(19)
(11) EP 0 304 677 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
06.03.1991  Patentblatt  1991/10

(21) Anmeldenummer: 88112496.0

(22) Anmeldetag:  01.08.1988
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5C14C 3/06

(54)

Verfahren zur hochauszehrenden Chromgerbung

Tanning method with high chrome exhaustion

Procédé de tannage au chrome avec épuisement de bain élevé


(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH DE ES FR GB IT LI

(30) Priorität: 12.08.1987 DE 3726796

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
01.03.1989  Patentblatt  1989/09

(73) Patentinhaber: BAYER AG
51368 Leverkusen (DE)

(72) Erfinder:
  • Wehling, Bernhard, Dr.
    D-5060 Bergisch-Gladbach (DE)
  • Makowka, Bernd, Dr.
    D-5060 Bergisch-Gladbach (DE)
  • Klein, Heinz-Günter
    Verstorben (DE)
  • Rosentreter, Helga
    D-5090 Leverkusen 1 (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
DE-B- 1 241 032
FR-A- 2 271 290
FR-A- 888 219
   
  • CHEMICAL ABSTRACTS, Band 98, Nr. 2, Januar 1983, Seiten 63,64, Zusammenfassung Nr. 5705s, Columbus, Ohio, US; & CS-A-204 395 (DUDA, JAROSLAV et al.) 30.03.1982
   
Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


Beschreibung


[0001] Bei der Verbesserung der Umweltsituation von Leder­fabriken ist heute die Verminderung des Chromgehaltes im Abwasser ein wichtiges Anliegen. Neben der Rückge­winnung von ungenutztem Chrom aus Restflotten von Gerbung und Nachgerbung etc. haben sich zur Erreichung dieses Ziels hochauszehrende Chromgerbverfahren durch­gesetzt (K. Faber, Bibliothek des Leders, Band 3, Seite 158 ff., Umschau-Verlag, Frankfurt/Main, 1. Auflage, 1985). Hierbei werden nicht wie bei Recycling-Verfahren Chromüberschüsse in der Gerbung eingesetzt, die eigent­lich nicht benötigt werden und immer im Kreis geführt werden müssen. Vielmehr wird in der Gerbung nur soviel Chrom angeboten, wie zur Einstellung des gewünschten Chromgehaltes im Leder erforderlich ist. Die Restflotten in Gerbung und Nachgerbung enthalten dementsprechend nur geringe Chrommengen.

[0002] Zur Verbesserung der Chromauszehrung wurde unter anderem vorgeschlagen, sogenannte vernetzend wirkende alipha­tische Dicarbonsäuren wie z.B. Bernsteinsäure, Adipin­säure und Glutarsäure im Pickel oder in der Chromgerbung einzusetzen (siehe z.B. das Leder 23 (1972), 174 ff.; Das Leder 28 (1977), 155 ff.; Leder- und Häutemarkt 30 (1978), 132 ff.).

[0003] Die aliphatischen Dicarbonsäuren werden hierbei in Form ihrer Di-Natrium-Salze der Chromgerbflotte im Anschluß an den Chromgerbstoff zugesetzt. Zwar wird hierbei gegenüber einem konventionellen Gerbverfahren die Chrom­auszehrung deutlich verbessert, allerdings kann es zu einer Beeinträchtigung der Lederqualität kommen (vgl. K. Faber, loc. cit. S. 83). Insbesondere bei dicken oder ungespaltenem Blößenmaterial kommt es zu einer Ver­schlechterung der Chromverteilung und der Färbbarkeit. Hierbei wirkt sich negativ aus, daß bei dem beschriebe­nen Verfahren die Penetration des Chromgerbstoffes durch den Hautquerschnitt aufgrund der Anwesenheit der Dicar­bonsäuren behindert wird (Leder- und Häutemarkt 30 (1978) 140).

[0004] Zur Verbesserung wird empfohlen, bei End-pH-Werten in der Gerbung unter 4,0 und End-Temperaturen um etwa 40°C zu arbeiten. Hierbei sind jedoch nur Auszehrungsgrade bis 95% möglich (Das Leder 28 (1977), 157).

[0005] Weiterhin wird angeregt, die Dicarbonsäuresalze in mehreren Anteilen zuzusetzen. Hierdurch wird das Gerb­verfahren zusätzlich kompliziert.

[0006] Nach einem in der DE-PS 2 424 301 beschriebenen Verfahren werden die beschriebenen Schwierigkeiten be­seitigt, wenn man in der Chromgerbung Gerbmischungen, bestehend aus Chrom(III)-Salzen, säurebindenden Mitteln und aliphatischen Dicarbonsäuren mit 4-6 C-Atomen bzw. deren Salzen gemeinsam mit konventionellen Chromgerb­stoffen im Vorlauf einsetzt. Zur Erzielung einer guten Auszehrung benötigt man mindestens 1,6 Mol Dicarbonsäure pro Mol Chromoxid in der Gerbstoffmischung für die Aus­gerbung.

[0007] Es ist außerdem bekannt, daß Lösungen von Chrom(III)-­Salzen und Natriumadipinat zur Chromgerbung von Kalb­fellen eingesetzt werden können (Journal of the Inter­national Society of Leather Trades Chemists 27 (1943), 83 ff.). Allerdings ist hierbei der Einsatz von mehr als 1,5% Chromoxid (bezogen auf Pickelgewicht, entspricht wesentlich mehr als 1,5% Chromoxid bezogen auf Blößen­gewicht) notwendig, um einen ausreichenden Gerbeffekt (Kochgare) zu erhalten. Die verwendeten Chromlaugen be­sitzen nur einen Chromoxidgehalt von max. 2,8% und sind damit für eine Verwendung in der Technik nicht geeignet. Die Chromauszehrung liegt im Falle von Chromoxidangebo­ten von mehr als 1,5% (bezogen auf Pickelgewicht), bei deutlich über 1,0 g Chromoxid/l.

[0008] Bei allen bisher bekannten hochauszehrenden Chromgerb­verfahren, bei denen aliphatische Dicarbonsäuren mit­verwendet werden, müssen also die Gesamtmenge des Chrom­gerbstoffes und die Dicarbonsäuren in nicht reagierter Form stets in mindestens 2 Anteilen der Flotte zugesetzt werden.

[0009] Es wurde nun gefunden, daß Chromgerbungen mit einer hohen Auszehrung und einer guten Chromverteilung im Leder mit nur einer Zugabe der Gesamtmenge des Chrom­gerbstoffes und der Dicarbonsäuren möglich ist, wenn man die gepickelten Blößen mit einem Reaktionsprodukt aus einem basischen Chrom (III)-Sulfat und 0,2-0,8 Mol/pro Mol Chrom (III)-Oxid des basischen Chromsulfats) einer alipha­tischen Dicarbonsäure mit 4-6 C-Atomen bzw. deren Mischungen chromgerbt.

[0010] Die theoretische Basizität des Reaktionsproduktes liegt bei 0-50%. Das Reaktionsprodukt kann weiterhin Mono­carbonsäuren als Maskierungsmittel enthalten. Die Ein­satzmenge beträgt in pulverisierter Form 0,9-1,5%, berechnet als Chrom (III)-Oxid (bezogen auf das Blößengewicht) oder in wäßriger Lösung mindestens 5% Chrom(III)-Oxid.

[0011] In einer bevorzugten Variante des Verfahrens wird das erfindungsgemäß eingesetzte Reaktionsprodukt, im weite­ren als Chrom-Dicarboxylat-Komplex bezeichnet, getrock­net und gegebenenfalls mit den üblichen säurebindenden Mitteln abgemischt.

[0012] Das erfindungsgemäße Verfahren wird in einem Flotten­volumen von weniger als 100%, vorzugsweise 10-50% (bezogen auf das Blößengewicht), bei einem End-pH-Wert von über 4,0, vorzugsweise 4,2-4,6, und einer End-Tempe­ratur von über 40°C, vorzugsweise 42-50°C, durchge­führt.

[0013] Falls der Chrom-Dicarboxylat-Komplex nicht gemeinsam mit säurebindenden Mitteln in der Chromgerbung eingesetzt wird, stumpft man in der üblichen Weise mit Alkalien auf den gewünschten pH-Wert ab.

[0014] Der Chromoxidgehalt der nach dem erfindungsgemäßen Ver­fahren erhaltenen Gerbrestflotten liegt unter 1 g/l.

[0015] Die Herstellung des Chrom-Dicarboxylat-Komplexes er­folgt durch Umsetzung von basischen Chrom(III)-Sulfaten mit den entsprechenden aliphatischen Dicarbonsäuren mit 4-6 C-Atomen bzw. deren Gemischen in wäßrige Lösung bei Temperaturen von 50-100°C über einen Zeitraum von 30-80 Minuten. Die gewünschte theoretische Basizität von 0-50% wird anschließend mit Alkalilösung, vorzugs­weise mit Sodalösung, eingestellt. (Zur Berechnung der theoretischen Basizität vgl. DE-OS 3 519 287).

[0016] Der so erhaltene Chrom-Dicarboxylat-Komplex kann in der vorliegenden Lösung zur Chromgerbung verwendet werden. In einer bevorzugten Variante des Verfahrens wird die Lösung eingedampft, vorzugsweise sprühgetrocknet. Der auf diese Weise gewonnene Pulvergerbstoff kann als solcher oder abgemischt mit säurebindenden Mitteln in der Chromgerbung eingesetzt werden.

[0017] Als basische Chrom(III)-Sulfate sind die bei Chromger­bungen üblichen Umsetzungsprodukte von sechswertigen Chromverbindungen mit Reduktionsmitteln geeignet (vgl. z.B. K. Faber, loc. cit. S. 83). Sie können zusätzlich Monocarbonsäuren (z.B. Ameisen- oder Essigsäure) bzw. deren Salze als Maskierungsmittel enthalten.

[0018] Der Chromoxidgehalt der erfindungsgemäßen Lösungen soll mindestens 5%, vorzugsweise 10 bis 15%, betragen.

[0019] Aliphatische Dicarbonsäuren mit 4 bis 6 C-Atomen sind z.B. Bernstein-, Glutar-, Adipin-, Malein-, Fumar-, Asparagin- und Glutaminsäure bzw. deren Gemische. Bevor­zugt werden Glutarsäure und Adipinsäure oder Gemische dieser Säuren, gegebenenfalls zusammen mit anderen Di­carbonsäuren eingesetzt.

[0020] Als säurebindende Mittel (Basifizierungsmittel) eignen sich z.B. Dolomit, Alkalicarbonate und -bicarbonate und Magnesiumoxide.

[0021] Als Dolomit wird das mineralische Doppelsalz CaCO₃·MgCO₃, das einen Gehalt von 20 bis 40% CaO, vor­zugsweise 25 bis 35% CaO und einen Gehalt von 10 bis 25% MgO, vorzugsweise 16 bis 24% MgO, aufweist, einge­setzt.

[0022] Besonders geeignet sind Gemische, die mindestens 40% der insgesamt verwendeten Menge an säurebindenden Mitteln in Form von Dolomit und/oder Magnesiumoxiden mit geringer Reaktivität enthalten.

[0023] Magnesiumoxide mit geringer Reaktivität sind z.B. Han­delsprodukte wie ®TANBASE (Hersteller: Steetley Quarry Products Ltd.) oder ®NEUTRIGAN MO (Hersteller: BASF).

[0024] Die erfindungsgemäßen Chrom-Dicarboxylat-Komplexe eignen sich auch für den Einsatz in der Nachgerbung von Chrom­ledern. Hierbei werden 0,3 bis 1,5% Chromoxid (bezogen auf Falzgewicht) angeboten.

[0025] Der Wert des erfindungsgemäßen Verfahrens liegt vor allem darin, daß durch den Einsatz der erfindungsgemäßen Chrom-Dicarboxylat-Komplexe hohe Auszehrungen in der Chromgerbung mit einer besonders einfachen Arbeitsweise und einem besonders niedrigen Arbeitsaufwand ermöglicht werden, ohne daß die Qualität der Leder beeinträchtigt wird. Bei nur einer einzigen Zugabe von Chromgerbstoff und Dicarbonsäure werden Restflotten mit einem Chrom­oxidgehalt von weniger als 1 g/l erhalten. Es war nicht vorauszusehen, daß durch die Verwendung der erfindungs­gemäßen Chrom-Dicarboxylat-Komplexe die Durchgerbung in hohem Maße verbessert wird und trotz der niedrigen Menge an Dicarbonsäure bezogen auf das Chromangebot dermaßen hohe Auszehrungen erzielt werden können.

[0026] Anhand der folgenden Beispiele soll das erfindungsgemäße Verfahren noch näher erläutert werden (%-Angaben bedeu­ten - soweit nichts anderes angegeben ist Gew.-%).

Beispiel 1



[0027] In einem 1000 l-Kessel werden 722 kg einer Chrom(III)-­Sulfatlösung mit einer Basizität von 33,2% (nach Stiasny) und einem Chrom(III)-Oxidgehalt von 16,8% auf 80°C erwärmt. 42 kg technische Glutarsäure (40% Glutar­säure, 30% Bernsteinsäure und 30% Adipinsäure) werden zugegeben und 30 Minuten nachgerührt. Nach Zusatz von 100 ml Entschäumer auf Basis Polysiloxan Entschäumer E 100 (Hersteller: BAYER AG) pumpt man über eine Zeit­raum von ca. 120 Minuten 347 kg einer 3n-Sodalösung zu. Die Reaktionslösung wird dann 60 Minuten bei 80°C nach­gerührt und besitzt eine theoretische Basizität von 40% bei 10,9% Chromoxidgehalt. Die noch heiße Lösung wird anschließend über einen Sprühtrockner getrocknet (Ein­gangstemperatur: 185°C, Ausgangstemperatur: 120°C). Man erhält 490 kg Chrom-Dicarboxylat-Komplex mit einem Chromoxidgehalt von 24%, 0,4 Mol technische Glutarsäure pro Mol Chromoxid und einer theoretischen Basizität von 40%.

Beispiel 2



[0028] In einem 1 m³-Rührwerksbehälter werden 735 kg einer Chrom(III)-Sulfatlösung mit einer Basizität von 33,2% (nach Stiasny) und einem Chromoxidgehalt von 15,6% auf ca. 80°C erwärmt und mit 64 kg technischer Glutarsäure umgesetzt. Nach 30-minütigem Nachrühren bei 80°C wird die Chromgerbstofflösung (13% Basizität und 15,2% Chromoxidgehalt) über einen Sprühtrockner getrocknet (Eingangstemperatur: 185°C, Ausgangstemperatur: 115°C). Es werden 485 kg Chrom-Dicarboxylat-Komplexgerbstoff mit einer theoretischen Basizität von 13% und einem Chrom­oxidgehalt von 23,5% erhalten; das Molverhältnis Chromoxid/Glutarsäure beträgt 1: 0,6.

Beispiel 3



[0029] In einem 1 m³-Rührwerksbehälter werden 700 kg einer Lö­sung von Chromsulfat mit einer Basizität von 33,2% (nach Stiasny) und einem Cr₂O₃-Gehalt von 18% auf eine Temperatur von 80°C gebracht. Anschließend löst man darin 43,8 kg eines Gemisches, bestehend aus 32% Bern­steinsäure, 39% Glutarsäure und 29% Adipinsäure und rührt 30 Minuten nach. Die so erhaltene, flüssige Mi­schung besitzt eine theoretische Basizität von ca. 20% und einen Cr₂O₃-Gehalt von 16,9%; das Molverhältnis Chromoxid zu Dicarbonsäure beträgt 1: 0,4. Die Einsatz­mengen zur Herstellung weiterer in flüssiger Form ein­setzbarer Chrom-Dicarboxylat-Komplexgerbstoffe sind in der nachfolgenden Tabelle als Beispiel 3a bis 3d aufge­führt (Herstellvorschrift wie in Beispiel 3).


Beispiel 4



[0030] In einem 1000 l-Kessel werden 750 kg einer 33,2% basi­schen Chrom(III)-Sulfatlösung mit einem Chromoxidgehalt von 16,2% vorgelegt und auf ca. 90°C erwärmt. Man gibt dann 70 kg Adipinsäure zu und rührt 30 Minuten in der Hitze nach. Nach Zusatz eines handelsüblichen Entschäu­mungsmittels (E 100, BAYER AG) werden über eine Zeit­raum von 180 Minuten 343 kg einer 20%igen Sodalösung zugepumpt. Die Reaktionslösung wird dann 60 Minuten in der Wärme nachgerührt; die theoretische Basizität liegt bei ca. 40%, der Chromoxidgehalt beträgt 10,4%. Die noch heiße, flüssige Gerbstoffmischung wird anschließend sprühgetrocknet (Eingangstemperatur: 180°C, Ausgangstem­peratur: 118°C).

[0031] Man erhält einen Chrom-Dicarboxylat-Komplexgerbstoff mit einem Chromoxidgehalt von 22,8%, 0,6 Mol Adipinsäure pro Mol Chromoxid und einer theoretischen Basizität von ca. 40%.

Beispiel 5



[0032] Zur Herstellung von Schuhoberleder werden in üblicher Weise geäscherte 1000 kg Rindblößen (ungespalten) im Gerbfaß (Durchmesser 2 m, Breite 2,25 m, Umdrehungsge­schwindigkeit 12 U/min) zunächst mit 150% (bezogen auf Blößengewicht), Wasser von 38°C 10 Minuten gewaschen. Die Flotte wird abgelassen und anschließend wird ohne Flotte mit 2,5% Ammonsulfat, 0,3% Natriumbisulfat und mit 0,4% Ameisensäure 60 Minuten entkälkt, 50% Wasser von 35°C zugesetzt und mit 0,5% eines handelsüblichen Beizmittels (1500 trypt. Einheiten) 50 Minuten gebeizt (pH-Wert der Flotte 7,5). Der Querschnitt der Blößen gibt mit Phenolphthalen keine Rotfärbung mehr. Danach wird zwei Mal mit 150% Wasser von 20°C gewaschen und bis auf eine Restflotte von ca. 50% die Flotte abge­lassen. 5 Minuten nach Zusatz von 6% Kochsalz werden 1,6% Schwefelsäure (1: 10 verdünnt), zugegeben und 120 Minuten gepickelt (pH 1,8).

[0033] Der Pickelflotte werden 6,7% der nachstehend beschrie­benen Gerbstoffmischung zugesetzt und 20 Std. weiterge­walkt. Der End-pH-Wert liegt bei 4,5 und die Endtempera­tur bei 50°C.

[0034] Die Restflotte enthält 0,6 g Chromoxid/l. Die Chromleder zeigen bei der Beurteilung nach dem Spalten eine hervor­ragende Durchgerbung. Nach der üblichen Fertigstellung werden Oberleder mit weichem, vollen Griff, einem feinen Narben und einer sehr egalen Färbung erhalten.

[0035] Die verwendete Gerbstoffmischung besteht aus:

[0036] 800 Teile des nach Beispiel 1 hergestellten pul­verförmigen Chrom-Dicarboxylat-Komplexes und

[0037] 174 Teile Dolomit.

[0038] Der Chromoxidgehalt beträgt 19,7%.

Beispiel 6



[0039] 100 Teile wie in Beispiel 5 vorbehandelte Rindblößen werden mit 7 Teilen der nachstehend beschriebenen Gerb­stoffmischung versetzt und 20 Stunden gewalkt. Der End-­pH-Wert liegt bei 4,6, die Endtemperatur beträgt 48°C; in der Restflotte befinden sich 0,6 g Cr₂O₃/l.

[0040] Die verwendete Gerbstoffmischung, die einen Cr₂O₃-Gehalt von 18,6% besitzt, ist wie folgt zusammengesetzt:

[0041] 100 Teile des nach Beispiel 2 hergestellten Chrom-­Dicarboxylat-Komplexgerbstoffes

[0042] 5 Teile Tanbase (Hersteller Steetley, Großbri­tannien)

[0043] 21 Teile Dolomit.

Beispiel 7



[0044] 100 Teile wie in Beispiel 5 vorbehandelte Rindblößen werden mit 7,9 Teilen einer nach der Vorschrift in Bei­spiel 2 hergestellten Chrom-Dicarboxylat-Komplexlösung versetzt. Nach 1 Stunde wird mit 1,8% Soda (1: 15 ge­löst), innerhalb 1 Stunde abgestumpft und 15 Stunden weitergewalkt. Temperatur und pH-Wert liegen gegen Ende der Gerbung bei 46°C bzw. 4,3. Die Restflotte enthält 0,5 g Cr₂O₃/l.

Beispiel 8



[0045] Korrespondierende, wie in Beispiel 5, bis einschließlich des Pickels vorbehandelte Rindhälften werden verglei­chend chromgegerbt.

[0046] 100 Teile Blöße der einen Hälfte A werden mit 7,6 Teilen der nachstehend beschriebenen Gerbstoffmischung über einen Zeitraum von 20 Stunden gewalkt.

[0047] Zusammensetzung der 17,4% Chromoxid enthaltenden Gerb­stoffmischung (Molverhältnis Cr₂O₃: Glutarsäure = 1: 0,4) für A:

[0048] 500 Teile eines pulverförmigen 33% basischen Chrom(III)-Sulfats mit 26% Chromoxidgehalt

[0049] 45 Teile techn. Glutarsäure

[0050] 86 Teile Natriumbicarbonat

[0051] 118 Teile Dolomit.

[0052] Die Endtemperatur der Gerbung beträgt 42°C, der End-pH-­Wert liegt bei 4,3. Die Restflotte enthält 0,6 g Cr₂O₃/l.

[0053] 100 Teile Blöße des korrespondierenden Stückes B werden mit 6,7 Teilen der nachfolgend beschriebenen Mischung 20 Stunden behandelt.

[0054] Zusammensetzung der 19,7% der Cr₂O₃ enthaltenden Mi­schung für B:

[0055] 80 Teile des nach der Vorschrift in Beispiel 1 hergestellten Chrom-Dicarboxylatkomplexes und

[0056] 18 Teile Dolomit.

[0057] Die bei Ende der Gerbung erreichte Temperatur beträgt 42°C, der End-pH-Wert liegt bei 4,3 und der Chromoxid­gehalt der Restflotte beträgt 0,8 g/l.

[0058] Im Vergleich zu B weisen die Leder der korrespondieren­den Stücke A nach dem Spalten eine wesentlich schlechte­re Durchgerbung auf.

[0059] Die nachfolgend auf üblichem Wege durchgeführten Färbun­gen sind bei A ebenfalls deutlich ungleichmäßiger.

Beispiel 9



[0060] Die Herstellung von Oberleder werden in üblicher Weise geäscherte 3000 kg Rindblößen (gespalten ca. 3,5 mm) im Gerbfaß (Durchmesser 3 m, Breite 3 m, Umdrehungsge­schwindigkeit 5 und 10 U/min) zunächst mit 150% (bezo­gen auf Blößengewicht) Wasser von 38°C 10 Minuten gewa­schen. Die Flotte wird abgelassen und anschließend wird mit 30% Wasser von 35°C mit 2% Ammonsulfat, 0,2% Na­triumbisulfat und 0,2% Ameisensäure 30 Minuten entkälkt und mit 0,5% eines handelsüblichen Beizmittels (1500 tryptische Einheiten) 30 Minuten gebeizt (pH-Wert der Flotte 8,3).

[0061] Der Querschnitt der Blößen gibt mit Phenolphthalein keine Rotfärbung mehr. Danach wird zwei Mal mit 150% Wasser von 20°C gewaschen und bis auf eine Restflotte von ca. 20% die Flotte abgelassen. 5 Minuten nach Zu­satz von 4% Kochsalz werden 0,5% Ameisensäure (1: 5 verdünnt) und nach 10 Minuten 0,8% Schwefelsäure (1: 10 verdünnt) zugegeben und 60 Minuten gepickelt (pH 2,7). Der Pickelflotte werden 8,1% der nach der Vorschrift in Beispiel 3d hergestellten Chrom-Dicarboxylat-Kom­plexlösung zugepumpt.

[0062] Nach einer Stunde wird mit 2,2% Soda (1: 15 im Wasser gelöst) in sechs Raten innerhalb einer Stunde abge­stumpft und 18 Stunden weitergewalkt.

[0063] Gegen Ende der Gerbung beträgt die Temperatur 40°C, der pH-Wert liegt bei 4,0: die Chrom(III)-Oxidkonzentration der Restflotte wurde mit 0,4 g/l bestimmt.

[0064] Nach der üblichen Fertigstellung erhält man volle, wei­che Leder, die sich durch eine hervorragende Farbegali­tät auszeichnen.

Beispiel 10



[0065] 100 Teile wie in Beispiel 9 vorhandelt, auf ca. 3,5 mm gespaltene Rindblößen, werden mit 6,7 Teilen der nach­ stehend beschriebenen Gerbmischung in der Pickelflotte versetzt.

[0066] Die Gerbmischung mit einem Cr₂O₃-Gehalt von 21,0% ist wie folgt zusammengesetzt:

[0067] 100 Teile des nach der Vorschrift in Beispiel 4 produzierten Chrom-Diocarboxylat-Komplexgerb­stoffes und

[0068] 8,5 Teile Tanbase.

[0069] Der End-pH-Wert beträgt 4,3 bei einer Temperatur von 45°C. Die Restflotte enthält 0,5 g/l Cr₂O₃.

Beispiel 11



[0070] Zur Herstellung von Möbelledern werden in üblicher Weise geäscherte 3000 kg Rindblößen (gespalten ca. 2 mm) im Gerbfaß (Durchmesser 3 m, Breite 3 m, Umdrehungsge­schwindigkeit 5 und 10 U/min) zunächst mit 150% (bezo­gen auf Blößegewicht) Wasser von 38°C 10 Minuten gewa­schen. Die Flotte wird abgelassen und anschließend wird mit 50% Wasser von 35°C mit 2,5% Ammonchlorid, 0,3% Natriumbisulfit und 0,2% Ameisensäure 40 Minuten ent­kälkt und mit 0,7% eines handelsüblichen Beizmittels (1500 tryptische Einheiten) 45 Minuten gebeizt (pH-Wert der Flotte 8,5).

[0071] Der Querschnitt der Blößen gibt mit Phenolphthalein keine Rotfärbung mehr. Danach wird zwei Mal mit 150% Wasser bei 20°C gewaschen und bis auf eine Restflotte von ca. 50% die Flotte abgelassen. 5 Minuten nach Zu­satz von 6% Kochsalz werden 1,1% Schwefelsäure (1: 10 verdünnt) zugegeben und 120 Minuten gepickelt (pH 2,7).

[0072] Der Pickelflotte werden 6,3% der in Beispiel 3 be­schriebenen Gerbstofflösung zugesetzt und nach 1 Stunde wird mit 1,4% Soda (1: 15 gelöst) innerhalb 1 Stunde ab­gestumpft und 15 Stunden weitergewalkt. Der End-pH-Wert liegt bei 4,2 und die Endtemperatur bei 45°C.

[0073] Die Restflotte enthält 0,2 g/l Chromoxid. Nach der übli­chen Fertigstellung werden Möbelleder mit weichem Griff und sehr egalen Färbungen erhalten.

Beispiel 12



[0074] 100 Teile wie in Beispiel 11 geäscherte, entkälkte, ge­beizte und gepickelte Rindblöße (gespalten ca. 2 mm) werden in der Pickelflotte mit 5,5 Teilen der nachste­hend beschriebenen Gerbmischung versetzt und 18 Stunden weitergewalkt. Der End-pH-Wert liegt bei 4,5, die End­temperatur beträgt 45°C. Der Chromoxidgehalt der Rest­flotte beträgt 0,3 g/l.

[0075] Zusammensetzung der 19% Cr₂O₃ enthaltenden, pulverför­migen Gerbmischung

[0076] 750 Teile eines nach der Vorschrift in Beispiel 4 hergestellten Chrom-Dicarboxylat-Komplex­gerbstoffes

[0077] 151 Teile Dolomit.

Beispiel 13



[0078] 500 kg wet blue mit einer Falzstärke von 1,5 mm werden in einem Gerbfaß (Durchmesser 2,5 m, Breite 2 m, Umdre­hungsgeschwindigkeit 12 U/min) mit 200% Wasser von 55°C und 2,5% (bezogen auf Falzgewicht) der in Beispiel 5 beschriebenen Gerbstoffmischung mit einem Chromoxidge­halt von 19,7% 90 Minuten gewalkt und über Nacht auf Schaltautomatik jede Stunde 5 Minuten bewegt. Die Nach­chromierungsflotte hat einen pH-Wert von 4,6 und enthält 0,1 g Cr₂O₃/l. Die Leder werden nach einer für Oberleder praxisüblichen Arbeitsweise fertiggestellt. Es resultie­ren sehr egal gefärbte und narbenfeste Oberleder.

Beispiel 14



[0079] 100 Teile wie in Beispiel 9 vorbehandelte, auf 3,5 mm gespaltene Rindblöße werden in der Pickelflotte mit 6,75 Teilen der nachfolgend aufgeführten Mischung ge­gerbt.

Mischungszusammensetzung:



[0080] 500 Teile des nach Beispiel 1 hergestellten Chrom-­Dicarboxylat-Komplexgerbstoffes und

[0081] 101 Teile Dolomit.

[0082] Cr₂O₃-Gehalt: 20%.

[0083] Nach einer Walkzeit von 12 Stunden stellte sich eine Endtemperatur von 42°C ein bei einem pH-Wert von 4,1. Die Flotte enthält 0,9 g Cr₂O₃/l.


Ansprüche

1. Verfahren zum Chromgerben von gepickelten Blößen mit einem Reaktionsprodukt aus einem basischen Chrom(III)-Sulfat und aliphatischen Dicarbonsäuren mit 4 bis 6 C-Atomen und/oder deren Salzen, dadurch gekennzeichnet, daß das Reaktionsprodukt in wäßri­ger Lösung aus dem basischen Chrom(III)-sulfat und 0,2 bis 0,8 Mol der aliphatischen Dicarbonsäuren pro Mol Chrom (III)-Oxid des basischen Chromsulfates und anschließendes Einstellen der theoretischen Basizi­tät auf 0 bis 50% mit den üblichen Alkalien herge­stellt wird, wobei die Zugabe des Reaktionsproduk­tes zur Pickelflotte als wäßrige Lösung mit einem Chrom (III)-Oxidgehalt von mindestens 5% oder in pulveri­sierter Form in einer Menge von 0,9 bis 1,5% Chrom (III)-Oxid (bezogen auf das Blößengewicht) erfolgt, das Flottenvolumen weniger als 100% (bezogen auf das Blößengewicht) beträgt, der End-pH-Wert bei über 4,0 liegt und die Endtemperatur über 40°C beträgt.
 
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Reaktionsprodukt als sprühgetrocknetes Pul­ver zugegeben wird.
 
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Reaktionsprodukt in sprühgetrockneter Form mit säurebindenden Mitteln abgemischt in der Ger­bung eingesetzt wird.
 
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Reaktionsprodukt in wäßri­ger Lösung durch Erhitzen des basischen Chrom(III)-­Sulfates und der aliphatischen Dicarbonsäuren auf 50 bis 100°C über einen Zeitraum von 30 bis 180 min und anschließendes Einstellen der theoretischen Basizität auf 0 bis 50% mit Alkalilösung herge­stellt wird.
 
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß als aliphatische Dicarbonsäuren mit 4 bis 6 C-Atomen ein technisches Gemisch aus Glutar-, Bernstein- und Adipinsäure verwendet wird.
 
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß als säurebindendes Mittel Dolo­mit, gegebenenfalls im Gemisch mit anderen säure­bindenden Mitteln, eingesetzt wird.
 
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß als säurebindendes Mittel Mag­nesiumoxid mit geringer Reaktivität, gegebenenfalls im Gemisch mit anderen säurebindenden Mitteln, ein­gesetzt wird.
 


Claims

1. A process for chrome tanning pickled, unhaired skin with a reaction product of a basic chromium(III) sulphate and aliphatic dicarboxylic acids having 4 to 6 carbon atoms and/or salts thereof, characterised in that the reaction product is prepared in aqueous solution from the basic chromium(III) sulphate and 0.2 to 0.8 mol of the aliphatic dicarboxylic acids per mol of chromium(III) oxide of the basic chromium sulphate with subsequent adjustment of the theoretical basicity to 0-50% with the usual alkalies, the reaction product being added to the pickling liquor as an aqueous solution having a chromium­(III) oxide content of at least 5% or as a powder in a quantity of from 0.9 to 1.5% of chromium(III) oxide (based on the weight of the dehaired skin), and the volume of liquor being less than 100% (based on the weight of dehaired skin), the end pH above 4.0 and the end tempera­ture above 40°C.
 
2. A process according to Claim 1, characterised in that the reaction product is added as a spray dried powder.
 
3. A process according to Claim 1, characterised in that the reaction product is used in the tanning in a spray dried form mixed with acid binding agents.
 
4. A process according to one of the Claims 1 to 3, characterised in that the reaction product is prepared in aqueous solution by heating of the basic chromium(III) sulphate and of the aliphatic dicarboxylic acids to 50-­100°C over a period of from 30 to 180 minutes, followed by adjustment of the theoretical basicity to 0 to 50% with alkaline solution.
 
5. A process according to one of the Claims 1 to 4, characterised in that the aliphatic dicarboxylic acids with 4 to 6 carbon atoms used are a commercial mixture of glutaric, succinic and adipic acid.
 
6. A process according to one of the Claims 1 to 5, characterised in that the acid binding agent used is dolomite, optionally as a mixture with other acid binding agents.
 
7. A process according to one of the Claims 1 to 5, characterised in that the acid binding agent used is magnesium oxide of low reactivity, optionally as a mixture with other acid binding agents.
 


Revendications

1. Procédé pour le tannage au chrome de peaux en tripes picklées par un produit de réaction d'un sulfate de chrome-III basique et d'acides dicarboxyliques aliphatiques en C₄-C₆ et/ou de leurs sels, caractérisé en ce que l'on prépare le produit de réaction en solution aqueuse à partir du sulfate de chrome-III basique et de 0,2 à 0,8 mol des acides dicarboxyliques aliphatiques par mole d'oxyde de chrome-III du sulfate de chrome basique puis on règle la basicité théorique à un niveau de 0 à 50% à l'aide des alcalis usuels, on ajoute le produit de réaction au bain de picklage à l'état de solution aqueuse à une teneur en oxyde de chrome-III d'au moins 5% ou à l'état de poudre en quantité de 0,9 à 1,5% d'oxyde de chrome-III (par rapport au poids des peaux en tripes), on opère à un volume de bain inférieur à 100% (par rapport au poids des peaux en tripes), avec un pH final supérieur à 4,0 et une température finale supérieure à 40°C.
 
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le produit de réaction est ajouté à l'état de poudre séchée par atomisation.
 
3. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le produit de réaction à l'état séché par atomisation est mélangé avec des accepteurs d'acides et utilisé sous cette forme au tannage.
 
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que le produit de réaction est préparé en solution aqueuse par chauffage du sulfate de chrome-III basique et des acides dicarboxyliques aliphatiques à une température de 50 à 100°C pendant une durée de 30 a 180 min, après quoi on règle la basicité théorique à un niveau de 0 à 50% à l'aide d'une solution d'alcali.
 
5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4, carac­térisé en ce que l'on utilise en tant qu'acide dicarboxylique aliphatique en C₄-C₆ un mélange industriel d'acide glutarique, d'acide succinique et d'acide adipique.
 
6. Procédé selon l'une des revendications 1 à 5, carac­térisé en ce que l'on utilise, en tant qu'accepteur d'acide, de la dolomie, éventuellement en mélange avec d'autres accepteurs d'acides.
 
7. Procédé selon l'une des revendications 1 à 5, carac­térisé en ce que l'on utilise, en tant qu'accepteur d'acide, de la magnésie à faible réactivité, éventuellement en mélange avec d'autres accepteurs d'acides.