[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum horizontalen Stranggießen von höher schmelzenden
Metallen, vorzugsweise Stählen gemäß Oberbegriff des Anspruchs.
[0002] Es sind eine Anzahl von Verfahren und Vorrichtungen für das Horizontalstranggießen
von höher schmelzenden Metallen, wie insbesondere Stählen, hekannt, denen allen gemeinsam
ist, daß aus einem das vergießende Metall im Schmelzzustand enthaltenden Schmelzebehälter,
dieses über eine hitzefeste Metallführung meist mit Anschlußorgan, wie z.B. Mundstück,
unter Wirkung des eingenen hydrostatischen Druckes in eine vorzugsweise mit einem
Kühlmedium gekühlte, im wesentlichen horizontal gerichtete, formgebende Gleitkokille
einströmt. In dieser wird der Metallstrom unter Ausbildung einer allseitig nach innen
hin zunehmend wachsenden Schale unter Bildung eines innen einen Flüssigmetallkern
aufweisenden Metallstranges verfestigt. Dieser wird mittels Abzugseinrichtung, z.B.
mit Greifrollen aus der Kokille gezogen, wonach eine Weiterbearbeitung erfolgt. Um
ein Haften des Stranges an der Kokillenwand zu vermeiden, ist es bekannt, diesen diskontinuierlich
in jeweils auf das zu vergießende Metall und andere Parameter abgestimmte Länge aufweisenden
Schritten abzuziehen. Jeder Schritt bzw. Hub wird jeweils durch ein Abzugsgeschwindigkeitsminimum,
einen echten Stillstand oder sogar eine geringfügige Strangabzugs-Richtungsumkehr
beendet, wodurch ein Verschweißen der schrittweise gebildeten Strangstücke erreicht
wird. Die metallurgischen Vorteile des Horizontalgieß-Verfahrens liegen u.a. darin,
daß auch kleinere Strangquerschnitte bis zu einem Durchmesser von wenigen mm erzeugt
werden können, wobei keinerlei Reoxydation des Gießstrahles und damit Verschlechterung
des Reinheitsgrades des Knüppels eintritt.
[0003] Zur Verbesserung der Qualität des Stranges, insbesondere des der Strangachse näheren
Bereichs, z.B. zur Vermeidung von Seigerungen, Lunkern od. dgl., bzw. auch zum Ausgleich
der Schwenkraftwirkung ist es bekanntgeworden, den flüssigen Kern des Stranges der
Wirkung eines bewegten Magnetfeldes, z.B. von Rührspulen, auszusetzen, wodurch dort
das Metall selbst in z.B. seine Homogenisierung fördernde Bewegung versetzt, insbesondere
gerührt wird.
[0004] Eine solche Anlage ist aus der den nächsten Stand der Technik bildenden EP-A-87950
bekannt. Es wird hier ein Gießring verwendet, welcher eine zur Kokille hin sich konisch
erweiternde Querschnittsfläche aufweist.
[0005] Aus der EU-A 117 067 ist eine Stranggießeinrichtung bekanntgeworden, bei der ein
vom Schmelzegefäß kommender Metallstrom in der Schmelzeführung, am Mundstück und in
der Kokille praktisch konstante Querschnittsfläche aufweist und mittels Magnetspule
im Bereich der Kokille, wie dort gezeigt, einer Rührbewegung um eine Achse quer zur
Richtung der Strangbewegung drehend bewegt wird. Diese Bewegung erfolgt dort, um Mikrokavitäten
und Segregationen im Strang zu vermeiden, und eine auf den Umfang bezogen gleichmäßigere
Erstarrung der Strangschale zu erzielen. Durch das Rühren in der genannten Richtung
wird der Anteil der Strangquerschnittsfläche mit im wesentlichen axialgerichteten
Kristallen wesentlich herabgesetzt. Bei dieser bekannten Vorrichtung treten beim intermittierenden
Strangabzug am Strang im wesentlichen wenig Abzugs- bzw. Hubmarken auf, da dort der
Querschnitt des Metallstromes in Schmelzeführung und Kokille konstant ist und kein
bevorzugtes Wachstum infolge ungleichmäßiger Erstarrung erfolgen kann. Ein wesentlicher
Nachteil der bekannten Bauweise sind jedoch die Schwierigkeiten bei der Dichtung des
gleichmäßigen Überganges von der Schmelzeführung in die Kokille, sodaß solche Anlagen
störungsanfällig sind.
[0006] Da beim Horizontalstranggußverfahren kein natürlicher Gießspiegel, an welchem die
Strangschalenerstarrung beginnt, vorhanden ist, hat es sich weitgehend durchgesetzt,
einen künstlichen Meniskus am Einlaufteil der Kokille zu schaffen, welcher vorzugsweise
dadurch gebildet ist, daß in die Kokille ein vorteilhaft wenig benetzbarer, keramischer
Ring, z.B. aus Bornitrid, eingesetzt ist, der wieder mit dem Einlaufsystem bzw. Gießkanal
in Verbindung steht. Der Ring wird außenseitig durch die Kokilleinnenwand gekühlt,
wodurch er beim Kontakt mit flüssigem Metall auf niedrige Temperaturen gehalten wird,
wodurch der Materialverschleiß auch beim Guß großer Schmelzengewichte gering ist.
Der Querschnitt des Metallstromes im Gießkanal bzw. zumindest im Gießring ist geringer
als in der Kokille, und an der der Kokille zugeordneten Stirnfläche des Ringes erfolgt
eine im wesentlichen etwa rundum radiale Querschnittserweiterung des bewegten Metallstromes.
[0007] Die Kristallisationsbedingungen für den Stahl im Bereich des beschriebenen künstlichen
Meniskus bzw. Abreißringes erfordern eine Strangbewegung nach dem go end stop-Prinzip.
Die Erstarrung erfolgt dabei nicht nur an der Kokillenwand, sondern auch am gekühlten
Abreißring, der bzw. dessen Stirnfläche als Meniskus fungiert. An dieser Stelle baut
sich infolge der höheren Kühlwirkung durch den Ring eine Strangschalenverdikkung,
also ein umlaufend zur Strangachse hin sich erhebendes Strangschalendickemaximum auf.
Beim folgenden Abzugsschritt fließt flüssiges Metall in den freigegebenen Kokillenbereich
ein und erstarrt wieder am Ring, an der Kokillenfläche und auch an der Rückfront der
vorhandenen Strangschale, welche im wesentlichen ein "Abdruck" der Stirnfläche des
Gießringes ist. Die neu gebildete Schale verbindet sich bzw. verschweißt dann mit
jenen Bereichen des Stranges, welche durch die Kühlwirkung des Abreißringes in weitgehend
axialer Richtung erstarrten, also dort, wo das Dickemaximum auftritt. Die dort auftretenden,
als Hubmarken bekannten Inhomogenitäten, insbesondere Störungen der radialen Kristallisation
werden im wesentlichen von den Strangabszugsparametern und dabei insbesondere von
der Zeitspanne, in welcher das Metall am Arbeißring erstarrt, und von der Überhitzung
des einfließenden Stahles in die Kokille beeinflußt. Ausgeprägte und tiefe Hubmarken
in Edelstahlsträngen können bei der Weiterverformung zu Problemen, wie insbesondere
zur Oberflächenbrüchigkeit des Materiales führen.
[0008] Die vom Abreißring verursachten Hubmarken sind Störstellen in der radialen Strangkristallisation.
Beim schrittweisen Bewegen des Stranges muß es zu einem weitgehenden Verschweißen
der neu gebildeten Schale mit jenen Bereichen des Stranges kommen, welche durch die
Kühlwirkung des Abreißringes in weitgehend axialer Richtung erstarrten. Sowohl die
Ausbildung und insbesondere die Tiefe der Störstellen bzw. Hubmarken als auch das
Verschweißen der Strangschalen in diesen Bereichen wird mit zunehmender Überhitzung
des Stahles über seine Liquidustemperatur vermindert. Eine hohe Stahlüberhitzung bewirkt
jedoch insbesondere bei Edelstählen eine Verschlechterung der Innengüte des Stranges.
Insbesondere betrifft dies die Kristallisation, die Bildung von groben Lunkern und
das Entstehen übermäßiger Seigerungen. Die o.a. EU-A betrifft den Versuch, durch Magnetfelder,
welche auf den erstarrenden Strang in gewissen Abständen einwirken, die Innengüte
der Knüppel zu verbessern.
[0009] Es ist Aufgabe der Erfindung, die beim horizontalen Strangguß, insbesondere beim
Guß von Edelstählen, auftretenden Nachteile bekannter Verfahren zu vermeiden und ein
Verfahren zu schaffen, mit welchem die für eine vorteilhafte Innengüte des Stranges
notwendigen überhitzungen des Stahles beim Einlauf in die Kokille gering gehalten
werden, gleichzeitig die Homogenität des Stranges in Längsrichtung verbessert, insbesondere
die Tiefe der Hubmarken minimiert und ein vollständiges Verschweißen der jeweils neu
gebildeten und der vom vorherigen Abzugsschritt stammenden Strangschale erreicht wird.
[0010] Die Erfindung betrifft demnach ein Verfahren zum horizontalen Stranggießen von höher
schmelzenden Metallen, vorzugsweise Stählen, wobei in einem Behälter befindliche Metallschmelze
mit mindestens einem durch zumindest eine Schmelzenführung und daran anschließende,
vorzugsweise gekühlte, formgebende Kokille bewegten Metallschmelze-Strom kommuniziert,
welcher Schmelzenstrom seinerseits in einen im wesentlichen in der Kokille beginnend,
allseitig unter Bildung einer Strangschale zunehmender Dicke sich verfestigenden Metallstrang
übergeht, wobei Kokille und Strang relativ zueinander schrittweise bewegt werden,
insbesondere der Strang schrittweise abgezogen wird, wobei das flüssige Metall unter
Einwirkung von magnetischen Feldern zusätzlich in Bewegung versetzt wird. Dieses Verfahren
ist gekennzeichnet durch die Merkmale des kennzeichnenden Teiles des Anspruchs 1.
Es wird also dem weitgehend axial in die Kokille einströmenden Metall eine Roationsbewegung
bzw. eine Strömung mit einer Richtung parallel zur Stirnseite des Abreißringes überlagert,
wobei diese überlagerte Schmelzenbewegung vorzugsweise im Bereich des Beginnes der
Strangschalenbildung, also im Bereich des Abreißringes bis bevorzugt zu einer Länge
von 2 Abzugsschritten in die Kokille hinein angeordnet wird. Es wird also dafür gesorgt,
daß zumindest innerhalb oder entlang einer vom Metallstrom bzw. vom in Entstehung
befindlichen mit wachsender Strangschale sich ausbildenden Metallstrang durcheilten
Wegstrecke, die zumindest an der Metallstrom-Querschnittserweiterung an der Gießdüse
beginnt und bis mindestens zum Ende wenigstens eines Strangabzugsschrittes bzw. Hubes
sich erstreckt, die Metallschmelze der beschriebenen rotierenden Bewegung ausgesetzt
wird. Dadurch läßt sich, wie gefunden wurde, erreichen, daß die aus dem Schmelzebehälter
kommende, zumindest geringfügig überhitzte Metallschmelze, die sich, wie oben beschrieben,
jeweils bei Hub-Ende am Gießring ausbildende Strangsschalenverdickung durch gezieltes
Anströmen von deren Spitze wieder aufschmilzt und auf diese Weise das Maximum abbaut.
Günstig ist es, wenn die Rotationsbewegung zumindest über eine Abzugslänge hinweg
induziert wird. Es ist dabei im wesentlichen dafür zu sorgen, daß durch entsprechende
Anordnung von Spulen in der bzw. um die Kokille das flüssige Metall an der strömungs-querschnittserweiternden
Gießdüse, z.B. einem Zirkonoxyd- oder Bornitrid-Ring, einem Magnet-Dreh- und/oder
Wanderfeld unterworfen wird, und dies zumindest über eine Hublänge hinweg, sodaß genügend
Zeit bleibt, um das dem Hubende entsprechende, zur Strangachse gerichtete, umlaufende
Schalenmaximum abzubauen. Dabei ergibt sich auch der Vorteil, daß infolge der umlaufenden
Bespülung des Maximums mit der zumindest gering überhitzten Schmelze auch der Gießring
bzw. dessen der Kokille zugewandte Stirnseite gleichmäßig und auch intensiver erwärmt
wird, und so die Höhe des beschriebenen, sich während des Strangstillstandes bzw.
dessen kurzer Richtungsumkehr ausbildenden Maximums von vornherein verringert ist,
und während des folgenden Hubes das schon verringerte Maximum mittels Drehbewegung
laufend weiter aufgelöst und abgebaut wird. Damit kann eine im wesentlichen gleichmäßig
ansteigende Dicke aufweisende Strangschale ohne die beschriebenen, zur Strangachse
hin sich erstrekkenden Maxima erstarrten Metalls erreicht werden. Besonders bevorzugt,
weil in jeder Form regel- und einstellbar sind zur Erzeugung der rotierenden Bewegung
des Metalles mit Elektromagneten erzeugte dreh- und/oder Wander-Felder. Es sei hier
angemerkt, daß die erfindungsgemäß vorgesehene Bewegung der Schmelze nicht das Ziel
hat, die Qualität des Inneren des Stranges z.B. unter Verringerung der Seigerungen
od. dgl. zu heben-Maßnahmen hiefür können an sich ohnedies erst später nach Ausbildung
doch wesentlicherer Dickenbereiche der Strangschale zum Tragen kommen. Mit der erfindungsgemäß
erreichten Bespülung der Maxima der Strangschalendicke kann eine wesentlich innigere
Verschweißung des soeben gebildeten Strangschalenstückes bzw. dessen bei einem Hub
von dem Gießring abgezogenen Maximums mit dem beim darauffolgenden Hub nachfließenden
Metall erreicht werden. Dies ermöglicht gleichmäßigen Anstieg der Dicke der Schale,
was mit einer infolge intersivierter Verschweißung wesentlich verbesserten Güte bis
zur Oberfläche des Stranges praktisch ohne Hubmarken einhergeht. Bei nachfolgenden
Verarbeitungsgängen und letztlich beim Endprodukt werden damit wesentliche Qualitätsverbesserungen
erzielt. Weiterer Vorteil ist, daß eine Kristallisation im wesentlichen in Richtung
der Strangachse am Beginn und die sogenannten weißen Bänder praktisch nicht auftreten.
Ein weiterer Effekt ist, wie gefunden wurde, daß das Lösen der Strangschale jeweils
am Beginn eines Abzugsschrittes wesentlich erleichtert ist, womit u.a. verringerte
Strangbruchgefahr gegeben ist. Infolge der gleichmäßigen und Intensivierten Erwärmung
des Gießringes und infolge der dadurch bedingten Verringerung des Strangschalenmaximums
gleich zu Beginn kann, wie gefunden wurde, sogar eine Verlängerung des Hubes erreicht
werden, womit auch weniger Hubmarken pro Längeneinheit des Stranges auftreten. Eine
solche an sich erstrebte Vergrößerung der Abzugshub-Länge war bisher nicht möglich,
da eine derart starke Ausbildung von Hubmarken die Folge gewesen wäre, daß Bruchgefahrerhöhung
und wesentliche Qualitätsverluste des Stranges eingetreten wären.
[0011] Gemäß einer besonderen Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß das flüssige
Metall zumindest innerhalb der genannten Strecke zusätzlich zur Quer-, insbesondere
Drehbewegung, insbesondere mit etwa linearem Vektor, in, gegebenenfalls oszillierende,
Bewegung im wesentlichen in Richtung der Strangachse versetzt wird. Eine solche, z.B.
zur jeweilig abgezogenen Strangschalen-Maximums-Rückfront, z.B. in Strangbewegungsrichtung
hin gerichtete Bewegung kann ein besonders intensives Anschmelzen der Rückfront der
erstarrten Strangschale und damit höhere Güte der Verschweißung von gerade erstarrtem
und sich gerade bildendem Strangschalenstück bringen.
[0012] Gemäß einer steuerungstechnisch aufwendigeren Variante, die im wesentlichen etwa
durch eine wie eben erwähnte Überlagerung der Drehbewegung um die Strangachse mit
einer Bewegung im wesentlichen in Strangachsenrichtung bewirkende Felder erreicht
werden kann, kann vorgesehen sein, das flüssige Metall mittels Magnet-Feldeinwirkung
innerhalb eines im wesentlichen mit der Strangachse parallele Hauptachse und im wesentlichen
etwa toroide Hüllfläche aufweisende, in um deren gekrümmte Mittellinie umlaufende
Bewegung zu versetzen, wobei vorzugsweise auch die toroide Hüllfläche selbst noch
um die Strangachse rotiert wird. Damit kann besonders wirkungsvolle Bespülung von
Strangschalenmaximum und Hubrückfront der Strangschale erreicht werden, da unter Druck
zur Rückfront eine Art verstärkte Erosionswirkung durch die derart rotierende Schmelze
eintritt.
[0013] Gemäß einer weiteren Ausbildungsform, die ebenfalls etwas aufwendiger, z.B. mit Mikroprozessor
gesteuerte Magnetfeld-Wirkung erfordert, kann vorgesehen sein, daß, gegebenenfalls
über mehrere Schrittlängen hinweg, das Metall des Metallstromes im wesentlichen nur
im Nahbereich eines wie beschriebenen Strangschalendicke-Maximums, vorzugsweise zumindest
über eine Abzugsschrittlänge, hinweg, im wesentlichen am bzw. im Bereich des metallstrom-querschnittserweiternden
Überganges beginnend, im wesentlichen synchron mit der Strangabzugs-Geschwindigkeits-
bzw. deren Ablaufprofil geführtes Magnetfeld in, gegebenenfalls im wesentlichen in
Strangachsrichtung oszillierende und/oder drehende Bewegung um die Strangachse versetzt
wird. Es wird dabei den Kontakt der Schmelze gerade mit dem Strangschalenmaximum unter
dessen Abbau erhöht, während aber die im übrigen Bereich des Strangabschnittes sich
ausbildende Strangschale praktisch nicht beeinflußt wird.
[0014] In diesem Sinne einfach und günstig ist es weiters, wenn das Metall des Schmelzestromes
im wesentlichen Innerhalb eines einen Innenabstand von der Strangachse aufweisenden,
im wesentlichen bis zur Innenseite der sich inder Kokille ausbildenden Strangschale
sich erstrekkenden Ringraumes zusätzlich zur Bewegung mit dem Strangabzug in Querbewegung,
insbesondere drehende Bewegung versetzt wird.
[0015] Anhand der Beispiele wird die Erfindung erläutert:
Beispiel 1:
[0016] In einer Stranggußanlage mit oszillierendem Strang wurde CrNi-Stahl (Zusammensetzung
in Gew.-%: C 0,035, Si 0,55, Mn 1,05, Cr 18,32, Ni 9,81, Rest Fe und Stahlverunreinigungen)
gegossen. Der Kokillenquerschnitt betrug 106 mm
2, der Einlaßquerschnitt des in die Kokille eingepreßten Bornitridringes betrug 80
mm
2, sodaß an der Innenoberfläche der Kokille ein radialer Vorsprung des Abreißringes
von 13 mm gegeben war. Der Guß der Schmelze erfolgte mit einer Geschwindigkeit von
2 m/min, wobei die Hublänge bzw. die Länge eines Abzugsschrittes 22,5 mm betrug. Der
Guß erfolgte in einer Zweistrang-HCC-Anlage, d.h. an einem Verteiler waren zwei Kokillen
angebracht, wobei eine Kokille mit Drehwanderfeld-Magnetspulen, welche Rotation der
Schmelze auf einer am Gießring beginnenden Strecke von 50 mm um die Strangachse erbrachten,
ausgerüstet war. Die Temperatur des Stahles im Verteiler betrug 1475°C, was einer
Uberhitzung von ca. 20°C entspricht. Der Abzug des Stranges aus der Kokille, die nach
dem erfindungsgemäßen Verfahren arbeitete, konnte störungsfrei erfolgen. Beim Abzug
des zweiten Stranges traten oftmals latente Schalenabrisse bzw. Schalenbrüche auf,
welche durch die Temperaturindikation in der Kokille angezeigt wurden, so daß mittels
einer Unterbrechung des Strangaustrages die Bruchstelle ausgeheilt werden konnte.
[0017] Metallographische Untersuchungen zeigten, daß die Hubmarken des aus der Kokille in
üblicher Bauweise ausgezogenen Stranges eine Tiefe zwischen 2,1 und 2,4 mm aufwiesen.
Die Hubmarkentiefe des dach dem erfindungsgemäßen Verfahren gegossenen Stranges betrug
max. 0,2 mm.
Beispiel 2:
[0018] Eine Zweistrang-HCC-Anlage war mit einer dem Stand der Technik entsprechenden und
einer nach dem erfindungsgemäßen Verfahren mit Rotation der Schmelze induzierenden
Magnetspulen arbeitenden Kokille versehen. Vergütungsstahl mit einer Temperatur von
1550°C (Überhitzung 48°C). (Zusammensetzung in Gew.-%: C 0,33, Si 0,28, Mn 0,52, Cr
1,45, Mo 0,22, Ni 1,52) wurde mit einer Geschwindigkeit von 2 m/min, und einer Hublänge
je Schritt von 22,5 mm gegossen. Die anschließende metallographische Untersuchung
der Stränge in Vergleich zeigte, daß die Hubmarkentiefe von ca. 0,6 mm durch Anwendung
des erfindungsgemäßen Verfahrens mit einer 50 mm langen Schmelzerotationszone noch
verringert werden konnte. Bei der anschließenden Walzung wurde jedoch für beide Knüppel
gute Oberflächenqualität erreicht. Die Innengute von mit einer Verformung von 6:1
gewalzten Stäben war jedoch schlecht. Lunkerreste und starke Seigerungen im Zentrumsbereich
bewirkten, daß das Materal dem Ausschuß zuzuteilen war.
Beispiel 3:
[0019] Eine weitere Schmelze der gleichen Legierung wurde hierauf mittels der zweisträngigen
HCC-Anlage gegossen. Die Temperatur des Stahles im Verteiler betrug jedoch 1515°C,
was einer Überhitzung von ca. 13°C entspricht. Beide Stränge worden vit einer Geschwindigkeit
von 2,3 m/min gegossen, wobei die Hublänge 17 mm betrug. Die Länge der Feldeinwirkung
der Spulen war auf 40 mm zurückgenommen. Metallographische Untersuchungen zeigten,
daß der unter Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens gegosene Strang eine maximale
Hubmarkentiefe von 0,3 mm aufwies. Die Hubmarkentiefe des Vergleichsstranges betrug
1.2 mm. Bei der anschließenden Walzung des Vergleichsstranges trat unmittelbar nach
dem ersten Verformungsstich Brüchigkeit auf, welche auf zu größe Hubmerkentiefe bzw.
örtliche Störungen der Kristallisation zurückzuführen waren. Der nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren hergestellte Strang konnte einwandfrei verformt werden, das mit einem Verformungsgrad
5,1:1 aus dem Stranggewalzte Stabmaterial wies keinerlei Oberflächenfehler bzw. erhöhte
Rauhigkeit auf, welche von den Hubmerken stammt. Die Stabinnenqualität war gut, infolge
der geringeren Überhitzung konnten gutes Gefüge, dichtes Stabzentrum und geringe örtliche
Seigergrade festgestellt werden. Durch das erfindungsgemäße Verfahren beim Horizontalstranggießen
können also Knüppel mit guter Oberflächenqualität auch bei geringen Uberhitzungen
das Stahles über dessen Liquidustemperatur erzeugt werden womit eine wesentliche Veraussetzung
der Erreichung hochwertiger Stranginnenzonen gegeben ist.
[0020] Es zeigen Fig. 1 schematisch eine Schrägansicht des aufgeschnittenen Einlaufbereiches
einer Horizontalgießkokille mit der Drehbewegung des Metalles gemäß Erfingung und
Fig. 2 eine Schnittansicht dieses Bereiches mit sich ausbildendem Strang.
[0021] Bei der Vorrichtung der Fig. 1 gelangt die Schmelze als Metallstrom 5 aus einem nicht
gezeigten Schmelzebehälter durch eine Zuführleitung (1) mit einem Gießring (2), z.B.
aus BN, der in die formgebende Gleitkokille 4 mit Kühlkanälen 41 ragt, in die Kokille.
An deren Wand 42 erfolgt infolge Kühlung die Ausbildung einer Schale (50) erstarrten
Metalls, welche, in Richtung r des Abzuges an Dicke s zunehmend, schließlich in einen
nicht gezeigten durcherhärteten Metallstrang übergeht, welcher intermittierend jeweils
mit Hublänge I aus der Kokille 4 gezogen wird. Jedesmal bei Strangstillstand erstarrt
an der Kokillenseitigen Stirnfläche 21 des Gießringes 2 ein umlaufendes, zur Achse
a nach innen gerichtetes Strangschalen-Dickemaximum 51. Mittels nicht gezeigter Elektromagnetspulen
wird zumindest auf einer einem Hub entsprechenden Strecke I zwischen einem beim vorangegangenen
Hub gebildeten Maximum 51a und dem gerade am Gießring 2 sich ausbildenden Maximum
51 das flüssige Metall in eine rotierende Bewegung d etwa parallel zur Stirnfläche
21, im wesentlichen um die Achse a versetzt, wodurch ein Abbau der gezeigten Schalen-Maxima
51, 51a während des Durchlaufes der Strecke I mithilfe des magnetischen Dreh- bzw.
Wanderfeldes und ein inniges Verschweißen der Stranghautabschnitte miteinander erfolgen.
[0022] Fig. 2 zeigt die Verhältnisse am Einlaufbereich der Kokille 4 im Schnitt. Der Strom
der Schmelze 5 gelangt durch die Zuführung 1 aus feuerfestem Material deren Ende eine
Gießdüse 2, die in die Kokille 4 mit Kühlräumen 41 ragt, aufweist. In Richtung r des
Strang-Abziehens in die Kokille 4. An der Stirnwand 21 der Gießdüse 2 erfolgt eine
Querschnittserweiterung des Metallstromes 5 und, wie dort in unterbrochener Linie
angedeutet, erfolgt, Erstarrung der Schmelze während des Strangabzugsstillstandes
und die anfänglich dünne Strangschale 50 bildet am Ring 2 ein Dickemaximum 51 aus,
das gegen das Kokilleninnere in Strangabzugsrichtung r hin zur dort auftretenden Dicke
s der Strangschale absinkt, und weiters folgt ein Dickenanstieg an der Rückfront 53
des vorhergehenden Strangschalenabschnittes zum dabei ausgebildeten Maximum 51a. Die
Entfernung von Gießringstirnwand 21 und Rückfront 53 des Maximums 51a beträgt eine
Schrittlänge I. In Richtung r folgen meist weitere solche Maxima in Abstand I voneinander,
die allerdings schließlich in der innen dicker werdenden Schale 50 "untergehen". Durch
Einwirkung von Wander- bzw. Drehfeldern von Elektromagneten wird das flüssige Metall
5 in eine drehende Bewegung d um die Achse a des Stranges versetzt, wobei, wie mit
strichpunktierter Linie angedeutet, zumindest entlang der Abzugsstrecke einer Abzugslänge
I die Spitze des Maximums der Schalendicke 51a a des vorhergehenden Hubes und des
sich gerade ausbildenden Maximums 51 durch Bespülen mit heißer Metallschmelze laufend
an ihrer Bildung und ihrem Wachstum gehindert werden, wobei gleichzeitig intensiver
Kontakt der Rückseite 53 des beim vorhergehenden Hub gebildeten Strangschalenabschnittes
und damit inniges Verschweißen erfolgt. Die beim bisherigen Verfahren ohne die Bewegung
der Schmelze auftretenden, als Hubmarken sich manifestierenden Strangschalenmaxima
werden dadurch völlig abgebaut und infolge der innigen Verschweißung der bei dem intermittierenden
Abzug gebildeten Strangabschnitte ist wesentlich verbesserte Homogenität des erhaltenen
Stranges in Längsrichtung erreichbar.
1. Verfahren zum horizontalen Stranggießen von höher schmelzenden Metallen, vorzugsweise
Stählen, wobei in einem Behälter befindliche Metallschmelze mit mindestens einem durch
eine Schmelzenführung (1) mit einer im wesentlichen senkrecht zur Strangachse (a)
durch eine Gießdüse oder einen Gießring (2) gebildeten Erweiterung (21) und daran
anschließende formgebende Kokille (4) bewegten Metallschmelze-Strom (5) kommuniziert,
welcher Schmelzenstrom (5) seinerseits in der Kokille (4) beginnend, allseitig unter
Bildung einer Strangschale (50) zunehmender Dicke (s) in einen sich verfestigenden
Metallstrang übergeht, wobei Kokille (4) und Strang relativ zueinander schrittweise
bewegt werden, insbesondere der Strang schrittweise abgezogen wird, wobei das flüssige
Metall unter Einwirkung von magnetischen Feldern zusätzlich in Bewegung versetzt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß in dem durch den Strangabzug relativ bewegten Metallstrom,
der an einem durch eine Gießdüse oder einen in die Kokille zumindest teilweise hineinragenden
Gießring (2) im wesentlichen senkrecht zur Strangachse (a) gebildeten Übergang (21)
von der Schmelzeführung (1) in die Kokille (4) sprunghaft erweitert wird, das Metall
unmittelbar hinter der Querschnittserweiterung (21) zusätzlich zur Relativbewegung
in Strangabzugsrichtung, um die Stranglängsachse (a) gerüht wird, wobei die höchste
Rührintensität im Bereich zwischen der Querschnittserweiterung (21) und jenem Punkt
in der Kokille (4), welcher bei schrittweisem Abzug der Strangschale (50) einer Länge
von zwei Abzugsschritten (I) entspricht, in die Schmelze eingebracht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Metall des Schmelzestromes
(5) in eine quer zur Strangabzugsrichtung verlaufende drehende Bewegung im wesentlichen
parallel zur Stirnseite des in die Kokille ragenden Gießringes (2) versetzt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Metall des Schmelzestromes
(5) durch von bewegtem(en) magnetischen(en) Feld(ern) hervorgerufene Kraftwirkung
in eine Bewegung im wesentlichen parallel zur Stirnseite des in die Kokille ragenden
Gießringes (2) am Übergang (21) versetzt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Metall des Metallstromes
(5) zusätzlich zur Quer-, insbesondere Drehbewegung (d) um die Strangachse (a) in
eine, gegebenenfalls oszillierende, Bewegung im wesentlichen in Richtung der Strangachse
(a) versetzt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Metall des sich
im Bereich des sprunghaften Überganges (21) erweiternden Schmelzestromes (5) innerhalb
eines einen Abstand von der Strangschse (a) aufweisenden bis zur Innenseite der sich
in der Kokille ausbildenden Strangschale (50) sich erstreckenden Ringraumes zusätzlich
zur Bewegung mit dem Strangabzug in Querbewegung, insbesondere drehende Bewegung (d),
versetzt wird.
1. Procédé de coulée continue horizontale pour métaux à point de fusion élevé, en
particulier de l'acier, dans lequel de la coulée de métal se trouvant dans un récipient
communique avec au moins un courant de coulée de métal (5) mû par un guide de coulée
(1), avec un évasement (21) formé sensiblement perpendiculairement à l'axe de la barre
(a) par une tuyère de coulée ou un anneau de coulée (2), et une coquille de formage
(4) qui suit immédiatement, lequel courant de coulée (5) se transforme, à son tour,
en commençant dans la coquille (4), de tous les côtés, en formant une enveloppe de
barre (50) d'épaisseur croissante (s), en une barre métallique qui se solidifie, la
coquille (4) et la barre étant mues l'une par rapport à l'autre par étapes, en particulier,
la barre étant extraite par étapes, le métal liquide étant en outre déplacé en mouvement
sous l'action de champs magnétiques, caractérisé en ce que, dans le courant de métal
relativement déplacé par l'extraction de la barre, qui s'évase par sauts au passage
(21) du guide de coulée (1) à la coquille (4) formé sensiblement perpendiculairement
à l'axe de la barre (a) par une tuyère de coulée ou un anneau de coulée (2) pénétrant
au moins partiellement dans la coquille, le métal est agité, immédiatement après l'évassement
de section (21), outre le mouvement relatif dans le sens de l'extraction de la barre,
autour de l'axe longitudinal de la barre (a), l'intensité d'agitation la plus élevée
étant introduite dans la coulée dans la zone entre l'évasement de section 121) et
le point de la coquille (4) correspondant, lors de l'extraction en étapes de l'enveloppe
de la barre (50), à une longueur de deux étapes d'extraction.
2. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé en ce que le métal du courant de
coulée (5) est déplacé suivant un mouvement rotatif transversalement au sens d'extraction
de la barre, sensiblement parallèle à la face avant de l'anneau de coulée (2) pénétrant
dans la coquille.
3. Procédé suivant la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le métal du courant
de coulée (5) est déplacé, au passage, suivant un mouvement sensiblement parallèle
à la face avant de l'anneau de coulée (2) pénétrant dans la coquille, sous l'action
de force engendrée par un ou des champs magnétiques en mouvement.
4. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé en ce que le métal du courant de
coulée (5) est déplacé, en plus du mouvement transversal, en particulier rotatif (d)
autour de l'axe de la barre (a), suivant un mouvement, éventuellement oscillant, sensiblement
dans le sens de l'axe de la barre (a).
5. Procédé suivant les revendications 1 à 4, caractérisé en ce que le métal du courant
de coulée (5) s'évasant à l'endroit du passage par sauts (21) est, en plus du mouvement
avec l'extraction de la barre, déplacé, en outre, suivant un mouvement transversal,
en particulier rotatif (d) dans l'espace annulaire s'étendant jusqu'à la surface intérieure
de l'enveloppe de la barre (50) se formant dans la coquille et présentant une distance
par rapport à l'axe de la barre (a).
1. Process for the horizontal continuous casting of metals with a high melting point,
preferably steels, whereby molten metal in a container communicates with at least
one stream (5) of molten metal moved through a molten metal guide (1) with a widened
section (21) substantially perpendicular to the axis (a) of the casting and formed
by a casting nozzle or a casting ring (2) and an adjoining shaping mould (4), which
stream (5) of molten metal for its part, beginning in the mould (4), changes into
a solidifying metal casting on all sides, forming a casting shell (50) of increasing
thickness (s), the mould (4) and casting being moved relative to each other in steps,
in particular the casting is removed in steps, the liquid metal additionally being
caused to move under the action of magnetic fields, characterised in that in the stream
of metal moved relatively by the removal of castings,.which stream is widened suddenly
at a transition (21) from the molten metal guide (1) into the mould (4) formed substantially
perpendicular to the casting axis (a) by a casting nozzle or a casting ring (2) which
at least partly projects into the mould, the metal directly behind the widened cross-section
(21), in addition to the relative movement in the direction of removal of the casting,
is agitated about the longitudinal casting axis (a), the greatest agitation intensity
being introduced into the molten metal in the region between the widened cross-section
(21) and that point in the mould ( 6 which corresponds to a length of two removal
steps (1) in the case of step-by-step removal of the casting shell (50).
2. Process according to Claim 1 or 2 [sic], characterised in that the metal of the
stream (5) of molten metal is caused to move in a rotary movement running transversely
to the direction of casting removal and substantially parallel to the end face of
the casting ring (2) projecting into the mould.
3. Process according to Claim 1 to 3 [sic], characterised in that the metal of the
stream (5) of molten metal is caused to move in a movement substantially parallel
to the end face of the casting ring (2) projecting into the mould at the transition
(21) by the effect of force caused by a moving magnetic field or fields.
4. Process according to Claim 1, characterised in that the metal of the stream (5)
of metal is caused to move in an optionally oscillating movement substantially in
the direction of the casting axis (a) in addition to the transverse movement, in particular
rotary movement (d), about the casting axis (a).
5. Process according to Claims 1 to 5 [sic], characterised in that, in addition to
the movement with the removal of castings in the transverse movement, in particular
rotary movement (d), the metal of the stream (5) of molten metal widening in the region
of the sudden transition (21) is caused to move within an annular sspace extending
at a distance from the casting axis (a) to the inside of the casting metal (50) forming
in the mould.