(19)
(11) EP 0 405 062 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
02.01.1991  Patentblatt  1991/01

(21) Anmeldenummer: 90106140.8

(22) Anmeldetag:  30.03.1990
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5A41D 3/04, A41F 1/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT DE FR GB IT

(30) Priorität: 27.06.1989 DE 3921010

(71) Anmelder: W.L. Gore & Associates GmbH
D-85636 Putzbrunn (DE)

(72) Erfinder:
  • Aumann, Johann
    D-8206 Brückmühl (DE)

(74) Vertreter: Klunker . Schmitt-Nilson . Hirsch 
Winzererstrasse 106
80797 München
80797 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Wasserdichtes Kleidungsstück


    (57) Um ein wasserdichtes Kleidungsstück im Bereich einer Verschlußeinrichtung (15) gegen das Eindringen von Wasser über Wasserbrücken zu schützen, sind die inneren Oberflächen einer Abdeckleiste (29) und einer Zwischen­leiste (41) und die beiden Oberflächen von Verbindungs­leisten (67, 69), die sich zwischen einer Abdeckleisten­naht (31) und der einen Seite der Verschlußeinrichtung (15) bzw. einer Zwischenleistennaht (43) und der anderen Seite der Verschlußeinrichtung (15) erstrecken, je durch monofile Wirkware gebildet und sind außerdem in die Winkel zwischen dem einen bzw. dem anderen Kleidungsstückteil (11, 13) und den Verbindungsleisten (67, 69) einerseits und zwischen der Abdeckleiste (29) bzw. der Zwischenleiste (41) und den Verbindungsleisten (67, 69) andererseits je wasserdichte Schweißbänder (71,73,75,77) aufgeschweißt.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein wasserdichtes Kleidungsstück gemäß Oberbegriff des Ansprüches 1.

    [0002] Wasserdichte Kleidungsstücke, wie Jacken und Mäntel, wurden früher ausschließlich mit einer Außenhaut aus Gummi oder wasserdichtem Kunststoff hergestellt. Da vom Körper des Benutzers verdampfte Schwitzflüssigkeit diese Gummi- oder Kunststoffhaut nicht durchdringen konnte, war der Tragekomfort unbefriedigend. Seit einigen Jahren gibt es wasserdichte Kleidungsstücke, die zwischen textilem Oberstoff und textilem Innen­futter, die aus wasserdurchlässigen Materialien be­ stehen, eine wasserdichte aber wasserdampfdurchlässige Funktionsschicht aufweisen, beispielsweise aus gerecktem Polytetrafluorethylen (PTFE), das durch einen speziellen Reckvorgang Mikropörosität erhalten hat.

    [0003] Problematisch für wasserdichte Kleidungsstücke sind Nähte, an welchen die wasserdichte Schicht durchlöchert wird und die Nahtfäden per Kapillar- oder Dochtwirkung auf den Oberstoff auftreffendes Wasser durch die wasserdichte Schicht hindurch zum Innenfutter leiten. Da Futter normalerweise aus Materialien bestehen, die sehr saugfähig sind, dauert es bei solchen Be­kleidungsstücken nicht sehr lange, bis das Futter merk­bar feucht ist, wenn das Kleidungsstück im Regen ge­tragen wird.

    [0004] Dagegen kann man sich schützen, indem man nur durch den Oberstoff, nicht jedoch auch durch die Funktionsschicht hindurchnäht. Dies ist aber nicht immer möglich. Für den Fall, daß auch durch die Funktionsschicht hindurchgenäht werden muß, hat man im Bereich der Naht auf die Innenseite der Funktionsschicht ein Schweiß­band aus wasserdichtem Kunststoff aufgeschweißt. Ein solches Schweißband läßt sich allerdings nicht auf Textilmaterialien aufschweißen, wie sie üblicherweise für Oberstoff und Futter verwendet werden.

    [0005] Eine Problemstelle für wasserdichte Kleidungsstücke bilden Verschlußeinrichtungen, mit welchen die Kleidungsstücke geöffnet und geschlossen werden können, beispielsweise Reißverschlüsse. Einerseits kann zwischen den einzelnen Zähnen von Reißverschlüssen Wasser durch­dringen, andererseits sind die textilen Seitenstreifen von Reißverschlüssen, mit welchen diese an den Stoff des jeweiligen Kleidungsstückes angenäht werden, nicht wasserdicht. Aus diesem Grund ist man dazu überge­gangen, bei wasserdichten Kleidungsstücken Abdeck­leisten vorzusehen, die bei geschlossenem Kleidungs­stück über dem Reißverschluß oder der sonstigen Verschlußeinrichtung liegen. Solche Abdeckleisten sind üblicherweise mit dem gleichen textilen Material auf­gebaut, aus dem auch der Oberstoff des Hauptteils des Kleidungsstücks besteht, um dem Kleidungsstück ein gefälliges Aussehen zu geben. Um zu erschweren, daß Wasser bis zu der Verschlußeinrichtung vordringt, das zwischen das freie Ende der Abdeckleiste und den darunter befindlichen Bereich des Oberstoffes gelangt ist, kann man eine Zwischenleiste verwenden, die im geschlossenen Zustand des Kleidungsstückes zwischen Verschlußeinrichtung und Abdeckleiste liegt.

    [0006] Ein bekanntes Beispiel für ein derartiges Kleidungs­stück, beispielsweise eine anorakähnliche Jacke, ist schematisch und ausschnittsweise in Fig. l gezeigt. Das Kleidungsstück weist einen linken Kleidungsstück­teil 11 und einen rechten Kleidungsstückteil 13 auf, die mit Hilfe eines Reißverschlusses 15 miteinander verbunden sind, um das Kleidungsstück öffnen und schließen zu können. Jedes der beiden Kleidungsstück­teile 11 und 13 ist in der dargestellten Ausführungs­form dreilagig. Seine Außenseite ist durch einen textilen Oberstoff 16 gebildet. Auf der Innenseite be­findet sich ein Futter 17. Zwischen Oberstoff 16 und Futter 17 befindet sich eine wasserdichte, wasser­dampfdurchlässige Funktionsschicht, beispielsweise aus gerecktem PTFE. An ihren freien Enden sind die beiden Kleidungsstückteile 11 und 13 mit einem linken Textilstreifen 21 bzw. einem rechten Textilstreifen 23 des Reißverschlusses 16 mittels einer linken Naht 25 bzw. einer rechten Naht 27 vernäht.

    [0007] Eine Abdeckleiste 29 ist mittels einer Abdeckleisten­naht 31 am linken Kleidungsstückteil 11 festgenäht. Die Abdeckleiste 29 weist eine äußere Oberstofflage 33 und eine innere Oberstofflage 35 auf. Zwischen beiden befindet sich eine wasserdichte, wasserdampf­durchlässige Funktionsschicht 37. Die innere Oberstoff­lage 35 ist durch Umschlagen des Oberstoffs um das freie Ende der Funktionsschicht 37 und durch Vernähen des umgeschlagenen Oberstoffs mittels der Abdeckleisten­naht 31 gebildet. Zusätzlich sind die äußere Ober­stofflage 33, die innere Oberstofflage 35 und die dazwischen befindliche Funktionsschicht 37 mittels einer Abdeckleisten-Endseitennaht 39 miteinander vernäht.

    [0008] Am rechten Kleidungsstückteil 13 ist eine Zwischen­leiste 41 mittels einer Zwischenleistennaht 43 fest­genäht. Wie die Abdeckleiste 29 ist auch die Zwischen­leiste 41 dreilagig, mit einer äußeren Oberstofflage 45, einer inneren Oberstofflage 47 und einer dazwischen befindlichen Funktionsschicht 48. Um das Vordringen von Wasser bis zum Reißverschluß zu erschweren, ist die Zwischenleiste 41 auf ihrer der Abdeckleisten­naht 31 benachbarten Seite auf sich selbst umgeschlagen, so daß sie doppellagig über dem Reißverschluß 15 liegt. Das freie Ende 55 des umgeschlagenen Zwischenleisten­teils 53 tritt von dem freien Ende 57 der Abdeckleiste 29 zurück, um zwischen dem vernähten Ende der Zwischen­leiste 41 und dem freien Ende 57 der Abdeckleiste 29 eine Schließeinrichtung in Form von wasserdichten Druckknöpfen 59 vorsehen zu können.

    [0009] Zunächst sieht es zwar so aus, daß aufgrund der Abdeck­leiste 29 und der zweilagigen Zwischenlage 41 ein Eindringen von Wasser von der Außenseite zur Innen­seite des Kleidungsstückes im Bereiches des Reißver­schlusses verhindert ist. Die Erfahrung zeigt aber, daß Wasserbrücken bestehen bleiben, die dazu führen, daß Wasser bis zum Futter 17 vordringt, so daß die Innenseite des Kleidungsstückes bei Regen feucht wird.

    [0010] Textile Materialien, die als Oberstoffe für Be­kleidungsstücke der betrachteten Art verwendet werden, sind nicht nur in ihrer Dickenrichtung wasser­durchlässig, sondern ermöglichen es dem Wasser auch, in ihrer Längserstreckung zu kriechen. Gelangt nun links von der Abdeckleiste 29 Wasser auf den Ober­stoff des linken Kleidungsstückteils 11, kann dieses entlang des unter der Abdeckleiste 29 befindlichen Bereichs des Oberstoffes 16 bis zur linken Naht 25 kriechen. Dort gelangt es durch die Nahtlöcher und Nahtfäden der linken Naht 25 durch die Funktions­schicht 19 hindurch bis zum Futter 17. Im Futter 17, das normalerweise aus textilem Material besteht, das noch saugfähiger ist als übliche Oberstoffe, kann sich dann das Wasser ausbreiten. Einige Zeit, nachdem das Kleidungsstück von außen naß geworden ist, haben sich auf der Innenseite des Futters feuchte Flecken ge­bildet.

    [0011] Der gleiche Wasserleitmechanismus besteht auf der rechten Seite des Reißverschlusses 15. Wasser, das auf den Oberstoff 16 des rechten Kleidungsstückteils 13 aufgetroffen ist, kann aufgrund der Saugwirkung des Oberstoffs unter der Zwischenleiste 41 hindurch bis zur rechten Naht 27 vordringen und dort durch die Nahtlöcher und Nahtfäden dieser Naht durch die Funktionsschicht 19 hindurch bis zum Futter 17 des rechten Kleidungsstückteils gelangen.

    [0012] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein wasser­dichtes Kleidungsstück der erläuterten Art so zu ver­bessern, daß das Vordringen von Wasser bis zur Innen­seite des Kleidungsstücks vermieden wird.

    [0013] Ein erster Schritt in Richtung zur vorliegenden Erfindung war die Erkenntnis, daß Wasserbrücken der geschilderten Art bestehen und wodurch sie gebildet werden.

    [0014] Ein zweiter Schritt zur Realisierung der Erfindung war die Lösung der oben angegebenen Aufgabe durch die Merk­male des Anspruchs 1. Diese Lösung kannn den Unteransprüchen gemäß vorteilhaft weitergebildet werden.

    [0015] Durch die erfindungsgemäße Merkmalskombination sind Wasserbrücken von der Außenseite des Kleidungsstückes bis zur Futterinnenseite wirksam verhindert. Monofile Wirkware, welche die innere Oberfläche der Abdeck­leiste und der Zwischenleiste und die beiden Ober­flächen der beiden Verbindungsleisten bildet, hat nicht nur eine sehr viel geringere Saugwirkung als multifile Wirkware, wie sie üblicherweise als Oberstoffmaterial verwendet wird, sondern sie hat auch die weiteren sehr vorteilhaften Eigenschaften, daß sich auf sie übliche wasserdichte Schweißbänder aufschweißen lassen und daß die Saugwirkung an den Stellen, an welchen ein solches Schweißband auf die monofile Wirkware aufge­schweißt ist, unterbrochen wird.

    [0016] Multifile Wirkware hat hauptsächlich deswegen eine hohe Saugwirkung, weil in multifilen Textilfäden, die aus einem Bündel von Einzelfäden gebildet werden, zwischen den einzelnen Fäden Kanäle mit Kapillar­wirkung entstehen. Die einzelnen Fäden selber haben eine demgegenüber sehr viel geringere Saugwirkung. Bei monofiler Wirkware dagegen werden die einzelnen Textilfäden nicht durch Fadenbündel, sondern nur durch Einzelfäden gebildet, was zu der vergleichsweise geringen Saugwirkung führt. Die Saugwirkung von monofiler Wirkware wird hauptsächlich durch die Zwischenräume zwischen den miteinander verwirkten oder verwobenen mono­filen Fäden gebildet. In diese Zwischenräume, die viel größer sind , als die Zwischenräume zwischen den Einzel­fäden von multifilen Textilfäden, kann das Material üb­licher Schweißbänder eindringen, so daß diese wasser­leitenden Zwischenräume beseitigt werden. Dort, wo auf eine multifile Wirkware ein wasserdichtes Schweißband aufgeschweißt ist, wird die relativ schwache Kriech­wirkung, welche monofile Wirkware aufweist, gänzlich unterbunden.

    [0017] Dadurch, daß erfindungsgemäß sowohl die innere Ober­fläche von Abdeckleiste und Zwischenleiste als auch beide Oberflächen der Verbindungsleisten durch monofile Wirkware gebildet werden, kann man sowohl die spitzen Winkel, die einerseits zwischen der Abdeckleiste und der zugehörigen Verbindungsleiste und andererseits zwischen der Zwischenleiste und der zugehörigen Verbindungsleiste entstehen, als auch die stumpfen Winkel, die zwischen jeder Verbindungsleiste und dem an sie angrenzenden Hauptteil des Kleidungsstücks ent­stehen, je mit einem Schweißband im Bereich der Abdeck­leistennaht bzw. der Zwischenleistennaht abschweißen.

    [0018] Durch die genannten Maßnahmen sind bei dem erfindungs­gemäß ausgestalteten Kleidungsstück Wasserbrücken bis zum Futter des Kleidungsstückes verhindert. Wasser, das von außen auf den Oberstoff der an die Abdeck­leiste und die Zwischenleiste angrenzenden Kleidungs­stückteile auftrifft, kann infolge der Saugwirkung des Oberstoffmaterials in nennenswerter Menge allenfalls bis zu den freien Enden von Abdeckleiste und Zwischen­leiste vorkriechen. Von dort führt der weitere Weg nur noch über monofile Wirkware mit schlechter Saug­fähigkeit. Selbst wenn aber noch Feuchtigkeit bis in die Nähe der Verbindungsstelle zwischen der Abdeck­leiste und der einen Verbindungsleiste bzw. zwischen der Zwischenleiste und der anderen Abdeckleiste gelangt, wird dort die Wasserkriechstrecke infolge des Schweiß­bandes unterbrochen. Wasser, das auf den Oberstoff auftritt und die Abdeckleistennaht bzw. die Zwischen­leistennaht durchdringt, kann zwar durch die dann durchlöcherte und mit Nähfäden durchsetzte Funktions­schicht des Hauptteils des Kleidungsstückes hindurch­gelangen, bis zur zugehörigen Verbindungsleiste. Da aber die beiden Oberflächen der Verbindungsleisten einer­seits aus monofiler Wirkware gebildet und anderer­seits mit den Schweißbändern abgeschweißt sind, ist jegliche Wasserbrücke bis zu den mit der Verschlußein­ richtung verbundenen Enden der Verbindungsleisten unter­brochen. Somit kann bis zu den Nähten, mittels welchen die Verschlußeinrichtung sowohl mit den Verbindungs­leisten als auch mit den Futterteilen vernäht sind, kein Wasser vordringen, und somit auch nicht bis zu dem Innenfutter des Kleidungsstückes.

    [0019] Durch die erfindungsgemäßen Maßnahmen ist also das Vordringen von Wasser bis zur Innenseite des Kleidungs­stückes mit hoher Sicherheit verhindert.

    [0020] Die Erfindung wird nun anhand einer Ausführungsform näher erläutert.

    [0021] In den Zeichnungen zeigen:

    Figur 1 ein herkömmliches Kleidungsstück in aus­schnittsweiser schematischer Darstellung;
    und

    Figur 2 eine Ausführungsform eines erfindungs­gemäßen Kleidungsstückes in schematischer ausschnittsweiser Darstellung.



    [0022] Bei der in Fig. 2 gezeigten Ausführungsform der Erfindung werden Teile, die mit dem in Fig. 1 gezeigten bekannten Kleidungsstück übereinstimmen, mit gleichen Bezugs­zeichen wie in Fig. 1 gekennzeichnet.

    [0023] Wie im Fall der Fig. 1 ist mit dem linken Kleidungs­stückteil 11 des Hauptteils des Kleidungsstückes eine Abdeckleiste 29 und mit dem rechten Kleidungsstück­teil 13 des Hauptteils des Kleidungsstückes eine Zwischenleiste 41 verbunden. Im Gegensatz zu der be­kannten Ausführungsform nach Fig. 1 sind die Abdeck­leiste 29 und die Zwischenleiste 41 bei der in Fig. 2 gezeigten Ausführungsform der Erfindung nicht als aufgesetzte Leisten ausgebildet, sondern als Leisten, deren oberer Stoff 33 bzw. 45 durch eine Fortsetzung des Oberstoffs 16 vom linken Kleidungsstückteil 11 bzw. rechten Kleidungsstückteil 13 gebildet ist. Es sei aber hier ausdrücklich darauf hingewiesen, daß auch bei einem erfindungsgemäß ausgebildeten Kleidungs­stück die Abdeckleiste 29 und/oder die Zwischenleiste 41 als aufgesetzte Leisten ausgebildet sein können. In diesem Fall würde der Oberstoff 16 des linken Kleidungsstückteils 11 bzw. des rechten Kleidungs­stückteils 13 etwas rechts von der Abdeckleistennaht 31 bzw. etwas links von der Zwischenleistennäht 43 aufhören und wäre die Abdeckleiste 29 bzw. die Zwischenleiste 41 auf das dadurch entstehende Ende des Oberstoffs 16 des linken Seitenstückteils 11 bzw. des rechten Seitenstückteils 13 aufgenüht.

    [0024] Im Gegensatz zu der bekannten Ausführungsform nach Fig. 1 sind bei der erfindungsgemäßen Ausführungsform nach Fig. 1 die innere Schicht 61 der Abdeckleiste 29 und die innere Schicht 63 der Zwischenleiste 41 durch einen dreilagigen Verbund gebildet, der als Mittellage eine wasserdichte Schicht und beidseits der wasserdichten Schicht je eine monofile Wirkware aufweist (was in Fig. 2 nicht im einzelnen gezeigt ist). Der dreilagige Verbund 61 ist mit dem Oberstoff 33 der Abdeckleiste 29 einen Endes an der Abdeckleisten­endseitennaht 39 und anderen Endes an der Abdeckleisten­naht 31 festgenäht. Die innere Schicht 63 der Zwischen­leiste 41 ist einen Endes an der Zwischenleistennaht 43 und anderen Endes an der am freien Ende 55 der Zwischenleiste 43 befindlichen Naht 65 mit dem Ober­stoff 45 der Zwischenleiste 41 vernäht.

    [0025] Die wasserdichte Schicht der Abdeckleiste 29 und der Zwischenleiste 41 ist durch eine wasser­dichte, wasserdampfdurchlässige Funktionsschicht ge­bildet, die aus gerecktem PTFE bestehen kann.

    [0026] Der dreilagige innere Verbund 61 der Abdeckleiste 29 hört aber an der Abdeckleistennaht 31 nicht auf, sondern der links von der Abdeckleistennaht 31 befind­liche Teil dieses dreilagigen Verbundes bildet eine linke Verbindungsleiste 67, deren freies Ende mittels der linken Naht 25 sowohl mit dem linken Textilstreifen 21 des Reißverschlusses 15 als auch mit dem freien Ende des Futters 17 vernäht ist. Gleichermaßen hört die innere Schicht 63 der Zwischenleiste 41 nicht an der Zwischenleistennaht 43 auf, sondern ein rechts von der Zwischenleistennaht 43 befindlicher Bereich dieser inneren Schicht 63 bildet eine rechte Verbindungsleiste 69, deren freies Ende mittels der rechten Naht 23 einerseits mit dem rechten Textilstreifen 23 des Reißverschlusses 15 und andererseits mit dem freien Ende des Futters 17 des rechten Kleidungsstückteils 13 vernäht ist.

    [0027] Die Verbindungsleisten 67 und 69 brauchen nicht eine Fortsetzung des dreilagigen Verbundes der unteren Schichten 61 und 63 zu sein, sondern können durch separate Teile eines solchen dreilagigen Verbundes gebildet sein, die mit Hilfe der Abdeckleistennaht 31 bzw. der Zwischenleistennaht 43 am linken Kleidungs­stückteil 11 und der Abdeckleiste 29 bzw. am rechten Kleidungsstückteil 13 und der Zwischenleiste 41 fest­genäht sind.

    [0028] Die beiden Verbindungsleisten 67 und 69 bilden in der in Fig. 2 gezeigten Lage mit dem linken Kleidungs­stückteil 11 bzw. dem rechten Kleidungsstückteil 13 je einen stumpfen Winkel und mit der Abdeckleiste 29 bzw. der Zwischenleiste 41 je einen spitzen Winkel.

    [0029] Im Bereich der Abdeckleistennaht 31 ist auf den stumpfen Winkel ein Stumpfwinkelschweißband 71 und auf den spitzen Winkel ein Spitzwinkelschweißband 73 auf­geklebt. Beide Schweißbänder 71, 73 sind wasserdicht und verlaufen in ihrer Längserstreckung entlang der Abdeck­leistennaht 31. Das Stumpfwinkelschweißband 71 verbindet die Funktionsschicht 19 des linken Kleiderstückteils 11 und die innere Oberfläche der linken Verbindungs­leiste 67. Das Spitzwinkelschweißband 73 verbindet die innere Oberfläche des dreilagigen Verbundes 61 mit der äußeren Oberfläche der linken Verbindungsleiste 67. Somit befindet sich das Stumpfwinkelschweißband 71 teils auf der Funktionsschicht 19 und teils auf mono­filer Wirkware der linken Verbindungsleiste 67, während sich das Spitzwinkelschweißband 73 beidseits auf monofiler Wirkware befindet. Im Bereich der Zwischenleistennaht 43 ist auf den stumpfen Winkel zwischen rechtem Kleidungsstückteil 13 und rechter Verbindungsleiste 69 ein Stumpfwinkelschweißband 75 aufgeschweißt, während auf den spitzen Winkel zwischen Zwischenleiste 41 und rechter Verbindungsleiste 69 ein Spitzwinkelschweißband 77 geschweißt ist. Auch die Schweißbänder 75 und 77 sind aus wasserdichtem Material und haben ihre Längserstreckung entlang der Zwischenleistennaht 43. Das Stumpfwinkelschweißband 75 verbindet die Funktionsschicht 19 des rechten Kleidungsstückteils 13 mit der inneren Oberfläche der rechten Verbindungsleiste 69, und das Spitzwinkel­schweißband 77 verbindet die innere Oberfläche 41 der Zwischenleiste 41 mit der äußeren Oberfläche der rechten Verbindungsleiste 69. Auch die Schweißbänder 75, 77 im Bereich der Zwischenleistennaht 43 verbinden ent­weder zwei Oberflächen aus monofiler Wirkware oder eine Oberfläche aus monofiler Wirkware und die Funktionsschicht 19 miteinander.

    [0030] Innere und äußere Schichten oder Seiten sind im Zusammenhang mit vorliegender Anmeldung von dem das Kleidungsstück tragenden Benutzer aus gesehen. Das bedeutet in den Figuren, daß äußere Oberflächen oder Schichten nach oben und innere Oberflächen oder Schichten nach unten weisen. Eine Ausnahme bildet der umgeschlagene Teil 53 der Zwischenleiste 41.

    [0031] Da die beiden Verbindungsleisten 67 und 69 von wasser­dichten Schichten überdeckt sind, nämlich den wasser­dichten Schichten innerhalb der dreilagigen Verbunde 61 und 63, bräuchten die Verbindungsleisten 67 und 69 selbst keine wasserdichte Schicht mehr aufzuweisen. Bei der Ausführungsform, bei welcher die Verbindungs­leisten 67 und 69 durch eine Fortsetzung der unteren Schichten
    61 bzw. 63 der Abdeckleiste 29 bzw. der Zwischenleiste 41 gebildet sind, ergibt sich jedoch die wasserdichte Schicht in den Verbindungsleisten 67 und 69 von selbst.

    [0032] Nachdem nun die Struktur einer erfindungsgemäßen Aus­führungsform erläutert ist, seien noch die möglichen Wasserwege betrachtet.

    [0033] Wasser, das auf den Oberstoff 16, 33 auftrifft, kann noch um das freie Ende 57 der Abdeckleiste 29 herum­kriechen, trifft dann aber auf eine monofil Wirkwarenoberfläche der dreilagigen Schicht 61 der Abdeckleiste 29. Sollte von dort aus Wasser über die monofile Wirkwarenoberfläche in Richtung der Abdeck­ leistennaht 31 vorkriechen, würde es spätestens am oberen Schenkel des Spitzwinkelschweißbandes 73 ge­stoppt. Wasser, das vom Oberstoff 16, 33 durch die Abdeckleistennaht 31 hindurchgelangt und die Funktions­schicht 19 durchdringt, trifft auf monofile Wirk­warenoberflächen, deren Saugwirkung durch die wasser­dichten Schweißbänder 71 und 73 unterbrochen ist. Auf keinem der beiden Wege kann also Wasser bis zur linken Verbindungsleiste 67 und damit über die linke Naht 25 bis zum Futter 17 vordringen.

    [0034] Entsprechende Betrachtungen gelten für den rechten Kleidungsstückteil 13, die Zwischenleiste 41, die Zwischenleistennaht 43, die rechte Verbindungsleiste 69 und die rechte Naht 23. Auch hier gibt es für das Wasser keine Möglichkeit, bis zur rechten Verbindungs­leiste 69 und somit über die rechte Naht 23 bis zum Futter 17 vorzudringen.

    [0035] Es zeigt sich also, daß ein Kleidungsstück mit Ver­schluß und abgeschweißten Leisten gemäß vorliegender Erfindung sehr hohe Sicherheit gegen das Eindringen von Wasser bis in das Innere des Kleidungsstücks bietet.

    [0036] Es sei noch hinzugefügt, daß die Funktionsschicht 19 im Bereich vom linken Kleidungsstückteil 11 und rechten Kleidungsstückteil 13 auf der rechten Seite der Abdeck­leistennaht 31 bzw. der linken Seite der Zwischenleisten­naht 43 nur etwa bis zum seitlichen Ende des zuge­hörigen Spitzwinkelschweißbandes 73 bzw. 77 vorsteht. Bei einer modifizierten Ausführungsform könnte die Funktionsschicht 19 auch bis zum freien Ende 57 der Abdeckleiste 29 bzw. bis zum freien Ende 55 der Zwischenleiste 41 weitergeführt und dort mit den Nähten 39 bzw. 65 vernäht werden.

    [0037] Bei einer weiteren Modifikation könnte auf die Innen­seite der Abdeckleiste 29 und/oder auf die nach außen weisende Innenseite des umgeschlagenen Teils der Zwischenleiste 41 vorzugsweise in der Nähe des freien Endes 57 der Abdeckleiste 29 bzw. des freien Endes 55 der Zwischenleiste 41 ein parallel zum jeweiligen freien Ende verlaufendes wasserdichtes Schweißband aufgeschweißt sein. Dies würde das Kriechen von Wasser, das um das freie Ende herum auf die Innenseite von Abdeckleiste 29 oder Zwischenleiste 41 gelangt ist, unterbrechen.

    [0038] Eine weitere Modifikation kann darin bestehen, die Innenseite von Abdeckleiste 29 und Zwischenleiste 41 teilweise mit Oberstoff auszurüsten, jedoch mindestens im Bereich der Abdeckleistennaht 31 bzw. der Zwischen­leistennaht 43 einen parallel zu diesen Nähten ver­laufenden Streifen vorzusehen, dessen Oberfläche durch monofile Wirkware gebildet ist.


    Ansprüche

    1. Wasserdichtes Kleidungsstück, insbesondere Jacke oder Mantel, dessen Hauptteil (11, 13) textilen Ober­stoff (16), ein textiles Futter (17) und dazwischen eine wasserdichte Schicht (19) aufweist,
    - mit einer lösbaren Verschlußeinrichtung (15), ins­besondere in Form eines Reißverschlusses, zum Öffnen und Schließen des Kleidungsstückes,
    - mit einer Abdeckleiste (29), die neben der einen Längsseite der Verschlußeinrichtung (15) mit einem Seitenteil (11) verbunden ist und die bei ge­schlossenem Kleidungsstück über der Verschlußein­richtung (15) liegt,
    - und mit einer Zwischenleiste (41), die neben der anderen Längsseite der Verschlußeinrichtung (15) mit einem anderen Seitenteil (13) verbunden ist und die bei geschlossenem Kleidungsstück zwischen der Verschlußeinrichtung (15) und der Abdeckleiste (29) liegt,
    - wobei die Außenseiten von Abdeckleiste (29) und Zwischenleiste (41) je durch textilen Oberstoff (33, 45) gebildet sind, auf dessen Innenseite eine wasserdichte Schicht (enthalten in 61 bzw. 63) angeordnet ist,
    - und wobei dort, wo die Abdeckleiste (29) mit dem einen Seitenteil (11) verbunden ist, eine parallel zur Verschlußeinrichtung (15) verlaufende Abdeck­leistennaht (31), und dort, wo die Zwischenleiste (41) mit dem anderen Seitenteil (13) verbunden ist, eine parallel zur Verschlußeinrichtung (15) ver­laufende Zwischenleistennaht (43) vorgesehen ist,
    dadurch gekennnzeichnet,
    - daß die Innenseiten (61,63) von Abdeckleiste (29) und Zwischenleiste (41) mindestens in einem an die Abdeckleistennaht (31) bzw. die Zwischenleisten­naht (43) angrenzenden und parallel dazu verlaufenden Streifen frei von Oberstoff sind,
    - daß beidseits der Verschlußeinrichtung (15) je eine Verbindungsleiste (67, 69) angeordnet ist, die einen Seitenendes mittels der Abdeckleistennaht (31) bzw. der Zwischenleistennaht (43) an der Innenseite der Funktionsschicht (19) des Hauptteils (11, 13) mit dem Oberstoff (16) des Hauptteils (11, 13) vernäht und anderen Seitenendes zusammen mit dem Futter (17) des Hauptteils (11, 13) mit der einen bzw. der anderen Seite der Verschlußein­richtung (15) verbunden ist und deren beide Ober­flächen von monofiler Wirkware gebildet sind,
    - und daß entlang der Abdeckleistennaht (31) bzw. der Zwischenleistennaht (43) auf den von der Innenseite der Funktionsschicht (19) und von der inneren Ober­fläche der zugehörigen Verbindungsleiste (67, 69) gebildeten stumpfen Winkel je ein wasser­dichtes erstes Schweißband (71, 75) und auf den von der Innenseite der Abdeckleiste (29) bzw. der Zwischenleiste (41) und der äußeren Oberfläche der zugehörigen Verbindungsleiste (67, 69) gebildeten spitzen Winkel je ein zweites wasserdichtes Schweiß­band (73, 77) aufgeschweißt ist.
     
    2. Kleidungsstück nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die wasserdichte Schicht (19) des Hauptteils (11, 13) durch eine wasserdichte, wasserdampfdurchlässige Funktionsschicht gebildet ist.
     
    3. Kleidungsstück nach Anspruch 1 oder 2,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die wasserdichte Schicht der Abdeckleiste (29) und die der Zwischenleiste (41) je durch eine wasser­dichte, wasserdampfdurchlässige Funktionsschicht ge­bildet sind.
     
    4. Kleidungsstück nach Anspruch 2 oder 3,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Funktionsschichten durch gerecktes Polytetra­fluorethylen (PTFE) mit Mikrofibrillenstruktur ge­bildet sind.
     
    5. Kleidungsstück nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß das freie Ende (57) der Abdeckleiste (29) und das mit dem Hauptteil (13) verbundene Ende der Zwischen­leiste (41) mit zusammenwirkenden Schließmitteln (59) versehen sind, mittels welchen die Abdeckleiste (29) lösbar mit der Zwischenleiste (41) verbindbar ist.
     
    6. Kleidungsstück nach Anspruch 5,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Schließmittel (59) durch einen Reißverschluß ge­bildet sind.
     
    7. Kleidungsstück nach Anspruch 5,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Verschlußeinrichtung (15) und/oder die Schließ­mittel (59) durch komplementär zusammenwirkende wasser­dichte Druckknöpfe gebildet ist/sind.
     
    8. Kleidungsstück nach Anspruch 5,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Verschlußeinrichtung (15) und/oder die Schließmittel (59) durch einen Klettverschluß gebildet ist/sind.
     
    9. Kleidungsstück nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 8,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die wasserdichten Schichten von Abdeckleiste (29) und Zwischenleiste (41) auf der Oberfläche (61, 63) mit einer Schicht aus monofiler Wirkware versehen sind.
     
    10. Kleidungsstück nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 9,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die wasserdichten Schichten von Abdeckleiste (29) und Zwischenleiste (41) je die Mittellage eines dreilagigen Verbundes bilden, der beidseits der wasserdichten Schicht monofile Wirkware aufweist.
     
    11. Kleidungsstück nach mindestens einem der An­sprüche 1 bis 9,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Abdeckleiste (29) und die Zwischenleiste (41) je durch einen dreilagigen Verbund mit einer wasser­dichten Schicht in der Mitte und monofiler Wirkware beidseits der wasserdichten Schicht gebildet sind.
     
    12. Kleidungsstück nach mindestens einem der An­sprüche 1 bis 11,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Zwischenleiste (41) bei geschlossenem Kleidungsstück auf sich selbst umgeschlagen ist und somit zweilagig zwischen Verschlußeinrichtung (15) und Abdeckleiste (29) liegt.
     
    13. Kleidungsstück nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 12,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die einzelnen Lagen einerseits der Abdeckleiste (29) und andererseits der Zwischenleiste (41) an ihren freien Enden (57, 55) je miteinander vernäht sind.
     
    14. Kleidungsstück nach mindestens einem der An­sprüche 1 bis 13,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Verbindungsleisten (67, 69) je dreilagig sind und als Mittellage eine wasserdichte Schicht und auf deren beiden Seiten je monofile Wirkware aufweisen.
     




    Zeichnung










    Recherchenbericht