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EP 0 151 389 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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25.07.1990 Patentblatt 1990/30 |
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Anmeldetag: 08.01.1985 |
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Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen von Bauelementen im Baugrund, wie Pfählen,
Injektionsankern, Schlitzwänden oder dergleichen
Method and apparatus for constructing building elements in the soil like piles, injection
anchorages, cut-off walls or similar
Méthode et dispositif pour la réalisation d'éléments de construction dans le sol tels
que pieux, ancrages injectés, murs souterrains ou similaires
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH FR IT LI NL |
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Priorität: |
11.01.1984 DE 3400741 23.03.1984 DE 3410830
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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14.08.1985 Patentblatt 1985/33 |
| (60) |
Teilanmeldung: |
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89111793.9 / 0346941 |
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Patentinhaber: Stump Bohr GmbH |
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D-85737 Ismaning (DE) |
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Erfinder: |
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- Reichert, Ernst, Dipl.-Ing.
D-8011 Pöring (DE)
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| (74) |
Vertreter: Eder, Eugen, Dipl.-Ing. et al |
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Patentanwälte
Eder & Schieschke
Elisabethstrasse 34 80796 München 80796 München (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 064 663 FR-A- 1 593 239 GB-A- 1 514 740 US-A- 3 504 497 US-A- 3 855 804
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CH-A- 590 370 GB-A- 265 861 GB-A- 2 083 105 US-A- 3 742 717
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Bemerkungen: |
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Teilanmeldung 89111793.9 eingereicht am 08/01/85. |
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen von Bauelementen im Baugrund,
wie Pfählen, Injektionsankern, Schlitzwänden oder dgl., mit den Merkmalen des Oberbegriffs
des Patentanspruches 1, sowie eine Vorrichtung zur ausführung dieses Verfahrens.
[0002] Bei einem bekannten Verfahren wird flüssiger Baustoff direktvon einer Impulsdruckquelle
gegen die Wandung der Baugrundöffnung impulsartig bewegt. Die Impulsdruckquelle wird
hierbei von einer mit Explosivladung arbeitenden Vorrichtung gebildet. Da die Impulsdruckquelle
direkt den flüssigen Baustoff für das Bauelement impulsartig bewegt, muß die Impulsdruckquelle
in der Öffnung im Baugrund angeordnet werden, was nachteilig sein kann.
[0003] Aus der DE-AS 21 58 764 ist es bekannt, unterirdische Säulen dadurch herzustellen,
daß ein Erdbohrer bis auf Säulenfußtiefe vorangetrieben wird. Während des Zurückziehens
desselben wir ein Erdverfestigungsmittel unter hohem Druck über wenigstens eine Düse
kontinuierlich eingeleitet, welches in das umgebende Erdreich unter Zerstörung der
betroffenen Bodenstruktur eindringt und sich mit diesem mischt. Dabei wird ein Erdbohrer
verwendet, der sich infolge seines kleinen Durchmessers relativ leicht einbohren läßt.
Durch das Einbringen von Erdverfestigungsmittel unter hohem Druck soll sich ein Säulenquerschnitt
bilden, der gegenüber dem Durchmesser des Erdbohrers beträchtlich größer ist. Der
Säulenquerschnitt besteht dann im wesentlichen aus einem Gemisch von Erdverfestigungsmittel
und Bodenmaterial. Die Festigkeit und Belastbarkeit solcher Säulen ist nicht optimal;
das anordnen einer Stahlbewehrung ist nicht möglich.
[0004] Die EP-A-0064663 beschreibt ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Stabilisierung
von Rutschhängen durch anbringen von Pfählen. In ein Bohrloch wird hierbei erhärtender
Baustoff eingebracht. In diesem wird bis zum Bohrlochgrund ein Ventilrohr eingeschoben.
Dieses besitzt übereinander mehrere austrittsöffnungen. Nach Erhärten des Baustoffes
im Bohrloch wird in das Ventilrohr ein Druckrohr eingeführt, das am unteren Ende seitliche
austrittsöffnungen besitzt. Oberhalb und unterhalb hiervon sind abdichtungsmanschetten
angeordnet. Über dieses Druckrohr wird bei entsprechender Höheneinstellung von einer
Hochdruckquelle erhärtender Baustoff eingedrückt. Dieser tritt über die Öffnungen
im Ventilrohr aus, sprengt den umgebenden erhärteten Baustoff auf und tritt über die
Risse in die Bohrlochumgebung ein. Hierdurch wird der Reibungsschluß des Pfahles mit
der Bohrlochumgebung und damit die Tragfähigkeit eines solchen Pfahles erhöht. Nachteilig
ist hierbei, daß eine Verdichtung der Wandung der Öffnung im Baugrund bzw. eine Erweiterung
dieser Wandung vor Erhärten des Baustoffes nicht möglich ist.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung zum
Herstellen von bewehrten und unbewehrten Bauelementen im Baugrund zu schaffen, die
wenigstens im Kernquerschnitt von Bodenmaterial frei sind, deren Tragkraft und Festigkeit
beträchtlich erhöht ist, und wobei die Druckquelle außerhalb der Baugrundöffnung angebracht
werden kann.
[0006] Die Erfindung löst diese aufgabe mit den Merkmalen des kennzeichnenden Teils der
Patentansprüche 1 und 7.
[0007] Die Erfindung bietet den Vorteil, daß der Impulsdruck auf den flüssigen Baustoff
in der Baugrundöffnung durch ein flüssiges Zwischenmaterial ausgeübt wird. Dieses
Material kann von einer Impuls-Hochdruckquelle, z.B. einem Rammbären, einer Hochdruckpumpe
oder dgl., die überhalb des Baugrundes ohne einschränkende Raumbedingungen untergebracht
werden kann, beaufschlagt werden. Das in den noch flüssigen Baustoff für das Bauelement
wiederkehrend impulsartig eingeleitete flüssige Material verdrängt den flüssigen Baustoff
nach allen Richtungen in die umgebende Kontaktzone mit dem Baugrund. Dadurch wird
der Baugrund verdichtet und erweitert, mit Baustoff durchsetzt und es kann bei entsprechender
Beschaffenheit des Baugrundes ein "cracking" stattfinden. Dabei kann die Stärke, die
Zahl der Wiederholungen und die Höhenlage des impulsartigen Druckes den Baugrundeigenschaften
und/ oder der Form des Bauelementes angepaßt werden. Schließlich kann die Impulsdruckanwendung
über die Höhe des Bauelements gleichgehalten oder verändert werden. Eine Impulsdruckanwendung
kann auch nur in unterschiedlichen Höhen des Bauelementes vorgenommen werden, wie
z.B. zur Verbindung von nebeneinander angeordneten Bauelementen in Form von Scheiben
oder dgl.
[0008] Weitere Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0009] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen
näher erläutert. In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 einen schematischen Vertikalschnitt eines zu erstellenden Pfahles;
Fig. 2 einen Querschnitt nach der Linie 11-11 in Fig. 1;
Fig. 3 einen Vertikalschnittwie in Fig. 1, mit einer geänderten Impulsdruckvorrichtung;
Fig. 4 einen Vertikalschnitt eines Pfahles nach Fig. 1 mit erweitertem Pfahlfuß;
Fig. 5 und 6 schematische Vertikal- bzw. Teilvertikalschnitte eines Pfahles mit zusätzlichen
Vorrichtungen;
Fig. 7 einen schematischen Vertikalschnitt einer, mittels des erfindungsgemaßen Verfahrens
hergestellten Fundamentunterfangung;
Fig. 8 einen Horizontalschnitt nach der Linie VIII-VIII in Fig. 7.
[0010] Zur Herstellung eines Bauelementes 1,z.B. eines Pfahles, wird in bekannter Weise
ein Loch 2 erstellt, z.B. gebohrt.
[0011] Wie aus Fig. 1 ersichtlich, wird hierauf das Bohrloch 2 bis zur Oberseite 4 des Baugrundes
5 mit flüssigem, erhärtbarem Baustoff 3, z.B. Zementmilch oder Zementmörtel, ggf.
mit Zusätzen gefüllt.
[0012] Vor oder nach dem Füllen des Loches 2 mit Baustoff 3 wird eine Lanze 6 zentrisch
in das Loch 2 eingebracht. Das Ende 7 der Lanze 6 wird dem gewünschten Zweck entsprechend
unter Ausübung von Impulsdruckinjektionen von unten nach oben bewegt. Im vorliegenden
Fall soll nach Fig. 1 ein Reibungspfahl durch Verdichtung und Erweiterung 8 der Kontaktzone
im Baugrund 5 erstellt werden.
[0013] Die Lanze 6 ist mit einer nicht dargestellten Vorrichtung verbunden, welche wiederkehrende
Impulsdrücke mit Pausen dazwischen in Pfeilrichtung I erzeugt. Eine solche Vorrichtung
kann an sich bekannter Bauart sein und mit explosiven Treibladungen, plötzlichen Entladungen
eines Blasenspeichers oder mit dynamischen Kräften eines Rammbären usw. arbeiten.
[0014] Über die Lanze 6 wird während verhältnismäßig kurzer Zeit ein bestimmtes Quantum
eines flüssigen Mediums, vorzugsweise eines flüssigen, erhärtbaren Baustoffes, z.B.
Kunststoff, Zementmilch oder Zementmörtel, gegebenenfalls mit Zusätzen, in das Loch
2 mit hoher Geschwindigkeit eingespritzt. Am Austrittsende 7 der Lanze 6 entsteht
eine lmpulsdruckinjektion. Der Druck setzt sich, wie in Fig. 1 und 2 schematisch angedeutet,
von der Lanze 6 nach allen Richtungen, abwärts und radial, fort. Er bewirkt, daß der
im Loch 2 befindliche, noch flüssige Baustoff 3, der praktisch inkompressibel ist,
den Impulsdruckstoß nahezu ungedämpft in den umgebenden Baugrund 5 weiterleitet. Die
überhalb dem Lanzenende 7 befindliche Säule von flüssigem Baustoff 4 wirkt dabei infolge
der Massenträgheit als Dämmwiderlager. Durch entsprechende Bemessung der Stärke des
Impulsdruckstoßes, der Länge der Pausen, der Zusammensetzung der Impulsdruckmasse
und des das Bauelement bildenden Baustoffes 3 kann abhängig von den gegebenen Baugrundeigenschaften
der umgebende Baugrund verdichtet und dadurch erweitert werden. Zugleich kann der
angrenzende Baugrund 5 mit erhärtbarem Baustoff 3 durchsetzt werden und/oder es erfolgt
ein "cracking".
[0015] Dieser erweiterte und verdichtete Bereich des Baugrundes 5 ist in den Fig. 1 und
2 strichliert angedeutet.
[0016] Die Impulsdruckinjektionsmasse kann durch Verdrängung des das Bauelement 1, z.B.
Pfahles, bildenden Baustoffes 3 indirekt Druck auf den Baugrund 5 ausüben und diesen
verdichten und erweitern. Hierbei kann die lmpulsdruckinjektionsmasse unter Eindickung
eines Teils ihrer flüssigen Phase an den das Bauelement bildenden Baustoff 3 abgegeben
und dieser dann seinerseits augenblicklich und in entsprechendem Quantum erhärtbare
flüssige Phase mit z.B. suspendierten Festteilchen an den Baugrund 5 weiterleiten,
wodurch bei diesem eine Verdichtung sowie eine Infiltration und/oder ein "cracking"
bewirkt werden kann.
[0017] Eine vollkommene Trennung der Impulsdruckmasse von dem das Bauelement bildenden Baustoff
3 kann dadurch geschehen, daß die Impulsdruckstöße innerhalb eines dehnbaren Schlauches,
der in den Baustoff des Bauelements eingetaucht ist, stattfinden. Dadurch kann die
sonst geltende Bedingung, daß die lmpulsdruckmasse erhärtbar und mit dem das Bauelement
bildenden Baustoff 3 verträglich sein muß, entfallen. Es kann hierbei jede beliebige
flüssige Masse verwendet werden, was für die maschinelle Einrichtung zur Erzeugung
der Impulsdruckstöße von Bedeutung sein kann; um ein Dämmwiderlager auch hierbei zu
erhalten, muß der dehnbare Schlauch, sofern er oben nicht geschlossen ist, mit flüssiger
Masse aufgefüllt werden, soweit er nicht schon durch den spezifisch schwereren, das
Bauelement 1 bildenden Baustoff 3, zusammengedrückt wird.
[0018] Der Impulsdruck kann ohne nennenswerte Abminderung direkt oder indirekt nur über
einen flüssigen, das Bauelement 1 bildenden Baustoff auf den Baugrund 5 übertragen
werden.
[0019] Deshalb gilt es, einen flüssigen Zustand dieses Baustoffes 3 trotz unvermeidbarer
abfilterung von flüssiger Phase jeweils herzustellen und zu erhalten. Ist der erhärtende
Baustoff 3 Beton oder Zementmörtel, so kann infolge der thixotropen Eigenschaft des
Baustoffes 3 ein flüssiger Zustand auch durch eine Rüttelflasche erhalten werden oder
auch dadurch, daß durch eine bestimmte Serie aufeinanderfolgender Impulsdruckstöße
ein Rütteleffekt ohnehin gegeben ist.
[0020] Wie aus Fig. 3 ersichtlich, kann eine Umlenkvorrichtung 9 in dem mit Baustoff 3 gefüllten
Loch 2 in entsprechender Höhe angeordnet werden. Diese Umlenkvorrichtung 9 steht über
eine Rohrleitung 10 mit der nicht dargestellten Impulsdruckquelle in Verbindung. Sie
besitzt vorzugsweise an einander gegenüberliegenden Umfangsstellen düsenartige Austrittsöffnungen
11. Durch ihre Höhenverstellung kann ein Verdichten, Erweitern und/oder ein "cracking"
der Wandung des Loches 2 an beliebigen Stellen erfolgen. Die Reaktionskräfte werden
bei einander gegenüberliegenden Austrittsdüsen 11 ausgeglichen. Durch solche austrittsdüsen
11 kann die Impulsdruckinjektion in eine oder mehrere bestimmte Richtungen gelenkt
werden.
[0021] Wie aus Fig. 4 ersichtlich, kann man einen Pfahl 1 auch unter Verwendung eines ziehbaren
Rohres 12 erstellen. Die Lanze 6 und das Rohr 12 sind dabei gegenüber dem Bohrlochgrund
zurückversetzt. Durch eine Impulsdruckinjektion kann ein erweiterter Pfahlfuß 13 von
der Höhe h erzeugt werden, wobei der Baugrund 5 nach abwärts und seitlich erweitert
wird.
[0022] Werden die Impulsdrucklanze 6 bzw. -düse 11 und das Rohr 12 unter Ausübung einer
Vielzahl von Impulsdruckinjektionen der Höhe nachverändert, so wird der Baugrund 5
längs dieser Strecke verdichtet und erweitert. Auf diese Weise kann z.B. ein Verpreßanker
hergestellt werden, dessen Zugkraft längs dieser vorbestimmten Strecke in den Baugrund
abgetragen werden soll.
[0023] Eine nach erfolgter Impulsdruckinjektion verbleibende, über den hydrostatischen Druck
einer flüssigen Baustoffsäule hinausgehende Restverspannung des fertiggestellten Bauelementes
1 mit dem Baugrund 5 wird durch Gewölbewirkung im Baugrund, Gewölbewirkung im Korngerüst
der Zuschlagstoffe des Baustoffes 3 und noch besonders dann erreicht, wenn ein "cracking"
eintritt und der Baustoff 3 in den entstandenen Verwurzelungen 16 durch abfiltern
flüssiger Phase verliert. Bei dem so eingedickten Baustoff 3 kann sich dann ein hydrostatischer
Druckausgleich nicht mehr einstellen.
[0024] Die Restverspannung kann noch dadurch gesteigert werden, daß in dem mit flüssigem
Baustoff 3 aufgefüllten Loch 2 noch ein perforiertes Rohr 14 eingebaut wird und dann
innerhalb dieses Rohres 14 Impulsdruckinjektionen ausgeführt werden. Dieses Rohr 14
kann glatt sein oder wie aus Fig. 5 ersichtlich, geformt sein. Das geformte Rohr 14
bildet Öffnungen 15, an die sich, wie dargestellt, nach außen erweiternde düsenförmige
Wandungen anschließen. Es ist auch möglich, umgekehrt die Wandung zu der Öffnung 15
hin sich verengend zulaufen zu lassen. Es kann als Streckmetall oder Kunststoffrohr
ausgebildet sein.
[0025] Bei Ausübung von Impulsdruckinjektionen wird der flüssige Baustoff durch diese Öffnungen
15 hindurchgeschossen. Sofern nun der Baustoff 5 so beschaffen ist, daß er von der
flüssigen Phase des Baustoffes 3 etwas aufnehmen kann, wird der Baustoff 3 im Ringraum
zwischen Rohr 14 und Baugrund 5 eingedickt. Die Öffnungen 15 im Rohr 14 wirken dann
gegenüber dem eingedickten Baustoff 3 näherungsweise wie Rückschlagventile, so daß
der durch die Impulsdruckinjektion in den Ringraum hineingepreßte Baustoff 3 sich
hinterher nicht mehr voll hydrostatisch ausgleichen kann, wodurch eine Zone verbleibenden
Überdruckes entsteht.
[0026] Wird nun bei der Impulsdruckinjektion im Baugrund 5 noch zusätzlich ein "cracking"
erreicht, so kann sich der in den Verwurzelungen 16 befindliche, eingedickte Baustoff
auf diese Zone abstützen, wodurch ein zweistufiger Druckaufbau und somit eine gesteigerte
Restverspannung zwischen Bauelement 1 und Baugrund 5 erhalten bleibt. Das Rohr 14
kann erforderlichenfalls außerdem die Hohlraumwandung stützen und zugleich als Bewehrung
wirken.
[0027] Bei allen ausführungsbeispielen können im Hohlraum z.B. einem Loch 2, einem Schlitz
oder dgl. Bewehrungselemente, z.B. Bewehrungskörbe und dgl., eingebaut werden. Die
Impulsdruckinjektion kann innerhalb oder außerhalb solcher Bewehrungen erfolgen. Da
während der Impulsdruckinjektion der Baustoff 3 im Hohlraum 2 immer flüssig gehalten
wird, ist es auch möglich, Bewehrungen nachträglich einzubauen. Die Impulsdrucklanze
6 kann auch selbst verbleibendes Bewehrungselement sein, wenn die Impulsdruckinjektion
vom luftseitigen zum erdseitigen Ende hin fortschreitend in den mit erhärtendem Baustoff
3 aufgefüllten Hohlraum 2 durchgeführt wird, oder wenn bei vorherigem Einbau der Impulsdrucklanze
6 es nur darauf ankommt, einen Endknoten am Bauelement 1, z.B. eine Pfahlfußerweiterung,
zu erzielen.
[0028] Durch Impulsdruckinjektion können allein zuverlässig unter Hohlraumerweiterung und/oder
"cracking" gezielt Formschlußpunkte hergestellt werden. Es ist auch möglich, unter
anwendung der Impulsdruckinjektion hergestellte Bauelemente 1 gegenseitig punktweise
in Knoten oder Scheiben, aber auch gänzlich miteinander zu vereinigen, um so Raumgitterkonstruktionen
im Erdreich herzustellen.
[0029] Auf diese Weise können z.B. Fundamentunterfangungen, wie in den Fig. 7 und 8 dargestellt,
ausgeführt werden. Unter dem zu unterfangenden Fundament 20 werden in einem bestimmten
Abstand von einander und von ungefähr gleichem ansatzpunkt aus Bohrungen 21 strahlenförmig
abgestuft. Durch sich über die Bohrungslänge erstreckende Impulsdruckinjektionen,
z.B. mit Zementmilch, wachsen diese Bohrungen 21 zu vertikalen Scheiben 22 aus dem
mit Zement verfestigten Baugrund zusammen und bilden somit Unterfangungselemente.
[0030] Diese Scheiben 22 können dann noch durch dazwischenliegende, sogenannte Nägel 23,
die mit Stahlstangen versehen sind und ebenfalls unter Anwendung der Impulsdruckinjektion
hergestellt werden, verbunden und rückverankert werden. Die Nägel 23 können sowohl
einzeln, als auch mit mehreren Nägeln 23 zusammen Endverankerungsknoten 24 aufweisen.
[0031] Vorteilhaft ist vor allem, daß die Impulsdruckinjektion mit Zement bisher übliche
chemische Injektionen ersetzen kann, dabei aber Umweltschäden bzw. -belastungen vermeidet.
1. Verfahren zum Herstellen von Bauelementen (1) im Baugrund (5), wie Pfählen, Injektionsankern,
Schlitzwänden oder dergleichen, bei dem von der Baugrundoberseite (4) aus in eine
mit erhärtendem Baustoff (3) gefüllte Öffnung (2) im Baugrund flüssiges Material unter
hoher Druckanwendung über wenigstens eine Austrittsdüse (7) eingeführt und gegen die
umgebende Wandung (8) der Öffnung im Baugrund getrieben wird, dadurch gekennzeichnet,
daß das flüssige Material durch Impulsstöße eingeführt wird und der Baustoff (3) gegenüber
dem über die Austrittsdüse (7) eingebrachten flüssigen Material infolge seiner Massenträgheit
als Dämmasse wirkt.
2. Verfahren nach anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Öffnung (2) im Baugrund
(5) mit Beton, wie Fließbeton, Pump- oder Schüttbeton oder mit Zementsuspension gefüllt
wird.
3. Verfahren nach anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das durch Impulsstöße zugeleitete
flüssige Material axial in die Öffnung (2) für das Bauelement (1) eingeleitet wird.
4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß das durch Impulsstöße
zugeleitete flüssige Material radial zur Längsachse der Öffnung (2) für das Bauelement
(1) über wenigstens eine Düse (9) eingeleitet wird.
5. Verfahren nach den ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckstärke,
die Impulsdauer, die Impulspause und die Beschaffenheit des durch Impulsstöße zugeleiteten
flüssigen Materials den Eigenschaften des Baugrundes (5) entsprechend gewählt wird.
6. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 5, mit einer Hochdruckquelle (36) für ein flüssiges Material, die mit wenigstens
einem Rohr (6) mit der Austrittsdüse (7) verbunden ist, das höhenbeweglich in einer
Öffnung (2) im Baugrund (5) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Hochdruckquelle
eine Impuls-Hochdruckquelle (36) ist, daß mit dem Rohr (6) zur Zuleitung des flüssigen
Materials die Austrittsdüse (7) verbunden ist und daß das Rohr schwenkbar ist.
7. Vorrichtung nach anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das in die Öffnung (2)
für das Bauelement (1) ragende Strahlrohr eine axiale Lanze (6) ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das in die Öffnung (2)
ragende Strahlrohr wenigstens eine seitlich gerichtete Austrittsöffnung (11) besitzt.
9. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das in die Öffnung (2)
ragende Strahlrohr (6, 10) zentrisch zu einem Rohr (14) mit Durchtrittsöffnungen (15)
angeordnet ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Rohr (14) über den
Umfang nebeneinander und übereinander verteilte, sich nach außen oder nach innen verjüngende
Düsen (15) bildet.
11. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Lanze (6) als Bewehrung
im Bauelement (1) verbleibt.
12. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß Bewehrungskörbe oder dgl. vorhanden sind und die Lanze (6) zum Einleiten von flüssigem
Material innerhalb oder außerhalb dieser Bewehrungskörbe angeordnet ist.
1. Procédé de fabrication, dans le terrain (5), d'éléments de construction tels que
poteaux, ancres injectés, rideaux souterrains ou autres éléments semblables, selon
lequel on introduit, à partir de la surface (4) du terrain, par l'intermédiaire d'au
moins une buse de sortie (7) et en appliquant une haute pression, de la matière liquide
dans un trou (2) du terrain rempli de matériau de construction (3) durcissant et on
la chasse contre la paroi (8) du trou, caractérisé en ce qu'on introduit la matière
liquide par impulsions et que le matériau de construction (3) agit, à l'ègard de la
matière liquide introduite par la buse de sortie (7), comme masse de retenue, grâce
à son inertie de masse.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le trou (2) dans le terrain
(5) est rempli de béton tel que béton pompé ou coulé ou de suspension de ciment.
3. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la matière liquide amenée
par impulsions est introduite axialement dans le trou (2) recevant l'élément de construction
(1).
4. Procédé selon les revendications 1 et 3, caractérisé en ce que la matière liquide
amenée par impulsions est introduite radialement à l'axe longitudinal du trou (2)
recevant l'élément de construction (1) par l'intermédiaire d'au moins une buse (9).
5. Procédé selon les revendications 1 à 3, caractérisé en ce qu'on choisit l'intensité
de la pression, la durée des impulsions, l'intervalle entre celles-ci ainsi que la
nature de la matière liquide amenée par impulsions en fonction des propriétés du terrain
(5).
6. Dispositif pour la mise en oeuvre du procédé selon une ou plusieurs des revendications
1 à 5, comportant une source (36) à haute pression délivrant une matière liquide et
liée à au moins un tube (6) comportant la buse de sortie (7) et disposé dans un trou
(2) du terrain (5) de façon à être déplaçable en hauteur, caractérisé en ce que la
source à haute pression est une source d'impulsions à haute pression (36), qu'au tube
(6) d'amenée de la matière liquide est liée la buse de sortie (7) et que le tube est
pivotant.
7. Dispositif selon la revendication 6, caractérisé en ce que la tuyère entrant dans
le trou (2) recevant l'élément de construction (1) est une lance (6) axiale.
8. Dispositif selon la revendication 6, caractérisé en ce que la tuyère entrant dans
le trou (2) comporte au moins une ouverture de sortie (11) dirigée latéralement.
9. Dispositif selon la revendication 6, caractérisé en ce que la tuyère (6, 10) entrant
dans le trou (2) est centrée dans un tube (14) muni de trous de passage (15).
10. Dispositif selon la revendication 9, caractérisé en ce que le tube (14) forme
des buses (15) se rétrécissant vers l'extérieur ou vers l'intérieur et réparties sur
le pourtour du tube côté à côté et l'une au-dessus de l'autre.
11. Dispositif selon la revendication 6, caractérisé en ce que la lance (6) constitue
une pièce d'armature qui reste dans l'élément de construction (1).
12. Dispositif selon une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé
en ce que des cages d'armature ou autres éléments semblables sont prévues et que la
lance (6) d'introduction de la matière liquide est disposée à l'intérieur ou à l'extérieur
desdites cages d'armature.
1. A method for constructing building elements (1) in the soil (5) such as piles,
injection anchorages, cut-off walls or the like, comprising the steps of feeding liquid
material under high pressure through at least one outlet nozzle (7) from the surface
(4) of the soil into an opening (2) in the soil filled with hardened building material
(3) and driving said liquid material against the surrounding wall (8) of the opening
in the soil, characterized in that said liquid material is introduced by impulse shocks
and said building material (3) acts as insulating mass for the liquid material supplied
through said outlet nozzle (7) due to the inertia of its mass.
2. A method as set out in claim 1, characterized in that said opening (2) in the soil
(5) is filled with concrete, such as concrete of flowing, pumpable, or pouring consistency
or with cement suspension. 3. A method as set out in claim 1, characterized in that
said liquid material supplied by impulse shocks is axially introduced into said opening
(2) for said building element (1).
4. A method as set out in claim 1 and 3, characterized in that said liquid material
supplied by impulse shocks is introduced radially relative to the longitudinal axis
of said opening (2) for said building element (1) through at least one nozzle (9).
5. A method as set out in claims 1 to 3, characterized in that the intensity of pressure,
the impulse duration, the interval between impulses and the property of said liquid
material supplied by impulse shocks is selected according to the properties of said
soil (5).
6. An apparatus for carrying out the method as set out in any one or several of claims
1 to 5, comprising a high-pressure source (36) for a liquid material, said high-pressure
source (36) being connected with at least one pipe (6) provided with said outlet nozzle
(7), said pipe (6) being elevatably arranged in an opening (2) in the soil (2), characterized
in that said high-pressure source is a pulsed high-pressure source (36), said outlet
nozzle (7) is connected with said pipe (6) to transfer the liquid material and said
pipe (6) is tiltably mounted.
7. An apparatus as set out in claim 6, characterized in that said jet pipe extending
into said opening (2) for said building element (1) is an axial lance (6).
8. An apparatus as set out in claim 6, characterized in that said jet pipe extending
into said opening (2) comprises a lateral outlet port (11).
9. An apparatus as set out in claim 6, characterized in that said jet pipe (6,10)
extending into said opening (2) is arranged centrically relative to a pipe (14) having
through holes (15).
10. An apparatus as set out in claim 9, characterized in that said pipe (14) forms
nozzles (15) distributed over its circumference adjacent to and on top of one another
and tapered inwardly or outwardly.
11. An apparatus as set out in claim 6, characterized in that said lance (6) is left
in said building element (1) as an armouring.
12. An apparatus as set out in any one or several of the above claims, characterized
in that reinforcing cages or the like are provided and said lance (6) for introducing
liquid material is arranged in or out of said reinforcing cages.