(19)
(11) EP 0 378 109 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
18.07.1990  Patentblatt  1990/29

(21) Anmeldenummer: 90100154.5

(22) Anmeldetag:  04.01.1990
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5A47C 27/14
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK ES FR GB GR IT LI NL SE

(30) Priorität: 10.01.1989 DE 8900196 U

(71) Anmelder: Lück, Werner
D-46395 Bocholt (DE)

(72) Erfinder:
  • Lück, Werner
    D-46395 Bocholt (DE)

(74) Vertreter: Habbel, Hans-Georg, Dipl.-Ing. 
Postfach 34 29
D-48019 Münster
D-48019 Münster (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Matratze unter Verwendung von Polsterkörpern aus Weichschaum


    (57) Die Erfindung betrifft eine Matratze unter Verwen­dung von Polsterkörpern (1, 5) aus Weichschaum mit wenig­stens einer Schaumstoffbahn mit im Abstand vonein­ander angeordneten, die Schaumstoffbahn geradlinig und ganz, d.h. von der Ober- bis zur Unterseite durchquerenden Stanzschnitten, wobei die Stanz­schnitte rechtwinklig zueinander angeordnet und senkrecht zur Oberfläche der Schaumstoffbahn geführt sind, wobei in einem Polsterkern (1) eine Ausnehmung (2) vorgesehen ist, in der ein aus zwei Schaumstoff­bahnen (3, 4) gebildeter Polsterkörper (5) angeordnet wird und die gesamte Liegefläche der Matratze von einem Pol­sterkörper (6) abgedeckt wird, der, in einem Bezug (9) an­geordnet, abnehmbar ist.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Matratze unter Verwendung von Polsterkörpern aus Weichschaum.

    [0002] Aus der EP-B1-236 668 ist ein Polsterkörper aus Weichschaum für den Bettwarenbereich, die Matratzen­industrie od. dgl. bekannt, wobei dieser Polsterkör­per im wesentlichen dadurch gebildet wird, daß mehrere Schaustoffbahnen miteinander verbunden sind, die beidseitig durch Gewebe-, Gewirke-, Vlies- oder Folienbahnen abgedeckt sind. Die Schaumstoffbahnen sind dabei mit im Abstand voneinander angeordneten, die Schaumstoffbahnen geradlinig und ganz, d.h. von der Ober- bis zur Unterseite durchquerenden Stanz­schnitten ausgerüstet, wobei diese Stanzschnitte rechtwinklig zueinander angeordnet sind und senk­recht zur Oberfläche der Schaumstoffbahnen geführt sind.

    [0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Ma­tratze zu schaffen, bei der die bekannten Polster­körper sinnvoll derart eingesetzt werden, daß die Matratze ein anotomisch richtiges Liegen ermöglicht. Außerdem soll sie sich durch progressiven Polster­aufbau dem persönlichen Gewicht stützend anpassen.

    [0004] Diese der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird durch die Lehre des Hauptanspruches gelöst.

    [0005] Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteran­sprüchen erläutert.

    [0006] Das so geschaffene vierlagige Verbundsystem ermög­licht eine ausgewogene, dauerhafte Stützkraft mit Federungseigenschaften, die den medizinischen Anfor­derungen nach gesundem Liegen entsprechen. Bei Band-­Kreuz- oder Nackenschmerzen bietet die neue Matratze eine wirksame Hilfe zum erholsamen Schlaf, weil die Wirbelsäule anatomisch richtig gelagert wird. Druck- oder Durchblutungsstörungen werden vermieden, weil eine Muldenbildung durch die einzigartige Punktela­stizität ausgeschlossen ist. Die Auflage und der Kern der Matratze geben dem Druck des Körpers nicht nur nach, sondern stützen und entspannen ihn an seinen empfindlichen Stellen. Die neue Matratze paßt sich der Wirbelsäule in den wechselnden Schlaflagen flexibel an. Die eingesetzten Polsterkörper nehmen der Matratze die Spannung, lassen die Luft frei zir­kulieren und sorgen somit für eine ständige Frische. Die eigentliche Polsterauflage ist abnehmbar und kochwaschbar. Diese ideale Reinigungsmöglichkeit ist in der häuslichen Krankenpflege ein nicht zu unter­schätzender Vorteil.

    [0007] Die Teilung der Matratze zwischen Auflage, Polster und Kern ermöglicht die Verwendung von wasserdichten Betteinlagen.

    [0008] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfol­gend anhand der Zeichnung erläutert.

    [0009] In der Zeichnung ist ein Matratzenausschnitt darge­stellt. Die Matratze besteht im wesentlichen aus einem Polsterkern 1, der im eigentlichen Liegebe­reich eine Ausnehmung 2 aufweist. In diese Ausneh­mung 2 wird ein Polsterkörper 5 eingesetzt, der aus zwei Schaumstoffbahnen 3 und 4 besteht, die mitein­ander durch punktförmige oder strichförmige ma­terialschlüssige Verbindungsstellen verbunden sind, wobei die Schaumstoffbahn 3 zudem in gleicher Weise mit der Oberseite der Ausnehmung 2 verbunden ist.

    [0010] Die Schaumstoffbahnen 3 und 4 weisen die geradlini­gen und die Schaumstoffbahnen ganz durchsetzenden Stanzschnitte auf.

    [0011] Die so gebildete Einheit wird von einer Vliesumhül­lung 7 umgeben und zusammengefaßt.

    [0012] Die Vliesumhüllung 7 wird von einem abnehmbaren Jerseybezug 8 umgeben, der damit waschbar und aus­wechselbar ist.

    [0013] Nach außen hin ist wiederum eine Schaumstoffbahn 6 vorgesehen ist, die somit einen Polsterkörper bildet, wobei diese Schaumstoffbahn 6 ebenfalls die geradlinigen und sie ganz durchquerenden Stanz­schnitte aufweist. An der Unterseite der Schaum­stoffbahn 6 ist ein Jerseybezug 10 vorgesehen und die Außenseite der Schaumstoffbahn 6 wird von einem Wirkfrottierbezug 9 umgeben, der liegefreundlich ist. Der Wirkfrottierbezug 9 ist mit dem Jerseybezug 10 über Stepplinien 12 verbunden, wodurch auch die Schaumstoffbahn 6 eingefaßt wird. Nicht dargestellt ist die Möglichkeit, daß die Einheit aus Bezug 9, Bezug 10 und Schaumstoffbahn 6 abnehmbar ausgebildet ist. Zwischen die Schaumstoffbahn 6 und die sich darunter befindende Matratze kann eine wasserdichte Einlage 11 eingeschoben werden. Somit ist diese Ma­tratze z. B. auch für die Altenpflege und insbeson­dere die häusliche Altenpflege besonders gut geeig­net, da die empfindlichen Teile leicht waschbar sind und das Einsetzen der wasserdichten Einlage problem­los möglich ist.

    [0014] Vorzugsweise bestehen die Schaumstoffbahnen aus einem Polyurethanschaumstoff, in dem die Stanz­schnitte vorgesehen sind. Zur Verdeutlichung des Aufbaues der erfindungsgemäßen Matratze wird darauf hingewiesen, daß beispielsweise der Polsterkern ein Raumgewicht von 40 kg/cbm aufweisen kann, die Schaumstoffbahn 3 ein Raumgewicht von 30 kg/cbm, die Schaumstoffbahn 4 ein Raumgewicht von 22 kg/cbm und die Schaumstoffbahn 6 ein Raumgewicht von 21 kg/cbm aufweisen kann.

    [0015] Die Jerseybezüge bestehen aus 100 % Baumwolle und der Wirkfrottierbezug 9 aus einem Wirkfrottier mit 30 % Polyesteranteil.


    Ansprüche

    1. Matratze unter Verwendung von Polsterkörpern aus Weichschaum mit wenigstens einer Schaum­stoffbahn mit im Abstand voneinander angeord­neten, die Schaumstoffbahn geradlinig und ganz, d.h. von der Ober- bis zur Unterseite durchquerenden Stanzschnitten, wobei die Stanzschnitte rechtwinklig zueinander ange­ordnet und senkrecht zur Oberfläche der Schaumstoffbahn geführt sind, dadurch gekenn­zeichnet, daß in einem Polsterkern (1) eine Ausnehmung (2) vorgesehen ist, in der ein aus zwei Schaumstoffbahnen (3, 4) gebildeter Pol­sterkörper (5) angeordnet ist und die gesamte Liegefläche der Matratze von einem Polster­körper (6) abgedeckt wird, der, in einem Be­zug angeordnet, abnehmbar ist.
     
    2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn­zeichnet, daß die untere Schaumstoffbahn (3) des Polsterkörpers (5) punkt- oder strichför­mig materialschlüssig mit der Oberseite der Ausnehmung (2) verbunden ist und die obere Schaumstoffbahn (4) durch punktförmige oder strichförmige materialschlüssige Verbindungs­stellen mit der Schaumstoffbahn (3) verbunden ist.
     
    3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Polsterkern (1) und der Polsterkörper (5) von einer Vliesumhül­lung (7) umhüllt sind.
     
    4. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vor­ hergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeich­net, daß die Vliesumhüllung (7) von einem abnehmbaren Textilbezug (8) umhüllt ist.
     
    5. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vor­hergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeich­net, daß der Polsterkörper (6) an seiner Außenseite durch einen körperfreundlichen Be­zug (9) umhüllt ist, der wenigstens die Ober- und die Randseiten der Matratze abdeckt und abnehmbar ausgebildet ist.
     
    6. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vor­hergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeich­net, daß an der Unterseite des Polsterkörpers (6) ein Textilbezug (10) vorgesehen ist und der Bezug (9) mit dem Bezug (10) punkt- und/oder linienförmig versteppt ist.
     
    7. Matratze nach einem oder mehreren der vorher­gehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Polsterkörper (6) und dem Polsterkörper (5) eine wasserdichte Einlage (11) eingesetzt ist.
     
    8. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vor­hergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeich­net, daß der Bezug (9) als Wirkfrottierware ausgebildet ist.
     
    9. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vor­hergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeich­net, daß der Bezug (10) und der Bezug (8) als Jersey-Bezug ausgebildet sind.
     
    10. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vor­hergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeich­net, daß die Schaumstoffbahn (3) ein höheres Raumgewicht als die Schaumstoffbahn (4) auf­weist.
     
    11. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vor­hergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeich­net, daß die Schaumstoffbahn (6) ein niedri­geres Raumgewicht als die Schaumstoffbahn (4) aufweist.
     
    12. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vor­hergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeich­net, daß der Polsterkern (1) ein höheres Raumgewicht als die Schaumstoffbahn (3) auf­weist.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht