[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Wellentypenweiche zur selektiven Auskopplung
bestimmter Wellentypen aus einem Hohlleiter, insbesondere einem Rundhohlleiter.
[0002] Im Prinzip sind zwei Methoden bekannt, mit denen eine wellentypselektive Auskopplung
erzielt wird. Die eine Methode besteht darin, daß der aus dem Hohlleiter auszukoppelnde
Wellentyp an mindestens zwei Stellen des Umfangs, z.B. eines Rundhohlleiters, in eine
entsprechende Zahl von Teilwellen zerlegt jeweils in der Regel nicht voll, sondern
mit Rücksicht auf die hier ebenfalls koppelnden, im Hohlleiter weiterlaufenden Signalwellen
nur partiell angekoppelt wird. Die Teilwellen des auszukoppelnden Wellentyps werden
dann - also erst nach dem eigentlichen Kopplungsvorgang - in ihrer nur diesem Wellentyp
entsprechenden Phasenlage mit einem dazu eigens notwendigen Mikrowellennetzwerk, das
nach Art einer Brückenschaltung ausgebildet wird, im Idealfall vollständig rekombiniert.
Dagegen werden die von anderen Wellentypen, wie z.B. den Signalwellen, unvermeidbar
mitgekoppelten Teilwellen wegen ihrer zum auszukoppelnden Wellentyp konträren, gegenseitigen
Phasenlage von diesem Netzwerk total reflektiert. Diese Methode, die im folgenden
netzwerkselektiv genannt wird, ist grundsätzlich mit einem erheblichen technischen
Aufwand verbunden, weil sie mehrere Koppelstellen und ein eigenes, oft verhältnismäßig
kompliziertes Netzwerk außerhalb des Hohlleiters erfordert.
[0003] Die zweite Methode der wellentypselektiven Kopplung beruht darauf, daß die Kopplung
des aus dem Hohlleiter auszukoppelnden Wellentyps mit einer seiner Feldstärkekom ponenten
solchr Art und an einem solchen Ort des Hohlleiters erfolgt, daß dort keiner der vom
Auskopplungsvorgang auszuschließenden Wellentypen eine ebensolche Feldstärkekomponente
aufweist. Dieses im folgenden feldselektiv genannte Verfahren macht den Kopplungsvorgang
selbst unabhängig von der Frequenz wellentypenselektiv und vermeidet jede direkte
Beeinflussung anderer Wellentypen, z.B. der im Hohlleiter weiterlaufenden Signalwellen.
Das feldselektive Kopplungsverfahren ist, sofern es von der Feldkonfiguration her
überhaupt anwendbar ist, zumeist mit verhältnismäßig einfachen Mitteln zu realisieren
und hat die besseren elektrischen Eigenschaften gegenüber dem netzwerkselektiven Verfahren.
[0004] Die bisher bekannten Lösungen benützen fast immer eine Mischung aus den beiden oben
skizzierten Methoden. Bild 1 aus dem Aufsatz von G.Mörz "NTZ, Heft 10, Okt.73, S.441,
zeigt einen nicht gerade einfach aufgebauten H₂₀ - H₀₂ - Nachführkoppler, der fast
nur netzwerkselektiv arbeitet. Dagegen funktionieren die in der DE-OS 28 04 132 vorgestellten
Ausführungsbeispiele von E₀₁ - H₁₁ -Weichen vollständig feldselektiv.
[0005] Aus der genannten DE-OS 28 04 132 ist eine E₀₁ - H₁₁ - Wellentypenweiche bekannt,
bei der die als Peilwelle benützte E₀₁-Welle aus einem Rundhohlleiter mittels einer
koaxialen Leitung mit verlängertem Innenleiter (Längssonde) ausgekoppelt wird. Diese
Längssonde ist in der Mittellängsachse des sich an die Antenne anschließenden Rundhohlleiters
angeordnet. Die kapazitive Längssonde auf der Achse dieses Weichen-Wellenleiters ist
beispielweise von den H₁₁-Wellen jeglicher Polarisation vollständig entkoppelt, und
zwar ohne jedes Selektionsnetzwerk.
[0006] Grundsätzlich sind E₀₁- H₁₁-Weichen für sich allein nur bei zirkularer Polarisation
der Signalwellen imstande, die vollständige Information über die Ablage der Hauptstrahlrichtung
einer Antenne von der Strahlungsquelle, z.B. einem Satelliten, zu liefern.
[0007] Daneben ist die wellentypenselektive Kopplung der H₂₁-Welle und der H₀₁- Welle im
Rundhohlleiter sowie der H₂₀-, der K₀₂- und der E₁₁-Welle im Quadrathohlleiter von
unmittelbarer technischer Bedeutung, da diese Wellentypen bei axialem Einfall der
Signalwellen eine Nullstelle mit 180°-Phasensprung haben und ihre Amplituden bei kleinen
Ablagen proportional zum Ablagewinkel sind. Ferner sind sie in bestimmten Kombinationen
geeignet, auch bei linearer Polarisation der Signalwellen die vollständige Ablageinformation
zu liefern. Solche Kombinationen sind z.B. im Rundhohlleiter das E₀₁ + H₂₁-Wellenduo,
das E₀₁ + H₀₁-Wellenduo und das H
21A + H
21B-Wellenduo sowie im Quadrathohlleiter das K₂₀+ K₀₂-, das H₂₀ + E₁₁- und das H₀₂ +
E₁₁-Duo. Unter H
21A- und H
21B-Wellen werden zwei zueinander orthogonale H
21-Wellen verstanden.
[0008] Im allgemeinen Fall linear polarisierter Signalwellen, mit denen in der Praxis durchaus
zu rechnen ist, sind daher Doppelweichen für diese Wellentypenkombinationen erforderlich.
Von den oben genannten Kombinationen zeichnen sich das E₀₁ + H₀₁ - und das H
21A + H
21B Duo dadurch aus, daß sie die vollständige Ablageinformation unabhängig von der Lage
der Polarisationsebene der Signalwellen liefern. Die Doppelweichen für diese zuletzt
genannten zwei Wellen-typenkombinationen brauchen also bei variierender Polarisationsebene
nicht mitgedreht zu werden.
[0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, neue und dabei einfache Wellentypauskopplungsmöglichkeiten
anzugeben, so daß für linear polarisierte Signalwellen einsetzbare Doppelweichen für
jeden einzelnen, aus dem Hohlleiter auszukoppelnden Wellentyp und die im Hohlleiter
weiter zu führenden Signalwellen im wesentlichen die Anforderungen einer vollständig
feldselektiven Entkopplung erfüllt werden, so wie dies schon gemäß der Anordnung nach
der DE-OS 28 04 132 bei den E₀₁-H
₁₁-Weichen für den Betrieb mit zirkularer Doppelpolarisation der Fall ist. Zusätzlich
soll sich die Wellentypenweiche nach der Erfindung so realisieren lassen, daß die
Entkopplung zweier auszukoppelnder Peilwellentypen untereinander wenigstens 20 dB
beträgt.
[0010] Die Erfindung bezieht sich auf eine wellentypenweiche gemäß dem Oberbegriff des Anspruch
1, wie sie aus der Druckschrift US-A-3815136 bekannt ist. Die Erfindungsaufgabe isst
durch die im Kenn zeichen des Anspruch 1 angegebenen Merkmale gelöst. Weitere Ausgestaltungen
der Wellentypenweiche sind den Ansprüchen 2 bis 12 zu entnehmen.
[0011] Die Erfindung wird im folgenden anhand von fünf Figuren näher erläutert.
[0013] Fig. 1 in einem Diagramm den Verlauf der relativen magnetischen Feldstärke H
z in Axialrichtung in einer Längsschnittebene durch den Rundhohlleiter für die H₀₁-,
H₂₁- und H₁₁-Welle bei gleicher Leistung und einer um 10% über der H₀₁-Grenzfrequenz
liegenden Betriebsfrequenz.
[0014] Fig. 2 die Schrägansicht eines H₀₁-Koaxialwellenwandlers,
[0015] Fig. 3 eine H₁₁-H₀₁-Wellenweiche, die jedoch für H₁₁-Wellen exakt rotationssymmetrisch
ist, in Schrägansicht,
[0016] Fig. 4 eine weitere H₁₁-H₀₁-Wellenweiche mit nur einem einzigen Resonanzschlitz ebenfalls
in einer perspektivischen Ansicht,
[0017] Fig. 5 die Schrägansicht einer H₀₁- H₁₁-Wellentypenweiche, die auf dem Prinzip des
in Fig.2 dargestellten Koaxialwellenwandlers basiert.
[0018] Bevor im einzelnen auf die Figuren eingegangen wird, soll die bereits angedeutete
Wertung hinsichtlich der beiden Kopplungsmöglichkeiten im Hohlleiter mit folgenden
Grundsätzen konkretisiert werden. Wo immer es möglich ist, die Kopplung feldselektiv
zu gestalten, ist es zweckmäßig, davon auch dann so weit wie möglich Gebrauch zu machen,
wenn die gestellten Entkopplungsforderungen durch diese Selektionsart allein nicht
voll erfüllt werden können. Es ist immer einfacher und daher billiger, einen möglichst
großen Teil der Entkopplung feldselektiv und nur den fehlenden Rest netzwerkselektiv
zu erbringen.
[0019] Es ist üblich, daß zunächst die Wand des gemeinsamen Hohlleiters, in dem die zu trennenden
Wellentypen laufen, nach feldselektiven Kopplungsmöglichkeiten untersucht wird. Diese
sind jedoch im praktisch interessanten Beispiel der von der Kopplung auszuschließenden
H₁₁-Wellen beliebiger Polarisation nicht vorhanden, da diese Wellen in jedem Punkt
der Hohlrohrinnenwand jede dort überhaupt mögliche Feldstärkekomponente aufweisen.
Diese sind beispielsweise im Rundhohlleiter der E
r-, die Hφ- und die H
z-Komponente. Es gibt also an der Wand des Hohlleiters keinerlei Möglichkeit einer
gegenüber H₁₁-Wellen breitbandig feldselektiven Kopplung.
[0020] Gewisse feldselektive Wirkungen in Kegelübergängen und auch an sprunghaften Querschnittsänderungen
im gemeinsamen Hohlleiter werden wegen starker Frequenzabhängigkeit der dortigen Feldstärkeverhältnisse
hier nicht in Betracht gezogen. Gleichwohl ist diese Methode der Selektion vor allem
in engeren Frequenzbändern durchaus zusätzlich nutzbar.
[0021] Bei der Erfindung wird aus der obigen, negativen Erkenntnis heraus bei der Suche
nach neuen feldselektiven Kopplungsmölichkeiten von der Hohlleiterwand abgegangen.
Es findet sich folgender aus der Druckschrift US-A-3815136 bekannten Lösungsansatz.
Auf der Hohlleiterachse haben die von einer Kopplung frei zu haltenden H₁₁-Wellen
beliebiger Polarisation nach Fig. 1 (Ordinate für r = 0) keine magnetische Längsfeldstärke,
sondern nur ein magnetisches Querfeld. Dagegen hat die als Peilwellentyp interessante
H₀₁-Welle im Rundhohlleiter RH (Radius R; -R ≦αµρ¨ r ≦αµρ¨ R) nach Fig.1 für r=0,
also auf der Achse,und auch im achsnahen Raum ein ausgeprägtes Maximum der magnetischen
Längsfeldstärke H
Z. Es ist daher möglich, auf der Rundhohlleiterachse durch Kopplung nur mit der H
z-Komponente die H₀₁-Welle vollständig feldselektiv z.B. gegenüber den H₁₁-Wellen,
d.h. vollständig unabhängig von diesen aus- oder einzukoppeln. Diese H₀₁-Kopplung
ist auch vollständig feldselektiv gegenüber der E₀₁-Welle, weil auch diese, ebenso
wie die H₁₁-Wellen beliebiger Polarisation, auf der Hohlleiterachse keine magnetische
Längsfeldstärke hat. Außerdem hat diese H₀₁-Kopplung über die H
z-Komponente - wie aus Fig.1 hervorgeht - eine hohe Feldselektivität gegenüber der
H₂₁-Welle, und zwar auch noch bei einer Kopplung im achsnahen Raum, weil die H
z-Komponente der H₂₁-Welle wegen der horizontalen Tangente auf der Achse mit zunehmender
Entfernung von der Achse nur sehr langsam von Null ausgehend ansteigt.
[0022] Zur Interpretation von Fig.1 ist nachzutragen, daß hier an der Ordinate die relativen
H
z-Komponenten der H₀₁, H₁₁-und H₂₁-Welle bei jeweils gleicher Leistung und bei einer
Frequenz dargestellt sind, die 10 % über der Grenzfrequenz der H₀₁-Welle liegt. Fig.1
enthält daher noch nicht die nur bei der H₀₁-Welle zur H
z-Kurve nach Fig.1 noch hinzutretende H
z-Überhöhung als Folge ihres Auftreffens auf einen Kurzschluß unmittelbar hinter der
Wellentypenweiche.
[0023] Die H
z-Kurven in Fig. 1 geben den relativen H
z-Verlauf in einer Längsschnittebene durch den Rundhohlleiter RH und seine Achse wieder.
Da diese H
z-Kurve nur bei der H₀₁-Welle rotationssymmetrisch ist, kann sie auch nur bei der H₀₁-Welle
als Erzeugende der Fläche angesehen werden, mit der die räumliche H
z-Verteilung dieses Wellentyps beschrieben wird. Dagegen sind die H
z-Kurven für die H₁₁- und die H₂₁-Welle nur jeweils in einer solchen Längsschnittebene
gezeigt, in der H
z maximal wird (cos φ = 1 bei H₁₁ bzw. cos 2φ = 1 bei H₂₁). In einer dazu senkrechten
Längsschnittebene ist bei der H₁₁-Welle H
z= 0 (wegen cos 90°= 0), und die H₂₁-Welle hat hier gegenüber Fig.1 eine H
z-Komponente mit entgegengesetztem Vorzeichen (cos 180° = -1) bei gleicher Amplitude.
In einer gegenüber Fig.1 allgemein um den Winkel φ gedrehten Längsschnittebene ergibt
sich der H
z-Verlauf bei der H₁₁-Welle durch Multiplikation der H
z-Kurve in Fig.1 mit cos φ und bei der H₂₁-Welle mit dem Faktor cos 2 φ.
[0024] Die Erfindung geht nunmehr von der als opportun befundenen, reinen H
z-Kopplung auf der Hohlleiterachse oder im achsnahen Raum aus. Die praktische, erfindungsgemäße
Realisierung dieser Kopplung besteht in der Idee, in den bislang leeren, runden Wellenleiter
(Rundhohlleiter) abschnittsweise einen metallischen Innenleiter einzuführen, dessen
Durchmesser d im Vergleich zum äußeren Innendurchmesser D des nunmehr koaxialen Wellenleiters
klein ist, z.B. etwa d <D/5. Durch einen solchen Innenleiter werden die Feldzustände
der einzelnen H-Wellentypen nur im Nahbereich des Innenleiters geringfügig und keinesfalls
grundsätzlich verändert. Die Feldstärkekomponenten an der Innenleiteroberfläche passen
sich den bekannten Gesetzen an, nach denen das elektrische Feld senkrecht auf der
Leiteroberfläche stehen muß und das magnetische Feld parallel zu dieser verlaufen
muß. Die dadurch hervorgerufenen kleinen Feldverzerrungen, wie auch die Auswirkungen
der induktiven und kapazitiven Feldverdrängung durch den Innenleiter werden um so
kleiner, je kleiner sein Durchmesser ist. Ebenso wenig wirkt ein Innenleiter mit kleinem
Durchmesser d auf die Grenzfrequenzen der wichtigsten H-Wellentypen, wie es abhängig
von d im Diagramm in der Abb.4.4 auf S.216 im "Taschenbuch der Hochfrequenztechnik"
von Meinke/Grundlach, 1.Aufl.,1956, Springer-Verlag dargestellt ist. Der Leitungswellenwiderstand
für H₁₁-Wellen wird durch den Innenleiter erniedrigt; bei einem Innenleiterdurchmesser
d = D/5 liegt die zugehörige Reflexion in der leicht beherrschbaren Größenordnung
r
△Z ≈ 10%: Natürlich fließen auf dem Innenleiter Oberflächenströme gemäß dem Durchflutungsgesetz
jeweils senkrecht auf der örtlich vorhandenen, resultierenden magnetischen Feldstärke.
Nach dem Aufsatz von W.Baier in der Zeitschrift "AEÜ", Band 22, Heft 4, Seite 184
sind die von diesen Innenleiterströmen verursachten, zusätzlich zu den Außenleiterverlusten
auftretenden Leitungsverluste bei nicht zu großen Innenleiterdurchmessern maximal
ebenso groß wie die Außenleiterverluste und somit sehr klein.
[0025] Während also die Einführung eines Innenleiters nur durchaus beherrschbare Nebenwirkungen
hat, gewinnt man dadurch eine Vielfalt neuartiger Kopplungsmöglichkeiten mit sehr
guten elektrischen Eigenschaften, wie im folgenden gezeigt ist.
[0026] Zunächst ist es möglich, mit einem, zwei oder mehreren Resonanzschlitzen, die parallel
zur Innenleiterachse in die Wand des hohlen Innenleiters eingebracht sind und die
von jeweils einem im Inneren des Innenleiters radial verlaufenden Leiter untereinander
gleichphasig und gleich stark angeregt werden, an einer der Schlitzzahl entsprechenden
Anzahl von Stellen auf der äußeren Oberfläche des Innenleiters untereinander gleichphasige
und gleich große, magnetische Längsfelder zu erzeugen. Mit dieser Feldkonfiguration,
die sich bei der keinesfalls schmalbandigen Schlitzresonanz in den Raum des koaxialen
Wellenleiters ausbreitet, wird die H₀₁-Welle angeregt oder ausgekoppelt, und zwar
mit einer umso besseren Feldselektivität gegenüber allen H₁₁- und H₂₁-Wellen, je dünner
der Innenleiter relativ zum äußeren Leiter ist. Der sehr einfache Aufbau solcher H₀₁-
H₁₁-Weichen, z.B. nach Fig. 2, wird später noch ausführlich erläutert.
[0027] Über dieses erste Ergebnis einer fast vollständig feldselektiven H₀₁-Kopplung hinaus
eröffnen sich im koaxialen Wellenleiter folgende weitere, neue Kopplungsmöglichkeiten.
Hierzu wird ausgegangen von der Erkenntnis, daß die Feldstärken- und Stromverteilung
an der Innenwand des äußeren Leiters einer koaxialen Wellenleitung - diese Verteilung
entspricht weitgehend derjenigen im hohlen Leiter für den jeweiligen Wellentyp - mit
der Feldstärken- und Stromverteilung auf dem Innenleiter dieses Koaxialwellenleiters
im geometrischen Sinne ähnlich ist. Daraus wird die erfindungsgemäße These abgeleitet,
daß sämtliche an der Hohlleiterwand außen bisher angewandten und überhaupt anwendbaren
Koppelmechanismen für jegliche Wellentypen, geometrisch verkleinert auch am Innenleiter
eines koaxialen Wellenleiters eingesetzt werden können. Sie erfüllen hier von innen
heraus - sozusagen als hohlwelttheoretisches Pendant zu den bisherigen äußeren Kopplern
- die gleiche Prinzipfunktion wie bei den Außenkopplern.
[0028] Die mit der Einführung des Innenleiterkopplers erzielbare erfindungsgemäßen Fortschritte
sind wie folgt zusammenzufassen. Die Zusammenschaltung mehrerer Koppelstellen ist
beim Innenleiterkoppler mit Leitungslängen möglich, die um mehr als eine Größenordnung
kürzer sind als beim bisherigen Außenkoppler; denn die Kombinationsleitungen laufen
von ihrem Ursprung an der jeweiligen Koppelstelle ausgehend direkt aufeinander zu
und können daher auf kürzesten Wegen (λ
o/10 und darunter), z.B. in einem Sternpunkt wie in Fig.3, auf der Achse des Innenleiters
zusammengeschaltet werden. Eine solche Schaltung wirkt, wie am Beispiel später noch
erläutert wird, auf einfachste Weise und mit sehr geringer Frequenzabhängigkeit netzwerkselektiv.
Dieses Verfahren zur Erzeugung von Netzwerkselektivität durch ein inneres Netzwerk,
d.h. ein im Innenleiter gelegenes Netzwerk, hebt sich also vorteilhaft von der bereits
vorher geschilderten, bisherigen Möglichkeit mit einem äußeren Selektionsnetzwerk,
d.h. einem außerhalb des Rund- oder Quadrathohlleiters befindlichen Netzwerke ab,
bei dem die an den jeweiligen Koppelstellen entspringenden Kombinationsleitungen topologisch
sehr ungünstig zunächst radial nach außen, also auseinanderlaufen und erst mit umständlichen
Umlenkmanövern, wie z.B. nach dem bereits erwähnten "NTZ"-Aufsatz von G.Mörz, wieder
aufeinander zugeführt werden müssen. Aus diesen Gründen müssen hier die äußeren Kombinationsleitungen
mindestens etwa zwei Wellenlängen lang sein.
[0029] Aus den sehr kurzen Leitungslängen beim inneren Selektionsnetzwerk ergibt sich weiter
der Vorteil, daß die einzelnen Koppelelemente auf die nicht zu koppelnden Wellentypen
nur noch mit der Summe ihrer reinen Reaktanzen wirken, d.h. ohne die langen, am Ende
kurzgeschlossenen, äußeren Zusatzleitungen. Diese reinen Reaktanzen haben einen wesentlich
geringeren Frequenzgang als beim bekannten Außenkoppler und können daher breitbandig
kompensiert werden, und zwar auch dann, wenn das einzelne Koppelelement bei nicht
oder nur schwach feldselektiven Anordnungen zwecks möglichst vollständiger Auskopplung
des gefragten Wellentyps auch mit dem nicht auszukoppelnden Wellentyp partiell stark
verkoppelt ist. Dies bedeutet, daß der auszukoppelnde Wellentyp am Weichenausgang
nahezu vollständig verfügbar ist und trotzdem die durch die starke Koppelung auf den
nicht auszukoppelnden Wellentyp ausgeübte Reaktanzwirkung kompensiert werden kann.
Es erscheint sogar möglich, daß diese Reaktanz für den nicht zu koppelnden Wellentyp
dazu ausgenützt werden kann, um andere für diesen Wellentyp bestehende Reaktanzen,
z.B. der Pfostenkreuze nach der DE-OS 28 04 132, damit wenigstens teilweise zu kompensieren.
[0030] Bei nach der Erfindung ausgebildeten Weichen muß der Innenleiter mit einer Haltevorrichtung
in seiner exakt zentrischen Lage gehalten werden. Außerdem muß der Peilwellentyp oder
deren zwei nach der Umwandlung z.B. in die Form der koaxialen Grundwelle im Inneren
des Innenleiters zur weiteren Verwertung in den Raum außerhalb des äußeren Leiters
des koaxialen Wellenleiters befördert werden. Dazu kann eine Innenleiterhalterung
nebst koaxialer Herausführung mit guten Eigenschaften z.B. nach den in der DE-OS 28
04 132 aufgezeigten Prinzipien und Ausführungsbeispielen eingesetzt werden.
[0031] Im folgenden wird eine Reihe von praktischen Anwendungsbeispielen der oben entworfenen
Grundsätze vorgeführt.
[0032] In Fig. 2 ist in einer perspektivischen Aussicht ein praktisch ausgeführter und erprobter
Welentypenwandler gezeigt, der die H₀₁-Welle des Rundhohlleiters innerhalb von Frequenzbändern
der relativen Breite von 15 % nahezu vollständig in die Grundwelle der Koaxialleitung
umformt. Dieser H₀₁-Koaxialwellenwandler besteht aus einem relativ kurzen, äußeren
Rohrleiter 1, der im Vordergrund von Fig.2 zu sehen ist. Dieser äußere Rohrleiter
1 ist hinten zunächst durch eine metallische Platte 2 abgeschlossen. Die Funktion
dieser Kurzschlußplatte 2 kann für die H₀₁-Welle im Rundhohlliter jederzeit durch
einen kegelförmigen oder sprunghaften Übergang auf einen engeren Rundhohlleiter ersetzt
werden, in dem sich das H₀₁-Feld im betrahteten Frequenzbereich nur noch aperiodisch
gedämpft ausbreiten kann., während die H₁₁-Welle auch im engeren Rundhohlleiter noch
gut ausbreitungsfähig ist. Mit einer solchen Querschnittsverengung wird der H₀₁-Koaxialwellen-übergang
zu einer H₀₁-H₁₁-Wellentypenweiche erweitert. Dargestellt ist eine solche Wellentypenweiche
in der später noch erläuterten Fig. 5.
[0033] Durch eine axiale Bohrung 3 in der Kurzschlußplatte 2 der Anordnung nach Fig.2 ist
ein Innenleiter 4 geschoben, der in diesem Abschnitt zusammen mit dem äußeren Rohrleiter
1 einen koaxialen Wellenleiter bildet und der daher im folgenden Welleninnenleiter
4 genannt wird. Im Inneren dieses Welleninnenleiters 4 ist koaxial ein zentraler Leiter
5 untergebracht. Dieser zentrale Leiter 5 - im folgenden Koaxialinnenleiter 5 genannt
- ist leitend mit einem Querblech 6 verbunden, das sich als bandförmiger Innenleiter
symmetrisch nach links und rechts verzweigt. Das bandleiterartige Blech 6 verläuft
entlang waagrechter innerer Durchmesser im Welleninnenleiter 4 und ist an zwei einander
diametral gegenüberliegenden Längslinien mit der Innenwand des Welleninnenleiters
4 leitend verbunden.
[0034] Fließt nun aus der von rechts hinten kommenden Koaxialleitung ein Strom, der momentan
nach vorn gerichtet sei, so verzweigt sich dieser Strom des Koaxialinnenleiters 5
in zwei gleiche Teilströme, die auf dem Querblech 6 nach rechts bzw. nach links zur
Innenwand des Welleninnenleiters 4 weiterfließen. Jeder dieser Teilströme fließt zur
einen Hälfte entsprechend seiner Herkunft z.B. vom oberen in Fig.2 sichtbaren Halbkreis
des Innenleiters 5 auf der oberen Fläche des Querblechs 6, während die andere Hälfte
auf der unteren Blechoberfläche fließt. Zwei in Fig.2 sichtbare Längsschlitze 7 und
8 in der Wand des Welleninnenleiters 4 denke man sich vorübergehend leitend verschlossen.
Treffen dann die Ströme des Querblechs 6 auf die innere Wand des Welleninnenleiters
4, so werden die auf der oberen Seite des Blechs 6 von rechts und von links her zur
Wand fließenden Ströme nach oben umgelenkt und die Ströme auf der Unterseite des Blechs
6 nach unten. Die Ströme fließen also unmittelbar nach dem Knick in Umfangsrichtung
zu beiden Seiten des Blechs nach oben und unten auseinander, biegen dann stetig in
Längsrichtung nach hinten ab und verteilen sich schließlich quadrantenweise gleichmäßig
über den Umfang der Innenfläche des Welleninnenleiters 4.
[0035] Aus dieser Stromverteilung auf der Innenwand des Welleninnenleiters 4 ergeben sich
einige praktisch interessante Koppelmechanismen, die dadurch realisiert werden, daß
in die zu diesem Zweck dünn gehaltene Wand des Welleninnenleiters 4 an geeigneten
Stellen Koppelöffnungen zum koaxialen Wellenleiter eingebracht werden.
[0036] Fig. 2 zeigt eine Koppelanordnung mit zwei Längsschlitzen 7 und 8 in der Welleninnenleiterwand
4, und zwar verläuft der linke Schlitz 7 unmittelbar über dem stromzuführenden Querblech
6, der rechte Schlitz 8 dagegen unmittelbar darunter. Der Durchmesser, auf dem die
Koppelschlitze 7 und 8 einander diametral gegenüberliegen, hat also eine leichte Schräglage,
die aber wegen der Rotationssymmetrie des anzuregenden H₀₁-Wellentyps bedeutungslos
ist.
[0037] Wird jetzt der oben betrachtete Momentanstrom weiter verfolgt, der auf dem Querblech
6 an die Längsschlitze 7 und 8 heranfließt, so setzt sich dieser als über den Längsschlitz
7 bzw. 8 fließender Verschiebungsstrom besonders dann fort, wenn die Längsschlitze
7 und 8 im betrachteten Frequenzbereich etwa eine halbe Wellenlänge λ
olang sind und somit Resonanzschlitze darstellen. Der Resonanzschlitz 7 bzw. 8 mit
seinem Verschiebungsstrommaximum in der Mitte übernimmt dann direkt den Leitungsstrom
vom Querblech 6, das etwa halb so breit ist wie die Resonanzschlitze 7 und 8 lang
sind. Auf die im bereits zitierten Buch von Meinke/Grundlach auf Seite 311 und 312
angegebenen Möglichkeiten, Resonanzschlitze zu bauen, die wesentlich kürzer sind als
λ
o/2 wird hingewiesen. Der Verschiebungsstrom im linken Koppelschlitz 7 der Weiche nach
Fig. 2 ist z.B. für den ihn erzeugenden, oben betrachteten Momentanstrom nach oben
gerichtet und hat daher nach dem Durchflutungsgesetz an der äußeren Fläche des Welleninnenleiters
4 - also im Raum des koaxialen Wellenleiters - eine nach vorn gerichtete, magnetische
Längsfeldstärke zur Folge. Im rechten Koppelschlitz 8 ist der momentane Verschiebungsstrom
nach unten gerichtet und erzeugt somit an der Außenfläche des Welleninnenleiters 4
ebenfalls ein nach vorn gerichtetes magnetisches Längsfeld, das aus Symmetriegründen
die gleiche Amplitude hat wie beim Schlitz 7. Diese H
z-Feldkonfiguration entspricht der H₀₁-Welle im Rundhohlleiter, wie u.a. aus Fig. 1
folgt.
[0038] Die technisch wichtige Frage, wie sich der H₀₁-Wandler nach Fig. 2 gegenüber H₁₁-Wellen
verhält, hängt von der Polarisation dieser H₁₁-Welle ab. Eine in Fig. 2 horizontal
polarisierte H
11h-Welle ist schon von jedem Resonanzschlitz 7,8 für sich allein betrachtet vollständig
entkoppelt, weil bei dieser Polarisation die Wandströme auf der Außenfläche des Welleninnenleiters
4 im Bereich der Resonanzschlitze 7,8 - ebenso wie auf der Innenwand des äußersten
Leiters 1 - nur parallel zu den Schlitzen 7 und 8 verlaufen. Das liefert bei diesem
Wandler neben der später noch erläuterten Selektionswirkung durch das Querblech 6
einen hohen Beitrag zur H
11h-Entkopplung von Koaxialarm. Diese Entkopplung ist auf mehr als 50 dB zu veranschlagen.
[0039] Eine in der Anordnung nach Fig.2 vertikal polarisierte H
11vWelle regt zwar mit ihren auf dem Welleninnenleiter 4 fließenden Wandströmen, die
quer auf die Resonanzschlitze 7 und 8 treffen, den einzelnen Resonanzschlitz 7 bzw.
8 an, aber in vorteilhafter Weise gegenüber der H₀₁-Welle mit einer viel kleineren
Amplitude. Dies zeigt der H
zVergleich in Fig.1 bei gleicher Leistung dieser beiden Wellentypen Es ergibt sich
eine hohe Feldselektivität, die einen hohen H
11v-Entkopplungsanteil liefert, der mit dünner werdendem Welleninnenleiter nach Fig.1
weiter ansteigt.
[0040] Der zweite Anteil zur H
11v-Entkopplung beruht darauf, daß die H
z-Komponenten der H
11v-Welle am Ort der beiden Resonanzschlitze 7 und 8 untereinander entgegengesetzt gerichtet
sind. Die von beiden Resonanzschlitzen 7 und 8 auf das Querblech 6 übergehenden, zur
Rohrachse hin gerichteten Ströme haben dann nach dem Durchflutungsgesetz stets untereinander
gleiche Richtung und bei symmetrischem Aufbau auch gleiche Amplitude. Daher gleichen
sich diese Radialströme auf dem Querblech 6 gegenseitig stets aus, und es bleibt kein
Differenzstrom, der auf dem Koaxialinnenleiter 5 nach hinten abfließen könnte, d.h.
die Grundwelle der Koaxialleitung ist von der H
11v-Welle vollständig entkoppelt.
[0041] Zum gleichen Ergebnis führt die folgende Betrachtung der elektrischen Feldstärken:
Die von der H
11v-Welle in den beiden Resonanzschlitzen 7 und 8 hervorgerufenen Verschiebungsströme
haben, wie vorstehend erläutert wurde, nach dem Durchflutungsgesetz stets untereinander
gleiche räumliche Richtung. Dies gilt mit einer für beide Koppelorgane gleichen Zeitphase
auch für die entsprechenden elektrischen Feldstärken, die sich zwischen dem Querblech
6 und der Innenwand des Welleninnenleiters 4 in Richtung zur Achse ausbreiten. Wichtig
ist, daß von diesen elektrischen Feldstärken gleicher räumlicher Richtung die eine
von links kommende auf der oberen Fläche des Querbleches 6 herrscht und die andere,
von rechts kommende, auf der unteren Seite des Querbleches 6. Da ferner die elektrischen
Felder der auf dem Querblech 6 laufenden Grundwelle in ein und demselben Querschnitt
über und unter dem Querblech 6 stets einander entgegengesetzte Richtung haben, sind
die von beiden Resonanzschlitzen 7 und 8 ausgehenden Teilwellen der H
11v-Welle untereinander gegenphasig. Ihre elektrischen Feldstärken treffen daher in der
Mitte sowohl auf der Ober- wie auch auf der Unterseite des Querbleches 6 stets gegeneinander
gerichtet zusammen. Die elektrischen Felder beider Teilwellen löschen sich also in
der durch die Achse verlaufenden, senkrechten Längsschnittebene stets aus. Es herrscht
hier eine Nullstelle der resultierenden elektrischen Feldstärke, d.h. es entsteht
eine räumlich stationäre Kurzschlußebene, so daß in der hier angeschlossenen Koaxialleitung
die koaxiale Grundwelle nicht angeregt werden kann.
[0042] Das Querblech 6 ist ein Musterbeispiel eines sehr einfachen, gleichwohl aber sehr
wirkamen, inneren Selektionsnetzwerkes. Es bewirkt im Zusammenspiel mit den Resonanzschlitzen
7 und 8 bei der H₀₁-Welle, daß ihre H
z-Komponenten, die im Bereich beider Resonanzschlitze 7 und 8 untereinander gleiche
Richtung haben, auf dem Querblech 6 untereinander entgegengesetzt gerichtete Radialströme
erzeugen. Damit erzwingt der maximale Differenzstrom - das ist die skalare Summe dieser
beiden Radialströme - eine optimale Anregung der Koaxialleitungswelle. Demgegenüber
erzeugen die an den Resonanzschlitzen 7 und 8 untereinander entgegengesetzt gerichteten
H
z-Komponenten der H
11v-Welle auf dem Querblech stets Radialströme gleicher Richtung, die sich ohne koaxialen
Differenzstrom gegenseitig auf dem Querblech 6 ausgleichen.
[0043] Der auf dem Querblech 6 fließende Ausgleichsstrom führt zur Anregung eines H₁₁-Feldes
im Inneren des Welleninnenleiters 4, d.h. zu einem verkleinerten Abbild der erzeugenden
H
11v-Welle im äußeren, koaxialen Wellenleiter 1. Da der äußere Wellenleiter 1 mit seiner
H₀₁- bzw. H₁₁-Grenzfrequenz den Betriebsfrequenzbereich bestimmt, liefert der wesentlich
dünnere Welleninnenleiter 4 für das in ihm erzeugte H₁₁-Feld eine kräftige aperiodische
Dämpfung. Neben diesem physikalischen Grund für die hohe Entkopplung der H₁₁-Welle
von der Grundwelle der Koaxialleitung ist darauf hinzuweisen, daß die sich in der
Koaxialleitung 4,5 noch ausbreitenden H₁₁-Feldreste ihrerseits total von der koaxialen
Grundwelle entkoppelt sind.
[0044] Der auf dem Querblech 6 von der H
11v-Welle hervorgerufene Ausgleichsstrom übt auf diese Welle im zentralen durchlaufenden
koaxialen Wellenleiter 1,4 eine gewisse Reaktanzwirkung aus. Diese Rückwirkung ist
nach Fig.1 wegen der gegenüber der H₀₁-Welle relativ kleinen koppelnden H
zFeldstärken nicht stark, und sie wird umso schwächer, je kleiner der Durchmesser des
Welleninnenleiters 4 wird. Da die Reflexion der H₁₁-Durchgangswege dieser Wellentypenweichen
sehr klein sein soll, wird diese Rückwirkung im folgenden noch näher betrachtet.
[0045] Die physikalische Ursache dieser Reaktanzwirkung ist darin zu sehen, daß die Wandströme
der H
11v-Welle auf dem Welleninnenleiter 4 in der Regel nicht ungestört über die Resonanzschlitze
7 und 8 fließen können, sondern dort eine gewisse Reaktanz zu überwinden haben. Diese
Reaktanz wird dargestellt von der Parallelschaltung des reinen Resonanzschlitzes 7
bzw. 8 und des im Welleninnenleiter 4 daran angeschlossenen, inhomogenen Leitungsystems,
bestehend aus der rechten bzw. linken Hälfte dem Querbleches 6 in Fig.2 und aus der
Innenfläche des rechten bzw. linken Halbzylinders an der Innenwand des Welleninnenleiters
4.
[0046] Die beiden untereinander gleichen Resonanzschlitze 7 und 8 verhalten sich in der
Umgebung iher Resonanz jeweils wie ein stark bedämpfter Parallelresonanzkreis. Sie
sind also hochohmig, so daß die auf den Resonanzschlitz 7 bzw. 8 treffenden Wandströme
hier angenähert nur die Reaktanz am Eingang des obigen inneren Leitungssystems im
Welleninnenleiter 4 vorfinden. Dieses innere Leitungssystem wird gebildet aus der
Innenfläche des rechten Halbzylinders des Welleninnenleiters 4 als "Außenleiter" und
der jeweiligen Hälfte des Querbleches 6 als "Innenleiter". Dieses Leitungssystem ist
am Ende kurzgeschlossen, und zwar in der Anordnung von Fig. 2 in der durch die Achse
verlaufenden, senkrechten Längsschnittebene. Dies ist darin begründet, daß in dieser
Ebene die Spannungslosigkeit - verifiziert durch die Entkopplung der koaxialen Ausgangsleitung
- dadurch erzwungen wird, daß die von den beiden Resonanzschlitzen 7 und 8 stammenden,
untereinander gleich starken Teilwellen der H
11v-Wellen in der Mitte des Querbleches 6 - wie bereits erläutert - gegenphasig aufeinandertreffen.
[0047] Die H
11v-Wandströme auf dem Welleninnenleiter 4 werden dann nicht gestört, wenn der in der
Mittelebene herrschende Kurzschluß über das innere Leitungsystem an den Ort der Resonanzschlitze
7 und 8 transformiert wird. Dies wird bei Betriebsfrequenzen ereicht, bei denen die
halbe Länge 1
rdes Querbleches 6 entweder klein ist gegen die Wellenlänge - etwa l
r ≦ωτ¨ λ ο/10 - , oder bei l
r≈n. λ ο / 2. Es ist allerdings darauf hinzuweisen, daß mit zunehmender Ordnungszahl
n die räumliche Lage der Wiederkehrorte dieses Kurzschlusses bei Frequenzänderung
immer stärker variiert. Es ergeben sich räumlich nicht stationäre Wiederkehrpunkte
des stationären Kurzschlusses in der Mittelebene.
[0048] Hingegen tritt das erste H
11v-Reflexionsmaximum mit steigender Frequenz dann auf, wenn die Leitungslänge l
r = 0,25 λ
or wird; denn bei dieser Frequenz und in ihrer Umgebung ist das innere Leitungsystem
am Ort der Resonanzschlitze 7 und 8 hochohmig. Gemildert wird dieser Einfluß auf die
Wandströme der H
11v-Welle dadurch, daß wegen der Schlitzlänge l
s> 2 l
r die Schlitzresonanz weit unter dem H
11v-Reflexionsmaximum liegt, und daher der Schlitz 7 bzw. 8 hier nicht mehr hochohmig
ist.
[0049] Es ist mit der Anordnung nach Fig.2 wegen des prinzipiell dünnen Welleninnenleiters
4 erstmals möglich, das erste H
11v-Reflexionsmaximum mit l
r = 0,25 λ
or so weit über den Betriebsfrequenzbereich zu schieben, daß es nicht mehr stört. Ein
derart kurzes inneres Selektionsnetzwerk ist den bisherigen, äußeren Selektionsnetzwerken
mit ihren viel längeren Kombinationsleitungssystemen hinsichtlich Breitbandigkeit
und vor allem wegen der Einfachheit der Anordnung wesentlich überlegen.
[0050] Der H₀₁-Koaxialwellenwandler nach Fig.2 läßt sich in folgender Weise zu einer H₀₁
- H₁₁ -Peilwellenweiche erweitern, wie sie in Fig.5 in einer Schrägansicht dargestellt
ist.Die Kurzschlußplatte 2 im Hintergrund der Anordnung nach Fig.2 wird in der Anordnung
nach Fig.5 durch einen sprunghaften, stetigen oder gestuften Übergang 16 auf einen
Hohlleiter 17 oder Wellenleiter solcher Art ersetzt, daß sich in diesem weiterführenden
Wellenleiter 17 nur noch ein aperiodisch abklingendes H₀₁-Feld ausbreiten kann, während
sich H₁₁-Wellen hier genügend weit über ihrer Grenzfrequenz, und daher aperiodisch
ungedämpft ausbreiten können. Solche Übergänge werden nach bekannten Prinzipien dimensioniert.
Der Welleninnenleiter 4 wird entweder nach hinten so weit verlängert, bis es an einem
geeigneten Abschluß, z.B. an einer Polarisationsweiche mit freiem Zentrum, möglich
ist, die Koaxialleitung mit der umgewandelten H₀₁-Welle aus dem Wellenleiter herauszuführen.
Falls dies wegen zwischengeschalteter und das Durchziehen eines Welleninnenleiters
4 sehr erschwerender Elemente wie z.B. Krümmer nicht möglich ist, wird der Welleninnenleiter
4 möglichst kurz gehalten und mit radial oder schräg zum äußeren Leiter 1 verlaufenden
Streben in seiner zentralen Lage gehalten. Diese Haltestreben, die sich auch dazu
eignen, die innere Koaxialleitung herauszuführen, können nach den in der DE-OS 28
02 132 aufgestellten Grundsätzen dimensioniert werden.
[0051] Wie bereits erwähnt wurde, ist die so entstandene H₀₁-H₁₁-Weiche bezüglich beliebig
polarisierter H₁₁-Wellen noch nicht exakt rotationssymmetrisch, wenngleich der Grad
der Unsymmetrie, der sich auf Unterschiede in der Reflexion (siehe H
11v- bzw. H
11h-Verhalten) und in der elektrischen Länge der Weichendurchgangswege für orthogonale
H₁₁-Wellen bezieht, wegen der relativ sehr geringen Kopplung der H₁₁-Wellen (Fig.1)
nicht hoch ist. Wie erläutert, wird diese Unsymmetrie bei der H₀₁-H₁₁-Weiche mit zwei
Resonanzschlitzen 7 und 8 nach Fig. 2 um so kleiner, je dünner der Welleninnenleiter
4 im Vergleich zum Außenleiter 1 der koaxialen Wellenleitung gemacht wird.
[0052] Absolute Rotationssymmetrie, wie sie z.B. im Betrieb mit zirkularer Doppelpolarisation
notwendig ist, wird mit der in einer Schrägansicht in Fig. 3 skizzierten H₀₁-H₁₁-Weiche
erreicht, und zwar auch bei relativ großen Durchmessern des Welleninnenleiters 4.
Die Weiche in Fig.3 arbeitet nach dem gleichen Prinzip der feldselektiven H
z-Kopplung wie die Weiche in Fig.2. Zusätzlich zum horizontalen, in diesem Fall aus
zwei Hälften 6'und 6" bestehendes Querblech 6 dieser Weiche mit zwei Resonanzschlitzen
7 und 8 wird bei der Anordnung nach Fig.3 ein vertikales ebenfalls aus zwei Hälften
9'und 9" bestehendes Querblech 9 eingeführt, das in gleicher Weise mit dem Innenleiter
5 der nach hinten verlaufenden Koaxialleitung kontaktiert ist wie das horizontale
Querblech 6. Das neu hinzugefügte, vertikale Querblech 9 speist zwei weitere Resonanzschlitze
10 und 11 in der Wand des Welleninnenleiters 4. Der obere Resonanzschlitz 10 ist nach
Fig.3 unmittelbar rechts neben dem Querblechabschnitt 9' und der untere Schlitz 11
links vom Querblechabschnitt 9" angebracht. Die vier Resonanzschlitze 7,8,10 und 11
in Fig.3 liegen also von der Rohrachse aus betrachtet durchweg auf der gleichen Seite
ihres jeweiligen Quer blechabschnittes. Ein Strom, der auf dem zentralen koaxialen
Innenleiter 5 von hinten kommt, wird wegen der Symmetrie der Anordnung in vier untereinander
gleich starke und gleichphasige Teilströme auf den vier, radial nach außen laufenden
Querblechabschnitten 6', 6", 9'und 9" aufgeteilt. Diese Ströme speisen die Resonanzschlitze
7,8,10 und 11 und erzeugen dort Verschiebungsströme, die stets zyklisch liegen und
die auf der Außenfläche des Welleninnenleiters 4 vor den vier Resonanzschlitzen 7,8,10
und 11 im koaxialen Wellenleiter 1,4 jeweils H
z-Komponenten von untereinander stets gleicher Stärke und Richtung anregen. Diese Feldkonfiguration
entspricht wiederum derjenigen der H₀₁-Welle des runden, koaxialen Wellenleiters.
[0053] Die Weiche nach Fig.3 verhält sich aus Gründen der Symmetrie gegenüber horizontal
polarisierten H
11h-Wellen exakt ebenso wie gegenüber vertikal polarisierten H
11v-Wellen, nämlich so, wie es bei der Weiche nach Fig.2 für H
11v-Wellen beschrieben ist. Die Anordnung nach Fig.3 stellt somit im Hinblick auf Reflexion
und elektrische Länge für beliebig polarisierte H₁₁-Wellen eine vollständig rotationssymmetrische
H₀₁- H₁₁ -Weiche dar. Damit ist bei einer entsprechend der Fig.3 ausgebildeten Weiche
jegliche Depolarisation linear oder zirkular polarisierter H₁₁-Wellen ausgeschlossen.
Dies gilt auch dann, wenn der Durchmesser des Welleninnenleiters 4 relativ groß ist,
d.h. wenn eine größere Anzahl von Verschiebungsstromlinien auf den Welleninnenleiter
4 treffen und als Folge davon eine nennenswerte Verkopplung einzelner der Resonanzschlitze
7,8,10 oder 11 mit den H₁₁-Wellen auftritt. Da relativ große Durchmesser des Welleninnenleiters
4 aus Gründen der Herstellbarkeit bei höheren Betriebsfrequenzen, z.B. über 10 GHz,
in Betracht zu ziehen sind, eignet sich die Weichenanordnung nach Fig.3 vor allem
für höhere Frequenzen und bei sehr hohen Entkopplungsforderungen zwischen dualen Zirkularpolarisationen.
[0054] Neben der vollständigen Rotationssymmetrie hat die Weiche nach Fig.3 die folgende
weitere neue Eigenschaft. Die gekreuzten Querbleche 6 und 9 dieser Weiche wirken nicht
nur für H₁₁-Wellen jeglicher Polarisation als inneres Selektionsnetzwerk, sondern
auch gegenüber der H₂₁-Welle. Auf der Außenfläche des Welleninnenleiters 4 hat die
H₂₁-Welle an diametral gegenüberliegenden Stellen H
z-Komponenten von untereinander gleicher Stärke und Richtung. Diese H
z-Komponenten, die nach Fig.1 im Vergleich zu denen der H₀₁-Welle sehr klein sind,
wären für sich allein betrachtet in der Lage, über die beiden Resonanzschlitze 7,8
des einen, z.B. horizontalen Querbleches 6 einen kleinen Differenzstrom in der Koaxialleitung
zu erzeugen. Gleiches gilt für den Koppler nach Fig.2, dessen H₂₁-Selektivität "nur"
auf der z.B. aus Fig.1 entnehmbaren feldselektiven Wirkung beruht, die mit kleiner
werdendem Durchmesser des Welleninnenleiters 4 ansteigt.
[0055] Bei der Weiche nach Fig.3 hingegen erzeugt die H₂₁-Welle mit ihrem zweiten H
z-Komponentenpaar vor den beiden Resonanzschlitzen 10 und 11 des anderen z.B. vertikalen
Querbleches 9 einen ebenso kleinen Differenzstrom wie die beiden zuerst betrachteten
H
z-Komponenten. Da das erste und das zweite H
z-Komponentenpaar bei der H₂₁-Welle untereinander gleiche Amplitude, aber stets entgegengesetzte
Richtung haben, wie sich bei jeglicher H₂₁-Polarisation aus dem H₂₁-Feldbild des koaxialen
Wellenleiters ergibt, gilt dies auch für die entsprechenden Differenzströme. Diese
Differenzströme, die ja in ein und derselben Koaxialleitung fließen, löschen sich
somit stets gegenseitig aus.
[0056] Die H₂₁-Welle ist also bei der Weiche nach Fig.3 nicht nur mit ihrer bloßen Feldselektivität,
je nach dem Durchmesser des Welleninnenleiters 4, von der Koaxialleitung entkoppelt,
sondern zusätzlich noch mit der Netzwerkselektivität, die den gekreuzten Querblechen
6 und 9 gegenüber der H₂₁-Welle zukommt. Diese Netzwerkselektivität ist bei voller
Symmetrie der Anordnung breitbandig beliebig hoch.
[0057] Bei der Anordnung nach Fig.3 kann mit folgender einfachen Änderung ein grundsätzlicher
Funktionswandel, und zwar zum H₂₁-Koaxialwellenwandler, herbeigeführt werden. Beide
Resonanzschlitze ein und desselben, an sich beliebigen Querbleches 6 oder 9 werden
gegenüber der in Fig.3 gezeigten Lage auf der jeweils anderen Seite dieses Querbleches
9 bzw. 6 angebracht. Ein Primärstrom aus der Koaxialleitung erzeugt dann im koaxialen
Wellenleiter 4,1 vor den Resonanzschlitzen 7,8,10 und 11 H
z-Komponenten, die in zyklischer Reihenfolge alternierende Richtungen haben. Diese
H
z-Konfiguration paßt nun zur H₂₁-Welle, die angeregt wird. Dagegen ist diese alternierende
H
z-Komponentenfolge konträr zur H₀₁-Welle und auch zu H₁₁-Wellen jeglicher Polarisation.
Dieses abgewandelte innere Selektionsnetzwerk koppelt also nun die H₂₁-Welle mit der
Koaxialleitung 5,4 und entkoppelt diese von der H₀₁-Welle und von allen H₁₁-Wellen.
Die Netzwerkselektivität wird hier allerdings von einem negativen Beitrag durch "Feldselektivität"
reduziert, da eine im koaxialen Wellenleiter laufende H₀₁-Welle nach Fig.1 die einzelnen
Resonanzschlitze 7,8,10 und 11 nach wie vor viel stärker anregt als die H₂₁-Welle.
[0058] Zur Vervollständigung dieser Betrachtung wird darauf hingewiesen, daß in Fig.4 in
einer perspektivischen Ansicht die Grundform der vorher beschriebenen H₀₁-Koaxial-Wellenweiche
dargestellt ist. Diese Bauweise hat in einem Welleninnenleiter 12 nur einen einzigen
Resonanzschlitz 13, der von einem "halben", d.h. nur über einen halben Durchmesser
reichenden Querblech 14 aus der Koaxialleitung 5, 12 mit dem zentralen Innenleiter
15 gespeist wird. Diese Anordnung arbeitet rein feldselektiv, ohne jedes innere Selektionsnetzwerk.
Gleichwohl ist von dieser Anordnung unter Berücksichtigung der relativen H
z-Amplituden in Fig.1 eine umso höhere Entkopplung der H₂₁- Welle und aller H₁₁-Wellen
von der Koaxialleitung zu erwarten, je dünner der Welleninnenleiter 12 ist, wobei
insbesondere die H₁₁-Reflexion sehr klein wird. Dieser einfache Innenschlitzkoppler
ist insbesondere für tiefere Frequenzen, etwa unter 2 GHz, geeignet.
[0059] In den drei in den Fig.3 bis 5 dargestellten Ausführungsbeispielen ist der Rohrleiter
1 nicht wie beim Beispiel nach Fig.2 durch eine metallische Kurzschlußplatte abgeschlossen,
sondern er geht mittels eines kegelförmigen Übergangsstückes 16 auf einen engeren
Rundhohlleiter 17 über. In diesem engeren Rundhohlleiter 17 kann sich z.B. das H₀₁-Feld
nur noch aperiodisch gedämpft ausbreiten, wogegen die H₁₁-Welle dort noch gut ausbreitungsfähig
ist.
1. Wellentypenweiche für einen Rundhohlleiter (1), in dem zur Auskopplung des H₀₁-Wellentyps
und zur Umwandlung der H₀₁-Welle in eine koaxiale Grundwelle in einem Abschnitt eine
Koaxialleitung angebracht ist, deren Innenleiter (5) auf der zentralen Längsachse
des Rundhohlleiters (1) verläuft und deren Außenleiterwandung (4) zumindest einen
axial verlaufenden Resonanzschlitz (7, 8, 10, 11) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
daß an einer Längsseite jedes Resonanzschlitzes (7, 8, 10, 11) innen an der Außenleiterwandung
jeweils ein leitendes Blech (6', 6", 9', 9") befestigt ist, das mit seiner gegenüberliegenden
Seite mit dem Innenleiter (5) der Koaxialleitung verbunden ist.
2. Wellentypenweiche nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Außenleiterwandung (4) mehrere axial verlaufende Resonanzschlitze (7, 8, 10,
11) aufweist, die gleichmäßig verteilt rund um den Umfang der Außenleiterwandung der
Koaxialleitung angeordnet sind.
3. Wellentypenweiche nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Außenleiterwandung (4) der Koaxialleitung zwei axial verlaufende Resonanzschlitze
(7, 8) aufweist, die zueinander um 180° versetzt am Umfang der Außenleiterwandung
der Koaxialleitung angeordnet sind.
4. Wellentypenweiche nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Außenleiterwandung (4) der Koaxialleitung vier axial verlaufende Resonanzschlitze
(7, 8, 10, 11) aufweist, die zueinander um 90° versetzt rund um den Umfang der Außenleiterwandung
der Koaxialleitung angeordnet sind.
5. Wellentypenweiche nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei Vorhandensein mehrerer Resonanzschlitze (7, 8, 10, 11) in der Außenleiterwandlung
(4) der Koaxialleitung die leitenden Bleche (6', 6", 9', 9") entlang des Innenumfangs
der Koaxialleitungsaußenleiterwandung (4) stets an der gleichen Längsseite von jedem
der Schlitze (7, 8, 10, 11) angebracht sind.
6. Wellentypenweiche nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Bleche (6, 9) eine Längsausdehnung von etwa der Hälfte der Längsausdehnung
eines Resonanzschlitzes (7, 8) aufweisen.
7. Wellentypenweiche nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Resonanzschlitze (7, 8) eine Längsausdehnung von etwa einer halben Betriebswellenlänge
aufweisen.
8. Wellentypenweiche nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Resonanzschlitze (7, 8) und die leitenden Bleche (6, 9) in geringer Entfernung
vor einem solchen Rundhohlleiterbereich (2) angeordnet sind, in dem sich der Querschnitt
des Rundhohlleiters (1) kegelförmig oder sprunghaft verengt, derart daß der mittels
der Koppelelemente ausgekoppelte Wellentyp nicht mehr als Wellen ausbreitungsfähig
ist.
9. Wellentypenweiche nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Durchmesser d der Außenleiterwandung (4) der Koaxialleitung im Vergleich zum
Innendurchmnesser D des Rundhohlleiters (1) klein ist, z.B. D/d ≈5.
10. Wellentypenweiche nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Koaxialleitung mittels mehrerer, innen an der Rundhohlleiterwandung angreifender
Streben zentral im Rundhohlleiter (1) gehalten ist.
11. Wellentypenweiche nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine der Streben so ausgebildet ist, daß in ihr jeweils der auszukoppelnde und
umgewandelte H₀₁-Wellentyp aus dem Hohlleiter (1) herausführbar ist.
12. Wellentypenweiche nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
gekennzeichnet durch
eine Kombination mit einer Polarisationsweiche derart, daß die Koaxialleiteraußenwandung
(4) an ihrem einen Ende mit der ein freies Zentrum aufweisenden Polarisationsweiche
verbunden ist, und die Koaxialleitung mit der umgewandelten H₀₁-Welle durch das freie
Zentrum herausgeführt ist.
1. Mode filter for a circular waveguide (1), in one section of which a coaxial line is
provided for extracting the H₀₁ wave mode and for converting the H₀₁ wave into a coaxial
fundamental wave, the inner conductor (5) of which coaxial line extends on the central
longitudinal axis of the circular waveguide (1), and the outer conductor wall (4)
of which has at least one axially extending resonance slot (7, 8, 1O, 11), characterized
in that a conductive sheet (6', 6", 9', 9") is fastened in each case to the outer
conductor wall on the inside on one longitudinal side of each resonance slot (7, 8,
10, 11), which sheet is connected at its opposite side to the inner conductor (5)
of the coaxial line.
2. Mode filter according to Claim 1, characterized in that the outer conductor wall (4)
has a plurality of axially extending resonance slots (7, 8, 10, 11) which are arranged
distributed evenly around the circumference of the outer conductor wall of the coaxial
line.
3. Mode filter according to Claim 2, characterized in that the outer conductor wall (4)
of the coaxial line has two axially extending resonance slots (7, 8) which are arranged
offset to each other by 180° on the circumference of the outer conductor wall of the
coaxial line.
4. Mode filter according to Claim 2, characterized in that the outer conductor wall (4)
of the coaxial line has four axially extending resonance slots (7, 8, 10, 11) which
are arranged offset to each other by 90° around the circumference of the outer conductor
wall of the coaxial line.
5. Mode filter according to one of the preceding claims, characterized in that, given
the presence of a plurality of resonance slots (7, 8, 10, 11) in the outer conductor
wall (4) of the coaxial line, the conductive sheets (6', 6", 9', 9") along the inner
circumference of the coaxial line outer conductor wall (4) are always fastened to
the same longitudinal side of each of the slots (7, 8, 10, 11).
6. Mode filter according to one of the preceding claims, characterized in that the sheets
(6, 9) have approximately half the longitudinal extent of the longitudinal extent
of a resonance slot (7, 8).
7. Mode filter according to one of the preceding claims, characterized in that the resonance
slots (7, 8) have a longitudinal extent of approximately half an operating wavelength.
8. Mode filter according to one of the preceding claims, characterized in that the resonance
slots (7, 8) and the conductive sheets (6, 9) are arranged at a close distance from
such a circular waveguide region (2) in which the cross-section of the circular waveguide
(1) constricts in the fashion of a cone or suddenly, in such a way that the wave mode
extracted by means of the coupling elements is no longer capable of being propagated
as waves.
9. Mode filter according to one of the preceding claims, characterized in that the diameter
d of the outer conductor wall (4) of the coaxial line is small, for example D/d ≈
5, in comparison with the interior diameter D of the circular waveguide (1).
10. Mode filter according to one of the preceding claims, characterized in that the coaxial
line is held centrally in the circular waveguide (1) by means of a plurality of struts
engaging on the inside of the circular waveguide wall.
11. Mode filter according to Claim 10, characterized in that one of the struts is designed
in such a way that the respective H₀₁ wave mode which is to be extracted and has been
converted can be led out of the waveguide (1) in said strut.
12. Mode filter according to one of Claims 1 to 9, characterized by a combination with
a polarizing filter in such a way that the coaxial conductor outer wall (4) is connected
at one of its ends to the polarizing filter having a free centre, and the coaxial
line with the converted H₀₁ wave is led out through the free centre.
1. Filtre de mode pour un guide d'ondes circulaire (1), dans une section duquel, pour
le découplage du type d'onde H₀₁ et pour la conversion de l'onde H₀₁ en une onde de
base coaxiale, est disposé un câble coaxial dont le conducteur intérieur (5) est disposé
suivant l'axe longitudinal central du guide d'ondes circulaire (1) et dont la paroi
formant conducteur extérieur (4) possède au moins une fente résonnante axiale (7,8,10,11),
caractérisé par le fait que sur un côté longitudinal de chaque fente résonnante (7,8,10,11)
et intérieurement sur la paroi formant conducteur extérieur est fixée respectivement
une tôle conductrice (6',6",9',9"), qui est reliée par son côté opposé au conducteur
intérieur (5) du câble coaxial.
2. Filtre de mode suivant la revendication 1, caractérisé par le fait que la paroi formant
conducteur extérieur (4) comporte plusieurs fentes résonnantes axiales (7,8,10,11),
qui sont réparties de façon uniforme sur le pourtour de la paroi formant conducteur
extérieur du câble coaxial.
3. Filtre de mode suivant la revendication 2, caractérisé par le fait que la paroi formant
conducteur extérieur (4) du câble coaxial possède deux fentes résonnantes axiales
(7,8), qui sont disposées en étant décalées de 180° sur le pourtour de la paroi formant
conducteur extérieur du câble coaxial.
4. Filtre de mode suivant la revendication 2, caractérisé par le fait que la paroi formant
conducteur extérieur (4) du câble coaxial comporte quatre fentes résonnantes axiales
(7,8,10,11), qui sont réparties, en étant décalées réciproquement de 90°, sur le pourtour
de la paroi formant conducteur extérieur du câble coaxial.
5. Filtre de mode suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé par le fait
que dans le cas de la présence de plusieurs fentes résonnantes (7,8,10,11) dans la
paroi formant conducteur extérieur (4) du câble coaxial, les tôles conductrices (6',6",9',9")
sont toujours disposées sur le même côté longitudinal de chacune des fentes (7,8,10,11),
le long du pourtour intérieur de la paroi formant conducteur extérieur (4) du câble
coaxial.
6. Filtre de mode suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé par le fait
que les tôles (6,9) possèdent une étendue longitudinale égale approximativement â
la moitié de l'étendue longitudinale d'une fente résonnante (7,8).
7. Filtre de mode suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé par le fait
que les fentes résonnantes (7,8) possèdent une étendue longitudinale égale approximativement
à la moitié d'une longueur d'onde de service.
8. Filtre de mode suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé par le fait
que les fentes résonnantes (7,8) et les tôles conductrices (6,9) sont disposées à
une faible distance d'une zone (2) du guide d'ondes circulaire, dans laquelle la section
transversale de ce guide d'ondes circulaire (1) se rétrécit avec une forme conique
ou de façon étagée de telle sorte que le type d'onde découplé au moyen des éléments
de couplage n'est plus apte à se propager sous la forme d'ondes.
9. Filtre de mode suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé par le fait
que le diamètre d de la paroi formant conducteur extérieur (4) du câble coaxial est
faible par rapport au diamètre intérieur D du guide d'ondes circulaire (1), et que
l'on a par exemple D/d ≈ 5.
10. Filtre de mode suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé par le fait
que le câble coaxial est maintenu en position centrée dans le guide d'ondes circulaire
(1) à l'aide de plusieurs entretoises fixées intérieurement sur la paroi du guide
d'ondes circulaire.
11. Filtre de mode suivant la revendication 10, caractérisé par le fait que l'une des
entretoises est agencée de telle sorte que, dans cette entretoise, respectivement
le type d'onde H₀₁ devant être découplé et converti peut être ressorti du guide d'ondes
(1).
12. Filtre de mode suivant l'une des revendications 1 à 9, caractérisé par une combinaison
à un aiguillage de polarisation de telle sorte que la paroi extérieure (4) du câble
coaxial est raccordée, par l'une de ses extrémités, au filtre de polarisation, qui
possède un centre libre, et le câble coaxial ressort au niveau du centre libre, avec
l'onde H₀₁ convertie.