(19)
(11) EP 0 286 625 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
08.05.1991  Patentblatt  1991/19

(21) Anmeldenummer: 88890068.5

(22) Anmeldetag:  23.03.1988
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5F41A 27/06

(54)

Richtwagen für Steilfeuerwaffen

Support to aim mortars sideways

Support de guidage pour mortiers


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE ES FR GB GR IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 30.03.1987 AT 759/87

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
12.10.1988  Patentblatt  1988/41

(73) Patentinhaber: BÖHLER PNEUMATIK INTERNATIONAL GESELLSCHAFT m.b.H.
8605 Kapfenberg (AT)

(72) Erfinder:
  • Melcher, Günther
    A-8753 Fohnsdorf (DE)

(74) Vertreter: Haffner, Thomas M., Dr. et al
Patentanwalt Schottengasse 3a
1014 Wien
1014 Wien (AT)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 075 634
DE-A- 3 403 927
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft einen Richtwagen für Steilfeuerwaffen, insbesondere Granatwerfer, dessen Waffenrohr mit seinem Bodenstück einerseits auf einer Brücke, andererseits mit wenigstens einem Standbein auf einer ringförmigen Richtschiene aufliegt und um den Brückenmittelpunkt schwenkbar ist, wobei durch einen Seitenverstelltrieb die Richtungseinstellung erfolgt und mit Hilfe einer Feststelleinrichtung das Waffenrohr arretierbar ist. Derartige Richtwagen sind bereits bekannt.

    [0002] Ein Richtwagen dient dazu, das Waffenrohr auf die gewünschte Position einzustellen und in dieser Lage festzuhalten.

    [0003] Es ist bekannt, Granatwerfer auf eine kreisförmige, schienenähnliche Unterlage zu stellen, zumindest dessen Standbeine, um eine freie seitliche Beweglichkeit des Waffenrohres zu erzielen. Dabei hat sich bewährt, eine Schienen-Rollen-Auflage vorzusehen. Hierzu ist aber erforderlich, Vorkehrungen für eine Befestigung des in Position gebrachten Granatwerfers zu treffen. In der Regel hat man eine Klemmbefestigung gewählt, die im Bereich der Schiene liegt und mittels Haken und Exzenter die Befestigung erwirken soll.

    [0004] Auch ist bekannt, mit Hilfe von Verzahnungen und Steckverbindungen eine Befestigung durchzuführen.

    [0005] Nachteilig ist, daß all diese Feststelleinrichtungen nicht in der Höhe des Höhen- und Seitenrichttriebes bedient werden können, so daß mitunter für eine rasche Bedienung ein weiterer Mann erforderlich wird.

    [0006] Ausgehend von diesem Stand der Technik lag der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen Richtwagen zu schaffen, der alle Bedienorgane in Nähe des Höhen- und Seitenrichttriebes enthält, und daß darüberhinaus eine Feineinstellung möglich und in jeder Stellung eine Arretierung gegeben ist, die ebenfalls in Griffnähe gehandhabt werden kann. Erfindungsgemäß wird das Ziel dadurch erreicht, daß der Verstelltrieb eine axial verschiebarre Triebachse aufweist, die durch Zahnrad kraftschlüssig mit der Richtschiene verbunden ist, wobei am Zahnrad ein Druckkegel angeordnet ist, der durch Axialverschiebung infolge der Axialverschiebung der Triebachse in einer Stellung frei beweglich, in der anderen Stellung am Schenkel der Richtschiene klemmend anliegt. Dadurch wird erreicht, daß bei der Schwenkbewegung eine Feineinstellung möglich ist, in jeder Position eine Arretierung durchgeführt werden kann und die Bedienorgane in Reichweite für eine Einhandbedienung zugänglich sind.

    [0007] Um eine gute Klemmwirkung durch einfache Mittel zu erzielen, wird nach einer weiteren Ausbildung der Winkel des Druckkegels und des Schenkels im Bereich von 30° bis 45° zur Längsachse gewählt und das Zahnrad mit dem Druckkegel einstückig ausgebildet.

    [0008] Ferner ist von Vorteil, wenn durch eine einfache Dreipunkt-Klemmeinrichtung die Befestigung des Waffenrohres vollzogen wird. Dabei wird der Schenkel der Richtschiene durch Druckkegel, Gleitschuh und Führungsschuh an jeder beliebigen Stelle eingeklemmt und eine gute Befestigung gegen seitliches Verschwenken erreicht.

    [0009] Als einfache Einrichtung hat sich erwiesen, wenn die Feststelleinrichtung einen Klemmtrieb aufweist, der zwischen einer am Flansch des Rohres anliegenden, über der Triebachse geführte Gewindemuffe einerseits und Handkurbel mit Distanzring andererseits, liegt. Man braucht also nur eine geringfügige Drehung des Klemmtriebes vollführen und schon ist der Verstelltrieb und damit das Waffenrohr arretiert. Andererseits kann man in umgekehrter Folge ein rasches Loslösen erreichen.

    [0010] Wesentlich ist, daß alle Bedienorgane in Griffnähe angeordnet sind und daß auch im rauhen Betrieb dieser Richtwagen funktioniert.

    [0011] Anhand eines Ausführungsbeispiels sei die Erfindung näher erläutert. Es zeigen:

    Fig. 1 Seitenansicht eines Granatwerfers

    Fig. 2 Draufsicht auf die Richtschiene

    Fig. 3 Ausbildung des Verstelltriebes

    Fig. 4 Ausbildung des Klemmtriebes

    Fig. 5 Anordnung des Druckkegels



    [0012] In Fig. 1 ist in Seitenansicht ein Granatwerfer dargestellt. Dieser gliedert sich in einem Waffenrohr mit Standbein und den Richttrieben zur Einstellung in Gefechtsbereitschaft. An einer Brücke 1 ist das Bodenstück 2 des daran anschließenden Waffenrohres 4 allseitig schwenkbar durch Kugelring 9 gelagert. Ein Schnellverschlußring 10 sorgt mit Hilfe des Verschlußhalters 11 und der Verschlußklinke 12 für raschen Einsatz in diese Lagerstelle. Weiters ist am Waffenrohr 4 ein Handgriff 3 befestigt, der für Transport und Lageverstellung dient. In Richtung der Mündung des Waffenrohres 4 ist noch eine Schelle 5 angebracht, die den Stoßdämpfer 7 hält. Die Aufsatzaufnahme 6 vervollständigt die Ausrüstung mit der Lagerung des Höhen- und Seitenrichttriebes 8, an dem die Standbeine 28 anschließen.

    [0013] Die Brücke 1 bzw. der Kugelkopf des Bodenstückes 2 dient als Zentrum, um das im gleichen Abstand die Richtschiene 13 geführt ist. Es besteht auch die Möglichkeit, nur einen Teil des Kreises als Richtschiene 13 zu verwenden. An dieser Richtschiene 13 schließt nach oben ein Führungsblech 15 an, auf dem ein oder gegebenenfalls zwei Standbeine 28 gelagert sind. Auch ist hier der Verstelltrieb 16 befestigt. Dieser besteht im wesentlichen aus dem an der Richtschiene 13 anliegenden Zahnrad 17, das in eine Kette 14 eingreift, dem Gleitschuh 21 und Führungsschuh 22. Die Handkurbel 20 wird für die Verstellung verwendet.

    [0014] Die Fig. 2 zeigt in Draufsicht einen Teil der Richtschiene 13. An ihrem Steg liegt außen eine Zahnkette 14, die durch einen Bolzen beispielsweise die Kettenbefestigung dastellt. Ein Kettenspanner 24 sorgt für richtiges anliegen der Kette 14. Auf dem Führungsblech 15 ist nun über zwei Kugelbüchsen 25 die Standbeinaufnahme 26 befestigt. Über eine Schelle 37 und Spannrad 27 ist das, in diesem Ausführungsbeispiel einzige Standbein eingespannt. Der Verstelltrieb 16 ist mittels Flansch 36 und Schraubverbindung angebracht.

    [0015] Die Fig. 3 zeigt vergrößert die Ausbildung des Verstelltriebes 16. Die Richtschiene 13 ist aus einem etwa im Querschnitt I-förmigen Bauteil gefertigt, wobei der untere Schenkel etwas breiter zur sicheren Aufstellung gewählt wurde. Der obere Schenkel ist nicht so breit und weist eine Anschrägung mit einem Winkel auf, der dem des Druckkegels entspricht. Das Führungsblech 15 dient zur Aufnahme der Kugelbüchsen 25, die die Standbeinaufnahme 26 tragen. In diesem ist das Standbein 28 mittels Schelle und Spannrad 27 eingespannt. Zur Axialverstellung ist am anderen Ende eine weitere Schelle mit Spannrad 29 vorgesehen.

    [0016] Der Verstelltrieb 16 weist eine Triebachse 18 auf, an deren Ende das Zahnrad 17 befestigt ist. Dieses greift in die am Steg der Richtschiene 13 angebrachte Kette 14 ein. Am Führungsblech 15 ist noch ein Gleitschuh 21 und ein Führungsschuh 22 befestigt, die zusammen mit dem Druckkegel eine Dreipunkt-Befestigung darstellen. Am oberen Ende der Triebachse 18 ist die Handkurbel 20 drehsicher mittels Stift 34 befestigt. Umschlossen ist die Triebachse 18 vom Rohr 30, das an seinem unteren Ende mit Flansch 36 am Führungsblech 15 befestigt ist und am oberen Ende ist der Abschluß 31 eingeschweißt. Beide Teile 31, 36 haben eine Bohrung in der Mitte, die als Lagerstelle für die Triebachse 18 dient.

    [0017] Fig. 4 zeigt einen weiters vergrößerten Ausschnitt des oberen Teils des Verstelltriebes 16. Das Rohr 30 hat nur einen Abschluß 31 an dem eine Gewindemuffe 32 anschließt. In einem gewissen Abstand befindet sich ein Distanzring 33. Die Handkurbel 20 ist mit Stift 34 mit der Triebachse 18 fest verbunden. Über der Gewindemuffe 32 ist der Klemmtrieb 19 in Form einer Rändelmutter geschraubt. Wird nun der Klemmtrieb 19 nach oben geschraubt, so hebt sich der Abstand auf und die Triebachse 18 wird nach oben gedrückt. Gleichzeitig wird wie nun in Fig. 5 zu ersehen ist, auch das Zahnrad 17 nach oben angehoben und der mit dem Zahnrad 17 einstückig ausgebildete Druckkegel 17a hebt das Spiel zwischen Gleitschuh 21 und dem Druckkegel 17a auf. Die seitliche Sicherung erfolgt über Führungsschuh 22. Das Führungsblech 15 ist nun fest mit der Richtschiene 13 verbunden. Losgelöst wird die Feststelleinrichtung in umgekehrter Reihenfolge.


    Ansprüche

    1. Richtwagen für Steilfeuerwaffen, insbesondere Granatwerfer, dessen Waffenrohr (4) mit seinem Bodenstück (2) einerseits auf einer Brücke (1), andererseits mit wenigstens einem Standbein auf einer ringförmigen Richtschiene (13) aufliegt und um den Brückenmittelpunkt schwenkbar ist, wobei durch einen Seitenverstelltrieb (16) die Richtungseinstellung erfolgt und mit Hilfe einer Feststelleinrichtung das Waffenrohr (4) arretierbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Verstelltrieb (16) eine axial verschiebbare Triebachse (18) aufweist, die durch Zahnrad (17) kraftschlüssig mit der Richtschiene (13) verbunden ist, wobei am Zahnrad (17) ein Druckkegel (17a) angeordnet ist, der durch Axialverschiebung infolge der Axialverschiebung der Triebachse (18) in einer Stellung frei beweglich, in der anderen Stellung am Schenkel (13a) der Richtschiene (13) klemmend anliegt.
     
    2. Richtwagen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Winkel (a) des Druckkegels (17a) und des Schenkels (13a) im Bereich von 30° bis 45° zur Längsachse liegt, und das Zahnrad (17) mit Druckkegel (17a) einstückig ausgebildet ist.
     
    3. Richtwagen nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Schenkel (13a) der Richtschiene (13) durch Druckkegel (17a), Gleitschuh (21) und Führungsschuh (22) klemmbar ist.
     
    4. Richtwagen nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Feststelleinrichtung einen Klemmtrieb (19), z.B. Spannrad od.dgl., aufweist, der zwischen einer am Flansch (31) des Rohres (30) anliegenden, über der Triebachse (18) geführte Gewindemuffe (32) einerseits und Handkurbel (20) mit Distanzring (33) andererseits, liegt.
     


    Claims

    1. Aiming carriage for high-angle weapons, particularly mortars, whose weapon tube (4) bears with its breech (2) on the one hand on a bridge (1) and on the other with at least one leg member on an annular aiming rail (13) and is pivotable about the bridge centre, the direction setting taking place by means of a lateral adjusting drive (16) and the weapon tube (4) can be stopped with the aid of a locking device, characterized in that the adjusting drive (16) has an axially movable drive shaft (18), which is non -positively connected to the aiming rail (13) by a gear (17), on which is placed a pressure cone (17a) which, as a result of axial movement, as a result of the axial movement of the drive shaft (18) is freely movable in one position, but engages in clamping manner on the leg (13a) of the aiming rail (13) in the other position.
     
    2. Aiming carriage according to claim 1, characterized in that the angle (a) of the pressure cone (17a) and the leg (13a) is approximately 30 to 45° to the longitudinal axis and the gear (17) is constructed in one piece with the pressure cone (17a).
     
    3. Aiming carriage according to claims 1 and 2, characterized in that the leg (13a) of the aiming rail (13) can be clamped by the pressure cone (17a), sliding shoe (21) and guide shoe (20).
     
    4. Aiming carriage according to claims 1 to 3, characterized in that the locking device has a clamping drive (19), e.g. a locking wheel or the like, which is located between a screw socket (32) guided by means of the drive shaft (18) and engaging on the flange (31) of the tube (30) on the one hand and the crank (20) with the spacing ring (33) on the other.
     


    Revendications

    1. Chariot de pointage pour des mortiers, notamment des lanceurs d'obus, dont le canon (4) s'appuie par sa partie de base (2) d'une part contre un appui (1), et d'autre part avec au moins une jambe portante sur un rail de pointage (13) de forme annulaire, et peut pivoter autour du point central de l'appui, le réglage d'orientation étant effectué par un mécanisme de manoeuvre latérale (16) et le canon (4) de l'arme pouvant être arrêté à l'aide d'un dispositif de fixation, caractérisé en ce que le mécanisme de manoeuvre (16) comporte un axe d'entraînement (18) mobile en translation axiale et qui est relié au moyen d'un pignon (17), par conjugaison de forces, avec le rail de pointage (13), et en ce qu'il est prévu sur le pignon (17) un cône de pression (17a) qui, dans une position, est librement mobile en translation axiale par suite de la translation axiale de l'axe d'entraînement (18) tandis que, dans l'autre position, il s'applique avec effet de blocage contre l'aile (13a) du rail de pointage (13).
     
    2. Chariot de pointage selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'angle (a) du cône de pression (17a) et de l'aile (13a) est compris dans une plage de 30 à 45° par rapport à l'axe longitudinal et le pignon (17) est réalisé d'une seule pièce avec le cône de pression (17a).
     
    3. Chariot de pointage selon l'une des revendications 1 et 2, caractérisé en ce que l'aile (13a) du rail de pointage (13) peut être bloquée par le cône de pression (17a), par un sabot de glissement (21) et par un sabot de guidage (22).
     
    4. Chariot de pointage selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que le dispositif de blocage comporte un organe de serrage (19), par exemple une molette de blocage ou analogue, qui est située entre d'une part un manchon fileté (32) s'appliquant contre une bride (31) du tube (30) et guidé par l'intermédiaire de l'axe d'entraînement (18) et d'autre part une manivelle (20) pourvue d'une bague d'espacement (33).
     




    Zeichnung