[0001] Die Erfindung betrifft eine Hochdruckkolbenpumpe für Reinigungsgeräte oder dergleichen
mit einem die Kolben periodisch verschiebenden Antrieb, die im wesentlichen aus Keramik
bestehen und einen Kopf aufweisen, der mit dem Antrieb in Wirkverbindung steht. Eine
solche Hochdruckpumpe ist beispielsweise aus der DE-OS 37 02 446 bekannt.
[0002] Obwohl durch die Verwendung des Keramikmaterials an Stelle des herkömmlichen metallischen
Materials für die Kolben eine wesentliche Gewichtseinsparung erzielt wird, ergeben
sich bei der Festlegung des dem Antrieb zugewandten Kopfes der Kolben Schwierigkeiten.
Es ist beispielsweise notwendig, komplizierte Bördelverbindungen herzustellen, die
den Herstellungsprozeß komplizieren und erhöhte Herstellungskosten bedingen und die
außerdem mit der Gefahr verbunden sind, durch das Einbringen einer Umfangsnut die
Stabilität eines solchen Keramikkolbens zu beeinträchtigen.
[0003] Es ist Aufgabe der Erfindung, eine gattungsgemäße Hochdruckpumpe so zu verbessern,
daß im wesentlichen aus Keramik bestehende Kolben verwendet werden können, die in
einfacherer Weise mit einem dem Antrieb zugewandten Kopf zu verbinden sind, ohne
daß die Stabilität der gesamten Anordnung beeinträchtigt wird.
[0004] Diese Aufgabe wird bei einer Hochdruckkolbenpumpe der eingangs beschriebenen Art
erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß sichdie Kolben eine durchgehende Längsbohrung
aufweisen, daß in dieser ein sich am pumpkammerseitigen Ende des Kolbens abstützender
Zuganker befindet, der auf dem antriebsseitigen Ende des Kolbens mit dem Kopf verbunden
ist und diesen gegen die Stirnseite des Kolbens spannt.
[0005] Der Kolben wird also hülsenförmig ausgebildet, wobei der hohle Kern oder die Längsbohrung
bereits bei der Formung des Kolbens hergestellt wird, das heißt der Ausdruck "Längsbohrung"
bedeutet nicht unbedingt, daß der hohle Innenraum des Kolbens tatsächlich durch Einbringen
einer Bohrung hergestellt wird. Dieser Ausdruck könnte auch durch "Längskanal" oder
einen ähnlichen Ausdruck ersetzt werden.
[0006] Wesentlich ist, daß der hülsenförmige Keramikkolben von einem Zuganker durchsetzt
wird, der sich auf der dem Antrieb abgewandten Seite am Kolbenäußeren abstützt und
auf der Antriebsseite mit dem Kopf so verbunden ist, daß der Kopf gegen die Stirnseite
des Kolbens gespannt wird. Da durch wird der Kolben nur mit Druckkräften beaufschlagt,
außerdem ergibt sich eine sehr einfache Montage eines solchen Kolbens. Insgesamt
wird eine Gewichtseinsparung gegenüber massiven Metallkolben erzielt, außerdem kann
die chemische Widerstandsfähigkeit des Keramikmaterials ausgenutzt werden.
[0007] Vorteilhaft ist es, wenn der Zuganker gegen die Innenwand der Längsbohrung abgedichtet
ist, so daß dadurch das Innere der Pumpkammer gegenüber der Antriebsseite eine Abdichtung
erfährt.
[0008] Der Zuganker kann sich an der pumpkammerseitigen Stirnseite des Kolbens über ein
Stützelement abstützen, welches einen größeren Radius hat als die Längsbohrung im
Kolben. Vorzugsweise ist dieses Stützelement eine Scheibe.
[0009] Das Stützelement kann bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel einstückig mit dem
Zuganker ausgebildet sein.
[0010] Der Kopf kann auf das antriebsseitige Ende des Zugankers aufgeschraubt sein, bei
einer anderen Ausführungsform bestehen Zuganker und Kopf aus Kunststoff und sind
miteinander verschweißt oder verklebt.
[0011] Auch andere Verbindungsarten sind möglich, beispielsweise können Kopf und Zuganker
vernietet oder miteinander verlötet sein.
[0012] Günstig ist es, wenn der Kopf einen Federstützteller gegen die antriebsseitige Stirnseite
des Kolbens spannt oder wenn der Kopf selbst einen Federstützteller trägt. An diesem
kann sich eine den Kolben umgebende, den Kolben gegen die Taumelscheibe eines Taumelscheibenantriebes
andrückende Feder abstützen.
[0013] Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel ist der Kopf als metallisches Anlageelement
an einen Taumelscheibenantrieb ausgebildet, der Kopf kann bei einer abgewandelten
Ausführungsform auch einen kugelgelagerten Gleitstein tragen, der an einem Taumelscheibenantrieb
anliegt.
[0014] Bei einer anderen Ausführungsform ist der Kopf gelenkig mit dem Pleuel eines Kurbeltriebes
verbunden.
[0015] Auf der Außenseite wird der Kolben in herkömmlicher Weise durch eine Hochdruckdichtung
und eine Niederdruckdichtung abgedichtet. In manchen Fällen ergeben sich bei der Abdichtung
gegenüber dem Außenmantel des Keramikkolbens aufgrund der Keramikrauhigkeit Schwierigkeiten.
Es kann dann vorgesehen sein, daß der Kolben an seinem antriebsseitigen Ende, an dem
er abgedichtet ist, einen Außenmantel aus Stahl aufweist, beispielsweise in Form einer
aufgepreßten Hülse oder in Form eines Kolbenbereichs, der sich an den Keramikkolbenbereich
anschließt.
[0016] Die nachfolgende Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen der Erfindung dient
im Zusammenhang mit der Zeichnung der näheren Erläuterung. Es zeigen:
Figur 1: eine Teillängsschnittansicht durch eine Hochdruckpumpe im Bereich einer Pumpkammer
mit einem Kolben aus Keramik und einem Zuganker;
Figur 2: eine Ansicht des antriebsseitigen Endes des Kolbens bei einem abgewandelten
Ausführungsbeispiel mit einem an einer Taumelscheibe anliegenden Gleitstein;
Figur 3: eine Teilansicht des antriebsseitigen Endes eines Kolbens gemäß Figur 1 in
Verbindung mit einem Kurbeltrieb und
Figur 4: eine Ansicht ähnlich Figur 1 mit einem Kolben, dessen Mantel teils aus Keramik
und teils aus Metall besteht.
[0017] In Figur 1 ist von einer Hochdruckkolbenpumpe herkömmlicher Bauart, die beispielsweise
drei Pumpkammern aufweist, in die jeweils ein Kolben eintaucht, nur eine Pumpkammer
mit einem Kolben dargestellt, außerdem sind die Antriebsmittel für den Kolben im
wesentlichen weggelassen.
[0018] In eine zylindrische Pumpkammer 1 mit einem Einlaßventil 2 und einem Auslaßventil
3 taucht ein Kolben 4 ein. Dieser Kolben besteht aus einer kreiszylindrischen Keramikhülse
5 mit einer zentralen Durchgangsöffnung oder Durchgangsbohrung 6, in der sich ein
Zuganker 7 befindet.
[0019] Dieser umfaßt eine sich an der pumpkammerseitigen Stirnfläche 8 der Keramikhülse
abstützende Scheibe 9, die einstückig mit einer die Durchgangsöffnung 6 durchsetzenden
Zugstange 10 verbunden ist, an deren der Scheibe 9 gegenüberliegendem Ende ein Außengewinde
11 angeordnet ist. In der Zugstange 10 sind in zwei Umfangsnuten 12 Ringdichtungen
13 eingelegt, die die Innenwand der Durchgangsöffnung 6 gegenüber der Zugstange 10
abdichten.
[0020] Auf das Außengewinde 11 der Zugstange 10 ist ein Anlagekopf 14 aufgeschraubt, der
einen Federteller 15 gegen die der Pumpkammer abgewandte Stirnseite 16 der Keramikhülse
5 spannt. Der Federteller 15 steht radial über die Keramikhülse 5 hervor, an ihm
stützt sich eine den Kolben konzentrisch umgebende Schraubenfeder 17 ab, deren anderes
Ende an einer den Kolben umgebenden, pumpenfesten Führung 18 abgestützt ist. Durch
die Schraubenfeder 17 wird der Kolben mit einer Kraft beaufschlagt, die ihn aus der
Pumpkammer 1 herauszieht, so daß der Anlagekopf 14 mit einer schrägen Anlagefläche
19 elastisch gegen eine Taumelscheibe 20 eines im übrigen nicht dargestellten Antriebes
gedrückt wird. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel bestehen Scheibe 9, Zugstange
10 und Anlagekopf 14 aus einem Metall, wobei zumindest der Anlagekopf 14 gehärtet
ist.
[0021] Am Außenmantel der Keramikhülse 5 liegt im Bereich der Pumpkammer 1 eine Hochdruckdichtung
21 an, die in eine Ringnut 22 im Pumpengehäuse eingelegt ist, während eine Niederdruckdichtung
23 im Bereich der Führung 18 am Außenmantel der Keramikhülse 5 anliegt.
[0022] Die Abmessungen können so gewählt sein, daß der Kolben beispielsweise einen Durchmesser
von 20 mm aufweist, wobei die Wandstärke der Keramikhülse 5 bei 7 mm liegt, so daß
sich ein Innendurchmesser der Durchgangsöffnung 6 von 6 mm ergibt.
[0023] Bei dem in Figur 1 dargestellten Ausführungsbeispiel erstreckt sich die Keramikhülse
5 über die gesamte Kolbenlänge. Bei einer Abwandlung entsprechend der Darstellung
der Figur 4, in der entsprechende Teile dieselben Bezugszeichen tragen wie in Figur
1, ist ein kleiner Bereich dieser Keramikhülse 5 durch eine weitere Hülse 5a aus einem
Metall ersetzt, wobei in diesem Bereich die Niederdruckdichtung 23 anliegt. Auch
könnte bei einem weiteren abgewandelten Ausführungsbeispiel auf einen Teilbereich
des Kolbens 5 eine Metallhülse aufgedrückt sein, wobei auch diese Metallhülse eine
Dichtfläche gegenüber der Niederdruckdichtung 23 bilden würde.
[0024] Bei dem in Figur 2 dargestellten, abgewandelten Ausführungsbeispiel, welches im
wesentlichen gleich aufgebaut ist wie das der Figur 1 und bei dem gleiche Teile daher
auch die gleichen Bezugszeichen tragen, trägt der Anlagekopf 14 eine Kugel 24, auf
der ein Gleitstein 25 gelagert ist, der sich seinerseits an der Taumelscheibe 20 abstützt.
Es ergibt sich somit eine kugelgelenkige Lagerung des Gleitsteins 25 an dem Anlagekopf
14.
[0025] Bei dem Ausführungsbeispiel der Figur 3, bei dem wieder gleiche Teile die gleichen
Bezugszeichen tragen, ist der Anlagekopf 14 mit einem gabelartigen Lager 26 versehen,
an dem mittels eines Kolbenbolzens 27 der Pleuel 28 eines im übrigen nicht näher dargestellten
Kurbeltriebes gelagert ist. Eine solche Lösung ist dann von Vorteil, wenn kein Taumelscheibenantrieb
verwendet wird, sondern ein Kurbelantrieb.
[0026] Während bei den dargestellten Ausführungsbeispielen der Federteller 15 und der Anlagekopf
14 getrennte Bauteile sind, wäre es auch möglich, Anlagekopf und Federteller einstückig
auszubilden.
[0027] Die Zugstange kann bei geringerer Belastung aus Kunststoff bestehen, dasselbe gilt
für den Anlagekopf. Diese Teile können beispielsweise durch Verschweißen oder Verkleben
miteinander verbunden sein.
[0028] Auch bei Verwendung von metallischen Materialien für den Zuganker und den Anlagekopf
können andere Verbindungstechniken verwendet werden, beispielsweise Verschweißen,
Verlöten oder Vernieten.
[0029] Wesentlich ist bei allen Ausführungsbeispielen, daß der Anlagekopf 14 nicht unmittelbar
am angrenzenden Bereich des Keramikkolbens festgelegt ist, sondern über eine den gesamten
hülsenförmig ausgebildeten Kolben durchsetzende Zugstange auf der gegenüberliegenden
Seite des Kolbens abgestützt wird.
1. Hochdruckkolbenpumpe für Reinigungsgeräte oder dergleichen mit einem die Kolben
periodisch verschiebenden Antrieb, die im wesentlichen aus Keramik bestehen und
einen Kopf aufweisen, der mit dem Antrieb in Wirkverbindung steht,
dadurch gekennzeichnet, daß die Kolben (4) eine durchgehende Längsbohrung (6) aufweisen,
daß sich in dieser ein sich am pumpkammerseitigen Ende (8) des Kolbens (4) abstützender
Zuganker (7) befindet, der auf dem antriebsseitigen Ende (16) des Kolbens (4) mit
dem Kopf (14) verbunden ist und diesen gegen die Stirnseite (16) des Kolbens (4) spannt.
2. Pumpe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Zuganker (7) gegenüber der
Innenwand der Längsbohrung (6) abgedichtet ist.
3. Pumpe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Zuganker (7) sich
an der pumpkammerseitigen Stirnseite (8) des Kolbens (4) über ein Stützelement (9)
abstützt, welches einen größeren Radius hat als die Längsbohrung (6) im Kolben (4).
4. Pumpe nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Stützelement (9) eine Scheibe
ist.
5. Pumpe nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Stützelement (9)
einstückig mit einer Zugstange (10) ausgebildet ist.
6. Pumpe nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der
Kopf (14) auf das antriebsseitige Ende des Zugankers (7) aufgeschraubt ist.
7. Pumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß Zuganker (7)
und Kopf (14) aus Kunststoff bestehen und miteinander verschweißt oder verklebt sind.
8. Pumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß Zuganker (7)
und Kopf (14) miteinander vernietet sind.
9. Pumpe nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der
Kopf (14) einen Federstützteller (15) gegen die antriebsseitige Stirnseite (16)
des Kolbens (4) spannt.
10. Pumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Kopf
(14) einen Federstützteller (15) trägt.
11. Pumpe nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der
Kopf (14) als metallisches Anlageelement an einen Taumelscheibenantrieb (20) ausgebildet
ist.
12. Pumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Kopf
(14) einen kugelgelagerten Gleitstein (25) trägt, der an einem Taumelscheibenantrieb
(20) anliegt.
13. Pumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Kopf
(14) gelenkig mit dem Pleuel (28) eines Kurbeltriebes verbunden ist.
14. Pumpe nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der
Kolben (4) an seinem antriebsseitigen Ende einen Außenmantel (5a) aus Stahl aufweist.