[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von gepreßten Profilkörpern
aus einem nicht steigfähigen Gemisch von mit einem wärmehärtbaren Bindemittel vermischten
Füllstoffen. Aus der DE-PS 23 09 975 ist ein solches Verfahren bekannt, bei dem das
Gemisch in der Weise vorgepreßt und anschließend zu seiner endgültigen Form in einer
Heißpresse ausgehärtet wird, daß ein mit dem unverdichteten Gemisch gefülltes, kaltes
Preßwerkzeugunterteil in eine Presse eingefahren und dort beim Schließen der Presse
unter gleichzeitigem Vorpressen in deren heißes Preßwerkzeugoberteil gepreßt wird,
daß dann anstelle des ersten Preßwerkzeugunterteils ein zweites, heißes Preßwerkzeugunterteil
eingefahren wird.
[0002] Das nicht steigfähige Gemisch besteht häufig aus lignozellulosehaltigen Faserstoffen,
wie zerkleinerten und getrockneten Holzspänen, Bagassefasern u. ä. , die mit einem
wärmehärtbaren Kunstharz, wie Melamin-, Harnstofformaldehyd- oder Phenolformaldehydharz
vermischt sind. Anstelle der zerkleinerten und getrockneten Holz- oder Bagassefasern
können aber auch Fasern anderer Werkstoffe, wie Glasfasern, Steinwolle allein oder
mehrere derselben gemischt verwendet werden, denen entsprechende, vorzugsweise organische
Bindemittel zugesetzt sind.
[0003] Das bekannte Verfahren ist für die Herstellung von relativ kleinen Profilkörpern,
wie beispielsweise Ronden ab einem Durchmesser von fünf Zentimeter oder aus Ringen
und Verbindungsstegen mit geringen Wandstärken bestehende gitterartige Netzwerke,
wie Ziergitter oder Deckenrasterelemente vorgesehen. Die nach diesem Verfahren hergestellten
Formkörper haben eine einwandfrei geformte Sichtfläche und sind qualitativ ausreichend,
auch wenn die Rückseite im allgemeinen durch Schleifen oder Fräsen nachgearbeitet
werden muß. Das Verfahren ist jedoch sehr aufwendig, da es, wie alle bekannten Verfahren,
zumindest zweistufig arbeitet, d. h. mit einem Vorpreß- und einem Heißpreßwerkzeug.
Die Weiterentwicklung dieses Verfahrens (EP 0 177 628 A1) , bei dem der Vorpreßling
zweimal umgesetzt wird, ist noch aufwendiger gestaltet.
[0004] Es bestand daher die Aufgabe, ein weniger zeit- und kostenaufwendiges Verfahren für
die Herstellung der beschriebenen Formkörper zu entwickeln, mit dem diese ohne nicht
vertretbare Qualitätseinbußen herstellbar sind.
[0005] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren gelöst, bei dem ein mit der
Preßmasse gefülltes, kaltes Preßwerkzeugunterteil in die Heißpresse eingefahren wird,
dort beim Schließen der Heißpresse die Preßmasse unter gleichzeitiger Vorverdichtung
in ein Heißpreßwerkzeugoberteil gedrückt und ohne Wechsel des Preßwerkzeugunterteils
in seine endgültige Form gepreßt und ausgehärtet wird.
[0006] Es hat sich gezeigt, daß es bei Profilkörpern mit einer Wandstärke bis etwa 2 cm
nicht erforderlich ist, zunächst einen Vorpreßling herzustellen, der dann in einer
Presse mit heißem Preßwerkzeugunter- und -oberteil in seine endgültige Form gepreßt
und ausgehärtet werden muß. Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhaltenen Formkörper
haben eine gratfreie, glatte Sichtfläche und eine ausreichende Festigkeit. Die dem
Preßwerkzeugunterteil zugewandte rückseitige Fläche kann ggf. durch Schleifen oder
Fräsen nachgearbeitet werden.
[0007] Zur Durchführung des neuen Verfahrens dient gemäß der weiteren Erfindung eine Vorrichtung,
bei dem die Heißpresse mit einem heb- und senkbaren, beheizbarem Heißpreßwerkzeugoberteil
und zwei Preßwerkzeugunterteilen ausgestattet ist, wobei die Preßwerkzeugunterteile
abwechselnd unter dem Heißpreßwerkzeugoberteil verfahrbar angeordnet sind, in das
Heißpreßwerkzeugoberteil der Raumform des Profilkörpers entsprechende Vertiefungen
eingelassen sind, die von einen die Höhe jeder Vertiefung vergrößernden Rand umgeben
sind, und jedes Preßwerkzeugunterteil mit der Preßmasse anzufüllende Hohlräume und
einen diese umgebende Rahmen aufweist, der mit einer umsteuerbaren Heb- und Senkeinrichtung
versehen ist, bei der der Rahmen beim Pressen soweit absenkbar ist, daß die Böden
der Hohlräume, die Preßmasse so weit in die Vertiefungen des Heißpreßwerkzeugoberteils
einpressen können, daß der Profilkörper auf seine endgültige Form verdichtet wird.
[0008] Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert.
Die Fig. zeigt schematisch die Seitenansicht einer Ausführungsform der Vorrichtung
zur Ausübung des Verfahrens.
[0009] In dem Rahmen 1 der Presse ist das Heißpreßwerkzeugoberteil 2 absenkbar befestigt.
Auf dem Pressentisch 3 sind miteinander horizontal verschiebbar die Preßwerkzeugunterteile
4 und 5 angeordnet.
[0010] Das Preßwerkzeugunterteil 4 ist in Füllposition gezeigt und besitzt einen die mit
der Preßmasse anzufüllenden Hohlräume 6 umgebenden Rahmen 7, der - wie durch die Federn
8 angedeutet - mit einer umsteuerbaren Hebe- und Senkvorrichtung versehen ist. Der
Rahmen 7 kann, wie durch die Bohrungen 9 angedeutet, mit einer Kühlung versehen sein.
In dem Heißpreßwerkzeugoberteil 2 sind die der Form des Profilkörpers entsprechenden
Vertiefungen 10 eingelassen. Durch den unten am Heißpreßwerkzeugoberteil 2 angesetzten
Rand 11 ist die Höhe der Vertiefung vergrößert. In die am Rand 11 freigelassenen Flächen
passen genau die Böden 12 der Hohlräume 6 der Preßwerkzeugunterteile 4 und 5. Das
Heißpresswerkzeugoberteil ist mit Heizschlangen 13 versehen.
[0011] Das neue Verfahren zur Herstellung von gepreßten Profilkörpern wird nun in folgender
Weise durchgeführt:
[0012] In das Preßwerkzeugunterteil 5 wird eine solche Menge an Preßmasse eingefüllt, daß
die Hohlräume 6 vollständig gefüllt sind. Anschließend wird das Preßwerkzeugunterteil
5 horizontal so weit verfahren, bis die Hohlräume 6 und die Vertiefungen 10 in dem
Heißpreßwerkzeugoberteil 2 fluchten, und dann das Heißpreßwerkzeugoberteil 2 abgesenkt.
Sobald es das Preßwerkzeugunterteil 5 erreicht hat, nimmt es dessen Rahmen 7 mit.
Dabei wird die in den Hohlräumen 6 befindliche Preßmasse zunehmend verdichtet und
in vorverdichteter Form in die Vertiefungen 10 gepreßt. Wenn das Heißpreßwerkzeugoberteil
2 seine unterste Lage erreicht hat, sind die Böden 12 soweit in die am Rande 11 freigelassenen
Flächen eingedrungen, daß die Preßmasse in den Vertiefungen 10 auf ihre endgültige
Form verdichtet ist und von den im Heißpreßwerkzeugoberteil 2 eingeschalteten Heizungen
13 ausgehärtet wird. Die fertigen Profilkörper werden anschließend von den Ausstoßern
14 ausgeworfen.
[0013] Während des Preß- und Härtungsvorganges wird das Preßwerkzeugunterteil 4 mit der
Preßmasse gefüllt und wird nun in die Presse verfahren, wobei das Preßwerkzeugunterteil
5 die gestrichelte Position einnimmt, wo der Profilkörper entnommen und Preßmasse
für den nächsten Zyklus eingefüllt wird.
[0014] Vorteile des neuen Verfahrens sind geringere Werkzeugkosten und eine verkürzte Taktzeit.
[0015] In einer besonderen Ausgestaltung der Vorrichtung können die Böden 12 der Hohlräume
6 in den Preßwerkzeugunterteilen mit einer Beheizung und/oder einer Kühleinrichtung
versehen sein.
1. Verfahren zur Herstellung von gepreßten Profilkörpern aus einer rieselfähigen,
nicht steigfähigen Formmasse aus mit einem wärmehärtbaren Bindemittel vermischten
Füllstoffen, wobei die Formmasse in ein Preßwerkzeugunterteil dosiert, in einem Heißpreßwerkzeugoberteil
geformt und ausgehärtet, und der Profilkörper aus der Presse ausgestoßen wird, dadurch gekennzeichnet, daß ein mit der Preßmasse gefülltes kaltes Preßwerkzeugunterteil in die Heißpresse
eingefahren wird, dort beim Schließen der Heißpresse die Preßmasse unter gleichzeitiger
Vorverdichtung in ein Heißpreßwerkzeugoberteil gedrückt und ohne Wechsel des Preßwerkzeugunterteils
in seine endgültige Form gepreßt und ausgehärtet wird.
2. Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Heißpresse mit einem heb- und senkbaren, beheizbaren Heißpreßwerkzeugoberteil
(2) und zwei Preßwerkzeugunterteilen (4, 5) ausgestattet ist, wobei die Preßwerkzeugunterteile
(4, 5) abwechselnd unter dem Heißpreßwerkzeugoberteil (2) verfahrbar angeordnet sind,
in das Heißpreßwerkzeugoberteil (2) der Raumform des Profilkörpers entsprechende Vertiefungen
(10) eingelassen sind, die von einem die Höhe jeder Vertiefung (10) vergrößernden
Rand (11) umgeben sind, und jedes Preßwerkzeugunterteil (4, 5) mit der Preßmasse anzufüllende
Hohlräume (6) und einen diese umgebenden Rahmen (7) aufweist, der mit einer steuerbaren
Heb- und Senkvorrichtung versehen ist, bei der der Rahmen (7) soweit absenkbar ist,
daß die Böden (12) der Hohlräume (6) die Preßmasse so weit in die Vertiefungen (10)
des Heißpreßwerkzeugoberteils (2) einpressen können, daß der Profilkörper auf seine
endgültige Form verdichtet wird.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Rahmen (7) des Preßwerkzeugunterteils (4, 5) mit einer Kühlung (9) versehen
ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Böden (12) des Preßwerkzeugunterteils (4, 5) mit einer Beheizung und/oder
einer Kühlung versehen sind.