[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Tisch mit einer Tischplatte und randständigen
Beinen.
[0002] An Tische dieser Art werden als Sitzelemente Stühle, Hocker oder dergleichen gestellt,
wenn an dem Tisch Personen für beliebige Zwecke, beispielsweise Essen, Arbeiten usw.
platznehmen wollen. Bei derartigen, vom Tisch separat ausgebildeten Sitzelementen
hat man eine weitgehende Flexibilität in der Anordnung der Sitzelemente um den Tisch
herum, man kann Tisch und Sitzelemente in beliebiger Weise kombinieren, wobei eine
weitgehende Gestaltungsfreiheit gegeben ist.
[0003] Es sind aber auch Tische bekannt, die fest mit Sitzelementen verbunden sind. Dabei
befindet sich an jeder der beiden Längsseiten eines Tisches mit rechteckförmiger
Tischplatte ein Sitzelement in Form einer Bank, die etwa dieselbe Länge wie die Längsseite
der Tischplatte hat. Die Gesamtanordnung ist durch Träger, die die beiden Sitzbänke
verbinden und auf dem Boden aufliegen, zu einer Einheit verbunden, an diesen Trägern
wiederum ist die Tischplatte über mittige Stützen gehalten. Hierdurch wird ein seitlicher
Einstieg möglich, hätte die Tischplatte gerade, randständige Beine, würden diese den
Einstieg behindern.
[0004] Bei mit separaten Sitzelementen ausgerüsteten Tischgruppen besteht 0ft die Notwendigkeit,
zusätzliche Stühle an den Tisch stellen zu müssen. In beengteren Räumen, beispielsweise
in einem Raum mit vielen Tischgruppen (Restaurants) oder einem kleineren Raum mit
nur einer Tischgruppe (Eßzimmer) ist das Hinzustellen von Stühlen schon aus Platzgründen
nicht einfach und wird insbesondere dann schwierig, wenn - wie bei derartigen Situationen
typisch - am Tisch schon einige Personen Platz genommen haben.
[0005] Nachteilig ist weiterhin bei Tischgruppen mit separaten Sitzelementen ein Transport
oder die Reinigung des Bodens. Tischeinheiten mit fest verbundenen Sitzbänken der
oben genannten Art sind sperrig im Transport.
[0006] Es besteht daher ein Bedürfnis nach Sitzelementen, die bequem und ohne großen Aufwand
an einen Tisch der eingangs genannten Art hinzugefügt werden können, wenn hierfür
Bedarf besteht, beispielsweise wenn in einem Restaurant an einen Tisch noch einige,
z. B. zwei oder drei weitere Sitzgelegenheiten angefügt werden sollen, weil neue oder
weitere Gäste kommen und man vermeiden möchte, Stühle über die Köpfe der anderen
Gäste durch das Lokal tragen zu müssen.
[0007] Hier setzt die Erfindung ein. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, einen Tisch der
eingangs genannten Art so weiterzuentwickeln und mit mindestens einem Sitzelement
zu verbinden, daß dieses bei Bedarf bequem und ohne viel Stühlerücken für Sitzzwecke
zur Verfügung steht. Gelöst wird diese Aufgabe ausgehend von dem Tisch der eingangs
genannten Art dadurch, daß mindestens ein Bein mit einem Sitzelement verbunden ist,
- das eine der Tischhöhe angepaßte Sitzfläche hat,
- das um die Achse des Beines schwenkbar gelagert ist und dabei zwischen einer Gebrauchsposition,
in der seine Sitzfläche sich außerhalb der Tischplatte und im sitzabstand von der
Tischkante befindet und einer eingeklappten Position verschwenkt werden kann, in der
das Sitzelement sich unter der Tischplatte befindet und
- das unterhalb der Sitzfläche eine Abstützung aufweist, durch die das Gewicht eines
Benutzers in den Boden, auf dem der Tisch steht, eingeleitet wird.
[0008] Erfindungsgemäß werden die randständigen, geraden Beine also als Anlenkachse und
zugleich Befestigung für ein Sitzelement benutzt, das zwischen den beiden Positionen
verschwenkt werden kann. In der eingeklappten Position ist das Sitzelement weitgehend
versteckt und sollte so angeordnet sein, daß es den Beinraum unterhalb der Tischplatte
möglichst nicht, auf jeden Fall nur gering beeinträchtigt. In der ausgeklappten Gebrauchsposition
wird eine möglichst für das Sitzen bequeme Stellung zur Tischplatte eingenommen, demgemäß
hat die Sitz fläche eine der Tischhöhe angepaßte Höhe und befindet sich im normalen
Sitzabstand von der Tischkante. Dies ist notwendig, weil auf grund der festen Zuordnung
zum Tischbein der Sitzabstand nicht verändert werden kann. Die Sitzhöhe könnte in
Weiterentwicklung der Erfindung einstellbar gemacht werden auf die individuellen
Bedürfnisse eines Benutzers.
[0009] Durch die Abstützung wird das Gewicht eines Benutzers in den Boden eingeleitet, also
im allgemeinen in einen Fußboden, auf dem der Tisch steht. Dadurch wird das Bein,
an dem das Sitzelement angelenkt ist, so weit wie möglich statisch entlastet.
[0010] Unter einem randständigen Bein wird ein Tischbein verstanden, das sich wesentlich
näher an der Tischkante als in der Mitte der Tischplatte befindet. Bei einem randständigen
Tischbein befindet sich der Bewegungskreis des angelenkten Sitzelementes teilweise
außerhalb, teilweise unterhalb der Tischplatte, je näher das Bein an der Tischkante
angeordnet ist, umso kürzer kann der Abstand zwischen Sitzfläche und vertikaler Schwenkachse
gewählt werden und umso kleiner ist der Durchmesser des Bewegungskreises.
[0011] Als sehr vorteilhaft hat es sich erwiesen, das Sitzelement an seiner Unterseite mit
Gleit- oder Rollmitteln zu versehen, die den Boden berühren. Diese bewirken einerseits
die schon beschriebene Abstützung und erleichtern andererseits den Ein- und Ausklappvorgang
des angelenkten Sitzelementes.
[0012] Als sehr vorteilhaft hat es sich erwiesen, nicht nur einem Tischbein ein Sitzelement
zuzuordnen, sondern an mehreren Tischbeinen jeweils ein Sitzelement anzulenken, dabei
sollten sich die Bewegungskreise der Sitzelemente möglichst wenig, vorzugsweise gar
nicht überschneiden. In vorzugsweiser Ausbildung ergeben die in eingeklappter Position
befindlichen, mehreren Sitzelemente eine regelmäßige Anordnung unterhalb der Tischplatte.
[0013] Eine besonders einfache Ausführung ergibt sich dann, wenn runde Tischbeine gewählt
werden. Sie können unmittelbar als Schwenk- und Lagerachse des Sitzelementes benutzt
werden. Ein Vorteil der Erfindung liegt in der Doppelfunktion der Beine hierdurch
wird eine separate Schwenkachse für das Sitzelement entbehrlich. Außerdem leitet das
als Gelenkachse verwendet Bein dynamische Kräfte, die vom Sitzenden auf die Sitzfläche
ausgeübt werden, in den Boden ein, ohne hierdurch die Tischplatte zu belasten.
[0014] Schließlich hat es sich als vorteilhaft erwiesen, mindestens eine der Positionen
des Sitzelementes, und vorzugsweise die eingeklappte Position, durch eine elastische
Rastung festzulegen. Hierdurch bleiben die eingeklappten Sitzelemente, bei geringeren,
auf sie wirkenden Kräften in ihrer eingeklappten Position, was für den Transport der
kompletten Einheit, aber auch für den praktischen Einsatz Vorteile bietet, weil die
unbenutzten Sitzelemente eine klar vorgegebene Position beibehalten.
[0015] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den übrigen Ansprüchen
sowie der nun folgenden Beschreiben von nicht einschränkend zu verstehenden Ausführungsbeispielen,
die unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert werden. In dieser zeigen:
Fig. 1 eine perspektivische Darstellung eines Tisches mit einem Sitzelement nach
der Erfindung,
Fig. 2 eine Untersicht eines Tisches entsprechend Fig. 1, jedoch mit vier Sitzelementen,
die Sitzelemente sind in eingeklappter Position und
Fig. 3 eine perspektivische Darstellung ähnlich Fig. 1 für eine andere Ausführung
des Sitzelementes, das sich in der Gebrauchsposition befindet.
[0016] Fig. 1 zeigt ein Teilstück eines Tisches mit einer Tischplatte 20 und zwei Beinen
22, die randständig, gerade und vertikal angeordnet sind. Die Tischplatte ist zur
besseren Darstellung gestrichelt gezeichnet. Mit einem Bein 22 ist ein Sitzelement
24 verbunden. Es hat eine Sitzfläche 26, die der Tischhöhe angepaßt ist. Im konkret
dargestellten Ausführungsbeispiel hat das Sitzelement in etwa die Form eines Quaders
mit der Grundfläche eines Kreissektors, jedoch ist die Oberseite ausgehend von der
Sitzfläche gerundet angehoben, so daß das Sitzelement an der spitzer zulaufenden Seite
seines Korpus etwa die gleiche Höhe wie das Bein 22 hat. In diesem Bereich umgreift
es das Bein 22 voll ständig unter Bildung eines Gelenks, dessen Gelenkachse die Mittelachse
des runden Beines 22 ist. Die Unterfläche des Sitzelementes 24 ist im hier gezeigten
Ausführungsbeispiel eben und liegt vollflächig, gegebenenfalls unter Zwischenschaltung
von Gleit- oder Rollmitteln auf dem Boden auf, auf dem sich auch der Tisch befindet.
[0017] Fig. 2 zeigt einen Tisch entsprechend Fig. 1 in Ansicht von unten und mit insgesamt
vier Sitzelementen 24. Sie befinden sich alle in einer eingeklappten Position, in
der sie vollständig unterhalb der Tischplatte 20 sind und den Beinraum unterhalb
der Tischplatte 20 möglichst wenig behindern. Für das untere rechte Sitzelement 24
ist gestrichelt auch die Gebrauchsposition angedeutet, durch Schwenken im Sinne des
Pfeils 36 kann dieses Sitzelement 24 - wie jedes andere Sitzelement einzeln ebenfalls
- zwischen der eingezeichneten eingeklappten Position und der gestrichelt dargestellten
Gebrauchsposition hin- und herbewegt werden. Durch geeignete, elastische Rastmittel,
die im Bereich der Gelenkverbindung angeordnet sind, wird die eingeklappte Position
fixiert. Beispielsweise ist im Sitzelement 24 eine Kugel vorgesehen, die durch eine
Schraubenfeder in Richtung auf das Bein 22 gedrückt wird. Im Bein ist eine Ausnehmung
vorgesehen, in die die Kugel bei in eingeklappter Position befindlichem sitzelement
24 einschnappt. Andere elastische oder lösbare Haltevorrichtungen sind möglich.
[0018] Unterhalb der Sitzfläche 26 befindet sich eine Abstützung 32, dort stützt sich das
Sitzelement 24 auf dem Boden ab. Hierdurch wird das Gewicht eines Benutzers unmittelbar
in den Boden eingeleitet, ohne das Tischbein 22 zu belasten.
[0019] Im Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 schließlich hat das Sitzelement 24 als Sitzfläche
26 einen Sattel und ein vertikal verlaufendes, unten in einer Kugel als Rollmittel
32 endendes Rohr, sowie eine mit diesem fest verbundene Traverse 38 , letztere wiederum
umgreift das rund ausgebildete Bein 22 mit einem Hülsenbereich unter Bildung eines
Schwenkgelenks. Anstelle des Sattels kann auch ein höhenverstellbarer (z.B. mit Schraubspindel)
Hocker mit runder Sitzfläche eingesetzt werden. Anstelle des punktuell auf liegenden
Rollmittels in Form einer Kugel kann ein Abstützkreuz mit mehreren Rollen, das sternförmig
aus gebildet und unten am Rohrende angeordnet ist, vorgesehen sein.
[0020] In den gezeigten Ausführungsbeispielen befinden sich die Beine 22 etwa in einem Abstand
von 10 cm von der Tischkante 30. Sind die Beine 22 in größerem Abstand von der Tischkante
30 angeordnet, muß der Bewegungskreis der Sitzelemente zwangsläufig größer gewählt
werden, beispielsweise muß die Traverse 38 länger ausgeführt sein. Eine Anordnung
der Beine 22 in Nähe der Tischkante 30 hat dadurch Vorteile. Es ist durchaus möglich,
die Beine noch näher als gezeichnet an der Tischkante 30 anzuordnen, hierdurch verkleinert
sich der Bewegungskreis der Sitzelemente.
[0021] Nicht eingezeichnet in Fig. 3 ist eine Vorrichtung, die das dargestellte Sitzelement
24 federbelastet zur Tischplatte 20 hin anhebt, wenn es sich in der eingeklappten
Position befindet. Beim Herausschwenken aus der eingeklappten Position fällt das
Sitzelement 24 zunächst schräg nach unten und gleitet dann auf dem Boden. Demgemäß
ist im Gelenk eine Führungsbahn vorgesehen, die über einen großen Winkelbereich parallel
zur Tischplatte 20, im Bereich der eingeklappten Position aber einen Schrägverlauf
hat.
1. Tisch mit einer Tischplatte (20) und randständigen Beinen (22),
dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein Bein (22) mit einem Sitzelement (24) verbunden
ist,
- das eine der Tischhöhe angepaßte Sitzfläche (26) hat,
- das um die Achse (28) des Beines (22) schwenkbar gelagert ist und dabei zwischen
einer Gebrauchsposition, in der seine Sitzfläche (26) sich außerhalb der Tischplatte
(20) und im Sitzabstand von der Tischkante (30) befindet und einer eingeklappten
Position verschwenkt werden kann, in der das Sitzelement (24) sich unter der Tischplatte
(20) befindet und
- das unterhalb der Sitzfläche (26) eine Abstützung (32) aufweist, durch die das Gewicht
eines Benutzers in den Boden eingeleitet wird.
2. Tisch nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichent, daß das Sitzelement (24) an seiner
Unterseite Gleit- oder Rollmittel (34) aufweist, die den Boden berühren.
3. Tisch nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere, einzeln jeweils
einem Tischbein (22) zugeordnete Sitzelemente (24) aufweist und daß die Sitzelemente
(24) in ihrer eingeklappten Position eine regelmäßige Figur (Anordnung) unter der
Tischplatte (20) bilden.
4. Tisch nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß seine Beine
(22) rund sind.
5. Tisch nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Sitzelement (24) mit seinem
Gelenkbereich von unten auf das Bein (22) aufgesteckt werden kann.
6. Tisch nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens
eine der Positionen, vorzugsweise die eingeklappte Position, durch eine elastische
Rastvorrichtung fixiert ist.
7. Tisch nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Sitzelement
in seiner eingeklappten Position gegenüber der Gebrauchsposition angehoben ist und
damit der Tischplatte (20) näher steht.
8. Tisch nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß sich das Bein
(22) in einem Abstand von kleiner als 10 cm von der Tischkante (30) befindet.
9. Tisch nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Bein (22)
gerade ist.