[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Brennhilfsmittel für im Schnellbrandöfen zu brennende
keramische Erzeugnisse das aus einem keramischen Grundmaterial besteht, mit einer
Aufsetzfläche die mit dem Förderer des Ofens in Kontakt steht und mit einer Aufstellfläche
für das Brenngut Das Brennhilfsmittel läßt sich mit Vorteil in Schnellbrandöfen anwenden,
bei denen bekanntlich ganz verschiedene Förderer, z. B. auch Rollenbahnen, vorgesehen
sind.
[0002] Die meisten keramischen Erzeugnisse, insbesondere feinkeramischen Erzeugnisse, wie
Porzellan, werden auf bzw. in Brennhilfsmitteln bei hohen Temperaturen gebrannt. Das
Brennen erfolgt in unterschiedlich ausgebildeten Brennaniagen, in großem Umfange auch
heute noch in Tunnelöfen. Auf den Tunnelwagen werden die Brennhilfsmittel, z. B. Platten
und Stützen, etagenweise aufgebaut wobei das Brenngut in den einzelnen Etagen mehrfach
übereinander gestapelt erscheint. Es ist auch bekannt, Brennkapseln zu verwenden,
die in ihren Abmessungen in besonderer Weise an die Dimensionen des Brenngutes angepaßt
sind. Die meisten der angewendeten Brennverfahren erfordern auch bei relativ kurzen
Schubzeiten lange Ofencyclen von kalt zu kalt Neben dem auf der Hand liegenden Nachteil
eines hohen Energiebedarfes derartiger Tunnelöfen ist es wegen der Vielfalt der zu
brennenden keramischen Erzeugnisse und insbesondere wegen des etagenartigen Aufbaus
auf dem Tunnelwagen nicht oder nur sehr unzulänglich möglich, das Besetzen und Absetzen
der keramischen Erzeugnisse vom Tunnelwagen zu automatisieren.
[0003] Die Ofenbauindustrie hat diesem Zustand schon seit längerer Zeit Rechnung getragen
und sogenannte Schnellbrandöfen entwickelt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Tunnelöfen
sind diese Schnellbrandöfen nicht mit schweren Feuerfesterzeugnissen mit hoher Wärmespeicherkapazität
und großen Wandstärken zugestellt, sondern im wesentlichen mit keramischen Fasermaterialien
ausgekleidet Diese neuartigen Feuerfestbaustoffe in Faser- oder Wolleform haben die
Vorteile der hohen Isolierfähigkeit und damit niedrigen Energieverbrauchs des Ofens,
geringe Wärmespeicherkapazität und damit geringen Energieverlust beim An- und Abfahren
des Ofens, sowie eine außergewöhnlich hohe Temperaturwechselbeständigkeit infolge
ihrer faserartigen Struktur. Diese Vorteile der keramischen Fasermaterialien werden
in den Schnellbrandöfen genutzt, in denen die keramischen Erzeugnisse meist nur in
einer Lage, also nicht in etagenartigen Aufbauten, bei äußerst kurzen Schubzeiten
durch den Schnellbrandofen gefahren werden. Diese Schnellbrandöfen müssen infolge
ihrer spezifischen Vorteile nicht im Dauerbetrieb gefahren werden, sondern können
ohne größere Energieverluste periodisch an- und abgeschaltet werden.
[0004] Eingehende Versuche und Untersuchungen haben gezeigt, daß die meisten keramischen
Erzeugnisse, insbesondere die feinkeramischen Erzeugnisse, ohne Qualitätseinbußen
an sich viel schneller als bisher möglich gebrannt werden könnten. Praktisch war dies
jedoch nicht möglich, weil die bekannten Brennhilfsmittel als gebrannte keramische
Erzeugnisse den harten Betriebsbedingungen der Schnellbrandöfen insbesondere wegen
der nicht ausreichenden Temperaturwechselbeständigkeit nicht gewachsen sind. Trotz
erheblicher Anstrengungen ist es bisher nicht gelungen, die bekannten Brennhilfsmittel
die als Hauptbestandteil meist Cordierit oder Siliciumcarbid enthalten in der Temperaturwechselbeständigkeit
so zu verbessern, daß sie wirtschaftlich in einem Schnellbrandofen eingesetzt werden
können.
[0005] Zeitweilig wurde auch die Ansicht vertreten, daß beim Schnellbrand unter bestimmten
Bedingungen überhaupt auf Brennhilfsmittel verzichtet werden könnte. Eine Möglichkeit,
diese Ansicht zu realisieren, ist in der FR-A-2 447 002 zu sehen, in der ein Ofenwagen
mit einer hierauf angeordneten Isoliermatte aus keramischem Fasermaterial beschrieben
wird. Um ein Aufwölben oder Verrutschen dieser relativ leichten Fasermatte zu verhindern,
muß diese mit beispielsweise Keramikstützen, welche die Fasermatte durchdringen und
auf Sockeln von verdichtetem Fasermaterial ruhen können, am Metallrahmen des Ofenwagens
befestigt oder verschraubt werden, wobei die Keramikstützen selbst zusätzlich als
Stützen für schweres Brenngut dienen können, wenn die Faserwerkstoffe aufgrund ihrer
bekannten geringen Festigkeit dem Auflagedruck durch schweres Brenngut nicht standhalten.
[0006] Inzwischen hat sich jedoch herausgestellt, daß es ohne Brennhilfsmittel beim Schneitbrand
von insbesondere Feinporzellan nicht geht. Faserisoliermatten allein, auch wenn diese
mit Keramikstützen am Metallrahmen des Förderers befestigt werden können, sind eben
wegen ihrer geringen Abriebfestigkeit nicht in der Lage, zu verhindern, daß unter
den harten Bedingungen des Schnellbrandes abgeriebene Faserteilchen das Brenngut verunreinigen.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde ein Brennhilfsmittel aufzuzeigen welches
die für Schnellbrandöfen erforderliche hohe Temperaturwechselbeständigkeit aufweist,
so daß sich damit die Möglichkeit eröffnet viele keramische Erzeugnisse, die bisher
insbesondere im Tunnelofen gebrannt wurden, jetzt sehr viel kostengünstiger und schneller
im Schnellbrandofen zu brennen.
[0008] ErfindungsgemäB wird dies dadurch erreicht, daß das Brennhilfsmittel mehrteilig aufgebaut
ist. Die Erfindung kehrt sich vom bisherigen Stand der Technik ab, gemäß welchem Brennhilfsmittel
immer aus einem gebrannten keramischen Material bestanden, also im Form von festen
Körpern vorlagen, die in ihrer Dimensionierung - oft auch bei komplizierter Gestalt
- eng an die Abmessungen des jeweiligen Brenngutes angepaßt waren. So waren beispielsweise
Kapseln für das Brennen von Tellern größer dimensioniert als der zu brennende Teller
und die bei Temperaturwechsel auftretenden Spannungen in der Kapsel führten zu dem
bekannten Nachteilen mit einer Gebrauchsdauer dieses Brennhilfsmittels von nur wenigen
Ofencyclen. Die vorliegende Erfindung geht insofern einen völlig neuen Weg, als das
Brennhilfsmittel mehrteilig ausgebildet ist und die einzelnen Teile aus ganz verschiedenen
Materialien bestehen.
[0009] Das erfindungsgemäße Brennhilfsmittel von mehrteiligem Aufbau für im Schnellbrandofen
zu brennende keramische Erzeugnisse bestehend aus anorganischem Fasermaterial, das
die Aufsetzfläche bildet, die mit dem Förderer des Ofens in Kontakt steht und aus
gebranntem, festem keramischem Material, das die Aufstellfläche für das Brenngut bildet,
ist dadurch gekennzeichnet, daB das anorganische Fasermaterial auf Basis Aluminiumoxid
in Form einer flächenförmigen, mit einem anorganischen Bindemittel imprägnierten,
vemadelten Fasermatte vorliegt, deren Unterseite die Aufsetzfläche bildet und deren
Oberseite mehrere Vertiefungen aufweist, die sich nicht durchgehend über die ganze
Dicke der Fasermatte erstrecken, die ganz oder teilweise mit mehreren, getrennten
stab- oder segmentartigen Grundkörpem aus gebranntem, festem keramischem Material
auf Basis Siliciumcarbid, Aluminiumsilicat oder Aluminiumoxid bestückt sind, die einen
gegen Thermoschock unanfälligen Querschnitt haben und deren Oberflächen zusammen die
Aufstellfläche für das Brenngut bilden und/oder daß die Oberseite der Fasermatte mit
einem feuerfesten Überzug auf Basis Siliciumcarbid oder Aluminiumoxid versehen ist,
der vor dem Brennen mit einem Raster von Einschnitten oder Einstanzungen ausgerüstet
worden ist.
[0010] Dabei weist die Fasermatte eine relativ groBflächige Gestalt auf, die aber wegen
der hohen Thermoschockbeständigkeit des Fasermaterials nicht nachteilig ist. Gemäß
einer Ausführungsform besteht das Brennhilfsmittel aus der die Aufsetzfläche bildenden
Fasermatte und aus mehreren stab- oder segmentartigen Grundkörpern aus keramischem
Material, die in Nuten, Schlitzen oder sonstigen Vertiefungen der Fasermatte lagestabil
zueinander gehalten sind und insgesamt die Aufstellfläche für das Brenngut bilden.
Die Fasermatte übt Mehrfachfunktion aus. Sie isoliert den Förderer von dem Brennraum
und sie ermöglicht die lagestabile Zuordnung der einzelnen Grundkörper aus dem gebrannten
keramischen Material zueinander, so daß die Grundkörper insgesamt die Aufstellfläche
für das Brenngut bilden. Die Grundkörper aus dem gebrannten keramischen Material weisen
insbesondere eine relativ kleine Dimensionierung und eine einfache Form auf so daß
sie selbst auch in der Lage sind, den Thermoschockbedingungen standzuhalten. Auch
die Grundkörper können somit dünne Wandstärken aufweisen. Es lassen sich sogar solche
keramischen Materialien sinnvoll verwenden, die bisher für die Herstellung von Brennhilfsmitteln
als nicht geeignet angesehen wurden. Vor allen Dingen aber richten sich die Grundkörper
in ihrer Form überhaupt nicht mehr an den Dimensionen und der Form des Brenngutes
aus. Die einzige einzuhaltende Bedingung ist die, daß die Grundkörper insgesamt eine
hinreichend stabile Aufstellfläche für das Brenngut bilden müssen. Die Fasermatte
kann ohne weiteres mit einer solchen Stabilität erzeugt werden, daB die Grundkörper
auch bei Belastung mit dem Brenngut kaum in das Fasermaterial einsinken und somit
die Aufstellfläche für das Brenngut weitgehend stabil bleibt. So kann beispielsweise
die Fasermatte, worunter üblicherweise eine bindemitelfreie vemadefte Fasermatte (blanket)
zu verstehen ist, mit einem anorganischen Bindemittel, wie Monoaluminiumphosphat,
imprägniert werden. Insbesondere im Schnellbrandofen wird meist nur in einer Lage
gebrannt, so daß das von den Grundkörpem und dem Brenngut auf die Fasermatte einwirkende
Gewicht begrenzt ist. Diese Eigenart des einlagigen Brennens bei Schnellbrandöfen
ergänzt sich also vorteilhaft bei dem neuen Brennhilfsmittel und ermöglicht die Anwendung
der Fasermatte als Bestandteil des Brennhilfsmittels. Andererseits erbringt das neue
Brennhilfsmittel in Verbindung mit Schnellbrandöfen den weiteren Vorteil, daß das
Auf- und Absetzen des Brenngutes in einfacher Weise automatisiert werden kann. Bei
wechselndem Brenngut ergibt sich die Möglichkeit nicht nur das Brenngut selbst automatisch
auf- und abzusetzen, sondern auch die Grundkörper automatisch auf der Fasermatte an
der richtigen Stelle zu placieren und z. B. in einer zweiten Beschickungs-Station
das Brenngut aufzusetzen. Es ist auch möglich, das gesamte Brennhilfsmittel also einschließlich
der Fasermatte bei wechselndem Brenngut auszutauschen oder mit den belassenen Grundkörpem
zu lagem, bis das Brennen von gleichem oder ähnlichem Brenngut wieder ansteht. Die
Größe der Fasermatte kann an die Größe des einzelnen zu brennenden keramischen Erzeugnisses
oder auch an die Größe des Förderers im Ofen angepaßt werden, so daß auch ohne weiteres
eine über das ganze Plateau eines Ofenwagens durchgehende Matte eingesetzt werden
kann. Schließlich ist noch vorteilhaft, daß beschädigte Grundkörper, die ja nur einen
Bestandteil des Brennhilfsmittels bilden, sehr einfach und kostengünstig ausgetauscht
werden können. Die Fasermatte sowie die anderen Grundkörper sind in der Regel weiterverwendbar.
[0011] Die Grundkörper weisen zweckmäßig einen gegen Thermoschock unanfälligen Querschnitt,
insbesondere einen rechteckigen, T förmigen, U-förmigen oder I-förmigen Querschnitt
auf und besitzen eine begrenzte Länge. Die Grundkörper haben in der Regel geringe
Wandstärken, damit sie sich schnell aufheizen lassen und auch schnell abkühlen, ohne
daß die Grundkörper zerstörende Wärmespannungen in ihnen auftreten. Ist die Aufstellfläche
eines Grundkörpers für den vorgesehenen Anwendungsfall zu klein, können mehrere derartige
Grundkörper, z.B. in Form von dünnen Platten, nebeneinander in eine Vertiefung der
Fasermatte eingesetzt werden. Die Grundkörper können dabei eine Wandstärke von 0,5
bis mehrere Millimeter aufweisen und nur wenige Zentimeter lange Trägerstege besitzen
oder als bis z. B. 3 cm breite, dünne Trägerplättchen, die ebenfalls nur wenige Zentimeter
lang sein müssen, ausgebildet sein. Zweckmäßig ist es natürlich, den Grundkörpem einen
solchen Querschnitt zu geben, daß sie kostengünstig im Strangpressverfahren als Massenprodukt
herstellbar sind.
[0012] Die Grundkörper können mit ihrer Aufstellfläche die Oberfläche der Fasermatte überragend
in die Fasermatte eingesetzt sein. Auf diese Weise wird bei allen Brenngütem verhindert,
daß ein Teil des Brenngutes mit der Fasermatte direkt in Berührung kommt was zu einem
Ankleben des Materials der Fasermatte an dem Brenngut führen könnte.
[0013] Die Fasermatte kann ein Feld oder eine Matrix von wahlweise zu benutzenden Nuten
Schlitzen oder sonstigen Vertiefungen zum Einsetzen der Grundkörper aufweisen, so
daß sich hiermit insbesondere die automatisierte Zusammenstellungsmöglichkeit für
die Brennhilfsmittel selbst und das automatisierte Aufsetzen des Brenngutes sowie
das betreffende Abräumen des Förderers am Ende des Schnellbrandöfens ergeben. Damit
wird es möglich, die Zusammenstellung des Brennhiffsmiftels und den Besatz programmgesteuert
durchzuführen.
[0014] Sofern die Grundkörper in den Nuten, Schlitzen oder sonstigen Vertiefungen durch
die Eigenelastizität der Fasermatte und/oder die Begrenzung der Nuten nicht hinreichend
oder in allen Richtungen ausreichend lagestabil gehalten sind, ist es möglich, innerhalb
der Nuten, Schlitze oder sonstigen Vertiefungen Absätze oder Durchbrechungen vorzusehen
und die Grundkörper mit entsprechenden Ansätzen, Noppen oder dgl. auszurüsten, so
daß durch das Auf- bzw. Einsetzen eines Grundkörpers dieser auf der Fasermatte in
allen Richtungen lagestabil und damit positionsgenau gehalten ist
[0015] Das erfindungsgemäß mehrteilig aufgebaute Brennhilfsmittel besteht vorteilhaft aus
einem Fasermaterial auf Basis Aluminiumoxid und aus segmentartigen keramischen Grundkörpem
auf Basis Siliciumcarbid, Aluminiumsilicat oder Aluminiumoxid.
[0016] Gemäß einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäß mehrteilig aufgebauten Brennhilfsmittels
kann dieses auch aus einer Fasermatte bestehen, die anstelle der Bestückung oder zusätzlich
zu der Bestückung mit den segmentartigen, keramischen Grundkörpem, mit einem feuerfesten
Überzug versehen worden ist. Hierbei kann ebenfalls ein Fasermaterial auf Basis von
Aluminiumoxid verwendet werden, vorteilhaft in Form einer vemadelten Fasermatte, die
mit einem anorganischen Bindemittel, wie Monoaluminiumphosphat imprägniert und anschließend
getrocknet worden ist. Als feuerfeste Überzüge werden vorzugsweise solche auf Basis
von Siliciumcarbid oder Aluminiumoxid verwendet. Diese Überzüge werden in üblicher
bekannter Weise durch Tauchen, Sprühen, Rollen oder Streichen aufgetragen, beispielsweise
in Form einer mit Wasser verflüssigten Mischung aus
85 Gew.-%. SiC oder AI203,
10 Gew.-% Ton und
5 Gew.-% Monoaluminiumphosphat.
[0017] Nach dem Aufbringen werden diese Überzüge getrocknet und dann feuerfest gebrannt.
Um Abplatzungen des feuerfesten Überzugs zu vermeiden, ist es vorteilhaft, den Überzug
nach dem Trocknen und vor dem Brennen mit einem Raster von Einschnitten oder Einstanzungen
zu versehen, beispielsweise mit einem System von rechtwinklig zueinander verlaufenden
Einschnitten oder mit eingestanztem Sechseckraster.
[0018] In den folgenden Figuren 1-15 werden Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Brennhilfsmittels
gezeigt :
Figur 1 Brennhilfsmittel, erste Ausführungsform Ansicht von oben (top view),
Figur 2 bis Figur 8 Ausführungsform und Anordnung der Grundkörper in der Fasermatte
im Querschnitt entlang der Linie 11-11 in Figur 1
Figur 9 Schnitt in einer gegenüber Figur 2 um 90° gedrehten Schnittrichtung
Figur 10 perspektivische Teilansicht eines Grundkörpers,
Figur 11 und 15 Querschnitt durch ein Brennhilfsmittel mit aufgesetztem Brenngut,
Figur 12 Ansicht von oben einer feldarfig ausgebildeten Fasermatte,
Figur 13 eine ähnliche Schnittdarstellung wie Figur 9 durch eine Matte gemäß Figur
12 und
Figur 14 Ausschnitt aus einer Ansicht von oben eines Brennhilfsmittels in einer weiteren
Ausführungsform.
[0019] Das in Figur 1 dargestellte Brennhilfsmittel ist mehrteilig ausgebildet und besteht
aus einer flächenförmigen Fasermatte 1 aus keramischem Fasermaterial, welches eine
brettartig steife Struktur aufweist. Die GröBe der Fasermatte 1 kann dem zu brennenden
keramischen Erzeugnis oder der Größe des Förderers im Schnellbrandofen angepaßt sein.
Die Fasermatte 1 ist bei dem in Figur 1 dargestellten Ausführungsbeispiel achssymmetrisch
ausgebildet und besitzt eine Anzahl von Vertiefungen 2 in Nut- oder Schlitzform, die
beispielsweise kreisringförmig oder langgestreckt geradlinig angeordnet und verteilt
sind. Die Vertiefungen 2 können sich bis zu gewisser Tiefe in das Material der Fasermatte
1 hinein erstrecken. In die Vertiefungen 2 sind Grundkörper 3 aus gebranntem keramischen
Material eingesetzt die stab- oder segmentartig ausgebildet sind, einen relativ einfachen
Querschnitt (Figuren 2 bis 8) aufweisen, geringe Wandstärke besitzen und auch in Richtung
der Vertiefungen 2 relativ kurz ausgebildet sind. Die Grundkörper 3 sind vorzugsweise
so in die Vertiefungen 2 eingesetzt, daß sie aus der Oberfläche 4 der Fasermatte 1
herausragen und insgesamt die Aufstellfläche 5 für das Brenngut bilden. Bei einer
Fasermatte 1 müssen nicht unbedingt alle Vertiefungen 2 mit Grundkörpem 3 besetzt
sein. Es genügt, den Besatz so zu wählen, wie er für das Aufsetzen des betreffenden
Brenngutes sinnvoll und erforderlich ist Die Unterseite der Fasermatte 1 bildet die
Aufsetzfläche 6, auf der das Brennhilfsmittel 1, 3 auf dem Förderer des Schnellbrandofens,
z. B. einem Wagen oder einer Platte, aufgelegt ist. Die Fasermatte 1 stellt einen
gewissen Isolierschutz für den Förderer des Ofens dar und bildet die Grundlage, auf
der einzelne Grundkörper 3 aufgebaut und lagestabil zu einander gehalten sind, so
wie es für das Aufsetzen des Brenngutes erforderlich ist.
[0020] Figur 2 zeigt einen einfachen, rechteckigen Querschnitt eines Grundkörpers, der hochkant
in die Vertiefung 2 eingesetzt Anwendung findet.
[0021] Figur 3 zeigt einen U-förmigen Querschnitt eines Grundkörpers 3. Die Vertiefungen
2 sind hier tiefer ausgebildet, so daß der Grundkörper 3 auf der Oberfläche 4 zwischen
den beiden schlitzartigen Vertiefungen 2 aufruht.
[0022] Bei dem Ausführungsbeispiel in Figur 5 ist der Grundkörper 3, mit T-förmigem Querschnitt
so in die Vertiefung 2 eingesetzt daß die Aufstellfläche 5 mit der Oberfläche 4 der
Fasermatte 1 fluchtet.
[0023] Gemäß dem Ausführungsbeispiel nach Figur 6 ist die Aufstellfläche 5 tiefer angeordnet
als die Oberfläche 4 der Fasermatte. Es versteht sich daß die Ausführungsbeispiele
der Figuren 5 und 6 auf das jeweils aufzunehmende Brenngut so abgestimmt sind, daß
das Brenngut mit der Oberfläche 4 der Fasermatte 1 nicht in Berührung kommt.
[0024] Figur 7 zeigt eine ähnliche Ausführungsform wie Figur 2, jedoch besteht hier der
Grundkörper 3 aus drei einzelnen, flachen Platten sehr geringer Wandstärke, die nebeneinander
im Bündel in eine Vertiefung 2 eingestellt sind.
[0025] Das Brennhilfsmittel gemäß der Ausführungsform nach Figur 8 weist eine Fasermatte
1 mit einer T-nutenförmig hinterschnittenen Vertiefung 2 auf, in welche ein Grundkörper
3 mit I-förmigem Querschnitt eingeschoben ist
[0026] Wie bereits Figur 1 zeigt und aus Figur 9 ebenfalls ersichtlich ist muß die Länge
der Vertiefungen 2 nicht unbedingt mit der Länge der Grundkörper 3 übereinstimmen.
Die Vertiefungen 2 können vielmehr länger ausgebildet sein und auch über die ganze
Breite und/oder Länge der Fasermatte 1 durchgehend vorgesehen sein so daß sich die
Möglichkeit ergibt, die sehr viel kürzeren Grundkörper 3 an jeder beliebigen Stelle
der Vertiefung 2 einzusetzen, und zwar dort, wo es für die Anlagerung des Brenngutes
gerade benötigt wird. Um aber auch eine Verschiebung des Grundkörpers 3 in Richtung
der Vertiefung 2 auszuschließen, kann die Vertiefung 2 mit einem Absatz 7 und der
Grundkörper 3 mit einem oder mehreren Noppen 8 versehen sein so daß der Grundkörper
3 in der Vertiefung 2 auch nicht in Richtung dieser Vertiefung verrutschen kann.
[0027] Figur 10 zeigt noch einmal in perspektivischer Darstellung den Grundkörper gemäß
Figur 9.
[0028] Figur 12 zeigt eine Draufsicht auf eine Fasermatte 1, bei der das gesamte Feld ihrer
Oberfläche von zeilenweise angeordneten Vertiefungen 2 durchsetzt ist, wobei in den
Vertiefungen 2, ebenfalls in regelmäßiger Anordnung, Absätze 7 in Kreisform angeordnet
sind. Im Verbindung damit können Grumdkörper 3 eingesetzt werden, wie dies Figur -13
zeigt. Durch relatives Verdrehen um 180° des Grundkörpers 3 vor dem Einsetzen in die
Vertiefung 2 kann somit praktisch jede beliebige Stelle einer Zeile der Vertiefung
2 mit dem betreffenden Grundkörper 3 besetzt werden. Dies eröffnet die Möglichkeit,
programmgesteuert die einzelnen Zeilen der Vertiefungen 2 mit Grundkörpem automatisch
zu besetzen und z. B. in einer nachfolgenden Station dann das jeweilige Brenngut aufzusetzen.
Dies ist insbesondere bei Schnellbrandöfen möglich, die nur in einer Lage besetzt
werden. Auch das Abräumen am Ofenende kann somit automatisiert werden.
[0029] Figur 11 zeigt einem Querschnitt durch eine derartige Ausführungsform, bei der ein
Teller als Brenngut 9 aufgesetzt ist.
[0030] Figur 14 zeigt einen Ausschnitt aus einem anderen Ausführungsbeispiel des Brennhilfsmittels
aus der Fasermatte 1 und Grundkörpem 3. Hier sind als Vertiefungen 2 sich kreuzende
Nutenabschnitte vorgesehen, in welche drei Grundkörper 3 eingesetzt sind, so daß vorteilhaft
hier ein kleiner, leichter Gegenstand, beispielsweise ein Eierbecher oder eine Tasse
als Brenngut aufesetzt werden kann.
[0031] Figur 15 zeigt einen Querschnitt durch eine weitere Ausführungsform des Brennhiifsmitteis,
bei der die Fasermatte 1 mit einem feuerfesten Überzug 11 versehen ist, dessen Oberfläche
die Aufstellfläche 5 für das Brenngut 9 bildet. Der Überzug 11 ist durch Einschnitte
12 unterbrochen.
1. Brennhilfsmittel von mehrteiligem Aufbau für im Schnellbrandofen zu brennende keramische
Erzeugnisse bestehend (a) aus anorganischem Fasermaterial, das die Aufsetzfläche bildet,
die mit dem Förderer des Ofens in Kontakt steht und (b), aus gebranntem, festem keramischem
Material, das die Aufstellfläche für das Brenngut bildet, dadurch gekennzeichnet,
daß das anorganische Fasermaterial auf Basis Aluminiumoxid in Form einer flächenförmigen
mit einem anorganischen Bindemittel imprägnierten, vemadelten Fasermatte vorliegt,
deren Unterseite die Aufsetzfläche bildet und deren Oberseite mehrere Vertiefungen
aufweist, die sich nicht durchgehend über die ganze Dicke der Fasermatte erstrecken,
die ganz oder teilweise mit mehreren, getrennten stab- oder segmentartigen Grundkörpem
aus gebranntem, festem keramischem Material auf Basis Siliciumcarbid, Aluminiumsilicat
oder Aluminiumoxid bestückt sind, die einen gegen Thermoschock unanfälligen Querschnitt
haben und deren Oberflächen zusammen die Aufstellfläche für das Brenngut bilden und/oder
daß die Oberseite der Fasermatte mit einem feuerfesten Überzug auf Basis Siliciumcarbid
oder Aluminiumoxid versehen ist, der vor dem Brennen mit einem Raster von Einschnitten
oder Einstanzungen ausgerüstet worden ist.
2. Brennhilfsmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Grundkörper aus
dem keramischen Material einen rechteckigen, T-förmigen, U-förmigen oder I-förmigen
Querschnitt und eine begrenzte Länge haben und in den Vertiefungen in der Fasermatte
lagestabil zueinander angeordnet sind.
3. Brennhilfsmittel nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, da13 die Grundkörper
aus dem keramischen Material überragend in der Fasermatte eingesetzt sind.
4. Brennhilfsmittel nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Fasermatte ein
Feld von wahlweise zu benutzenden Nuten, Schlitzen oder sonstigen Vertiefungen zum
Einsetzen der Grundkörper aus dem keramischen Material aufweist.
5. Brennhilfmittel nach Anspruch 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß innerhalb der
Nuten, Schlitze oder sonstigen Vertiefungen Absätze oder Durchbrechungen vorgesehen
sind und daß die Grundkörper aus dem keramischen Material entsprechende Absätze oder
Noppen aufweisen.
6. Brennhilfsmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es aus einer mit
Monoatuminiumphosphat imprägnierten Fasermatte und einem feuerfesten Überzug auf Basis
Siliciumcarbid besteht, wobei die Oberfläche des Überzugs mit rechtwinklig zueinander
verlaufenden Einschnitten oder mit eingestanztem Sechseckraster versehen ist
1. Kiln furniture of multipart construction for ceramic products to be fired in a
rapid firing kiln, which comprises (a) inorganic fibrous material, which forms the
resting surface which is in contact with the kiln conveyor, and (b) fired solid ceramic
material which forms the supporting surface for the firing product, characterized
in that the inorganic fibrous material is in the form of a laminar needle-held fibrous
mat, based on aluminium oxide and impregnated with an inorganic binder, whose underside
forms the resting surface and whose upper side has a plurality of recesses which do
not extend continuously over the entire thickness of the fibrous mat, all or some
of which recesses are fitted with a plurality of separate bar-like or segment-like
supporting members which are made of fired solid ceramic material based on silicon
carbide, aluminium silicate or aluminium oxide, which have a cross-section which is
not susceptible to thermal shock and whose surfaces jointly form the supporting surface
for the firing product, and/or in that the upper side of the fibrous mat is provided
with a refractory coating, based on silicon carbide or aluminium oxide, in which a
grid of incisions or perforations has been made before firing.
2. Kiln furniture according to Claim 1, characterized in that the supporting members
made of ceramic material have a rectangular, T-shaped, U-shaped or I-shaped cross-section
and have a limited length and are arranged in recesses in the fibrous mat in positional
stability with respect to each other.
3. Kiln furniture according to Claim 2, characterized in that the supporting members
made of the ceramic material are inserted into the fibrous mat with the supporting
surfaces overhanging the fibrous mat.
4. Kiln furniture according to Claim 2, characterized in that the fibrous mat has
an array of grooves, slots or other recesses to be used optionally for inserting the
supporting members made of the ceramic material.
5. Kiln furniture according to Claims 3 and 4, characterized in that indentations
or perforations are provided inside the grooves, slots or other recesses and in that
the supporting bodies made of the ceramic material have corresponding projections
or studs.
6. Kiln furniture according to Claim 1, characterized in that it comprises a fibrous
mat impregnated with monoaluminium phosphate and a refractory ing based on silicon
carbide, the surface of the coat coating being provided with incisions extending at
right angles to each other or with a perforated hexagonal grid.
1. Accessoire d'enfournement, constitué de plusieurs parties, pour des produits céramiques
destinés à être cuits au four de cuisson rapide, constitué (a) d'une matière fibreuse
inorganique formant la surface de chargement, laquelle est en contact avec le système
de transport du four, et (b) d'un matériau céramique solide cuit, qui forme la surface
de pose du produit enfourné, caractérisé en ce que la matière fibreuse inorganique
se présente sous la forme d'un mat fibreux aiguilleté, bidimensionnel, imprégné d'un
liant inorganique, mat dont la face inférieure forme la surface de pose et dont la
face supérieure présente de nombreux renfoncements, qui ne s'étendent pas sur toute
l'épaisseur du mat fibreux, qui sont pourvus, en totalité ou en partie, de plusieurs
supports d'enfournement distinctes, du type bâtonnet ou segment, en un matériau céramique
solide, cuit, à base de carbure de silicium, de silicate d'aluminium ou d'oxyde d'aluminium,
qui ont une section insensible au choc thermique, et dont les surfaces, prises ensemble,
forment la surface de pose du produit enfourné, et/ou que la face supérieure du mat
fibreux est pourvue d'un revêtement réfractaire à base de carbure de silicium ou d'oxyde
d'aluminium, revêtement qui, avant la cuisson, avait été garni d'un quadrillage d'entailles
ou de perforations.
2. Accessoire d'enfournement selon la revendication 1, caractérisé en ce que les supports
d'enfournement en le matériau céramique ont une section transversale rectangulaire,
en T, en U ou en H et une longueur limitée, et sont disposés, en étant stables en
position les uns par rapport aux autres, dans les renfoncements du mat fibreux.
3. Accessoire d'enfournement selon la revendication 2, caractérisé en ce que les supports
d'enfournement en le matériau céramique sont disposés dans le mat fibreux de façon
que leur surface de pose dépasse de la surface du mat fibreux.
4. Accessoire d'enfournement selon la revendication 2, caractérisé en ce que le mat
fibreux présente une zone bidimensionnelle de rainures, fentes ou autres renfoncements
pouvant être utilisés au choix, pour mise en place des supports d'enfournement en
le matériau céramique.
5. Accessoire d'enfournement selon la revendication 3 ou 4, caractérisé en ce qu'il
est prévu des épaulements ou des découpures à l'intérieur des rainures, fentes ou
autres renfoncements, et que les supports d'enfournement en le matériau céramique
présentent des épaulements ou protubérances correspondants.
6. Accessoire d'enfournement selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'il est
constitué d'un mat fibreux imprégné de phosphate monoalumini- que et d'un revêtement
réfractaire à base de carbure de silicium, la surface du revêtement étant pourvue
d'entailles s'étendant perpendiculairement les unes par rapport aux autres ou d'un
quadrillage hexagonal perforé.