[0001] Die Erfindung betrifft einen Abstichkanal für metallurgische Gefäße, insbesondere
für um eine Drehachse kippbare Oxygen-Stahlkonverter, bestehend aus einem in das feuerfeste
Gefäßmauerwerk eingebauten, feuerfesten Dauerfutter und einem, mittels einer feuerfesten
Fugenschicht darin gehaltenem, ersetzbaren feuerfesten rohrförmigen Verschleißfutter.
[0002] Während einer Zustellungslaufzeit metallurgischer Gefäße, besonders einer Konverter-Kampagne,
wird der Wirtschaftlichkeit wegen grundsätzlich angestrebt, den Pflegeaufwand am Konverter
so klein wie möglich zu halten. Dabei bedarf der Konverterabstichkanal einer vorrangigen
Wartung, vor allem, um einen gebündelten Gießstrahl in der Abstichlaufzeit sicherzustellen
und zur Vermeidung des Mitfließens von Schlacke aus dem Konverter bei ausgeprägter
Trichterbildung am Einlaufende des Abstichkanals. Das setzt einen stets intakten Abstichkanal
voraus, dessen Verschleiß nur in bestimmten Grenzen zugelassen werden kann und der
deshalb innerhalb einer Konverter-Kampagne mehrmals im Rahmen einer Heißwindreparatur
zu erneuern ist.
[0003] Die AT-PS 326 164 beinhaltet ein metallurgisches Gefäß mit einem Abstichkanal, der
als Dauerfutter in das Gefäßmauerwerk hintereinander fest eingesetzte Lochblöcke aufweist,
in deren Durchgangsbohrung als Verschleißfutter dienende Verschleißrohre eingebracht
und durch Eingießen oder Einstampfen einer feuerfesten Masse in die vorgesehene Zwischenfuge
festgelegt sind.
[0004] Vorliegender Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, mit einer verbesserter Ausbildung
des Abstichkanals notwendige Wartungsarbeiten zu vereinfachen.
[0005] Hierzu wird im wesentlichen vorgeschlagen, daß das rohrförmige Verschleißfutter und
die es umgebende Fugenschicht als eine in das Dauerfutter einsetzbare Austauscheinheit
ausgebildet ist. Eine solche vormontierte Austauscheinheit läßt sich im üblicher Weise
von Verschleißresten gesäuberten Dauerfutter-Durchgang mit vergleichsweise wenig arbeitsintensivem
Aufwand leicht und schnell plazieren, so daß ein langwieriges separates Einbringen
einer, beispielsweise Spritz-, Gieß- oder Stampfmasse zum Festlegen des Verschleißfutters
fortfällt.
[0006] Zweckmäßig kann eine im Dauerfutter des Abstichkanals nach dem Einbau der Austauscheinheit
nachverdichtbare Fugenschicht vorgesehen sein. Dadurch läßt sich die Fugenschicht
auf das Verschleißfutter mit einer äußeren Toleranz gegenüber dem Dauerfutter aufbringen,
die dann ein leichtes Anordnen der Austauscheinheit im Abstichkanal ermöglicht und
dennoch, nach einer einfach zu praktizierenden Nachverdichtung der Fugenschicht deren
betriebssicheren Sitz im Dauerfutter sicherstellt. Als Alternative ist aber auch vorteilhaft
eine Fugenschicht anwendbar, die aus unter Hitzeeinwirkung aufquellendem feuerfesten
Material besteht, so daß eine vor dem Einbau der Austauscheinheit der Fugenschicht
gegenüber dem Dauerfutter gegebene Toleranz mit zunehmender Betriebshitze ausgeglichen
und ein dichter Festsitz der Austauscheinheit von selbst erreicht wird. Beide Fugenschichten
können beispielsweise in Form einer feuerfesten Masse auf das Verschleißfutter aufgestrichen
bzw. aufgespachtelt oder an einer Tapete haftend aufgewickelt werden, wobei als aufquellendes
Material eine mit einem Treibmittel vermischte Masse dient. Falls die Fugenschicht
beispielsweise aufgestrichen wird, empfiehlt es sich, diese mit einer Umhüllung auf
dem Verschleißfutter festzuhalten. Vornehmlich sollte eine flexible Umhüllung Anwendung
finden, die Durchbrechungen und/oder Verstärkungen aufweisen kann. In allen Fällen
ist es von Vorteil, die Fugenschicht mit in Längsrichtung zur Austauscheinheit gerichteten
Gasdurchflüssen auszustatten, zum Bilden einer Schlacke zurückweisenden Gasströmung
im Schmelzeeinflußbereich des Abstichkanals. Solche Gasdurchflüsse kann man beispielsweise
durch Einlegen von ausbrennbaren Schnüren in die Fugenschicht mühelos bewerkstelligen.
[0007] Weitere Merkmale der Erfindung bestehen darin, die Fugenschicht auf einem einteilig
als rohr ausgebildeten Verschleißfutter anzuordnen, was den Aufbau der Austauscheinheit
wesentlich vereinfacht. Ferner weist vorteilhaft die Austauscheinheit wenigstens am
inneren Ende einen Verschleißfutterabschnitt mit eingeschnürtem, beispielsweise karoförmigen
Durchflußquerschnitt auf. Dadurch fließt die Schmelze dem Abstichkanal vergleichsweise
glatt, ohne verstärkte Strudelbildung zu, was wiederum verhindert, daß am Schmelzeeintrittsende
des Abstichloches vorzeitig ein Trichter ausgewaschen wird, der bekanntlich zu einem
unerwünschten Abfließen von Schlacke zusammen mit der Schmelze führt. Schließlich
ergibt sich eine verlängerte Haltbarkeit am äußeren Mündungsende der Austauscheinheit
erfindungsgemäß dadurch, daß dort ein Wechselausguß angeordnet ist.
[0008] Die Erfindung ist nachstehend anhand der Zeichnung erläutert. Darin zeigen:
Figur 1 einen Längsschnitt durch den Abstichkanalbereich eines Konverters,
Figur 2 eine Innenansicht auf den Abstichkanalbereich nach Figur 1,
Figur 3 eine das Verschleißfutter enthaltende vormontierte Austauscheinheit im Längsschnitt
und größerem Maßstab,
Figur 4 einen Schnitt nach der Linie A-A der Figur 3,
Figur 5 eine Reparatur-Situation in ähnlicher Darstellungsweise wie in Figur 1, und
Figur 6 die Innenansicht auf den Abstichkanal nach Figur 5.
[0009] Der im Abstichkanalbereich dargestellte Konverter hat einen Blechmantel 1 und eine
aus einem verschleißenden Mauerwerk 2 sowie einer Hinterfüllung 3 bestehende feuerfeste
Auskleidung. Der Abstichkanal 4 ist durch einen mit dem Blechmantel identischen Rohrstutzen
5 festgelegt, der einen äußeren Abschlußflansch 6 trägt. Kern des Abstichkanals 4
ist eine feuerfeste Garnitur aus einem äußeren Dauerfutter 7, einer Fugenschicht 8
und einem inneren Verschleißfutter 9, welches das Abstichloch 10 umgibt. Die Garnitur
7 bis 10 wird bei der Neuzustellung des Konverters vormontiert in die Auskleidung
2, 3, eingebaut, koaxial zum Rohrstutzen 5 und dort in eine feuerfesten Ausfütterung
11 eingebettet.
[0010] Das aus mehreren Sicherheitsblöcken 7a zusammengesetzte Dauerfutter 7 bietet eine
solide Verbindung zum Konvertermauerwerk 2 und bleibt bis zur nächsten Neuzustellung
des Konverters Bestandteil der feuerfesten Auskleidung 2, 3 und 11, wogegen bei fortgeschrittenem
Verschleiß des Verschleißfutters 9 bis an die Fugenschicht 8 und bei trichterförmiger
Auswaschung des Abstichkanaleinlaufes (strichpunktiert angedeutet in Figur 5) Reparaturen
der besagten Stellen grundsätzlich mehrmals erforderlich sind. Dabei handelt es sich
um sogenannte Heißreparaturen, die bei nicht abgekühltem Konverter möglichst schnell
vonstatten gehen sollen. Zunächst werden verbliebene Reste der Fugenschicht 8 und
des Verschleißfutters 9 ausgeräumt, beispielsweise von außen ausgebohrt oder ausgedrückt,
so daß, wie am besten aus Figur 5 ersichtlich, der runde Durchgang 7b des Dauerfutters
7 freiliegt. Dann wird, falls - trichterförmig - verschlissen, der innere Sicherheitsblock
7c (Figur 1) ersetzt durch einen mit feuerfester Masse 12 festgehaltenen, ringförmigen
Ersatz-Sicherheitsblockes 7c (Fig. 5). Andererseits kann der Sicherheitsblock 7c verbleiben,
wenn nach visuellem Ermessen seine Haltbarkeit die Zeitspanne bis zur nächsten Reparatur
zu überstehen vermag.
[0011] Nach diesen Vorbereitungen ist eine Erneuerung des Verschleißfutters 9 dadurch zu
bewerkstelligen, daß mit einer einzigen Handhabung eine vorbereitete Austauscheinheit
aus Fugenschicht 8 und Verschleißfutter 9 sowie einer Umhüllung 13 in den runden Durchgang
7b des Dauerfutters 7 eingesetzt wird, zweckmäßig mit Hilfe eines durch ein Hebezeug
bedienbares Hantierungswerkzeug 14. Gemäß Figuren 3 und 4 besteht das Verschleißfutter
9 der Austauscheinheit 8, 9, 13 aus auf Nut und Feder aneinandergereihten Verschleißrohren
9a oder einem einteiligen Verschleißrohr (Figur 5) und ist von einer modellierbaren,
durch eine Umhüllung 13 gehaltene Fugenschicht 8 umgeben, derart, daß die Einheit
8, 9, 13 problemlos in das Dauerfutter 7 paßt und dort durch axiales Nachverdichten
die Fugenschicht 8 festgesetzt werden kann. Andererseits kann die Fugenschicht 8 aus
einem bei Hitzeeinwirkung bläh- bzw. quellfähigem Massen- oder Mörtelmaterial bestehen,
das einen festen Sitz der Austauscheinheit 8, 9, 13 bei Betriebstemperatur gewährleistet.
Nach dem Einbau wird ein um die Austauscheinheit 8, 9, 13 an der Innenseite des Mauerwerks
2 und am Dauerfutter 2 noch vorhandener Trichterverschluß mit Heißreparaturmasse ausgefüllt.
Bei der Anwendung von aneinander gereihten Verschleißrohren 9a sind diese beim Hantierungsvorgang
zweckmäßig auf dem Hantierungswerkzeug 14 verspannt gehalten.
[0012] Abweichend von den runden Durchgangsquerschnitten der Verschleißrohre 9a kann das
Eingangsverschleißrohr 9b einen karoförmigen, schlitzförmigen oder anderen eingeschmierten
Durchflußquerschnitt 9c haben, der einer Strudelbildung der in das Abstichloch 10
einfließenden Schmelze und damit einem trichterförmigen Auswaschen des Locheingangs
entgegenwirkt. Gleichermaßen vorbeugend gegen voreilendes Auswaschen am Mündungsende
des Abstichloches 10 durch die bei gekipptem Konverter auslaufende Schmelze wirkt
der Wechselausguß 15, der an einer abnehmbaren Abschlußplatte 16 des Abschlußflansches
6 austauschbar befestigt ist und im Bedarfsfall von einem Blindstopfen ersetzt sein
kann.
[0013] In weiterer Ausbildung der Austauscheinheit 8, 9, 13 kann die Fugenschicht 8 parallel
zum Abstichkanal verlaufende Gasdurchflüsse 17 (figur 4) haben, durch die im Bedarfsfalle
Gas an das Schmelzeeintrittsende geführt wird, um mit der Schmelze zufließende Schlacke
wegzublasen.
1. Abstichkanal für metallurgische Gefäße, insbesondere für um eine Drehachse kippbare
Oxygen-Stahlkonverter, bestehend aus einem in das feuerfeste Gefäßmauerwerk eingebauten
feuerfesten Dauerfutter und einem, mittels einer feuerfesten Fugenschicht darin gehaltenem,
ersetzbaren feuerfesten rohrförmigen Verschleißfutter,
dadurch gekennzeichnet,
daß das rohrförmige Verschleißfutter (9) und eine es umgebende Fugenschicht (8) als
eine in das Dauerfutter (7) einsetzbare Austauscheinheit (8, 9) ausgebildet ist.
2. Abstichkanal nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine im Dauerfutter (7) axial nachverdichtbare Fugenschicht (8) vorgesehen ist.
3. Abstichkanal nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Fugenschicht (8) aus unter Hitzeeinwirkung aufquellendem feuerfesten Material
besteht.
4. Abstichkanal nach Anspruch 2 und 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Fugenschicht (8) in Längsrichtung zur Austauscheinheit (8, 9) verlaufende
Gasdurchflüsse (17) aufweist.
5. Abstichkanal nach den Ansprüchen 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Fugenschicht (8) von einer Umhüllung (13) auf dem Verschleißfutter (7) gehalten
ist.
6. Abstichkanal nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Umhüllung (13) flexibel ausgebildet ist und Durchbrechungen und/oder Verstärkungen
aufweist.
7. Abstichkanal nach Anspruch 2 und 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Fugenschicht (8) auf einem einteilig als Rohr ausgebildeten Verschleißfutter
(7) angeordnet ist.
8. Abstichkanal nach den vorherigen Ansprüchen,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Austauscheinheit (8, 9, 13) wenigstens am inneren Ende ein Verschleißrohr
(9b) mit eingeschnürtem Durchflußquerschnitt (9c) aufweist.
9. Abstichkanal nach den vorherigen Ansprüchem,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Austauscheinheit (8, 9, 13) am äußeren Mündungsende ein Wechselausguß (15)
nachgeordnet ist.