Stand der Technik
[0001] Die Erfindung geht aus von einem Kraftstoffeinspritzventil nach der Gattung des Patentanspruches
1.
[0002] Es ist ein Kraftstoffeinspritzventil bekannt (DE-OS 33 01 501), bei dem sich zur
Verbesserung des abgespritzten Brennstoffstrahles stromabwärts des Ventilsitzes eine
Lochscheibe befindet. Durch in dieser Lochscheibe eingearbeitete Bohrungen wird der
Kraftstoff auf die Innenwand einer Aufbereitungshülse gespritzt. Das eigentliche Abspritzende
eines solchen Kraftstoffeinspritzventiles bildet ein Abschlußkragen der Aufbereitungshülse.
Nachteilig ist bei diesem Kraftstoffeinspritzventil, daß die von der Lochscheibe erzeugten
Kraftstoffstrahlen unter einem sehr steilen Winkel auf die Innenwand der Aufbereitungshülse
treffen. Außerdem liegt der Auftreffpunkt weit oberhalb des Abspritzendes der Aufbereitungshülse.
Der Kraftstoff "schraubt" sich entlang der Innenwand der Aufbereitungshülse zum Abspritzende,
die Abspritzung erfolgt in Form eines Kegels. Die dabei abgespritzten Flüssigkeitströpfchen
sind relativ groß, was die Bildung eines optimalen Kraftstoff-Luft-Gemisches erschwert.
[0003] Aus der DE-OS 33 01 501 ist auch ein Zapfen bekannt, welcher, einen Teil der Lochscheibe
bildend, teilweise in den Ventilnadelkörper zu dessen Führung ragt und welcher zum
Düsenkörper hin einen Ringkanal bildet. Dieser Ringkanal ist jedoch strömungstechnisch
nicht vorteilhaft ausgebildet. Der Kraftstoff wird nicht, vom Ventilsitz kommend,
zur Lochscheibe "geführt", sondern kann sich in verschiedenen Toträumen sammeln, insbesondere
in der Sacklochbohrung des Ventil nadelkörpers, in die der Zapfen ragt. Dadurch verlängert
sich die Zeitspanne zwischen dem Abheben des Ventilteils vom Ventilsitz und dem Abspritzen
von Kraftstoff aus den Bohrungen, denn diese Toträume müssen zunächst aufgefüllt werden,
das Ventil arbeitet mit Verzögerung. Nach dem Schließen des Kraftstoffeinspritzventiles
besteht dann infolge dieser großen Toträume der Nachteil, daß aus diesen Toträumen
in unerwünschter Weise Kraftstoff durch die Bohrungen der Lochscheibe abgesaugt wird,
das Ventil also "nachdieselt".
[0004] Bekannt ist ebenfalls eine Einspritzdüse für Dieselmotoren (DE-B-10 46 950); bei
der die Ventilnadel von einem Schließkegel sprunghaft in einen Drosselzapfen übergeht,
der in eine stromabwärts des Ventilsitzes ausgebildete Düsenkörperöffnung unter Bildung
eines Ringkanales übergeht und Bohrungen in einer Platte teilweise überdeckt, in
deren Nähe er endet. Bei einer Öffnungsbewegung der Ventilnadel wird der Drosselzapfen
nach einer drosselnden Zwischenstellung vollständig aus der Düsenkörperöffnung herausgezogen,
so daß ein sehr großer Totraum gebildet und keinerlei strömungsleitende Funk- tion
mehr wirksam wird.
[0005] Weiterhin ist eine Einspritzdüse für Dieselmtoroen bekannt (DE-B-12 12 352), deren
Ventilnadel gerundet in einem Zapfen ausläuft, der mit einem Düsenkörperaustrittskanal
einen Ringraum bildet, von dem Einspritzbohrungen ausgehen.
[0006] Aus der GB-A-2 029 508 ist ein Kraftstoffeinspritzventil bekannt, bei dem die Ventilnadel
stromaufwärts des Zapfens (Figur 3) einen kegeligen Abschnitt aufweist und der Übergang
zwischen dem kegeligen Abschnitt und dem Zapfen gerundet ist und bei dem die Ventilsitzfläche
stromabwärts in eine den Zapfen umgebende Düsenöffnung übergeht und der Übergang zwischen
Ventilsitzfläche und Düsenkörperöffnung gerundet ist.
[0007] Aus der GB-A-2 097 470 ist ein Kraftstoffeinspritzventil bekannt, bei dem die gedachten
Mittelachsen der Bohrungen des Plättchens die Mantelfläche der Aufbereitungsbohrung
knapp stromaufwärts der Kante der Aufbereitungsbohrung schneiden.
Vorteile der Erfindung
[0008] Das erfindungsgemäße Kraftstoffeinspritzventil mit den kennzeichnenden Merkmalen
des Patentanspruches 1 hat demgegenüber den Vorteil einer leichten und genauen Fertigung,
wobei Grate und andere die Durchströmung verschlechternde Unsauberheiten vermieden
werden. Außerdem bewirkt die glatte Oberflächenkontur von Ventilnadel und Ventilsitzfläche
eine sehr gute Korrelation zwischen dem Hub der Ventilnadel und der abströmenden
Kraftstoffmenge.
[0009] Vorteilhaft ist es insbesondere, auch die stromab des Dichtsitzes angeordneten Übergänge
zu runden, um einen gleichmäßigen Kraftstofffluß vom Dichtsitz weg zu erreichen.
[0010] Eine besonders gute Zerstäubung des Kraftstoffes wird ermöglicht, wenn dieser über
mehrere Bohrungen in einem dünnen, zwischen Düsenkörper und einer Aufbereitungshülse
eingespannten Plättchen abgespritzt wird. Dieses Plättchen ist leicht und preiswert
herzustellen, es läßt sich außerdem durch Tiefziehen in eine Form bringen, welche
eine zuverlässige Zentrierung ermöglicht.
[0011] Von Vorteil ist es, an der Ventilnadel einen bis knapp an das Plättchen reichenden
Zapfen vorzusehen. Durch den zwischen Zapfen und Düsenkörper gebildeten Ringraum
wird die Kraftstoffströmung beruhigt und ohne störende Toträume bis zu den Bohrungen
geführt. Eine Strömungsoptimierung ist außerdem durch entsprechende Bearbeitung der
Ventilnadel im Bereich zwischen Ventilsitz und Zapfen möglich, etwa durch Verwendung
von Radien anstelle kantiger Übergänge. Dies führt in der Praxis zu einer verringerten
Ansprechzeit des Kraftstoffeinspritzventils zwischen dem Abheben der Ventilnadel
vom Ventilsitz und dem Abspritzen von Kraftstoff aus den Bohrungen. Den Zapfen als
Teil der Ventilnadel auszuführen und nicht als Teil des Plättchens bietet fertigungstechnische
Vorteile, führt zur Vermeidung unerwünschter Toträume und ermöglicht zur Strömungsberuhigung
allmähliche, gerundete Übergänge.
[0012] Durch die in den weiteren Patentansprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte
Weiterbildungen und Verbesserungen des in dem Patentanspruch 1 angegebenen Kraftstoffeinspritzventiles
möglich.
Zeichnung
[0013] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung vereinfacht dargestellt
und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Figur 1 zeigt eine vorteilhafte
Ausführungsform des erfindungsgemäßen Kraftstoffeinspritzventiles, Figur 2 einen
Ausschnitt aus Figur 1 in vergrößertem Maßstab.
Beschreibung des Ausführungsbeispieles
[0014] Das in der Zeichnung beispielsweise dargestellte Kraftstoffeinspritzventil für eine
Kraftstoffeinspritzanlage einer gemischverdichtenden, fremdgezündeten Brennkraftmaschine
hat ein Ventilgehäuse 1 aus ferromagnetischem Material, in dem auf einem Spulenträger
2 eine Magnetspule 3 angeordnet ist. Die Magnetspule 3 hat eine Stromzuführung über
einen Steckanschluß 4, der in einem das Ventilgehäuse 1 teilweise umgreifenden Kunststoffring
5 eingebettet ist.
[0015] Der Spulenträger 2 der Magnetspule 3 sitzt in einem Spulenraum 6 des Ventilgehäuses
1 auf einem den Kraftstoff, beispielsweise Benzin, zuführenden Anschlußstutzen 7,
der teilweise in das Ventilgehäuse 1 ragt. Das Ventilgehäuse 1 umschließt dem Kraftstoffstutzen
7 abgewandt teilweise einen Düsenkörper 9.
[0016] Zwischen einer Stirnfläche 11 des Anschlußstutzens 7 und einer zum genauen Einstellen
des Ventils eine bestimmte Dicke aufweisenden Anschlagplatte 12, die auf eine Innenschulter
13 des Ventilgehäuses 1 aufgesetzt ist, befindet sich ein zylindrischer Anker 14.
Der Anker 14 besteht aus einem nicht korrosionsanfälligen, magnetischen Material
und befindet sich mit geringem radialen Abstand zu einem magnetisch leitfähigen Absatz
des Ventilgehäuses 1, auf diese Weise zwischen Anker 14 und Absatz einen ringförmigen
Magnetspalt bildend, koaxial im Ventilgehäuse 1. Von seinen beiden Stirnflächen aus
ist der zylindrische Anker 14 mit einer ersten 15 und einer zweiten 16 koaxialen Sackbohrung
versehen, wobei die zweite Sackbohrung 16 sich zum Düsenkörper 9 hin öffnet. Erste
15 und zweite 16 Sackbohrung sind miteinander durch eine koaxiale Öffnung 17 verbunden.
Der Durchmesser der Öffnung 17 ist kleiner als der Durchmesser der zweiten Sackbohrung
16. Der dem Düsenkörper 9 zugewandte Endabschnitt des Ankers 14 ist als Verformungsbereich
18 ausgeführt. Dieser Verformungsbereich 18 hat die Aufgabe, durch Umgreifen eines,
einen Teil einer Ventilnadel 27 bildenden und die zweite Sackbohrung 16 aussfüllenden
Haltekörpers 28 den Anker 14 mit der Ventilnadel 27 formschlüssig zu verbinden. Das
Umgreifen des Haltekörpers 28 durch den Verformungsbereich 18 des Ankers 14 wird durch
Einpressen von Material des Verformungsbereichs 18 in am Haltekörper 28 befindliche
Rillen 29 erreicht.
[0017] Am Boden der ersten koaxialen Sackbohrung 15 liegt eine Druckfeder 30 mit ihrem einen
Ende an, welche andererseits an einem im Anschlußstutzen 7 durch Verschrauben oder
Verstemmen befestigten Rohreinsatz 31 anliegt und welche bestrebt ist, Anker 14 und
Ventilnadel 27 mit einer vom Anschlußstutzen 7 abgewandten Kraft zu beaufschlagen.
[0018] Die Ventilnadel 27 durchdringt mit radialem Abstand eine Durchgangsbohrung 34 in
der Anschlagplatte 12 und wird in einer Führungsboh rung 35 des Düsenkörpers 9 geführt.
In der Anschlagplatte 12 ist eine von der Durchgangsbohrung 34 zum Umfang der Anschlagplatte
12 führende Aussparung 37 vorgesehen, deren Lichte Weite größer ist als der Durchmesser
der Ventilnadel 27 in ihrem von der Anschlagplatte 12 umgebenen Bereich.
[0019] Die Ventilnadel 27 hat zwei Führungsabschnitte 39 und 40, die der Ventilnadel 27
in der Führungsbohrung 35 Führung geben sowie einen Axialdurchgang für den Kraftstoff
freilassen und beispielsweise als Vierkante ausgebildet sind.
[0020] An den stromabwärts liegenden zweiten Führungsabschnitt 40 schließt sich ein zylindrischer
Abschnitt 43 geringeren Durchmessers an. An den zylindrischen Abschnitt 43 wiederum
fügt sich ein zulaufender, kegeliger Abschnitt 44, welcher in einem koaxialen, bevorzugt
zylindrischen Zapfen 45 ausläuft.
[0021] In der einen Ausschnitt aus Figur 1 darstellenden Figur 2 ist zu erkennen, daß der
Übergang zwischen dem zylindrischen Abschnitt 43 und dem kegeligen Abschnitt 44 gerundet
ist - etwa in Form eines Radius - und einen Dichtsitz 47 bildet, welcher im Zusammenwirken
mit einer am Düsenkörper 9 eingearbeiteten kegeligen Ventilsitzfläche 48 ein Öffnen
bzw. Schließen des Kraftstoffeinspritzventiles bewirkt. Die kegelige Ventilsitzfläche
48 des Düsenkörpers 9 setzt sich in der dem Anker 14 abgewandten Richtung in einer
zylindrischen Düsenkörperöffnung 49 fort, welche auf ungefähr gleicher Länge wie
die Länge des Zapfens 45 verläuft, so daß zwischen der zylindrischen Düsenkörperöffnung
49 und dem zylindrischen Zapfen 45 ein Ringspalt konstanten Querschnitts verbleibt.
Die Übergänge zwischen der kegeligen Ventilsitzfläche 48 einerseits und der zylindrischen
Düsenkörperöffnung 49 andererseits sowie dem kegeligen Abschnitt 44 der Ventilnadel
27 einerseits und dem Zapfen 45 andererseits sind gerundet, um einen guten Strömungsverlauf
zu gewährleisten. Den Abschluß des Düsenkörpers 9 in der dem Anker 14 abgewandten
Richtung bildet eine Flachseite 51, welche durch die Mündung der Düsenkörperöffnung
49 unterbrochen ist.
[0022] Die Länge des Zapfens 45 ist so bemessen, daß bei geschlossenem Kraftstoffeinspritzventil
der Zapfen 45 gerade nicht aus der Düsenkörperöffnung 49 hinausragt, d.h. der Zapfen
45 endet unmittelbar vor der durch die Flachseite 51 des Düsenkörpers 9 definierten
Ebene.
[0023] Während die Flachseite 51 des Düsenkörpers 9 innen durch die Düsenkörperöffnung
49 begrenzt ist, kann sie außen durch einen konischen Bereich 52 begrenzt sein, welcher
sich in der dem Anker 14 zugewandten Richtung erweitert.
[0024] An der Flachseite 51 des Düsenkörpers 9 liegt ein Plättchen 55 an, welches einen
hochgezogenen Rand 56 aufweist, der in etwa der Kontur des konischen Bereiches 52
des Düsenkörpers 9 folgt. Die Herstellung des Randes 56 am Plättchen 55 kann etwa
durch Tiefziehen des Plättchens 55 bewerkstelligt werden. Die Befestigung des Plättchens
55 an der Flachseite 51 wird durch eine Aufbereitungshülse 58 gewährleistet. Das
Plättchen 55 wird gegen die Flachseite 51 gedrückt, indem ein Boden 60 einer koaxialen
Sackbohrung 61 der Aufbereitungshülse 58 das Plättchen 55 in seinem äußeren Bereich
umfaßt. Das Plättchen 55 ist also zwischen dem Boden 60 der Sackbohrung 61 der Aufbereitungshülse
58 und der Flachseite 51 des Düsenkörpers 9 eingespannt. Die Zentrierung des Plattchens
55 wird dabei erreicht, indem sich der Rand 56 des Plättchens 55 an den konischen
Bereich 52 des Düsenkörpers 9 anlegt, das Plättchen 55 somit kein radiales Spiel mehr
aufweist. Eine besonders gute Zentrierung des Plättchens 55 ist erreichbar, wenn sich
der Rand 56 des Plättchens 55 beim Aufschieben auf den konischen Bereich 52 aufweitet,
also eine radiale Einspannung vorgenommen wird.
[0025] Die Einspannung des Plättchens 55 zwischen Düsenkörper 9 und Aufbereitungshülse
58 wird realisiert, indem die Aufbereitungshülse 58 mit einem Innengewinde 64 auf
ein am Umfang des Düsenkörpers 9 eingearbeitetes Außengewinde 65 geschraubt wird.
Um die Lage der Aufbereitungshülse 58 relativ zum Düsenkörper 9 nach erfolgter Verschraubung
zu sichern, kann die Aufbereitungshülse 58 mittels einer Stemmnase 66 in einer Außennut
68 des Düsenkörpers 9 verstemmt werden. Als Stemmnase 66 findet der dem Anker 14 zugewandte
Rand der Aufbereitungshülse 58 Verwendung. Zur Verstemmung wird dieser nach innen
in die Außennut 68 des Düsenkörpers 9 gebogen. Zwischen dem die Stemmnase 66 bildenden
Rand und dem Boden 60 der Aufbereitungshülse 58 erstreckt sich die Mantelfläche der
Sackbohrung 61, welche fast auf ihrer gesamten Längen durch das Innengewinde 64 gebildet
wird. Innengewinde 64 und Außengewinde 65 werden vorzugsweise als Feingewinde ausgeführt.
Die Aufbereitungshülse 58 kann gleichzeitig dazu dienen, einen den Düsenkörper 9 radial
umfassenden Dichtring 69 axial zu sichern, wie in Figur 1 dargestellt ist.
[0026] Koaxial im Boden 60 der Aufbereitungshülse 58 mündet eine Aufbereitungsbohrung 70
von vorzugsweise zylindrischem Querschnitt, welche andererseits in einer scharfen
Aufbereitungskante 71 mündet. Die Aufbereitungskante 71 ist von einer Ringnut 73 umgeben.
Der Querschnitt der Ringnut 73 ist bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel in etwa
trapezförmig, d.h. sowohl eine innere Wand 74 der Ringnut 73 als auch eine äußere
Wand 75 der Ringnut 73 sind schräg. Die Aufbereitungskante 71 wird durch den spitzen
Winkel zwischen der schrägen inneren Wand 74 der Ringnut 73 und der Aufbereitungsbohrung
70 gebildet. Dieser Winkel sollte zwischen 10 und 20° betragen. Die äußere Wand 75
der Ringnut 73 bildet gleichzeitig die innere Fläche eines Kragens 77. Der Kragen
77 stellt das in der dem Anker 14 abgewandten Richtung am weitesten vorstehende Teil
des Kraftstoffeinspritzventiles dar. Der Kragen 77 umschließt die Aufbereitungskante
71 und ragt gleichzeitig über diese hinaus. Aufgabe des Kragens 77 ist es, die zurückversetzte
Aufbereitungskante 71 vor Beschädigungen zu sichern, etwa während der Montage des
Kraftstoffeinspritzventils an eine Brennkraftmaschine.
[0027] In dem Plättchen 55 befinden sich mehrere Bohrungen 80, welche von stromauf nach
stromab des Plättchens 55 führen. Stromaufwärts des Plättchens 55 münden die Bohrungen
80 in dem zwischen Düsenkörperöffnung 49 und Zapfen 45 gebildeten Ringraum. Die Bohrungen
80 sind mit ihrer Mittelachse 81 unmittelbar auf die Aufbereitungskante 71 oder aber
knapp stromauf derselben gerichtet. Bezüglich der Längsachse des Kraftstoffeinspritzventils
weist die Mittelachse 81 der Bohrungen 80 sowohl eine radiale als auch eine tangentiale
Komponente auf. Entscheidend ist, daß der zwischen den Mittelachsen 81 der Bohrungen
80 und der Mantelfläche der Aufbereitungsbohrung 70 gebildete Winkel sehr flach verläuft,
die aus den Bohrungen 80 austretenden Kraftstoffstrahlen also sehr flach auf die
Aufbereitungsbohrung 70 treffen. Dieser Auftreffwinkel sollte weniger als 10° betragen.
[0028] Die Form der Ventilnadel 27 im Bereich des Dichtsitzes 47 ist als Rundung ausgebildet.
Über dem zusammen mit der kegeligen Ventilsitzfläche 48 das Öffnen und Schließen
des Einspritzventiles bewirkenden Dichtsitz 47 der Ventilnadel 27 geht der zylindrische
Abschnitt 43 der Ventilnadel 27 stetig in den kegeligen Abschnitt 44 übergeht. Sowohl
der Übergang vom zylindrischen Abschnitt 43 auf die Rundung als auch der Übergang
von der Rundung auf den kegeligen Abschnitt 44 erfolgt dabei, in Richtung der Strömung
betrachtet, vorzugsweise tangential.
[0029] Von besonderem Vorteil bei dem beschriebenen Kraftstoffeinspritzventil ist die durch
die Rundung des Dichtsitzes 47 bedingte sehr gute Korrelation zwischen Ventilnadelhub
und abströmender Kraftstoffmenge. Durch den vergleichsweise geringen Radius bzw.
Halbmesser der Rundung, welcher zu einer ausgeprägt linienförmigen Berührung zwischen
Ventilnadel 27 und kegeliger Ventilsitzfläche 48 führt, ist die Neigung der Ventilnadel
27 zum hydraulischen "Kleben" an der Ventilsitzfläche 48 weit geringer als etwa bei
solchen Einspritzventilen, welche über kugelförmige Verschlußteile mit ihrem eher
flächigen Dichtsitz verfügen.
[0030] Die Funktion des Kraftstoffeinspritzventiles ist wie folgt:
[0031] Bei von Strom durchflossener Magnetspule 3 wird der Anker 14 in Richtung auf den
Anschlußstutzen 7 gezogen. Die mit dem Anker 14 fest verbundene Ventilnadel 27 hebt
mit ihrem Dichtsitz 47 von der kegeligen Ventilsitzfläche 48 ab, zwischen Dichtsitz
47 und kegeliger Ventilsitzfläche 48 wird ein Strömungsquerschnitt freigegeben, der
Kraftstoff kann durch den zwischen Düsenkörperöffnung 49 und Zapfen 45 gelegenen Ringraum
zu den Bohrungen 80 gelangen. Die Bohrungen 80 werden vom Kraftstoff unter hohem
Druckabfall durchströmt, da diese den engsten Strömungsquerschnitt innerhalb des Kraftstoffeinspritzventiles
bilden. Die Größe der Bohrungen 80 entscheidet also über den Mengenstrom des abgespritzten
Kraftstoffes, der Fachmann spricht hierbei von "Zumessung". Der aus den Bohrungen
80 austretende Kraftstoffstrahl ist so auf die Aufbereitungsbohrung 70 gerichtet,
daß er knapp stromaufwärts oder unmittelbar auf der Aufbereitungskante 71 auftrifft.
Die Auftreffgeschwindigkeit ist dabei so groß, daß man von einem "Prallen" sprechen
kann. Durch die hohe kinetische Energie beim Auftreffen auf die Aufbereitungsbohrung
70 werden die einzelnen Kraftstofftröpfchen aufgerissen und zerstäubt. Die Folge davon
ist, daß stromabwärts der Aufbereitungskante 71 ein Kraftstoffnebel das Kraftstoffeinspritzventil
verläßt. Dieser Kraftstoffnebel gestattet eine gute Vermischung mit der Ansaugluft
der Brennkraftmaschine.
[0032] Die die Aufbereitungskante 71 umgebende Ringnut 73 bietet den Vorteil, daß eventuell
an der inneren Wand 74 der Ringnut 73 angelagerte Kraftstoffpartikel durch einen
Sekundärwirbel innerhalb der Ringnut 73 zur Aufbereitungskante 71 hin mitgerissen
werden und dort ebenfalls zur Abspritzung gelangen. Kraftstoffeinspritzventile, welche
über die erfindungsgemäß gestaltete Ringnut 73 verfügen, neigen weit weniger zum Tropfen
als Kraftstoffeinspritzventile ohne die Ringnut 73. Die für diesen Effekt maßgebenden
Ursachen sind noch weitgehend ungeklärt.
[0033] Mit dem erfindungsgemäßen Kraftstoffeinspritzventil wird eine sehr gute Kraftstoffaufbereitung
erzielt. Die besten Ergebnisse werden bei einer Stärke des Plättchens 55 von 0,3 mm
dann erreicht, wenn der Durchmesser der Aufbereitungsbohrung 70 2,2 mm beträgt und
die Länge 5 mm. Der Durchmesser der Bohrungen 80 ist vom jeweiligen Anwendungsfall
abhängig, er liegt im Bereich zwischen 0,15 und 0,35 mm.
1. Kraftstoffeinspritzventil für Kraftstoffeinspritzanlagen von Brennkraftmaschinen
mit einem Ventilgehäuse (1) aus ferromagnetischem Material und einem von einer Magnetspule
(3) umgebenen Kern (7) sowie mit einem mit dem Kern (7) zusammenwirkenden Anker (14),
welcher mit einer Ventilnadel (27) fest verbunden ist, die im Zusammenwirken mit
einer an einem Düsenkörper (9) ausgebildeten Ventilsitzfläche (48) ein Öffnen bzw.
Schließen des Kraftstoffeinspritzventiles steuert sowie mit einer stromabwärts der
Ventilsitzfläche (48) liegenden Düsenkörperöffnung (49) und mit einem mit Bohrungen
(80) versehenen Plättchen (55), welches zwischen dem Düsenkörper (9) und einer Aufbereitungshülse
(58) quer zur Düsenkörperöffnung (49) angebracht ist, wobei die Aufbereitungshülse
(58) eine zentrale, in einer Kante (71) auslaufende Aufbereitungsbohrung (70) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, daß die Ventilnadel (27) in einem Zapfen (45) ausläuft, der
mit der Düsenkörperöffnung (49) einen Ringraum bildet, von dem die Bohrungen (80)
des Plättchens (55) ausgehen und der Übergang zum Zapfen (45) gerundet ist.
2. Kraftstoffeinspritzventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei geschlossenem
Kraftstoffeinspritzventil der Zapfen (45) in unmittelbarer Nähe des Plättchens (55)
endet.
3. Kraftstoffeinspritzventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Ventilnadel
(27) stromaufwärts des Zapfens (45) einen kegeligen Abschnitt (44) aufweist und der
Übergang zwischen dem kegeligen Abschnitt (44) und dem Zapfen (45) gerundet ist.
4. Kraftstoffeinspritzventil nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Ventilsitzfläche
(48) stromabwärts in eine den Zapfen (45) umgebende Düsenkörperöffnung (49) übergeht
und der Übergang zwischen Ventilsitzfläche (48) und Düsenkörperöffnung (49) gerundet
ist.
5. Kraftstoffeinspritzventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die gedachten
Mittelachsen (81) der Bohrungen (80) des Plättchens (55) die Mantelfläche der Aufbereitungsbohrung
(70) an oder knapp stromaufwärts der Kante (71) der Aufbereitungsbohrung (70) schneiden.
6. Kraftstoffeinspritzventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Plättchen
(55) einen Rand (56) aufweist, welcher an einem konischen Bereich (52) des Düsenkörpers
(9) anliegt.
7. Kraftstoffeinspritzventil nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufbereitungshülse
(58) mit dem Düsenkörper (9) verschraubt ist und ein Teil der Aufbereitungshülse
(58) gegen den Düsenkörper (9) verstemmt ist.