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EP 0 140 232 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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06.02.1991 Patentblatt 1991/06 |
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Anmeldetag: 10.10.1984 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)5: E04C 5/07 |
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Zuggurt aus hydraulisch abbindenden Massen
Traction flange of hydraulically hardening materials
Membrure de traction de matériaux hydrauliquement durcissables
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Benannte Vertragsstaaten: |
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BE CH FR IT LI NL |
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Priorität: |
13.10.1983 DE 3337268
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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08.05.1985 Patentblatt 1985/19 |
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Patentinhaber: Heidelberger Zement AG |
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D-69120 Heidelberg (DE) |
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Erfinder: |
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- Meyer, Adolf, Prof. Dr. Ing.
D-6906 Leimen-Lingental (DE)
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Vertreter: Meyer-Roedern, Giso, Dr. |
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Bergheimer Strasse 10-12 69115 Heidelberg 69115 Heidelberg (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
AT-B- 344 966 NL-A- 6 602 739
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DE-A- 2 854 228 NL-A- 7 108 534
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft einen Zuggurt aus einer hydraulisch abbindenden Masse, der
bei Belastung Zugspannungen in einer vorbestimmten Richtung unterliegt und eine Faserbewehrung
hat, zu der in die Zugzone eingelegte, zu der Richtung der Zugspannungen parallele
Faserbündel sowie in der Zugzone befindliche Kurzfasern gehören. (siehe AT-C-344966).
[0002] Platten aus hydraulisch abbindenden Massen sind auf breiter Basis als Baukörper aller
Art in Form von Asbestzementplatten und Faserbetonplatten bekannt und wegen ihrer
guten Eigenschaften geschätzt. Die Faserbewehrung liegt hier in Form von Kurzfasern
vor. Zur Erzielung einer ausreichenden Festigkeit ist eine verhältnismässsig grosse
Menge an Fasern erforderlich.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Zuggurt aus hydraulisch abbindenden Massen zu
schaffen, der mit einem Minimum an Fasern einem plattenförmigen Baukörper eine ausreichende
Festigkeit, insbesondere Zugfestigkeit verleiht, die derjenigen der bekannten Asbest-
und Faserbetonplatten zumindest gleich ist oder die übertrifft.
[0004] Diese Aufgabe wird gelöst durch einen Zuggurt der genannten Art, der dadurch gekennzeichnet
ist, daß die hydraulisch abbindenden Masse schwindarm ist und daß die Faserbündel
in die Masse hoher Dehnfähigkeit eingelegt sind, die mit Kurzfasern bewehrt ist und
die Faserbündel allseits umgibt.
[0005] Zweckmässige Weiterbildungen des Zuggurts sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.
[0006] Zuggurte dieser Art bilden die Aussenschichten von Platten bzw. plattenförrmigen
Körpern und verleihen diesen eine hohe Zugfestigkeit, Schlagfestigkeit und Tragfähigkeit.
Ein wesentlicher Vorteil der Verwendung solcher Zuggurte besteht u.a. darin, dass
weitaus weniger Fasern zur Bewehrung benötigt werden als bei herkömmlichen Faserbetonplatten
mit Kurzfasern, um gleiche Eigenschaften, insbesondere gleiche Tragfähigkeit zu erreichen.
Dies kann bei mit Zuggurten versehenen Platten schon mit einem auf weniger als die
Hälfte verringerten Fasergehalt erzielt werden.
[0007] Bei bekannten, mit künstlichen Kurzfasern bewehrten Platten, wird durchschnittlich
ein Faseranteil von etwa 5% benötigt. Es wurde gefunden, dass bei mit erfindungsgemässen
Zuggurten bewehrten Platten nur etwa 2,5% Fasern erforderlich sind, um die gleiche
Tragfähigkeit und Schlagfestigkeit wie mit 5% Kurzfasern zu erzielen. Gegenüber Asbestzement,
dessen Asbestanteil etwa 10% beträgt, ist die Einsparung noch wesentlich gravierender.
[0008] Bei Verwendung von erfindungsgemässen Zuggurten wird bei Platten aus hydraulisch
abbindenden Massen praktisch die statische Wirkung eines Sandwichs erreicht. Dabei
übernehmen die durch die Zuggurte bewehrten Aussenschichten die Last und der Kern
hat die Aufgabe, Schubkräfte zu übertragen. Die Zuggurte führen zu einem hohen Arbeitsvermögen
und es erfordert viel Kraft, bis Bruch eintritt.
[0009] Mit Hilfe solchere Zuggurte ist es möglich, verhältnismässig dünne stark beanspruchbare
Platten aus hydraulisch abbindenden Massen, beispielsweise Platten mit einer Stärke
von 10 mm, herzustellen. Der Zuggurt ist jeweils als Aussenschicht der Platte vorgesehen
und die aus in Kraftrichtung orientierten Faserbündeln bestehende Hauptbewehrung befindet
sich wenig unterhalb der Oberfläche eingebettet in das Material der hydraulisch abbindenden
Masse.
[0010] Die Faserbündel, insbesondere aus Glas, alkaliwiderstandsfähigem Glas und/oder Kunststoff
können in der Fläche einlagig oder mehrlagig eingebettet werden, wobei die Lagen parallel
oder im Winkel zueinander verlegt sein können, mit einer bevorzugten Winkellage von
90°.
[0011] Eine besonders zweckmässige Ausführungsform sind Zuggurte, deren endlose Faserbündel
vor dem Verlegen getränkt worden sind. Solche getränkten Faserbündel bringen mehrere
Vorteile. So wird das Absaugen von Wasser verhindert, die Faserbündel werden besser
verankert, es wird eine bessere Langzeitbeständigkeit erreicht, da eine Versprödung
hinausgezögert oder sogar verhindert wird, und schliesslich ist die Verlegung getränkter
Fasern einfacher.
[0012] Mit erfindungsgemässen Zuggurten lassen sich äusserst stabile zug- und schlagfeste
Körper aus hydraulisch abbindenden Massen herstellen.
[0013] Bei ebenen Platten sind die Zuggurte faserbewehrte Aussenschichten, die durch einen
massiven Kern bzw. eine Kernmasse oder durch aus einer solchen Kernmasse bestehenden
Stege miteinander schubfest verbunden sind. Die Materialien, aus denen die faserbewehrten
Zuggurte und der Kern bzw. die Stege bestehen, können gleich oder verschieden sein.
Wesentlich ist, dass an den Grenzschichten zwischen den Zuggurten und dem Kern bzw.
den Stegen eine ausreichende schubfeste Bindung vorliegt.
[0014] Bei Well- und Trapezplatten befinden sich die Zuggurte in den oberen und unteren
Begrenzungsflächen.
[0015] Sowohl ebene als auch wellige, mit erfindungsgemässen Zuggurten bewehrte Platten
können zu verschiedenen Elementen, wie Rohre, Schalen und andere beliebige Raumkörper,
geformt sein.
[0016] Das Verlegen und Einbetten der endlosen Fasern oder Faserbündel kann durch Einbau
dünner Vliese, Gewebe oder Gelege erleichtert werden. Diese bilden noch eine zusätzliche
Bewehrung und ermöglichen auch eine Vorfertigung der Zuggurtbewehrung.
[0017] Beispiele von Ausführungsformen für mit erfindungsgemässen Zuggurten versehene Platten
sind in den Zeichnungen dargestellt.
Fig. 1 zeigt eine Platte 1 mit in zwei Ebenen angeordneten endlosen Faserbünden 2,
die zusammen mit der hydraulisch abbindenden Masse der Aussenschichten der Platte
Zuggurte 4 bilden, welche durch einen massiven Kern 3 miteinander verbunden sind.
Fig. 2 zeigt eine Trapezplatte 5, bei der nur in den Begrenzungsflächen - Wellenberg
6 und Wellental 7 - Zuggurte 4a angeordnet sind. Auch hier befinden sich die Kräfte
aufnehmenden Gurte 4a in zwei parallelen Ebenen, die durch die Wellenform der Trapezplatte
5 bestimmt sind. Die in Kraftrichtung orientierten endlosen Fasern oder Faserbündel
2a der Zuggurte 4a sind in beiden Ebenen unterbrochen und gegeneinander versetzt angeordnet.
Die als Wellenberg 6 und Wellental 7 bezeichneten Begrenzungsflächen sind durch Stege
8 verbunden.
Fig. 3 zeigt einen plattenförmigen Baukörper 9, der aus mit endlosen Faserbündeln
2b versehenen parallelen Zuggurten 4b besteht, die durch Stege 10 miteinander schubfest
verbunden sind.
[0018] Der erfindungsgemässe Zuggurt kann für alle möglichen plattenförmigen Baukörper aus
hydraulisch abbindenden Massen verwendet werden. Die Zeichnungen zeigen nur einige
Beispiele.
1. Zuggurt aus einer hydraulisch abbindenden Masse, der bei Belastung Zugspannungen
in einer vorbestimmten Richtung unterliegt und eine Faserbewehrung hat, zu der in
die Zugzone eingelegte, zu der Richtung der Zugspannungen parallele Faserbündel (2;
2a; 2b) sowie in der Zugzone befindliche Kurzfasern gehören, dadurch gekennzeichnet,
daß die hydraulisch abbindende Masse schwindarm ist und die Faserbündel (2; 2a; 2b)
in die Masse hoher Dehnfähigkeit eingelegt sind, die mit Kurzfasern bewehrt ist und
die Faserbündel (2; 2a; 2b) allseits umgibt.
2. Zuggurt nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Faserbündel (2; 2a; 2b)
getränkt sind.
3. Zuggurt nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Faserbündel (2;
2a; 2b) in zwei oder mehr Lagen übereinander und die endlosen Faserbündel der einzelnen
Lagen parallel oder in Winkellage zueinander angeordnet sind.
4. Zuggurt nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die endlosen
Faserbündel (2; 2a; 2b) orientiert auf einem Vlies, Gewebe oder Gelege festgelegt
sind, das zusammen mit den Faserbündeln in die Masse eingebettet ist.
1. Semelle de traction constituée par une masse qui durcit hydrauliquement, qui subit
lors d'une charge des tensions de traction dans une direction prédéterminée et qui
comporte une armature de fibres dont font partie des nappes de fibres (2, 2a, 2b),
parallèles à la direction des tensions de traction et incorporées dans la zone de
traction, ainsi que des fibres courtes se trouvant dans la zone de traction, caractérisée
en ce que la masse qui durcit hydrauliquement n'a pratiquement pas de retrait en ce
que les nappes de fibres (2, 2a, 2b) sont incorporées dans la masse à ductilité élevée
qui est armée avec des fibres courtes et qui entoure de tous les côtés les nappes
de fibres (2, 2a, 2b).
2. Semelle de traction suivant la revendication 1, caractérisée en ce que les nappes
de fibres (2, 2a, 2b) sont impregnées.
3. Semelle de traction suivant l'une ou l'autre des revendications 1 et 2, caractérisée
en ce que les nappes de fibres (2, 2a, 2b) sont agencées en deux ou plusieurs couches
superposées et en ce que les nappes de fibres continues des couches individuelles
sont agencées parallèlement ou en position angulaire l'une par rapport à l'autre.
4. Semelle de traction suivant l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisée
en ce que les nappes de fibres continues (2, 2a, 2b) sont fixées de façon orientée
sur un non-tissé, sur un tissu ou sur des fibres enduites, qui est noyé avec les nappes
de fibres dans la masse.
1. Tension chord of a hydraulically setting mass which is subjected under load to
tensile stress in a predetermined direction and comprises a fibre reinforcement including
fibre bundels (2; 2a; 2b) embedded in the tension zone and extending parallel to the
direction of tensile stress as well as short fibres provided in the tension zone,
characterized in that the hydraulically setting mass is of low shrinkage, and that
the fibre bundles (2; 2a; 2b) are embedded in the mass of high extensibility which
is reinforced with short fibres and surround the fibre bundles (2; 2a; 2b) on all
sides.
2. Tension chord according to claim 1, characterized in that the fibre bundles (2;
2a; 2b) are saturated.
3. Tension chord according to claim 1 and 2, characterized in that the fibre bundles
(2; 2a; 2b) are arranged in two or more superimposed layers, and the endless fibre
bundles of the individual layers are arranged parallel or at an angle to each other.
4. Tension chord according to one of claims 1 to 3, characterized in that the endless
fibre bundles (2; 2a; 2b) are placed in an orientated manner on a mat, a woven fabric,
or laid fibres, embedded in the mass together with the fibre bundles.
