(19)
(11) EP 0 196 445 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
18.07.1990  Patentblatt  1990/29

(21) Anmeldenummer: 86102327.3

(22) Anmeldetag:  22.02.1986
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5B66B 9/20

(54)

Steuervorrichtung für die Betätigung hydraulischer Seilwindenantriebe für einen Schrägaufzug

Control device for actuating the hydraulic winding hoist of an inclined lift

Dispositif de commande pour l'actionnement du treuil hydraulique d'un monte-charge incliné


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR GB IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 01.04.1985 DE 3511940

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
08.10.1986  Patentblatt  1986/41

(73) Patentinhaber: Albert Böcker GmbH & Co. KG
D-4712 Werne (DE)

(72) Erfinder:
  • Bockholt, Heinrich
    D-4709 Bergkamen-Rünthe (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
US-A- 2 869 325
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Steuervorrichtung für die Betätigung eines hydraulischen Seilwindenantriebes für ein an mehreren Führungsschienen eines Schrägaufzuges verfahrbares Lastaufnahmemittel sowie für die Betätigung eines hydraulischen Seilwindenantriebes für das Teleskopieren der Führungsschiene.

    [0002] Bei Schrägaufzügen, wie sie beispielsweise dem Transport von Lasten von ebenerdigen Bereich auf Dächer oder umgekehrt dienen, bilden die einzelnen Teleskopschüsse teleskopierbare Führungsschienen für ein daran verfahrbares Lastaufnahmemittel. Dieses Lastaufnahmemittel kann eine Lastenpritische, ein Schüttkübel oder dgl. sein.

    [0003] Üblicherweise werden die teleskopierbaren Führungsschienen in eine "Gebrauchsposition" gebracht, bevor der Betrieb mit dem Lastaufnahmemittel aufgenommen wird. Das Seil, mit dessen Hilfe das Lastaufnahmemittel an den Führungsschienen entlangbewegt wird, ist über eine am oberen Ende des letzten (innersten) Teleskopschusses angeordnete Umlenkrolle zurück zu einer am Fahrgestell des Schrägaufzuges befindlichen Winde geführt. Gelegentlich muß auch eine Verlängerung oder Verkürzung der wirksamen Gesamtlänge des Schrägaufzuges vorgenommen werden, wenn das Lastaufnahmemittel sich nicht in der untersten Position, sondern beispielsweise auf halber Höhe der Führungsschienen befindet. Es ist ersichtlich, daß das Ausfahren der Teleskopschiene, d.h. die Veränderung der Entfernung der am letzten (innersten) Teleskopschuß angeordneten Umlenkrolle relativ zum Fahrgestell sich auf das Lastseil auswirkt und eine Veränderung der Position des Lastaufnahmemittels an den Führungsschienen zur Folge haben muß. Dies bedeutet beispielsweise, daß das Lastaufnahmemittel beim Ausfahren der Teleskopschienen eine Bewegung nach oben, in Richtung auf den letzten (innersten) Teleskopschuß erfährt. Der vorbeschriebene interne Stand der Technik der Anmelderin soll verbessert werden.

    [0004] Aufgabe der Erfindung ist es daher, bei Verwendung hydraulischer Antriebe sowohl für die Betätigung des Lastaufnahmemittels als auch für die Betätigung des Ein- und Ausfahrens der Führungsschienen die Steuervorrichtung so auszubilden, daß das Lastaufnahmemittel bei Betätigung des hydraulischen Seilwindenantriebes für das Teleskopieren der Führungsschienen keine störende Bewegung erfährt und beim Teleskopieren der Führungsschienen einerseits und der Bewegung des Lastaufnahmemittels anderseits keine Seilhavarien entstehen.

    [0005] Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe durch die Lehre nach Anspruch 1.

    [0006] Im einzelnen wird durch das Merkmal a ein gebremstes Abfahren der Last, d.h. eine Vermeidung von Schlaffseil bzw. Seilhavarien beim Lastseil erreicht, während durch die Merkmale b das Lastaufnahmemittel beim Ausfahren der Führungsschienen in seiner unteren Position verbleibet, wobei der Lastwindenmotor gebremst Seil abgeben kann, was gleichzeitig eine Schlaffseilverhinderung beim Lastwindenmotor bedeutet.

    [0007] Mit dem Merkmal c wird erzielt, daß die Führungsschienen gedrosselt einfahren können, wobei eine Schlaffseilverhinderung beim Teleskopschienenantrieb gewährleistet ist.

    [0008] Mit der Merkmalen gemäß d wird schließlich erzielt, daß der Lastwindenmotor beim Einfahren der Teleskopschienen Seil einholt; damit wird eine Schlaffseilverhinderung beim Lastwindenmotor 4 erreicht.

    [0009] Auf diese Weise ist sichergestellt, daß der den Seilwindenantrieb für das Lastaufnahmemittel bildende hydraulische Motor gegen eine bestimmte Vorspannkraft frei abdrehen kann, wenn die Führungsschienen ausgefahren werden. Der hydraulische Motor für das Lastaufnahmemittel muß - wenn das Lastaufnahmemittel in etwa an gleicher Stelle verbleiben soll - über die zugeordnete Lastwinde entsprechend Lastseil abgehen. Durch die Zuordnung des Regelkreises kann der Motor - nachdem das Rückschlagventil durch die Steuerleitung aufgesteuert worden ist - als Pumpe wirkend im geschlossenen Umlauf frei abdrehen und zwar unabhängig von der Schaltstellung des Steuerschiebers, mit dem das Lastaufnahmemittel auf "Auffahren" oder "Abfahren" geschaltet werden kann.

    [0010] Der so als Pumpe wirkende Motor für die Lastwinde arbeitet zwar nunmehr in einem durch einen Bypaß gebildeten Freilauf; allerdings muß beim Ansaugen der Flüssigkeit die Vorspannung eines in den geschlossenen Umlauf eingeschlateten Vorspannventils überwunden werden. Dies hat dem erheblichen Vorteil, daß das Lastseil stets straff gehalten wird. Die dem Teleskopschienenantrieb zugeordnete Bypaßleitung gewährleistet, daß dem Motor nur soviel Hydraulikflüssigkeit zugeführt wird, daß das Seil beim Einfahren der Führungsschienen stets straff gehalten wird.

    [0011] In der Praxis wird man das Lastaufnahmemittel vor dem Ausfahren der Führungsschienen in seine unterste Stellung verbringen. Sollte dies nichte der Fall sein, d.h. sollte sich das Lastaufnahmemittel beispielsweise auf halber Höhe des Schrägaufzuges befinden, wird durch die erfindungsgemäße Steuerung sichergestellt, daß sich das Lastaufnahmemittel langsam und kontrolliert absenkt.

    [0012] Die Regelbarkeit des während des Ausfahrens der Führungsschienen wirksamen geschlossenen Umlaufes hat darüber hinaus den großen Vorteil, daß außer der Straffhaltung des von der Lastwinde ablaufenden Seiles verhindert wird, daß die letzte (innerste) Teleskopschiene vor den anderen Schienen ausfährt. Bei der leitzen (innersten) Teleskopschiene handelt es sich um eine relativ leichte Schiene, die in Folge einer bestimmten Seilführung (die z.B. aus Gründen der Abknickbarkeit des oberen Bereiches erforderlich ist) in unerwünschter Weise vor- der nächstfolgenden Schiene ausfahren würde. Die Rückhalekraft einer Vorspannung im geschlossenen Umlauf von beispielsweise 40 bar, welche auf das Lastseil wirkt, hinderte die letzte Teleskopschiene jedoch am vorzeitigen Ausfahren. Hier wird deshalb ein zusätzlicher Vorteil erreicht.

    [0013] Die Zuordnung eines Senk-Bremsventiles in geschlossenen Umlauf hat den weiteren Vorteil, daß bei einer Überlast am Lastaufnahmemittel kein schnelleres Absinken des Lastaufnahmemittels erfolgen kann. Sobald die vom Lastaufnahmemittel ausgehende Zugkraft so groß wird, daß die durch das Vorspannventil gegebene Rückhaltekraft von 40 bar überschritten wird, schaltet des Senk-Bremsventil aufgrund der sich vergrößernden Strömungsgeschwindigkeit auf einen kleineren Durchflußquerschnitt und bremst das absinkende Lastaufnahmemittel.

    [0014] Einzelheiten des geschlossenen, vorgespannten Umlaufes ergeben sich aus der Lehre nach Anspruch 2.

    [0015] Das vorerwähnte Senk-Bremsventil hat eine über die vorerwähnte Funktion (Halten des Lastaufnahmemittels bei ausfahrenden Führungsschienen) hinausgehende vorteilhafte Funktion, nämlich die Verhinderung der Schlaffseilbildung beim Abfahren des Lastaufnahmemittels. Wird der Steuerschieber für die Betätigung des Motors für die Lastwinde in Stellung "Abfahren" verbracht, so arbeitet der Hydraulikmotor für die Lastwinde wiederum in einem freien Umlauf, der jedoch nunmehr durch andere Leitungen gebildet wird. Das Senk-Bremsventil ist jedoch wiederum in den geschlossenen Umlauf eingeschaltet. Der Hydraulikmotor wird erfindungsgemäß nicht aktiv angetrieben, sondern arbeitet als Pumpe und drückt die angesaugte Flüssigkeit über das Senk-Bremsventil in den Rücklauf. Wird die Strömungsgeschwindigkeit aufgrund einer zu hohen Zugkraft am Lastseil zu hoch, drosselt das in der Rücklaufleitung liegende Senk-Brensventil automatisch den Durchfluß und bremst das abfahrende Lastaufnahmemittel. Der Motor für dem Lastwindentrieb ist in der Schaltstellung "Abfahren" über den ihm zugeordneten Steuerschieber somit beidseitig an den Rücklauf angeschlossen, wobei gemäß der technischen Lehre nach Anspruch 4 sichergestellt ist, daß durch die Zuordnung einer entsprechend Leitung zwischen der das hydraulische System versorgenden Zahnradpumpe einerseits und den in einem Steuerblock zusammengefaßten Steuerschiebern andererseits bzw. zwischen den Steuerschiebern einerseits und dem Motor für des Lastwindenantrieb andererseits eine Leitung vorgesehen ist, über die jeweils die dem Lastwindenantrieb zugeordnete Haltbremse gelüftet werden kann, un ein - ggf. gegen einen vorgespannten Druck erfolgendes - Abdrehen der Seiltrommel des Lastwindenantriebes zu ermöglichen.

    [0016] Dies kann vorteilhaft gemäß der Lehre des Anspruches 5 erfolgen; hiernach ist in derjenigen Leitung, die un der Schaltstellung "Abfahren" des Motors für den Lastwindentrieb die Druckleitung bildet, eine Blende vorgesehen, über die der vor der Blende liegende Leitungsabschnitt auf beispielsweise 40 bar vorgespannt werden kann. Von dieser vorgenannten Leitung zweigt eine weitere Leitung ab, die zum Bremslüftzylinder der Sicherheitshaltebremse führt.

    [0017] Mit Bezug auf das Einfahren der Führungsschienen schlägt die Erfindung die Steuervorrichtung gemaß Merkmal c) und d) nach Anspruch 1 und Anspruch 3 vor. Hiernach wird bei Beaufschlagen des Hydraulikmotors für das Einfahren der Führungsschienen gleichzeitig der Motor für den Lastwindenantrieb im Sinne "Auffahren" beaufschlagt, d.h. das durch das Einfahren der Führungsschienen frei werdente Lasteil wird automatisch aufgewickelt. Die Beaufschlagung des Motors für die Lastwinde erfolgt wiederum erfindungsgemäß durch das Senk-Bremsventil.

    [0018] Ein in den Rücklauf des Hydraulikmotors für das Einfahren der Schienen eingeschaltetes Drosselventil regelt das gesteuerte Einfahren der Schienen, d.h. eine bestimmte Einfahrgeschwindigkeit kann nicht überschritten werden.

    [0019] Mit der vorstehend beschriebenen Lehre nach den Ansprüchen 1-5 ist sowohl ein gesteuertes Halten des Lastaufnahmemittels beim Ausfahren der Führungsschienen (sogenannte Schlitten-Null-Stellung) als auch eine Verhindering der Schlaffseilbildung mit Bezug auf das Lastseil und das Seil zum Teleskopieren beim Einfahren der Führungsschienen, wie nach dem Aufsetzen des Lastaufnahmemittels auf den unteren Endanschlag als auch eine Sicherung gegen zu schnelles Einfahren der Führungsschienen aufgrund ihres Eigengewichtes sowie schließlich eine Sicherung gegen zu schnelles Absinken der Last in der Schaltstellung "Abfahren" des Lastwindenantriebes unabgängig von der Betätigung des Antriebes für das Teleskopieren der Führungsschienen erreichbar.

    [0020] Die Erfindung wird nach nachfolgend anhand eines Hydraulik-Schaltplanes näher erläutert.

    [0021] Wie ersichtlich, fördert die mit 1 bezeichnete Zahnradpumpe aus dem Tank 24 über die Leitung 27 die Druckflüssigkeit (beispielsweise mit einem Druck von 120 bar) zu den als 4/3-Wege-Ventilen ausgebildeten Steuerschiebern 3, 11 und 18, welche in einem Steuerblock 2 zusammengefaßt sind.

    [0022] Der Steuerschieber 3 dient der Beaufschlagung des hydraulischen Motors 4 für den Antrieb der Lastwinde 33; der Steuerschieber 11 der Beaufschlagung des Motors 14 für das Ein- und Ausfahren der Führungsschienen und der Steuerschieber 18 der Beaufschlagung des Zylinders 19 für das Heben und Senken des gesamten Teleskopauslegers.

    [0023] In der dargestellten Schaltstellung b der Steuerschieber fördert die Zahnradpumpe 1 den Tank, d.h. es wird kein Verbraucher beaufschlagt.

    [0024] Wird der Steuerschieber 3 in die Schaltstellung a verbracht, so gelangt die Druckflüssigkeit von der Zahnradpumpe 1 über die Leitung 27 und das Rückschlagventil 37 und die Leitung 28 über das Senk-Bremsventil 5 zum Hydraulikmotor 4. Da gleichzeitig in der Leitung 25 Druck ansteht, welcher auf den Bremslüftzylinder 7 der Sicherheitshaltebremse 8 wirkt, kann der Hydraulikmotor 4 die Lastwinde 33 im Sinne von "Auffahren" der Last antreiben.

    [0025] Wird hingegen der Steuerschieber 3 in die Schaltstellung c verbracht, so gelangt die von der Zahnradpumpe 1 kommende Druckflüssigkeit über das Rückschlagventil 37 in die Leitung 26, in der eine Blende 9 vorgesehen ist, welche den Druck in der Leitung vor der Blende auf beispielsweise 40 bar vorspannt. Dieser Druck reicht aus, um über die Leitung 25 in der vorbeschriebenen Weise die Sicherheitshaltebremse 8 zu lüften. Der hinter der Blende liegende Leitungsabschnitt der Leitung 26 ist in dieser Situation über das Rückschlagventil 10 an den Rücklauf angeschlossen. Der Hydraulikmotor 4 befindet sich somit in einem geschlossenen Umlauf und ist beidseitig an den Rücklauf angeschlossen. Da er durch die Last von dem ablaufenden Seil angetrieben wird, arbeitet er als Pumpe, d.h. die Flüssigkeit wird aus der Leitung 6 angesaugt und gegen die den freien Durchfluß gewährende Strömungsrichtung eines Senk-Bremsventils 5 in die Leitung 28 und von dort zurück in die Leitung 6 bzw. zum Tank 24 gedrückt. Erhöht sich in Folge zu hohen Gewichtes des Lastaufnahmemittels die Zugkraft an der Lastwinde 33 und damit am Motor 4, wird aufgrund der höheren Strömungsgeschwindigkeit das Durchflußvermögen in Senk-Bremsventil 5 reduziert (was durch die Drossel 29 dargestellt ist) und das absinkende Lastaufnahmemittel gebremst.

    [0026] In der Schaltstellung a des Steuerschiebers 11 werden die teleskopierbaren Führungsschienen des Schrägaufzuges ausgefahren. Dabei durchfließt die von der Zahnradpumpe 1 kommende Druckflüssigkeit das Rücksclagventil 38, die Leitung 12 und gelangt über das Drossventil 13 zum Hydraulikmotor 14. Das Vorspannventil 40 in der Bypaßleitung 41 bleibt dabei geschlossen. Gleichzeitig steuert der in der Leitung 12 anstehende Druck über die Steuerleitung 15 das entsperrbare Rückschlagventil 10 auf. Dieses Rückschlagventil 10 liegt in einer Bypaßleitung, welche einen geschlossenen Umlauf bildet und aus einem Leitungsabschnitt der Leitung 28, einer Leitung 31, einer Leitung 32 mit einem auf etwa 40 bar vorgespannten Vorspannventil 16, einem Abschnitt der Leitung 6, dem Hydraulikmotor 4 sowie einem weiteren Leitungsabschnitt 39 zwischen dem Motor 4 und der Leitung 28 besteht, wobei in diesen Leitungsabschnitt 39 das Senk-Bremsventil 5 eingeschaltet ist.

    [0027] Da das Rückschlagventil 10 aufgesteuert ist, kann der Hydraulikmotor 4 frei abdrehen, wobei lediglich die Vorspannung des Vorspannventils 16 zu überwinden ist. Dies bedeutet, daß die Lastwinde 33 gebremst Seil abgeben kann, während die Führungsschienen ausfahren. Das Seil wird somit straff gehalten. Gleichzeitig wird verhindert, daß die letzte (innere) Teleskopschiene vor den anderen Schienen ausfahren kann, weil sie mit einer Rückhalekraft von etwa 40 bar, die auf die Umlenkrolle am oberen Ende der letzten Schiene wirkt, daran gehindert wird.

    [0028] In der Schaltstellung a des Steuerschiebers 11 ist grundsätzlich davon auszugehen, daß sich das Lastaufnahmemittel am unteren Ende des Schrägaufzuges befindet. Sollte dies nicht der Fall sein, wird sich das Lastaufnahmemittel langsam absenken; wird die Sinkgeschwindigkeit in Folge zu hoher Last zu groß, wird sich der Durchströmquerschnitt des Senk-Bremsventils 5 entsprechend verkleinern und das Lastaufnahmemittel automatisch abbremsen.

    [0029] Die vom Motor 14 abfließende Druckflüssigkeit gelangt über das geöffnete Rückschlagventil im Drossel-Rückschlagventil 42 im Leitungsabschnitt 43 zum Tank 24.

    [0030] Bei Betätigen des Steuerschiebers 11 in Schaltstellung cwerden die Führungsschienen eingefahren. Dabei fließt die von der Zahnradpumpe 1 kommende Druckflüssigkeit über die Leitung 30 zum Hydraulikmotor 14 und treibt diesen im Sinne "Einfahren" an. Der Motor 14 dreht sich also im Sinne "Seilabwickeln". Die Abwärtsbewegung der Schienen erfolgt unter Überwindung der Reibung durch das Eigengewicht, d.h. der Antieb des Motors 14 erfolgt nur, damit die Schienen beim Einfahren nicht zusätzlich die innere Reibung des Motors überwinden müssen. Im Leitungsabschnitt 43 ist ein Drosselrückschlagventil vorgesehen, wobei in der Schaltstellung c das Rücksciagventil schließt und die Druckflüssigkeit durch die Drossel strömt. Das Vorspannventil 40 in der Bypaßleitung 41 ist nur so geringfügig vorgespannt, daß dem Motor 14 nur soviel Druckflüssigkeit zugeführt wird, wie er zur Überwindung der Eingenreibung benötigt (Schwimmstellung). Der Motor 14 dreht somit nur nach Maßgabe der einfahrenden Schienen ab (Schlaffseilsicherung des Schienenantriebes). Über die nunmehr die Rücklaufleitung bildende Leiting 12, in die das Drosselventil 13 eingeschaltet ist, ist sichergestellt, daß eine bestimmte Einfahrgeschwindigkeit der Schienen nicht überschritten werden kann. Die überschüssige Druckflüssigkeit wird über die Leitung 30 und die in der Leitung 35 angeordnete Drossel 23 direkt in die Rücklaufleitung 36 geführt.

    [0031] Gleichzeitig steht der Druck der Zahnradpumpe 1 in der Leiting 34 an, d.h. das Rückschlagventil 17 ist geöffnet, so daß die Druckflüssigkeit über das Senk-Bremsventil 5 zum Hydraulikmotor 4 gelangen kann. Der Hydraulikmotor4wird im Sinne von "Seilaufwickeln" angetrieben, d.h. beim Einfahren der Führungsdschienen wird das Seil von der Lastwinde automatisch eingeholt. Ausgangsseitig ist der Hydraulikmotor 4 hierbei über die Leitung 6 an den Rücklauf angeschlossen.

    [0032] Der Steuerschieber 18 dient der Betätigung des Zylinders 19, mit dessen Hilfe die Schräglage der Führungsschienen bestimmt werden kann. Ein im Zylinderboden eingebautes entsperrbares Rückschlagventil 20 schließt den Rückfluß der Druckflüssigkeit ab. Bei Beaufschlagung der Kolbenstangenseite wird über die Steuerleitung 21 das Rückschlagventil 20 geöffnet, so daß der Kolben eingefahren werden kann.

    [0033] Mit 22 ist ein Druckbegrenzungsventil bezeichnet, über das die gesamte Hydraulikanlage abgesichert ist.


    Ansprüche

    1. Steuervorrichtung für die Betätigung eines hydraulischen Seilwindenantriebes für ein an mehreren Führungsschienen eines Schrägaufzuges verfahrbares Lastaufnahmemittel (Lastwindenantrieb) sowie für die Betätigung eines hydraulischen Seilwindenantriebes für das Teleskopieren der Führungsschienen (Teleskopschienenantrieb) gekennzeichnet durch folgende Merkmale:

    a) der Motor (4) (Lastwidenantrieb) ist in der Schaltstellung "Abfahren" über den Steuerschieber (3) beidseitig an den Rücklauf angeschlossen und weist ausgangsseitig ein Senk-Bremsventil (5) auf, welches bei Ueberschreiten einer vorgewählten Durchflußmenge auf der Ausgangsseite des als Pumpe arbeitenden Motors (4) den druckseitigen Flüssigkeitsstrom reduziert;

    b) dem Seilwindenantrieb (Motor 14) für das Teleskopieren der Führungsschienen ist eine von dessen Pumpenleitung (12) abzweigende Steuerleitung (15) zugeordnet, über die ein einen geschlossenen, regelbaren Umlauf des Seilwindenantriebes (Motor 4) für das Lastaufnahmemittel sperrendes Rückschlagventil (10) beim Teleskopieren der Führungsschienen (Ausfahren) aufsteuerbar ist;

    c) zwischen der beim Einfahren der Teleskopschienen die Druckleitung bildenden Leitung (30) des Motors (14) (Teleskopschienenatrieb) und der den Rücklauf bildenden Leitung (12) ist eine Bypaßleitung (41) angeordnet, in der ein zum Rücklauf öffnendes Vorspannventil (40) vorgesehen ist, wobei in der Leitung (30) zwischen der Bypaßleitung (41) und dem Motor (14) ein Drossel ventil (42);

    d) die beim Einfahren der Teleskopschüsse die Eingangsseite des Motors (14) (Schienenantrieb) bildene Leitung (30) steht über einen ein Rückschlagventil (17) aufweisenden Leitungsabschnitt (34) mit der Leitung (28) des Motors (Lastwindenanatrieb) in Verbindung, derart, daß der ausgangsseitig an den Rücklauf angeschlossene Motor (4) im Sinne "Auffahren" angetrieben wird.


     
    2. Steuervorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der geschlossene, vorgespannte Umlauf des beim Ausfahren des Führungsschienen als Pumpe arbeitenden Seilwindenantriebes (Motor 4) für das Lastaufnahmemittel aus einem eingangsseitig der Pumpe angeordneten Abschnitt der Rücklaufleitung (6), einem ausgangsseitig der Pumpe angeordneten Abschnitt der Leitung (28), in deren Leitungsabschnitt (39) ein Senk-Bremsventil (5) eingeschlatet ist, weiter einem von der Leitung (28) abzweigenden Leitungsabschnitt (31), in den ein aufsteuerbares Rückschlagventil eingeschaltet ist und einer zum Leitungsabschnitt (6) zurückführenden Leitung (32), welche ein Vorspannventil (16) aufweist, besteht.
     
    3. Steuervorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in den Leitungsabschnitt (35) der Leitung (30) eine den Leitungsabschnitt (35) mit dem Rücklauf (36) verbindende Drossel (23) eingeschlatet ist.
     
    4. Steuervorrichtung nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Pumpe (1) und den in einem Steuerblock (2) zusammengefaßten Steuerschiebern (3, 11) bzw. zwischen Steurschieber und Motor (4) eine zum Bremslüftzylinder (7) der Sicherheitshaltebremse (8) der Lastwinde (33) des Motors (4) führende Druckleitung (25) vorgesehen ist.
     
    5. Steuervorrichtung nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, daß in der in der Schaltstellung "Abfahren" die Druckleitung bildende, vom Steuerschieber (3) zum Motor (4) (Lastwindenantrieb) führenden Leitung (26) eine Blende (9) angeordnet ist, derart, daß über der vor der Blende liegenden Abschnitt der Leitung (26) die Sicherheitshalterbremsae (8) des Motors (4) (Lastwindenantrieb) gelüftet wird und der hinter der Blende liegende Abschnitt der Leitung (26) mit dem Rücklauf verbunden ist.
     


    Revendications

    1. Dispositif de commande destiné à actionner un mécanisme hydraulique d'entraînement d'un treuil à câble pour un porte-charge (mécanisme d'entraînement du treuil de charge), se déplaçant le long de plusieurs rails de guidage d'un élévateur oblique ainsi qu'à actionner un mécanisme hyraulique d'entraînement d'un treuil à câble pour la commande télescopique des rails de guidage (mécanisme d'entrainement des rails télescopiques), caractérisé par les caractéristiques suivantes:

    a) le moteur (4) (mécanisme d'entraînement du treuil de charge est raccordé, en position "descente", des deux côtés au retour, par l'intermédiaire de la vannepilote (3), et comporte, côté sortie, une vanne de freinage de descente (5) qui, en cas de dépassement d'un débit présélectionné, réduit le flux de liquide côté refoulement, sur le côté sortie du moteur (4) fonctionnant comme une pompe;

    b) au mécanisme d'entraînement du treuil à câble (moteur 14) pour la commande télescopique des rails de guidage, est associée une conduite de commande (15), dérivée de sa conduite de pompe (12), par laquelle on peut commander un circuit fermé, réglable, du mécanisme d'entraînement du treuil à câble (moteur 4) pour la vanne de retenue (10), bloquant le porte-charge, lors de la commande télescopique des rails de guidage (sortie);

    c) entre la conduite (30) du moteur (14) (mécanisme d'entraînement des rails télescopiques), formant la conduite de refoulement, lors de la rentrée des rails télescopiques, et la conduite (12) formant le retour, est placée une conduite de retour (41) dans laquelle on prévoit une vanne de précontrainte (40), ouvrant sur la retour, une vanne d'étranglement (42) étant placée dans la conduite (30), entre la conduite de dérivation (41) et le moteur (14);

    d) la conduite (30), formant le côté entrée du moteur (14) (mécanisme d'entrânement des rails), lors de la rentrée des tronçons télescopiques, communique avec la conduite (28) du moteur (mécanisme d'entraînement du treuil de charge), par une portion de conduite (34) comportant une vanne de retenue (17), de manière que le moteur (4), raccordé côté sortie au retour, soit entraîne dans le sens de la "montée".


     
    2. Dispositif de commande selon la revendication 1, caractérisé en ce que le circuit fermé, précontraint, du mécanisme d'entraînement du treuil à câble (moteur 4) pour le porte-charge, fonctionnant comme une pompe, lors de la sortie des rails de guidage, est constitué d'une section de la conduite de retour (6), placée côté entrée de la pompe, d'une section de la conduite (28), placée côté sortie de la pompe, dans la section (39) de laquelle est montée une vanne de freinage de descente (5), d'une section de conduite (31) dérivée de la conduite (28), dans laquelle est montée une vanne de retenue commandée et d'une conduite (32) retournant à la section de conduite (6) et qui comporte une vanne de précontrainte (16).
     
    3. Dispositif de commande selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'on monte dans la section 35 de la conduite (30), une vanne d'étranglement (23), reliant la section (35) au retour (36).
     
    4. Dispositif de commande selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce qu'on prévoit dans des vannes pilotes (3, 11), regroupées en un bloc de commande (2), ou entre les vannes pilotes et le moteur (4), une conduite de refoulement (25) menant au cylindre de relevage de frein (7) du frein de sûreté (8) du treuil de charge (33) du moteur (4).
     
    5. Dispositif de commande selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce qu'on place un obturateur (9) dans la conduite (26) formant, en position "descente", la conduite de refoulement, menant de la vanne pilote (3) au moteur (4) (mécanisme d'éntraînement du treuil de charge), de manière que le frein de sûreté (8) du moteur (4) (mécanisme d'entraînement du treuil de charge), soit relevé, par l'intermédiaire de la section de la conduite (26), située en amont de l'obturateur, et de manière que la section de la conduite (26) située derrière l'obturateur, soit reliée au retour.
     


    Claims

    1. Control device for the actuation of a hydraulic rope winch drive for a load-carrying means (load winch drive) which can be driven on a plurality of guide rails of a sloping elevator and for the actuation of a hydraulic rope winch drive for the telescoping of the guide rails (telescope rail drive), characterised by the following features:

    a) the motor (4) (load winch drive) is connected on both sides to the return in the switch position "drive down" via the control slide (3) and has at its output side a lowering brake valve (5) which, when a preselected through-flow is exceeded on the output side of the motor (4) working as a pump, reduces the flow of liquid on the pressure side;

    b) the rope winch drive (motor 14) for the telescoping of the guide rails is assigned a control lead (15) branching off from its pump lead (12), via which control lead a non-return valve (10) blocking a closed controllable rotation of the rope winch drive (motor 4) for the load-carrying means can be actuated during the telescoping of the guide rails (extension);

    c) arranged between the lead (30) of the motor (14) (telescope rail drive) forming the pressure lead when the telescope rails are retracted and the lead (12) forming the return is a bypass lead in which a prestressing valve (40) is provided which opens for the return, a throttle valve (42) [lacuna] in the lead (30) between the bypass lead (41) and the motor (14);

    d) the lead (30) forming the input side of the motor (14) (rail drive) when the telescope runners are retracted is connected via a lead section (34) having a non-return valve (17) to the lead (28) of the motor (load winch drive) in such a way that the motor (4) connected on the output side to the return is driven in the direction "drive up".


     
    2. Control device according to Claim 1, characterized in that the closed, prestressed rotation of the rope which drive (motor 4) for the load-carrying means which works as a pump when the guide rails are extended consists of a section of the return lead (6) arranged on the input side of the pump, a section of the lead (28) arranged on the output side of the pump, in the lead section (39) of which lead a lowering brake valve (5) is inserted, also a lead section (31) branching off from the lead (28), in which lead section an actuable non-return valve is inserted and lead (32) returning to the lead section (6), which lead has a prestressing valve (16).
     
    3. Control device according to Claim 1, characterized in that a throttle (23) connecting the lead section (35) to the return (36) is inserted in the lead section (35) of the lead (30).
     
    4. Control device according to one of Claims 1-3, characterized in that a pressure lead (25) leading to the brake lifting cylinder (7) of the safety holding brake (8) of the load winch (33) of the motor (4) is provided between the pump (1) and the control slides (3, 11) combined in one control block (2) or between the control slide and the motor (4).
     
    5. Control device according to one of Claims 1-4, characterized in that, in the lead (26) forming the pressure lead in the switch position "drive down" and leading from the control slide (3) to the motor (4) (load winch drive), a diaphragm (9) is arranged in such a way that the safety holding brake (8) of the motor (4) (load winch drive) is lifted via the section of the lead (26) located in front of the diaphragm, and the section of the lead (26) located behind the diaphragm is connected to the return.
     




    Zeichnung