[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Oberflächenmodifikation von Trennrohpapieren
durch Zusatz von organischem Silitium als Primerstrich bei der Papierherstellung.
[0002] Es ist bekannt, daß spezielle Silikonpolymere hervorragende Trenneigenschaften gegenüber
klebrigen Stoffen, z.B. Haftklebstoffen besitzen. Diese Silikonpolymere werden z.B.
in Mengen von 0,3 g/m bis 3 g/m (festgerechnet), meist nur in Mengen von 0,5 g/m bis
1,0 g/m auf das Beschichtungsrohpapier als Trägermaterial aufgebracht, um dem Papier
abhäsive Eigenschaften zu verleihen. Als Beschichtungsrohpapiere werden zu ca. 50%
hochsatinierte Natronkraftpapiere, daneben aber auch noch eine Vielzahl anderer Papiere
verwendet ("Das Papier" (1985), Nr. 10 A, S. V 92 - V 96).
[0003] Die als dünner Film auf das Trägerpapier aufgebrachten Silikonpolymere können
- Lösungsmittelsilikone,
- Dispersionssilikone (wässrige Emulsione oder
- lösungsmittelfreie Silikone sein, deren Polymerisation durch
- Wärme,
- UV-Strahlung oder
- Elektronenstrahlung
erfolgen kann.
[0004] Bis auf wenige Ausnahmen werden aber heute noch thermisch versetzende Systeme verwendet.
[0005] Je nach Wahl des thermisch vernetzenden Systems läuft dabei eine
- Kondensationspolymerisation oder eine
- Additionspolymerisation
ab.
[0006] Aufgrund kürzester Aushärtezeiten werden heute Trennrohpapiere vorwiegend mit additionsvernetzenden
Silikonsystemen beschichtet, wobei kettenförmige Polymere mit Vinylendgruppen durch
Reaktion mit Wasserstoffsiloxanen unter Temperatureinwirkung und in Gegenwart von
vorwiegend Platinkatalysatoren vernetzt werden (s. "Adhäsion" (1973), Nr.7).
[0007] Die Polyaddition benötigt jedoch relativ hohe Mindesttemperaturen als sogenannte
Anspringtemperaturen. Aus wirtschaftlichen Erwägungen wird diese Mindesttemperatur
oft weit überschritten, um zu kürzeren Vernetzungszeiten (entspricht höheren Beschichtungsgeschwindigkeiten)
zu gelangen.
[0008] Übliche Verarbeitungstemperaturen bei der Konvektionstrocknung sind deshalb
ca. 180°C bei lösungsmittelhaltigen Silikonsystemen,
ca. 120°C bis 150°C bei wässrigen Silikonsystemen (Emulsionen) und
ca. 150°C bei lösungsmittelfreien Silikonsystemen.
Die Aushärtegeschwindigkeit beträgt dann je nach Art des verwendeten Silikonsystems
(einschließlich Additive) und des einwirkenden Temperaturniveaus zwischen 2 und 25
Sekunden
[0009] Daraus ergeben sich industriell zu realisierende Beschichtungsgeschwindigkeiten
zwischen 150m/min bis 300m/min.
[0010] Die Polyaddition kann außerdem bereits durch geringe Anteile inhibierender Bestandteile
im Papier gestört werden. Diese sogenannten "Katalisatorgifte" können zur Verzögerung
oder im extremen Fall zur Verhinderung der Vernetzungsreaktion führen (s."Allgemeine
Papierrundschau" (1986), Nr. 14, S. 367-368). Ebenso wird durch längere Lagerung der
Silikonsysteme vor ihrer Verwendung die Vernetzungszeit erhöht. Bei extrem glatten
Papieroberflächen können außerdem aufgrund ungünstiger Grenzflächenspannungen zwischen
Papier und Silikonsystemen Verlaufsstörungen und Haftungsschwierigkeiten auftreten
( s. "Papier- und Kunststoffverarbeiter" (1972), Nr. 17, S. 30).
[0011] Im allgemeinen wird die Beschichtung von Trennrohpapier mit den verschiedenen Silikonpolymeren
auf separaten Anlagen durchgeführt. Das erklärt sich vor allem aus den hohen Anforderungen
an die Oberflächengüte des Trägermaterials vor der Silikonbeschichtung, insbesondere
geringe Mikrorauheit, hohe Lösungsmitteldichtigkeit und gleichmäßige Dicke in Längs-
und Querrichtung der Papierbahn. Deshalb wird der größte Anteil aller Rohpapiere in
einem separaten Superkalander nachgeglättet. Nur dadurch ist es möglich, später mit
relativ geringen Beschichtungsmengen einen gleichmäßigen Silikonfilm hoher Abhäsivwirkung
auf das Trägerpapier aufzubringen. Es ist bisher noch nicht gelungen, Abhäsivpapiere
für den technischen Sektor mit definiertem und reproduzierbarem Trennkraftniveau
innerhalb der Papiermaschine zu silikonisieren. Lediglich bei geringen Anforderungen
an die Abhäsivwirkung, z.B. bei Backtrennpapieren und Sackpapieren mit hydrophoben
Eigenschaften wird eine on-line-Silikonisierung vorgenommen. Dabei wird die getrocknete
Papierbahn innerhalb der Papiermaschine mittels üblicher Auftragseinrichtungen, wie
Leimpresse, Blade o.ä. mit Silikonharzen beschichtet.
[0012] Hierzu werden wässrige Silikonsysteme (Emulsionen) verwendet, denen lt. technischer
Informationsblätter der Silikonhersteller verschiedene Filmbildner und Verdickungsmittel
(z.B. Stärke, Alginate, Caboxymethylcellulose (CMC) oder Polyvinylalkohol (PVA)
in geringen Anteilen zugesetzt werden können. Das verwendete Silikonharz bildet dabei
immer die Hauptkomponente, da es die Abhäsivwirkung des beschichteten Papiers primär
beeinflußt. Den meist 50%igen wässrigen Emulsionen mit Katalysatorzusatz, z.B. auf
der Basis von Polydemethylsiloxanen, werden noch Vernetzer, z.B. auf der Basis von
Methywasser stoffsiloxanen und oft auch noch Haftmittel (z.B. wasserlösliche reaktive
Silanester) sowie "Controlled Release"-Additive zugesetzt.
[0013] An bestimmte Klebebänder, z.B. Teppichklebebänder, werden geringere Anforderungen
an die Abhäsivwirkung gestellt. Es sind auch Verfahren bekannt, bei denen während
der Papierherstellung ein Oberflächenauftrag mit dem Ziel erfolgt, die Wasserfestigkeit,
Naßfestigkeit oder Hydrophobierung der Papierbahn wesentlich zu verbessern und / oder
die Penetrationsneigung von Silikonharzen bei einer späteren (separaten) Beschichtung
zu reduzieren. Dabei werden übliche Silikonemulsionen z.B. CMC, PCA und Calciumstearate
zugesetzt (SU 1320315 A1) oder Silikonemulsionen definierter Zusammensetzung (DE 2
326 828) evtl. unter Zusatz zusätzlicher Filmbildner ("Papier" (1980), Nr. 11, S.
36-37) verwendet.
Vor einer evtl. weiteren (separaten) Silikonbeschichtung wird das so vorbehandelte
Rohpapier z.T. noch satiniert. Gegenstand dieser Patente ist stets die Erzielung mehr
oder weniger starker Abhäsiveigenschaften der somit (on-line) beschichteten Rohpapiere.
[0014] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es vorzugsweise, innerhalb der Papiermaschine
ein Trennrohpapier mit modifizierten Oberflächeneigenschaften herzustellen, die eine
bessere Haftung und schnellere Vernetzung bei niedrigerer Temperatur nachfolgender
separater Beschichtungen mit üblichen unterschiedlichen Silikonsystemen gestattet.
Dadurch wird ebenfalls eine schnellere Vernetzung bei niedriger Temperatur als bisher
eine Erhöhung der bisher üblichen Beschichtungsgeschwindigkeit erreichbar ist. Ein
weiterer Vorteil ist die problemlosere Verwendung von gelagerten Silikonsystemen,
deren Reaktionsfähigkeit bereits mehr oder weniger beeinträchtigt ist.
[0015] Zusätzlich sollte damit eine evtl. Schädigung des Papiers durch zu hohe oder zu lange
Temperatureinwirkung, die zu Festigkeitsverlusten des Papiers führt, verhindert oder
reduziert werden.
[0016] Das Trennrohpapier kann dabei maschinenglatt hergestellt werden oder einer nachträglichen
Glättung, z.B. in einem Superkalandaer, unterworfen werden, bevor es in einer separaten
Beschichtungsanlage silikonisiert wird. Vor allem bei letztgenannten nochsatinierten
und damit besonders glatten Trennrohpapieren sollte damit die ideale Möglichkeit
eröffnet werden, auch Oberflächen geringer Mikrorauheit mit minimalen Silikonaufträgen
ohne Verlaufstörungen und Haftungsschwierigkeiten wirtschaftlich vorteilhaft zu beschichten.
Silikoneinsparungen durch dünnere Beschichtungen bei gleichzeitiger Sicherung der
gewünschten (meist niedrigen) Trennkräfte waren bisher nur bei Verwendung von Kunststoffolien
möglich, die aber wiederum den Nachteil einer geringeren thermischen Beanspruchbarkeit
aufweisen.
Ein weiterer Vorteil der angestrebten Oberflächenmodifizierung von Trennrohpapieren
sollte die weitgehende Unterdrückung des negativen Einflusses von inhibierend wirkenden
Papierbestandteilen (Katalysatorgifte) auf die Silikonvernetzung sein.
[0017] Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäß durch die in den Ansprüchen gekennzeichneten
Verfahrensmaßnahmen und Stoffe.
[0018] Erfindungsgemäß wird die angestrebte Oberflächenmodifikation von Trennrohpapieren
durch Silikonzusätze völlig anderer chemischer Struktur und Eigenschaften als die
angeführten wässrigen Silikonsysteme (Emulsionen) zur üblichen Inprägnier- oder Oberflächenlösung,
die in der Papiermaschine auf die nahezu trockene Papierbahn mit einem Festfeuchtgehalt
von 2 bis 12% mit üblichen Auftragsvorrichtungen aufgebracht werden, erreicht. Als
übliche Auftragsvorrichtungen zur Oberflächenveredelung von Trennrohpapieren sind
Walzen- und Rakelauftragswerke oder Tauchimprägniervorrichtungen bekannt.
[0019] Die Silikonzusätze stellen Silikonverbindungen aus den zwei Hauptgruppen
A Organosilane und
B Organo polysiloxane
dar.
[0020] Die Organopolysiloxane der Hauptgruppe B weisen mindestens 3 Silizium-gebundene Wasserstoffatome
je Molekül auf und sind beispielsweise Mischpolymerisate aus:
Dimethylhydrogensiloxan-, Methylhydrogensiloxan-, Dimethylsiloxan- und Trimethylsiloxaneinheiten,
Mischpolymerisate aus Trimethylsiloxaneinheiten, hydrogensiloxan- und Methylhydrogensiloxaneinheiten,
Mischpolymerisate aus Trimethylsiloxan-, Dimethylsiloxan- und Methyhydrogensiloxaneinheiten,
Mischpolymerisate aus Methyhydrogensiloxan- und Trimethylsiloxaneinheiten, Mischpolymerisate
aus Methylhydrogensiloxan-, Diphenylsiloxan- und Trimethylsiloxaneinheiten, Mischpolymerisate
aus Methylhydrogensiloxan-, Dimethylhydrogensiloxan- und Diphenylsiloxaneinheiten,
Mischpolymerisate aus Methylhydrogensiloxan-, Phenylmethylsiloxan-, Trimethylsiloxan
und/oder Dimethylhydrogensiloxaneinheiten, Mischpolymerisate aus Methylhydrogeneinheiten,
Mischpolymerisate aus Methylhydrogensiloxan-, Dimethylsiloxan-, Diphenylsiloxan-
und Trimethylsiloxan und/oder Dimethylhydrogensilosaneinheiten und Mischpolymerisate
aus Dimethylhydrogensiloxan, Trimethylsiloxan; Phenylhydrogensiloxan-, Demethylsiloxan-
und /oder Phenylmethylsiloxaneinheiten.
[0021] Vorzugsweise sind jedoch in den Organopolysiloxanen alle nicht durch Wasserstoff
und Siloxansauerstoffatome abge sättigten Siliziumvalenzen durch Methylreste abgesättigt.
Verfahren zur Herstellung von Organopolysiloxanen dieser Art sind allgemein bekannt.
[0022] Die für die Anwendungszwecke der Erfindung eingesetzten 0rganopolysiloxane sind
in Wasser emulgiert. Dabei können alle für das Emulgieren von Organopolysiloxanen
in Wasser bekannten Arbeitsweisen und Dispergiermittel angewandt werden.
[0023] Die der Hauptgruppe A zugeordneten Organsilane, die erfindungsgemäß ebenfalls eingesetzt
werden, umfassen sowohl organofunktionelle Alkoxysilane als auch Alkylalkoxysilane.
Als Beispiele für organofunktionelle Silane seien genannt:
3-Glycidyloxypropyl-trimethoxyxilan, N-Aminoethyl-3-aminopropyl-trimethoxysilan,
3-Aminopropyl-triethoxysilan, 3-Aminopropyl-methyldiethoxysilan, 3-Aminopropyl-trimethoxysilan,
3-Amino-propyl-tris (2-methoxy-ethoxy-ethoxy) silan, 3-Methacryloxypropyl-trimethoxysilan,
3-Mercaptopropyl-triethoxylsilan, 3-Mercaptopropyl-trimethoxysilan, 3 Mercaptopropylmethyl-dimethoxysilan,
3-Chlorpropyl-triethoxsilan, 3-Chlorpropyl-trimethoxysilan, 3-Chlorpropyl-emthyl-dimethoxysilan,
-Chlormethyldimethyl-methoxysilan, Vinyltriethoxysilan-Viniyltrimetoxysilan und
Vinylmethyldimethoxysilan.
Als typische Vertreter für die Alkysilane werden folgende Verbindungen bezeichnet:
Methyltrimethoxysilan, Methytriethoxysilan, Propyltrimethoxysilan, Methyltriethoxysilan,
Propyltrimethoxysilan, Propylmethyldimethoxysilan, Propylmethyldiethoxysilan, Iso-Butyltrimethoxysilan
und Butyltrimethoxysilan.
Es ist bekannt, daß Organsilane die Fähigkeit besitzen, so wohl mit einem anorganischen
Untergrund als auch mit organischen Polymeren unter Ausbildung fester Bindungen zu
reagieren. Das ist bedingt durch den Aufbau des Silanmoleküls, das Alkoxygruppen
besitzt, die nach erfolgter Hydrolyse mit den aktiven Stellen des anorganischen Materials
reagieren können. Außerdem besitzen Silane eine funktionelle Gruppe, die über eine
Kohlenstoffkette fest an das Siliziumatom gebunden ist. Diese Gruppe kann mit geeigneten
Harzen chemische Reaktionen eingehen.
[0024] Die genannten Silikonverbindungen können allein oder in Kombination üblichen Imprägnier-
oder Oberflächenleimzusammensetzungen für Trennrohpapiere, die meist aus den Filmbildnern
Alginat, Stärke, CMC, PVA oder anderen Polymerlösungen sowie Polymerdispersionen
(Latizes) unterschied licher chemischer Struktur bestehen, anteilig zugesetzt werden.
[0025] Die Silikonverbindungen werden lediglich in Anteilen bis zu 15% (fest gerechnet)
der üblichen Oberflächenpräparation zugesetzt, um keine unerwünschten Nebenwirkungen,
wie z.B. abhäsive Eigenschaften, dem Papier zu verleihen. Außerdem stellen diese Silikonzusätze
einen zusätzlichen Kostenfaktor dar.
[0026] Nachfolgende Beispiele sollen die Erfindung erläutern. In den folgenden Beispielen
beziehen sich alle Angaben von Prozentsätzen und Teilen jeweils auf das Gewicht (fest
gerechnet).
Beispiel 1
Herstellung der Beschichtungsmasse für die Oberflächenmodifikation
[0027] a. In einen Glasbehälter mit 500 g Wasser wurden 50 g eines vollverseiften Polyvinylalkoholproduktes
gegeben. Die pH-Wert-Einstellung der Suspension erfolgte mit Schwefelsäure auf 4,0,
wonach die Mischung in einem Wasserbad auf 90°C aufgewärmt wurde. Die Kochzeit der
Polyvinylalkohol (PVA)-Suspension betrug 20 min , wobei sich das PVA-Granulat völlig
im Wasser löste. Nach dem Kochvorgang wurden in die PVA-Lösung 5 g 3-Amino-propyl-triethoxysilan
mit Hilfe eines Rührwerkes eingerührt, wonach die Mischung eine Stunde bei 60°C stehen
gelassen wurde. Bei Bedarf erfolgte eine Korrektur des pH-Wertes auf 4,0 mit Schwefelsäure
nach der Silanzugabe. Die in dieser Weise aufbereitete Mischung wurde später mit
einer Laborleimpresse auf ein unsatiniertes Trennrohpapier (Silikonrohpapier) mit
einem Flächengewicht von 66g/m² aufgetragen. Das Auftragsgewicht lag bei etwa 1,5
g/m². Vor dem Auftragen wurde die Oberflächenpräpararion mit Wasser auf einen Feststoffgehalt
von 5% verdünnt. Das unbehandelte Rohpapier wies eine Luftdurchlässigkeit nach Schopper
von 62 cm³/min und einen Leimungsgrad nach Cobb-Unger von 50 g/m² auf.
[0028] Nach erfolgter Trocknung und Wiederbefeuchtung wurde das damit oberflächenbeschichtete
Papier in einem Zweiwalzen-Laborkalander satiniert. Der Liniendruck betrug dabei
4000 dN/cm. Die Stahlwalze wies eine Oberflächentemperatur von 100°C auf.
[0029] b. Das so erhaltene Papier wurde in einem Laborverfahren silikonisiert. Die Silikonisierung
erfolgte mit einem Rakelauftragsgerät des Typs KCC 302, das mit Hilfe ver schiedener
drahtumwickelter Metallstäbe das jeweilige Silikon mit konstanter Geschwindigkeit
auf die Papierbogen aufträgt.
[0030] Für die Silikonbeschichtung wurde ein herkömmliches lösungsmittelfreies Polysiloxansystem
mit folgener Zusammensetzung eingesetzt.

Die Silikonauftragsmenge betrug etwa 1 g/m² (fest gerechnet).
[0031] Zur Vernetzung der aufgetragenen Silikonschicht wurde das beschichtete Papier in
einem bei 150°C betriebenen Umluftofen auf ein Metallsieb gelegt.
[0032] Die Vernetzungszeit wurde unterschiedlich eingestellt, um den Einfluß der Silane
auf den Vernetzungs- und Verankerungsvorgang zu verfolgen. In der nachstehenden Tabelle
1 sind nur die kürzesten Vernetzungszeiten aufgezeichnet, bei denen noch eine völlige
Aushärtung und Verankerung der Silikonschicht gewährleistet ist. Die bei verschiedenen
Zeiten gehärteten Papiermuster wurden sofort einem Rubbeltest unterworfen, wobei
mit dem Finger 8-10 mal über den Silikonfilm gerieben wird. Der Druck wird so gewählt,
daß sich die Fingerspitze beim Reiben deutlich erwärmt. Eine Störung in der Silikonbeschichtung
zeigt sich in Form von abgeriebenen Wülsten ("rub off") und als matte Stelle ("smear"),
wenn man den Papierbogen unter dem Schräglicht betrachtet.
[0033] Als Vergleichspapier (Nullprobe), d.h. ein Papier ohne Silanzusatz, wurde ein Papier
eingesetzt, das ebenfalls die oben beschriebenen Behandlungsstufen durchlaufen hatte,
aber keinen Zusatz der im Teil a) erwähnten Organsilane in der PVA enthielt.
Beispiel 2
[0034] Die Arbeitsweise des Beispiels 1 wurde mit einer Ausnahme wiederholt, lediglich der
pH-Wert der PVA-Mischung wurde mit Ammoniak auf 9,5 eingestellt. Die Mindestvernetzungszeit
dieses so hergestellten Papiers ist aus der Tabelle 1 zu entnehmen.
Beispiel 3
[0035] Die Arbeitsweise des Beispiels 1 wurde wiederholt, aber statt 5 g 3-Aminopropyl,triethoxysilan
in die PVA-Lösung wurden 5 g N-Aminoethy-3-aminoprpyl-trimethoxysilan zugegeben.
Die kürzeste Vernetzungszeit eines so beschichteten Papiers ist in der nachstehenden
Tabelle 1 ausgewiesen.
Beispiel 4
[0036] Die Arbeitsweise des Beispiels 3 wurde wiederholt, lediglich der pH-Wert der PVA-Mischung
wurde diesmal mit Ammoniak auf 9,5 angehoben. Das Ergebnis des Vernetzungstests ist
der Tabelle 1 zu entnehmen.
Beispiel 5
[0037] Die Arbeitsweise des Beispiels 1 wurde wiederholt. Statt 5 g 3-Aminopropyl-triethoxysilan
zur PVA-Lösung wurden aber 5 g einer Mischung aus Vinyltriacetoxysilan und Triemethoxyepoxyfunktionellem
Silan zugegeben. Die kürzeste Vernetzungszeit bei mit einem solchen Strich versehenen
Papier ist aus der Tabelle 1 zu entnehmen.
Beispiel 6
[0038] Die Arbeitsweise des Beispiels 5 wurde wiederholt, der pH-Wert der PVA-Mischung
aber mit Ammoniak auf 9,5 angehoben. Das Ergebnis des Vernetzungstests ist in der
nachstehenden Tabelle aufgezeichnet.
Tabelle 1
| Beispiel |
Menge, bezoggen auf PVA |
pH-Wert |
kürzeste Vernetzungszeit in s,bei der eine völlige Aushärtung gegeben ist |
| 1 |
10 % |
4,0 |
13 |
| 2 |
10 % |
9,5 |
5 |
| 3 |
10 % |
4,0 |
4 |
| 4 |
10 % |
9,5 |
4 |
| 5 |
10 % |
4,0 |
5 |
| 6 |
10 % |
9,5 |
18 |
| Nullprobe 1 |
|
4,0 |
20 |
| Nullprobe 2 |
|
9,5 |
20 |
Durch den erfindungsgemäßen Zusatz der aufgeführten Organosilane zur Modifizierung
der Papieroberfläche wurde gegenüber den Nullproben (ohne Silikonzusatz) die Vernetzungszeit
für die nachfolgende Silikonbeschichtung um 10 bis 80% reduziert.
Beispiel 7
[0039] Es wurde oberflächengeleimtes Rohpapier mit Silanzusätzen auf einer Papiermaschine
hergestellt. Die Papiermaschine wies eine Breite von ca. 2,20 m auf und erreichte
bei dem Versuch eine Geschwindigkeit von ca. 410 m/min. Der silanhaltige Oberflächenauftrag
wurde in einer Leimpresse, einem Zweiwalzenauftragswerk, auf die Bahn aufgetragen.
Das Papier bestand aus je 50% aus vollgebleichtem Langfaserzellstoff und Kurzfaserzellstoff.
Es wurden keine Füllstoffe zudosiert. Das Flächengewicht des auf diese Weise produzierten
Papiers lag bei 67 g/m . Als Organosilankomponente wurde 3-Aminopropyl-triethoxysilan
eingesetzt. Dieses hatte einen Wirkstoffgehalt von 40%. Die Oberflächenpräparation,
die in der Leimpresse der Papiermaschine auf das Rohpapier aufgetragen wurde, hatte
folgende Zusammensetzung:
| 100 |
Teile PVA |
| 10 |
Teile CMC |
| 28 |
Teile Aminosilan (HW), handelsüblich. |
Der pH-Wert dieser Mischung wurde mit Ammoniak auf 9,7 gehoben. Dieses so oberflächenveredelte
Papier wurde zusätzlich in einem 16-Walzen-Superkalander bei einem Druck von 330
kN/m und einer Geschwindigkeit von 300 m/min satiniert.
Beispiel 8
[0040] Nach dem im Beispiel 7 beschriebenen Herstellungsverfahren, jedoch mit einer anderen
Oberflächenrezeptur, wurde der Versuch wiederholt. In diesem Fall wurde Organosilan
eingesetzt. Die hierbei verwendete Strichrezeptur wies folgende Zusammensetzung auf:
| 100 |
Teile PVA |
| 10 |
Teile CMC |
| 11 |
Teile Silanmischung gemäß Beisp. 5 |
Der pH-Wert dieser Mischung wurde mit Schwefelsäure auf 4,0 eingestellt.
Beispiel 9
[0041] Die gemäß der Beispiele 7 und 8 hergestellten Papiere wurden mit einer Breite von
1 m auf einer Beschichtungsanlage des Typs Revo 303 A von der Maschinenfabrik Kroenert/Hamburg
silikonisiert. Diese Rechnikumsanlage ist für eine Höchstgeschwindigkeit von 200
m/min ausgelegt. Die beiden oberflächenveredelten Versuchspapiere wurden zusammen
mit einem Papierprodukt, das ebenfalls nach dem in den Beispielen 7 und 8 beschriebenen
Verfahren hergestellt worden war, aber kein Organosilan im Strich enthielt (Null-Probe),
mit einem Silikonsystem auf Lösungsmittelbasis folgender Zusammensetzung beschichtet:
| 80 |
Teile Testbenzin |
| 15 |
Teile Si-Dehäsiv 930 |
| 0,5 |
Teile Vernetzer V 93 |
| 0,05 |
Teile Katalysator OL |
Der Feststoffgehalt dieser Beschichtungsmasse betrug 5% und die Viskosität nach Ford-Becher
lag bei 12 s.Das Silikon iwurde auf die Papierbahn mittels einer Rasterwalze (40 Raster
pro cm) aufgetragen. Die Lufttemperatur im Schwebetrockner war auf 190°C eingestellt.
[0042] Der Grad der Aushärtung wurde sofort nach der Silikonisierung direkt an den beschichteten
Rollen mit dem in Beispiel 1 beschriebenen Fingerabriebtest und mitr Hilfe von Klebeband
Tesa 104 bestimmt. In dieser Versuchsreihe wurde die Bahngeschwindigkeit variiert,
während die Trockungstemperatur bei 190°C konstand blieb.
[0043] Die Ergebnisse dieser Versuche sind in der Tabelle 2 zusammengestellt:
Tabelle 2
| Papiersorte |
Silikonauftrag g/m |
max. Geschwindigkeit m/min |
Trennkraft, mN/cm |
| |
|
|
nach 20 h |
nach 4 Wochen |
| |
|
|
K-7476 |
A-8475 |
K-7476 |
A-7475 |
| Nullprobe |
0,4 |
150 |
303 |
74 |
210 |
103 |
| Papier aus dem Beispiel 7 |
0,4 |
163 |
308 |
69 |
244 |
72 |
| Papier aus dem Beispiel 8 |
0,4 |
165 |
281 |
63 |
197 |
60 |
Die Beschichtungsgeschwindigkeit konnte im Vergleich zur Null-Probe um Ca. 10% bei
etwa gleichem Niveau der Trennkräfte nach Silikonisierung erhöht werden.
[0044] Die Trennkräfte wurden nach der FINAT-Testmethode Nr.10(FTM 10) gemessen. Als Klebebänder
wurden ein Kautschukklebeband K-7476 und ein Akrylatklebeband A-7475 verwendet. Die
Messungen erfolgten in einem Zugprüfgerät, indem das Klebeband von dem mit Silikon
beschichteten Versuchspapier unter einem Winkel von 180° und einer Klemmengeschwindigkeit
von 300 mm/min abgeschält wurde. Die Silikonauftragsmengen wurden mittels Röntgenfluoreszenz-Messungen
ermittelt.
Beispiel 10
[0045] Die gemäß der Beispiele 7 und 8 hergestellten Versuchspapiere wurden ebenfalls auf
der oben genannten Beschichtungsanlage mit Silikonsystemen auf lösungsmittelfreier
Basis beschichtet. Hierzu wurde ein Vier-Walzen-Auftragswerk benutzt. Da schon mit
dem Vergleichspapier (Null-Probe) die maximale Geschwindigkeit der Anlage von 200
m/min erreicht wurde, wurde in dieser Versuchsreihe stattdessen nach der Mindesttemperatur
für eine völlige Aushärtung der Silikonbeschichtung bei einer konstanten Höchstgeschwindigkeit
von 200 m/min gesucht.
[0046] Für die Papierbeschichtung wurde folgendes Silikonsystem eingesetzt:
| 100 |
Teile Wacker Si-Dehäsiv 920 |
| 2,5 |
Teile Vernetzer VP 1524 |
| 1,0 |
Teile Katalysator OL |
Die Ergebnisse dieser Versuchsreihe sind aus Tabelle 3 zu entnehmen.
Tabelle 3
| Papiersorte |
Silikonauftrag g/m |
Mindesttemp. °C für Aushärtung |
Trennkraft, mN/cm |
| |
|
|
nach 20 h |
nach 4 Wochen |
| |
|
|
K-7476 |
A-7475 |
K-7476 |
A-7475 |
| Nullprobe |
1,4 |
150 |
196 |
38 |
164 |
35 |
| Papier des Beispiels 7 |
1,5 |
145 |
205 |
35 |
187 |
36 |
| Papier des Beispiels 8 |
1,5 |
138 |
193 |
32 |
174 |
33 |
Bei vergleichbarem Trennkraftniveau konnte die Mindesttemperatur für die Aushärtung
der Silikonbeschichtungen um ca. 5 bis 10% reduziert werden.
[0047] Die Silikonauftragsmengen und Trennkraftwerte wurden wie im Beispiel 9 bestimmt.
Beispiel 11
[0048] Die Arbeitsweise des Beispiels 10 wurde wiederholt. Für die Silikonbeschichtung wurde
jedoch ein anderes System, ebenfalls auf lösungsmittelfreier Basis, eingesetzt. Die
Beschichtungsmasse hatte folgende Zusammensetzung:
| 100 |
Teile Silcolease 8000 (ICI) Basispolymersilikon der Fa. ICI |
| 2 |
Teile Silicone Crosslinker 95 A |
| 2 |
Teile Silicone Crosslinker 96 A |
| 4 |
Teile Catalyst 95 B. |
[0049] Die Silikonisierung der drei Versuchspapiere erfolgte bei einer Geschwindigkeit von
200 m/min, wobei wiederum die Mindesttemperatur bei der Konvektionstrocknung für
eine vollständige Aushärtung der Silikonfilme gesucht wurde. Die Ergebnisse sind
der Tabelle 4 zu entnehmen.
Tabelle 4
| Papiersorte |
Silikonauftrag g/m |
Mindesttemp.°C für Aushärtung |
Trennkraft,mN/cm |
| |
|
|
nach 20 h |
nach 4 Wochen |
| |
|
|
K-7476 |
A-7475 |
K-7476 |
A-7475 |
| Nullprobe |
1,4 |
150 |
192 |
34 |
174 |
43 |
| Papier des Beispiels 7 |
1,5 |
135 |
189 |
37 |
170 |
39 |
| Papier des Beispiels 8 |
1,6 |
140 |
192 |
47 |
168 |
45 |
Bei etwa vergleichbarem Trennkraftniveau konnte wiederum die Mindesttemperatur für
die Aushärtung der Silikonbeschichtungen um ca. 5 bis 10% gesenkt werden.
[0050] Die Trennkraftwerte und die Silikonauftragsmengen wurden wie in Beispiel 9 bestimmt.
Beispiel 12
[0051] Die Arbeitsweise der Beispiele 10 und 11 wurde wiederholt. Für die lösungsmittelfreie
Silikonisierung wurde folgendes Beschichtungssystem verwendet:
| 100 |
Teile Basispolymer Silikon Rhodorsil 11347 der Fa.Rhone-Poulanc |
| 3 |
Teile Katalysator 11091 für das Basispolymer. |
Die Beschichtung der Versuchspapiere wurde bei einer Geschwindigkeit von 200 m/min
durchgeführt. Es wurden wiederumg die niedrigsten Aushärtungstemperaturen ermittelt,
wie aus der Tabelle 5 hervorgeht. Die Bestimmung der Trennkraftwerte und der Silikonauftragsmengen
erfolgte gemäß Beispiel 9.
Tabelle 5
| Papiersorte |
Silikonauftrag g/m |
Mindesttemp.°C für Aushärtung |
Trennkraft,mN/cm |
| |
|
|
nach 20 h |
nach 4 Wochen |
| |
|
|
K-7476 |
A-7475 |
K-7476 |
A-7475 |
| Null-Probe |
2,0 |
150 |
152 |
225 |
140 |
246 |
| Papier des Beispiels 7 |
2,0 |
135 |
151 |
297 |
143 |
239 |
| Papier des Beispiels 8 |
2,1 |
135 |
144 |
253 |
160 |
213 |
Wie die Beispiele 1 bis 12 zeigten, wird durch den erfindungsgemäßen Zusatz verschiedener
Organosilane in Anteilen von ca. 10 - 15% (fest gerechnet) zu üblichen Oberflächenpräparationen
für Trennrohpapiere eine Verbesserung der Haftung und eine Beschleunigung der Vernetzungszeit
für nachfolgende Beschichtungen von lösungsmittelhaltigen oder lösungsmittelfreien
additionsvernetzenden Silikonsystemen erreicht. Bei ausreichender Verankerung des
Silikonfilms auf der Papieroberfläche sind dadurch meßbare Steigerungen in der Beschichtungsgeschwindigkeit
und/oder Reduzierungen in der Mindesttemperatur für die Silikonaushärtung zu verzeichnen.
Inhibierende Effekte durch das Rohpapier tragen in keinem Fall auf. Das Trennkraftniveau
der Silikonbeschichtungen wurde durch die Zusätze von Organosilanen zur Oberflächenpräparation
der Trennrohpapiere nicht oder nur geringfügig verändert.
[0052] Ähnliche Effekte wurden ebenfalls bei einer nachfolgenden Beschichtung derart oberflächenveredelter
Trennrohpapiere mit wässrigen Silikonsystemen festgestellt.
[0053] Bei Verwendung von kaltvernetzenden Silikonsystemen (UV- bzw. Elektronenstrahl-vernetzende
Systeme) sind ähnliche Effekte ebenfalls nicht auszuschließen.
[0054] Dagegen sind bei kondensationsvernetzenden Silikonsystemen (thermische Vernetzung)
keine Verbesserung in Haftung und/oder Vernetzung von Silikonfilmen zu erwarten.
B Organpolysiloxane (mindestens 3 Silizium-gebundene Wasserstoffatome je Molekül
aufweisend)
Beispiel 13
[0055] Zu einer Mischung aus 22 g Polyvinylalkohol und 3 Carboxymethylcellulose in 475
g Wasser, die nach den in Beispiel 1 beschriebenen Methoden für die Aufbereitung und
das Kochen der oben genannten Polymere behandelt wurden, wurden unter Rühren 3,5 g
von mindestens 3 Si-gebundenen Wasserstoffatomen je Molekül aufweisenden Organpolysiloxan
in Form einer Emulsion (Feststoffgehalt: 35%), zugegeben. Der pH-Wert dieser Mischung
wurde mit Schwefelsäure auf 4,0 eingestellt. Die in dieser Weise hergestellte Disperson
wurde mit einer Laborleimpresse auf ein unsatiniertes Silikonrohpapier mit einem
Flächengewicht von 66 g/m aufgetragen.
[0056] Das Auftragsgewicht lat bei etwa 1,5 g/m (fest gerechnet). Das ungestrichene Rohpapier
wies eine Luftdurchlässigkeit nach Schopper von 62 cm/min und einen Leimungsgrad nach
Cobb-Unger von 50 g/m auf.
[0057] Nach erfolgter Trocknung und Wiederbefeuchtung wurde das damit oberflächenbehandelte
Papier in einem Laborkalander satiniert. Der Liniendruck betrug dabei 4000 dN. Die
Oberflächentemperatur der Stahlwalze betrug 100°C.
[0058] Die Weiterbehandlung des Versuchspapiers erfolgte so, wie im Teil b) des Beispiels
1 beschrieben. Die Ergebnisse des Vernetzungstests sind in Tabelle 6 zusammengestellt.
Beispiel 14
[0059] Die Arbeitsweise des Beispieles 13 wurde wiederholt. Nach Zugabe der Organoprobysiloxan-Emulsion
stellte sich ein pH-ert von 5,5 ein. Die Ergebnisse des Vernetzungstests sind aus
der nachfolgenden Tabelle 6 zu entnehmen.
Beispiel 15
[0060] Die Arbeitsweise des Beispieles 13 wurde wiederholt, aber anstelle einer Beschichtung
des Versuchspapiers mit dem in Teil b) des Beispiels 1 beschriebenen lösungsmittelfreien
Silikonsystem wurde ein lösungsmittelhaltiges System mit folgender Zusammensetzung
gewählt:
| 74 |
Teile Testbenzin |
| 20 |
Teile Silcolease 7420 (ICI) Basissiloxan |
| 0,2 |
Teile Crosslinking Agent 91 A Vernetzer |
| 0,8 |
Teile Catalist 90 B |
Die Silikonisierung erfolgte analog Beispiel 1, Teil b) mit einem Laborrakelgerät,
wobei der Silikonauftrag wiederum etwa 1 g/m (fest gerechnet) betrug. Die ermittelten
kürzesten Vernetzungszeiten sind der Tabelle 5 zu entnehmen.
Beispiel 16
[0061] Die Arbeitsweise des Beispiels 14 wurde wiederholt. Die Laborsilikonisierung erfolgte
jedoch mit dem in Beispiel 15 beschriebenen lösungsmittelhaltigen Silikonsystem.
Die minimal erforderlichen Vernetzungszeiten sind der Tabelle 6 zu entnehmen.
Beispiel 17
[0062] Die Arbeitsweise des Beispiels 13 wurde wiederholt. Zu der Lösung aus 22 g Polyvinylalkohol
und 3 g Carboxymethylcellulose in 475 g Wasser wurden jedoch unter Rühren statt 3,5
diesmal 7 g der Organoprobysiloxan-Emulsion zugegeben. Der pH-Wert dieser Mischung
wurde wiederum mit Schwefelsäure auf 4,0 eingestellt. Die weitere Verarbeitung entsprach
der in Beispiel 13 beschriebenen Arbeitsweise. Die Ergebnisse des Vernetzungstests
sind in der Tabelle 6 zusammengestellt.
Beispiel 18
[0063] Die Arbeitsweise des Beispiels 17 wurde wiederholt, der pH- Wert der Strichmischung
jedoch auf 5,5 eingestellt. Die Ergebnisse der Vernetzungsprüfung gehen aus der Tabelle
6 hervor.
Beispiel 19
[0064] Die Arbeitsweise des Beispiels 17 wurde wiederholt. Das Versuchspapier wurde jedoch
mit einem lösungsmittelhaltigen Silikonsystem der Firma ICI beschichtet. Die Zusammensetzung
dieser Beschichtungsmasse ist bereits in Beispiel 15 beschrieben worden. Die Ergebnisse
der Vernetzungsprüfung sind in der Tabelle 6 dargestellt.
Beispiel 20
[0065] Die Arbeitsweise des Beispiels 18 wurde wiederholt. Die Laborsilikonisierung erfolgte
jdoch mit dem in Beispiel 15 beschriebenen lösungsmittelhaltigen Silikonsystem. Die
erforderlichen kürzesten Vernetzungszeiten sind der Tabelle 6 zu entnehmen.
Beispiele 21 - 24
[0066] Als Vergleich (Nullprobe) wurden Papierproben herangezogen, die mit einer Mischung,
bestehend aus 22 g Polyvinylalkohol und 3 g Carbosymethylcellulose in 475 g Wasser,
aber ohne jegliche Zugabe von Organoprobysiloxan-Emulsion, oberflächenveredelt worden
waren. Die pH-Werte dieser Oberflächenpräparationen wurden sowohl auf 4,0 als auch
auf 5,5 eingestellt. Die Laborsilikonisierung erfolgte mit den im Teil b) des Beispiels
1 und im Beispiel 15 beschriebenen Silikonsystemen. Die erforderliche minimale Vernetzungszeit
ist aus der Tabelle 6 zu entnehmen.
Tabelle 6
| Versuchspapier |
pH-Wert der Oberflächenpräparation |
minimal erforderliche Vernetzungszeit,s (150°C) |
| |
4,0 |
5,5 |
LF* |
LH* |
| 1.Beispiel 13 |
X |
|
8 |
|
| 2.Beispiel 14 |
|
X |
12 |
|
| 3.Beispiel 15 |
X |
|
|
15 |
| 4.Beispiel 16 |
|
X |
|
18 |
| 5.Beispiel 17 |
X |
|
5 |
|
| 6.Beispiel 18 |
|
X |
8 |
|
| 7.Beispiel 19 |
X |
|
|
15 |
| 8.Beispiel 20 |
|
X |
|
18 |
| 9.Nullprobe 1 als Vergleich (Beisp.21-22) |
X |
|
10 |
20 |
| 10.Nullprobe 2 als Vergleich (Beisp.23-24) |
|
X |
15 |
20 |
| * LF = lösungsmittelfreies Silikonsystem ) jeweils ca. |
| LH = lösungsmittelhaltiges Silikonsystem ) 1 g/m (fest) Silikonauftrag. |
1. Verfahren zur Oberflächenmodifikation von Trennrohpapieren durch Auftragung einer
Beschichtungsmasse, dadurch gekennzeichnet, daß auf die Papierbahn eine Suspension
aus filmbildenden Substanzen aufgetragen wird, die bis zu 20 % (fest gerechnet) Silikonverbindungen
aus den beiden Hauptgruppen
A) Organosilane und/oder
B) Organopolysiloxane
die mindestens drei Silizium gebundene Wasserstoffatome aufweisen, enthält.
2.Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Auftragung der Beschichtungsmasse
in der Papiermaschine erfolgt.
3.Verfahren nach Anspruch 1 + 2, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei den Organosilanen
um sowohl organofunktionelle Alkoxysilane, wie z.B. 3-Glycidyloxypropyltrimethoxysilan,
N-Aminoethyl-3-aminopropyl-trimethoxysilan, 3-Aminopropyl-triethoxysilan, 3-Aminopropylmethyl-di-ethoxysilan,
3-Aminopropyl-trimethoxysilan, 3-Amino-propyl-tris (2-methoxy-ethoxy)silan, 3-Methacryloxypropyl-trimethoxysilan,
3-Mercaptopropyl-trie thoyxsilan, 3-Mercaptopropyl-trimethoxysilan, 3-Mercaptopropyl-methyl-dimethoxysilan,
3-Chlorpropyl-triethoxysilan, 3-Chlorpropyltrimethoxysilan, 3-Chlorpropyl-methyldimethoxysilan,
α-chlormethyl-dimethyl-methoxysilan, Vinyltriethoxysilan, Vinyltrlmethoxysilan und
Vinylmethyldimethoxysilan als auch um Alkylalkoxysilane, wie z.B. Methyltrimethoxysilan,
Methyltriethoxysilan, Propyltrimethoxysilan, Propyltrimethoxysilan, Propylmethyldimethoxysilan,
Propylmethyldiethoxysilan, Iso-Butyltrimethoxysilan und Butyltrimethoxysilan handeln
kann.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Organosiloxane mindestens
3 Silizium-gebundene Wasserstoffatome je Molekül aufweisen und es sich um Mischpolymerisate
aus
Dimethylhydrogensiloxan-, Methylhydrogensiloxan-, Dimethylsiloxan- und Trimethylsiloxaneinheiten,
Mischpolymerisate aus Trimethylsiloxan-, Dimethylhydrogensiloxan- und Methylhydrogensiloxaneinheiten
Mischpolymerisate aus Trimethylsiloxan-, Dimethylsiloxan- und Methylhydrogensiloxaneinheiten,
Mischpolymerisate aus Methylhydrogensiloxan- und Trimethylsiloxaneinheiten, Mischpolymerisate
aus Methylhydrogensiloxan-, Diphenylsiloxan- und Trimethylsiloxaneinheiten, Mischpolymerisate
aus Methyl hydrogensiloxan- Dimethylhydrogensiloxan- und Diphenylsiloxaneinheiten,
Mischpolymerisate aus Methylhydrogensiloxan-, Phenylmethylsiloxan-, Trimethylsiloxan-
und/oder Dimethylhydrogensiloxaneinheiten, Mischpolymerisate aus Methylhydrogensiloxan-,
Dimethylsiloxan-, Diphenylsiloxan- und Trimethylsiloxan und/oder Dimethylhydrogensiloxaneinheiten
und Mischpolymerisate aus Dimethylhydrogensiloxan, Trimethylsiloxan; Phenylmethylsiloxaneinheiten
handelt, wobei vorzugsweise alle nicht durch Wasserstoff und Siloxansauerstoffatome
abgesättigten Siliziumvalenzen durch Methylreste abgesättigt sind.
5.Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Silikonverbindungen
in Anteilen von 1 bis 25 % (fest gerechnet), vorzugsweise in Anteilen von 3 bis 15
% Oberflächenpräparationen aus filmbildenden Substanzen für Trennrohpapiere wie z.B.
Polyvinylalkohol, Carboxymethylcellulose, Stärkederivate, Alginat, oder Polymerdispersionen
(Latices) allein oder in Kombination und in einem ph-Bereich von 2 bis 11, vorzugsweise
4 bis 9,5 zugesetzt werden.
6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Oberflächenauftrag
mittels Auftragsaggregaten, basierend z.B. auf dem Walzen- (z.B. Leimpresse) oder
Rakel- (z.B. Blade) Prinzip, auf eine bereits gebildete Papierbahn mit einem Restfeuchtegehalt
zwischen 1 und 14 %, vorzugsweise 2 bis 8 % erfolgt.
7. Verfahren nach Anspruch 1 - 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Oberflächenstrich
zusätzlich ein Weißpigment enthält, z.B. Calciumcarbonat, Kaolin, Talcum, Titandioxid
und dergleichen.