(19)
(11) EP 0 378 252 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
18.07.1990  Patentblatt  1990/29

(21) Anmeldenummer: 90105421.3

(22) Anmeldetag:  03.06.1986
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5B28D 1/18
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR GB IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 03.06.1985 AT 1675/85

(62) Anmeldenummer der früheren Anmeldung nach Art. 76 EPÜ:
86890162.0 / 0211821

(71) Anmelder: Stracke, Markus
A-1080 Wien (AT)

(72) Erfinder:
  • Stracke, Markus
    A-1080 Wien (AT)

(74) Vertreter: Gibler, Ferdinand, Dipl.Ing. Dr. techn. 
Dorotheergasse 7/14
1010 Wien
1010 Wien (AT)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
     
    Bemerkungen:
    Diese Anmeldung is am 22 - 03 - 1990 als Teilanmeldung zu der unter INID-Kode 60 erwähnten Anmeldung eingereicht worden.
     


    (54) Vorrichtung zur Herstellung von Bauteilen


    (57) Fräsverfahren für Leichtbetonteile, wobei in Leichtbeton­teile (1), wie z.B. Polystyrolschaumbeton mit einem Raumgewicht von ca. 0,2 bis 0,4, ein Gesimsprofil (6,7) mit als Fräser die­nenden rotierenden Blechen (5) in einem Arbeitsgang eingearbeitet wird.


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Fräsverfahren für Leicht­betonteile.

    [0002] Aus der DE-A-1 801 337 ist es bekannt, geradlinig begrenzte Profile wie z.B. Nuten auch in Gasbetonbauteile mittels eines Fräsers einzuarbeiten. Dieser Fräser ist dem Fräser der spanabhebenden Materialbearbeitung im Maschinenbau nachgebil­det, indem er über seinen Umfang verteilt eine Vielzahl von Fräsmesser eingesetzt hat.

    [0003] Die Einarbeitung von vielgestaltigen und komplizierten Pro­filformen, wie z.B. Fassaden zugehöriger Gesimsprofile, ist zwar theoretisch mit nach der Frästechnik des Maschinenbaus ausgebildeten Fräsern möglich, jedoch zufolge der dann ent­stehenden hohen Werkzeugkosten nicht mit einem wirtschaftlich vertretbaren Aufwand.

    [0004] Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Fräsverfahren, eine Fräsvorrichtung und einen Fräser anzugeben, mit welchem im Rahmen eines wirtschaftlichen Arbeitsverfahren kostengünstig beliebig gestaltete Gesimsprofile in Leichtbetonbauteile ein­gearbeitet werden können.

    [0005] Das erfindungsgemäße Fräsverfahren für Leichtbetonbauteile besteht darin, daß in Leichtbetonteile, wie z.B. Polystyrol­schaumbeton mit einem Raumgewicht von ca. 0,2 bis 0,4, ein Gesimsprofil mit als Fräser dienenden rotierenden Blechen in einem Arbeitsgang eingearbeitet wird. Zunächst war es überra­schend, daß es mit rotierenden Blechen möglich ist, Leichtbe­tonbauteile dieser Beschaffenheit schnell und mit sauberer und genauer Profilform überhaupt herstellen zu können und noch dazu in einem Arbeitsgang. Die sich hieraus ergebende Wirtschaftlichkeit macht es überhaupt erst möglich, Ge­simsprofile für Fassaden rationell herzustellen.

    [0006] Zu einer erhöhten Sauberkeit und Genauigkeit des hergestell­ten Profiles kann in Weiterbildung des erfindungsgemäßen Fräsverfahrens gemäß dem Merkmal des Anspruches 2 vorgegangen werden.

    [0007] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Durchführung des Fräs­verfahrens ist durch die Merkmale des Anspruches 3 gekenn­zeichnet. Dadurch, daß die Außenkonturen der Bleche spiegel­bildlich dem Umriß des Gesimsprofiles entsprechen, kann bei geringen Herstellungskosten für den Fräser das Gesimsprofil in einem Arbeitsgang hergestellt werden. Hiedurch ist es auch möglich, Bogengesimsteile mit demselben Werkzeug herzustellen wie gerade Gesimsteilstücke.

    [0008] Eine technologisch besonders einfach realisierbare Ausfüh­rungsform des erfindungsgemäßen Fräsers ist Gegenstand des Anspruches 4. Auch ermöglicht diese Fräserform ein schnelles Umrüsten auf andere Profilformen.

    [0009] Eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Fräsvor­richtung ist Gegenstand des Anspruches 5. Die Einstellung für die Herstellung anderer Profile, nach Einschieben des dafür vorgesehenen Fräsbleches ist daher ungewöhnlich schnell und ohne größeren Kostenaufwand möglich.

    [0010] Die Herstellung der Fassadenformkörper erfolgt so, daß in V-­förmige Rinnen eine Leichtbetonmasse eingebracht wird. Diese Leichtbetonmasse besteht zum großen Teil aus geschäumten Kunststoffen, z.B. Polystyrolschaumstoff, Partikelgröße 2-7 mm, und zum kleinen Teil aus Zement und Wasser. Dabei sind Rohdichten von 0,2 bis 0,4 erzielbar. Die physikalischen Ei­genschaften dieser Masse sind erstaunlich gut, z.B. nicht spröde, absolut frostsicher, feuersicher, extrem leichte Be­arbeitbarkeit und extrem wärmedämmend. Wärmeleitzahl: Lamda 0,06 bis 0,08 W/mh°K. Nach Erhärten am nächsten Tag wird der Fassadenelementrohling 1 durch eine in der Zeichnung darge­stellte Fräsvorrichtung mittels z.B. eines Vorschubschiebers 11 längs der Führung 12 geschoben. Die Vorschubrichtung 2 wird bei Bogengesimsteilen auf gekrümmter Bahn vorgenommen. Die Fräsvorrichtung kann aufgrund der guten Bearbeitbarkeit des Rohlings nach sehr einfachem Prinzip arbeiten:

    [0011] Eine oder mehrere horizontale Wellen 3 erhalten jeweils einen durch deren Mitte gehenden Längsschlitz 4 wobei in den Längs­schlitz, z.B: Schlitzlänge 1 m, Schlitzstärke 4 mm, das je­weilige Formprofilblech 5 z.B. 4 mm stark, welches an seinen Außenkonturen mit den Gesimskonturen 6 spiegelgleiche Umrisse 7 aufweist, durchgeschoben und mittig befestigt wird.

    [0012] Die gegenläufig, zur Vorschubrichtung 2 sich drehende (Pfeil 13) Fräswelle 3 ist an beiden Lagerungen durch Hängespindeln pendelnd aufgehängt, sodaß außer horizontaler Hin- und Herbe­wegung (Pfeil 8) der Welle auch Auf- und Abbewegungen (Pfeil 9) der Welle sowie auch Schrägstellungen in beliebiger Art, zwecks Positionierung, möglich sind. Nach Positionierung der Fräswelle 3 werden die Lagerschilder am vertikalen Halte­rungsgerüst jeweils fixiert. Die Einstellung für die Herstel­lung anderer Profile, nach Einschieben des dafür vorgesehenen Fräsbleches 5 ist daher ungewöhnlich schnell und ohne großen Kostenaufwand möglich.

    [0013] Die Fassadenteile können mit dieser Vorrichtung an beliebigen Stellen profiliert werden, wobei nicht nur an deren Sicht­seite durch Abarbeitung des Teiles 10, sondern auch an der Elementoberseite und der Rückseite bestimmte Profilierungen möglich sind. An der Baukörperoberseite werden kleine Rinnen gefräst, die zur nachträglichen Füllung mit Schwerbeton und zur Aufnahme von dadurch rostgeschützten Armierungseisen die­nen.

    [0014] An der, dem Mauerwerk zugewandten Seite des Formkörpers kön­nen auch feine Rillen zur Aufnahme von größeren Klebemörtel­mengen vorgefräst sein.


    Ansprüche

    1. Fräsverfahren für Leichtbetonteile,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß in Leichtbetonteile, wie z.B. Polystyrolschaumbeton mit einem Raumgewicht von ca. 0,2 bis 0,4, ein Gesimsprofil mit als Fräser dienenden rotierenden Blechen in einem Arbeitsgang eingearbeitet wird.
     
    2. Verfahren nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Drehrichtung der Fräserwelle gegenläufig zur Vor­schubrichtung des zu bearbeitenden Leichtbetonteiles gewählt wird.
     
    3. Vorrichtung zur Durchführung des Fräsverfahrens nach Anspruch 1 oder 2, mit einer Haltevorrichtung für den zu bearbeitenden Gesimsteil und einen Fräser,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß der Fräser an den Außenkonturen mit gegenüber am Gesimsprofil spiegelgleichen Umrissen ausgebildete Bleche aufweist.
     
    4. Vorrichtung nach Anspruch 3,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß bei Verwendung von lediglich zwei Blechen diese ein­stückig ausgebildet, in einen Schlitz der Fräswelle ein­geschoben und dort, insbesondere im Bereich der Blech-Symme­trieebene, festgelegt sind.
     
    5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 oder 4,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Fräserwelle derart gelagert ist, daß der Fräser sowohl in Richtung der Welle hin- und herbewegbar, als auch senkrecht zur Welle auf- und abbewegbar und auch schrägstell­bar ist.
     




    Zeichnung