[0001] Die Erfindung betrifft mehrschnittige Bolzenverbindungen, insbesondere für vorzugsweise
in Gitterbauweise ausgeführte Kran-Auslegerteile.
[0002] Derartige Bolzenverbindungen sind beispielsweise aus der DE-PS 37 06 301 bekannt
und dienen unter anderem zur Verbindung von Auslegerschüssen, insbesondere von Gittermast-Teilen,
wobei an den Gurtrohren sogenannte Bolzenstöße angeschweißt sind. Dabei sind die
Verbindungen in aller Regel dreiteilig ausgeführt und bestehen jeweils aus einem Gabelstück,
einem Bügelstück und einem Bolzen.
[0003] Bei der Montage der Auslegerteile bzw. -schüsse müssen zunächst das jeweilige Gabelstück
mit dem zugehörigen Bügelstück mit ihren Bohrungen in Flucht gebracht und dann jeweils
ein Bolzen eingeschoben bzw. eingeschlagen werden. An jeder Verbindungsstelle befinden
sich vier dieser dreiteiligen Verbindungen, nämlich zwei im Ober- und zwei im Untergurt.
[0004] Es ist ohne weiteres einzusehen, daß diese manuelle Tätigkeit sehr zeitaufwendig
ist, wobei insbesondere zu berücksichtigen ist, daß durch das erhebliche Gewicht
der Auslegerteile eine besondere Schwierigkeit darin besteht, die jeweils einander
zugeordneten Bohrungen zum Zwecke des Einschlagens der Bolzen in Flucht zu bringen.
Dabei kann insbesondere der vierte Bolzen häufig nur mit erheblichem Kraftaufwand
eingeschoben bzw. eingeschlagen werden. Dies resultiert nicht nur aus gerade bei derartigen
zu verbindenden Teilen, wie den Auslegerschüssen, fertigungstechnisch gegebenen Herstell-
bzw. Anbringtoleranzen für die Gabel stücke und Bügelstücke, sondern insbesondere
daraus, daß in der vertikalen Auslegerlängsebene für die Schüsse bei der Montage zwei
Bewegungsfreiheitsgrade gegeben sind, da nur quer zur Längsachse des Auslegers durch
die Formgebung von Gabelstück und Bügelstück - letzteres ist mit seiner "Öse" in das
Gabelstück einzuführen - eine Fixierung gegeben ist. In der vertikalen Auslegerlängsebene
muß diesbezüglich die fluchtende Lage manuell erreicht werden.
[0005] Darüber hinaus sind die Bolzen in der Obergurtebene in aller Regel nur mit Hilfe
einer Arbeitsbühne zu erreichen, was den Montageaufwand noch weiter erhöht.
[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine mehrschnittige Bolzenverbindung
der eingangs genannten Art derart zu verbessern, daß sie nicht nur schneller sondern
auch sicherer montiert werden kann, insbesondere das erforderliche Einschieben bzw.
Einschlagen von Bolzen erleichtert wird. Ausgehend von dem der Erfindung zugrundeliegenden
Lösungsgedanken, die freie Beweglichkeit in der vertikalen Auslegerlängsebene zu beschränken,
d.h. die erwähnten zwei Bewegungsfreiheitsgrade zu begrenzen, wird dieser Gedanke
erfindungsgemäß durch mindestens eine Anschlagpaarung realisiert. Der Lösungsgedanke
besteht somit im wesentlichen darin, daß das Bügelstück im Gabelstück in der senkrecht
zu seiner Bohrungsachse verlaufenden Ebene quasi zwangsgeführt derart an einen Anschlag
gebracht wird, daß dann die Bohrungen vom Gabelstück und Bügelstück fluchten und
der jeweilige Bolzen ohne Schwierigkeit eingeschoben werden kann.
[0007] Die erfindungsgemäße selbstzentrierende Begrenzung eines Bewegungsfreiheitsgrades
durch mindestens eine Anschlagpaarung wird bevorzugt durch mindestens einen hakenförmigen
Anschlag mindestens einer Anschlagpaarung (Hakenanschlag) erreicht, wobei in weiterer
Ausgestaltung der Erfindung zu jeder einen hakenförmigen Anschlag aufweisenden Anschlagpaarung
ein mit dem Haken korrespondierender Schubklotz bzw. eine Gegendruckfläche gehört.
Dabei wird der hakenförmige Anschlag bzw. der Haken vorzugsweise auf der Bügelseite
der Verbindung vorgesehen, während der mit dem Haken korrespondierende Schubklotz
bzw. die Gegendruckfläche auf der Gabelseite vorgesehen wird. Haken und Schubklotz
bzw. Gegendruckfläche können in weiterer Ausgestaltung der Erfindung auch in das
Bügelstück bzw. Gabelstück integriert sein. In jedem Falle wird durch die erfindungsgemäße
Zuordnung der Anschlagpaarung eine genaue Fixierung der Verbindungsstelle der zu
verbindenden Auslegerteile erreicht.
[0008] Wenn die Anschlagpaarung(en) in der Obergurtebene vorgesechen ist (sind), kann die
Montagezeit nicht zuletzt dadurch optimiert werden, daß die eingangs erwähnte, zum
Erreichen der Bolzen in der Obergurtebene erforderliche Arbeitsbühne in aller Regel
entfällt. Dabei werden zweckmäßig zwei Anschlagpaarungen in der Obergurtebene jedes
Auslegerstoßes vorgesehen.
[0009] Eine noch bessere Fixierung der Stoßstelle kann dadurch erreicht werden, daß zusätzlich
mindestens eine aus zwei ebenen Flächen bestehende Anschlagpaarung (Flächenanschlag)
vorgesehen ist, so daß in bevorzugter Ausführung zwei Hakenanschläge in der Obergurtebene
und zwei Flächenanschläge in der Untergurtebene jedes Auslegerstoßes für eine mühelose
Montage und auch Demontage sorgen. Durch die in der Obergurtebene vorgesehenen Hakenanschläge,
und zwar vorzugsweise je einen in den beiden im Stoßbereich zu verbindenden Ecken
der Obergurtebene, also an den Enden der zu verbindenden Gurtrohre, lassen sich die
Gittermastteile sehr einfach dadurch in die die fluchtende Lage der Bohrungen für
die einzubringenden Bolzen garantierende Position bringen, daß zunächst die Hakenanschläge
zum Eingriff gebracht werden, wobei wegen der hakenförmigen Ausbildung der Bügelstücke
die Bolzen bereits vor der Montage in die zugehörigen Gabelstücke eingebracht sind,
d.h. es braucht in der Obergurtebene nur noch "eingehakt" zu werden. Sobald dies
geschehen ist, kann dann ohne weiteres die Bolzenverbindung in der Untergurtebene
fertiggestellt werden, denn durch das "Einhaken" in der Obergurtebene ist nunmehr
auch der vertikale Freiheitsgrad begrenzt, d.h. die in der Untergurtebene zur Deckung
zu bringenden Bohrungen befinden sich auf ein und demselben Kreisbogen um den vertikal
oberhalb liegenden Bolzen der Bolzenverbindung der Obergurtebene.
[0010] Bei der zuvor als Vorzugsausführung angegebenen Verbindung, bei der in der Untergurtebene
zwei Flächenanschläge vorgesehen sind, wird dann schließlich auch der dritte Freiheitsgrad
begrenzt, nämlich durch diese Flächenanschläge, d.h. in gestreckter, fluchtender Lage
der zu verbindenden Gittermastteile liegen dann in der Untergurtebene, die den jeweiligen
Flächenanschlag bildenden Flächen, die jeweils am Gabelstück und korrespondierend
am Bügelstück vorgesehen sind, so aneinander an, daß dort nunmehr der Bolzen nur noch
eingesteckt oder mühelos eingeschlagen zu werden braucht.
[0011] Es ist selbstverständlich auch möglich, in beiden Gurtebenen ausschließlich Hakenanschläge
vorzusehen, so daß dann beim Zusammenbau quasi insgesamt ein "Zusammenhaken" der zu
verbindenden Gittermastteile durchgeführt wird.
[0012] Zur fertigungstechnischen Optimierung empfiehlt es sich, den bzw. die Haken jeder
Anschlagpaarung am jeweiligen Bügelstück vorzusehen bzw. in bevorzugter Ausführung
aus diesem zu formen, d.h. das Bügelstück selbst bildet den Haken anstatt einer allseitig
geschlossenen Bohrung. Vorzugsweise wird dementsprechend die eine Fläche jedes Flächenanschlages
durch eine stirnseitige Abflachung am Bügelstück gebildet und die andere Fläche im
Fuß des Gabelstücks dieses Flächenanschlages vorgesehen.
[0013] Zur optimalen Kraftübertragung an der Verbindungsstelle der Gittermastteile über
die mehrschnittigen Bolzenverbindungen und um dort problemlos auch Druckkräfte aufnehmen
und übertragen zu können, ist bzw. sind der bzw. die Haken jeder Anschlagpaarung
stirnseitig zu einer Anschlagdruckfläche verformt, die in montiertem Zustand vorzugsweise
im wesentlichen senkrecht verläuft und der korrespondierenden, im Fuß des Gabelstücks
vorgesehenen Gegendruckfläche eben anliegt.
[0014] Eine weitere Verbesserung der Übertragung von Druckkräften in der Obergurtebene kann
dann erreicht werden, wenn die ebene Gegendruckfläche von der Auslegermitte weg in
eine konkave, in ihrer Krümmung der Außenkontur des ihr zugeordneten Hakens angepaßte
Fläche übergeht, die im montierten Zustand der Außenfläche des Hakenendes satt anliegt,
wobei die Haken mit ihrer Öffnung von der Auslegermitte weg weisen.
[0015] Um eine sichere Verbindung bei guten Kräfteübertragungseigenschaften zu gewährleisten,
sollten die Haken in montiertem Zustand den jeweils zugehörigen Bolzen um zwischen
90
o und 180
o umschlingen, und zwar vorzugsweise auf der der Gegendruckfläche zugewandten Seite
bei Anordnung in der Obergurtebene bis oberhalb des Horizontaldurchmessers des Bolzens
und bei Anordnung in der Untergurtebene bis unterhalb des Horizontaldurchmessers.
[0016] Anhand der beigefügten Zeichnungen, in denen bevorzugte Ausführungsbeispiele dargestellt
sind, wird die Erfindung nachfolgend näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine erfindungsgemäße Bolzenverbindung zweier Gittermast-Auslegerschüsse, von denen
nur die hier interessierenden, zusammenzufügenden Enden in einer Seitenansicht dargestellt
sind;
Fig. 2 einen Schnitt entlang der Linie II-II in Fig. 1 und 3;
Fig. 3 eine der Fig. 1 entsprechende Seitenansicht, jedoch mit in der Obergurtebene erfindungsgemäßer,
alternativer Lösung mit im Bügelstück integriertem Haken und im Gabelstück integriertem
Schubklotz;
Fig. 4 einen Schnitt entlang der Linie IV-IV;
Fig. 5 eine perspektivische Darstellung des in Fig. 3 für die Obergurtebene dargestellten
Hakenanschlages;
Fig. 6 eine erfindungsgemäße Vorzugsausführung der beiden zusammenzufügenden Enden zweier
benachbarter Auslegerschüsse vor dem Zusammenfügen;
Fig. 7 die in Fig. 6 dargestellte Ausführung in der Ansicht A, und zwar als zweischnittige
Verbindung;
Fig. 8 die erfindungsgemäß im wesentlichen entsprechend der Ausführung nach Fig. 6 gestaltete
Verbindung vor dem Zusammenfügen der Auslegerteile, in Seitenansicht, jedoch als
vierschnittige Verbindung;
Fig. 9 eine Draufsicht auf die in Fig. 8 dargestellte Verbindung, in der Ansicht A;
Fig. 10 zwei Auslegerschußenden im Moment des Einhakens mit darunter dargestellter, vergrößerter
Einzelheit X in zwei Versionen;
Fig. 11 die zusammengefügten, fest verbundenen Auslegerteile nach Fig. 10 in ihrer fluchtenden
Endlage mit darunter dargestellten Einzelheiten Y und Z zur Verdeutlichung der jeweiligen
gegenseitigen Anlage der korrespondierenden Flächen; und
Fig. 12a bis c Schnitte entlang der Linie XII-XII in Fig. 11 zur Verdeutlichung verschiedener Verbindungsmöglichkeiten
für die Untergurtebene.
[0017] In Fig. 1 sind zwei miteinander verbundene Auslegerschüsse 1 und 2 mit ihren die
Bolzenverbindungen tragenden Enden in einer Seitenansicht dargestellt. Wie aus Fig.
2 hervorgeht, die einen Schnitt durch die Obergurtebene zeigt, besteht die Erfindung
nach einer ersten Ausführungsform aus normalen, jeweils aus einem Gabelstück 3 und
einem Bügelstück 4 gebildeten Bolzenstößen, wobei zur Fertigstellung der Bolzenstoßverbindung
jeweils Bolzen 5 (im dargestellten Ausführungsbeispiel insgesamt vier Stück für diese
Verbindungsstelle) benötigt werden. Mit 6 sind die Obergurt- und Untergurtrohre 7
bzw. 8 verbindende Querstreben bezeichnet.
[0018] Die insoweit beschriebene Bolzenverbindung ist herkömmlich, d.h. die vier Bolzen
müssen jeweils in die in fluchtender Lage zu bringenden Bohrungen der jeweiligen Gabel-
und Bügelstücke eingeschlagen werden und müssen als ausschließlich tragende bzw.
kräfteübertragende Teile die herkömmlich großen Abmessungen besitzen, es sei denn
es würde eine vier- oder mehrschnittige Verbindung anstelle der dargestellten zweischnittigen
Verbindung vorgesehen.
[0019] Im Unterschied zum Stand der Technik besitzt die Ausführungsform gemäß den Fig.
1 und 2 jedoch in der Obergurtebene in einer ersten Ausführungsform der Erfindung
eine Anschlagpaarung, die als Hakenanschlag ausgebildet ist und im dargestellten
Ausführungsbeispiel aus einem auf der Oberseite der Obergurtrohre 7 im Bereich des
Endes des Auslegerschusses 2 angeschweißten oder anderweitig unlösbar angebrachten
Haken 9 besteht, dessen hakenförmiges freies Ende 9a die Gabelseite des Schusses 1
oberseitig überragt und hinter einen oberseitig an jedem Obergurtrohr befestigten
Schubklotz 11 greift.
[0020] Mit dieser Ausbildung wird eine wesentliche Erleichterung für das Einbringen der
Bolzen 5 dadurch geschaffen, daß die beiden zu verbindenden Schüsse bzw. ihre Enden
zueinander in eine Lage gebracht und in dieser fixiert werden können, in der die korrespondierenden
Bohrungen des Gabelstücks und des Bügelstücks fluchten, so daß dann in gegenüber dem
Stand der Technik wesentlich einfacherer Weise die Verbindungsbolzen eingeschlagen
werden können.
[0021] Damit auch in der Untergurtebene das Fluchten der Bohrungen ohne umständliches Manipulieren
erreicht werden kann, sieht die Erfindung im Bereich der Untergurtrohre eine weitere
Anschlagpaarung, und zwar als Flächenanschlag vor, der aus einer stirnseitigen Abflachung
12 der Bügelstücke und einer mit der Abflachung 12 korrespondierenden und dieser im
Montagezustand eben anliegenden Gegenfläche 13 im Fuß der Gabelstücke 3 der Untergurtebene
besteht. In der Anschlaglage, wie sie in Fig. 1 dargestellt ist, fluchten dann auch
die Bohrungen der Bügel- und Gabelstücke der Untergurtebene und ermöglichen somit
ein leichtes Einbringen der Verbindungsbolzen.
[0022] Eine Weiterentwicklung der in den Fig. 1 und 2 dargestellten, zuvor beschriebenen
Verbindung ist in den Fig. 3 bis 5 gezeigt, wobei der erfindungsgemäße Haken mit dem
korrespondierenden Schubklotz derart in die Bügel- bzw. Gabelstücke der Obergurtebene
integriert sind, daß eine Bolzenverbindung entsteht, die in ihren Außenkonturen mit
den Außenumrissen der Bügel- und Gabelstücke fluchten, und sich somit nicht über die
Oberkante der Obergurtrohre hinaus erstrecken. Dadurch werden insbesondere Beschädigungen
am jeweiligen Hakenanschlag vermieden. Im einzelnen ist diese Anschlagversion folgendermaßen
aufgebaut:
[0023] Die Untergurtebene ist im wesentlichen wie beim Ausführungsbeispiel gemäß den Fig.
1 und 2 aufgebaut, d.h. dort sind insgesamt zwei Flächenanschläge als Anschlagpaarungen
vorgesehen, und zwar im Bereich jedes Untergurtrohres jeweils einer mit einer Fläche
und der korrespondierenden Fläche am zugehörigen Untergurt 8 des anzuschließenden
Schußendes des anderen Auslegerteils. Insoweit wird auf die vorangehende Beschreibung
der Untergurtebene des Ausführungsbeispiels nach Fig. 1 verwiesen.
[0024] Wie bereits erwähnt, ist bei diesem Ausführungsbeispiel der Hakenanschlag in der
Obergurtebene in die herkömmliche Bolzenverbindung integriert. Dabei besteht das
die Hakenfunktion erfüllende Bauteil aus einer oberseitigen, im we sentlichen T-förmigen
Verlängerung 14 des am Obergurtrohr 7 des Auslegerschusses 2 angebrachten Bügelstücks
15 (siehe insbesondere Fig. 5), so daß sich ein senkrecht zur Längsachse der in zusammengebautem
Zustand fluchtenden Obergurtrohre 7 der beiden zu verbindenden Schüsse 1 und 2 verlaufender
Ansatz (endseitiger Abschnitt des T-Stücks) ergibt, der sich passend in eine entsprechende,
oberseitige Ausnehmung 16 im Fußbereich des strichpunktiert dargestellten Gabelstücks
17 einlegt. Um das Einlegen der T-Verlängerung 14 in die Ausnehmung 16 zu erleichtern,
verengt sich die Ausnehmung 16 zu ihrem Grund hin leicht konisch und besitzt die T-Verlängerung
entsprechend geneigt verlaufende Passungsflächen, von denen die den den in Fig. 5
nicht dargestellten Bolzen 5 aufnehmenden Bohrungen 18 zugewandte Fläche 19 den erfindungsgemäßen
hakenförmigen Anschlag des Bügelstücks darstellt bzw. dessen Funktion übernimmt, während
die gegenüberliegende Fläche 20 der Ausnehmung 16 des Gabelstücks 17 den Schubklotz
bzw. die Gegendruckfläche bildet.
[0025] Wie insbesondere aus Fig. 5 hervorgeht, fluchten durch diese erfindungsgemäße Ausgestaltung
die oberseitigen Flächen der Bolzenverbindung, so daß sich nach außen hin ein glatter
Abschluß ergibt. Es sei an dieser Stelle erwähnt, daß bei den beiden bisher beschriebenen
Ausführungen der Erfindung die jeweiligen Hakenanschläge nur zur Montageerleichterung
der Auslegerteile dienen und im Betrieb des Kranes nicht für Kraftübertragungen ausgelegt
und vorgesehen sind; die Zug- und Druckkräfte in der Obergurtebene werden dort nach
wie vor durch den normalen Bolzenstoß übertragen, jedoch die die Montageerleichterung
betreffenden Vorteile der Erfindung voll und zuverlässig erreicht.
[0026] Bei den nachfolgend beschriebenen Ausführungsbeispielen gemäß den Fig. 6 bis 12
ist die Erfindung jedoch in einer Weise ausgestaltet, die neben der Montageerleichterung
den zusätzlichen Vorteil mit sich bringt, daß über den Bolzenstoß der Obergurtebene
auch die Druckkräfte in dieser Ebene ohne Bolzenbelastung - im Gegensatz zu den bisher
beschriebenen Ausführungsbeispielen gemäß den Fig. 1 bis 5 - übertragen werden,
während die Zugkräfte vom Haken auf den jeweils zugeordneten Bolzen übertragen werden.
In der Untergurtebene werden durch die Abflachungen 12 und die damit korrespondierenden
Gegenflächen 13, die primär Zentrierhilfen für die Bolzen im Untergurt sind, auch
Druckkräfte in dieser Ebene ohne Bolzenbelastung übertragen.
[0027] Zunächst wird auf die Fig. 6 und 7 verwiesen, in denen die beiden zu verbindenden
Enden der beiden Auslegerschüsse 1 und 2 vor ihrem Zusammenfügen dargestellt sind,
und zwar in Fig. 6 in der Seitenansicht mit ihren jeweiligen Obergurtrohren 7 und
Untergurtrohren 8, während die Fig. 7 eine Draufsicht gemäß Ansicht A in Fig. 6 zeigt.
Bei dieser bevorzugten Ausführung der Erfindung ist das Gabelstück 21 in seinem Fußbereich
mit einer Gegendruckfläche 22 ausgestattet. Das Bügelstück der Obergurtebene - an
jedem Stoß zwei, d.h. für jedes Obergurtrohr eines - ist als Haken 23 gestaltet, der
nach oben hin geöffnet ist; die den Bolzen 5 aufnehmende Bohrung des Bügelstücks ist
nicht allseitig geschlossen, wobei die oberseitige Öffnung mindestens so breit ist
wie die Länge des Durchmessers des Bolzens 5. An seinem freien stirnseitigen Ende
ist der Haken 23 zu einer Anschlagdruckfläche 24 verformt, die ebenso wie die Gegenddruckfläche
22, mit der sie in zusammengebautem Zustand korrespondiert und der sie dann eben anliegt,
im wesentlichen vertikal ausgerichtet und in ihren Abmessungen dieser angepaßt ist.
Vom freien Ende des Hakens 23 erstreckt sich nach unten zurückversetzt eine Verstärkung
25, die der Aufnahme des Versatzmomentes im Haken 23 dient.
[0028] Im Untergurtbereich ist der Bolzenstoß entsprechend den Ausführungsbeispielen gemäß
den Fig. 1 bis 5 gestaltet, d.h. das Bügelstück 4 ist am freien Ende mit einer Abflachung
12 versehen, die ebenfalls im wesentlichen vertikal verläuft und mit der im Fuß des
Gabelstücks 3 vorgesehenen Gegenfläche 13 korrespondiert. Die Abflachung 12 stellt
somit die Anschlagdruckfläche in der Untergurtebene dar, durch die im Zusammenwirken
mit der korrespondierenden Gegendruckfläche 13 die Bolzenzentrierung in der Untergurtebene
erreicht wird.
[0029] In den Fig. 8 und 9 ist die zuvor beschriebene, erfindungsgemäße Ausführungsform
als vierschnittige Verbindung gestaltet, die dazu führt, daß die Bolzen 5 im Durchmesser
kleiner als bei einer zweischnittigen Verbindung gehalten werden können, da anstelle
der bisher zwei auf Abscherung beanspruchten Schnittstellen der Bolzen 5 jetzt vier
vorhanden sind, so daß letztendlich die gesamte Verbindung wesentlich kleiner ausgebildet
sein kann. Ansonsten ist die Gestaltung der Gabel- und Bügelstücke wie beim zuvor
beschriebenen Ausführungsbeispiel, so daß darauf Bezug genommen werden kann und die
entsprechenden Teile mit denselben Bezugsziffern versehen sind. Durch die Vierschnittigkeit
ergibt sich natürlich für die Obergurtebene beim Bügelstück eine Doppelausbildung
der Haken 23, wie insbesondere aus Fig. 9 hervorgeht. Diese Doppelhaken 23 greifen
dann im zusammengebauten Zustand in die entsprechend doppelt ausgebildeten Ausnehmungen
des zugehörigen Gabelstücks 21 unter Hintergreifen der Bolzen 5 ein. Entsprechend
verdoppelt sind auch die Gegendruckflächen 22 bzw. 13 und die Anschlagdruckflächen
24 bzw. 12.
[0030] In Fig. 10 sind die beiden Auslegerschüsse 1 und 2 in einer Zwischenposition während
des Montagevorgangs dargestellt, wobei im unteren Teil Einzelheiten der erfindungsgemäßen
Gestaltung des Bolzenstoßes mit Hakenanschlag vergrößert in zwei Versionen dargestellt
sind. Die Montage geschieht folgendermaßen:
[0031] Die zusammenzufügenden Auslegerteile werden senkrecht zur Zeichenebene durch die
obergurtseitigen Bolzenverbindungen über Gabel- und Bügelstück fluchtend geführt,
jedoch in der Zeichenebene mit ihren Längsachsen im Winkel zueinander derart eingehakt,
daß die hakenförmigen Bügelstücke 23 die jeweils zugeordneten Bolzen 5 untergreifen,
wie dies aus der Einzelheit X deutlich hervorgeht. Die Haken 23 sind so gestaltet,
daß ein problemloses Einhaken des Auslegerteils 2 gewährleistet ist, wobei die Anschlagdruckflächen
24 und die Gegendruckflächen 22 in dieser Montagesituation genügend Spiel für die
nachfolgende Ausrichtbewegung bis zur fluchtenden Lage der Auslegerteile bzw. Schüsse
gemäß Fig. 11 haben. Nach dem Einhaken wird - im dargestellten Ausführungsbeispiel
gemäß Fig. 10 - der Auslegerschuß 1 um den Bolzenstoß der Obergurtebene nach unten
verschwenkt, bis die Anschlagdruckflächen 12 der Untergurtebene an den Gegendruckflächen
13 dieser Ebene anliegen, so daß die Mittellängsachsen 26 der beiden Auslegerschüsse
1 und 2 fluchten (siehe Fig. 11). Nunmehr können die Bolzen in der Untergurtebene
in die Bolzenverbindung, d.h. in die nunmehr fluchtenden Bohrungen des jeweiligen
Bügelstücks und Gabelstücks problemlos eingeschlagen werden; für die Obergurtebene
erübrigt sich im Unterschied zum Stand der Technik zu diesem Zeitpunkt ein Einschlagen
der Bolzen, da diese bereits im Vormontagezustand dort als Gegenelement für die Haken
in die Gabelstücke eingebracht worden sind, was neben den geschilderten Vorteilen
einer fixierten Montageausrich tung mit den Ausrichterleichterungen den zusätzlichen
Vorteil ergibt, daß eine Arbeitsbühne zum Erreichen der Obergurtebene entfällt.
Darüber hinaus ist damit der weitere Vorteil verbunden, daß durch die erfindungsgemäße
Gestaltung das Einhaken mit allenfalls geringfügiger manueller Hilfe automatisch
und zwangsgeführt erfolgt.
[0032] Wie die Einzelheit Y zeigt, legen sich im montierten Zustand auch die Anschlagdruckflächen
24 der Obergurtebene an die mit ihnen korrespondierenden Gegendruckflächen 22 satt
an, so daß sie außer zur Lagefixierung auch in der Lage sind, die in der Obergurtebene
auftretenden Druckkräfte zu übertragen, da dies durch den nach seitlich oben geöffneten
Haken 23 nicht mehr möglich und somit auch nicht mehr nötig ist.
[0033] In der Untergurtebene (Einzelheit Z) liegen die entsprechenden Anschlagdruckflächen
12 und Gegendruckflächen 13 ebenfalls auf Kontaktstoß und sind gleichfalls in der
Lage, Druckkräfte zu übertragen, nachdem sie während der Montage als Fixierung und
Anschlag zur korrekten, gestreckten, fluchtenden Ausrichtung der zu verbindenden Auslegerschüsse
1 und 2 gedient haben.
[0034] In Fig. 10 sind als Einzelheit X zwei mögliche Varianten der Ausbildung der Gegendruckfläche
22 im obergurtseitigen Gabelstück dargestellt. In beiden Fällen ist jeweils die Gegendruckfläche
22 im unteren Bereich eben und an die Anschlagdruckfläche 24 in ihren Abmessungen
und ihrer Ausrichtung angepaßt gestaltet, während sie zur Oberseite hin im oberen
dargestellten Beispiel etwa von der Mittellängsachse des Obergurtrohres des Auslegerschusses
1 nach hinten vom freien Ende weg schräg fluchtend geformt ist, wohin gegen im unteren
dargestellten Beispiel die Gegendruckfläche 22 von der Auslegermitte weg oberhalb
der Mittellängsachse des Obergurtrohres des Auslegerschusses 1 in eine konkave, in
ihrer Krümmung der Außenkontur des ihr zugeordneten Hakens angepaßte Fläche 27 übergeht,
die im montierten Zustand der Außenfläche 27a des Hakenendes satt anliegt. Dadurch
wird eine außerordentlich günstige Anlagesituation erreicht, die eine zentrische
Einleitung der Druckkräfte in die Obergurtrohre des Schusses 1 gewährleistet, da
nunmehr sowohl oberhalb als auch unterhalb der Mittellängsachse der Obergurtrohre
kraftübertragende Flächen aneinander anliegen.
[0035] Die Ausführungsbeispiele gemäß den Fig. 6 bis 10 haben den besonderen Vorteil, daß
die Bolzen 5 in aller Regel dadurch entlastet werden, daß einerseits die obergurtseitigen
Haken mit ihren Anschlagdruckflächen 24 im Zusammenspiel mit den Gegendruckflächen
22 und andererseits die in der Untergurtebene liegenden Kontaktflächen 12 und 13
im Berührungszustand Kräfte übertragen, so daß in diesen Betriebszuständen der Bolzen
entlastet wird. Insoweit wirken die Anschlagdruckflächen und Gegendruckflächen sowohl
in der Obergurtals auch in der Untergurtebene zusätzlich sichernd und insbesondere
die Bolzen schonend entlastend im Falle eingeleiteter Druckkräfte, die dann von ihnen
übertragen werden.
[0036] Im Rahmen der Erfindung sind Abwandlungen möglich. So können die verschiedenen Anschlagpaarungen
in den jeweiligen speziellen Erfordernissen entsprechend abgewandelter Form und Anzahl
angebracht bzw. kombiniert werden. Dabei ergibt sich zum Beispiel für die Untergurtebene
bei grundsätzlich hakenförmigen Bolzenverbindungen in der Obergurtebene die Möglichkeit
der Variation beispielsweise gemäß den Fig. 12a bis 12c. Wie Fig. 12a zeigt, kann
die Untergurtebene zwei schnittig mit entsprechend größer dimensionierten Bolzen
5 ausgebildet sein, jedoch erlaubt eine beispielsweise vierschnittige Bolzenverbindung
gemäß Fig. 12b eine Reduzierung des Durchmessers der Bolzen 5. Als Alternative zu
den Ausführungen gemäß den Fig. 12a und 12b kann in der Untergurtebene gemäß Fig.
12c auch eine Flanschverbindung vorgesehen werden, indem nämlich die zu verbindenden
Schüsse 1 und 2 an ihren einander zugewandten Enden mit jeweils korrespondierenden
Flanschen 28 versehen werden, die mittels Schrauben 29 zu verbinden sind. Während
der Montage dienen dann die Flansche 28 als Anschläge mit ihren einander zugekehrten
freien Kontaktflächen, und können bei entsprechender Gestaltung auch Montage-Führungs
und -Fixieraufgaben ähnlich den erfindungsgemäß gestalteten Gabel- und Bügelstücken
übernehmen, während sie dann im Betrieb sowohl Druck- als auch Zugkräfte zu übertragen
in der Lage sind.
1. Mehrschnittige Bolzenverbindung für vorzugsweise in Gitterbauweise ausgeführte
kran-Auslegerteile, bei denen einem Bolzen bzw. Bolzen-Paar jeweils eine Anschlagpaarung
zugeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Hinterklemm-Paarung mit Bolzen (5) und hakenförmigem Anschlag (23) bei den
zur Montage liegenden Auslegerteilen (1,2) in der Obergurt(7)-Ebene vorhanden und
im Untergurt (8) ein Gabelstück (3) mit Bügelstück (4) für einen Bolzen (5) vorhanden
ist.
2. Bolzenverbindung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß zu jeder einen hakenförmigen Anschlag aufweisenden Anschlagpaarung ein mit dem
Haken (9, 14; 23) korrespondierender Schubklotz (11, 19) bzw. eine Gegendruckfläche
(22) gehört.
3. Bolzenverbindung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, daß der hakenförmige Anschlag am Bügelstück (4, 23) und der Schubklotz (11) bzw.
die Gegendruckfläche (22) am Gabelstück (3 bzw. 21) der Bolzenverbindung angeordnet
bzw. jeweils in dieses integriert ist.
4. Bolzenverbindung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch eine integrierte Ausbildung von Schubklotz (20) und Haken (14) im Gabel- (17) bzw.
Bügelstück (15) bei außenseitig fluchtender Gestaltung (Fig. 5).
5. Bolzenverbindung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch zwei Anschlagpaarungen in der Obergurtebene jedes Auslegerstoßes.
6. Bolzenverbindung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich mindestens eine aus zwei ebenen Flächen (12, 13) bestehende Anschlagpaarung
(Flächenanschlag) vorgesehen ist.
7. Bolzenverbindung nach Anspruch 6, gekennzeichnet durch zwei Hakenanschläge in der Obergurtebene und zwei Flächenanschläge in der Untergurtebene
jedes Auslegerstoßes.
8. Bolzenverbindung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß in beiden Gurtebenen ausschließlich Hakenanschläge vorgesehen sind.
9. Bolzenverbindung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der bzw. die Haken (9, 14, 23) jeder Anschlagpaarung am jeweiligen Bügelstück
(4, 15) vorgesehen oder aus diesem geformt sind (23).
10. Bolzenverbindung nach einem oder mehreren der Ansprüche 5 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die eine Fläche jedes Flächenanschlags durch eine stirnseitige Abflachung (12)
am Bügelstück (4) gebildet und die andere Fläche (13) im Fuß des Gabelstücks (3) vorgesehen
ist.
11. Bolzenverbindung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß der bzw. die Haken (23) jeder Anschlagpaarung stirnseitig zu einer Anschlagdruckfläche
(24) verformt ist bzw. sind.
12. Bolzenverbindung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Anschlagdruckfläche (24) in montiertem Zustand im wesentlichen senkrecht
verläuft und der korrespondierenden, im Fuß des Gabelstücks (21) vorgesehenen Gegendruckfläche
(22) eben anliegt.
13. Bolzenverbindung nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß die ebene Gegendruckfläche (22) von der Auslegermitte weg in eine konkave, in
ihrer Krümmung der Außenkontur des ihr zugeordneten Hakens (23) angepaßte Fläche (27)
übergeht, die im montierten Zustand der Außenfläche (27a) des Hakenendes satt anliegt.
14. Bolzenverbindung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Haken (23) in montiertem Zustand mit ihrer Öffnung von der Auslegermitte
(26) wegweisen.
15. Bolzenverbindung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Haken (23) in montiertem Zustand den jeweils zugehörigen Bolzen (5) um zwischen
90o und 180o umschlingen.
16. Bolzenverbindung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Haken (23) in montiertem Zustand den Bolzen (5) auf der der Gegendruckfläche
(22) zugewandten Seite bei Anordnung in der Obergurtebene bis oberhalb dessen Horizontaldurchmessers
und bei Anordnung in der Untergurtebene bis unterhalb dessen Horizontaldurchmessers
umschlingen.