[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Fräsverfahren für Leichtbetonteile.
[0002] Aus der DE-A-1 801 337 ist es bekannt, geradlinig begrenzte Profile wie z.B. Nuten
auch in Gasbetonbauteile mittels eines Fräsers einzuarbeiten. Dieser Fräser ist dem
Fräser der spanabhebenden Materialbearbeitung im Maschinenbau nachgebildet, indem
er über seinen Umfang verteilt eine Vielzahl von Fräsmesser eingesetzt hat.
[0003] Die Einarbeitung von vielgestaltigen und komplizierten Profilformen, wie z.B. Fassaden
zugehöriger Gesimsprofile, ist zwar theoretisch mit nach der Frästechnik des Maschinenbaus
ausgebildeten Fräsern möglich, jedoch zufolge der dann entstehenden hohen Werkzeugkosten
nicht mit einem wirtschaftlich vertretbaren Aufwand.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Fräsverfahren, eine Fräsvorrichtung und einen
Fräser anzugeben, mit welchem im Rahmen eines wirtschaftlichen Arbeitsverfahren kostengünstig
beliebig gestaltete Gesimsprofile in Leichtbetonbauteile eingearbeitet werden können.
[0005] Das erfindungsgemäße Fräsverfahren für Leichtbetonbauteile besteht darin, daß in
Leichtbetonteile, wie z.B. Polystyrolschaumbeton mit einem Raumgewicht von ca. 0,2
bis 0,4, ein Gesimsprofil mit als Fräser dienenden rotierenden Blechen in einem Arbeitsgang
eingearbeitet wird. Zunächst war es überraschend, daß es mit rotierenden Blechen
möglich ist, Leichtbetonbauteile dieser Beschaffenheit schnell und mit sauberer und
genauer Profilform überhaupt herstellen zu können und noch dazu in einem Arbeitsgang.
Die sich hieraus ergebende Wirtschaftlichkeit macht es überhaupt erst möglich, Gesimsprofile
für Fassaden rationell herzustellen.
[0006] Zu einer erhöhten Sauberkeit und Genauigkeit des hergestellten Profiles kann in
Weiterbildung des erfindungsgemäßen Fräsverfahrens gemäß dem Merkmal des Anspruches
2 vorgegangen werden.
[0007] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Durchführung des Fräsverfahrens ist durch die
Merkmale des Anspruches 3 gekennzeichnet. Dadurch, daß die Außenkonturen der Bleche
spiegelbildlich dem Umriß des Gesimsprofiles entsprechen, kann bei geringen Herstellungskosten
für den Fräser das Gesimsprofil in einem Arbeitsgang hergestellt werden. Hiedurch
ist es auch möglich, Bogengesimsteile mit demselben Werkzeug herzustellen wie gerade
Gesimsteilstücke.
[0008] Eine technologisch besonders einfach realisierbare Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Fräsers ist Gegenstand des Anspruches 4. Auch ermöglicht diese Fräserform ein schnelles
Umrüsten auf andere Profilformen.
[0009] Eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Fräsvorrichtung ist Gegenstand
des Anspruches 5. Die Einstellung für die Herstellung anderer Profile, nach Einschieben
des dafür vorgesehenen Fräsbleches ist daher ungewöhnlich schnell und ohne größeren
Kostenaufwand möglich.
[0010] Die Herstellung der Fassadenformkörper erfolgt so, daß in V-förmige Rinnen eine
Leichtbetonmasse eingebracht wird. Diese Leichtbetonmasse besteht zum großen Teil
aus geschäumten Kunststoffen, z.B. Polystyrolschaumstoff, Partikelgröße 2-7 mm, und
zum kleinen Teil aus Zement und Wasser. Dabei sind Rohdichten von 0,2 bis 0,4 erzielbar.
Die physikalischen Eigenschaften dieser Masse sind erstaunlich gut, z.B. nicht spröde,
absolut frostsicher, feuersicher, extrem leichte Bearbeitbarkeit und extrem wärmedämmend.
Wärmeleitzahl: Lamda 0,06 bis 0,08 W/mh°K. Nach Erhärten am nächsten Tag wird der
Fassadenelementrohling 1 durch eine in der Zeichnung dargestellte Fräsvorrichtung
mittels z.B. eines Vorschubschiebers 11 längs der Führung 12 geschoben. Die Vorschubrichtung
2 wird bei Bogengesimsteilen auf gekrümmter Bahn vorgenommen. Die Fräsvorrichtung
kann aufgrund der guten Bearbeitbarkeit des Rohlings nach sehr einfachem Prinzip arbeiten:
[0011] Eine oder mehrere horizontale Wellen 3 erhalten jeweils einen durch deren Mitte gehenden
Längsschlitz 4 wobei in den Längsschlitz, z.B: Schlitzlänge 1 m, Schlitzstärke 4
mm, das jeweilige Formprofilblech 5 z.B. 4 mm stark, welches an seinen Außenkonturen
mit den Gesimskonturen 6 spiegelgleiche Umrisse 7 aufweist, durchgeschoben und mittig
befestigt wird.
[0012] Die gegenläufig, zur Vorschubrichtung 2 sich drehende (Pfeil 13) Fräswelle 3 ist
an beiden Lagerungen durch Hängespindeln pendelnd aufgehängt, sodaß außer horizontaler
Hin- und Herbewegung (Pfeil 8) der Welle auch Auf- und Abbewegungen (Pfeil 9) der
Welle sowie auch Schrägstellungen in beliebiger Art, zwecks Positionierung, möglich
sind. Nach Positionierung der Fräswelle 3 werden die Lagerschilder am vertikalen Halterungsgerüst
jeweils fixiert. Die Einstellung für die Herstellung anderer Profile, nach Einschieben
des dafür vorgesehenen Fräsbleches 5 ist daher ungewöhnlich schnell und ohne großen
Kostenaufwand möglich.
[0013] Die Fassadenteile können mit dieser Vorrichtung an beliebigen Stellen profiliert
werden, wobei nicht nur an deren Sichtseite durch Abarbeitung des Teiles 10, sondern
auch an der Elementoberseite und der Rückseite bestimmte Profilierungen möglich sind.
An der Baukörperoberseite werden kleine Rinnen gefräst, die zur nachträglichen Füllung
mit Schwerbeton und zur Aufnahme von dadurch rostgeschützten Armierungseisen dienen.
[0014] An der, dem Mauerwerk zugewandten Seite des Formkörpers können auch feine Rillen
zur Aufnahme von größeren Klebemörtelmengen vorgefräst sein.
1. Fräsverfahren für Leichtbetonteile,
dadurch gekennzeichnet,
daß in Leichtbetonteile, wie z.B. Polystyrolschaumbeton mit einem Raumgewicht von
ca. 0,2 bis 0,4, ein Gesimsprofil mit als Fräser dienenden rotierenden Blechen in
einem Arbeitsgang eingearbeitet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Drehrichtung der Fräserwelle gegenläufig zur Vorschubrichtung des zu bearbeitenden
Leichtbetonteiles gewählt wird.
3. Vorrichtung zur Durchführung des Fräsverfahrens nach Anspruch 1 oder 2, mit einer
Haltevorrichtung für den zu bearbeitenden Gesimsteil und einen Fräser,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Fräser an den Außenkonturen mit gegenüber am Gesimsprofil spiegelgleichen
Umrissen ausgebildete Bleche aufweist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei Verwendung von lediglich zwei Blechen diese einstückig ausgebildet, in einen
Schlitz der Fräswelle eingeschoben und dort, insbesondere im Bereich der Blech-Symmetrieebene,
festgelegt sind.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Fräserwelle derart gelagert ist, daß der Fräser sowohl in Richtung der Welle
hin- und herbewegbar, als auch senkrecht zur Welle auf- und abbewegbar und auch schrägstellbar
ist.