[0001] Die Erfindung betrifft eine Schaltungsanordnung zum hochfrequenten Betrieb einer
bzw. mehrerer in Reihe geschalteter Niederdruckentladungslampen entsprechend dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
[0002] In der DE-OS 34 41 992 ist eine solche Schaltungsanordnung zum Zünden einer Niederdruckentladungslampe
aufgeführt. Die Schaltungsanordnung beinhaltet dabei einen weiteren Kondensator parallel
zum Kaltleiter.
[0003] Bei Anlegen einer Netzspannung an die Schaltungsanordnung ist der Kaltleiter niederohmig
und ermöglicht so das Fließen eines Vorheizstromes durch die beiden Elektroden der
Lampe. Durch den Stromfluß wird der Kaltleiter erwärmt und geht nach einer für den
jeweiligen Kaltleiter charakteristischen Zeitspanne in einen hochohmigen Zustand
über. Dadurch wird die Vorheizung der Elektroden unterbrochen und die Lampe kann
durch den Resonanzkreis gezündet werden. Der Kaltleiter ermöglicht so eine ausreichende
und schnelle Vorheizung der Elektroden und eine sichere Zündung der Lampe.
[0004] Nachteilig ist jedoch, daß der Kaltleiter nach der Zündung während der gesamten Brenndauer
der Lampe geheizt wird. Daraus ergeben sich aufgrund der langen Brennzeiten bei Leuchtstofflampen
verhältnismäßig hohe Verlustenergien. Außerdem stellt die Dauerheizung des Kaltleiters
eine thermische Zusatzbelastung der Schaltungsanordnung dar, die zu einem vorzeitigen
Ausfall eines Schaltungsteils, insbesondere des Kaltleiters selbst führen kann.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Schaltungsanordnung zu schaffen, die nach Zündung
der Niederdruckentladungslampe bzw. -lampen eine weitere Heizung des Kaltleiters
unterbindet, um so die Verlustleistung der Schaltungsanordnung gering zu halten. Die
für diese Abschaltung benötigte Zahl an Schaltungselementen sollte möglichst klein
sein, damit die Schaltungsanordnung auch in kleinen Gerätegehäusen problemlos integriert
werden kann.
[0006] Die Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Weitere
vorteilhafte Ausgestaltungen der Schaltungsanordnung sind den Unteransprüchen zu
entnehmen.
[0007] Das Relais setzt mit Hilfe des Schalters den Kaltleiter außer Funktion, wenn eine
ausreichende Vorheizung der Elektroden erfolgt ist. Bisher ist es bekannt, für die
Ansteuerung eines Ruhekontakt-Relais, wie es hier vorliegt, aufwendige Schaltkreise,
wie z.B. RC-Schaltungen, als Zeitglied zu verwenden. Die erfindungsgemäße Schaltungsanordnung
benötigt solche Schaltkreise nicht, da der abzuschaltende Kaltleiter selbst - durch
Übergang in den hochohmigen Zustand - als Zeitkonstantenglied für das Ruhekontakt-Relais
dient.
[0008] Zur Erzeugung der benötigten Gleichspannung ist das Relais über einen Gleichrichter
parallel zum Kaltleiter im Heizkreis geschaltet. Außerdem ist in eine der Zuleitungen
zwischen Kaltleiter und Wechselstromeingang des Relais-Gleichrichters ein Kondensator
geschaltet, der zur Einstellung der Relais-Schaltspannung dient. Ein weiterer Kondensator
parallel zum Gleichstromausgang des Relais-Gleichrichters hat die Aufgabe, eine Siebung
der Gleichspannung vorzunehmen, wenn zum Betrieb des Relais brummarmer Gleichstrom
erforderlich ist.
[0009] Bei Betrieb von mehreren in Reihe geschalteten Niederdruckentladungslampen ist es
für eine optimale Zündung notwendig, daß alle Elektroden vorgeheizt werden. Die nicht
mit dem Mittenabgriff zwischen den beiden Transistoren bzw. mit dem Plus- und/oder
Minuspol verbundenen Elektroden müssen daher eine zusätzliche Vorheizung erfahren.
Vorteilhaft geschieht dies durch einen eigenen Heizkreis, der diese Elektroden miteinander
verbindet und in den zusätzlich eine Sekundärwicklung an der Resonanzinduktivität
integriert ist. Mit Hilfe eines weiteren Schalters in diesem zusätzlichen Heizkreis,
der ebenfalls im oben aufgeführten Ruhekontakt-Relais integriert ist, kann dann dieser
Heizkreis gleichzeitig mit dem Heizkreis der äußeren Elektroden außer Funktion gesetzt
werden.
[0010] Durch die Verwendung des Kaltleiters in Mehrfachfunktion als Vorheizglied und Zeitkonstantenglied
wird bei der erfindungsgemäßen Schaltungsanordnung eine optimale Vorheizzeit, eine
schnelle und glimmphasenfreie Lampenzündung und ein hoher Systemwirkungsgrad erzielt.
Das Relais bleibt während der Betriebsdauer der Lampe bzw. Lampen eingeschaltet, d.h.
solange der Gegentaktfrequenzgenerator schwingt. Der Kaltleiter kühlt sich sofort
nach Abschaltung durch das Relais beim Lampenstart ab. Somit ist bei einer Geräteabschaltung
innerhalb einiger Minuten mit anschließender Wiedereinschaltung eine erneute Vorheizung
mit nachfolgender guter Zündung gewährleistet. Diese Eigenschaften ermöglichen somit
auch den Einsatz der Schaltungsanordnung in Kurzzeit-Betriebsanwendungen.
[0011] Die Schaltungsanordnung ist anhand der nachfolgenden Figuren näher veranschaulicht.
Figur 1 zeigt eine erfindungsgemäße Schaltungsanordnung zum Betrieb einer Niederdruckentladungslampe
Figur 2 zeigt eine erfindungsgemäße Schaltungsanordnung zum Betrieb von zwei in Reihe
geschalteten Niederdruckentladungslampen
[0012] Im Ausführungsbeispiel der Figur 1 ist eine Schaltungsanordnung zum Betrieb einer
Leuchtstofflampe LP wiedergegeben. Die Schaltung beinhaltet ein Hochfrequenzfilter
1, eine Gleichrichteranordnung 2, einen Glättungskondensator C1 und einen Gegentaktfrequenzgenerator
mit zwei alternierend schaltenden Transistoren T1, T2, Emitterwiderständen R1, R2
sowie einer Ansteuerschaltung 3. Der Gegentaktfrequenzgenerator ist selbststeuernd,
wobei die Steuerspannung von einem Ringkerntrafo TR mit einer Primärwicklung im Betriebsstromkreis
und je einer Sekundärwicklung in den Basissteuerungen der Transistoren T1, T2 erhalten
wird. Außerdem weist die Schaltungsanordnung einen Serienresonanzkreis mit einer
Induktivität L1, einem Kopplungskondensator C2 und einem Resonanzkondensator C3 auf.
Die Resonanzinduktivität L1 und der Kopplungs kondensator C2 sind in Reihe zum Ringkerntrafo
TR in den Betriebsstromkreis zwischen den Mittenabgriff M und die erste Elektrode
E1 der Lampe LP und der Resonanzkondensator C3 in den Heizkreis der Lampe LP gelegt.
Die zweite Elektrode E2 der Niederdruckentladungslampe LP ist netzseitig mit dem
Pluspol der Gleichrichteranordnung 2 verbunden.
[0013] Der genaue Schaltungsaufbau und die Funktionsweise einer solchen Schaltungsanordnung
kann dem Buch "Elektronikschaltungen" von W. Hirschmann (Siemens AG), 1982, Seite
148 entnommen werden und soll hier nicht näher ausgeführt werden.
[0014] In Reihe zum Resonanzkondensator C3 ist in den Heizkreis ein Kaltleiter KL und ein
Schalter S eines Relais RL gelegt. Parallel zum Kaltleiter KL und zum Schalter S ist
ein Relais-Gleichrichter GL mit seinen Wechselstromeingängen geschaltet, wobei in
eine Zuleitung außerdem ein Kondensator C4 gelegt ist. Die Gleichstromausgänge des
Relais-Gleichrichters GL sind mit dem Relais RL verbunden, in das der Schalter S integriert
ist. Außerdem ist parallel zum Gleichstromausgang des Relais-Gleichrichters GL ein
Kondensator C5 geschaltet.
[0015] Bei Anlegen einer Netzspannung an die Schaltungsanordnung fließt ein Vorheizstrom
über die beiden Elektroden El, E2 durch den Heizkreis. Der Kaltleiter KL ist zuerst
niederohmig und geht aufgrund des Stromflusses nach einer gewissen Vorheizzeit in
den hochohmigen Zustand über. Nun kann sich der Kondensator C4 aufladen, bis am Gleichspannungsausgang
des Relais-Gleichrichters GL die für das Relais RL erforderliche Schaltspannung vorliegt.
Ist diese Spannung erreicht, so wird der Schalter S durch das Relais geöffnet und
macht den Kaltleiter KL stromlos. Gleichzeitig wird die Lampe LP gezündet. Der Kaltleiter
KL bleibt während der gesamten Brennzeit der Lampe LP abgeschaltet, da das Relais
RL durch Dauererregung seinen Ruhekontaktschalter S offenhält. Wird die Schaltungsanordnung
durch Abschalten der Netzspannung ausgeschaltet, so schließt sich auch der Ruhekontaktschalter
S wieder. Wird die Schaltungsanordnung erneut ans Netz angeschlossen, so beginnt der
Vorgang von vorn.
[0016] In der nachfolgenden Bestückungsliste sind die verwendeten Schaltungselemente für
die erfindungsgemäße Schaltungsanordnung entsprechend Figur 1 zum Betrieb einer 58
W-Leuchtstofflampe an 220 V Wechselspannung zusammengestellt:
C1 : 10 µF/450 V-
T1, T2 : MJE 13007
R1, R2 : 0,39Ω
TR : Ringkern (10x6x4) primär 9 Windungen
sekundär je 3 Windungen
L1 : EF25, 1,4 mH
C2 : 100 nF/250 V∼
KL : Kaltleiter 65Ω (1,5 A)
GL : B 250, C 800
RL : 24 V DC/1400Ω , Ruhekontakt 2 A/250 V∼
C3 : 2,2 nF/630 V-
C4 : 0,47 nF/1000 V-
C5 : 0,1 µf/100 V-
[0017] In Figur 2 ist eine erfindungsgemäße Schaltungsanordnung zum Betrieb von zwei in
Reihe geschalteten Leuchtstofflampen LP1, LP2 wiedergegeben. Der Aufbau der Grundschaltung
und des Schaltkreises für die Abschaltung des Kaltleiters KL entsprechen der in Figur
1 aufgeführten Schaltung, wobei hier die erste Elektrode E1 der ersten Lampe LP1 mit
dem Mittenabgriff M und die zweite Elektrode E2′ der zweiten Lampe LP2 mit dem Pluspol
der Gleichrichteranordnung 2 verbunden ist. Zusätzlich sind die beiden mittleren Elektroden
E2 und E1′ der Lampe LP1 bzw. Lampe LP2 zu einem eigenen Heizkreis zusammengefaßt,
der durch eine Sekundärwicklung L2′ an der Resonanzinduktivität L1′ die Elektroden
mit Strom versorgt. Der Heizkreis beinhaltet außerdem einen im Relais RL integrierten
Schalter S′, der durch das Relais RL geöffnet wird. Dadurch ist es möglich, mit dem
Relais RL, das durch den Kaltleiter KL gesteuert wird, die Vorheizströme sämtlicher
Elektroden gleichzeitig zu unterbrechen, wenn eine für die Zündung der Lampe ausreichende
Vorheizung erfolgt ist.
1. Schaltungsanordnung zum hochfrequenten Betrieb einer Niederdruckentladungslampe
(LP) bzw. mehrerer in Reihe geschalteter Niederdruckentladungslampen (LP1, LP2), wobei
die Schaltung folgende Merkmale aufweist:
- eine Gleichrichteranordnung (2);
- einen mit dem Gleichstromausgang der Gleichrichteranordnung (2) verbundenen Gegentaktfrequenzgenerator
mit zwei alternierend schaltenden Transistoren (T1, T2), einer Ansteuerschaltung (3)
und einem Glättungskondensator (C1), wobei ein Mittenabgriff (M) zwischen den beiden
Transistoren vorgesehen ist;
- Anschlußleitungen für die Niederdruckentladungslampe (LP) bzw. -lampen (LP1, LP2),
wobei eine Leitung die erste Elektrode (E1) der Lampe (LP) bzw. der ersten Lampe (LP1)
mit dem Mittenabgriff (M) zwischen den beiden Transistoren (T1, T2) und eine weitere
Leitung die zweite Elektrode (E2; E2′) der Lampe (LP) bzw. der letzten Lampe (LP2)
mit dem Plus- und/oder Minuspol der Gleichrichteranordnung (2) verbindet;
- einen Serienresonanzkreis, bestehend aus Resonanzinduktivität (L1, L1′), Kopplungskondensator
(C2) und Resonanzkapazität (C3), wobei die Resonanzinduktivität (L1, L1′) und der
Kopplungskondensator (C2) in Reihe zwischen den Mittenabgriff (M) und die erste Elektrode
(E1) der Lampe (LP) bzw. der ersten Lampe (LP1) und die Resonanzkapazität (C3) in
den Heizkreis parallel zur Lampe (LP) bzw. zu den Lampen (LP1, LP2) geschaltet ist,
- sowie einem Kaltleiter (KL) in Reihe zum Resonanzkondensator (C3) im Heizkreis,
dadurch gekennzeichnet, daß die Schaltungsanordnung ein Relais (RL) beinhaltet, mit
dem mittels eines Schalters (S) in Reihe zum Kaltleiter (KL) im Heizkreis der Kaltleiter
(KL) von der Schaltung abgetrennt werden kann, wobei der Kaltleiter (KL) gleichzeitig
als Zeitglied für die Steuerung des Relais (RL) dient.
2. Schaltungsanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Stromanschlüsse
des Relais (RL) mit dem Gleichspannungsausgang eines Relais-Gleichrichters (GL) verbunden
sind und der Relais-Gleichrichter (GL) mit seinen Wechselstromeingängen parallel
zum Kaltleiter (KL) geschaltet ist.
3. Schaltungsanordnung nach Anspruch 1 und/oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß in
eine der beiden Wechselstromanschlußleitungen zwischen Kaltleiter (KL) und Relais-Gleichrichter
(GL) ein Kondensator (C4) geschaltet ist.
4. Schaltungsanordnung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß parallel zum Gleichstromausgang des Relais-Gleichrichters (GL) ein Kondensator
(C5) geschaltet ist.
5. Schaltungsanordnung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß bei Betrieb von mehreren in Reihe geschalteten Nieder druckentladungslampen (LP1,
LP2) die Elektroden (E2, E1′), die nicht mit dem Mittenabgriff (M) bzw. dem Plus-
und/oder Minuspol verbunden sind, in Reihe mit einer Sekundärwicklung (L2′) an der
Resonanzinduktivität (L1′) zu einem weiteren Heizkreis verschaltet sind, und in diesem
Heizkreis ein Schalter (S′) integriert ist, durch den mittels des Relais (RL) der
weitere Heizkreis unterbrochen werden kann.