[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Andrückeinrichtung zum Führen von textilen Warenbahnen
oder dergleichen, bestehend aus einer Anlagefläche für die Warenbahn und aus mindestens
zwei dieser zugeordneten drehbaren Andrückelementen.
[0002] Eine derartige Andrückeinrichtung dient zur Lagensteuerung der Warenbahn und zur
schonenden Ausbreitung der Warenbahn beim Abzug aus einer Warenmulde, von einem Stapel
oder einer Schlaufe.
[0003] Eine Andrückeinrichtung der gattungsgemäßen Art ist aus der US-PS 4,068,789 vorbekannt.
Bei dieser besteht die Anlagefläche aus einer Breitstreckwalze, die , ausgehend von
ihrer Längsmittelebene, zu beiden Seiten hin mit symmetrisch nach außen verlaufenden
spiralförmigen Wendeln versehen ist und die entgegen der Transportrichtung der Warenbahn
umläuft. Die Andrückelemente sind aus Bürsten gebildet, deren jeweils Betätigungseinrichtungen
zum Drücken der Bürsten gegen die Breitstreckwalze und damit zum Andrücken der Warenbahn
an die Breitstreckwalze zugeordnet sind. Nachteilig hierbei ist, daß das Material
der insbesondere textilen Warenbahnen beim Andrücken an die Breitstreckwalze mittels
der Bürsten einer erheblichen Beanspruchung unterworfen wird, welche zum Ausschuß
der von den Bürsten beanspruchten Länge der Warenbahn führen kann. Dies gilt insbesondere
dann, wenn die Andrückbürsten harte Borsten haben, da diese die Warenbahn, insbesondere
wertvorlle Gewebe, durch Herausreißen einzelner Fäden beschädigen können. Die Borsten
der Bürsten stehen entweder senkrecht zur Mantelfläche oder senkrecht zur Achse der
Andrückbürste. Wenn nun zur Vermeidung der Nachteile der härteren Borsten weiche
Borsten eingesetzt werden, so ist es bei diesen nachteilig, daß die weichen Borsten
bei Erhöhung des Druckes gegen die Breitstreckwalze umgebogen werden und dann wirkungslos
über die Warenbahn streichen.
[0004] Der Erfindung liegt von daher die Aufgabe zugrunde, eine Andrückeinrichtung der gattungsgemäßen
Art zu schaffen, welche einerseits schonend auf die anzudrückende Warenbahn einwirkt
und welche andererseits bei Erhöhung der Andruckkraft tatsächlich auch eine verbesserte
Ausbreitwirkung bzw. eine verbesserte Ausrichtwirkung bewirkt.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe sieht die Erfindung vor, daß jedes Andrückelement aus einer
drehbar gelagerten Nabe und einem auf dieser angeordneten Hohlkörper aus gummielastischem
Material gebildet ist.
[0006] Die Versuche haben gezeigt, daß das Zusammenwirken eines Hohlkörpers aus gummielastischem
Material mit einer Anlagefläche eine hervorragende schonende Ausbreitung und Ausrichtung
einer Warenbahn ermöglicht. Bei einer Erhöhung des Andruckes vergrößert sich die Andrückfläche
des Hohlkörpers aus gummielastischem Material an der Anlagefläche, so daß damit
die Ausbreitwirkung bzw. die Ausrichtwirkung erhöht werden kann. Dies wird insbesondere
dann bewirkt , wenn die Anlagefläche eine glatte Oberfläche ist . In der bevorzugten
Ausführungsform ist der Hohlkörper als Kegelstumpf ausgebildet und mit seinem im Durchmesser
kleineren Randbereich mit der Nabe verbunden, wobei der im Durchmesser größere Randbereich
auf der freien Seite der Nabe liegt. Eine solche topfförmige Andrückrolle, die auf
der im Durchmesser größeren Seite vollständig geöffnet ist, steht mit ihrer Kegelstumpfform
genau umgekehrt zu den bisherigen Andrückbürsten und schräg zu einer glatten Umlenkfläche
angeordnet. Bei normaler Andrückkraft bildet sich gegenüber einer gebogenen Umlenkfläche
eine ellipsenförmige Andruckfläche aus, deren Fläche sich bei Erhöhung des Andruckes
vergrößert, so daß damit die Ausbreitwirkung bzw. die Ausrichtwirkung erhöht werden
kann. In besonders bevorzugter Weise ist die glatte Umlenkfläche als gebogenes Blech
oder als glatte Walze ausgebildet, so daß eine in der Herstellung teure Breitstreckwalze
nicht erforderlich ist.
[0007] In der weiteren Ausführungsform ist die Andrückrolle nach Art eines Luftreifens ausgebildet,
deren Andrückeigenschaften jedoch härter sind als die der kegelstumpfförmigen Andrückrolle.
[0008] Die Erfindung ist nachfolgend anhand von zwei in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen
von Andrückeinrichtungen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine Draufsicht auf die Andrückeinrichtung in der ersten Ausführungsform,
Fig. 2 eine Seitenansicht der Andrückeinrichtung,
Fig. 3 eine teilweise geschnitten dargestellte Seitenansicht einer Andrückrolle in
der ersten Ausführungsform,
Fig. 4 eine teilweise geschnitten dargestellte Andrückrolle in der zweiten Ausführungsform,
Fig. 5 eine teilweise geschnitten dargestellte Andrückrolle in der dritten Ausführungsform
und
Fig. 6 eine der Fig. 2 entsprechende Seitenansicht einer weiteren Ausführungsform
der Andrückeinrichtung.
[0009] Die in den Figuren 1 bis 3 dargestellte Andrückeinrichtung gemäß der ersten Ausführungsform
umfaßt eine glatte, zylindrische Walze 1 als Anlage - und Umlenkfläche für eine Warenbahn
2, die gemäß den Pfeilen 3 bewegt wird, sowie zwei Gruppen von der Walze 1 zugeordneten,
als Andrückrollen 4 ausgebildeten Andrückelementen, die an Schwenkrohren 5 derart
gelagert sind, daß jede Gruppe von Andrückrollen 4 mittels einer zugeordneten Betätigungseinrichtung
6 gegen die Walze 1 gedrückt werden kann. Der Andrückeinrichtung ist in Bewegungsrichtung
der Warenbahn 2 eine Erkennungseinrichtung 7 für die Lage der Warenbahn 2 nachgeschaltet.
[0010] Jede Andrückrolle 4 besteht in der ersten Ausführungsform gemäß der Fig. 3 aus einer
Nabe 8 mit einer Felge 9, die auf einer Achse 10 frei drehbar gelagert sind. Die Andrückrolle
4 umfaßt ferner einen Hohlkörper 11 aus gummielastischem Material, der als Kegelstumpf
ausgebildet und mit seinem im Durchmesser kleineren Randbereich 12 mit der Felge 9
der Nabe 8 festverbunden ist. Hierzu weist der Randbereich 12 eine keilriemenartige
innere Verstärkung auf, die in einer entsprechend ausgebildeten keilförmigen Nut der
Felge 9 eingespannt ist. Der kegelstumpfförmige Hohlkörper 11 ist auf dem im Durchmesser
größeren Randbereich vollständig frei und aufgrund des gummielastischen Materials
frei verformbar.
[0011] Wie es die Fig. 1 zeigt, ist jede Andrückrolle 4 mit ihrer Achse 10 in einem Arm
13 gelagert, der über das Schwenkrohr 5 von einer der Betätigungseinrichtungen 6 zum
Andrücken der Andrückrolle 4 gegen die Walze 1 betätigbar ist. Der im Durchmesser
größere, freie Randbereich 14 der Andrückrolle 4 ist vom Arm 13 weggerichtet und
liegt unter einem Winkel von etwa 60° schräg zur Walze 1. Somit sind jeweils die freien,
offenen Randbereiche 14 der beiden Gruppen von Andrückrollen 4 gegeneinander gerichtet,
wie es in Fig. 1 dargestellt ist. Zum Ausbreiten der Warenbahn 2 oder zum Ausrichten
der Warenbahn 2 gegenüber der in der Mitte verlaufenden Achse³ wird eine der beiden
Gruppen von Andrückrollen 4 mittels der zugeordneten Betätigungseinrichtung 6 gegen
die Walze 1 gedrückt. Hierbei bilden sich ellipsenförmige Andrückflächen zwischen
dem kegelstumpfförmigen Mantel der Hohlkörper 11 und der Walze 1 aus, wobei die ellipsenförmigen
Andrückflächen sich vergrößern, wenn die Andrückkraft zunimmt. Die Hohlkörper 11
aus gummielastischem Material wirken hierbei weich und schonend auf das über die glatte
Walze 1 umlaufende Material der Warenbahn 2 ein, so daß diese ohne jegliche Gefahr
von Beschädigungen auch empfindlicher textiler Warenbahnen ausgerichtet bzw. ausgebreitet
werden kann.
[0012] Als Material für den Hohlkörper 11 der Andrückrollen 4 kommt insbesondere EPDM-Kautschuk
zum Einsatz, dessen Mischung je nach Abriebfestigkeit, Verschleißfestigkeit, Temperaturbeständigkeit
und Widerstandsfähigkeit gegen Chemikalien ausgewählt wird.
[0013] In der Fig. 4 ist die zweite Ausführungform der Andrückrolle 4′ dargestellt. Bei
dieser sind im Hohlkörper 11′ kreisförmige, durchgehende Öffnungen 18 im wesentlichen
im freien Randbereich angeordnet. Diese dienen zur Vermeidung des Rutschens des Hohlkörpers
4′ auf nassen textilen Warenbahnen ( Vermeidung eines Aquaplaning) . Auch beim Merzerisieren
werden die Textilien durch Laugenbehandlung glatt, so daß sich der mit den Öffnungen
18 versehene Hohlkörper 11′ mit besonderem Vorteil einsetzen läßt.
[0014] In der Fig. 6 ist die dritte Ausführungsform der Andrückrolle 4˝ dargestellt. Bei
dieser ist die auf der Achse 10˝ drehbar gelagerte Nabe 8˝ mit zwei Felgen 9˝ versehen.
Der Hohlkörper 11˝ ist als Reifen mit zwei im Durchmesser gleich großen Randbereichen
ausgebildet, die in die Felgen 9˝ eingespannt sind. Die Andrückrolle 4˝ ist somit
symmetrisch ausgebildet. Ihre Andrückeigenschaften sind hörter als diejenigen der
topfförmigen und kegelstumpfförmigen Andrückrolle 4 in der ersten Ausführungsform.
[0015] Die Fig. 5 zeigt eine weitere Ausbildungsform der Umlenkfläche. Diese ist in Form
eines glatten Umlenkbleches 15 ausgebildet, das die Form einer Flugzeugtragfläche
hat, mit welcher eine Andrückrolle 4 oder 4′ zusammenwirkt.
[0016] Textile Warenbahnen bestehen aus gewebtem oder gewirktem Material. Das Gewebe liegt
regelmäßig auf der Anlage fläche und muß nur mittig ausgerichtet werden . Das Gewirke
liegt jedoch häufig faltig auf der Anlagefläche und muß ausgebreitet , d.h. geglättet
werden .Hierbei arbeitet die beschriebene Andrückeinrichtung mit besonderem Vorteil
.
[0017] Die Funktion der Andrückeinrichtung ist folgende:
[0018] Die mit ihren Achsen 10,10′ schräg zur Laufrichtung ( Pfeil 3 ) der Warenbahn 2 und
ebenso schräg zur Längsachse der Walze 1 angeordneten Andrückelemente 4,4′ erzeugen
Kraftkomponenten, die sich quer zur Bewegungsrichtung ( Pfeil 3 ) der Warenbahn 2
erstrecken und zwar jeweils zu deren Außenrändern hin gerichtet sind. Hierdurch wird
eine Ausbreitwirkung bzw. Breitstreckwirkung der Warenbahn 2 erzielt. Durch die kegelige
Ausbildung der Andrückelemente 4 gemäß der ersten Ausführungsform, wobei der im Durchmesser
größere, freie Randbereich 14 des jeweiligen Hohlkörpers 11 in Richtung auf die Längsachse
( Pfeil 3 ) der Warenbahn 2 gerichtet ist, wird eine ellipsenförmige Andrückfläche
zwischen dem kegelstumpfförmigen Hohlkörper 11 und der Walze 1 ausgebildet, wobei
sich die ellipsenförmige Andrückfläche bei Zunahme der Andrückkraft vergrößert, wobei
die spezifische Flächenbelastung etwa gleichbleibend ist. Entsprechendes gilt für
die in der Figur 4 dargestellte zweite Ausführungsform.
1. Andrückeinrichtung zum Führen von textilen Warenbahnen oder dergleichen,bestehend
aus einer Anlagefläche für die Warenbahn und aus mindestens zwei dieser zugeordneten
drehbaren Andrückelementen,
dadurch gekennzeichnet,
daß jedes Andrückelement (4,4′) aus einer drehbar gelagerten Nabe (8,8′) und einem
an dieser angeordneten Hohlkörper (11,11′) aus gummielastischem Material gebildet
ist.
2. Andrückeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Hohlkörper
(11) als Kegelstumpf ausgebildet ist und daß der im Durchmesser kleinere Randbereich
(12) des Hohlkörpers (11) mit der Nabe (8) verbunden ist, wobei der im Durchmesser
größere Randbereich (14) auf der freien Seite des Andrückelementes (4) liegt.
3. Andrückeinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Nabe
(8) mit einer Felge (9) zum Einspannen des im Durchmesser kleineren Randbereiches
(12) des Hohlkörpers (11) versehen ist.
4. Andrückeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Hohlkörper
(11′) als Reifen mit zwei im Durchmesser gleich großen Randbereichen (12′) versehen
ist und daß die Nabe (8′) mit zwei Felgen (9′) zum Einspannen der Randbereiche (12′)
versehen ist.
5. Andrückeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
als gummielastisches Material EPDM-Kautschuk verwendet wird.
6. Andrückeinrichtung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet , daß die Anlagefläche
(1,15) eine Umlenkfläche mit glatter Oberfläche ist .
7. Andrückeinrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet ,daß die Umlenkfläche
eine zylindrische Walze (1) mit glatter Oberfläche ist .
8. Andrückeinrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet , daß die Umlenkfläche
ein gebogenes Blech (15) mit glatter Oberfläche ist .