[0001] Die Erfindung betrifft einen Trag- und Belastungsarm für Streckwerke mit Halterungen
für Druckwalzenzwillinge, die jeweils eine Blattfeder enthalten, die an dem Trag-
und Belastungsarm mittels eines (in dessen Längsrichtung verstellbaren) Federhalters
gehalten ist und die eine Aufnahme für eine Achse der Druckwalzenzwillinge trägt.
[0002] Bei einem bekannten Trag- und Belastungsarm dieser Art (DE-GM 19 09 951) weist die
Halterung als Federhalter ein Gleitstück auf, welches mittels einer Schraube an dem
Trag- und Belastungsarm gehalten und in der jeweiligen Arbeitsstellung arretierbar
ist. An diesem Gleitstück ist mittels einer weiteren Schraube die Blattfeder festgespannt,
die an ihrem anderen Ende die Aufnahme für die Achse des Druckwalzenzwillings aufweist.
Zwischen dem als Gleitstück ausgebildeten Federhalter und der Blattfeder ist eine
mit einem Schlitz versehene und in Längsrichtung der Blattfeder verschiebbare Auflageplatte
angeordnet, durch deren Verschieben die wirksame Federlänge eingestellt werden kann.
Bei der bekannten Bauart besteht die Gefahr, daß die Achse des Druckwalzenzwillings
nicht parallel zu der zugehörigen Unterwalze eingestellt wird. Es besteht die Möglichkeit,
daß die Blattfeder Drehbewegungen um die sie an dem Federhalter haltende Schraube
durchführt, sowie die weitere Möglichkeit, daß der Federhalter selbst Bewegungen
um die ihn mit dem Trag- und Belastungsarm verbindenden Schraube durchführt.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Trag- und Belastungsarm der eingangs
genannten Art so auszubilden, daß die Parallelität zwischen dem Druckwalzenzwilling
und der zugehörigen Unterwalze ohne Einstellarbeiten gewährleistet ist.
[0004] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die Blattfeder quer zur Längsrichtung des
Trag- und Belastungsarmes an Führungen ausgerichtet ist.
[0005] Durch diese Ausbildung wird sichergestellt, daß die Blattfeder selbst gegenüber den
Führungen ausgerichtet wird, so daß Verstellungen an dem die Blattfeder haltenden
Federhalter nicht zu einem Verlust der Parallelität führen können.
[0006] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird vorgesehen, daß die Blattfeder in Belastungsrichtung
und in Längsrichtung des Trag- und Belastungsarms in dem Federhalter fixiert ist,
und daß die Blattfeder quer zu dem Trag- und Belastungsarm sich direkt an diesem abstützt.
Da eine Verstellung nur in Längsrichtung des Trag- und Belastungsarmes und ggf. auch
noch bezüglich der Belastung notwendig ist, können diese Einstellungen über den Federhalter
vorgenommen werden. Da die Blattfeder jedoch direkt an dem Trag- und Belastungsarm
geführt ist, führen diese Einstellungen nicht zu einer Veränderung der Position der
Blattfeder in Querrichtung zu dem Trag- und Belastungsarm, so daß die Parallelität
mit hoher Sicherheit erhalten bleibt, ohne daß besondere Maßnahmen beim Verstellen
des Federhalters getroffen werden müssen.
[0007] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird vorgesehen, daß die Aufnahme für die
Achse des Druckwalzenzwillings nach dem Anbringen an der Blattfeder wenigstens nachbearbeitet
ist. Hierzu wird zunächst die Aufnahme an der Blattfeder angebracht, wonach die Blattfeder
mit der Aufnahme in eine Vorrichtung eingesetzt wird, die der aus dem Federhalter
und dem Trag- und Belastungsarm gebildeten Halterung entspricht und die exakt zu
einem die Aufnahme bearbeitenden Werkzeug ausgerichtet ist. In dieser Stellung wird
die Aufnahme dann gefaßt, festgehalten und bearbeitet. Dadurch wird sichergestellt,
daß die Aussparung der Aufnahme, in welcher später die Achse des Druckwalzenzwillings
aufgenommen wird, exakt zu dem Bereich der Blattfeder ausge richtet ist, mit dem
diese an dem Federhalter und später an einem Trag- und Belastungsarm abgestützt ist,
ohne daß sich Toleranzen bemerkbar machen können, die in der Feder aufgrund der Herstellung
entstanden sein können. Diese Toleranzen werden durch das nachträgliche Bearbeiten
alle ausgeglichen.
[0008] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsform und den Unteransprüchen.
Fig. 1 zeigt einen in Längsrichtung geführten Teilschnitt durch einen erfindungsgemäßen
Trag- und Belastungsarm,
Fig. 2 eine teilweise aufgebrochene Ansicht auf den Trag- und Belastungsarm der Fig.
1 in Richtung des Pfeiles II gesehen,
Fig. 3 einen Schnitt entlang der Linie III-III der Fig. 1 und
Fig. 4 eine vergrößerte Einzelheit in einer Ansicht ähnlich Fig. 2.
[0009] In Fig. 1 und 2 ist ein Trag- und Belastungsarm (1) eines Streckwerkes, insbesondere
eines Streckwerkes für eine Ringspinnmaschine, nur teilweise dargestellt. Der Trag-
und Belastungsarm (1) weist ein U-förmiges Profil (2) auf. Er ist an seinem nicht
dargestellten Ende auf einer Tragstange gelagert, die parallel zu den Unterwalzen
des Streckwerkes verläuft, von denen eine Unterwalze (9) strichpunktiert dargestellt
ist. Der Trag- und Belastungsarm (1) ist auf der Tragstange derart geführt und derart
steif ausgebildet, daß er in einer Ebene verschwenkbar ist, die lotrecht zu den Unterwalzen
(9) verläuft. Der Trag- und Belastungsarm (1) trägt mehrere Oberwalzen, von denen
nur eine Oberwalze (6) dargestellt ist, und die in ent sprechender Anzahl den Unterwalzen
zugeordnet sind. Zwischen der Oberwalze (6) und der Unterwalze (9) läuft eine Lunte
(10), die in dem Streckwerk auf die gewünschte Garnfeinheit verstreckt wird. Für
eine Anpassung des Streckwerkes an das Fasermaterial ist es notwendig, daß wenigstens
eine das Streckfeld begrenzende Oberwalze in Laufrichtung der Lunte (10) einstellbar
ist, d.h. in Längsrichtung des Trag- und Belastungsarmes (1). Außerdem ist es wesentlich,
daß die Oberwalzen (6) möglichst exakt parallel zu den Unterwalzen (9) verlaufen.
Die Oberwalzen (6) werden üblicherweise als sogenannte Druckwalzenzwillinge ausgebildet,
die aus zwei Loswalzen bestehen, die auf einer gemeinsamen Achse (7) gelagert sind,
die zwischen den beiden Druckwalzen (6) gehalten wird.
[0010] Bei der dargestellten Ausführungsform ist die Achse (7) der Druckwalzen (6) in einer
Aufnahme (8) angeordnet, die eine etwa halbzylindrische Aussparung aufweist. Die Achse
(7) wird in dieser Aussparung mittels einer Bügelfeder (11) fixiert.
[0011] Die Aufnahme (8) für die Achse (7) ist an einer Blattfeder (12) befestigt. Bei der
dargestellten Ausführungsform erfolgt die Befestigung über Nieten, wobei gleichzeitig
die Bügelfeder (11) mit der Blattfeder (12) an der Aufnahme (8) vernietet wird.
[0012] Die Blattfeder (12) besitzt in dem der Aufnahme (8) abgewandten Bereich einen haarnadelförmig
gebogenen Abschnitt, an welchen der die Aufnahme (8) tragende Teil über eine Kröpfung
angeschlossen ist. Die Blattfeder (12) ist mit dem haarnadelförmigen Abschnitt in
einem Federhalter (15) fixiert, der seinerseits wieder in dem Profil (2) des Trag-
und Bleastungsarms (1) gehalten ist. Der Federhalter (15) besitzt ebenfalls ein U-förmiges
zu den Unterwalzen (9) hin offenes Profil. In seinen Quersteg (16) ist eine Schraube
(19) eingeschraubt, die den Quersteg (3) des Profils (2) ineinem Längsschlitz durchdringt,
so daß der Federhalter (15) in Längsrichtung des Trag- und Belastungsarms (1) verstellbar
und fixierbar ist.
[0013] Die Blattfeder (12) ist mit dem freien Schenkel (14) des haarnadelförmigen Abschnittes
in dem Bereich des Scheitels derart an dem Federhalter (15) angebracht, daß die Blattfeder
(12) in gewissen Grenzen eine Schwenkbewegung um eine quer zu dem Trag- und Belastungsarm
(1) verlaufende Achse durchführen kann. Die Blattfeder (12) ist im Bereich dieser
Querachse mit zwei gegenüberliegenden Laschen (22, 23) versehen, die in nach unten
offene, schlitzartige Aufnahmen (29) der Schenkel (17, 18) des Federhalters (15) eingeführt
sind. Im Bereich dieser Laschen (22, 23) ist auf der Unterseite des Schenkels (14)
der Blattfeder (12) ein Klemmstück (30) angeordnet, das in entsprechende Aussparungen
(32) der Schenkel (17, 18) des Federhalters (15) von der Seite her eingeschoben ist.
Dieses Klemmstück (30) ist mit einer halbzylindrischen Rippe (31) versehen, die quer
zu dem Trag- und Belastungsarm (1) verläuft und die die Laschen (22, 23) nach oben
in Richtung zu dem Ende der Aufnahmen (29) hin belasten. Die die Laschen (22, 23)
in Längsrichtung des Trag- und Belastungsarms (1) begrenzenden Flächen (25, 26) sind
so zu der Breite der Aufnahmen (29) toleriert, daß in gewissem Umfang eine Schwenkbewegung
möglich ist. Um die Schwenkbewegung zu erleichtern, kann bei einer abgewandelten Ausführungsform
auch in diesem Bereich ein echtes Schwenklager vorgesehen werden, beispielsweise indem
der Bereich der Aufnahmen (29), in welchem sich die Laschen (22, 23) in der Betriebsposition
befinden, gerundet ist.
[0014] Wie insbesondere aus Fig. 4 zu ersehen ist, sind die Laschen (22, 23) so bemessen,
daß ihre Stirnflächen (24) seitlich über die Schenkel (17, 18) des Federhalters (15)
überstehen und an den Innenwandungen der Schenkel (4, 5) des Profils (2) des Trag-
und Belastungsarms (1) anliegen und an diesem geführt sind. Das freie Ende des Schenkels
(14) der Blattfeder (12) ist mit zwei weiteren Laschen (20, 21) versehen, die den
Federhalter (15) in Längsrichtung des Trag- und Belastungsarms (1) überragen und
die zur Seite hin entsprechend den Laschen (22, 23) überstehen und mit ihren Stirnflächen
ebenfalls an den Innenflächen der Schenkel (4, 5) des Profils (2) geführt sind. Die
Blattfeder (12) ist somit über die Laschen (20, 21, 22, 23) in Querrichtung direkt
an den Innenflächen der Schenkel (4, 5) des Profils (2) des Trag- und Belastungsarms
(1) geführt, d.h. unabhängig von dem Federhalter. Durch ein Lösen und Verstellen des
Federhalters (15) wird diese Ausrichtung zwischen Blattfeder (12) und Trag- und Belastungsarm
nicht beeinträchtigt.
[0015] Dem freien Ende des Schenkels (14) des haarnadelförmigen Bereichs der Blattfeder
(12) ist ein Belastungselement in Form eines Exzenterbolzens (36) zugeordnet, der
mit zwei abgeflachten Exzenterflächen (37, 38) versehen ist, die wahlweise an den
Schenkel (14) zur Anlage bringbar sind. Entsprechend dem Radius der Exzenterflächen
(37 oder 38) wird die Blattfeder (12) vorgespannt.
[0016] Dem Schenkel (13) der Blattfeder (12) ist ein Anschlag zugeordnet, der in Form eines
zwischen den Schenkeln (17, 18) angeordneten Bolzens (35) gestaltet ist. Dieser Bolzen
(35) begrenzt den möglichen Weg des Schenkels (13) der Blattfeder (12), wenn der
Trag- und Belastungsarm (1) von den Unterwalzen (9) abgeschwenkt wird.
[0017] Um sicherzustellen, daß bei der Herstellung der Blattfeder (12) auftretende Verformungen
oder Verwindungen der Blattfeder (12) die Ausrichtung der Druckwalzen (6) nicht beeinträchtigt,
wird vorgesehen, daß bei der Herstellung zunächst die Blattfedern (12) hergestellt
und in ihre endgültige Form gebracht werden. Anschließend werden die Aufnahmen (8)
an den Blattfedern (12) angebracht, wobei die Aufnahmen (8) in dem Bereich der zylindrischen
Aussparung für die Schäfte (7) noch nicht ihre endgültige Form aufweisen. Die Blattfedern
(12) werden dann in eine Vorrichtung eingespannt,die Aufnahme- und Einspannelemente
aufweist, die den Aufnahme- und Einspannelementen des Trag- und Belastungsarms (1)
und des Federhalters (15) entsprechen. Diese Vorrichtung ist exakt zu einem Werkzeug
ausgerichtet, das an schließend die Aussparung der Aufnahme (8) auf die endgültige
Form bringt, so daß die Aussparung der Aufnahme (8) unabhängig von irgendwelchen während
der Herstellung verursachten Deformationen der Blattfeder (12) exakt zu den Laschen
(20, 21, 22, 23) und damit auch zu dem Federhalter (15) und dem Trag- und Belastungsarm
(1) ausgerichtet ist.
1. Trag- und Belastungsarm für Streckwerke mit Halterungen für Druckwalzenzwillinge,
die jeweils eine Blattfeder enthalten, die an dem Trag- und Belastungsarm mittels
eines (in dessen Längsrichtung verstellbaren) Federhalters gehalten ist und die eine
Aufnahme für eine Achse der Druckwalzenzwillinge trägt, dadurch gekennzeichnet, daß
die Blattfeder (12) quer zur Längsrichtung des Trag- und Belastungsarms (1) an Führungen
(4, 5) ausgerichtet ist.
2. Trag- und Belastungsarm nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Blattfeder
(12) in Belastungsrichtung und in Längsrichtung des Trag- und Belastungsarms (1) in
dem Federhalter (15) fixiert ist, und daß die Blattfeder (12) quer zu dem Trag- und
Belastungsarm (1) sich direkt an diesem abstützt.
3. Trag- und Belastungsarm nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Belastungsfeder (12) mit mehreren abragenden Laschen (20, 21, 22, 23) versehen ist,
die in Abstand zueinander an seitlichen Führungsflächen (4, 5) des Trag- und Belastungsarms
(1) geführt sind.
4. Trag- und Belastungsarm nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der Federhalter (15) zwischen seitlichen Führungsflächen (4, 5) des Trag- und
Belastungsarms (1) angeordnet ist, und daß an der Blattfeder (12) angebrachte Laschen
(20, 21, 22, 23) den Federhalter (15) überragen und an den Führungsflächen (4, 5)
des Trag- und Belastungsarms (1) geführt sind.
5. Trag- und Belastungsarm nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß der Trag- und Belastungsarm (1) ein zu den Druckwalzenzwillingen (6, 7) offenes,
U-förmiges Profil (2) besitzt, dessen Schenkel (4, 5) die seitlichen Führungsflächen
für die Laschen (20, 21, 22, 23) der Blattfeder (12) bilden und zwischen welchen der
ebenfalls U-förmige Federhalter (15) angeordnet ist.
6. Trag- und Belastungsarm nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Federhalter
(15) an dem Steg (3) des Trag- und Belastungsarms (1) mittels einer in einem Längsschlitz
geführten Schraube (19) gehalten ist.
7. Trag- und Belastungsarm nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß die Blattfeder (12) in dem der Aufnahme (8) abgewandten Bereich einen haarnadelförmig
gebogenen Abschnitt aufweist, mit welchem sie in dem Federhalter (15) angeordnet
ist, wobei sie in der Nähe des Scheitels um eine Querachse (22, 23, 29, 30) verschwenkbar
gehalten und im Bereich des freien Schenkels (14) mit einem Belastungselement (36)
belastet ist.
8. Trag- und Belastungsarm nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß als Belastungselement
ein einstellbarer Exzenter (36) vorgesehen ist.
9. Trag- und Belastungsarm nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
daß der Federhalter (15) mit einem den Weg des die Aufnahme (8) tragenden Schenkels
(13) der Blattfeder (12) begrenzenden Anschlag (35) versehen ist.
10. Trag- und Belastungsarm nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß ein paar von gegenüberliegenden Laschen (22, 23) in quer zur Längsrichtung des
Trag- und Belastungsarms (1) verlaufenden Aussparungen (29) des Federhalters (15)
geführt ist.
11. Trag- und Belastungsarm nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Laschen
(22, 23) der Blattfeder (12) mit einem Klemmstück (30) in den Aussparungen (29) des
Federhalters (15) gesichert sind.
12. Trag- und Belastungsarm nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet,
daß die Aufnahme (8) für die Achse (7) der Druckwalzenzwillinge (6) nach dem Anbringen
an der Blattfeder (12) wenigstens nachbearbeitet ist.
13. Trag- und Belastungsarm nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet,
daß der Aufnahme (8) ein federndes Sicherungselement (11) zum Halten des Schaftes
(7) zugeordnet ist.