[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Mischen von Textilfasern, bei
welchem verschiedenartige Fasern von Faserballen unterschiedlicher Provenienz abgetragen
und gemischt werden.
[0002] Die bisherigen Verfahren zum Mischen bestehen entweder darin, daß Faserballen von
verschiedenen Provenienzen in einer Reihe aufgestellt werden und mittels einer, in
einer Hin- und Herbewegung darüberfahrenden Abtragvorrichtung abgetragen werden, indem
Faserflocken aus der Oberfläche herausgelöst und einem Transportmittel übergeben werden
oder darin, daß Teile von Faserballen manuell oder maschinell abgehoben und nacheinander
auf einem Förderband einer Auflösemaschine zugeführt werden, in welche diese Teile
zu Faserflocken aufgelöst und einem Transportmittel übergeben werden.
[0003] Solche Transportmittel können mechanisch oder pneumatisch sein und fördern die Faserflocken
in sogenannte Mischkästen, in welchen die angelieferten Fasern als Flockengemisch
eingefüllt werden.
[0004] Aus diesen Mischkästen wird das Faserflockengemisch mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten
auf einen Sammeltransport gegeben, um einen Dubliereffekt zu erhalten, um eine Homogenisierung
des Faserflockengemisches anzustreben.
[0005] Solche Homogenisiervorrichtungen sind beispielsweise in den deutschen Patentschriften
Nr. 196 121 und 31 51 063 gezeigt und beschrieben.
[0006] Der Nachteil des erstgenannten Abtrag- und Mischverfahrens besteht jedoch darin,
daß die Mischung, infolge der stationären Ballenreihen, bis zum fertigen Abtragen
einer solchen Reihe unveränderlich ist, so daß das Mischungsver hältnis während dieser
ganzen Zeit das gleiche bleibt, während das zweite Abtrag- und Mischverfahren zusätzlich
noch die Ungenauigkeit der abgehobenen Menge aufweist.
[0007] Es stellt sich deshalb die Aufgabe genaue und homogene Fasermischungen zu erzeugen,
welche außerdem nach Bedarf rasch verändert werden können.
[0008] Es ist bereits von der vorliegenden Anmelderin vorgeschlagen worden (CH-Patentanmeldung
03335/88-8) diese Aufgabe dadurch zu lösen, daß Fasermischungskomponenten mit je vorbestimmten
unterschiedlichen Fasereigenschaften gebildet werden, welche je mit steuerbaren variablen
Komponentenanteilen zu einer komponenten Mischung zusammengemischt werden, und daß
diese Komponentenmischung in Abhängigkeit von vorgegebenen, resp. festgestellten,
veränderten Eigenschaften eines nachfolgenden Zwischenproduktes, z.B. eines Kardenbandes
oder eines Endproduktes, z.B. eines Garnes bestimmt, resp. korrigiert wird.
[0009] Durch diese Maßnahme können Fasern mit verschiedenen Fasereigenschaften, welche im
voraus durch Probeentnahmen aus den Faserballen bestimmt werden, genau gemischt werden,
um die gewünschten Eigenschaften eines Zwischenproduktes, z.B. eines Kardenbandes,
oder eines Endproduktes, z.B. eines Garnes zu erhalten.
[0010] Im weiteren besteht die Möglichkeit, z.B. durch Messung von Fasereigenschaften am
Kardenband oder am Garn Abweichungen festzustellen, welche unverzüglich eine Korrektur
der Mischung ermöglichen, um die verlangten Eigenschaften des Kardenbandes oder des
Garnes einzuhalten.
[0011] Wie bereits angedeutet, haben die Fasern einzelne Faserballen unterschiedlicher
Provenienzen verschiedener Fasereigen schaften. Die wichtigsten Fasereigenschaften
sind beispielsweise die Dicke der einzelnen Fasern (Micronaire genannt), der sogenannte
Stapel (Länge der Fasern über den Bereich von der kürzesten bis zur längsten Faser
unter Berücksichtigung des prozentualen Anteiles der einzelnen Faserlängen), die Farbe
im Sinne der Grundfarbe der Fasern (Gelbstich), die Farbe, basierend auf der Verschmutzung
der Faser, die Faserfestigkeit (der einzelnen Fasern) und die Dehnbarkeit der Fasern.
[0012] Je nach Verwendungszweck des fertigen Garnes spielen die genannten Fasereigenschaften
eine unterschiedliche Rolle, so daß bei der Mischung der Faserballen die Beiträge
der einzelnen Komponenten zu den Eigenschaften der Mischung bzw. des daraus hergestellten
Garnes berücksichtigt werden muß.
[0013] Beispielsweise muß für sehr feine Garne, welche z.B. für Damenoberbekleidung oder
Herrenhemden verwendet werden, darauf geachtet werden, daß der Stapel möglichst lang
ist, die Feinheit der Faser hoch ist (Micronaire) und die Faser eine hohe Festigkeit
besitzen. Weitere wichtige Parameter sind die Farben der einzelnen Faserprovenienzen,
welche das Aussehen des Garnes bestimmen. Die Dehnbarkeit der einzelnen Faserprovenienzen
spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, weil sie das nachfolgende Webverfahren beeinflußt.
Dagegen spielt bei Garnen für die Verarbeitung zu Jeansstoffen die Stapellänge eine
wesentlich kleinere Rolle im Gegensatz zu feinen Garnen und es ist wesentlich bei
diesen Garnen, daß der Staub restlos entfernt ist, da sonst Verschmutzung der Rotorrillen
entstehen kann.
[0014] Wenn nun bei einer bestimmten Fasermischung mit mehreren Komponenten eine Abweichung
der Eigenschaften des erhaltenen Kardenbandes bzw. Garnes festgestellt wird, so kann
dies unter Umständen durch verschiedene unterschiedliche Änderungen der Fasermischung
ausgeregelt werden. Diese Tatsache führt zu Schwierigkeiten sowohl bei der Erstellung
des Regelprogrammes als auch dadurch, daß verschiedene mögliche Änderungen evtl. nicht
im Sinne der Spinnereiführung liegen. Beispielsweise könnte eine automatische Regelung
dazu führen, daß der Verbrauch einer bestimmten Komponente zu hoch liegt, wofür die
Vorräte an dieser Komponente gar nicht ausreichen. Als weiteres Beispiel wäre es auch
denkbar, daß die Regelung die erhöhte Zufuhr einer bestimmten relativ teueren Komponente
veranlaßt, obwohl die gleiche Auswirkung auch durch die Zufuhr einer billigeren Komponente
erreichbar wäre.
[0015] Schließlich ist aus diesen Beispielen ersichtlich, daß die Aufgabe, genaue und homogene
Fasermischungen zu erzeugen, welche außerdem nach Bedarf rasch verändert werden können,
auch so verstanden werden sollte, daß die Führung der Spinnerei in die Lage versetzt
werden soll, auf möglichst einfache Art und Weise die zu produzierenden Fasermischungen
zu bestimmen und gegebenenfalls bei dem Regelverfahren Prioritäten zu setzen.
[0016] Zur Lösung dieser konkretisierten Aufgabe wird, ausgehend von dem eingangs genannten
Verfahren vorgeschlagen, daß
I) wenigstens folgende Angaben in einer Regelung vorgegeben werden:
a) die zunächst grob geschätzte erwünschte quantitative Komponentenaufteilung,
b) die Eigenschaften der Fasern der einzelnen Komponenten, und
c) die gewünschten Eigenschaften des aus der Fas mischung hergestellten Kardenbandes
bzw. Garnes;
II) aus diesen Vorgaben die Regelung, entsprechend einem vorgegebenen Regelalgorithmus
eine Komponentenaufteilung errechnet, die der vorgegebenen Komponentenaufteilung
nahekommt, und die Kardenband- bzw. Garneigenschaften erfüllt,
III) die Regelung den Betrieb eines die einzelnen Komponenten mischenden Mischers
so ansteuert, daß die errechnete Komponentenaufteilung in dem vom Mischer gelieferten
Fasergemisch erhalten wird.
[0017] Durch dieses Verfahren hat die Führung der Spinnerei die Möglichkeit, die quantitative
Komponentenaufteilung entsprechend der Lagebestände sowie entsprechend den Kundenwünschen
zu wählen, wobei sowohl die Eigenschaften der Fasern der einzelnen Komponenten als
auch die gewünschten Eigenschaften des aus der Fasermischung hergestellten Produktes
bei der Vorgabe berücksichtigt werden. Die Eigenschaften der Fasern der einzelnen
Komponenten können durch Laboruntersuchungen der einzelnen Faserbälle oder On-line
bestimmt werden. Es ist auch möglich, jeden Faserballen mit einer Codierung vorzusehen,
welche die Eigenschaften des darin enthaltenen Materials angibt.
[0018] Durch diese Vorgaben wird einerseits der Regelalgorithmus vereinfacht, andererseits
gelingt es dann auch den Regelalgorithmus so zu wählen, daß eine konkrete mathematische
Lösung für die Komponentenaufteilung zuverlässig gefunden werden kann, die der vorgegebenen
Komponentenaufteilung nahekommt, und somit die Wünsche der Spinnereiführung erfüllt.
[0019] Das soeben beschriebene Verfahren kann auch so ausgeführt werden, daß man bei dem
Merkmal I) zusätzlich d) wenigstens eine Regelpriorität vorgibt, in dem Sinne, daß
die Einhaltung wenigstens einen Komponentenanteils oder einer Kardenband- bzw. Garneigenschaft
Vorrang hat. Bei diesem Verfahren hat die Spinnereiführung beispielsweise die Möglichkeit
sicherzustellen, daß das produzierte Garn wenigstens einen bestimmten Prozentsatz
einer preisgünstigen Faserkomponente enthält oder eine Schmutzgehalt aufweist, der
vorgegebene Grenzwerte nicht überschreitet.
[0020] Das Verfahren kann dann ohne weiteres so ausgeführt werden, daß für jede aufgeführte
Regelpriorität auch eine Gewichtung vorgegeben wird. Diese Gewichtung kann auch durch
die Reihenfolge der Angaben vorgegeben werden.
[0021] Bei der Durchführung des Verfahrens können wenigstens einige der gewünschten Kardenband-
bzw. Garneigenschaften während der Kardenband- bzw. Garnherstellung gemessen und der
Regelung mitgeteilt werden, wobei die Regelung im Falle von Abweichungen von der Vorgabe
in bezug auf die gemessenen Eigenschaften die Komponentenaufteilung neu errechnet.
Hierdurch werden Schwankungen in den Eigenschaften der Fasern der einzelnen Komponenten
berücksichtigt. Es kann beispielsweise ohne weiteres vorkommen, daß die von den bestimmten
Faserballen entnommenen Proben für die Eigenschaften des gesamten Ballens doch nicht
repräsentativ sind. Durch das erfindungsgemäße Vorgehen werden auch solche Vorkommnisse
berücksichtigt.
[0022] Man kann auch zusätzlich weitere Kardenband- bzw. Garneigenschaften im Labor messen
und im Falle von störenden Abweichungen ebenfalls diese in die Regelung eingeben,
wodurch auch diese Abweichungen bei der Neuberechnung der Komponentenaufteilung berücksichtigt
werden.
[0023] Um unerwünschte Schwankungen des Regelverfahrens auszuschalten, sollten die während
der Herstellung des Kardenbandes- bzw. -garnes gemessenen Eigenschaften erst nach
entsprechender Mittelwertbildung von der Regelung berücksichtigt werden. Die Berechnung
der Komponentenaufteilung erfolgt vorzugsweise nach dem Prinzip der minimalen Abweichungen
bzw. der minimalen gewichteten Abweichungen von der Sollvorgabe.
[0024] Eine Möglichkeit dies zu realisieren besteht darin, die die Berechnung der Komponentenaufteilung
nach dem Prinzip der minimalen quadratischen Abweichungen bzw. der minimalen gewichteten
quadratischen Abweichungen von der Sollvorgabe vorzunehmen. Eine weitere Möglichkeit
für die Berechnung der Komponentenaufteilung entsprechend der nachfolgenden Gleichung
bzw. dem nachfolgenden Regelalgorithmus abläuft, indem das Gütekriterium
J(u) =
o∫
∞{
xT(t) Q
x(t) +
uT(t) R
u(t)}dt
minimiert wird,
wobei
x(t) die Regelabweichungen in Form eines Vektors angibt, d.h. die Abweichungen der
gemessenen Eigenschaften von den erwünschten Eigenschaften,
xT(t) der Transform von
x(t) ist,
u(t) der Steuervektor ist, der die erwünschte Komponentenaufteilung angibt,
uT(t) der Transform von
u(t) ist,
[0025] Q und R Matrizen sind, mit denen die einzelnen Komponenten in
x(t) und
u(t) gewichtet werden.
[0026] Die Regelung kann auch gleichzeitig zur Einstellung einer Grobreinigungseinheit verwendet
werden, die zwischen einer Ballenabtragmaschine und dem Mischer eingeschaltet ist,
wobei die Einstellung der Grobreinigungseinheit die Kardenband- bzw. Garneigenschaften
beeinflußt und hierdurch auch die Errechnung der Komponentenaufteilung.
[0027] Auch kann eine Grobreinigungseinheit oder auch eine Feinreinigungseinheit zu einer
Mischungsverfälschung führen, die nur dann berücksichtigt werden kann, wenn die Regelung
die Wirkung der Reinigungseinheit berücksichtigt.
[0028] Beispielsweise kann es bei einer verschmutzten Ausgangskomponente erforderlich sein,
eine sehr intensive Grobreinigung durchzuführen, wobei auch verhältnismäßig viel von
den kurzstapligen Fasern ausgeschieden werden, so daß der Stapel des Endprodukts im
Hinblick auf die geforderten Eigenschaften eher zu lang ist. Unter diesen Umständen
wäre es aus Kostengründen sinnvoll, den Anteil einer relativ kurzstapligen preisgünstigeren
Komponente bei der Mischung zu erhöhen.
[0029] Um solche Umstände zu berücksichtigen, sieht die Erfindung daher vor, daß die Regelung
die Einstellung der vorhandenen Reinigungseinheit bzw. Reinigungseinheiten bei der
Errechnung der Komponentenaufteilung berücksichtigt.
[0030] Wird beispielsweise eine intensive Feinreinigung durchgeführt, so ist mit Stapelkürzungen
zu rechnen, so daß eine Veränderung der Komponentenmischung angebracht ist, um den
beim Kardenband erwünschten Stapel zu erhalten.
[0031] Selbst wenn die Regelung die Einstellung der Feinreinigungseinheit nicht beeinflußt,
so sollte sie wenigstens eine Information über die Einstellung der Feinreinigungseinheit
erhalten, um auch auf diese Weise die Berechnung der Komponentenaufteilung verfahrensgerecht
vorzunehmen.
[0032] Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens macht sich bei einem Sortimentwechsel
bemerkbar. Hier sieht das erfindungsgemäße Verfahren vor, daß die Regelung die Neueinstellung
der Komponentenaufteilung und den Kannenwechsel am Kardenausgang koordiniert, damit
der Übergang von einem Sortiment zum nächsten ohne nennenswerte Unterbrechung und
bei minimalem Produktverlust stattfindet.
[0033] Beispielsweise kann bei der Einleitung eines Sortimentwechsels gleich bei Einleitung
dieses Sortimentwechsels oder kurz danach am Kardenausgang ein Kannenwechsel durchgeführt
werden und zwar zu einem Zeitpunkt, zu dem man sicher sein kann, daß das produzierte
Kardenband die erwünschten Eigenschaften des bisherigen Sortiments noch aufweist.
Nun wird eine Kanne eingesetzt, die das Kardenband so lange aufnimmt, bis das Kardenband
mit den erwünschten Eigenschaften des neuen Sortimentes am Kardenausgang erhalten
wird. Sobald dies eingetreten ist, veranlaßt die Regelung einen weiteren Kannenwechsel,
wobei die neue Kanne das Kardenband des neuen Sortiments aufnimmt.
[0034] Das während des Sortimentwechsels produzierte Kardenband kann als Mischkomponente
wiederverwendet werden, d.h. wieder dem Mischer zugeführt werden. Wenn dies in kleineren
Prozentmengen stattfindet, so führt es zu keiner nennenswerten Verfälschung des
erwünschten Produktes, zudem die Regelung dazu in der Lage ist, die Eigenschaften
des Produktes innerhalb der gewählten Provenienzen zu halten.
[0035] Eine weitere erfindungsgemäße Lösung der konkretisierten Aufgabe bei einem Verfahren
der eingangs genannten Art zeichnet sich dadurch aus,
I wenigstens folgende Angaben in einen Rechner eingegeben werden:
a) die Eigenschaften der Fasern der einzelnen Komponenten, und
b) die gewünschten Eigenschaften des aus der Fasermischung hergestellten Kardenbandes
bzw. Garnes;
II aus diesen Vorgaben der Rechner entsprechend einem vorgegebenen Rechenalgorithmus
eine Komponentenaufteilung errechnet, die bei minimierter Abweichung von dem gewünschten
Kardenband bzw. den Garneigenschaften diese wenigstens annähernd erfüllt, und ggf.
eine Korrektur der errechneten Komponentenaufteilung unter Berücksichtigung etwaiger,
ebenfalls in den Rechner eingegebenen Randbedingungen bzw. Sonderwünsche vornimmt
und eine korrigierte Komponentenaufteilung errechnet,
III die vom Rechner ermittelte Komponentenaufteilung bzw. korrigierte Komponentenaufteilung
für die Einstellung bzw. Regelung der Zuspeisung der einzelnen Komponenten am Mischer
ausgenutzt wird, um die errechnete und ggf. korrigierte Komponentenaufteilung in dem
vom Mischer gelieferten Fasergemisch zu erhalten.
[0036] Diese erfindungsgemaße Lösung ist deshalb von besonderer Bedeutung, weil sie die
Einkaufspreise der Faserkomponenten berücksichtigt und eine Fasermischung herstellt,
deren Preis bei einem Minimum liegt. Besondere Varianten dieses Verfahrens sind den
weiteren Patentansprüchen 16 bis 20 zu entnehmen. Diese Verfahrensvarianten versetzen
die Spinnereiführung in die Lage, die Auswirkung von verschiedenen Wünschen bzw. Wunschvorstellungen
rechnerisch durchzuspielen und zeigen in transparenter Weise an, ob die Realisierung
dieser Wünsche mit besonderen Nachteilen verbunden sind, beispielsweise zu weit weg
von einer optimalen Produktion liegen.
[0037] Anspruch 20 ist von besonderer Bedeutung, da er berücksichtigt, daß der Echtpreis
des Materials sich von dem Einkaufspreis unterscheidet. Beispielsweise, falls ein
Material a 1 Dollar/kg kostet, aber 7% Schmutzanteil enthält (Staub, Schalenteile
usw.). Dann weist es einen Echtpreis von 1 Dollar für 930 g, gleich 1,075 Dollar/kg
auf. Eine zweite Komponente mit einem Einkaufspreis von 1,05 Dollar/kg, welche aber
lediglich 2 g Schmutz enthält weist tatsächlich einen Echtpreis von 1,071 Dollar/kg
auf und ist und ist eigentlich weniger teuer als die erstgenannte Komponente, obwohl
nach einem direkten Vergleich der Einkaufspreise ein anderer Eindruck entsteht. Da
das erfindungsgemäße Programm zur Berechnung der idealen Mischungen den Preis der
einzelnen Komponenten als Grundangabe enthält und sogar als Schritt des Optimierungsverfahrens
den Gesamtpreis der Fasermischung minimiert, zieht man es vor, nicht die direkten
Einkaufspreise für die Materialien zu verwenden, sondern bereinigte Werte, welche
den Schmutzinhalt des Materials berücksichtigen. Falls der Schmutz als Fasereigenschaft,
d.h. als Eingangsgröße berücksichtigt wird, da er schließlich auch eine Eigenschaft
der jeweiligen Komponente darstellt, so kann die Ermittlung der bereinigten Preise
durch den Computer erfolgen, bevor er die optimierte Komponentenverteilung berechnet.
[0038] Die Erfindung umfaßt auch Vorrichtungen zur Durchführung der oben ausgeführten und
beanspruchten Verfahren, insbesondere unter Verwendung eines die Regelung durchführenden
Rechners.
[0039] Die Erfindung wird anhand von lediglich Ausführungswege darstellenden Zeichnungen
näher erläutert, wobei die Fig. 1 bis 10 verschiedene Möglichkeiten für den Aufbau
einer Anlage zum Abtragen und Mischen von Fasern verschiedener Provenienzen zeigt
und die Offenbarung aus der früheren schweizerischen Patentanmeldung CH 03335/88-8
wiedergeben, während die Fig. 11 bis 14 sowie die Tabellen der Fig. 16 bis 20 verschiedene
Varianten des erfindungsgemäßen Regelverfahrens darstellen. Genauer gesagt zeigen:
Figur 1 bis 5
je eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Mischverfahrens,
Figur 6 und 7
eine Variante der Ausführungsart des Mischverfahrens von Fig. 5,
Figur 8
eine schematische Darstellung je einer Erweiterung der erfindungsgemäßen Verfahre
nach Fig. 1 bis 7,
Figur 9
eine schematische Darstellung einer Variante des erweiterten erfindungsgemäßen Mischverfahrens
von Fig. 1 bis 8, beispielsweise mit einer in Fig. 3 dargestellten Faserabtrennung,
Figur 10
eine Variante des Verfahrens von Fig. 2,
Figur 11
ein schematisches Diagramm, das zur näheren Erläuterung des Regelverfahrens dient
und zwar bei einer Ausführungsform entsprechend der Fig. 2, wobei steuerbare Dosierapparate
am Ausgang jeder Komponentenzelle vorgesehen sind, wobei das gleiche Regelverfahren
auch für die Ausführungsformen nach Fig. 3 und 5 sowie mit gewissen Abwandlungen für
die andere Ausführungsform verwendbar ist,
Figur 12
ein weiteres schematisches Diagramm ähnlich der Fig. 11, jedoch für das Regelverfahren
mit einer Ausführung ähnlich der Fig. 9 mit einer zwischen der Ballenabtragmaschine
und dem Mischer angeordneten Grobreinigungseinheit, jedoch mit der weiteren Besonderheit,
daß zwei Feinreinigungseinheiten vorgesehen sind, die aber im Gegensatz zu Fig. 9
nach dem Mischer angeordnet sind,
Figur 13
ein schematisches Diagramm, das dem der Fig. 12 ähnlich ist, jedoch noch genauer auf
die Ausführung der Fig. 9 gerichtet ist, wobei zwei Feinreinigungseinheiten vorgesehen
und direkt nach der Grobreinigungseinheit angeordnet sind, und
Figur 14
ein noch weiteres schematisches Diagramm, ähnlich der Fig. 11 bei dem aber die Regelung
auch ausgelegt ist, den Kannenwechsel am Ausgang der Karden mit einem Sortimentswechsel
zu koordinieren.
[0040] Figur 1 zeigt eine Anzahl Förderbänder 1, zur Aufnahme von Faserballen 2 welche
durch Faserballenabtragorgane 3 abgetragen werden.
[0041] Dabei bewegt sich das jeweilige Faserballenabtragorgan auf stationären Schienen,
welche beispielsweise in diagonaler Richtung der sich auf dem Förderband befindlichen
Faserballen 2 angeordnet sind. Eine solche Vorrichtung, hier mit dem Bezugszeichen
20 gekennzeichnet, ist grundsätzlich aus der schweizerischen Patentschrift Nr. 503809
des Anmelders bekannt. Als Variante dazu könnte die in der schweizerischen Patentanmeldung
des Anmelders mit der Nr 00399/88-8 gezeigte und beschrieben Vorrichtung verwendet
werden bei welcher das Abtragorgan 3 an einem auf horizontalen Schienen, den Ballen
2 entlang hin und her fahrbaren Abtragvorrichtung (nicht gezeigt), auf und ab bewegbar,
sowie für die diagonale Abtragung schräg stellbar ist.
[0042] Dabei kann die Abtragleistung bei beiden Abtragvorrichtungen durch Veränderung der
Verschiebegeschwindigkeit des Faserballenabtragorganes 3 entlang des genannten diagonalen
Weges, sowie durch veränderliche Vorschubgeschwindigkeit der Faserballen 2 mittels
veränderlicher Geschwindigkeit des einzelnen Förderbandes 1 gesteuert werden.
[0043] Die von der Abtragtrommel 4 losgelösten Faserflocken werden in ansich bekannter Weise
durch eine pneumati sche Förderleitung 5, welche hier nicht weiter beschrieben wird,
wegtransportiert.
[0044] Mit Hilfe dieser pneumatischen Förderleitung 5 werden die Faserflocken in einen Mischer
6 gefördert und darin zu einer gleichmässigen Mischung gemischt.
[0045] Die mittels diesen einzelnen pneumatischen Förderleitungen 5 in den Mischer 6 geförderten
Mengen werden im weiteren als Faserflockenkomponente oder einfach Komponenten bezeichnet.
[0046] Als Mischer können Chargen-Mischer oder Durchlauf-Mischer verwendet werden; je nachdem
sind die genannten Mengen einzelne Gewichtschargen (kg) oder eine laufende Menge
pro Zeiteinheit (kg/h).
[0047] Der einfachheithalber münden die Förderleitungen 5 in Figur 1 schematisch direkt
in den ebenfalls schematisch gezeigten Mischer 6, was jedoch in der Praxis je nach
Art des Mischers verschieden sein kann. Beispielsweise können Luft-Faserabscheider
verwendet werden, um das jeweilige Faser-Luftgemisch voneinander zu trennen, so dass
die Faserflocken im freien Fall in den Mischer fallen können, währenddem die Luft
in eine Abluftleitung geführt werden kann. Solche Abscheider sind aus der Praxis
bestens bekannt und deshalb hier nicht besonders gezeigt.
[0048] Die genannten Mengen der vorgenannten einzelnen, in den Mischer 6 gegebenen Faserflockenkomponenten,
werden durch eine Steuerung 7 aufgrund eines Steuerprogrammes gesteuert.
[0049] Ein solches Steuerprogramm kann ein Computerprogramm sein, welches ein Komponentenmischprogramm
aufweist, das zur Anpassung von Mischungsveränderungen anpass-, resp. veränderbar
ist.
[0050] Eine andere Variante bestünde in einer Digitalsteuerung pro Komponente, bei welcher
die Leistung der einzelnen Komponenten manuell gewählt resp. verändert werden könnte.
[0051] Dabei werden die für die Abtragleistung der Kompenten massgebenden Funktionen, wie
z.B. die Vorschubgeschwindigkeit des jeweiligen Förderbandes 1 oder die Abtragbewegung
des Faserballenabtragorganes 3 von der einen oder anderen Steuerung gesteuert.
[0052] Es versteht sich, dass die pneumatischen Förderleitungen das abgetragene Produkt
nicht direkt in den Mischer fördern müssen, sondern dass mechanische Förderelemente
dazwischen geschaltet werden, beispielsweise Förderbänder. Die genannten Faser-Luftabscheider
geben in einem solchen Falle ihr Faserprodukt in solche mechanische Förderelemente.
[0053] Jedes Faserabtragorgan 3 ist über eine Steuerleitung 8 und jedes Förderband 1 über
eine Steuerleitung 19 mit der Steuerung 7 verbunden.
[0054] Die drei eingehenden Steuerleitungen in die Steuerung 7 werden später beschrieben.
[0055] Die Figur 2 zeigt eine Variante zu Figur 1, in welcher jedoch dieselben Elemente
dieselben Bezugszeichen haben. Darin fördern die pneumatischen Förderleitungen 5
die abgetragenen Fasern resp. Faserflocken,auch Produkt genannt, nicht direkt in den
Mischer 6 sondern in Komponentenzellen 9, aus welchen das darin eingefüllte Produkt
jeweils mittels eines Austragapparates 10 ausgetragen und mittels eines darauf folgenden
Dosierapparates 11 in den Mischer 6 gegeben wird.
[0056] Je nach Art des Austragapparates 10 kann als Variante, dieser ebenfalls die Dosierfunktion
übernehmen.
[0057] Die Austragleistung aus den einzelnen Komponetenzellen 9 wird durch eine Steuerung
7.1 gesteuert, welche mittels Steuerleitungen 12 die einzelnen Dosierapparate 11
resp. als Variante, die Austragapparate 10 ansteuert.
[0058] In der erstgenannten Disposition können die Dosierapparate 11 je mittels einer Steuerleitung
13 über die Austragapparate 10 gesteuert werden, um die Austragung mit der Dosierung
zu koordinieren. Die Austragapparate könnten aber auch von der Steuerung 7.1 direkt
gesteuert werden.
[0059] Die Komponentenzellen 9 die entsprechend der deutschen Patentanmeldung P 39 13 997
2 ausgebildet sein konnen, werden von den bereits für Fig. 1 erwähnten Elementen 1
bis 5 gefüllt, wobei das Verwenden von zwei Faserballenreihen, mit je den Elementen
1 bis 4, lediglich beispielsweise gewählt ist. In der Praxis könnten auch mehrere
Faserballenreihen oder auch nur eine einzige Reihe pro Komponentenzelle 9 gewählt
werden. Ein solcher Entscheid hängt von der Anzahl oder Mischung der Provenienzen
pro Ballenreihe ab, die eine in eine entsprechende Zelle 9 zu gebende Mischkomponente
bilden sollen.
[0060] Im weiteren ist das Auffüllen der Komponentenzellen 9 beispielsweise durch in jeder
Zelle vorgesehene Voll standsmelder 14 und durch Leerstandsmelder 15 mittels einer
Steuerung 16 gesteuert. Zu diesem Zweck ist die Steuerung 16 für die Hin- und Herbewegung
der Abtragorgane 3 durch Steuerleitungen 17 je mit den Faserballen-Abtragorganen
3 und durch Steuerleitungen 18 je mit den Antriebsmotoren der Förderbänder 1 verbunden.
[0061] Die Figur 3 zeigt eine weitere Ausführungsform, in welcher die bereits mit Figur
2 gezeigten und beschriebenen gleichen Elemente die gleichen Bezugszeichen aufweisen.
Dies betrifft die Faserballen 2, die Komponentenzellen 9, die Austragapparate 10,
die Dosierapparate 11, den Mischer 6 sowie die Steuerung 7.1 und die Steuerleitungen
12 und 13.
[0062] Für das Abtragen der Faserballen 2, die hier direkt auf dem Boden stehen, werden
diese ebenfalls in Gruppen aufgestellt, welche der jeweiligen Provenienz der Faserballen
entsprechen. Die Abtragung geschieht durch eine fahrbare Faserballenabtragvorrichtung
20, welche entlang der Faserballengruppen fährt und von deren Oberfläche Fasern resp.
Faserflocken abträgt. Eine solche Vorrichtung ist im Spinnerei-Fachgebiet unter dem
Namen "Unifloc" bekannt und wird vom Anmelder weltweit vertrieben.
[0063] Diese Faserballenabtragvorrichtung 20 fördert in ansich bekannterweise die abgetragenen
Fasern über eine pneumatische Förderleitung 21 in die entsprechenden Komponentenzellen
9.
[0064] Wie bereits für Figur 2 beschrieben, weisen die Komponentenzellen 9, Vollstandsmelder
14 und Leerstandsmelder 15 auf, welche ihre Signale einer Steuerung 22 eingeben.
Diese Steuerung ist über eine Steuerleitung 24 mit der Faserballenabtragvorrichtun
20 verbunden und steuert das Abtragen der Faserflocken von den entsprechenden Faserballengruppen
für das Auffüllen der entsprechenden Komponentenzellen 9.
[0065] Wie in Figur 3 schematisch gezeigt, weist die Faserballenabtragvorrichtung 20 ein
ansich vom Unifloc her bekanntes Faserabtragorgan 23 auf, welches die Fasern mittels
einer darin rotierenden Abtragtrommel (nicht gezeigt) aus den Ballenoberflächen abträgt.
[0066] Ebenso ist es bekannt, dass das Faserballenabtragorgan 22 derart um 180 Grad gedreht
werden kann wie mit den Pfeilen M gekennzeichnet, dass das Faserballenabtragorgan
die Faserballengruppe 2 auf der gegenüberliegenden Seite abtragen kann. Dadurch wird
ermöglicht, dass entweder jeweils eine der gegenüberliegenden Faserballengruppen
als Reservefaserballengruppe verwendet wird oder, dass bei einer automatischen, vorgenannten
Drehmöglichkeit der Faserballenabtragvorrichtung 20 beide einander gegenüberliegenden
Ballenreihen mit vorgegebener Abwechslung abgetragen werden können.
[0067] Die Figur 4 zeigt eine Variante der Figur 3, so dass die mit Figur 3 bereits beschriebenen
und gezeigten Elemente dieselben Bezugszeichen aufweisen.
[0068] Der Unterschied zwischen dem mit Figur 3 und Figur 4 Gezeigten besteht darin, dass
gesamthaft nicht nur eine einzige Faserballenabtragvorrichtung 20, sondern je eine
für jede der insgesamt vier in zwei Reihen einander gegenüberliegenden Faserballengruppen
vorgesehen ist.
[0069] Dementsprechend ist die Steuerung mit 22.1 statt mit 22 gekennzeichnet, da damit
vier einzelne Faserballenabtragvorrichtungen 20 mittels der entsprechenden Steuerleitung
24 je separat anzusteuern sind. Ebenso ist pro Faserballenabtragvorrichtung 20 eine
pneumatische Förderleitung vorgesehen, welche dementsprechend mit 21.1 statt 21
gekennzeichnet ist und je in eine Komponentenzelle 9 mündet.
[0070] Die Figur 5 zeigt eine der Figur 1 ähnliche Anordnung, in welchem anstelle des einzigen
Förderbandes 1 pro Ballengruppe der Figur 1 je Ballengruppe ein Förderband 30 mit
reiner Förderfunktion und ein Förderband 31 mit Förder-/Verwiegefunktion, pro Faserballengruppe,
vorgesehen ist.
[0071] Die Verwiegefunktion des letztgenannten Förderbandes kann beispielsweise dadurch
gegeben sein, dass die Achsen der Umlenkwalzen des Förderbandes 31 auf ansich bekannten
Druckdosen 32 abgestützt werden, welche je ein dem Gewicht entsprechendes Signal
33 abgeben, welches je über eine Steuerleitung 33 an eine die Signale verarbeitende
Steuerung 7.2 weitergeleitet wird. Die Verarbeitung der vorgenannten Signale besteht
darin, dass die Steuerung 7.2 daraus die Steuersignale erarbeitet, welche über Steuerleitungen
35 die Motoren der genannten Förderbänder 30 und 31 und über Steuerleitungen 34 die
Abtragorgane 3 ansteuert.
[0072] Selbstverständlich können auch andere Verwiegesysteme verwendet werden, welche mit
Förderbändern kombiniert werden können.
[0073] Im weiteren sind die bereits für Figur 1 beschriebenen und gezeigten Elemente mit
gleichen Bezugszeichen versehen.
[0074] Im Betrieb steuert die Steuerung 7.2 die Faserabtragorgane 3 sowie die Förderbänder
30 und 31, mit vorgegebenen Geschwindigkeiten um Fasern von den Faserballen 2 abzutragen,
die mittels pneumatischer Förderleitungen 5 in den Mischer 6 gefördert werden.
[0075] Dabei fördert jedes Faserballenabtragorgan 3 der einzelnen Faserballengruppen je
eine vorgegebene, von der Steuerung 7.2 gesteuerte Menge in den Mischer 6. Diese vorgegebene,
abzutragene Menge (kp/h) pro Ballengruppe wird durch das jeweilige Verwiegeförderband
31 respektive durch die Druckdosen - Verwiegevorrichtung 31 überwacht und in Signale
umgewandelt und über die Steuerleitungen 33 an die Steuerung abgegeben. Stimmt die
pro Faserballengruppe abgetragene Menge (kp/h) nicht mit der vorgegebenen Menge überein,
so passt die Steuerung die abzutragende Menge an bis sie mit der vorgegebenen Menge
übereinstimmt.
[0076] Dabei wird immer dann über die Messvorrichtung 32 gemessen, wenn das Faserballenabtragorgan
am Wendepunkt des Hin- und Her-Abtragweges für einen kurzen Moment still steht.
[0077] In dieser Abtragart fährt das Faserballenabtragorgan 3 immer auf demselben, im wesentlichen
in der Diagonalen der abzutragenden Faserballe liegende Weg hin und her, resp. auf
und ab. Dabei wird die Menge (kp/h) der aus den Ballen abzutragenden Fasern mittels,
der Vorschubgeschwindigkeit der Förderbänder 30 und 31 und Abtragorganes 3 erzeugt.
[0078] Die Steuerung 7.2 kann eine elektronische Steuerung auf der Basis der Analogtechnik
oder ein Mikroprozessor sein, mittels welcher die unterschiedlichen Abtragmengen
je Ballengruppe eingestellt und durch die Signale der Steuerleitungen 33 sowie später
erklärten Eingangssignalen angepasst werden können.
[0079] Die Figuren 6 und 7 zeigen ein ähnliches Verwiegesystem wie Fig. 5, wobei Figur
7 eine Draufsicht von Figur 6 ist, entsprechend der Pfeilrichtung A.
[0080] Aus Figur 7 ist ersichtlich, dass es sich dabei um eine Anzahl Ballenreihen resp.
Ballengruppen handelt, welche nebeneinander angeordnet sind und je eine Mischkomponente
bilden. Die Faserballen 2 liegen wie in Figur 6 gezeigt, je auf einem Förderband 40
und einem daran anschliessenden Verwiegeförderband 41. Dabei kann jedes Verwiegeförderband
41 analog zum Verwiegeförderband 31 der Fig. 5, auf Druckmessdosen 42 abgestützt
sein, von welchen ein dem Gewicht entsprechendes Signal mittels einer Steuerleitung
43 an eine Steuerung 44 abgegeben wird.
[0081] Die sich auf dem Verwiegeförderband 41 befindlichen Faserballen 2 werden durch Faserballenabtragvorrichtung
48 entsprechend der CH-Patentanmeldung Nr. 00399/88-8 abgetragen, welche bereits im
Zusammenhang mit Figur 1 erwähnt wurde. Der Unterschied besteht im wesentlichen in
einem langen, sich über die vorgegebene Anzahl Ballenreihen erstreckenden Faserballenabtragorgan
49 mit einer Abtragtrommel 51, welche von allen, in Fig. 7 gezeigten, vorgegebenen
Ballenreihen gleichzeitig Fasern abträgt.
[0082] Ein weiterer Unterschied dieser Abtragweise gegenüber derjenigen für Figur 1 beschriebenen
besteht darin, dass das Faserabtragorgan 49 in einer schrägen Abtraglaufbahn abträgt,
welche im wesentlichen der Diagonalen von einer vorgegebenen Anzahl aneinander gereihter
Faserballen 2 entspricht, beispielsweise wie in Figur 6 und 7 gezeigt, von vier Faserballen
2.
[0083] Es versteht sich jedoch, dass auch eine andere Anzahl Ballen in dieser Weise schräg
abgetragen werden können, beispielsweise nur eine, wie dies mit den Figuren 1 und
2 gezeigt ist.
[0084] Ebenso hängt es von der möglichen Länge des Abtragorganes 49 ab, wieviele Faserballen
nebeneinander gereiht werden können, um gleichzeitig abgetragen werden zu können.
[0085] Das vom Faserabtragorgan 49 abgetragene Fasermaterial wird in einer pneumatischen
Förderleitung 50 gefördert, welche erfindungsgemäss in einen Durchlaufmischer 45
mündet Wie für Fig. 1 beschrieben, kann die Förderleitung 50 in einen genannten Abscheider
(nicht gezeigt) münden, welcher das Produkt in den Mischer 45 abgibt.
[0086] Im weiteren wird die Faserballenabtragvorrichtung 48 durch die Steuerung 44 über
die Steuerleitung 46 bezüglich der Fahrgeschwindigkeit gesteuert.
[0087] Eine weitere Steuerleitung 47 dient zur Steuerung der Antriebsmotoren der Umlenkwalzen
der Steuerbänder 40 und 41.
[0088] Es versteht sich, dass die Umlenkwalzen der Förderbänder 40 und 41 (nicht besonders
gekennzeichnet) jeder Ballengruppe einen separaten Antriebsmotor aufwei sen, d.h.
dass jeder Motor separat eine Steuerleitung 47 zur Steuerung 44 aufweist.
[0089] Im Betrieb steuert die Steuerung 44 die Hin- und Herfahrbewegung der Faserballenabtragvorrichtung
48 entlang der sich auf dem Verwiegeförderband 41 befindlichen Ballen und die Auf-
und abbewegung des Faserballenabtragorganes 49 an der Vorrichtung 48 während der
vorgenannten Hinundherbewegung, so dass die Faserballen wie in Figur 6 gezeigt in
einer geneigten, im wesentlichen der Diagonalen der vier Ballen 2 entsprechenden
Richtung abgetragen werden.
[0090] Diese Abtragbewegung verläuft immer in derselben Bahn und mit einer vorgegebenen
Geschwindigkeit, so dass die Abtragmengen (kp/h) der einzelnen Faserballengruppen
durch die individuellen Vorschubgeschwindigkeiten der Förderbänder 40 und 41 unterschiedlich
gewählt werden können. Diese unterschiedlichen Vorschubgeschwindigkeiten der einzelnen
Ballenguppen entsprichen einem Abtragprogramm mit unterschiedlichen abzutragenden
Mengen (kg/h) der einzelnen Ballengruppen, um die genannte Mischung zu erhalten.
[0091] Vorteilhafterweise sind die Antriebsmotoren für die Förderbänder 40 und 41 Trommelmotoren,
welche in den Umlenkwalzen der Förderbänder eingebaut sind. Solche Trommelmotoren
können mittels Frequenzinvertern mit unterschiedlicher Frequenz betrieben, d.h. mit
unterschiedlichen Drehzahlen angetrieben werden, was ein Bestandteil der Steuerung
44 ist.
[0092] Ebenso kann die Steuerung 44 wie in allen Fällen in dieser Anmeldung und für Fig.
5 besonder erwähnt, eine analoge oder digitale Steuerung sein, mittels wel cher
die Mengen der einzelnen Komponenten gesteuert werden. Dabei werden diese Mengen mittels
der Druckmessdosensignale, welche durch die Steuerleitung 43 der Steuerung 44 eingegeben
werden, korrigiert wenn die einzelne Komponentenmenge nicht der Sollvorgabe entspricht.
[0093] Die Figur 8 zeigt eine Erweiterung des bisher beschriebenen Verfahrens, in dem darin
gezeigt ist, dass nach dem Mischer 6 das von diesem Mischer herkommende Produkt in
eine sogenannte Putzerei 60 gegeben wird in welcher ansich bekannte Reinigungsmaschinen
verwendet werden.
[0094] Die Putzerei 60 kann sogenannte Grobreinigungsmaschinen 61 und Feinreinigungsmaschinen
62 enthalten. Diese Putzerei ist wie das bisherige lediglich schematisch dargestellt.
[0095] Das Gleiche gilt für die der Putzerei nachfolgenden Karde 63, welche eine ansich
bekannte Karde, beispielsweise die vom Anmelder weltweit vertriebene Karde C4, sein
kann.
[0096] Diese Karde 63 ist mit einer ansich bekannten, die Kardenfunktionen steuernden, Steuerung
64 versehen, welche unteranderen Funktionen auch die Funktion hat die Gleichmässigkeit
und die Menge (kp/h) des Kardenbandes zu gewährleisten.
[0097] Nach der Karde, in Bandförderrichtung gesehen, vor der nicht gezeigten Kardenbandablage,
wird das Kardenband durch einen Farbsensor 65 und durch einen Sensor zur Messung
der Faserfeinheit 66 geprüft.
[0098] Es sei zum Vornherein erwähnt, dass wahlweise entweder beide Sensoren oder nur der
eine oder der andere zur Anwendung kommen kann.
[0099] In dem in Figur 8 gegebenen Falle gibt das Farbprüfgerät 65 ein der Farbe des Kardenbandes
entsprechendes Signal 67 und das Faserfeinheitsprüfgerät 66 ein der Faserfeinheit
entsprechendes Signal 68 an die, im Zusammenhang mit den Figuren 1 bis 7 erwähnten
Steuergeräte 7;7.1;7.2;44 ab, welche jeweils die Steuerung der einzelnen Faserkomponenten
steuern. Ein weiteres, der Kardenbandmenge (kg/h) entsprechendes Signal 81 wird von
der Kardensteuerung 64 ebenfalls in die Steuerungen 7; 7.1; 7.2; 44 eingegeben. Diese
drei Signale werden von den vorgenannten Steuerungen mit den in der Steuerung je eingegebenen
Sollwert für die Faserbandfarbe dem Sollwert für die Faserfeinheit und dem Sollwert
für die Leistung verglichen, so dass falls Abweichungen davon im Laufe des Betriebes
entstehen, diese Abweichungen durch Veränderung der Komponentenmischung und der Leistung
wieder behoben werden können.
[0100] Das vom Mischer 6 abgegebene Produkt wird über ein Fördersystem 69 an die Putzerei
60 und von der Putzerei 60 über ein Fördersystem 70 an die Karde 63 gefördert. Solche
Fördersysteme können mechanisch oder pneumatisch sein, ebenso ist es ansich bekannt,
dass Fördersysteme zwischen Feinreinigungs- und Grobreinigungsmaschinen bestehen.
[0101] Das erfindungsgemässe Verfahren ist ebenfalls nicht auf eine einzige Putzerei 60
und eine einzige Karde 63 nach dem Mischer 6 eingeschränkt, sondern es können entweder
nach dem Mischer 6 mehrere Putzereien 60 und mehrere Karden 63 mit dem Produkt des
Mischer 6 beschickt werden oder falls eine Putzerei nach dem Mischer 6 vorgesehen
ist, können mehrere Karden 63 mit dem Produkt der Putzerei 60 beschickt werden.
[0102] Wenn mehrere Karden vorgesehen sind. Kann wahlweise nach jeder Karde ein Farbprüfgerät
65 und/oder ein Faserfeinheitsprüfgerät 66 vorgesehen werden, oder es besteht auch
die Möglichkeit falls mehrere Karden dasselbe Produkt verarbeiten, dass nur eine
sogenannte Leitkarde diese beiden letzetgenannten Prüfgeräte aufweisen.
[0103] Fig. 9 zeigt die Möglichkeit die Putzerei 60 zwischen der Faserabtragung und den
Komponentenzellen 9 vorzusehen, so dass ein bereits gereinigtes Fasermaterial in
den Komponentenzellen 9 für die Mischung zur Verfügung steht.
[0104] Die Fördereinrichtung von der Faserballenabtragvorrichtung 20 bis zur Putzerei 60
entspricht grundsätzlich der pneumatischen Förderleitung 21, wobei auch in diesem
Falle eine pneumatische Förderung nicht zwingend ist, sondern mechanisch sein kann.
[0105] Die Förderung zwischen der Putzerei 60 und den Komponentenzellen 9 kann ebenfalls
eine pneumatische Förderleitung sein, wie sie mit 21 gekennzeichnet ist, es kann
jedoch irgend ein Fördersystem sein. Das erfindungsgemässe Verfahren ist nicht auf
irgend ein Fördersystem eingeschränkt.
[0106] Ebenso ist das Vorsehen der Putzerei 60 nicht auf die Kombination mit der Anordnung
von Fig. 3 eingeschränkt. Es versteht sich das Faserkomponenten aller in den Figuren
gezeigten Anordnungen, ausgenommen der Figuren 6 und 7, zuerst gereinigt und dann
in den Mischer 6 gelangen können. Es ist lediglich eine Frage des Aufwandes, da für
die Komponenten der Figuren 1, 2, 4 und 5 je eine Putzerei vorgesehen werden muss.
[0107] Die Figur 10 zeigt eine Variante des Verfahrens von Figur 9, indem die Putzerei in
eine Grobreinigung mit den Reinigungsmaschinen 61 und eine in eine Feinreinigung
mit den Feinreinigungsmaschinen 71 aufgeteilt ist, denen je ein Vorratsbehälter 72
(der Einfachheit halber nur einer gekennzeichnet) vorgeschaltet ist.
[0108] Die Feinreinigungsmaschinen 71 werden durch eine Steuerung 73 inganggesetzt oder
gestoppt und zwar gestoppt aufgrund eines Leerstandsmelders 74 und inganggesetzt
aufgrund eines Vollstandsmelders 75 (je nur einer gekennzeichnet). Diese Voll- und
Leerstandsmelder geben ihre Signale über die Leitungen 76 und 77 an die Steuerung
73 ab.
[0109] Die Beschickung der Grobreinigungsmaschinen 61 geschieht mittels eines Fasertransportes
78, welcher der pneumatischen Förderleitung 21 von Figur 9 oder irgend einer ansich
bekannten Faserförderung entsprechen kann.
[0110] Dasselbe gilt für den Fasertransport 79 zwischen der Grobreinigungsmaschine 61 und
den Vorratsbehältern 72.
[0111] Die Feinreinigungsmaschinen geben ihre Produkte je in eine Komponentenmischzelle
9 weiter, wie sie bereits für die Figuren 2 bis 4 und für die Figur 9 beschrieben
wurde.
[0112] Dementsprechend sind die weiteren, bereits beschriebenen Elemente mit denselben
Bezugszeichen bezeichnet und für diese Figur nicht weiter beschrieben.
[0113] Im Betrieb werden die Komponenten einzeln gereinigt, dementsprechend fordern die
Leerstandsmelder 15 der einzelnen Komponentenzellen 9 das Abtragen von Fasern von
der entsprechenden Faserballengruppe a oder b oder c oder d an, um diese abgetragenen
Fasern in der Grobreinigungsmaschine zu reinigen und an den entsprechenden Vorratsbehälter
72 weiterzugeben, welcher die vorgegebene Komponente an daran anschliessende Feinreinigungsmaschinen
71 abgibt.
[0114] Diese Produkteanforderung durch den Leerstansmelder 15 geschieht weil die entsprechende
Feinreinigungsmaschine kein Produkt mehr nachlieferte, da der Leerstandsmelder 74
im Vorratsbehälter 72 ebenfalls Leerstand gemeldet hatte. Dementsprechend wird solange
von der entsprechenden Gruppe a bis d abgetragen bis der entsprechende Vollstandsmelder
75 der abgetragenen Komponente Vollstand meldet. Damit kann die entsprechende Feinreinigungsmaschine
wieder inbetrieb gesetzt werden, bis der Vollstandsmelder 14 der entsprechenden
Komponentenzelle 9 wieder Vollstand meldet.
[0115] Der Fasertransport 80 zwischen dem Mischer 6 und der Karde 63 kann einem Fasertransport
entsprechen, welcher in Figur 8 mit 70 gekennzeichnet und beschrieben ist.
[0116] Ebenfalls gilt auch für diese Variante, dass ein Mischer 6 mehrere Karden bedienen
kann, so dass der Fasertransport 80 das vom Mischer abgegebene Produkt an die entsprechende
Anzahl Karden transportiert.
[0117] Das Regelverfahren wird nunmehr näher erläutert, zunächst anhand der Fig. 11, das
insbesondere auf die Ausführung gemäß Fig. 2 ausgelegt ist. Um die Übereinstimmung
zwischen Fig. 11 und Fig. 2 näher zu erläutern, sind für gleiche Teile die gleichen
Bezugszeichen verwendet worden. Aus Fig. 11 sieht man, daß die Faserballenabtragvorrichtung
20 verschiedene Komponenten abträgt und in die jeweils zugeordnete Komponentenzelle
9 eines Mischers 6 liefert. Im Gegensatz zu den vier Komponenten der Ausführung der
Fig. 2 sind hier acht verschiedene Komponenten vorgesehen, das Prinzip is jedoch das
gleiche. Die Dosierapparate 11 der einzelnen Komponentenzellen 9 sind zwar in Fig.
11 nicht gezeigt, sie werden jedoch entsprechend der Ausführung nach Fig. 2 über Steuerleitungen
12 von der Steuerung 7.1 angesteuert. Das gemischte Produkt des HF-Mischers führt
dann zu einer Grobreinigungseinheit 61 und das grob gereinigte Produkt wird dann
zu einer ersten Feinreinigungseinheit 62.1 und anschließend zu einer weiteren Feinreinigungseinheit
62.2 geführt. Diese Reinigungseinheiten sind in der Ausführung der Fig. 2 nicht gezeigt,
sie können aber dort genauso vorgesehen werden. Das fein gereinigte Ausgangsprodukt
der Feinreinigungseinheit 62.2 wird dann in die Füllschächte von sechs parallel arbeitenden
Karden 63.1 geführt.
[0118] Zwei der sechs Karden sind mit Faserfeinheitmeßgeräten (Micronaire) vorgesehen, deren
Ausgangssignale 68 in die Steuerung bzw. Regelung 7.1 führen. Zwei weitere Karden
sind mit Farbprüfgeräten 65 für die On-line-Messung der Farbe des Kardenbandes vorgesehen,
wobei die entsprechenden Signale 67 ebenfalls in die Regelung 7.1 eingespeist werden.
Weiterhin wird von der Kardensteuerung ein weiteres, der Kardenbandproduktion (kg/h)
entsprechendes Signal 81 in die Regelung 7.1 eingespeist.
[0119] Auch können weitere On-line gemessenen Parameter von der Regelung 7.1 berücksichtigt
werden, beispielsweise Messungen des Stapels oder die Dehnbarkeit des Farbenbandes
oder aber auch Schmutzinhalt, Faserfestigkeit usw.
[0120] Die Regelung 7.1 besteht aus zwei Hauptblöcken (100, 101), wobei der Block 100 die
Eingaben der Spinnereiführung beispielsweise an einer Eingabetastatur (102) aufnimmt
und hieraus die eigentliche Reglerkenngrößen errechnet. Genauer beschrieben werden
an der Tastatur 102 zunächst Provenienzdaten zu den einzelnen Faserkomponenten in
den einzelnen Schächten 9 des Mischers angegeben. Diese Komponenten sind in Fig. 11
mit X1 bis X8 gekennzeichnet und für jede Komponente erhält die Regelung 7.1 Daten,
beispielsweise über die Feinheit der Fasern (Micronaire), den Stapel der Fasern, den
Grade der Verschmutzung, die Festigkeit usw. Diese Angaben sind in dem das Feld 104
dargestellten Speicher enthalten. Mit dem Pfeil 106 wird angezeigt, daß die entsprechenden
Daten nicht nur manuelle eingegeben werden können, sondern evtl. über eine Leitung
von der Ballenverwaltung, die hier als Feld 108 dargestellt ist. Es könnte sich hier
beispielsweise bei dem Feld 108 um eine Kodierleseeinrichtung handeln, die kodierte
Angaben zu den Eigenschaften der Fasern der jeweiligen Ballen der einzelnen Provenienzen
liest und die entsprechenden Signale über die Leitung 106 in die Regelung 7.1 einspeist.
[0121] Zusätzlich zu diesen Angaben erhält die Regelung 7.1 über die Eingabetastatur 102
eine Wunschvorstellung der Spinnereiführung über die Komponentenaufteilung der einzelnen
Komponenten X1 bis X8. Diese Wunschvorstellung der Komponentenaufteilung ist in einem
Speicher festgehalten, der mit 110 gekennzeichnet ist.
[0122] Bei der Zusammenstellung der gewünschten Komponentenaufteilung kann die Spinnereiführung
beispielsweise die Lagerbestände der einzelnen Komponenten berücksichtigen sowie die
Notwendigkeit eine gewisse Menge an Abgang mit zu verwerten. Bei dem dargestellten
Beispiel ist der Abgang als Komponente X8 angegeben, wovon nach der Wunschvorstellung
ein Anteil von 3% im Kardenband erscheinen sollte. Natürlich muß die gewünschte Komponentenaufteilung
einerseits die Lagerbestände, andererseits aber auch das erwünschte Kardenbandprodukt
wiederspiegeln.
[0123] Weiterhin erhält die Regelung 7.1 Angaben zu den gewünschten Kardenbandeigenschaften,
d.h. zu den zulässigen Bereichen dieser Kardenbandeigenschaften, die in einem Speicher
festgehalten werden, der mit dem Bezugszeichen 112 dargestellt ist. Die gewünschten
Kardenbandeigenschaften können beispielsweise Eigenschaften wie Feinheit, Stapel,
Farbe, Dehnbarkeit, Preis usw. sein, wobei die Anzahl der Eigenschaften nicht beschränkt
ist, sondern der Regleralgorithmus muß nur so ausgelegt sein, daß alle die eingegebenen
Eigenschaften auch berücksichtigt werden können.
[0124] Mit dem Feld 114 wird ein Prioritätsspeicher dargestellt, der eine bestimmte Reihenfolge
der Regelprioritäten beinhaltetet. Bei dem dargestellten Beispiel steht an erster
Stelle die Feinheit des Kardenbandes, an zweiter Stelle der Stapel, an dritter Stelle
die Notwendigkeit 3% Abgang im Form der Komponente X8 zu verwenden, an vierter Stelle
die Farbe und an fünfter Stelle der Wunsch möglichst 25% der Komponente X1 zu verarbeiten,
da diese Komponente preisgünstig eingekauft worden ist. Bei dem gezeigten Beispiel
stellt die Reihenfolge der Angaben auch eine Gewichtung der Regelprioritäten dar.
Man hat aber auch die Möglichkeit für jede Priorität eine besondere Gewichtung anzugeben.
Eigenschaften, die nicht extra als Prioritäten aufgeführt werden, werden dann von
der Regelung mit einer Priorität Null gewichtet.
[0125] Der Inhalt der jeweiligen Speicherfelder 104, 110, 112, 114 können vorzugsweise auch
auf einem Bildschirm dargestellt sein, damit der Benutzer auf Anhieb erkennen kann,
welche Angaben derzeit maßgebend für die Regelung sind. Falls gewünscht, können alle
Felder gleichzeitig auf dem Bildschirm angezeigt werden oder selektiv nur einzelne
Felder, ggf. mit Zusatzbemerkungen, sofern dies vom Benutzer erwünscht ist.
[0126] Die Regelung 7.1, oder genauer gesagt der Mikroprozessor 100, berechnet dann eine
Komponentenaufteilung, die unter Berücksichtigung der Provenienzdaten der einzelnen
Komponenten sowie der Regelprioritäten, ggf. unter Berücksichtigung der Gewichtung
der Regelprioritäten ein Kardenband mit innerhalb der gewünschten Bereiche liegenden
Eigenschaften liefert und der gewünschten Komponentenaufteilung am nächsten kommt.
Die Berechnung dieser Komponentenaufteilung ist mit dem Feld 116 des Mikroprozessors
100 angedeutet. Die Berechnung dieser Regelkenngrößen, d.h. der Komponentenaufteilung,
welche vorzugsweise in Massenströme ausgedrückt wird, erfolgt so, daß die Summe der
gemäß Prioritäten gewichteten Abweichungen zwischen den Vorgabenwerten und den Ist-Werten
möglichst gering ist. Dabei werden die Werte aus der gewünschten Komponentenaufteilung
auch als Vorgabewerte betrachtet, üblicherweise mit geringer Prioritätsgewichtung.
Durch dieses besondere Verfahren, d.h. die Betrachtung der Werte der gewünschten Komponentenaufteilung
als Vorgabewert stellt man erfindungsgemäß sicher, daß der Regelkreis mathematisch
immer überbestimmt ist, so daß eine Optimierung mit einem eindeutigen Ergebnis möglich
ist.
[0127] Die im Feld 116 errechneten Reglerkenngrößen bzw. Massenströme der einzelnen Provenienzen
X1 bis X8 bilden dann die Sollwerte für einen Regelkreis 118, der sicherstellt, daß
die entsprechenden Massenstromwerte tatsächlich eingehalten werden.
[0128] Nachdem es möglich ist, einige technologische Werte des Kardenbandes on-line zu messen,
beispielsweise die Feinheit (Micronaire), die Farbe und auch die Produktion, so können
diese Kardenbandeigenschaften in die Regelung 118 einbezogen werden, was mit den entsprechenden
Signale 68, 67, 61 in Fig. 11 angedeutet ist. Liegen diese Werte außerhalb der Toleranzbereiche,
die im Speicher 112 angegeben sind, so werden die Komponentenanteile X1 bis X8, d.h.
die entsprechenden Massenströme nach dem Prinzip der minimalen gewichteten Abweichungen
von Kardenbandeigenschaften und Komponentenaufteilung neu berechnet, unter Berücksichtigung
der tatsächlichen Abweichungen von den Kardenbandeigenschaften, wenigstens was die
Micronär- und Farbwerte anbetrifft. Diese neu berechneten korrigierten Wörter X1 bis
X8 werden dann für die Massenstromregelung im Mischer 6 verwendet. Bei dieser Regelung
wird auch berücksichtigt, daß es eine Totzeit TZ gibt, zwischen dem Auslauf der Komponenten
aus den Dosierapparaten des Mischers 6 bis zum Auslauf des entsprechenden Kardenbandes
aus den Karden. Bei dem schematischen Diagramm der Fig. 11 wird davon ausgegangen,
daß die Grobreinigungseinheit 61 und die Feinreinigungseinheiten 62.1 und 62.2, sowie
auch die Karde, möglichst keine Stapelbeschädigung hervorrufen. Auch wird angenommen,
daß eine möglichst vollständige Ausscheidung des Schmutzes erfolgt, wobei diese Ausscheidung
sowohl in den Reinigungseinheiten 61, 62.1 und 62.2 als auch in den einzelnen Karden
69.1 stattfinden kann.
[0129] Aber selbst wenn die Reinigungseinheiten, vor allem die Feinreinigungseinheiten
eine gewisse Stapelbeschädigung, d.h. Stapelkürzung hervorrufen, so wird sich dies
im Kardenband wiederspiegeln. Da derzeit die On-line-Messung vom Stapel relative schwierig
ist, können Proben aus dem Kardenband im Labor untersucht werden, um den tatsächlichen
Stapel festzustellen. Weicht der tatsächlich gemessene Stapel vom Feld 116 berechneten
Wert ab, so ist dies einerseits ein Hinweis dafür, daß entweder die Feinreinigungseinheiten
oder die Karden diese Stapelkürzung hervorgerufen hat. Auch kann der tatsächlich gemessene
Wert für den Stapel, und eventuell andere gemessene Werte genauso wie die Micronaire-
und Farbenwerte im Regler 118 im Rahmen einer Berechnung von neuen Komponenten Anteil
X1 bis X8 nach dem Prinzip der minimalen gewichteten Abweichungen von Kardenbandeigenschaften
berücksichtigt werden. Dies gilt auch für alle anderen technologischen Werte, die
im Labor gemessen werden können.
[0130] Die Grobreinigungsmaschine ist in bezug auf Faserschädigung eine sehr schonende Reinigungsart,
scheidet allerdings im wesentlichen nur die groben Verunreinigungen aus, so daß die
eher feineren Verunreinigungen in den aggresiven Feinreinigungsmaschinen ausgeschieden
werden müssen, was aber die Möglichkeit von Faserschädigung beinhaltet. Bei der Grobreinigung
besteht auch die Möglichkeit, daß relativ kurzstapelige Fasern mit dem Schmutz ausgeschieden
werden, d.h. verlorengehen, so daß die Einstellung der Grobreinigungseinheit auch
eine Änderung des Stapels des fertigen Kardenbandes verursachen kann.
[0131] Eine Möglichkeit dies zu berücksichtigen zeigt die Fig. 12, bei der im Gegensatz
zu der Fig. 11 die Grobreinigungseinheit 61 zwischen der Faserballenabtragvorrichtung
20 und dem Mischer 6 angeordnet ist. Die Regelung 7.1 ist im wesentlichen gleich
ausgebildet wie die entsprechende Regelung der Fig. 11, nur erhält der Mikroprozessor
100 über die Leitung 120 eine Mitteilung über die tatsächlich Einstellung der Grobreinigungseinheit.
Diese Einstellung wird bei der Berechnung der Regelkenngrößen im Feld 116 berücksichtigt
und zwar im Hinblick auf die mögliche Ausscheidung von kurzstapeligen Fasern sowie
von grobem Schmutz. Es besteht auch die Möglichkeit die Grobreinigungseinheit über
die Leitung 122 vom 116 aus anzusteuern, damit eine bestimmte Ausscheidung von kurzstapeligen
Fasern und/oder Schmutz erfolgt.
[0132] Da die Grobreinigungseinheit zwischen der Faserballenabtragvorrichtung 20 und dem
Mischer 6 eingesetzt ist, kann es auch sinnvoll sein, die Provenienzdaten anhand von
aus den Zellen 9 entnommenen Proben zu messen und erst diese Werte in den Speicher
104 einzugeben, da man auf diese Weise die Wirkung der Grobreinigungseinheit im Hinblick
auf die Stapel der einzelnen Komponenten sowie im Hinblick auf den Schmutzinhalt der
einzelnen Provenienzen ohne weiteres berücksichtigen kann.
[0133] Bei diesem Beispiel sind die Feinreinigungseinheiten 62.1 und 62.2 hintereinander
zwischen dem Mischer 6 und den parallel betriebenen Karden 63.1 eingeschaltet. Bei
diesem Beispiel ist die Sensorik und Aktorik für die Grobreinigungseinheit am Rechner
100 angeschlossen, was aber nicht unbedingt erforderlich ist. Man kann für die Reinigungsmaschine
eine eigene Steuerung vorsehen, hier ist es aber dann wichtig, daß man das Produkt
nach der Grobreinigungseinheit untersucht, um die Auswirkung der Einheit im Hinblick
auf Stapeländerungen und Schmutzausscheidung bei den einzelnen Komponenten zu berücksichtigen.
[0134] Fig. 13 zeigt, daß es auch möglich ist, die Feinreinigungseinheiten 62.1 und 62.2
ebenfalls zwischen der Faserballenabtragvorrichtung 20 und dem Mischer 6 einzusetzen.
Auch in diesem Fall kann die Sensorik und Aktorik für die Feinrei nigungseinheiten
am Rechner 100 angeschlossen sein. Daher kann der Rechner über die Leitungen 124,
126 die tatsächlichen Einstellungen der Feinreinigungseinheiten erfahren und daher
auch die Auswirkung der Feinreinigungseinheit im Hinblick auf Schmutzausscheidung
und Faserschädigung, Stapelkürzungen berücksichtigen. Über die Leitungen 128, 130
kann der Rechner 100 auch die Feinreinigungseinheiten so ansteuern, daß der erwünschte
Grad von Schmutzausscheidung erfolgt und daß die eintretenden Stapelkürzungen innerhalb
von im voraus bestimmten Grenzen bleiben.
[0135] Bei der Anordnung gemäß Fig. 13 ist es auch möglich, die Reinigungseinheiten 61,
62.1 und 62.2 mit eigenen Steuerungen vorzusehen und die Auswirkung dieser Einheiten
auf die einzelnen Provenienzen durch Probenentnahmen aus den Komponentenzellen 9
des Mischers 6 festzustellen. Ansonsten ist aus der Fig. 13 leicht erkennbar, daß
die Regelung 7.1 entsprechend der Regelung der Diagramme der Fig. 11 und 12 vorgenommen
wird, weshalb für gleiche Teile auch die gleichen Bezugszeichen verwendet werden.
[0136] Schließlich zeigt die Fig. 14 ein Regelverfahren entsprechend der Fig. 11, wobei
dort zusätzlich ein automatischer Sortimentswechsel von der Sortimentsregelung 7.1
aus vorgenommen wird.
[0137] In Vorbereitung auf einen Sortimentswechsel werden zunächst die den geänderten Garnforderungen
angepaßten Kardenbandeigenschaften, Regelprioritäten und die gewunschte Komponentenaufteilung
neu eingegeben und daraus neue Reglerkenngrößen errechnet. Nach dem "Startdruck"
zum Sortimentwechsel findet dann folgender Ablauf statt.
[0138] Zunächst werden die Dosiervorrichtungen im Mischer 6 für die einzelnen Komponenten
neu eingestellt, damit das neue Sorti ment am Ausgang des Mischers erscheint. Danach
wird eine produktionsabhängige Materialdurchlaufzeit abgewartet, die in einem praktischen
Beispiel ca. 2 Minuten beträgt und es wird dann automatisch über die Steuerleitung
132 ein Kannenwechsel eingeleitet. D.h. die Kannen am Ausgang der Karden, die mit
dem alten Sortiment (teilweise) gefüllt sind, werden gegen neue Kannen ausgewechselt,
die dann das Kardenband eines Übergangssortiments mit sich ändernden Eigenschaften
aufnehmen. Über die Sensoren der Karde, beispielsweise die für Micronaire und Farbe,
kann man feststellen, wie lange diese Eigenschaftsveränderungen anhalten bzw. wenn
sich die Eigenschaften stabilisiert haben. Die entsprechende Untersuchung wird von
der Regelung anhand der über die Leitungen 87 und 67 erhaltenen Signale vorgenommen.
Sobald sichersteht, daß die Eigenschaftenveränderung sich stabilisiert hat, wird
nochmals bei allen Karden ein automatischer Kannenwechsel durchgeführt. Der Inhalt
der während der Eigenschaftenveränderung teilgefüllten Kannen ist als Bandabgang zu
betrachten und kann beispielsweise für die Abgangkomponente X8 verwendet werden. Die
nach der Stabilisierung der Eigenschaftenveranderung neu eingesetzten Kannen erhalten
ein Kardenband des neuen Sortimentes, das anschließend zu Garn versponnen wird.
[0139] Anstatt die Signale der Micronaire- und Farbensensoren für den zweiten automatischen
Kannenwechsel heranzuziehen kann auch hier einfach eine ausreichende Zeit seit der
Neueinstellung der Dosierapparate für das neue Sortiment abgewartet werden, bevor
der Kannenwechsel eingeleitet wird. Dies neigt aber zu mehr Bandabgang zu führen,
da man mit größeren Sicherheitsfaktoren arbeiten muß.
[0140] Beim Regelverfahren der Fig. 11 bis 14 werden die Komponentenanteile, d.h. Massenströme
X1 bis X8 über die Steuerleitung 12 an die Dosiervorrichtungen der einzelnen Komponentenzellen
des Mischers 6 angelegt. Es wird aber einleuchten, daß die entsprechenden Signale
auch beispielsweise bei Anordnungen gemäß Fig. 1 zur Steuerung der Ballenabtragorgane
3 und/oder die Forderelemente 1 ausgenutzt werden, so daß auch auf diese Weise die
Regelung die Komponentenaufteilung des Sortimentes vornehmen kann.
[0141] Um das Vorgehen bei der erfindungsgemäßen Ermittlung der jeweils erwünschten Komponentenaufteilung
als Grundlage für die nachfolgende Einstellung der Ballenabtragungs- und Mischanlage
zu erlauben, wird nunmehr ein bevorzugtes Verfahren anschließlich der vorgenommenen
Rechnungsschritte näher dargestellt.
[0142] Ausgangspunkt für diese Verfahrensvariante ist der Wunsch einer vorgegebenen Zahl
von Faserkomponenten zu mischen, wobei von jeder Faserkomponente die Qualitätsmerkmale
und der Preis bekannt sind. Dieses Verfahren setzt auch voraus, daß die Qualität der
entstehenden Mischung zumindest als Wunschvorstellung bekannt ist. Unter der Qualität
der Mischung sind die Eigenschaften der Fasermischung zu verstehen, die sich beispielsweise
in den Eigenschaften des Kardenbandes bzw. des fertigen Garnes wiederspiegeln. Genauer
gesagt soll die Mischungszusammensetzung bestimmt werden, die der Wunschvorstellung
am nächsten kommt und die vom Preis allenfalls minimal ist. Die mathematische Seite
läßt sich wie folgt erklären:
a) Notationsvereinbarungen
[0143] - Skalare und Vektoren werden symbolisch mit kleinen Buchstaben, Matrizen mit großen
Buchstaben dargestellt.
[0144] - x = [x1, x2, .. , xn]; x bezeichnet einen Zeilenvektor mit den Vektorkomponenten
x1, x2, bis xn.
[0145] y = [y1, y2, ... , yn]′; y bezeichnet einen Spaltenvektor mit den Vektorkomponenten
y1, y2, bis yn.
[0146] Aus dem Kontext ist abzulesen, ob es sich um einen Spalten- oder Zeilenvektor handelt.
[0147] - Bedeutung spezieller Symbole:
′ .. Transposition
* .. Multiplikation
b) Problemanalyse
[0148] Es wird angenommen, daß für alle Quälitatsmerkmale lineare Mischungsgesetze gelten.
Die Mischungsqualität q berechnet sich nach G1. (1).
Q = QK
* c (1)
q .. ist ein Vektor, dessen Komponenten die einzelnen Qualitätsmerkmale der Mischung
beschreibt,
QK.. ist eine Matrix, deren Elemente die einzelnen Qualitätsmerkmale der zu mischenden
Komponenten beschreibt. In der Darstellung
QK = [q1, q2, .. , qn]
sind qi, mit ganzen Zahlen i = 1 .. n, die Spaltenvektoren der Komponentenqualitäten,
c .. ist ein Vektor, dessen Komponenten die einzelnen Mischungsanteile der zu mischenden
Komponenten beschreibt.
Zwei Eigenschaften von c = [c1, c2, .. , cn]:
(i) 0 = < ci = < 1 für die ganzen Zahlen i = 1 .. n
(ii) 1 = c1 + c2 + .. + cn
[0149] Der Mischungspreis, berechnet als Skalarprodukt nach G1.(2)
p = pK′ * c (2)
p .. Preis der Mischung, z.B. in Franken/Kilogramm
pK.. ist ein Vektor dessen Komponenten die Preise der einzelnen zu mischenden Komponenten
beschreibt.
Diskussion der Gl. (1)
[0150] Gl. (1) ist eine lineare Gleichung in c. Läßt man vorerst einmal die Nebenbedingungen,
denen der Mischungsvektor c zu genügen hat beiseite, dann lehrt die lineare Algebra,
daß Gl.(1) dann, und nur dann eine Lösung besitzt, wenn q (Vektor der Mischungsqualität)
als Linearkombination der Vektoren qi (Vektoren der Komponentenqualitaten) darstellbar
ist. Gleichung (1) ist nur lösbar, falls gilt: Rang(QK) = Rang(QK,q).
[0151] Ist Gl. (1) lösbar und gilt Rang(QK) = n-r, so bedeutet dies, daß r Komponenten des
Mischungsvektors c frei wählbar sind.
[0152] Falls Gl.(1) nicht lösbar ist (z.B. dann, wenn mehr Qualitätsmerkmale als Mischungskomponenten
vorliegen), so soll wenigstens jene Mischung c bestimmt werden, die der geforderten
Qualität am nächsten kommt. Die anzuwendende Methode ist wohlbekannt, es ist die Ausgleichsrechnung.
Präzisierte Aufgabenstellung
[0154] Gesucht wird ein Algorithmus, der jenen Mischungsvektor liefert, der möglichst nahe
an die gewünschte Mischungsqualität reicht und der physikalisch realisierbar ist,
indem er den Nebenbedingungen genügt. Einzelne Komponenten des Mischungsvektors sollen
fest vorgegeben werden können. Der Preis der Mischung soll so gering wie möglich sein.
Das Problem ist im allgemeinen nur unter einer gewissen Kompromißbereitschaft lösbar.
Die bezüglich einzelner Qualitätsmerkmale der Mischung akzeptierten Abstriche sollen
mit einer Gewichtung vorgegeben werden können.
c) Die Lösung
[0155] Mit Gl.(3) wird eine Verlustfunktion v(c) definiert, mit welcher die verallgemeinerten
Verluste gemessen werden, die dadurch zustande kommen, daß die gewünschten Qualitätsmerkmale
der Mischung nicht vollständig erreicht werden und daß für die Mischung ein von Null
verschiedener Preis zu bezahlen ist. Der Preis steht, zumindest buchhalterisch gesehen,
auf der Ausgabeseite oder der Verlustseite. Die Abweichungen der erreichbaren Mischungsqualität
von der gewünschten Qualität und der Mischungspreis werden zusätzlich noch gewichtet:
v(c) = (QK
* - q)′
* W
* (QK
*c - q) + w
*c′
*p
*c (3)
W .. positiv semidefinite Diagonalmatrix zur Wichtung der Qualitätsabweichung der
Mischung von der gewünschten Qualität,
P .. positiv definite Diagonalmatrix, deren Elemente die Preise der Komponenten sind,
w .. Skalar zur Wichtung des Preiseinflusses.
[0156] Alle Mischungsvektoren sollen zusätzlich die Nebenbedingung Gl.(4) erfüllen. Diese
Gleichung bringt zum Ausdruck, daß die Summe der Mischungsanteile 1 sein muß (siehe
Kap.3, Eigenschaft (ii)).
g(c) = 0 = k + e′
*c (4)
e .. Vektor derselben Dimension wie c, dessen Elemente alle 1 sind,
k .. Skalar (k = -1, wenn alle Komponenten von c frei wählbar sind)
[0157] Es ist jener Mischungsvektor c gesucht, für den der Funktionswert v(c) minimal ist
und der die Nebenbedingung Gl.(4) erfüllt. Zusätzlich sind noch die Nebenbedingungen
nach Gl.(5) einzuhalten:
0 = < ci = < 1 für die ganzen Zahlen i = 1 .. n (5)
[0158] Die Aufgabe wird schrittweise gelöst.
1. Schritt
[0159] Nach an sich bekannten Regeln der Differentialrechnung wird das Gleichungssystem
bestehend aus den Gleichungen (3) und (4) gelöst. Dies führt auf einen optimalen Mischungsvektor
cl. Werden die Nebenbedingungen (5) nicht verletzt, so ist die Aufgabe gelöst, andernfalls
wird der 2. Schritt ausgeführt.
2. Schritt
[0161] Eine Komponente von c, deren entsprechende Komponente von c die Gl.(5) verletzt,
wird von Hand auf einen festen Wert gesetzt, der mit Gl.(5) verträglich ist. Der Mischungsvektor
c ist somit um eine Dimension eingeschränkt. In Gl.(4) wird k so bestimmt, daß die
Bedeutung jener Gleichung gültig bleibt. Anschließend wird wieder der 1. Schritt ausgeführt,
der auf einen optimalen Mischungsvektor c2 führt.
[0162] Die Schritte 1 und 2 werden so lange ausgeführt bis im Schritt 1 die Nebenbedingungen
Gl.(5) nicht verletzt werden. Das Verfahren bricht spätestens dann ab, wenn alle Komponenten
von c von Hand auf feste Werte gesetzt sind.
[0163] Wie die oben besprochenen mathematischen Berechnungen anhand von einigen konkreten
Beispielen nunmehr aussehen, zeigen die beigefügten Tabellen der Fig. 15 bis 20.
[0164] Die Tabelle der Fig. 15 zeigt zunächst in der ersten Zeile den Zeitpunkt der Durchführung
des Rechenvorganges an, und zwar durch Angaben zu dem Jahr, Monat, Tag, Stunde, Minute
und Sekunde. Diese Angaben sind für das erfindungsgemäße Verfahren nicht von besonderer
Bedeutung, sie ermöglichen lediglich eine zeitliche Zuordnung der Berechnung zu dem
Ablauf im Betrieb. Wesentlich ist, daß bei dem hier gezeigten Beispiel sechs verschiedene
Komponente x1 bis x6 vorhanden sind (anstatt der acht Komponenten x1 bis x8 der bisherigen
Beispiele), weshalb der obere Teil der Tabelle sechs Spalten aufweist. Zu jeder Komponente
sind im vorliegenden Beispiel fünf verschiedene Eigenschaften angegeben. Es handelt
sich hier um folgende fünf Eigenschaften:
1. die mittlere Stapellänge der Komponenten,
2. die Feinheit der Komponenten in Mikronärwerten ausgedrückt,
3. der Farbwert FAK von den einzelnen Komponenten,
4. der Farbwert FBK von den einzelnen Komponenten, und
5. der Preis der jeweiligen Komponenten, beispielsweise in Franken pro Kilogramm,
vorzugsweise unter Anwendung von korrigierten Werten nach Berücksichtigung des Schmutzanteils,
der ausgeschieden wird.
[0165] An dieser Stelle sollte betont werden, daß es sich hier nur um ein Beispiel handelt.
In der Praxis können mit dem gleichen Verfahren auch andere oder weitere oder weniger
Eigenschaften der einzelnen Komponenten berücksichtigt werden, auch mit einer anderen
Zahl von Komponenten.
[0166] Im mittleren Teil der Tabelle ist das Ergebnis einer ersten Optimierung unter Anwendung
des oben beschriebenen mathematischen Verfahrens dargestellt. Auch für die Mischung
selbst sind die gleichen Werte angegeben, d.h. Stapel der Mischung, Feinheit der Mischung,
Farbwert a der Mischung, Farbwert b der Mischung und Preis der Mischung. Die zuerst
angegebenen Werte bei dieser Darstellung sind die tatsächlich errechneten Werte (Schritt
1). Ein besonderes Augenmerk verdienen nach jeder Angabe in Klammern angegebenen S-
und W-Werte. Es handelt sich hier nämlich um die Sollwerte S und die Gewichtungswerte
W. Diese Werte werden vor Durchführung der Optimierung in den Rechner eingegeben,
beispielsweise über die Tastatur 102 der Fig. 11.
[0167] Man sieht anhand dieses Beispiels, daß der Sollwert für den Stapel der Mischung 16,
für die Feinheit der Mischung 4, für den Farbwert a 1, für den Farbwert b 3 und für
den Preis der Mischung 0 beträgt, da der Sollpreis so niedrig wie möglich gehalten
werden. Was die Gewichtung angeht, so haben der Stapel, die Feinheit und der Farbwert
b alle die gleiche Gewichtung von 1 erhalten. Dagegen hat der Farbwert a eine Gewichtung
0, da in diesem Beispiel alle Farbwerte a den gleichen Wert 1 haben, so daß bei dieser
Mischung eine Änderung des Farbwertes a der Mischung gar nicht erreichbar ist, weil
Änderungen der Prozentsätze der einzelnen Komponenten zu keiner Veränderung des Farbwertes
der Mischung führt. Daher ist hier die Gewichtung völlig ohne Belang und sie wird
mit Null angegeben. Die Gewichtung des Preises ist absichtlich ebenfalls verhältnismäßig
niedrig gesetzt worden und zwar deshalb, um zu verhindern, daß der Rechner den Preis
überbewertet. Wenn man einen derartigen Trick nicht anwenden würde, so wäre die Gefahr
groß, daß das Rechenprogramm zu einem überhöhten Anteil der preisgünstigen Komponente
x5 führt, bei großen Kompromissen bei den sonstigen technischen Werten, die ja schließlich
für die Vermarktbarkeit des Faserproduktes ausschlaggebend sind.
[0168] Wie oben erläutert, ist das Rechenprogramm bestrebt die Verlustfunktion möglichst
klein und zwar eigentlich gleich Null zu halten. In dieser Bestrebung werden die Anteile
für die einzelnen Komponenten ausgerechnet, die unter der Bezeichnung "Mischungsvektor
C1" angegeben sind. Auffallend hier ist, daß die Angabe zu dem Anteil der Komponente
x3 negativ ist, was in der Praxis nicht möglich wäre, denn um dies zu realisieren,
müßte man eine Menge von x3 von der Mischung subtrahieren, was nicht sinnvoll bzw.
kaum durchführbar wäre.
[0169] Somit ist der Betreiber gezwungen, für x3 den Wert Null zu setzen, denn von dieser
Komponente braucht kein Prozentsatz unbedingt vorhanden zu sein. Mit dieser Angabe
führt der Rechner eine Nachoptimierung, d.h. eine Korrektur der errechneten Werte
durch. Auch hier ist der Rechner bestrebt, den Wert der Verlustfunktion möglichst
klein zu halten und zwar unter Berücksichtigung der zusätzlichen Randbedingungen,
daß x3 gleich Null sein muß.
[0170] Mit dieser Randbedingung kommt der Rechner zu einer korrigierten Komponentenaufteilung,
wobei die Anteile von x1, x2, x3, x4, x5, x6 0,4536, 0,3101, 0,0171, 0,014, 0,0791
betragen. Interessant für den Betreiber sind auch die jetzt ausdruckten Werte für
den Stapel, die Feinheit, die Farbwerte und den Preis. Er sieht auf Anhieb, daß die
errechneten Eigenschaften der Fasermischung, d.h. des Kardenbandes bzw. des Garnes
sehr nah an den vorgegebenen Sollwerten liegen. Auch merkt er, daß der Preis durch
den Wegfall der Komponente x3 nur geringfügig von 2,581 auf 2,631 gestiegen ist.
[0171] Das Ergebnis der Nachoptimierung zeigt den Wert der Verlustfunktion ebenfalls mit
Null an. In der Tat ist dieser Wert nicht gleich Null, sondern einfach so niedrig,
daß sie bei dem angewendeten Programm nicht angezeigt wird. In einem Versuch, einen
konkreten Wert für die Verlustfunktion zu erreichen, der sich dann eher für Vergleichszwecke
eignet, ist das gleiche Beispiel nochmal errechnet worden, wobei die Gewichtung alle
um den Faktor 1000 erhöht sind. Das Ergebnis dieser Variante ist dann in der Tabelle
II der Fig. 16 gezeigt. Hier merkt man, daß bei sonst unveränderten Angaben im oberen
und mittleren Teil der Tabelle die Verlustfunktion nunmehr mit dem Wert 0,135 ausgewiesen
ist.
[0172] Der andere Teil der Tabelle II zeigt das Ergebnis einer Nachoptimierung, die aber
abweichend von den Angaben der Tabelle 1 durchgeführt worden ist. Auch hier ist es
erforderlich den Anteil der Komponente x3 mit Null anzugeben. Weiterhin ist entschieden
worden, daß von den Komponenten x5 und x6 jeweils gleiche Anteile vorhanden sein sollten,
da von diesen Komponenten nur relativ wenig übriggeblieben ist, und die Spinnereiführung
möchte sicherstellen, daß dieser Restposten vollständig ausgenützt und gleichzeitig
aus dem Inventar verschwinden wird. Auch ist entschieden worden, hier von der Komponente
x4 keine Anteile beizumischen, da diese Komponente vorübergehend nicht verfügbar ist.
Alle diese weiteren Randbedingungen führen dazu, daß ein schlechteres Ergebnis bei
der Nachoptimierung erreicht wird, obwohl man immer noch von einer Optimierung sprechen
kann, da unter den gegebenen Randbedingungen unter Umständen das Ergebnis der Nachoptimierung
wohl ein Optimum ist. Der Bediener sieht auf Anhieb, daß der Stapel der Mischung nunmehr
mit 16,66 relativ weit vom Sollwert von 16 abweicht. Auch bei der Feinheit der Mischung
ist eine relativ große Abweichung festzustellen. Beim Farbwert a kommt keine Abweichung
vor, was auch zu erwarten ist, da alle Komponenten den gleichen Farbwert a haben.
Bei dem Farbwert b ist die Abweichung nicht besonders ausgeprägt. Von besonderem wirtschaftlichem
Interesse ist aber, daß der Preis für die Mischung nunmehr 2,768 anstatt des bisherigen
Optimums der Tabelle I von 2,631 beträgt, so daß auch hier eine deutliche Verschlechterung
zu spüren ist. Der Wert der Verlustfunktion ist nun auf 0,548 gestiegen, was bestätigt,
daß hier beträchtliche Abweichungen von den Sollwerte vorliegen.
[0173] Wenn der Benutzer mit den ihm gezeigten Werten einverstanden ist, so kann er durch
die Eingabe eines entsprechenden Befehls, beispielsweise "Bestätigt" die Angaben zu
den Mischungsanteilen an die Steuerung für die Mischverhältnisse weiterleiten, wobei
diese Anteile dann maßgebend sind für die entsprechenden Sollwerte für die einzelnen
Komponenten. Die Tabellen geben somit den Inhalt des Benutzerdialoges an. Jedere Benutzerdialog
erfolgt sehr ähnlich dem Schema der Fig. 11 mit der Ausnahme, daß es hier nicht erforderlich
ist, eine gewünschte Komponentenaufteilung erst anzugeben, obwohl es durchaus möglich
ist, für bestimmte Komponenten bestimmte Werte festzulegen, wie im Zusammenhang mit
den Tabellen erläutert worden ist. Somit stellen bei dieser Variante die festgelegten
Anteile bestimmter Komponenten Randbedingungen für die Berechnung dar.
[0174] Obwohl, zwecks der Darstellung, das Ergebnis der Erstoptimierung einen negativen
Wert für die Komponente x3 ergibt, ist es durchaus möglich die Programmierung so vorzunehmen,
daß das Rechenprogramm immer solche negative Werte auf Null setzt und die Optimierung
noch einmal vornimmt. Dies würde dann dazu führen, daß das Ergebnis der Nachoptimierung
der Tabelle I zum Ergebnis der Optimierung wird, wonach der Bediener, falls erwünscht,
weitere Randbedingungen eingeben kann, sofern die vom Rechner ermittelten Werte ihm
aus bestimmten Gründen nicht passen.
1. Verfahren zum Mischen von Textilfasern, bei welchem verschiedenartige Fasern von
Faserballen unterschiedlicher Provenienz abgetragen und gemischt werden, dadurch gekennzeichnet,
daß
I) wenigstens folgende Angaben in einer Regelung vorgegeben werden:
a) die zunächst grob geschätzte erwünschte quantitative Komponentenaufteilung,
b) die Eigenschaften der Fasern der einzelnen Komponenten, und
c) die gewünschten Eigenschaften des aus der Fasermischung hergestellten Kardenbandes
bzw. Garnes;
II) aus diesen Vorgaben die Regelung, entsprechend einem vorgegebenen Regelalgorithmus
eine Komponentenaufteilung errechnet, die der vorgegebenen Komponentenaufteilung
nahekommt, und die Kardenband- bzw. Garneigenschaften erfüllt,
III) die Regelung den Betrieb eines die einzelnen Komponenten mischenden Mischers
so ansteuert, daß die errechnete Komponentenaufteilung in dem vom Mischer gelieferten
Fasergemisch erhalten wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man bei dem Merkmal I) zusätzlich
d) wenigstens eine Regelpriorität vorgibt, in dem Sinne, daß die Einhaltung wenigstens
eines Komponentenanteils oder einer Kardenband- bzw. Garneigenschaft Vorrang hat.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß für jede aufgeführte Regelpriorität
auch eine Gewichtung vorgegeben wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Gewichtung durch die
Reihenfolge der Angaben vorgegeben ist.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß wenigstens einige der gewünschten Kardenband- bzw. Garneigenschaften während
der Kardenband- bzw. Garnherstellung gemessen und der Regelung mitgeteilt werden,
und daß die Regelung im Falle von Abweichungen von der Vorgabe in Bezug auf die gemessenen
Eigenschaften die Komponentenaufteilung neu errechnet.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß man zusätzlich weitere Kardenband-
bzw. Garneigenschaften im Labor mißt und im Falle von störenden Abweichungen ebenfalls
diese in die Regelung eingibt, wodurch auch diese Abweichungen bei der neuen Berechnung
der Komponentenaufteilung berücksichtigt werden.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß die während
der Herstellung des Kardenbandes bzw. Garnes gemessenen Eigenschaften erst nach entsprechender
Mittelwertbildung von der Regelung berücksichtigt werden.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 7 , dadurch gekennzeichnet,
daß die Berechnung der Komponentenaufteilung nach dem Prinzip der minimalen Abweichungen
bzw. der minimalen gewichteten Abweichungen von der Sollvorgabe erfolgt.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Berechnung der Komponentenaufteilung
nach dem Prinzip der minimalen quadratischen Abweichungen bzw. der minimalen gewichteten
quadratischen Abweichungen von der Sollvorgabe erfolgt.
10. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Berechnung der Komponentenaufteilung
entsprechend der nachfolgenden Gleichung bzw. dem nachfolgenden Regelalgorithmus
abläuft, indem das Gütekriterium
J(u) =o∫∞{xT(t) Q x(t) + uT(t) R u(t)}dt
minimiert wird,
wobei
x(t) die Regelabweichungen in Form eines Vektors angibt, d.h. die Abweichungen der
gemessenen Eigenschaften von den erwünschten Eigenschaften,
xT(t) der Transform von x(t) ist,
u(t) der Steuervektor ist, der die erwünschte Komponentenaufteilung angibt,
uT(t) der Transform von u(t) ist,
Q und R Matrizen sind, mit denen die einzelnen Komponenten in x(t) und u(t) gewichtet werden.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
daß die Regelung gleichzeitig zur Einstellung einer Grobreinigungseinheit verwendet
wird, die sich zwischen einer Ballenabtragmaschine und dem Mischer befindet, wobei
die Einstellung der Grobreinigungseinheit die Kardenband- bzw. Garneigenschaften
beeinflußt und hierdurch auch die Errechnung der Komponentenaufteilung.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet,
daß die Regelung die Einstellung einer sich zwischen der Ballenabtragmaschine und
dem Mischer angeordneten Grobreinigungseinheit sowie die Einstellung von einer eventuell
vorhandenen Feinreinigungseinheit berücksichtigt.
13. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Regelung auch zur
Einstellung wenigstens einer nach der Grobreinigungseinheit eingeschalteten Feinreinigungseinheit
dient, die ebenfalls durch ihre Einstellung die Kardenband- bzw. Garneigenschaften
und hierdurch auch die Errechnung der Komponentenaufteilung beeinflußt .
14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
bei einem Sortimentwechsel die Regelung die Neueinstellung der Komponentenaufteilung
und den Kannenwechsel am Kardenausgang koordiniert, damit der Übergang von einem Sortiment
zum nächsten ohne nennenswerte Unterbrechung und bei minimalem Produktverlust stattfindet.
15. Verfahren zum Mischen von Textilfasern, bei welchen verschiedenartige Fasern
von Faserballen unterschiedlicher Provenienz abgetragen und gemischt werden, dadurch
gekennzeichnet, daß
I wenigstens folgende Angaben in einen Rechner eingegeben werden:
a) die Eigenschaften der Fasern der einzelnen Komponenten, und
b) die gewünschten Eigenschaften des aus der Fasermischung hergestellten Kardenbandes
bzw. Garnes;
II aus diesen Vorgaben der Rechner entsprechend einem vorgegebenen Rechenalgorithmus
eine Komponentenaufteilung errechnet, die bei minimierter Abweichung von dem gewünschten
Kardenband bzw. den Garneigenschaften diese wenigstens annähernd erfüllt, und ggf.
eine Korrektur der errechneten Komponentenaufteilung unter Berücksichtigung etwaiger,
ebenfalls in den Rechner eingegebenen Randbedingungen bzw. Sonderwünsche vornimmt
und eine korrigierte Komponentenaufteilung errechnet,
III die vom Rechner ermittelte Komponentenaufteilung bzw. korrigierte Komponentenaufteilung
für die Einstellung bzw. Regelung der Zuspeisung der einzelnen Komponenten am Mischer
ausgenutzt wird, um die errechnete und ggf. korrigierte Komponentenaufteilung in dem
vom Mischer gelieferten Fasergemisch zu erhalten.
16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß der Rechner die Regelung
bzw. Steuerung der Komponentenzuspeisung selbst vornimmt.
17. Verfahren nach den Ansprüchen 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, daß als Randbedingung
eine vorgegebene Mengenangabe für wenigstens einen bestimmten Komponenten der Mischung
in den Rechner eingegeben wird.
18. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 15 bis 17, dadurch gekennzeichnet,
daß für wenigstens einige der gewünschten Eigenschaften der Fasermischung eine Gewichtung
in den Rechner eingegeben wird, welche bei der Berechnung der Komponentenaufteilung
bzw. der korrigierten Komponentenaufteilung berücksichtigt wird, beispielsweise bei
der Errechnung der minimierten Abweichung in Form eines Verlustvektors.
19. Verfahren nach einem der Ansprüche 15 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß für
jede Komponente der Fasermischung der Preis dieser Komponente in den Rechner eingegeben
wird und daß der Regelalgorithmus die Kosten der einzelnen Komponenten berücksichtigt,
um die Gesamtkosten der errechneten Komponentenverteilung zu minimieren.
20. Verfahren nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß der Preis von jeder Komponente
ein bereinigter Preis ist, welcher den Echtpreis der Komponente pro Gewichtseinheit
nach Entfernung des Schmutzanteiles aus dem eingekauften Material berücksichtigt.
21. Verfahren nach den Ansprüchen 19 und 20, dadurch gekennzeichnet, daß die Berechnung
der Komponentenaufteilung dadurch erfolgt, daß man folgende Gleichung
v(c) = (QK* - q)′* W* (QK*c - q) + w*c′*p*c
unter Berücksichtigung der Nebenbedingung
g(c) = 0 = k + e′*c
sowie der Nebenbedingung
0 = < ci = < 1 für die ganzen Zahlen i = 1 ... n minimiert, wobei die Symbole die
in der Beschreibung angegebenen Bedeutungen haben.