[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verbessern der Standfestigkeit
von Masten aus chemisch bzw. mikrobiologisch angreifbaren Materialien, bei dem die
Masten in der Umgebung der Bodenberührungsstelle mit einer aus einer Fasermatte bestehenden
Binde umwickelt werden, die mit einem härtenden feuchtigkeitsbeständigen Kunststoff
getränkt wird, wobei die Fasermatte aus einem Gewebe aus Glas, Nylon oder Perlon besteht,
und der härtende feuchtigkeitsbeständige Kunststoff aus einem Zweikomponentensystem
besteht. Es eignet sich zum Verbessern der Standfestigkeit von Licht- und Signalmasten,
Masten für Verkehrs- oder Hinweisschilder, Leitungsmasten für die Übertragung von
Energie oder Nachrichten, wie Strommasten, Telefon- oder Telegraphenmasten und dergl.
[0002] Zum Verbessern der Standfestigkiet von Masten ist es bisher üblich, die Masten mit
einem Schutzanstrich zu versehen, der bei Masten aus Eisen bzw. Stahl aus einem korrosionsverhindernden
Material und bei Holzmasten beispielsweise aus einem fäulnisverhütenden Material besteht.
Es hat sich aber gezeigt, daß insbesondere an der Bodenberührungsstelle, aber auch
innerhalb des Erdreichs, Korrosion bzw. Fäulnis zu beobachten ist, wodurch die Standfestigkeit
der Masten beeinträchtigt wird. Sind die Masten erst einmal angegriffen, so läßt sich
die weitere Korrosion bzw. Fäulnis nur noch unter hohem Aufwand beseitigen, sodaß
im allgemeinen eine Erneuerung der Masten erforderlich ist.
[0003] Aus der EP-A-0 173 446 ist bereits ein Verfahren zur Verbesserung der Standfestigkeit
von Masten bekannt, wobei die Masten in der Umgebung der Bodenberührungsstelle mit
einer aus einer Fasermatte bestehenden Binde umwickelt werden, die mit einem härtenden
feuchtigkeitsbeständigen Kunststoff getränkt wird, wobei die Fasermatte aus einem
Gewebe aus Glas, Nylon oder Perlon besteht, und der härtende Kunststoff aus einem
Zweikomponentensystem besteht.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren zu schaffen, mit dem sowohl
neue als auch bereits bestehende Masten saniert werden können, sodaß ihre Standfestigkeit,
insbesondere gegenüber mechanischen Einwirkungen, wesentlich verbessert wird.
[0005] Gelöst wird diese Aufgabe durch die im kennzeichnenden Teil des Hauptanspruchs angegebenen
Merkmale. Die Unteransprüche beschreiben bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung.
[0006] Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich für alle Masten, die durch chemische oder
mikrobiologische Umwelteinflüsse geschädigt werden können, beispielsweise durch Korrosion
von Metallmasten, z. B. aus Eisen oder Stahl, oder durch Fäulnis, Pilzwachstum und
dergl. bei Masten aus Holz. Das Verfahren eignet sich zur Behandlung neuer Masten,
die in den Boden eingebracht werden sollen, aber auch zur Behandlung von bereits im
Boden stehenden Masten, bei denen es lediglich erforderlich ist, den Boden bis zu
der für die Behandlung nötigen Tiefe auszuheben, die im allgemeinen weniger als etwa
1 m beträgt.
[0007] Durch das erfindungsgemäße Verfahren läßt sich die Standfestigkeit von Masten erheblich
verbessern. Es hat sich gezeigt, daß bereits bestehende Masten, die durch Korrosion
oder Fäulnis erheblich geschädigt waren, durch das erfindungsgemäße Verfahren in ihrer
Standfestigkeit soweit verbessert werden konnten, daß sie an die Standfestigkeit neuer
Masten heranreichte oder diese sogar übertrafen. Dadurch kann in vielen Fällen auf
eine Erneuerung von Masten verzichtet werden, was eine erhebliche Einsparung bedeutet.
[0008] Bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens werden die Masten zunächst
mit einem chemisch bzw. mikropassivierenden Schutzanstrich aus Bleimennige, Zinkchromat,
Zinkphosphat oder Zinkstaubfarbe versehen.
[0009] Die Masten werden in der Umgebung der Bodenberührungsstelle, d. h. in der Umgebung
der Linie, an der der Mast aus dem Boden bzw. der Erde herausragt, mit einer Binde
umwickelt, die aus einer Fasermatte aus einem Fasergeflecht besteht. deren Breite
etwa 3 bis 30 cm, insbesondere etwa 10 bis 30 cm und besonders bevorzugt etwa 10 cm
beträgt. Die Binde wird entweder Windung für Windung aneinander anstoßend oder einander
überlappend um den Mast gewickelt. Dabei wird die Wicklung von unten nach oben geführt.
Im allgemeinen wird ein Bereich beiderseits der Bodenberührungsstelle von etwa 50
cm nach oben und unten, von der Bodenberührungsstelle aus gerechnet, mit der Binde
umwickelt, vorzugsweise ein Bereich von etwa 30 cm nach oben und unten.
[0010] Die Binde wird entweder vor dem Umwickeln des Mastes oder danach mit einem härtenden
wasserbeständigen Kunststoff aus Steinkohlenteerpechepoxid oder Polyurethan getränkt.
[0011] Nach dem Erhärten des Kunststoffs, beispielsweise nach etwa 3 Stunden
kann der Mast an Ort und Stelle eingesetzt werden bzw. falls der Mast bereits an seinem
vorgesehenen Platz steht, kann der vorher teilweise freigelegte Mast wieder im Boden
verankert bzw. mit Erdreich verfüllt und verdichtet werden.
[0012] Die erfindungsgemäß behandelten Masten weisen eine erhöhte Standfestigkeit auf, insbesondere
nach längeren Standzeiten. Dabei wird die Standfestigkeit wie folgt ermittelt:
Zunächst wird mittels Ultraschall untersucht, wie groß die mittlere Materialdicke
des Mastes in seinem gefährdeten Bereich ist. Aus der Dicke bezogen auf die ursprüngliche
Materialdicke wird ein Prozentsatz errechnet, der die tatsächliche Standfestigkeit
von kleiner als 100 % angibt. Ein repräsentativer Mast mit diesem relativen Prozentsatz
wird unter definierten Bedingungen in im Boden eingesetzter Lage umgezogen und die
dabei aufgewendete Kraft gemessen.
[0013] Bei einem anderen Masten mit gleicher verringerter Standfestigkeit wird das erfindungsgemäße
Verfahren angewendet. Der solchermaßen bandagierte Mast wird ebenfalls umgezogen (unter
definierten Bedingungen) und die hierbei aufzuwendende Kraft ermittelt. Diese Kraft
kann dann manchmal höher sein, als jene Kraft, die erforderlich ist, einen neu eingesetzten
Mast mit 100 % Standfestigkeit umzuziehen.
[0014] Die Erfindung wird nachfolgend durch Beispiele näher erläutert, wobei alle in den
Beispielen enthaltenen Merkmale als erfindungswesentlich angesehen werden.
Beispiel 1
[0015] Ein Mast, bestehend aus Stahlrohr wird mit einem Schutzanstrich aus passivierenden
Korrosionsschutz vershen. Nach dem Trocknen des Schutzanstrichs wird der Mast an der
vorgesehenen Bodenberührungsstelle von bis 1,0 m vom unteren Ende aus gesehen in einer
Höhe von insgesamt 150 cm mit einer Binde umwickelt, die aus einer Matte aus einem
Glasfasergeflecht mit einem Flächengewicht von bis 250g/m² und einer Breite von bis
20 cm besteht. Die Binde war vor dem Umwickeln mit Steinkohlenteerpechepoxid getränkt
worden, und zwar mit einer Menge von bis 600 g/m².
[0016] Der Mast hatte nach einer Standzeit von 5 Jahren eine Standfestigkeit von 100 %.
während ein nur mit einem Schutzanstrich versehener Vergleichsmast ohne Binde nach
der gleichen Standzeit nur eine Standfestigkeit von 70 % aufwies.
Beispiel 2
[0017] Ein üblicher Stahlrohrmast , der bereits eine Standzeit von 5 Jahren hinter sich
hatte, wurde nach Entfernung der äußerlichen Korrosionsspuren mit einem Schutzanstrich
aus passivierenden Korrosionsschutz
versehen und nach dem Trocknen des Schutzanstrichs mit der gleichen Binde wie in Beispiel
1 in gleicher Weise umwickelt. Nach einer weiteren Standzeit von 5 Jahren ergab sich
eine Standfestigkeit von 100 %,
während ein unbehandelter Vergleichsmast leiglich eine Standfestigkeit von 70 % aufwies.
1. Verfahren zum Verbessern der Standfestigkeit von Masten aus chemisch bzw. mikrobiologisch
angreifbaren Materialien, bei dem die Masten in der Umgebung der Bodenberührungsstelle
mit einer aus einer Fasermatte bestehende Binde umwickelt werden, die mit einem härtenden,
feuchtigkeitsbeständigen Kunststoff getränkt wird, wobei die Fasermatte aus einem
Gewebe aus Glas, Nylon oder Perlon besteht, und der härtende feuchtigkeitsbeständige
Kunststoff aus einem Zweikomponentensystem besteht,
dadurch gekennzeichnet,
daß
a) der Mast zunächst mit einem chemisch bzw. mikropassivierenden Schutzanstrich aus
Bleimennige, Zinkchromat, Zinkphosphat oder Zinkstaubfarbe versehen wird und nach
dem Trocknen des Schutzanstrichs
b) im Bereich von etwa 50 cm unterhalb bis etwa 50 cm oberhalb der Bodenberührungsstelle
mit der Fasermattenbinde eine Breite von etwa 3 bis 30 cm, die mit Steinkohlenteerpechepoxyd
oder Polyurethan als härtenden feuchtigkeitsbeständigen Kunststoff getränkt wird,
von unten nach oben um den Mast gewickelt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Breite der Binde etwa 5
bis 15 cm beträgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Binde im Bereich der Bodenberührungsstelle
von etwa 30 cm unterhalb bis etwa 30 cm oberhalb der Bodenberührungsstelle um den
Mast gewickelt wird.
1. A method of improving the durability of poles of material subject to chemical or microbiological
attack in which the poles are wound, in the vicinity of the ground contact point,
with a binding consisting of a fibre mat which is impregnated with a hardening moisture-resistant
plastic, and the fibre mat consists of a fabric of glass, nylon or perlon, and the
hardening moisture-resistant plastic consists of a two-component system
characterised in that
a) the pole is first provided with a chemically or microbiologically passivating protective
coat of paint consisting of red lead, zinc chromate, zinc phosphate or zinc dust paint,
and after the protective paint has dried
b) in the range of about 50 cm. below to about 50 cm. above the point of contact of
the ground, with the fibre mat binding a width of about 3 to 30 cm., which is impregnated
with coal tar pitch epoxide or polyurethane as a hardening moisture-resistant plastic,
is wound round the pole upwards from below.
2. A method according to Claim 1, characterised in that the width of the binding amounts
to about 5 to 15 cm.
3. A method according to Claim 1, characterised in that in the region of the ground contact
point the binding is wound round the pole from about 30 cm. below to about 30 cm.
above the ground contact point.
1. Procédé pour l'amélioration de la stabilité de mâts en matériau attaquable chimiquement
ou microbiologiquement dans lequel les mâts, dans l'environnement de l'emplacement
de contact avec le sol, sont enveloppés d'un bandage constitué d'un matelas fibreux,
qui est imprégné d'une matière plastique durcissable, résistant à l'humidité, le matelas
fibreux étant constitué d'un tissu de verre, de nylon ou de perlon et la matière plastique
durcissable résistant à l'humidité étant constituée d'un système à deux constituants,
caractérisé en ce que
a) le mât est d'abord muni d'une couche de peinture protectrice passivante chimiquement
ou microbiologiquement à base de minium de plomb, de chromate de zinc, de phosphate
de zinc ou de poudre de zinc, et, après séchage de la couche de peinture protectrice
b) dans la région allant d'environ 50 cm au-dessous jusqu'à environ 50 cm au-dessus
de l'emplacement de contact avec le sol, il est enveloppé d'un bandage de matelas
fibreux d'une largeur d'environ 3 à 30 cm, qui est imprégné de brai de houille-époxyde
ou de polyuréthane comme résine durcissable résistant à l'humidité, de bas en haut
autour du mât.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la largeur du bandage est
d'environ 5 à 15 cm.
3. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le bandage est enveloppé autour
du mât dans la région de l'emplacement de contact avec le sol allant d'environ 30
cm au-dessous à environ 30 cm au-dessus de l'emplacement de contact avec le sol.