dem betreffenden Grundkörper 3 besetzt werden. Dies eröffnet die Möglichkeit, programmgesteuert die einzelnen Zeilen der Vertiefungen 2 mit Grundkörpem automatisch zu besetzen und z. B. in einer nachfolgenden Station dann das jeweilige Brenngut aufzusetzen. Dies ist insbesondere bei Schnellbrandöfen möglich, die nur in einer Lage besetzt werden. Auch das Abräumen am Ofenende kann somit automatisiert werden.

[0029] Figur 11 zeigt einem Querschnitt durch eine derartige Ausführungsform, bei der ein Teller als Brenngut 9 aufgesetzt ist.

[0030] Figur 14 zeigt einen Ausschnitt aus einem anderen Ausführungsbeispiel des Brennhilfsmittels aus der Fasermatte 1 und Grundkörpem 3. Hier sind als Vertiefungen 2 sich kreuzende Nutenabschnitte vorgesehen, in welche drei Grundkörper 3 eingesetzt sind, so daß vorteilhaft hier ein kleiner, leichter Gegenstand, beispielsweise ein Eierbecher oder eine Tasse als Brenngut aufesetzt werden kann.

[0031] Figur 15 zeigt einen Querschnitt durch eine weitere Ausführungsform des Brennhiifsmitteis, bei der die Fasermatte 1 mit einem feuerfesten Überzug 11 versehen ist, dessen Oberfläche die Aufstellfläche 5 für das Brenngut 9 bildet. Der Überzug 11 ist durch Einschnitte 12 unterbrochen.


Ansprüche

1. Brennhilfsmittel von mehrteiligem Aufbau für im Schnellbrandofen zu brennende keramische Erzeugnisse bestehend (a) aus anorganischem Fasermaterial, das die Aufsetzfläche bildet, die mit dem Förderer des Ofens in Kontakt steht und (b), aus gebranntem, festem keramischem Material, das die Aufstellfläche für das Brenngut bildet, dadurch gekennzeichnet, daß das anorganische Fasermaterial auf Basis Aluminiumoxid in Form einer flächenförmigen mit einem anorganischen Bindemittel imprägnierten, vemadelten Fasermatte vorliegt, deren Unterseite die Aufsetzfläche bildet und deren Oberseite mehrere Vertiefungen aufweist, die sich nicht durchgehend über die ganze Dicke der Fasermatte erstrecken, die ganz oder teilweise mit mehreren, getrennten stab- oder segmentartigen Grundkörpem aus gebranntem, festem keramischem Material auf Basis Siliciumcarbid, Aluminiumsilicat oder Aluminiumoxid bestückt sind, die einen gegen Thermoschock unanfälligen Querschnitt haben und deren Oberflächen zusammen die Aufstellfläche für das Brenngut bilden und/oder daß die Oberseite der Fasermatte mit einem feuerfesten Überzug auf Basis Siliciumcarbid oder Aluminiumoxid versehen ist, der vor dem Brennen mit einem Raster von Einschnitten oder Einstanzungen ausgerüstet worden ist.
 
2. Brennhilfsmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Grundkörper aus dem keramischen Material einen rechteckigen, T-förmigen, U-förmigen oder I-förmigen Querschnitt und eine begrenzte Länge haben und in den Vertiefungen in der Fasermatte lagestabil zueinander angeordnet sind.
 
3. Brennhilfsmittel nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, da13 die Grundkörper aus dem keramischen Material überragend in der Fasermatte eingesetzt sind.
 
4. Brennhilfsmittel nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Fasermatte ein Feld von wahlweise zu benutzenden Nuten, Schlitzen oder sonstigen Vertiefungen zum Einsetzen der Grundkörper aus dem keramischen Material aufweist.
 
5. Brennhilfmittel nach Anspruch 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß innerhalb der Nuten, Schlitze oder sonstigen Vertiefungen Absätze oder Durchbrechungen vorgesehen sind und daß die Grundkörper aus dem keramischen Material entsprechende Absätze oder Noppen aufweisen.
 
6. Brennhilfsmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es aus einer mit Monoatuminiumphosphat imprägnierten Fasermatte und einem feuerfesten Überzug auf Basis Siliciumcarbid besteht, wobei die Oberfläche des Überzugs mit rechtwinklig zueinander verlaufenden Einschnitten oder mit eingestanztem Sechseckraster versehen ist
 


Claims

1. Kiln furniture of multipart construction for ceramic products to be fired in a rapid firing kiln, which comprises (a) inorganic fibrous material, which forms the resting surface which is in contact with the kiln conveyor, and (b) fired solid ceramic material which forms the supporting surface for the firing product, characterized in that the inorganic fibrous material is in the form of a laminar needle-held fibrous mat, based on aluminium oxide and impregnated with an inorganic binder, whose underside forms the resting surface and whose upper side has a plurality of recesses which do not extend continuously over the entire thickness of the fibrous mat, all or some of which recesses are fitted with a plurality of separate bar-like or segment-like supporting members which are made of fired solid ceramic material based on silicon carbide, aluminium silicate or aluminium oxide, which have a cross-section which is not susceptible to thermal shock and whose surfaces jointly form the supporting surface for the firing product, and/or in that the upper side of the fibrous mat is provided with a refractory coating, based on silicon carbide or aluminium oxide, in which a grid of incisions or perforations has been made before firing.
 
2. Kiln furniture according to Claim 1, characterized in that the supporting members made of ceramic material have a rectangular, T-shaped, U-shaped or I-shaped cross-section and have a limited length and are arranged in recesses in the fibrous mat in positional stability with respect to each other.
 
3. Kiln furniture according to Claim 2, characterized in that the supporting members made of the ceramic material are inserted into the fibrous mat with the supporting surfaces overhanging the fibrous mat.
 
4. Kiln furniture according to Claim 2, characterized in that the fibrous mat has an array of grooves, slots or other recesses to be used optionally for inserting the supporting members made of the ceramic material.
 
5. Kiln furniture according to Claims 3 and 4, characterized in that indentations or perforations are provided inside the grooves, slots or other recesses and in that the supporting bodies made of the ceramic material have corresponding projections or studs.
 
6. Kiln furniture according to Claim 1, characterized in that it comprises a fibrous mat impregnated with monoaluminium phosphate and a refractory ing based on silicon carbide, the surface of the coat coating being provided with incisions extending at right angles to each other or with a perforated hexagonal grid.
 


Revendications

1. Accessoire d'enfournement, constitué de plusieurs parties, pour des produits céramiques destinés à être cuits au four de cuisson rapide, constitué (a) d'une matière fibreuse inorganique formant la surface de chargement, laquelle est en contact avec le système de transport du four, et (b) d'un matériau céramique solide cuit, qui forme la surface de pose du produit enfourné, caractérisé en ce que la matière fibreuse inorganique se présente sous la forme d'un mat fibreux aiguilleté, bidimensionnel, imprégné d'un liant inorganique, mat dont la face inférieure forme la surface de pose et dont la face supérieure présente de nombreux renfoncements, qui ne s'étendent pas sur toute l'épaisseur du mat fibreux, qui sont pourvus, en totalité ou en partie, de plusieurs supports d'enfournement distinctes, du type bâtonnet ou segment, en un matériau céramique solide, cuit, à base de carbure de silicium, de silicate d'aluminium ou d'oxyde d'aluminium, qui ont une section insensible au choc thermique, et dont les surfaces, prises ensemble, forment la surface de pose du produit enfourné, et/ou que la face supérieure du mat fibreux est pourvue d'un revêtement réfractaire à base de carbure de silicium ou d'oxyde d'aluminium, revêtement qui, avant la cuisson, avait été garni d'un quadrillage d'entailles ou de perforations.
 
2. Accessoire d'enfournement selon la revendication 1, caractérisé en ce que les supports d'enfournement en le matériau céramique ont une section transversale rectangulaire, en T, en U ou en H et une longueur limitée, et sont disposés, en étant stables en position les uns par rapport aux autres, dans les renfoncements du mat fibreux.
 
3. Accessoire d'enfournement selon la revendication 2, caractérisé en ce que les supports d'enfournement en le matériau céramique sont disposés dans le mat fibreux de façon que leur surface de pose dépasse de la surface du mat fibreux.
 
4. Accessoire d'enfournement selon la revendication 2, caractérisé en ce que le mat fibreux présente une zone bidimensionnelle de rainures, fentes ou autres renfoncements pouvant être utilisés au choix, pour mise en place des supports d'enfournement en le matériau céramique.
 
5. Accessoire d'enfournement selon la revendication 3 ou 4, caractérisé en ce qu'il est prévu des épaulements ou des découpures à l'intérieur des rainures, fentes ou autres renfoncements, et que les supports d'enfournement en le matériau céramique présentent des épaulements ou protubérances correspondants.
 
6. Accessoire d'enfournement selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'il est constitué d'un mat fibreux imprégné de phosphate monoalumini- que et d'un revêtement réfractaire à base de carbure de silicium, la surface du revêtement étant pourvue d'entailles s'étendant perpendiculairement les unes par rapport aux autres ou d'un quadrillage hexagonal perforé.
 




Zeichnung