[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Beladen mindestens einer fließfähigen Komponente
mit Gas bei der Herstellung von massiven bis zelligen Kunststoffen aus mindestens
zwei fließfähigen Reaktionskomponenten, wobei das Gas einem Hohlrührer von außen dosiert
zugeführt, von ihm angesaugt und in einem Begasungsraum in die Komponente eindispergiert
wird.
[0002] Zum Erzielen bestimmter Eigenschaften derartiger Kunststoffe ist es erforderlich,
mindestens eine Komponente mit Gas, beispielsweise Luft, zu beladen. Die Qualität
der gewünschten Eigenschaften im Endprodukt hängt sehr wesentlich von der Dispergierung
und Homogenisierung des Gases in der Komponente ab. Insbesondere finden derartige
Verfahren bei der Herstellung von vorzugsweise geschäumten Polyurethan-Kunststoffen,
Polyisocyanurat-Kunststoffen und Polyharnstoff-Kunststoffen Anwendung. Aus DE-A-34
34 443 ist es bekannt, das Gas in einem mit einem Hohlrührer versehenen Begasungsbehälter
in die Komponente einzudispergieren, wobei dieser Begasungsbehälter in einer vom
Vorratsbehälter zum Mischkopf führenden Leitung zwischengeordnet ist. Die Rührflügel
des Hohlrührers und/oder dessen Rührerdrehzahl sind einstellbar, damit eine gewünschte
Gasmenge pro Zeiteinheit angesaugt werden kann.
[0003] Weitere Begasungsverfahren mit Hohlrührer sind aus EP-A-110 244, EP-A-175 252 und
DE-A-3 434 444 bekannt.
[0004] Allen diesen Verfahren haftet der Mangel an, daß die Dispergierung und Homogenisierung
des Gases in der Komponente nicht ausreichend ist, was sich insbesondere bei der
Begasung hochviskoser Komponenten und schwerlöslicher Gase bemerkbar macht.
[0005] Es besteht die Aufgabe, das Verfahren der eingangs genannten Art dahingehend zu
verbessern, daß der Dispergierungsgrad des Gases in der Komponente und die Lösungsgeschwindigkeit
erhöht werden und daß es insbesondere auch für höherviskose Komponenten mit gutem
Erfolg anwendbar ist.
[0006] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß der Hohlrührer mit einer größeren Gasmengen-Durchsatzleistung
(Nl/min) betrieben wird als der ihm angebotenen Gasmenge (Nl/min) entspricht.
[0007] Auf diese Weise wird eine höhere Druckdifferenz (Unterdruck) am Hohlrührer erzielt,
wodurch eine schnellere und homogenere Aufnahme des Gases durch die Komponente und
damit eine höhere Löslichkeit in ihr bewirkt wird. In der Regel wird man gegenüber
den bekannten Verfahren zum Erzielen der größeren Gasmengen-Durchsatzleistung eine
konstante, höhere Drehzahl vorgeben. Die gleiche Wirkung würde durch eine entsprechende
Veränderung der Stellung oder der Länge der Rührflügel erzielt, was jedoch technisch
aufwendiger wäre.
[0008] In der Zeichnung ist eine Vorrichtung zur Durchführung des neuen Verfahrens rein
schematisch im Schnitt dargestellt und nachstehend näher erläutert:
[0009] Von einem nicht dargestellten Vorratsbehälter wird Polyol als Komponente über eine
Leitung 1 in einen geschlossenen Begasungsbehälter 2 in dessen oberen Bereich eingeführt,
von dessen Boden 3 eine Leitung 4 zu einem nicht dargestellten Mischkopf führt, in
welchem das mit Gas beladene Polyol mit Isocyanat als weitere Komponente vermischt
wird. Aus dem Gemisch bildet sich nach Verlassen des Mischkopfes Polyurethan-Schaumstoff.
Das Rührwerk 5 besteht aus einem drehzahlverstellbaren Antriebsmotor 6 und einem Hohlrührer
7, welcher mittels einer Dichtung 8 durch den Behälterdeckel 9 geführt ist. Außerhalb
des Rührwerkbehälters 2 weist der Hohlrührer 7 eine Ansaugöffnung 10 auf, welche
mit an den Enden der Rührarme 11 vorgesehenen Öffnungen 12 verbunden ist. Im Bereich
der Ansaugoffnung 10 ist der Hohlrührer 7 durch ein Gehäuse 13 umgeben, in welches
eine Gaszuführleitung 14 mündet. Diese steht mit einer Gasquelle 15 in Verbindung.
In der Leitung 14 ist ein Gasdosiergerät 16 angeordnet, welches aus einem Gasmasse-Durchflußmesser
17 und einem Gasdurchflußmengen-Regelventil 18 besteht. Sowohl das Polyol als auch
das Gas werden kontinuierlich in konstantem Strom zugeführt und das Gemisch abgeführt.
Das Rührwerk 5 arbeitet mit konstanter Drehzahl, wobei diese so eingestellt ist,
daß eine größere Gasmengen-Durchsatzleistung erzielt wird als der durch das Gasdosiergerät
16 angebotenen Gasmenge entspricht.
Beispiel
[0010] Der Begasungsbehälter 2 besitzt ein Volumen von 2 l. Er steht unter einem Arbeitsdruck
von 3 bar. Der Hohlrührer 7 arbeitet mit 3000 U/min, was einer Ansaugleistung von
10 Nl/min entspricht. Die vom Gasdosiergerät 16 angebotene Gasmenge, in diesem Falle
Luft, beträgt jedoch nur 5 Nl/min. Dadurch wird eine Saugwirkung (Druckdifferenz)
von 0,4 bar erzeugt. Es werden 6 l/min Polyol zugeführt. Die mittlere Verweilzeit
des Polyols im Rührwerksbehälter 2 beträgt 20 sec. Das begaste Polyol zeigt einen
Blasengehalt von 27 Stück/cm² bei einer mittleren Blasengröße von 0,9 mm.
Verfahren zum Beladen mindestens einer fließfähigen Komponente mit Gas bei der Herstellung
von massiven bis zelligen Kunststoffen aus mindestens zwei fließfähigen Reaktionskomponenten,
wobei das Gas einem Hohlrührer (7) von außen dosiert zugeführt, von ihm angesaugt
und in einem Begasungsraum (2) in die Komponente eindispergiert wird, dadurch gekennzeichnet,
daß der Hohlrührer (7) mit einer größeren Gasmengen-Durchsatzleistung (Nl/min) betrieben
wird als der ihm angebotenen Gasmenge (Nl/min) entspricht.