(19)
(11) EP 0 377 817 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
18.07.1990  Patentblatt  1990/29

(21) Anmeldenummer: 89121964.4

(22) Anmeldetag:  28.11.1989
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5B27K 3/34, B27K 5/04
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE ES FR GB GR IT LI NL SE

(30) Priorität: 07.01.1989 DE 3900303

(71) Anmelder: Degussa Aktiengesellschaft
D-60311 Frankfurt (DE)

(72) Erfinder:
  • Lechner, Ulrike, Dr.
    D-6050 Offenbach (DE)
  • Deschler, Ulrich, Dr.
    D-6450 Hanau 9 (DE)
  • Witzel, Michael, Dr.
    D-6000 Frankfurt am Main (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Verfahren zum Imprägnieren von Holz


    (57) Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Imprägnieren von Holz mit siliciumorganischen Verbindungen der allgemeinen Formel
    R- Si(OR′)3′
    um die Wasseraufnahme von Holz herabzusetzen.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Imprägnieren von Holz mit siliciumorganischen Verbindungen.

    [0002] Aus der DE-OS 2 922 343 ist ein Imprägniermittel für cellulosehaltiges Material bekannt, das aus einem Gemisch von Alkyltrialkoxysilanen, Chelaten oder Alkoholaten von Zinn oder ähnlichen Elementen und Kieselsäurereestern besteht.

    [0003] Es wird dort beschrieben, daß Alkyltrialkoxysilane allein keine hydrophobierende Wirkung auf Holz ausüben.

    [0004] Aufgabe der Erfindung ist es, ein einfach zusammgesetztes Mittel für die Imprägnierung von Holz zu finden.

    [0005] Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zum Imprägnieren von Holz mit siliciumorganischen Verbindungen, dadurch gekennzeichnet, daß man das Holz mit der Lösung eines oder mehrerer Alkyltrialkoxysilane(s) der Formel
    R-Si(OR²)₃ behandelt,
    in der bedeuten: R einen Alkylrest mit 3 bis 18 C-Atomen und R′ einen Alkylrest mit 1 bis 4 C-Atomen, und es anschließend bei 40 bis 90 oC, bevorzugt 60 bis 85 oC, trocknet.

    [0006] Bevorzugt eingesetzt werden Alkyltrialkoxysilane, bei denen R für einen Alkylrst mit 3 bis 8 C-Atomen steht, und R′ Methyl oder Ethyl bedeutet. Einsetzbar sind auch die entsprechenden Ankondensationsprodukte.

    [0007] Es sind aprotische Lösungsmittel, wie z. B. Petrolether oder Testbenzin oder protisches Lösungsmittel, vor allem Alkohole, auch verdünnt mit Wasser oder Wasser allein, geeignet.

    [0008] Dabei werden die protischen Lösungsmittel bevorzugt und entsprechend der Löslichkeit der siliciumorganischen Verbindungen verwendet.

    [0009] Im allgemeinen verwendet man Alkohole mit 1 bis 4 C-Atomen allein oder im Gemisch miteinander.

    [0010] Die Organosilanverbindungen werden in Form von 5 bis 85 Gew.-%igen, bevorzugt 5 bis 25 Gew.-%igen, Lösungen auf das Holz aufgebracht.

    [0011] Dies kann durch Besprühen, Bestreichen oder auch Tauchen des zu imprägnierenden Holzes in die Imprägnier­lösung geschehen.

    [0012] Nach einer Einwirkzeit von im allgemeinen 5 bis 60 min unterzieht man das Holz bei 40 bis 90 oC, bevorzugt 60 bis 85 oC einer Wärmebehandlung.

    [0013] Die Zeitdauer hängt von der angewendeten Temperatur ab und beläuft sich im allgemeinen auf 30 min bis 5 h, insbesondere auf 1 bis 2 h bei ca. 80 oC.

    [0014] Anschließend stellt man eine deutlich reduzierte Wasseraufnahme des so behandelten Holzes fest.

    Beispiel



    [0015] Es werden Probewürfel mit einer Kantenlänge von ca. 2 cm aus Kiefernkernholz hergestellt und die Schutz­wirkung von Propyltrimethoxysilan (Si 103) und Octyltrimethoxysilan (Si 108) getestet.

    [0016] In 10 Kristallisierschalen (Höhe 4,5 cm, Durchmesser 7,5 cm) werden nach dem Wiegen und nach dem Kennzeichnen je 5 Holzklötzchen hineingelegt und mit einem Uhrglas abgedeckt, um einen Auftrieb zu verhindern. Jeweils 100 ml einer Silanmischung werden langsam am Rand der Gefäße hinzugefügt. Nach der gewünschten Einwirkungs­zeit werden die Proben entnommen, 2 h bei 80 oC getrocknet und erneut gewogen.

    [0017] Zur Feststellung der Wasseraufnahme lagert man die Holzklötzchen 60 min in einem Wasserbad von 20 oC und kontrolliert das Gewicht nach jeder Viertelstunde.

    [0018] Abbildung 1 gibt die Wasseraufnahme von drei Proben wieder: Der Blindprobe, der mit einer 10 %igen wässrigen Si 103 Lösung behandelten und der mit einer 10 %igen Si 108 Lösung in einem Waser/Isopropanol-Gemisch (2 : 8) behandelten Probe.

    [0019] Es zeigt sich eine deutliche Reduzierung der Gewichts­zunahme bei den imprägnierten Hölzern.


    Ansprüche

    Verfahren zum Imprägnieren von Holz mit silicium­organischen Verbindungen, dadurch gekennzeichnet, daß man das Holz mit der Lösung eines oder mehrerer Alkyltrialkoxysilane(s) der Formel
    R-Si(OR′)₃ behandelt,
    in der bedeuten: R einen Alkylrest mit 3 bis 18 C-Atomen und R′ einen Alkylrest mit 1 bis 4 C-Atomen, und es anschließend bei 40 bis 90 oC trocknet.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht