(19)
(11) EP 0 411 243 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
06.02.1991  Patentblatt  1991/06

(21) Anmeldenummer: 90105124.3

(22) Anmeldetag:  19.03.1990
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5F42C 9/16, F42C 15/184, F42C 19/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH DE FR GB IT LI SE

(30) Priorität: 29.07.1989 DE 3925235

(71) Anmelder: Rheinmetall GmbH
40880 Ratingen (DE)

(72) Erfinder:
  • Skowasch, Gerhard
    D-4650 Gelsenkirchen (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Bombletzünder


    (57) Die Erfindung betrifft ein Zünder für ein Bombletgeschoß mit axial verschiebbarer Hauptzündnadel und quer zur Ge­schoßlängsrichtung verschiebbarem Schieber (16) mit Deto­natorladung (1A) wobei im Schieber (16) ein durch eine seitlich im Zündergehäuse angeordnete zweite Zündnadel (42) zündbares Anzündelement (44) einer pyrotechnischen Verzögerungsstrecke (46) für eine Selbstzerlegung des Ge­schosses vorgesehen ist.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft einen Zünder für ein Sprenggeschoß, insbesondere Submunitionsgeschoß (Bomblet), gemäß Oberbe­griff des Patentanspruches 1.

    [0002] Ein derartiger Bombletzünder mit axial herausschraubbarer Haupt-Zündnadel und quer zur Geschoßlängsrichtung aus ei­ner Sicherstellung in eine Scharfstellung verschiebbaren Schieber mit Detonatorladung ist z. B. aus der EP-0 284 923 A2 bekannt. Im Schieber ist ein durch eine zweite Zünd­nadel zündbares Anzündelement einer pyrotechnischen Verzö­gerungsstrecke für eine Selbstzerlegung des Geschosses nach Nichtauslösung des Detonators bei Zielaufprall durch die Haupt-Zündnadel vorgesehen. Dies kann z. B. geschehen, wenn ein derartiges aus einem Trägergeschoß ausgestoßenes Tochtergeschoß (Bomblet) auf weichem Boden, Morast, Schnee, Baumzweigen oder einem Tarnnetz landet. Nachteilig bei der bekannten Bombletkonstruktion ist die Tatsache, daß der Schieber in Scharfstellung der Zündeinrichtung seitlich weit und ungeschützt aus dem Zündergehäuse heraus­ragt. Hierdurch können z. B. bei Regenwetter sehr leicht Fehlzündungen bei der Detonatorladung oder dem freiliegen­den Anzündelement der Verzögerungsladung für die Selbstzer­legung auftreten. Weiterhin nachteilig ist die Anordnung der zweiten Zündnadel zur Zündung des Anzündelementes am äußeren ungeschützten, aus dem Zündergehäuse seitlich weit herausragenden Ende des Schiebers selbst. Die zweite Zünd­nadel ist mit einem schweren Schlagstück versehen und mit­tels eines Bolzens drehbar an dem Schieber befestigt. Bei Scharfstellung durch Verschiebung des Schiebers seitlich aus dem Zündergehäuse heraus soll das Schlagstück durch Fliehkraft aus der Eigenrotation des Bomblets wirksam wer­den und die massive Zündnadel soll eine Bewegung von etwa 90° auf einem Teilkreis mit kleinem Radius ausführen und in das Anzündelement eindringen. Die Gestalt der Zündnadel­spitze ist massiv kegelförmig mit einseitiger Abflachung ausgebildet, möglicherweise um das Eindringen in das Anzün­delement auf kleinem Kreisbogen zu erleichtern. Diese Zün­derkonstruktion beinhaltet weiterhin den großen Nachteil, daß durch den weit aus dem Zündergehäuse ragenden Schieber mit außenseitigem schwergewichtigen Zündnadel- Schlagstück große Unwuchten bei Rotation und dadurch destabilisierende Kräfte auf das Bomblet einwirken.

    [0003] Aus der DE-OS 33 33 312 ist ein weiterer Bombletzünder mit Selbstzerlegemöglichkeit bekannt. Dabei ist eine massive kegelförmige zweite Zündnadel zur Aktivierung des Anzünd­satzes bzw. des Verzögerungssatzes für die Selbstzerlegung des Bomblets an der inneren Gehäusewandung befestigt. Nach­teilig bei diesem bekannten Bombletzünder ist die massive kegelförmige Anzündnadel und die räumliche Anordnung des Verzögerungssatzes im Zündergehäuse zwischen Schieber und Hauptsprengladung. Dadurch wird die Bauhöhe des Zünders vergrößert und der Anzündsatz ist nicht einteilig mit der Verzögerungsstrecke verbunden, so daß die Anzündung sozusa­gen "um die Ecke" erfolgen muß.
    In jedem Anzündelement für die Verzögerungsladung ist eine mit einer Folie abgedeckte Anstichöffnung vorgesehen, in welche die Anstich- bzw. Zündnadel eindringt und die La­dung initiiert. Die bekannte zweite Zündnadel mit massiver kegeliger Form verschließt diese Öffnung beim Anzündvor­gang mehr oder weniger, je nachdem wie tief sie eindringt. Für eine sichere Anzündung sollte die Zündnadel möglichst tief eindringen, dann ist die Anstichöffnung jedoch völlig verschlossen und durch eine schlechte Abströmmöglichkeit der entstehenden Verbrennungsgase kann die Anzündung wie­der zum Erlöschen führen.

    [0004] Es ist Aufgabe der Erfindung, einen verbesserten Zünder für ein Tochtergeschoß (Bomblet) anzugeben, bei dem die ge­schilderten Nachteile nicht auftreten, wobei eine sichere Zündung gewährleistet ist und die Bauhöhe des Zünders und das Gewicht bzw. der Totlastanteil vermindert werden kann.

    [0005] Diese Aufgabe wird mit den kennzeichnenden Merkmalen des Patentanspruches 1 gelöst. Durch die extrem flache Ausbil­dung der zweiten Zündnadel wird ein verbessertes Abgasen der entstehenden Verbrennungsgase des Anzündsatzes er­reicht, da der Querschnitt der Anstichöffnung durch die flache spitze Anzündnadel nicht verschlossen wird und die Verbrennungsgase ungehindert oberhalb und unterhalb der flachen Zündnadel aus der Anzündöffnung des Anzündsatzes heraus abströmen können. Durch das bessere Abgasen wird zu­dem ein besserer gleichmäßigerer Abbrand und insbesondere werden konstante bzw. gleichlange Verzögerungszeiten bei gleichzeitiger Anzündung/Aktivierung von einer Vielzahl von aus einem Trägergeschoß ausgestoßenen Bomblets er­reicht.

    [0006] Zweckmäßigerweise ist die zweite Zündnadel integriertes Be­standteil (einteilig verbunden) einer kreisförmigen, aus einem dünnen Blech gefertigten Federblechscheibe, welche mittig eine streifenartige Federzunge aufweist, die in Scharfstellung des Schiebers in eine unterhalb des Schie­bers angeordnete Ausnehmung eingreift und damit ein Rück­prallen des Schiebers verhindert und diesen sicher in Scharfstellungsposition fixiert. Vorteilhafterweise ist die Federzunge in Sicherstellung des Schiebers nicht bela­stet, sondern wird erst bei Querverschiebung des Schiebers niedergedrückt und unterliegt damit keinen Ermündungser­scheinungen bei langer Lagerhaltung.

    [0007] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in den Zeich­nungen dargestellten Ausführungsbeispieles näher erläutert und beschrieben.

    [0008] Es zeigen:

    Figur 1: Einen Längsschnitt durch ein Bomblet-Zünderge­häuse gemäß der Erfindung,

    Figur 2: einen Teilschnitt durch ein Anzündelement einer Verzögerungsstrecke mit zweiter Zündnadel und

    Figur 3: einen Querschnitt durch das Zündergehäuse mit teilgeschnittenem Schieber.



    [0009] In Figur 1 ist mit der Bezugsziffer 10 ein Zündergehäuse bezeichnet, das mittels eines Halteringes 14 fest auf ei­nem Bombletgehäuse 12 fixiert ist. Innerhalb des Zünderge­häuses 10 ist ein quer zur Mittelachse A des Bombletge­schosses verschiebbarer Schieber 16 mit Detonatorladung 18 angeordnet.
    Die Darstellung zeigt den Schieber 16 in Sicherstellung, wobei die Detonatorladung 18 seitlich aus der geraden Linie zwischen einer Haupt-Zündnadel 20 und einer im obe­ren Bombletgehäuse 12 angeordneten Verstärkerladung 22 zur Zündung der Hauptsprengladung 24 heraus verschoben ist. Die zentral angeordnete Haupt-Zündnadel 20 ist über eine Schraubverbindung mit einer als zusätzliche Schlagmasse dienenden, im Zündergehäuse 10 axial verschiebbaren Hülse 26 verbunden. In dargestellter Sicherungsposition ist die Zündnadel 20 in die Hülse 26 eingeschraubt, so daß sich diese nach oben bzw. hinten gegen einen Gehäuseabsatz des Zündergehäuses 10 abstützt. Vorne ragt die Spitze 28 der Hauptzündnadel 20 in eine auf der Oberseite des Schiebers 16 angeordnete Ausnehmung (Sacklochbohrung) hinein und fixiert so den Schieber 16 in Sicherungsposition.

    [0010] Auf dem aus dem Zündergehäuse 10 herausragenden Ende der Haupt-Zündnadel 20 ist ein zusammengefaltetes Stabilisie­rungsband 30 befestigt. Außen auf dem Zündergehäuse 10 und den oberen durchmesserverkleinerten Bereich des Zünder­gehäuses 10 umschließend sind zwei radial nach außen ver­schwenkbare, halbkreisförmig gebogene Drallbremsflügel 32, z. B. aus dünnem Stahlblech, befestigt. Um die eingeklapp­ten Drallbremsflügel 32 herum ist ein Wickelband 34 ge­legt. Das Wickelband 34 und das Stabilisierungsband 30 wer­den in ihrer aufgewickelten Lage von einer übergestülpten haubenartigen, zweigeteilten Kunststoff-Klammer 36 festge­halten, die wiederum selbst von einem Federstahl-Haltering 38 in ihrer Position gehalten wird.

    [0011] Bei ihrem Transport in ein Zielgebiet mittels eines auf große Entfernungen (z. B. 30 km) verschießbaren großkali­brigen Trägergeschosses sind die Tochtergeschosse inner­halb des Trägergeschosses auf platzsparende Weise als Säu­len ineinandergestapelt. In Figur 1 ist in gestrichelter Darstellung ein solches, das Zündergehäuse 10 völlig über­deckendes Nachbarbomblet 60 angedeutet. Dabei ragt das Zün­dergehäuse 10 weit in den kegelförmigen Freiraum der Hohl­ladungseinlage des benachbarten Bomblets 60 hinein.

    [0012] Bei Ausstoß der Tochtergeschosse aus dem Trägergeschoß mit­tels einer Ausstoßladung über einem Zielgebiet laufen nach Aufhebung der Stapelanordnung innerhalb eines vorbestimmba­ren Zeitraumes mehrere Schritte zeitlich nacheinander von der Sicherungsposition des Bombletzünders bis zu seiner Scharfstellung ab:
    Zunächst wird äußerlich das Stabilisierungsband 30 aus sei­ner eingefalteten Ruheposition herausgezogen und entfal­tet. Dabei springt die Kunststoff-Klammer 36 mit Haltering 38 vom Zündergehäuse 10 ab und gibt das Wickelband 34 frei. Danach wickelt sich das abwerfbare Wickelband 34 ab und gibt die Drallbremsflügel 32 frei, die aufgrund der ro­tationsbedingten Fliehkräfte ausschwenken und den Drall des nunmehr stabilisiert herabfallenden Bombletgeschosses vermindern.

    [0013] Nachdem das Stabilisierungsband 30 ausgefaltet ist, wirkt ein Drehmoment auf die Zündnadel 20, die sich ein Stück­chen nach hinten aus der Hülse 26 herausdreht, dabei hebt sich die Spitze 28 der Zündnadel 20 aus der Ausnehmung im Schieber 16 heraus und der Schieber kann sich ruckartig - sofern er dafür von separat wirkenden weiteren Siche­rungsmitteln freigegeben ist - in seine Scharfstellungspo­sition verschieben.
    Dazu ist der Schwerpunkt des Schiebers 16 so eingestellt, daß er in Sicherungsposition (in Figur 1 links) neben der Mittelachse A angeordnet ist, wodurch die Fliehkräfte bei hohem Drall den Schieber 16 (nach links) gegen die Kraft einer Druckfeder 40 drücken. Sobald der Drall bzw. die Fliehkräfte durch die Drallbremsflügel 32 etwas abgebaut ist, überwiegt die Druckkraft der Feder und verschiebt den Schieber etwas nach rechts in Richtung einer zweiten Zünd­nadel 42. Sobald der Schwerpunkt über die Mittelachse A hinaus (in Figur 1 nach rechts) gelangt ist, schnellt der Schieber 16 durch die Druckkraft der Feder 40 und die nun wieder wirksam werdende Fliehkraft in seine Scharfstel­lungsposition.

    [0014] Die innerhalb des Zündergehäuses 10 seitlich angeordnete zweite Zündnadel 42 zur Initiierung eines Anzündelementes 44 einer pyrotechnischen Verzögerungsstrecke 46 mit Ver­stärkungssatz 48 und explosivem Sprengsatz 50 ist blech­streifenartig flach mit spitzkegelförmigem Zuschnitt ausge­bildet, damit sie zur sicheren Initiierung tief in den An­zündsatz 44 eindringen kann, ohne das Abströmen der entste­henden Verbrennungsgase zu behindern.

    [0015] Die zweite Zündnadel 42 stellt ein integriertes zungenar­tig hochgebogenes Blechstreifenteil einer flachen, in di­rekter Nachbarschaft zum Schieber 16 angeordneten, den ge­samten Querschnitt des Zündergehäuses 10 überdeckenden Fe­derblechscheibe 52 dar. Dabei stützt sich der zungenartig hochgebogene, zur Federblechscheibe 52 senkrecht stehende Teil der zweiten Zündnadel 42 rückseitig an der inneren Wandung des Zündergehäuses 10 ab. Zweckmäßigerweise weist die zweite Zündnadel 42 bzw. die Federblechscheibe 52 eine Materialstärke bzw. Blechdicke von 0,1 bis 0,8 mm, vorzugs­weise von ca. 0,4 mm auf. Die zweite Zündnadel 42 ist un­symmetrisch zur Mittelachse B des Schiebers 16 in direkter Linie mit dem Anzündelement 44 der pyrotechnischen Verzöge­rungsstrecke 46 angeordnet, deren Endbereich mit Verstär­kungssatz 48 und explosivem Sprengsatz 50 direkt neben der Detonatorladung 18 angeordnet ist.

    [0016] Zweckmäßigerweise weist die Federblechscheibe 52 einen in­tegrierte Federzunge 54 auf, die mit einer entsprechenden Ausnehmung 56 auf der Unterseite des Schiebers 16 in Scharfstellung des Schiebers in einer blockierenden Wirk­verbindung steht. Ist der Schieber 16 in Scharfstellungs­position verschoben, wird er durch die Federzunge 54 arre­tiert, wobei diese in die Ausnehmung 56 auf der Unterseite des Schiebers 16 einrastet. Bei bisher bekannten Ausfüh­rungen zur Sicherung des Schiebers mittels Federzunge, drückte die bekannte Federzunge in Sicherungsstellung per­manent auf den Schieber. Bei kleiner Rotationsgeschwindig­keit reichte oft die Fliehkraft bzw. eine Federkraft nicht genügend aus, um die Reibungskraft zwischen bekannter Fe­derzunge und Schieber zu überwinden und den Schieber in Scharfstellung zu bewegen sowie die dann noch notwendige Anstichenergie aufzubringen. Durch Anbringen einer abge­schrägten Stufe vor der Ausnehmung 56 und einem Tieferle­gen bzw. einer tieferen Ausbildung der Ausnehmung 56 in der Unterseite des Schiebers 16 wird in Sicherstellung we­der der Schieber 16 noch die Federzunge 54 belastet. Erst während der Verschiebebewegung in Scharfstellung drückt der Schieber 16 die Federzunge 54 herunter. In Scharstel­lungsposition springt dann die Federzunge 54 in die Ausneh­mung 56 des Schiebers 16 ein und hindert ihn dann am Her­auslaufen aus dieser Scharfstellungsposition.

    [0017] Die Federblechscheibe 52 wird von einer, das Zündergehäuse 10 außen übergreifenden dünnwandigen Abdeckhaube 58 am Zün­dergehäuse 10 fixiert. Zweckmäßigerweise weist die Abdeck­haube 58 die gleiche Blechdicke wie die Federblechscheibe 52 auf.

    [0018] Sobald der Schieber 16 seine Scharfstellungsposition er­reicht hat, wobei das Anzündelement 44 durch die zweite Zündnadel 42 gezündet wird, greift die Federzunge 54 in die Ausnehmung 56 ein und fixiert den Schieber 16 in die­ser Position. Dabei ist jetzt die Detonatorladung 18 in ei­ner Linie genau unter der Spitze 28 der Hauptzündnadel 20 angeordnet, die im Normalfall bei hartem Zielaufprall die Detonatorladung 18 initiiert, welche die Verstärkungsla­dung 22 und damit die Hauptsprengladung 24 zur Zündung und Detonation bringt.
    Zur störungsfreien Durchzündung der Detonatorladung 18 auf die Verstärkungsladung 22 im Bombletgehäuse 12 können die Federblechscheibe 52 und/oder die dünne Abdeckhaube 58 ei­ne zentrale Bohrung aufweisen.

    [0019] Sofern nach einer Fallzeit von z. B. 15 Sekunden nach Aus­stoß aus dem Trägergeschoß die Detonatorladung bei weichem Auftreffen auf das Zielgebiet nicht durch die Hauptzündna­del 20 gezündet wird, brennt der Verzögerungssatz 46 nach z. B. 20 Sekunden durch und zündet den Verstärkungssatz 46, der eine hohe Verbrennungstemperatur entwickelt, sowie den Explosivpulver enthaltenden Sprengsatz 50, welche nach­folgend auf kurzem Wege die direkt daneben angeordnete De­tonatorladung 18 dennoch aktivieren.

    [0020] Durch die erfindungsgemäße Konstruktion des Bombletzünders wird bei Verminderung von Bauhöhe und Gewicht des Zünders eine störungsfreie Anzündung des Anzündelementes für eine nachfolgende Selbstzerstörung bzw. Detonation des Bomblets in jedem Falle sichergestellt.

    Bezugszeichen-Liste



    [0021] 

    10 Zündergehäuse

    12 Bombletgehäuse

    14 Haltering

    16 Schieber

    18 Detonatorladung

    20 Haupt-Zündnadel

    22 Verstärkerladung

    24 Hauptsprengladung

    26 Hülse

    28 Spitze

    30 Stabilisierungsband

    32 Drallbremsflügel

    34 Wickelband

    36 Klammer

    38 Haltering

    40 Druckfeder

    42 zweite Zündnadel

    44 Anzündelement

    46 Verzögerungsstrecke

    48 Verstärkungssatz

    50 Sprengsatz

    52 Federblechscheibe

    54 Federzunge

    56 Ausnehmung

    58 Abdeckhaube

    60 Nachbarbomblet




    Ansprüche

    1. Zünder für ein Sprenggeschoß, insbesondere Submuni­tionsgeschoß (Bomblet), mit axial verschiebbarer Haupt-Zündnadel (20) und quer zur Geschoßlängsrichtung bzw. Mittelachse (A) verschiebbarem Schieber (16) mit Detonatorladung (18), wobei im Schieber (16) ein durch eine seitlich im Zündergehäuse (10) angeordnete zweite Zündnadel (42) zündbares Anzündelement (44) einer pyro­technischen Verzögerungsstrecke (46) für eine Selbst­zerlegung des Geschosses vorgesehen ist,
    dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Zündnadel (42) blechstreifenartig flach mit spitzkegelförmigem Zuschnitt ausgebildet ist.
     
    2. Zünder nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Zündnadel (42) ein integriertes zungenartig hochgebogenes Blechstreifenteil einer flachen, in direkter Nachbarschaft zum Schieber (16) angeordneten, den gesamten Querschnitt des Zündergehäuses (10) über­deckenden Federblechscheibe (52) ist.
     
    3. Zünder nach Anspruch 1 oder 2,
    dadurch gekennzeichnet, daß der zungenartig hochgebogene, zur Federblechscheibe (52) senkrecht stehende Teil der zweiten Zündnadel (42) sich rückseitig an der inneren Wandung des Zündergehäuses (10) abstützt.
     
    4. Zünder nach Anspruch 1, 2 oder 3,
    dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Zündnadel (42) bzw. die Federblechscheibe (52) eine Materialstärke bzw. Blechdicke von 0,1 bis 0,8 mm, vorzugsweise ca. 0,4 mm, aufweist.
     
    5. Zünder nach Anspruch 1, 2, 3 oder 4,
    dadurch gekennzeichnet, daß die Federblechscheibe (52) eine integrierte Federzunge (54) aufweist, die mit einer entsprechenden Ausnehmung (56) auf der Unterseite des Schiebers (16) in Scharf­stellung des Schiebers (16) in einer blockierenden Wirkverbindung steht.
     
    6. Zünder nach Anspruch 1, 2, 3, 4 oder 5,
    dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Zündnadel (42) unsymmetrisch zur Mittel­achse (B) des Schiebers (16) in direkter Linie mit dem Anzündelement (44) der pyrotechnischen Verzögerungs­strecke (46) angeordnet ist, deren Endbereich mit einem Verstärkungssatz (48) bzw. explosiven Sprengsatz (50) versehen ist und direkt neben der aufschlagbetä­tigbaren Detonatorladung (18) angeordnet ist.
     




    Zeichnung










    Recherchenbericht