[0009] Die Spritzpistole 12 nach der Zeichnung besteht aus einem Pistolenkörper 4, auf den
ein Zylinder 3 aufgeschraubt ist, der einen Anschluß 14 für die Zufuhr von Druckluft
aufweist. In den Pistolenkörper 4 ist eine Düse 2 fest eingebaut. Die Düse 2 und der
Pistolenkörper 4 haben eine zentrale Bohrung, in der eine mit der Düse 2 zusammenwirkende
Nadel 1 axial verschiebbar angeordnet ist.
Im Zylinder 3 ist ein Kolben 6 axial verschiebbar eingebaut, der durch Druckluft von
Anschluß 14 her beaufschlagbar ist. Zwischen dem Kolben 6 und dem Zylinder 3 ist ein
Dichtungsring 16 eingebaut.
Der Kolben 6 hat einen radialen Bund, der an einem Anschlagring 5 anschlagen kann,
wodurch der axiale Weg des Kolben 6 in Richtung zur Ausflußöffnung der Spritzpistole
hin begrenzt wird. Der Anschlagring 5 sitzt in einer Ringnut des Zylinders 3. Die
innere Stirnfläche des Kolbens 6 liegt, wie dargestellt, an einem Flansch 18 an und
zwischen dem Flansch 18 und einer Scheibe 32, die an den Pistolenkörper 4 angeschraubt
ist, sind Tellerfedern 10 eingebaut.
Der Flansch 18 hat einen zentralen Gewindestutzen, auf den eine Büchse 20 aufgeschraubt
ist, die ihrerseits einen Hals oder Bund 22 hat, der auf der Nadel 1 sitzt bzw. durch
den sich die Nadel 1 hindurch erstreckt. Die Stirnfläche des Bundes 22 liegt an einer
Schulter 24 der Nadel 1 an. Der Flansch 18 hat eine zentrale axiale Bohrung, durch
die hindurch sich die Nadel 1 erstreckt, auf deren linken, mit Gewinde versehenen
Ende 28 eine Mutter 30 aufgeschraubt ist. Der Flansch 18 und die Büchse 20 sind somit
zwischen der Schulter 24 der Nadel 1 und der Mutter 30 in Axialrichtung eingespannt.
Zwischen der Scheibe 32 und dem Pistolenkörper 4 ist ein Dichtungsring 34 und eine
Dichtungsmembran 36 eingebaut. Die Nadel 1 ist in der Düse 2 zentrisch gelagert, die
zu diesem Zweck einen Lagerabschnitt 26 aufweist, der ein Gleitlager für die Nadel
1 bildet. Der Lagerabschnitt 26 schließt sich unmittelbar an das äußere freie Ende
38 der Düse 2 an, so daß die Nadel 1 nahe der Ausflußöffnung der Flüssigkeit aus der
Spritzpistole gelagert ist, wodurch man eine relativ genaue zentrische Lagerung der
Nadel 1 in der Düse 2 erreicht. Im Lagerabschnitt 26 ist wenigstens ein axialer Kanal
8 ausgebildet für den Durchfluß der Flüssigkeit zur Austrittsöffnung.
Die Nadel 1 ist an ihrem in der Zeichnung rechten Ende mit einem Schließkegel 40 ausgerüstet,
der mit dem Ende 38 der Düse 2 zusammenwirkt.
Erfindungsgemäß ist nun der Schließkegel 40 der Nadel 1 außerhalb des äußeren Endes
38 der Düse 2 angeordnet, und er bildet zusammen mit dem Ende 38 der Düse 2 einen
ringkegelförmigen Ausflußquerschnitt 7.
Das Ende 38 der Düse 2 hat zu diesem Zweck eine sich kegelförmig in Ausflußrichtung
erweiternde Endfläche, der die Kegelfläche des Schließkegels 40 gegenüberliegt, so
daß zwischen diesen beiden kegelförmigen Flächen bei geöffneter Spritzpistole der
ringkegelförmige Ausflußspalt 7 gebildet wird.
Radial außerhalb des Ausflußspaltes 7 münden Austrittsöffnungen 42 für die Zerstäuberluft,
durch welche die aus dem Ausflußquerschnitt oder Ausflußspalt 7 austretende Flüssigkeit
zerstäubt wird.
Mittels einer Überwurfmutter 48 ist auf dem Pistolenkörper 4 ein Kopfstück 46 aufgeschraubt
und in diesem Kopfstück 46 sind geeignete Kanäle und Austrittsöffnungen 44 für sogenannte
Hornluft ausgebildet, durch welche der zerstäubte Flüssigkeitsstrom in eine gewünschte
Form gebracht werden kann, beispielsweise kann er durch die aus den Düsen 44 austretende
Luft in eine elliptische Form gebracht werden.
Im Pistolenkörper 4 und im Kopfstück 46 sind geeignete Kanäle für die Zufuhr und Durchleitung
der Zerstäuberluft und der Hornluft ausgebildet.
Zwischen dem Pistolenkörper 4 und der Düse 2 einerseits sowie der Nadel 1 andererseits
ist ein Ringkanal 52 ausgebildet, in den über einen Zulaufanschluß 50 die zu zerstäubende
Flüssigkeit eingeführt werden kann.
Die erfindungsgemäße Spritzpistole arbeitet folgendermaßen. Der Zylinder 3 kann mehr
oder weniger weit auf den Pistolenkörper 4 aufgeschraubt werden, wodurch über den
Anschlagring 5 der Hub des Kolbens 6 eingestellt werden kann. Der Letztere wird mit
Druckluft über den Anschluß 14 beaufschlagt, wodurch er sich axial nach rechts in
der Figur bewegt, bis er an dem Anschlagring 5 anschlägt. Über den Flansch 18, die
Büchse 20 und die Schulter 24 wird die Nadel 1 bei dieser Bewegung mitgenommen und
axial nach rechts in der Figur verschoben, wodurch die Spritzpistole geöffnet wird,
d.h., der Schließkegel 40, der bei geschlossener Spritzpistole auf der kegelförmigen
Austrittsfläche des Endes 38 der Düse 2 aufsitzt, löst sich von dieser Fläche und
gibt dadurch den ringkegelförmigen Ausflußquerschnitt 7 frei. Je nach Einstellung
des Anschlagringes 5 kann nun der Hub des Kolbens 6 und damit der Hub der Nadel 1
relativ zur Düse 2 und damit die Größe des Ausflußquerschnittes 7 eingestellt werden.
Bei dieser Hubbewegung werden die Tellerfedern 10 entsprechend zusammengedrückt.
Die Flüssigkeit strömt vom Zulaufanschluß 50 durch den Ringraum 52 zwischen Nadel
1 und Pistolenkörper 4 bzw. Düse 2 dann durch den axialen Kanal 8 im Lagerabschnitt
26 und danach durch einen Ringkanal 9 zwischen der Düse 2 und dem Endstück der Nadel
1. Dieses Endstück der Nadel 1 hat einen etwas kleineren Durchmesser als der Mittelabschnitt,
der im Lagerabschnitt 26 zentrisch geführt ist.
Wird die Druckluft abgeschaltet und damit der Kolben 6 entlastet, so wird durch die
Tellerfedern 10 der Flansch 18 und mit ihm der Kolben 6 nach links in der Figur verschoben,
wobei der Flansch 18 die Mutter 30 und damit die Nadel 1 bei dieser Bewegung nach
links mitnimmt, wodurch der Ausflußspalt 7 geschlossen wird, sobald der Schließkegel
40 an der kegelförmigen äußeren Fläche des Endes 38 der Düse 2 zur Anlage gelangt.
Ein Anschlagring 54, der in einer Nut des Bundes 22 sitzt, und der an der Scheibe
32 anschlagen kann, legt die Endposition der Buchse 20 und der Dichtungsmembran 36
nach links in der Zeichnung, d.h. in Schließrichtung fest, wenn die Nadel 1 ausgebaut
ist.
Es wurde bereits ausgeführt, daß der Schließkegel 40 außerhalb des äußeren freien
Endes 38 der Düse 2, d.h. diesem Ende gegenüberliegend und mit diesem zusammenwirkend
angeordnet ist. Er öffnet und schließt dort die Düse 2. Bei geschlossenem Ausflußspalt
7 kann somit außerhalb der Düse keine Flüssigkeit, z.B. eine Farbe, eintrocknen, wie
dies bei den herkömmlichen Spritzpistolen der Fall ist. Innerhalb des Austrittsspaltes
7 bleibt hingegen die zu verarbeitende Farbe ohnehin flüssig.
Wie erläutert wird die Spritzpistole nicht in Einwärtsrichtung wie bisher, sondern
in Auswärtsrichtung geöffnet, womit der eingestellte Ausflußquerschnitt 7 für die
Flüssigkeit zwangsläufig freigegeben wird.Die Bewegungsrichtung der Nadel 1 ist beim
Öffnen der Spritzpistole identisch mit der Richtung des Flüssigkeitsstromes, wodurch
das Ausströmen der Flüssigkeit beim Öffnen der Pistole positiv beeinflußt wird.
Durch die zentrische Führung der Nadel 1 in der Düse 2 mit Hilfe des Lagerabschnittes
26 wird ein gleichmäßiger zentrischer Austritt der Flüssigkeit aus der Düse erreicht,
was sich beim Zerstäuben vorteilhaft auswirkt.
Die Verstellung bzw. die Einstellung des Ausflußquerschnittes 7 zwischen der Düse
2 und der Nase 1 erfolgt, wie oben ausgeführt, durch entsprechendes Drehen des Zylinders
3 relativ zum Pistolenkörper 4, wodurch der Erstere mehr oder weniger weit auf den
Letzteren aufgeschraubt und damit der Hub des Kolbens 6 eingestellt wird.
Die einstellbare Ringkegelform des Flüssigkeitsstromes zwischen der Düse 2 und der
Nadel 1 ermöglicht eine sehr gute Anpassung des Flüssigkeitsstromes an die Zerstäuberluft,
was den Vorteil bietet, daß mit relativ geringem Luftdruck und relativ geringem Luftvolumen
eine optimale Zerstäubung mit nur minimalem Spritznebel ermöglicht wird.
Die Erfindung erlaubt eine wirtschaftlichere Luftzerstäubung für viele Arten von Flüssigkeiten
mit hohen Oberflächenspannungen, wie z.B. insbesondere Wasserlacken.