Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein quasi-optisches Gyrotron, bei welchem zwei Spulen in Helmholtz-Anordnung
ein statisches, bezüglich einer Elektronenstrahlachse axialsymmetrisches Magnetfeld
erzeugen, auf der Elektronenstrahlachse parallel zum Magnetfeld laufende Elektronen
zur Gyration gezwungen werden und ein elektromagnetisches Wechselfeld in einem quasi-optischen
Resonator anregen, welcher zwei, auf einer Resonatorachse einander gegenüberliegend
angeordnete Spiegel umfasst, wobei die Resonatorachse zwischen den zwei Spulen senkrecht
zur Elektronenstrahlachse ausgerichtet ist.
Stand der Technik
[0002] Ein quasi-optisches Gyrotron der eingangs genannten Art ist z.B. aus dem Patent CH-664045
oder aus dem Artikel "Das Gyrotron, Schlüsselkomponente für Hochleistungs-Mikrowellensender",
H.G. Mathews, Minh Quang Tran, Brown Boveri Review 6-1987, pp. 303-307, bekannt.
[0003] Während bis anhin die Mikrowellenleistung solcher Gyrotrons bei Arbeitsfrequenzen
von mehr als etwa 100 GHz noch auf wenige 100 kW beschränkt ist, sollen im Hinblick
auf Anwendungen in der Plasmaheizung für Fusionszwecke Dauerstrichleistungen von 1
MW und mehr erzeugt werden können.
[0004] Ein Problem bei der Realisierung solcher Hochleistungsgyrotrons stellt die unerwünschte
Aufheizung der Resonatorwände dar. Aufgrund der endlichen elektrischen Leitfähigkeit
der Wände werden diese nämlich durch das HF-Feld im Resonator aufgeheizt. Die erreichbare
Mikrowellenleistung wird damit durch die maximal abführbare Verlustleistung begrenzt.
[0005] Eine Erhöhung der Leitfähigkeit der Wände erniedrigt die Verlustleistung und verbessert
entsprechend die Leistungsfähigkeit des Gyrotrons. Angesichts der Tatsache, dass
einerseits für den Resonator bisher ausschliesslich normalleitende Metalle verwendet
worden sind und dass andererseits seit kurzem Hochtemperatursupraleiter zur Verfügung
stehen, scheint es naheliegend, beim Resonator die Normalleiter durch Supraleiter
zu ersetzen. Dies ist auch bereits in der Literatur vorgeschlagen worden (siehe z.B.
"Possibilities for microwave/far infrared cavities and waveguides using high temperatur
superconductors", D.R. Cohn, L. Bromberg, W. Halverson, B. Lax and P. Woscov, Twelfth
International Conference on Infrared and Millimeter Waves, Dec 14-18, 1987, Lake Buena
Vista, Florida, Conference Digest, IEEE Catalog No.87CH2490-1, pp. 51-52).
[0006] Das Problem dabei ist allerdings, dass in einem quasi-optischen Gyrotron die Supraleiter
sowohl in Gegenwart von HF-Feldern (>100 GHz) als auch in Gegenwart von starken Magnetfeldern
(>5 T) arbeiten müssen. Bei solchen Bedingungen haben aber alle bekannten Supraleiter
schlechtere elektrische Eigenschaften als Kupfer und bieten somit keine Vorteile.
Darstellung der Erfindung
[0007] Aufgabe der Erfindung ist es nun, ein quasi-optisches Gyrotron der eingangs genannten
Art anzugeben, welches Mikrowellen von typischerweise mehr als 100 GHz mit einer Dauerstrichleistung
(cw = continuous wave) von 1 MW und mehr erzeugen kann.
[0008] Erfindungsgemäss besteht die Lösung darin, dass die Spiegel des quasi-optischen Resonators
eine supraleitende Spiegelfläche aufweisen und dass Mittel zum Unterdrücken des Magnetfeldes
am Ort der Spiegel vorgesehen sind.
[0009] Der Kern der Erfindung liegt darin, dass das Magnetfeld, welches die Elektronen zur
Gyration zwingt, zwar möglichst homogen sein muss, allerdings nur im Bereich des Elektronenstrahls.
Ein radialer Gradient ausserhalb dieses Bereiches ist zulässig. Die erfindungsgemässen
Mittel zum Abschirmen haben nun zur Folge, dass ein Magnetfeldgradient entsteht, welcher
dafür sorgt, dass das Magnetfeld in radialer Richtung so stark abfällt, dass die Supraleitung
nicht beeinträchtigt wird.
[0010] Für die Erfindung gibt es verschiedene Ausführungsformen. Eine davon besteht darin,
dass ein Joch vorgesehen wird, welches die Spulen im wesentlichen umschliesst. D.h.
es ist so ausgebildet, dass es den magnetischen Fluss ausserhalb der Spulen zum grössten
Teil aufnimmt. Dies lässt sich sowohl mit einem im wesentlichen einteiligen als auch
mit einem mehrteiligen Joch erreichen. Das Joch muss dabei aus einem Material mit
einer hohen magnetischen Permeabilität bestehen.
[0011] Vorzugsweise umschliesst das Joch die beiden Spulen in der Art eines mit einem Deckel
und einem Boden versehenen Hohlzylinders. Der Hohlzylinder weist Oeffnungen für den
Resonator auf. Die Spiegel des Resonators sind dann ausserhalb des Hohlzylinders hinter
den Oeffnungen angeordnet.
[0012] Besonders vorteilhaft ist es, wenn das Joch aus mehreren Jochteilen besteht, welche
in regelmässigen Abständen um die Spulen angeordnet sind.
[0013] Eine konzeptionell etwas andere Ausführungsform besteht darin, dass das Magnetfeld
am Ort der Spiegel durch ein entsprechendes Gegenfeld kompensiert wird. Das Gegenfeld
wird durch eine zusätzliche Spulenanordnung ausserhalb der beiden für die Gyration
zuständigen Spulen erzeugt.
[0014] Weitere vorteilhafte Ausführungsformen ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen.
Kurze Beschreibung der Zeichnung
[0015] Nachfolgend soll die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen im Zusammenhang mit
der Zeichnung näher erläutert werden. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung eines quasi-optischen Gyrotrons;
Fig. 2 eine grafische Darstellung des Magnetfeldes in Abhängigkeit des Ortes;
Fig. 3 eine schematische Darstellung eines hohlzylinderförmigen Jochs;
Fig. 4 eine schematische Darstellung eines quasi-optischen Gyrotrons mit mehreren
Jochteilen; und
Fig. 5 eine schematische Darstellung der hohlzylinderförmigen Jochteile und ihrer
Position in bezug auf den Resonator.
[0016] Die in der Zeichnung verwendeten Bezugszeichen und deren Bedeutung sind in der Bezeichnungsliste
zusammenfassend tabelliert. Grundsätzlich sind gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen
versehen.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0017] Fig. 1 zeigt die zur Erläuterung der Erfindung wesentlichen Teile eines erfindungsgemässen
quasi-optischen Gyrotrons. Eine in der Figur nicht gezeigte Elektronenkanone injiziert
Elektronen in Form eines z.B. ringförmigen Elektronenstrahls 1. Die Elektronen laufen
entlang einer Elektronenstrahlachse 2. Zwei Spulen 3a und 3b sind auf der Elektronenstrahlachse
2 in einem ihrem Radius entsprechenden Abstand (sog. HelmholtzAnordnung) angeordnet.
Sie erzeugen ein statisches, parallel zur Elektronenstrahlachse 2 ausgerichtetes Magnetfeld
(mit einer magnetischen Induktion von typischerweise 4 T und mehr), welches die Elektronen
zur Gyration zwingt.
[0018] Zwischen den beiden Spulen 3a, 3b ist ein quasi-optischer Resonator angeordnet. Er
besteht aus zwei sphärischen, kreisförmigen Spiegeln 4a und 4b, welche auf einer
Resonatorachse 5 einander gegenüberliegend angeordnet sind. Die Resonatorachse steht
dabei senkrecht zur Elektronenstrahlachse 2.
[0019] Die Elektronen regen im quasi-optischen Resonator ein elektromagnetisches Wechselfeld
an, sodass bei einem der beiden Spiegel 4a die gewünschten Mikrowellen ausgekoppelt
und durch ein Fenster 7 und einen Wellenleiter 8 zu einem Verbraucher geführt werden
können. Die beiden Spulen 3a, 3b der Resonator und natürlich der Elektronenstrahl
1 befinden sich in einem Gefäss 9 im Hochvakuum.
[0020] Die bis jetzt beschriebenen Teile des quasi-optischen Gyrotrons sind bereits bekannt
(z.B. aus dem oben zitierten Artikel von Mathews und Tran) und bedürfen deshalb keiner
weiteren Erläuterung. Was hingegen neu ist, sind die im folgenden erläuterten Mittel
zum Abschirmen des Magnetfeldes und die Art des Resonators.
[0021] Um das Magnetfeld gegen aussen abzuschirmen, ist ein Joch 10 vorgesehen, welches
die beiden Spulen 3a, 3b im wesentlichen umschliesst. Es besteht aus einem Material
mit einer hohen magnetischen Permeabilität, vorzugsweise aus Eisen.
[0022] Gemäss einer bevorzugten Ausführungsform hat das Joch 10 die Form eines Hohlzylinders
11 einer Länge L, welcher in axialer Richtung durch einen Deckel 12 und einen Boden
13 abgeschlossen ist. Der Hohlzylinder 11 ist koaxial zur Elektronenstrahlachse 2.
Die Länge L und ein Innenradius Ri des Hohlzylinders 11 sind so, dass die beiden Spulen
3a, 3b in Helmholtz-Anordnung, resp. das diese umschliessende Gefäss 9, darin Platz
finden.
[0023] Deckel 12 und Boden 13 des Hohlzylinders 11 sind je mit einer Durchtrittsöffnung
für den Elektronenstrahl 2 versehen. Die Durchtrittsöffnungen sind so klein wie möglich
gehalten. Der Hohlzylinder 11 selbst weist ebenfalls zwei einander diametral gegenüberliegende
Oeffnungen für den Resonator auf. Diese Oeffnungen sind gerade so gross, dass das
elektromagnetische Wechselfeld im Resonator dadurch nicht gestört wird.
[0024] Die beiden Spiegel 4a, 4b bilden die Wände des Resonators und haben je eine supraleitende
Spiegelfläche 6a resp. 6b. Eine in der Figur nicht gezeigte Kühlvorrichtung hält sie
auf einer für die Supraleitung hinreichend niedrigen Temperatur. Die supraleitenden
Spiegelflächen 6a, 6b werden z.B. durch eine Schicht bestehend aus einem Hochtemperatursupraleiter
gebildet.
[0025] Die beiden sphärischen Spiegel 4a, 4b sind ausserhalb des Jochs 10 vor den Oeffnungen
des Hohlzylinders 11 angeordnet. In einer symmetrischen Ausführungsform haben sie
einen gegenseitigen Abstand, welcher grösser als ein Aussendurchmesser Ra des Hohlzylinders
11 ist.
[0026] Fig. 2 veranschaulicht die Wirkung der erfindungsgemässen Abschirmung. Auf der Abszisse
ist symmetrisch der Radius r, d.h. der Abstand von der Elektronenstrahlachse 2, und
auf der Ordinate die Stärke der magnetischen Induktion B aufgetragen. Die durchgezogene
Kurve stellt den Verlauf des Magnetfeldes in Anwesenheit des Jochs 10 dar. In einem
achsennahen Bereich, welcher zumindest einem Durchmesser des Elektronenstrahls 1 entspricht,
ist das Magnetfeld nahezu homogen. Dann fällt es mit zunehmendem Radius r ab, bis
es am Ort der Spiegel 4a, 4b zumindest so klein ist, dass die Supraleitung nicht beeinträchtig
wird.
[0027] Die gestrichelte Kurve zeigt den Verlauf des Magnetfeldes ohne das erfindungsgemässe
Joch 10. In diesem Fall ist das Magnetfeld über einen verhältnismässig breiten Bereich
hinweg homogen und fällt mit zunehmendem Radius nur langsam ab.
[0028] Fig. 3 zeigt einen Schnitt durch das Joch 10. Der Hohlzylinder 11 mit Länge L hat,
wie bereits erwähnt, zwei Oeffnungen für den Resonator, wovon eine - mit 14 bezeichnet
- in der Figur zu sehen ist. Diese Oeffnung 14 ist etwa in der Mitte des Hohlzylinders
11 angebracht. Sie ist typischerweise kreisförmig, wobei die Resonatorachse durch
deren Zentrum geht.
[0029] Boden 13 und Deckel 12 weisen je eine Durchtrittsöffnung 16 resp. 15 auf. Schliesslich
sind noch Innenradius Ri und Aussenradius Ra des Hohlzylinders eingezeichnet.
[0030] Das Joch 10 der Fig. 1 ergibt sich, wenn zwei Hälften gemäss Fig. 3 entsprechend
zusammengefügt werden. Ein solches Joch schafft die bestmögliche Abschirmung des Magnetfeldes.
Allerdings ist es schwer und u.U. aufwendig in der Montage. Die genannten Nachteile
können jedoch vermieden werden mit der nachfolgend beschriebenen Ausführungsform.
[0031] Fig. 4 zeigt ein quasi-optisches Gyrotron mit einem Joch, welches aus mehreren Jochteilen
17a,..., 17f besteht. In der Figur sind folgende Teile wieder zu erkennen: Die Resonatorachse
5, die beiden Spiegel 4a, 4b, eine der beiden Spulen 4a und der ringförmige Elektronenstrahl
1. In der Darstellung gemäss Fig. 4 steht die Elektronenstrahlachse senkrecht zur
Zeichenebene.
[0032] Gemäss einer besonders bevorzugten Ausführungsform umfasst das Joch sechs, im wesentlichen
gleiche Jochteile 17a,...,17f. Diese sind in regelmässigen gegenseitigen Abständen
um die Elektronenstrahlachse resp. die Spulen herum angeordnet. Zwei einander diametral
gegenüberliegende Zwischenräume dienen als Oeffnung für den Resonator.
[0033] Fig. 5 zeigt zwei solche Jochteile 17c, 17d mit dem als Oeffnung 18 dienenden spaltförmigen
Zwischenraum. Der Spiegel 4b hat einen Abstand von der Elektronenstrahlachse 2, welcher
grösser ist als der Aussendurchmesser des Jochs.
[0034] Die Jochteile 17a,...,17f bilden Segmente eines Hohlzylinders, welcher in axialer
Richtung durch einen Boden und einen Deckel abgeschlossen ist. Im Prinzip sind sie
also nichts Anderes, als azimutal begrenzte Ausschnitte eines hohlzylinderförmigen
Jochs, wie es anhand der Figuren 1 und 3 erläutert worden ist. Sie haben quasi die
Form eines Tortenstücks.
[0035] Das aus den sechs Jochteilen 17a,..,17f gebildete Joch umschliesst im wesentlichen
die Spulen vollständig. Aufgrund der hohen magnetischen Permeabilität konzentriert
sich nämlich der grösste Teil des magnetischen Flusses auf die Jochteile. Ausserhalb
des durch Jochteile umhüllten, büchsenförmigen Bereiches ist das Magnetfeld hinreichend
klein.
[0036] Grundsätzlich ist es wichtig, dass die Rotationssymmetrie des Magnetfeldes im achsennahen
Bereich des Elektronenstrahls 1 trotz der Abschirmung möglichst gut erhalten bleibt.
Bei der Verwendung eines Jochs, welches im wesentlichen aus einem zusammenhängenden
Teil besteht, ist dies auch eindeutig der Fall. Wenn hingegen mehrere Jochteile verwendet
werden, muss diesem Aspekt besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. Vorzugsweise
werden deshalb mindestens sechs Jochteile am Gyrotron angebracht.
[0037] Während sich zwar mit zunehmender Zahl der Jochteile die Rotationssymmetrie immer
besser annähern lässt, wird gleichzeitig der regelmässige Zwischenraum immer kleiner.
Gleichzeitig muss der Resonator aber eine minimale Oeffnung beanspruchen, um überhaupt
noch arbeiten zu können. Und nicht zuletzt sollte sich der Montageaufwand noch in
vertretbarem Rahmen bewegen.
[0038] Aus diesen Ueberlegungen heraus, wird ein Joch mit acht Jochteilen ebenfalls als
eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung betrachtet.
[0039] Die Jochteile brauchen natürlich nicht genau so geformt zu sein, wie es anhand der
Figuren beschrieben worden ist. Vielmehr schliesst die Erfindung auch gewisse Variationen
ein. Diese lassen sich so umschreiben, dass von einem büchsenartigen Joch, wie es
in den Figuren 1 und 3 gezeigt worden ist, in geeigneter Weise "Material entfernt
wird", sodass Volumen und Gewicht des Jochs kleiner werden, gleichzeitig aber die
magnetische Abschirmwirkung im wesentlichen erhalten bleibt.
[0040] Grundsätzlich eignet sich für das Joch jedes Material, welches eine magnetische Permeabilität
hat, die im Verhältnis zu derjenigen des Vakuums gross ist. Eisen stellt in diesem
Sinn nur einen typischen Kandidaten dar.
[0041] Eine von den bisherigen Beispielen etwas abweichende Ausführungsform, verwendet als
Abschirmung nicht ein Joch, sondern ein kompensierendes Magnetfeld. Dieses wird durch
zwei oder mehr zusätzliche Spulen erzeugt. Die zusätzlichen Spulen befinden sich ausserhalb
des von Helmholtz-Spulen umfassten, zylinderförmigen Volumens.
[0042] Beispielsweise sind die zusätzlichen Spulen ebenfalls koaxial zur Elektronenstrahlachse.
Radius, Abstand und Spulenstrom der zusätzlichen Spulen sind dann so zu bemessen,
dass die Stärke des Magnetfelds am Ort der Spiegel des Resonators insgesamt unterhalb
einer für die Supraleitung geforderten Schwelle liegt. Die konkreten Dimensionen hängen
von verschiedenen Parameterwerten ab und lassen sich ohne weiteres rechnerisch ermitteln.
[0043] Der "aktive" und der "passive" Lösungsweg können u.U auch kombiniert werden, indem
die Wirkung eines geometrisch einfachen Jochs mit geeignet ausgelegten, kleinen Spulen
verbessert wird.
[0044] Zusammenfassend kann gesagt werden, dass durch die Erfindung die Leistung von quasi-optische
Gyrotrons erheblich gesteigert werden kann, indem die Vorteile supraleitender Resonatorwände
voll genutzt werden können.
Bezeichnungliste
[0045] 1 - Elektronenstrahl, 2 - Elektronenstrahlache; 3a, 3b -Spulen; 4a, 4b - Spiegel;
5 - Resonatorachse; 6a, 6b -Spiegelfläche; 7 - Fenster; 8 - Wellenleiter; 9 - Gefäss;
10 -Joch; 11 - Hohlzylinder; 12 - Deckel; 13 - Boden; 14, 18 -Oeffnung; 15, 16 -
Durchtrittsöffnung; 17a,..,17f - Jochteile.
1. Quasi-optisches Gyrotron, bei welchem
a) zwei Spulen in Helmholtz-Anordnung ein statisches, bezüglich einer Elektronenstrahlachse
axialsymmetrisches Magnetfeld erzeugen,
b) auf der Elektronenstrahlachse parallel zum Magnetfeld laufende Elektronen zur Gyration
gezwungen werden und ein elektromagnetisches Wechselfeld in einem quasi-optischen
Resonator anregen, welcher zwei, auf einer Resonatorachse einander gegenüberliegend
angeordnete Spiegel umfasst, wobei die Resonatorachse zwischen den zwei Spulen senkrecht
zur Elektronenstrahlachse ausgerichtet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
c) die Spiegel des quasi-optischen Resonators eine supraleitende Spiegelfläche aufweisen
und dass
d) Mittel zum Unterdrücken des Magnetfeldes am Ort der Spiegel vorgesehen sind.
2. Quasi-optisches Gyrotron nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
a) die Mittel zum Unterdrücken des Magnetfeldes am Ort der Spiegel ein, aus einem
Material mit einer hohen magnetischen Permeabilität bestehendes Joch umfassen, welches
die zwei Spulen von aussen im wesentlichen umschliesst, und dass
b) die Spiegel des Resonators auf der Resonatorachse so angeordnet sind, dass sie
ausserhalb eines vom Joch im wesentlichen umschlossenen Bereiches liegen.
3. Quasi-optisches Gyrotron nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass
a) das Joch in der Art eines Hohlzylinders ausgebildet ist, welcher in axialer Richtung
mit einem Boden und einem Deckel abgeschlossen ist, wobei
b) der Hohlzylinder mit mindestens zwei, einander diametral gegenüberliegenden Oeffnungen
für den Resonator versehen ist, und
c) Boden und Deckel mit je einer Durchtrittsöffnung für die auf der Elektronenstrahlachse
laufenden Elektronen versehen sind.
4. Quasi-optisches Gyrotron nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass
a) das Joch aus mehreren, mit regelmässigen Zwischenräumen um die Elektronenstrahlachse
angeordneten, gleichartigen Jochteilen gebildet wird und dass
b) die Oeffnungen für den Resonator durch zwei einander diametral gegenüberliegende
Zwischenräume gebildet werden.
5. Quasi-optisches Gyrotron nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Jochteile
Segmente eines in axialer Richtung mit einem Deckel und einem Boden abgeschlossenen
Hohlzylinders sind.
6. Quasi-optisches Gyrotron nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Joch
durch mindestens sechs Jochteile gebildet wird.
7. Quasi-optisches Gyrotron nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Joch
durch sechs oder acht Jochteile gebildet wird.
8. Quasi-optisches Gyrotron nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Material
mit der hohen magnetischen Permeabilität Eisen ist.
9. Quasi-optisches Gyrotron nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel
zum Unterdrücken des Magnetfeldes am Ort der Spiegel mindestens zwei weitere Spulen
umfassen, welche ausserhalb der in Helmholtz-Anordnung vorgesehenen Spulen angeordnet
sind.