[0001] Die Erfindung betrifft eine Changiervorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1.
[0002] Für das Aufspulen von Fäden bei extrem hohen Fadengeschwindigkeiten - z.B. 6.000
m/min. - sind Changiervorrichtungen bekannt, bei denen der Faden durch Mitnehmer hin
und her geführt wird, die auf zwei gegensinnig bewegten, nebeneinander angeordneten
Riementrumen befestigt sind. Die alternierende Bewegung des Fadens wird dabei nicht
wie bei herkömmlichen Changiervorrichtungen durch einen einzigen, hin und her bewegten
Fadenführer bewirkt, sondern dadurch, daß die gegenläufig bewegten Mitnehmer abwechselnd
den Faden erfassen und führen. Da die Mitnehmer an den Umkehrpunkten des Fadens weder
beschleunigt noch verzögert werden, wird der Einfluß der trägen Masse der Fadenführungsorgane
bei der Fadenumkehr völlig ausgeschaltet.
[0003] In der DE-OS 15 35 091 sind verschiedene Riemenchangierer schematisch dargestellt.
Bei mehreren Ausführungsbeispielen sind je zwei endlose, über je zwei Leitrollen umlaufende
Riemen so angeordnet, daß ein Trum des einen Riemens in kurzem Abstand parallel zu
einem Trum des anderen Riemens geführt ist. Darunter sind auch Ausführungsbeispiele,
bei denen die Leitrollen des einen Riemens und die Leitrollen des anderen Riemen koaxial
oder mit versetzten parallelen Achsen nebeneinander angeordnet sind, d.h. so, daß
die Leitrolle des einen Riemens und die korrespondierende Leitrolle des anderen Riemens
einander eine Seitenfläche zukehren. Die Praxis hat gezeigt, daß bei Zweiriemensystemen
- bedingt durch unterschiedliche Dehnungen der beiden Riemen infolge unterschiedlicher
Materialeigenschaften oder unterschiedlicher Alterung - häufig Synchronisationsprobleme
auftreten, die zu einem unexakten Aufbau der Endflächen der Spulen führen. Mit derartigen
Zweiriemensystemen befaßt sich die Neuerung nicht.
[0004] Bei einem anderen in der erwähnten Druckschrift dargestellten Ausführungsbeispiel
ist jedoch nur ein einziger umlaufender Riemen vorhanden. Dieser bildet zwischen zwei
äußeren Leitrollen das eine, längere Trum und zwischen inneren Leitrollen das andere,
kürzere Trum des Changierbereichs. Alle Leitrollen liegen in einer Ebene, und zwar,
wenn man in die Bewegungsrichtung eines der Trume blickt, in einer Reihe hintereinander.
Die äußeren Leitrollen sind mit relativ großem Abstand voneinander angeordnet. In
dem Zwischenraum ist den beiden äußeren Leitrollen - eng benachbart - je eine innere
Leitrolle zugeordnet. Die inneren Leitrollen führen das kürzere Trum auf einer Strecke,
die etwa dem Achsabstand der beiden inneren Leitrollen entspricht und den maximal
möglichen Changierhub definiert, in kurzem Abstand parallel zu dem entgegenkommenden
längeren Trum. Beim Übergang von der äußeren Leitrolle zu der zugeordneten inneren
Leitrolle ist der Verlauf des Riemens annährend S-förmig, so daß der Riemen mit der
einen Seitenfläche an der äußeren und mit der anderen Seitenfläche an der inneren
Leitrolle anliegt. Die Mitnehmer sitzen auf einer schmalen Kante des Riemens.
[0005] Auch die DE-OS 36 27 544 beschreibt einen Riemenchangierer mit einem einzigen Riemen,
der über äußere und innere Leitrollen geführt ist. Diese sind ähnlich angeordnet
wie bei der vorhin beschriebenen Vorrichtung, jedoch ist der Riemen zwischen äußerer
Leitrolle und zugeordneter innerer Leitrolle in Gestalt einer Umkehrschleife über
eine zusätzliche Umlenkrolle geführt. Alle Rollenachsen sind parallel, so daß der
Riemen - ebenso wie bei der vorhin beschriebenen Vorrichtung - in einer Ebene verläuft.
Diese Ebene ist parallel zu der Ebene des Changierdreiecks.
[0006] Hiervon unterscheidet sich eine Vorrichtung, die in der US-PS 33 33 782 beschrieben
ist, unter anderem dadurch, daß die Achsen der verschiedenen Rollen zueinander leicht
geneigt sind. Infolgedessen sind die beiden Trume des Changierbereichs nicht exakt
parallel, sondern kreuzen sich unter einem sehr spitzen Winkel. Dadurch soll die Übergabe
des Fadens jeweils am Ende des Changierbereichs erleichtert werden. Diese Anordnung
ändert aber nichts daran, daß auch bei dieser Vorrichtung die vier Leitrollen, in
Bewegungsrichtung eines der Trume gesehen, im wesentlichen in einer Reihe hintereinander
angeordnet sind. Der Riemen steht hochkant in bezug auf die Ebene des Changierdreiecks,
und die Mitnehmer sitzen auf einer schmalen Kante des Riemens. Der Riemen liegt mit
der einen Seitenfläche an der äußeren, mit der anderen Seitenf läche an der zugeordneten
inneren Leitrolle an.
[0007] Bei den bisher erörterten Riemenchangierern, bei denen die beiden gegenläufigen Trume
einem einzigen endlosen Riemen angehören, kann der Changierhub, d.h. die Spulenlänge,
offensichtlich nicht größer sein als die Strecke, auf der die beiden Trume parallel
oder annähernd parallel neben einander laufen. Diese Strecke ist gleich dem Achsabstand
der beiden inneren Leitrollen, d.h. das kürzere Trum definiert den Changierhub. Das
bedeutet mit anderen Worten, daß die Baulänge des Riemenchangierers - d.h. die Abmessung
in Changierrichtung - stets die Spulenlänge um mindestens das Dreifache des Rollendurchmessers
überschreitet. Wenn mehrere derartige Systeme zum gleichzeitigen Wickeln mehrerer
auf einer Achse angeordneter Spulen reihenweise nebeneinander gesetzt werden, dann
ist der systembedingte Abstand zwischen je zwei Spulen stets größer als der dreifache
Rollendurchmesser. Der Rollendurchmesser kann nicht beliebig klein gewählt werden.
Der minimal zulässige Rollendurchmesser hängt von der Art des Riemens ab und wird
vom Riemenhersteller vorgeschrieben. In der Praxis ergeben sich für die zum Stand
der Technik gehörenden Riemenchangierer erheblich größere Baulängen und dadurch bedingte
Spulenabstände als bei Changierern, die z.B. mit Kehrgewindewellen ausgerüstet sind.
[0008] Die DE-OS 37 39 850 befaßt sich mit dem zuletzt erörterten Problem und beschreibt
eine Changiervorrichtung, bei der an den beiden Enden des Changierbereichs je zwei
Leitrollen mit parallelen Achsen in einer Ebene spiegelsymmetrisch nebeneinander angeordnet
sind, so daß die beiden den Changierbereich durchlaufenden Trume gleich lang sind.
Jeder der beiden Leitrollen ist eine seitlich angeordnete Umlenkrolle zugeordnet.
Der Riemen ist um beide Umlenkrollen schleifenartig herumgeführt, und der die beiden
Umlenkrollen verbindende Teil des Riemens ist in geringem Abstand vor bzw. hinter
den beiden Leitrollen geführt. Der gesamte Umlauf des Riemens liegt in einer Ebene.
Bei dieser Vorrichtung ist zwar das Verhältnis Baulänge/Changierhub wesentlich günstiger
als bei den anderen Einriemensystemen. Sie hat aber den Nachteil, daß sie in Richtung
quer zur Changierbewegung in einer zum Changierdreieck parallelen Ebene sehr sperrig
ist. Dadurch sind ihre Einsatzmöglichkeiten beschränkt, und der grundsätzlich bestehende
Vorteil kann aus konstruktiven Gründen nicht immer voll ausgeschöpft werden.
[0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Changiervorrichtung der im Oberbegriff
des Patentanspruchs 1 angegebenen Gattung zu schaffen, die bei günstigem Verhältnis
Baulänge/Changierhub auch in Querrichtung kompakt ist.
[0010] Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruchs
1 gelöst.
[0011] Wie die nachfolgende Beschreibung verdeutlicht, ergeben sich aus den kennzeichnenden
Merkmalen des Patentanspruchs 1 noch weitere Merkmale, durch die sich die Erfindung
von bekannten Einriemensystemen abhebt:
[0012] Der Riemen liegt an allen Rollen, über die er geführt ist, mit der gezahnten Innenseite
an. An keiner Stelle des Umlaufs tritt eine Gegenkrümmung auf. Die Mitnehmer sitzen
auf der Außenfläche des Riemens. Die Riementrume durchlaufen den Changierbereich
in Flachlage, d.h. die Außenfläche ist zumindest annähernd parallel zur Ebene des
Changierdreiecks.
[0013] Die in Anspruch 2 angegebene Anordnung hat im Betrieb Vorteile, weil die Linien,
auf denen sich die Mitnehmer im Changierbereich bewegen, dicht nebeneinander liegen.
[0014] Eine besonders kompakte Ausführung wird durch das Merkmal des Anspruchs 3 ermöglicht.
[0015] Die Merkmalkombination des Anspruchs 4 ist besonders geeignet, an den Umkehrpunkten
des Changierbereichs eine exakte Fadenübergabe zu gewährleisten. Die im Anspruch 1
enthaltene Angabe, daß die Leitrollen "nebeneinander" angeordnet sind, schließt nicht
aus, daß sie gemäß Anspruch 4 versetzt sind, z.B. um ein Stück, das etwa dem Radius
der Leitrolle entspricht.
[0016] Die Ausbildung der Mitnehmer gemäß Anspruch 5 hat den Vorteil, daß die Mitnehmer
- im Vergleich zu den bei anderen Einriemensystemen zumeist angewendeten doppelkeilähnlichen
Mitnehmern - praktisch keine örtliche Versteifung des Riemens bewirken und nur eine
sehr kleine Masse haben; dadurch wird die Laufruhe verbessert.
[0017] Die Zeichnung dient zur Erläuterung der Erfindung anhand von vereinfacht dargestellten
Ausführungsbeispielen.
[0018] Die Figuren 1 bis 3 zeigen drei Ansichten eines Ausführungsbeispiels aus drei zueinander
senkrechten Richtungen.
[0019] Figur 4 zeigt perspektivisch eine Einzelheit und dient insbesondere zur Erläuterung
des Begriffs "räumliches Riemengetriebe".
[0020] Die Figuren 5 und 6 zeigen für ein anderes Ausführungsbeispiel zwei Ansichten aus
zueinander senkrechten Richtungen.
[0021] Die Figuren 7 und 8 zeigen schematisierte Ansichten, gemäß den Pfeilen VII bzw. VIII
der Figur 5.
[0022] Die Figuren 9 bis 11 zeigen drei Ansichten eines weiteren Ausführungsbeispiels aus
drei zueinander senkrechten Richtungen.
[0023] Die Figuren 12 und 13 zeigen in vergrößertem Maßstab eine Einzelheit aus Figur 9
in Form von Momentaufnahmen zweier verschiedener Betriebsphasen.
[0024] Der Einfachheit halber wurde in den Figuren 5 bis 8 jedes Teil, das im wesentlichen
die gleiche Funktion hat wie ein Teil der Figuren 1 bis 3, mit einem Bezugszeichen
versehen, das sich von dem Bezugszeichen des entsprechenden Teils der Figuren 1 bis
3 durch Hinzuaddieren der Zahl 20 unterscheidet. Analog wurde in den Figuren 9 bis
11 die Zahl 40 hinzuaddiert. Infolgedessen brauchten diese Teile im Zusammenhang
mit den Figuren 5 bis 11 im wesentlichen nur insoweit beschrieben zu werden, als sie
von den entsprechenden Teilen der Figuren 1 bis 3 abweichen.
[0025] Auf Achsen 1, 2, die in der Nähe der in Figur 1 oben liegenden Kante an entgegengesetzten
Seiten einer Grundplatte 3 befestigt sind, sind je zwei gezahnte Leitrollen 4, 5 bzw.
6, 7 drehbar gelagert. Zwei Umlenkrollen, die ebenfalls am Umfang mit Zähnen versehen
sind, sind in der Nähe der unten liegenden Kante der Grundplatte 3 angeordnet. Die
eine Umlenkrolle 8 sitzt lose drehbar auf einer Achse 10. Die andere Umlenkrolle 9
sitzt auf der Welle 11 eines Antriebsmotors 12. Die Achse 10 liegt windschief zu
der Achse 1, und zwar so, daß die zur Bildebene der Figur 2 senkrechte Parallelprojektion
der Achse 1 die Achse 10 im rechten Winkel kreuzt, wie insbesondere aus Figur 2 erkennbar.
Entsprechendes gilt für die Welle 11, auf der die Umlenkrolle 9 sitzt, in bezug auf
die Achse 2.
[0026] Ein endloser Zahnriemen 13, der mit mehreren in gleich großen Abständen angeordneten
Mitnehmern 14 bestückt ist, ist über die Leitrollen 4, 5, 6, 7 und die Umlenkrollen
8, 9 geführt. Zwischen den beiden Leitrollenpaaren 4, 5 einerseits und 6, 7 andererseits
befinden sich zwei parallele Trume 15, 16, die sich - wie in Figur 2 durch Pfeile
angedeutet - in entgegengesetzten Richtungen bewegen. Der Riemen 13 umschlingt jede
Leitrolle in einem Winkelbereich von 900 und bildet Umkehrschleifen 17, 18, in denen
er nach Art eines räumlichen Riemengetriebes über die Umlenkrollen 8, 9 geführt ist.
Infolge der windschiefen Achsenanordnung ist er im Bereich der Umlenkschleifen tordiert.
An allen Leitrollen und an den beiden Umlenkrollen liegt er mit seiner gezahnten Innenfläche
an. Wie Figur 4 veranschaulicht, sind die Leitrolle 4 und die Umlenkrolle 8 relativ
zueinander so angeordnet, daß die Gerade, die die beiden Ablaufpunkte A, B miteinander
verbindet, zugleich die Schnittlinie der beiden mittleren Rollenebenen ist. Diese
Bedingung ist bei einem räumlichen Riemengetriebe für zwei Rollen, zwischen denen
ein verdrillter Riemenabschnitt verläuft, stets erfüllt, auch wenn die relative Winkellage
der Achsen von der in den Figuren 1 bis 4 gezeichneten Lage abweicht.
[0027] Der Bereich, in dem sich die beiden Trume 15, 16 erstrecken, ist der Changierbereich.
Die mit dem Buchstaben h bezeichnete Länge, d.h. im wesentlichen der Abstand der Achsen
1, 2, ist der Changierhub. Die Ebene, in der sich im Betrieb ein zugeführter Faden
19 hin und her bewegt, d.h. die Ebene des Changierdreiecks, steht bei den Darstellungen
der Figur 1 und der Figur 3 senkrecht auf der Ebene der Zeichnung; bei der Darstellung
der Figur 2 liegt sie zu ihr parallel.
[0028] Die Trume 15, 16 durchlaufen also den Changierbereich - bezogen auf die Ebene des
Changierdreiecks - in Flachlage, und die Mitnehmer sitzen auf der Außenfläche.
[0029] Abweichend von dem bisher beschriebenen Ausführungsbeispiel, bei dem der Abstand
der beiden Trume 15, 16 durch den Durchmesser der Umlenkrollen 8, 9 vorgegeben ist,
liegen bei dem nachfolgend beschriebenen, in den Figuren 5 bis 8 veranschaulichten
Ausführungsbeispiel die Trume 35, 36 erheblich näher beieinander. Die im Interesse
einer exakten Fadenübergabe wünschenswerte Verkleinerung des Abstandes wird dadurch
ermöglicht, daß die Leitrollen 24, 26 des einen Trums 35 und die Leitrollen 25, 27
des anderen Trums 36 in zueinander geneigten Ebenen liegen, so daß sich der zwischen
den Leitrollen 24, 25 bzw. 26, 27 befindliche Zwischenraum in Richtung auf die Seite,
auf der die Ablaufpunkte der Trume 35, 36 liegen, keilförmig verjüngt, wie man besonders
deutlich in Figur 7 und Figur 8 erkennt. Dementsprechend ist jede Leitrolle 24 bis
27 auf einer eigenen Achse gelagert. Die Achsen der Leitrollenpaare 24, 25 bzw. 26,
27 sind schräg gestellt und schneiden sich in der Projektion gemäß Figur 7 und Figur
8 unter einem stumpfen Winkel. Außerdem sind die Achsen der beiden Leitrollen 24,
ebenso wie die Achsen der beiden Leitrollen 26, 27 in der Richtung, in der sich die
Trume 35, 36 erstrecken, um ein Stück zueinander versetzt, das etwa dem Radius einer
Leitrolle entspricht. Der Übersichtlichkeit halber sind in den Figuren 5 bis 8 die
Achsen und die Halteorgane der Leitrollen 24 bis 27 nicht gezeichnet worden; sie können
z.B. ähnlich wie bei dem weiter unten beschriebenen Ausführungsbeispiel der Figuren
9 bis 11 ausgebildet und an der Grundplatte 23 befestigt sein. Trotz der abgeänderten
Lage der Achsen zueinander trifft es für dieses Ausführungsbeispiel ebenso wie für
das Ausführungsbeispiel der Figuren 1 bis 4 zu, daß die Leitrollen 24, 25 ebenso wie
die Leit rollen 26, 27 nebeneinander angeordnet sind und einander eine Seitenfläche
zukehren. Der Zahnriemen 33 umschlingt die Leitrollen 24 bis 27 je in einem Winkelbereich
von 180°. Die Mitnehmer 34 sind als dünne Stifte ausgebildet und stehen schräg aus
der Außenfläche des Riemens 33 hervor, so daß sie beim Durchlauf durch den Changierbereich
senkrecht zur Ebene des Changierdreiecks ausgerichtet sind, wie aus Figur 7 und Figur
8 ersichtlich. Die geometrischen Achsen der Umlenkrollen 28, 29 sind rechtwinklig
zu der Richtung angeordnet, in der sich die Trume 35, 36 erstrecken, und decken sich
in den Darstellungen gemäß Figur 7 und Figur 8 mit der Winkelhalbierenden des stumpfen
Winkels, den die Achsen der Leitrollen 24, 25 bzw. 26, 27 einschließen. Die Umkehrschleifen
37, 38 überschneiden sich in der Weise, daß die zur Umkehrschleife 37 des Leitrollenpaares
24, 25 gehörende Umlenkrolle 28 näher bei dem anderen Leitrollenpaar 26, 27 liegt
als die zu dessen Umkehrschleife 38 gehörende Umlenkrolle 29. Aus diesem Grunde haben
die Leitrollen 26, 27 einen etwas kleineren Durchmesser als die Leitrollen 24, 25,
so daß die beiden Umkehrschleifen 37, 38 in getrennten Ebenen liegen. Diese beiden
Ebenen sind parallel zu der Ebene, in der die beiden Trume 35, 36 verlaufen. Die Umlenkrolle
29 sitzt auf der Welle 31 eines Antriebsmotors 32.
[0030] Das Ausführungsbeispiel gemäß den Figuren 9 bis 11 stimmt mit dem der Figuren 5 bis
8 darin überein, daß die Achsen der beiden Leitrollenpaare 44, 45; 46, 47 in der Richtung,
in der sich die Trume 55, 56 erstrecken, zueinander versetzt und - wie aus Figur
11 ersichtlich - schräg gestellt sind; jedoch ist die Schrägstellung erheblich geringer
als bei dem vorherigen Ausführungsbeispiel. Das ist durch eine Anordnung der Umlenkrollen
48, 49 bedingt, die annähernd der Anordnung gemäß den Figuren 1 bis 3 entspricht,
jedoch mit dem Unterschied, daß die geometrischen Achsen der Um lenkrollen 48, 49
sowie des Antriebsmotors 52 entsprechend der versetzten Anordnung der Leitrollenpaare
44, 45; 46, 47 schräg gestellt sind. Die Mittelebene der Umlenkrolle 48 schneidet
die Mittelebene der beiden Leitrollen 44, 45 in den beiden in Figur 11 strichpunktiert
dargestellten Linien, die die Verbindungsgeraden der beiderseitigen Ablaufpunkte
darstellen. Entsprechendes gilt für die Lage der Umlenkrolle 49 relativ zu den Leitrollen
46, 47. Infolge der Schrägstellung der Umlenkrollen 48, 49 sind die Umkehrschleifen
57, 58 unsymmetrisch: Figur 11 zeigt, daß der Teil, der sich von der Leitrolle 44
zur Umlenkrolle 48 erstreckt, stärker tordiert ist als der andere Teil. Die Leitrollen
44 bis 47 und die Umlenkrollen 48, 49 haben alle den gleichen Durchmesser.
[0031] Die Figuren 12 und 13 dienen zur Veranschaulichung der Fadenübergabe am Ende des
Changierbereichs. Gemäß Figur 12 bewegt der senkrecht aus der Außenfläche des Riemens
53 hervorstehende Mitnehmer 54a, der über das Fadenführungslineal 60 hinausragt,
den Faden 59 längs des Fadenführungslineals 60 nach links. Wenn der Mitnehmer 54a
die Leitrolle 44 erreicht hat, bewegt er sich an der Leitrolle auf gekrümmter Bahn
weiter. Dabei taucht seine Spitze unter die Kante des Fadenführungslineals 60 und
verliert den Kontakt mit dem Faden 59. In diesem Augenblick, der in Figur 13 dargestellt
ist, hat der entgegenkommende andere Fadenführer 54b, bedingt durch die versetzte
Anordnung der Leitrollen 44, 45, eine Position erreicht, in der er über die Kante
des Fadenführungslineals 60 hinausragt. Er übernimmt momentan den Faden 59 und verlegt
ihn in umgekehrter Richtung, d.h. in Figur 13 nach rechts. Anordnungen, die eine
ähnlich vorteilhafte und exakte Wirkungsweise ermöglichen, sind zwar schon bei Zweiriemensystemen
bekannt. Sie sind aber auf die bisher bekannten Einriemensysteme nicht übertragbar,
da bei diesen Systemen der Riemen in einer Ebene umläuft, wobei er - bezogen auf die
Ebene des Changierdreiecks - hochkant steht und wobei die Mitnehmer auf seiner schmalen
Kante sitzen.
1. Changiervorrichtung für eine Aufspuleinheit mit folgenden Merkmalen:
Auf einem endlosen umlaufenden Riemen (13, 33, 53) sind mehrere Mitnehmer (14, 34,
54) angebracht
In einem Changierbereich verlaufen zwei Trume (15, 16; 35, 36; 55, 56) des Riemens
(13, 33, 53) zwischen je zwei Leitrollen (4, 6; 5, 7; 24, 26; 25, 27; 44, 46; 45,
47) zumindest annähernd parallel und sind in entgegengesetzten Richtungen bewegbar
Beiderseits außerhalb des Changierbereichs bildet der Riemen (13, 33, 53) je eine
Umkehrschleife (17, 18; 37, 38; 57, 58), die über mindestens eine Umlenkrolle (8,
9; 28, 29; 48, 49) geführt ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Leitrollen (4, 5; 6, 7; 24, 25; 26, 27; 44, 45; 46, 47) der beiden Trume (15,
16; 35, 36; 55, 56) in der Weise nebeneinander angeordnet sind, daß sie einander
eine Seitenfläche zukehren,
daß die Umlenkrollen (8, 9; 28, 29; 48, 49) windschief zu den Leitrollen angeordnet
sind
und daß der Riemen (13, 33, 53) im Bereich der Umlenkschleifen (17, 18; 37, 38; 57,
58) nach Art eines räumlichen Riemengetriebes tordiert ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand zwischen den
beiden Trumen (35, 36) durch Schrägstellung der Achsen der Leitrollen (24, 25; 26,
27; 44, 45; 46, 47) verkleinert ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Riemen (33)
die Leitrollen (24, 25; 26, 27) in einem Winkelbereich von 180° umschlingt.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Achsen
der beiden nebeneinander angeordneten Leitrollen (24, 25; 26, 27; 44, 45; 46, 47)
in der Richtung, in der sich die Trume (35, 36; 56) erstrecken, versetzt angeordnet
sind und daß zwischen den beiden Trumen (35, 36; 56) zumindest im Bereich der Leitrollen
ein Führungslineal (40, 60) angeordnet ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Mitnehmer (34, 54)
als dünne Stifte ausgeführt sind, die senkrecht oder annähernd senkrecht aus der Außenfläche
des Riemens (33, 53) hervorstehen.