[0001] Die Erfindung betrifft eine Innenzahnradpumpe gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1.
Stand der Technik
[0002] Bei bekannten Pumpen der genannten Art neigt das sichelförmige Füllstück innerhalb
gewisser Druck- und/oder Drehzahlbereiche zum "Flattern" und einer damit verbundenen
Geräuschentwicklung, die vielfach als unerträglich bezeichnet wird. Der Grund dafür
ist in dem radialen Spiel zwischen dem Füllstück und den beiden Verzahnungen zu suchen,
das ein Hin- und Herschwingen des Füllstücks je nach den auf der Hohlrad- oder auf
der Ritzelseite gerade herrschenden Drücken ermöglicht. Aus der DE 25 33 646 C2 ist
es bekannt, das Füllstück zweiteilig zu machen und die beiden Teile gegen die Zahnköpfe
des Hohlrades bzw. des Ritzels zu drücken. Bei sehr schnellaufenden Pumpen (bis 6000
Umdrehungen pro Minute) ist diese Lösung wegen des auftretenden Verschleißes nicht
anwendbar.
Aufgabe
[0003] Ausgehend von diesen Nachteilen bekannter Pumpen liegt der Erfindung die Aufgabe
zugrunde, eine Innenzahnradpumpe der genannten Art so weiterzubilden, daß das sichelförmige
Füllstück am "Flattern" gehindert und die damit verbundene Geräuschentwicklung so
weit wie möglich verhindert wird.
Lösung
[0004] Diese Aufgabe wird gelöst mit einer Innenzahnradpumpe, die die kennzeichnenden Merkmale
des Hauptanspruchs aufweist. Damit wird erreicht, daß das Füllstück mit dem auf der
Druckseite vorhandenen Drucköl in der in der einen Planseite eingelassenen Nut so
beaufschlagt wird, daß es mit seiner anderen Planseite gegen das Gehäuse gepreßt wird.
Bei einer im Anspruch 2 angegebenen vorteilhaften Weiterbildung wird der Öldruck
auch zur Festlegung des Füllstückes in der Drehrichtung der Pumpe herangezogen.
[0005] Für die Gestaltung des Druckstücks werden in den Ansprüchen 3 und 4 zweckmäßige
Ausführungen aufgezeigt. Die von der Funktion her gute Lösung gemäß Anspruch 3 kann
u.U. bei der Montage Schwierigkeiten bereiten, weil die Kugel bzw. deren richtige
Aufnahme in der erweiterten Bohrung etwas umständlich zu handhaben ist. Bei der Lösung
gemäß Anspruch 4 ergibt sich durch die Verwendung des Haltestiftes in der durchgehenden
Bohrung eine vereinfachte Montage, während der in ganz einfacher Weise sowohl das
Vorhandensein des Haltestiftes als auch seine richtige Funktion festgestellt werden
können.
[0006] In der Herstellung einfache Formen der Ausnehmung bzw. der Schrägfläche sind in den
Ansprüchen 5 bis 7 angegeben.
Vorteile der Erfindung
[0007] Bei der erfindungsgemäß gestalteten Innenzahnradpumpe ist das Füllstück - bezogen
auf das Hohlrad und das Ritzel - in axialer Richtung kraftschlüssig festgelegt, sobald
sich ein - auch nur geringer - Öldruck in der Pumpe aufgebaut hat. Dabei kann das
Füllstück in radialer Richtung und/oder in Drehrichtung der Pumpe mit bekannten Mitteln
gehalten sein, z.B. mit einem im Gehäuse aufgenommenen, das Füllstück durchdringenden
Federelement. Vorteilhafterweise wird aber auch hierfür der Öldruck herangezogen.
Das Füllstück kann sich, sobald die Pumpe in Betrieb geht, frei in jeder Richung einstellen
und wird dann teils durch den auf den Nutgrund wirkenden Öldruck und teils durch das
sich unter dem Öldruck zwischen der Wand der Bohrung und der Schrägfläche im Gehäuse
abstützende Druckstück festgelegt. Ein "Flattern" des Füllstücks ist dabei so gut
wie ausgeschlossen und Klappergeräusche können somit nicht entstehen.
[0008] Ein Füllstück (Sichel) mit einer mit der Druckseite in Verbindung stehenden Nut in
der einen Planseite ist aus der US-PS 2 544 144 bekannt. Diese einen vergleichsweise
kleinen Querschnitt aufweisende Nut mündet in eine quer dazu verlaufende Nut mit größerem
Querschnitt, die mit den Zahnlücken von Hohlrad und Ritzel in Verbindung steht, und
zwar zwischen der Saug- und der Druckseite, also noch im drucklosen Bereich. Der Druck
des durch die Nut mit dem kleinen Querschnitt strömenden Öles wird so ständig reduziert
und reicht nicht aus, das Füllstück in axialer Richtung festzulegen, wie das erfindungsgemäß
der Fall ist.
Zeichnungen
[0009] Zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt. Es zeigt
Fig. 1 eine Draufsicht auf eine erfindungsgemäße Innenzahnradpumpe bei abgenommenem
Deckel,
Fig. 2 einen Teilschnitt entlang der Linie II-II in vergrößertem Maßstab für eine
erste Ausführung,
Fig. 3 eine Variante zur Ausführung nach Fig. 2, und
Fig. 4 einen Teilschnitt entlang der Linie II-II in vergrößertem Maßstab für eine
zweite Ausführung.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0010] In einer Innenzahnradpumpe mit einem Gehäuse 1 ist ein Hohlrad 2 mit seiner Umfangsfläche
drehbar gelagert (Fig. 1). Innerhalb des Hohlrades 2 und radial zu ihm versetzt ist
- ebenfalls drehbar gelagert - ein außenverzahntes Ritzel 3 angeordnet, das mit dem
Hohlrad 2 in Zahneingriff steht. Auf der dem Zahneingriff gegenüberliegenden Seite
bleibt ein im wesentlichen sichelförmiger freier Raum, den ein im Gehäuse 1 aufgenommener
Stift 4, der nur ganz wenig radialen Abstand zu den Zahnköpfen von Hohlrad 2 und Ritzel
3 hat, in einen saugseitigen Ölraum S und einen druckseitigen Ölraum D unterteilt.
Die beiden Ölräume S, D, das Hohlrad 2 und das Ritzel 3 sind mittels eines am Gehäuse
angeschraubten Deckels 10 (Fig. 2) abgedeckt. Wenn das zur Aufnahme einer nicht dargestellten
Welle mit einer Bohrung 5 und Paßfedernuten versehene Ritzel 3 in Pfeilrichtung 6
angetrieben wird, wird an einer ersten Öffnung 7 des Gehäuses 1 Öl angesaugt. Die
noch unberuhigte Ölmenge wird in Pfeilrichtung 6 bewegt und wird vom Stift 4 geteilt,
d.h. das Öl gelangt nur in den Zahnlücken von Hohlrad 2 und Ritzel 3 am Stift 4 vorbei.
Ein vielfach als Sichel bekanntes Füllstück 8, auf das weiter unten noch eingegangen
wird, verhindert ein Austreten des Öles aus den Zahnlücken, so daß das Öl in dem hinter
dem Füllstück 8 verbleibenden Teil des Ölraumes D zusammengequetscht wird und unter
Druck durch eine zweite Öffnung 9 aus dem Gehäuse 1 austritt und einem nicht gezeigten
Verbraucher zugeführt wird.
[0011] Die Sichel 8 weist an ihrer dem Deckel 10 zugewendeten Planseite 11 eine von ihrer
Spitze ausgehende Nut 12 auf, die mit dem druckseitigen Ölraum D in Verbindung steht
und sich bis in die Nähe ihres breiten Endes erstreckt. In diesem Bereich geht von
der Nut 12 eine Bohrung 13 aus, die in einer zylindrischen Erweiterung 14 im Bereich
der gegenüberliegenden Planseite 15 eine Kugel 16 mit entsprechendem Durchmesser aufnimmt.
Die Kugel 16 ragt über die Planseite 15 hinaus und liegt dabei an einer hohlkegeligen
Ringfläche 17 einer zum Stift 4 bzw. zum breiten Ende der Sichel 8 hin relativ zur
Bohrung'13 versetzten Einsenkung 18 an.
[0012] Wenn die Pumpe in Betrieb geht, wird die Sichel 8 wegen ihres ebenfalls nur ganz
geringen radialen Abstands zu den Zahnköpfen von Hohlrad 2 und Ritzel 3 und der damit
gegebenen inneren Reibung in Pfeilrichtung 6, also in Richtung ihres spitzen Endes,
ausweichen. Sobald sich jedoch ein Druck im Ölraum D aufbaut, wirkt dieser über die
Nut 12 und die Bohrung 13 auch auf die Kugel 16, die sich an der hohlkegeligen Ringfläche
17 und an der Wand der Erweiterung 14 abstützt. Dadurch wird die Sichel 8 in der Pfeilrichtung
6 entgegengesetzter Richtung weggedrückt und stützt sich am Stift 4 ab, der somit
auch als Stützelement dient. Der in der Nut 12 herrschende Druck bewirkt, daß die
Sichel 8 gegen das Gehäuse 1 gedrückt wird, wodurch ein "Flattern" der Sichel 8 und
die damit verbundenen Geräusche so gut wie ausgeschlossen sind.
[0013] Anstelle der Einsenkung 18 mit der hohlkegeligen Ringfläche 17 ist auch eine schlitzartige
Ausnehmung 19 in Form einer Einfräsung mit einer Schrägfläche 20 möglich (Fig. 3).
[0014] Anstelle einer Kugel ist bei dem in Fig. 4 dargestellten Ausführungsbeispiel als
Druckstück ein Haltestift 22 in der Bohrung 13 aufgenommen. Der Haltestift 22 ragt
über die Planseite 15 hinaus und liegt mit seiner zweckmäßigerweise gerundeten oder
abgeschrägten Umlaufkante 24 an einer hohlkegeligen Ringfläche 25 einer zum Stift
4 bzw. zum breiten Ende der Sichel 8 hin relativ zur Bohrung 13 versetzten Einsenkung
23 an.
[0015] Anstelle der zylindrischen Einsenkung 23 mit der hohlkegeligen Ringfläche 25 ist
auch hier die Einsenkung 18 mit der hohlkegeligen Ringfläche 17 gemäß Fig. 2 oder
die schlitzartige Ausnehmung 19 in Form einer Einfräsung mit der Schrägfläche 20 gemäß
Fig. 3 möglich.
[0016] Die Länge des Haltestifts 22 ist so bemessen, daß er auch bei Anlage am Deckel 10
in die die hohlkegelige Ringfläche 25 oder dgl. Schrägfläche aufweisende Einsenkung
23 od. dgl. Vertiefung hineinragt. Um zu verhindern, daß seine dem Deckel 10 zugewendete
Planfläche am Deckel 10 haften bleibt, kann diese in geeigneter Form abgesetzt sein,
z.B. durch einen Absatz 26, oder sie ist ringförmig abgesetzt oder ballig oder dgl.
ausgeführt. Dann kann der in der Nut 13 herrschende Öldruck auf die abgesetzte Fläche
einwirken und den Haltestift 22 vom Deckel 10 lösen.
[0017] Die Erfindung läßt weitere Varianten zu, die ebenfalls unter das Schutzrecht fallen
sollen. So kann statt der Einsenkung 18 mit der hohlkegeligen Ringfläche 17 auch eine
kegelige Einsenkung 21 ausgeführt sein, die in Fig. 2 mit unterbrochenen Linien gezeigt
ist. In einer weiteren Variante können Gehäuse 1 und Deckel 10 vertauscht sein, was
die Wirkung der erfindungsgemäßen Maßnahmen nicht beeinträchtigt.
Begriffsliste
[0018]
1 Gehäuse
2 Hohlrad
3 Ritzel
4 Stift
5 Bohrung in 3
6 Drehrichtung
7 erste Öffnung (Saugseite)
8 Füllstück (Sichel)
9 zweite Öffnung (Druckseite)
10 Deckel
11 Planseite von 8
12 Nut
13 Bohrung in 8
14 Erweiterung von 13
15 Planseite von 8
16 Kugel
17 Ringfläche, hohlkegelig
18 Einsenkung (zylindrisch)
19 Ausnehmung
20 Schrägfläche
21 Einsenkung (kegelig)
22 Haltestift
23 Einsenkung (zylindrisch)
24 Umlaufkante von 22
25 Ringfläche, hohlkegelig
26 Absatz
1) Innenzahnradpumpe mit einem mit einem Deckel (10) verschlossenen Gehäuse (1), einem
in dem Gehäuse (1) mit seiner Umfangsfläche drehbar gelagertem Hohlrad (2), einem
damit in Eingriff stehenden außenverzahnten Ritzel (3) und einem sichelförmigen Füllstück
(Sichel 8), das zwischen der Saugseite (S) und der Druckseite (D) in einem Raum zwischen
Hohlrad (2) und Ritzel (3) um eine parallel zur Ritzel-Achse verlaufende Schwenkachse
schwenkbar ist und sich mit seinem saugseitigen (breiten) Ende an einem den Raum zwischen
Hohlrad (2) und Ritzel (3) durchsetzenden Stützelement (Stift 4) abstützt, dadurch
gekennzeichnet, daß die Sichel (8) nur in einer Planseite, z.B. der dem Deckel (10)
zugewendeten Planseite (11), eine an ihrer Spitze beginnende und vor ihrem breiten
Ende endende Nut (12) aufweist, die an der Spitze der Sichel (8) mit der Druckseite
(D) in Verbindung steht.
2) Innenzahnradpumpe nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine in der Sichel (8)
von der Nut (12) ausgehende, zur gegenüberliegenden Planseite, z.B. der dem Gehäuse
(1) zugewendeten Planseite (15) verlaufende Bohrung (13), die ein Druckstück von
entsprechendem Durchmesser aufnimmt, derart, daß das Druckstück aus der Sichel (8)
herausragt und an einer zum Stützelement (Stift 4) hin gerichteten Schrägfläche (20)
einer im Gehäuse (1) befindlichen Ausnehmung anliegt.
3) Innenzahnradpumpe nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Druckstück
eine in einer zylindrischen Erweiterung (14) der Bohrung (13) im Bereich der Planseite
(15) aufgenommene Kugel (16) ist.
4) Innenzahnradpumpe nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Druckstück
ein in der Bohrung (13) aufgenommener Haltestift (22) ist.
5) Innenzahnradpumpe nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Haltestift
(22) an seiner dem Deckel (10) zugewendeten Seite abgesetzt oder abgeschrägt oder
ballig ausgeführt ist (Absatz 26).
6) Innenzahnradpumpe nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schrägfläche
(20) von einer schlitzartigen Ausnehmung (19) gebildet ist.
7) Innenzahnradpumpe nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausnehmung
als relativ zur Bohrung (13) zum Stützelement (Stift 4) hin versetzte Einsenkung
(18,23) ausgeführt ist mit einer hohlkegeligen Ringfläche (17,25), die die Schrägfläche
zur Anlage des Druckstücks (Kugel 16, Haltestift 22) bildet.