(19)
(11) EP 0 247 390 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
06.03.1991  Patentblatt  1991/10

(21) Anmeldenummer: 87106409.3

(22) Anmeldetag:  04.05.1987
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5H04R 25/02

(54)

In-dem Ohr-Hörgerät

In-the-ear hearing aid

Prothèse auditive à porter dans l'oreille


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT CH DE FR GB IT LI NL

(30) Priorität: 16.05.1986 DE 3616558
16.05.1986 DE 3616557

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
02.12.1987  Patentblatt  1987/49

(73) Patentinhaber: Siemens Audiologische Technik GmbH
91058 Erlangen (DE)

(72) Erfinder:
  • Härtl, Christof
    D-8524 Neunkirchen (DE)

(74) Vertreter: Fuchs, Franz-Josef, Dr.-Ing. et al
Postfach 22 13 17
80503 München
80503 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
DE-A- 1 487 272
US-A- 3 448 224
US-A- 4 548 082
GB-A- 1 117 245
US-A- 4 532 649
   
  • JOURNAL OF ACOUSTICAL SOCIETY OF AMERICA, Band 58, Nr. 1, Juli 1975, Seiten 214-222, Acoustical Society of America, New York, US; M.D. BURKHARD et al.: "Anthropometric manikin for acoustic research"
  • MITTEILUNG AUS DEM INSTITUT FÜR ELEKTRO- UND BAUAKUSTIK DER TECHNISCHEN UNIVERSITÄT DRESDEN, 27. November 1961, Seiten 39-48, Dresden, DD; W. SCHIRMER: "Die Richtcharakteristik des Ohres"
   
Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


Beschreibung


[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein in den Gehörgang ein­setzbares In-dem-Ohr-Hörgerät.

[0002] Aufgabe vorliegender Erfindung ist es, ein Hörgerät die­ser Art aufzubauen, dessen Form der Form eines normalen durchschnittlichen Gehörganges weitgehend entspricht.

[0003] Die Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst.

[0004] Eine bevorzugte Weiterbildung ergibt sich aus dem Patent­anspruch 2.

[0005] Die Form ist optimal, wenn die Winkel entsprechend den Merkmalen der Patentansprüche 4 bzw. 6 vorgegeben werden.

[0006] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungs­beispiels.

[0007] Es zeigen :

Figur 1 ein erfindungsgemäßes In-dem-Ohr-Hörgerät mit Otoplastik in Modulbauweise,

Figur 2 die Draufsicht auf einen Cerumen-Deckel gemäß der Figur 1,

Figur 3 einen Schnitt III-III durch das Gehäuse des Hör­gerätmoduls der Figur 1,

Figur 4 einen Schnitt IV-IV durch das Gehäuse des Hör­gerätmoduls der Figur 1 und

Figur 5 eine Seitenansicht der gewölbten Stirnplatte des Hörgerätmoduls der Figur 1.



[0008] Die Figur 1 zeigt ein In-dem-Ohr-Hörgerätmodul 1 mit ei­nem Gehäuse 2, das am proximalen Ende einen Stutzen 3 mit Außengewinde 4 umfaßt. Der Durchmesser des Stutzens 3 beträgt d. Das Hörgerätmodul 1 umfaßt an einer gewölb­ten Stirnplatte 5 (Faceplate) einen Einstellknopf 6 für einen Lautstärkeregler, der auch gleichzeitig Ein- und Ausschalter für das Gerät sein kann, ein weiteres Stell­glied 7, eine Lade 8 für eine Batterie und eine Öffnung 9 für die Schallzuführung.

[0009] Das Hörgerätmodul 1 ist in das hohle Innere 10 einer Otoplastik 11 einsetzbar, derart, daß der Stutzen 3 durch eine erste Öffnung 12 hindurch in eine zweite Öffnung 13 der Otoplastik 11 ragt. Die Otoplastik 11 um­faßt dabei eine Überschale 14 aus transparentem Mate­rial, z.B. einem Polymethylmethacrylat, wie Acryl PMMA, auf der das eigentliche Otoplastik-Material 15, das ebenfalls aus transparentem Material besteht, z.B. eben­falls einem Polymethylmethacrylat, wie Acryl PMMA, sitzt. Der Durchmesser der ersten Öffnung 12 beträgt ebenfalls d oder ist allenfalls geringfügig größer, so daß der Stutzen dicht in der ersten Öffnung 12 sitzt. Der Durchmesser der zweiten öffnung 13 beträgt D.

[0010] Auf den in die zweite Öffnung 13 ragenden Teil des Stut­zens 3 ist ein Cerumen-Deckel 16 mit dem Innengewinde 17 aufschraubbar. Der Durchmesser D1 des Cerumen-Deckels ist etwas kleiner (vorzugsweise 0,2 mm kleiner) als der Durchmesser D der zweiten Öffnung 13. Der Cerumen-Deckel läßt sich also bequem in die Öffnung 13 hineinschrauben, so weit, bis er an der Ringkante 18 der Überschale 14 anschlägt. Das In-dem-Ohr-Hörgerätmodul 1 sitzt damit fest und akustisch dicht in der fertigen Otoplastik 11.

[0011] Der Cerumen-Deckel 16 besitzt gemäß der Figur 2 an sei­ner Stirnfläche 19 siebartige Öffnungen 20. Er dient demnach gleichzeitig zum Fixieren des Moduls und als Cerumen-Falle. Außerdem umfaßt der Cerumen-Deckel 16 auch noch zwei durchgehende Löcher 21 und 22, die bezüg­lich der Deckel-Mittelachse 23 im wesentlichen diametral gegenüberliegend angeordnet sind, in die zum Anschrauben des Deckels eine (nicht dargestellte) Schraubhilfe mit zwei Stiften eingreift.

[0012] In die Otoplastik 11 ist ein Entlüftungskanal 24 einge­arbeitet.

[0013] Die Figuren 3 und 4 zeigen die in der Figur 1 angedeute­ten Schnitte III-III und IV-IV durch ein Gehäuse 2 eines Hörgerätmoduls 1 bei abgenommener gewölbter Stirnplatte 5.

[0014] Wie aus den Figuren 3 und 4 (sowie auch aus der Figur 1) zu ersehen ist, ist das Gehäuse 2 des Hörgerätmoduls 1 birnenförmig ausgebildet. Es besitzt demnach ein dista­les wulstiges Kopfteil 25 und ein proximales dünneres Schwanzteil 26. Die ebene Stirn des Kopfteiles 25 ist mit 27 angedeutet. Die ebene Stirn 27 hat eine Normale 28.

[0015] Nahe der ebenen Stirn 27 befinden sich Rastnasen 29 zum Anstecken der in der Figur 5 separat dargestellten ge­wölbten Stirnplatte 5 an die ebene Stirn 27 des Gehäu­ses 2 des Hörgerätmoduls 1.

[0016] Am untersten Ende des proximalen dünneren Schwanztei­les 26 befindet sich der Stutzen 3 mit Schallableitungs­öffnung 30.

[0017] Die Längsachse des Schwanzteils 26 ist mit 31 angedeutet.

[0018] Aus der Figur 3 sieht man, daß der Winkel α zwischen der Normalen 28 der ebenen Stirn 27 und der Längsachse 31 des Schwanzteils 26 für die Längsschnittebene III-III α = 140° beträgt.

[0019] Aus der Figur 4 sieht man, daß der Winkel β zwischen der Normalen 28 und der Längsachse 31 in der Längs­schnittebene IV-IV bei β = 14° liegt.

[0020] Aufgrund dieser speziellen Winkelgebung ergibt sich eine Gehäuseform, die auf einen durchschnittlichen normalen Gehörgang eines Hörgeschädigten zugeschnitten ist. Die­ses Gehäuse paßt also automatisch in fast alle einiger­maßen normal ausgebildete Gehörgänge. Die individuelle Restanpassung braucht jetzt nur noch mit Hilfe einer Otoplastik 11 vorgenommen zu werden. Spezielle Anpas­sungen eines Gehäuses an den Gehörgang eines individuel­len Ohres sind jetzt nicht mehr erforderlich.

[0021] In der Figur 4 ist außerdem noch der größte Durchmesser der ebenen Stirn 27 des Gehäuses 2 mit D1 eingezeichnet. Der größte Durchmesser des dünneren Schwanzteiles 26, das im vorliegenden Fall im Querschnitt im wesentlichen rechteckig ausgebildet ist (siehe dazu auch Figur 1), ist mit D2 angedeutet.

[0022] Die beiden Durchmesser D1 und D2 sind so gewählt, daß der kleinere Durchmesser D2 weniger als die Hälfte des größeren Durchmessers D1 beträgt.

[0023] In einer tatsächlichen Ausführungsform liegt das Ver­hältnis der beiden Durchmesser D1 und D2 bei etwa D1 : D2 = 2,3 : 1.

[0024] Das proximale dünnere Schwanzteil 26 ist damit erheb­lich dünner als das distale wulstige Kopfteil 25 des Gehäuses 2 des Hörgerätmoduls 1.

[0025] Die aus Überschale 14 und Otoplastik-Material 15 geform­te Otoplastik 11 kann bei diesen Abmessungen des Gehäu­ses 2 relativ dick sein. Dies ermöglicht jedoch das un­problematische nachträgliche Einarbeiten eines beliebig geformten Entlüftungskanals 24.

[0026] Die Figur 5 zeigt die auf die ebene Stirn 27 des Gehäu­ses 2 aufsetzbare gewölbte Stirnplatte 5. Die Stirn­platte 5 umfaßt zur Befestigung in der ebenen Stirn 27 des Gehäuses 2 Rastnuten 32, in die die Rastnasen 29 des Gehäuses 1 einrasten. Die Stirnplatte wird dadurch sicher an der ebenen Stirn 27 des Gehäuses 2 gehalten.

[0027] Wie aus der Figur 5 noch zu ersehen ist, ist die Wölbung 33 der Stirnplatte 5 allseitig rund. Es sind also keine Ecken oder Kanten vorhanden, die nach dem Einsetzen des fertigen Hörgerätes in den Ohrkanal eines Hörgeschädig­ten kosmetisch störend in Erscheinung treten könnten.


Ansprüche

1. In-dem-Ohr-Hörgerät (1), mit einem birnenförmigen Ge­häuse (2), das ein distales wulstiges Kopfteil (25) mit ebener Stirn (27), auf der eine Stirnplatte (5) sitzt, und ein proximales dünneres Schwanzteil (26) umfaßt, wo­bei die Längsachse (31) des Schwanzteils (26) gegenüber der Normalen (28) der ebenen Stirn (27) des Kopfteils (25) in zwei zueinander senkrechten Längsschnittebenen (III-III bzw. IV-IV) des Gehäuses (2) abgewinkelt ist und ein Winkel (α) zwischen der Normalen (28) der ebe­nen Stirn (27) und der Längsachse (31) des Schwanzteils (26) in der einen Längsschnittebene (III-III) im Bereich 135° bis 142° liegt.
 
2. Hörgerät nach Anspruch 1, dadurch ge­kennzeichnet, daß ein Winkel (β) zwischen der Normalen (28) der ebenen Stirn (27) und der Längs­achse (31) des Schwanzteils (26) in der anderen Längs­schnittebene (IV-IV) im Bereich 12° bis 17° liegt.
 
3. Hörgerät nach Anspruch 1, dadurch ge­kennzeichnet, daß der Winkel (α) im Be­reich 140° ± 1° liegt.
 
4. Hörgerät nach Anspruch 1 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Winkel (α) 140° beträgt.
 
5. Hörgerät nach Anspruch 2, dadurch ge­kennzeichnet, daß der Winkel (β) im Be­reich 14° ± 1° liegt.
 
6. Hörgerät nach Anspruch 2 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Winkel (β) 14° beträgt.
 
7. Hörgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 6, da­durch gekennzeichnet, daß der größte Durchmesser (D2) des Schwanzteils (26) wenig­stens um die Hälfte kleiner ist als der größte Durch­messer (D1) des Kopfteils (25).
 
8. Hörgerät nach Anspruch 7, dadurch ge­kennzeichnet, daß der größte Durchmesser (D2) des Schwanzteils (26) ca. 1/4 bis 1/5 des größten Durchmessers (D1) des Kopfteils (25) beträgt.
 
9. Hörgerät nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß das dünnere Schwanz­teil (26) im Querschnitt im wesentlichen rechteckig ist.
 
10. Hörgerät nach einem der Ansprüche 7 bis 9 mit einem Kopfteil mit ebener Stirn, auf der eine Stirnplatte sitzt, dadurch gekennzeichnet, daß die Stirnplatte (5) allseitig rund gewölbt ist.
 


Claims

1. In-the-ear hearing aid (1) having a pear-shaped housing (2) which incorporates a distal bead-like head part (25) having a planar face (27) on which a face plate (5) is seated, and a proximal thinner tail part (26), whereby the longitudinal axis (31) of the tail part (26) is offset relative to the normal line (28) of the planar face (27) of the head part (25) in two mutually perpendicular longitudinal sectional planes (III-III or IV-IV) of the housing (2), and an angle (α) between the normal line (28) of the planar face (27) and the longitudinal axis (31) of the tail part (26) lies in the range of 135° to 142° in one of the longitudinal sectional planes (III-III).
 
2. A hearing aid according to claim 1, characterised in that an angle (β) between the normal line (28) of the planar face (27) and the longitudinal axis (31) of the tail part (26) lies in the range 12°-17° in the other of the longitudinal sectional planes (IV-IV).
 
3. A hearing aid according to claim 1, characterised in that the angle (α) lies in the range of 140° + 1°.
 
4. A hearing aid according to claim 1 or 3, characterised in that the angle (α) is 140°.
 
5. A hearing aid according to claim 2, characterised in that the angle (β) lies in the range of 14° + 1°.
 
6. Hearing aid according to claim 2 or 5, characterised in that the angle (β) is 14°.
 
7. Hearing aid according to one of claims 1 to 6, characterised in that the largest diameter (D2) of the tail part (26) is smaller by at least one half than the largest diameter (D1) of the head part (25).
 
8. A hearing aid according to claim 7, characterised in that the largest diameter (D2) of the tail part (26) is about 1/4 to 1/5 of the largest diameter (D1) of the head part (25).
 
9. A hearing aid according to claim 7 or 8, characterised in that the thinner tail part (26) is essentially rectangular in cross-section.
 
10. A hearing aid according to one of claims 7 to 9 having a head part with a planar face on which a face plate is seated, characterised in that the face plate (5) is arched round on all sides.
 


Revendications

1. Appareil de correction auditive (1) destiné à être placé dans l'oreille, comportant un boîtier (2) en forme de poire, qui comprend une partie de tête distale en bourrelet (25) possédant une face frontale plane (27), sur laquelle est montée une plaque frontale (5), et une partie de queue proximale plus mince (26), l'axe longitudinal (21) de la partie de queue (26) étant incliné par rapport à la normale (28) de la face frontale plane (27) de la partie de tête (25) dans deux plans de coupe longitudinaux (III-III ou IV-V), perpendiculaires entre eux, du boîtier (2) et l'angle (α) entre la normale (28) à la face frontale plane (27) et l'axe longitudinal (31) de la partie de queue (26) dans un plan de coupe longitudinal (III-III) se situe dans la plage comprise entre 135° et 142°.
 
2. Appareil de correction auditive suivant la re­vendication 1, caractérisé par le fait que l'angle (β) entre la normale (28) de la face frontale plane (27) et l'axe lon­gitudinal (31) de la partie de queue (26) dans l'autre plan de coupe longitudinal (IV-IV) se situe dans la plage comprise entre 12° et 17°.
 
3. Appareil de correction auditive suivant la re­vendication 1, caractérisé par le fait que l'angle (α) se si­tue dans la plage 140° ± 1°.
 
4. Appareil de correction auditive suivant la re­vendication 1 ou 3, caractérisé par le fait que l'angle (α) est égal à 140°.
 
5. Appareil de correction auditive suivant la re­vendication 2, caractérisé par le fait que l'angle (β) se si­tue dans la plage égale à 14° ± 1°.
 
6. Appareil de correction auditive suivant la re­vendication 2 ou 5, caractérisé par le fait que l'angle (β) est égal à 14°.
 
7. Appareil de correction auditive suivant l'une des revendications 1 à 6, caractérisé par le fait que le dia­mètre maximum (D2) de la partie de queue (26) est inférieur, au moins de la moitié, au diamètre maximum (D1) de la partie de tête (25).
 
8. Appareil de correction auditive suivant la re­vendication 7, caractérisé par le fait que le diamètre maxi­mum (D2) de la partie de queue (26) est compris entre environ 1/4 et 1/5 du diamètre maximum (D1) de la partie de tête (25).
 
9. Appareil de correction auditive suivant la re­vendication 7 ou 8, caractérisé par le fait que la partie de queue plus mince (26) possède une section transversale sensi­blement rectangulaire.
 
10. Appareil de correction auditive suivant l'une des revendications 7 à 9, comportant une partie de tête pos­sédant une face frontale plane, sur laquelle s'applique une plaque frontale, caractérisé par le fait que la plaque fron­tale (5) est cintrée de tous côtés avec une forme circulaire.
 




Zeichnung