[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Verdichten einer anodisch erzeugten
Oxydschicht auf Teilen aus Aluminium oder Aluminium-Legierungen.
[0002] Aluminiumteile, wie Aluminium-Preß- oder Rollprofile, werden u.a. in der Baubeschlags-
und Beleuchtungsindustrie oder insbesondere auch im Kraftfahrzeugbau bei z.B. Fenstereinfaßsystemen
oder auch als Zierrahmen, Zierleisten u. dgl. eingesetzt. Insbesondere werden solche
Teile aus Aluminium oder Aluminium-Legierungen eingesetzt, die eine anodisch erzeugte,
vornehmlich auch eingefärbte Eloxalschicht aufweisen. Herkömmlicherweise werden die
Teile mit Eloxalschichtdicken von ca. 20 µm ausgebildet, weil bisher davon ausgegangen
wurde, daß solche Schichtdicken erforderlich sind, um z.B. intensive Färbungen mit
ausreichendem Korrosionsschutzwert herzustellen. Auch ist bisher davon ausgegangen
worden, daß Eloxalschichtdicken von 20 µm erforderlich sind, damit beim Verdichten
der Schichten eine ausreichende Kristallwasseraufnahme bei Temperaturen von 98
o C eintritt, um damit eine Gitterumwandlung der Schicht zu erzielen, die die Poren
verschließen, so daß die vorher in die Schichten aufgenom menen Stoffe fest eingeschlossen
sind. Eloxalschichtdicken von 20 µm und mehr sind von Nachteil, weil der Glanzgrad
der Oberfläche erheblich reduziert und dadurch der optisch positive Eindruck negativ
abgeändert wird. Zudem wurde festgestellt, daß bei einer mechanischen und thermischen
Belastung die 20 µm Eloxalschicht in feine Haarrisse aufreißen kann. Damit sind die
Teile, da die Haarrisse zu Korrosion führen können, unbrauchbar. Weiterhin sind erhebliche
längere Verweilzeiten (100 %) in den Eloxalbädern notwendig, um die 20 µm Eloxalschicht
aufzubauen. Dadurch bedingt, entstehen höhere Kosten zur Herstellung der Eloxalschicht.
[0003] Der vorliegenden Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs
genannten Art derart zu verbessern, daß Teile aus Aluminium oder Aluminium-Legierungen
mit relativ dünnen anodisch erzeugten Eloxalschichten mit und ohne Einfärbung, bei
hohen Verschleißund Korrosionsschutzwerten erzielt werden können.
[0004] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Oxydschicht in zwei Verfahrensstufen
verdichtet wird, wobei die Teile in der ersten Verfahrensstufe in einer Lösung mit
etwa 6 % Kobalt-Fluorid und etwa 30 % Nickel-Fluorid in vollentsalztem Wasser bei
etwa 30
o C etwa 10 Minuten lang vorbehandelt und in einer zweiten Verfahrensstufe in vollentsalztem
Wasser unter Zusatz eines Belagverhinderers von etwa 2 ml/l Triazin-Derivat bei einer
Betriebstemperatur von etwa 70
o C etwa 50 Minuten lang nachbehandelt werden.
[0005] Durch die erfindungsgemäßen Maßnahmen ergibt sich der besondere Vorteil, Eloxalschichten
von Aluminium- oder dgl. Teilen, nunmehr mit besonders dünnen Eloxalschichten (10
- 12 µm) bei hohem Verschleiß- und Korrosionsschutzwert herstellen zu können.
[0006] Bei der Herstellung eines Teils aus Aluminium oder einer Aluminium-Legierung kann
wie folgt vorgegangen werden:
[0007] Gemäß vorliegender Erfindung werden die Teile zunächst mechanisch geschliffen und
poliert. Nach dem folgenden Entfetten bzw. Reinigen der Teile, werden diese elektrolytisch-alkalisch
geglänzt, um so eine ausreichend glänzende Oberflächenreflexion zu erzielen. Nach
dem Glänzprozeß werden die Teile zunächst zum Einfärben elektrolytisch unter Gleichstrom
anodisiert. In einem nächsten Schritt werden die Teile in einem metallsalzhaltigem
Elektrolyten unter Anwendung von Wechselstrom exponiert. In einem nachfolgenden Verfahrensschritt
wird die Adsorptionsfähigkeit der erzeugten Oxydschicht genutzt, um die Grundfärbung
durch chemische Einlagerung eines organischen Azofarbstoffes variabel zu verändern.
In zwei weiteren Verfahrensschritten - und hier setzt die Erfindung ein - wird die
Oxydschicht der Teile als letzte Behandlungsstufe verdichtet und somit gegen äußere
Einwirkungen geschützt. Dabei werden die Teile zunächst, wie schon weiter oben erwähnt,
in einer Lösung mit 6 % Kobalt-Fluorid und etwa 30 % Nickel-Fluorid in vollentsalztem
Wasser bei 30
o C etwa 10 Minuten lang vorbehandelt. Dabei erfolgt im wesentlichen folgende Grundreaktion
mit der Oxydschicht und dem Nickel-Fluorid:

Bei dieser ersten Verfahrensstufe des Verdichtens wird eine beständige Vorverdichtung
der Oxydschicht erreicht.
[0008] In der zweiten Verfahrensstufe des Verdichtens werden die Teile - wie ebenfalls schon
weiter oben erwähnt - bei 70
o C in vollentsalztem Wasser unter Zusatz eines Belagsverhinderers von 2 ml/l Triazin-Derivat
50 Minuten behandelt. Hierbei findet zunächst unter Bindung des Wassers eine chemische
Reaktion statt (Al₂O₃ + H₂O = 2 AlO x OH). Dabei bewirkt die Volumenzunahme der Schicht
einen Verschluß der Poren. Die Schicht ist jetzt gegen äußere Einflüsse geschützt.
Verfahren zum Verdichten einer anodisch erzeugten Oxydschicht auf Teilen aus Aluminium
oder Aluminium-Legierungen, dadurch gekennzeichnet, daß die Oxydschicht in zwei Verfahrensstufen
verdichtet wird, wobei die Teile in der ersten Verfahrensstufe in einer Lösung mit
etwa 6 % Kobalt-Fluorid und etwa 30 % Nickel-Fluorid in vollentsalztem Wasser bei
etwa 30 o C etwa 10 Minuten lang vorbehandelt und in einer zweiten Verfahrensstufe in vollentsalztem
Wasser unter Zusatz eines Belagverhinderers von etwa 2 ml/l Triazin-Derivat bei einer
Betriebstemperatur von etwa 70 o C etwa 50 Minuten lang nachbehandelt werden.