[0001] Die Erfindung betrifft eine Anstellvorrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1 für ein Universalwalzgerüst mit zwei hydraulischen Regelzylindern für mindestens
eine Horizontalwalze, die meist die Oberwalze ist. Eine Vorrichtung gemäß dieser Gattung
ist bereits aus der DE-A- 11 18724 bekannt. Eine hydraulische Anstellung beider Horizontalwalzen
ist zur Einhaltung der Walzachse empfehlenswert. Ferner ist als bekannt vorauszusetzen,
daß hydraulisch geregelte Walzen mit einer elektromechanischen Grobanstellung kombiniert
werden können, um den Regelhub in den Zylindern wegen der Kompressibilität des Drucköls
klein zu halten. Für den Schleppantrieb von Vertikalwalzen in Universalwalzgerüsten
durch vorübergehendes Anpressen der Vertikalwalzen an die Stirnflächen der Horizontalwalzen,
d. h. nicht für Regelzwecke, ist die Kombination von hydraulischen Anpreßvorrichtungen
und elektromechanischen Anstellvorrichtungen durch die DE-A- 11 18724 bekannt geworden.
[0002] Die Erfindung behandelt das Einfahren von Universalwalzgerüsten, das nach dem Stande
der Technik mit Hilfe von Probestäben durchgeführt wird. Es ist zwar möglich, alle
Anstelldaten für die Stichpläne des zu walzenden Programms zu reproduzieren, jedoch
können diese von Stab zu Stab - bedingt durch Vorwalztoleranzen, Temperaturunterschiede
und wechselnde Walzgutqualität - nicht berücksichtigt werden.
[0003] Es hat sich daher als notwendig erwiesen, das dem jeweiligen Stichplan entsprechende
Kaliber eines Universalwalzgerüstes mittels eines Testlaufes mit einem oder mehreren
Probestäben für den Fertigstich angenähert auf die während des jeweiligen Stiches
wechselnden Parameter einzustellen bzw. die Kontrolle einer Kalibereinstellung durch
einen Probestab durchzuführen.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde einen Weg zu weisen, wie die Kalibereinstellung
eines Univeralwalzgerüstes, insbesondere als Fertiggerüst, ohne Testlauf und Probestab
durchgeführt werden kann. Die Lösung dieser Aufgabe besteht gemäß der Erfindung aus
den Merkmalen des Patentanspruches 1. Die erfindungsgemäße Kombination von elektromechanischen
Grobanstellungen mit hydraulischen Feineinstellungen in Verbindung mit der meß- und
regeltechnischen Ausstattung der erfindungsgemäßen Anstellvorrichtung macht es möglich,
nach einer stichplanabhängigen elektromechanischen Grobeinstellung der Vertikalwalzen
und mindestens einer Horizontalwalze die zugeordneten hydraulischen Feineinstellungen
weggeregelt in Abhängigkeit von profil- und walzgutabhängigen veränderlichen hydraulischen
Drücken bzw. Walzkräften zu fahren. Die Positions-Sollwerte der hydraulischen Feinanstellung
werden in Abhängigkeit von der Gerüststeifigkeit bzw. den Gerüst-Auffederungskennlinien
und den gemessenen Walzkräften korrigiert. Die Position der hydraulischen Feineinstellungen
wird mittels Positions-Weggebern erfaßt und hydraulisch auf neue Sollwerte geregelt.
Es wird nicht nur das Problem der schnellen Kalibereinstellung eines Universalgerüstes
ohne Testlauf mittels Probestab gelöst, sondern er wird darüber hinaus erreicht, daß
die bisher mittels Probestab nur annähernd richtige Kalibereinstellung automatisch
von Stab zu Stab verbessert wird. Auch werden die während des Walzens eines Stabes
bisher nur pauschal erfaßten Walzkraftänderungen gezielt erfaßt und der Walzspalt
kontinuierlich während des Stabdurchlaufes ausgeregelt, womit alle Nachteile eines
ungeregelten Gerüstes entfallen.
[0005] Da es bei den Vorstichen in einer Universal-Trägerstraße auf Walzgenauigkeit nicht
so sehr ankommt, ist die Erfindung vornehmlich für Fertigger- üste gedacht, und zwar
zur reproduzierbaren, walzprogramm-abhängigen Kalibereinstellung nach dem Öffnen eines
Fertigkalibers zum wirkungslosen Durchgang von Vorprofilen in einer Universal-Trägerstraße
mit unmittelbar hinter einer Umkehr-Gerüstgruppe angeordnetem Fertiggerüst nach der
DE-A-25 34 647, in der dieses Problem als nicht ohne weiteres mit der modernen Regeltechnik
lösbar angesprochen wurde. Indem diese Lösung gemäß der Erfindung gefunden wurde,
erübrigt sich das seitliche Herausfahren des Universal-Fertigger- üstes mit unveränderter
Kalibereinstellung sowie das Zurückfahren in die Walzlinie mit der Folge, daß der
Walzprozeß durch das Hin- und Herfahren bzw. Heben und Senken zeitlich nicht belastet
wird, da lediglich die Walzen für die Vorstiche zu öffnen sind und für den Fertigstich
reproduzierbare eingestellt werden (Patentansprüche 2 und 3).
[0006] Zur Kalibereinstellung eines Universalwalzgerüstes mittels einer Anstellvorrichtung
mit Regeleinrichtung gemäß der Erfindung dient zweckmäßig das im Patentanspruch 4
angegebene Arbeitsverfahren. Hiernach wird - mit anderen Worten - wie folgt vorgegangen:
Bei Inbetriebnahme der Regelung und später in regelmäßigen Abständen zur Wartung der
Regelung werden die Walzen mit der elektromechanischen Grobanstellung im Walzgerüst
auf Walzspalt Null (roll kissing) oder mit Eichstücken auf einen definierten Walzspalt
gefahren. Mittels der hydraulischen Feinanstellungen werden durch Druckerhöhungen
in den Anstellzylindern die im horizontalen sowie vertikalen Kräfteverlauf liegenden
Gerüst-und Anstellteile mit einem Druck unter Druckspannung gesetzt, der einer mittleren
theoretisch zu erwartenden Walzkraft stichplanmäßig entspricht.
[0007] Der Einstellwert der elektromechanischen Grobanstellungen ist durch Weggeber reproduzierbar.
Dieser Eichvorgang wird bei mehreren unterschiedlichen Drücken in den Feinanstellzylindern
wiederholt. Die sich daraus ergebenden unterschiedlichen Positionswerte der Feineinstellungen
ergeben die (horizontale und vertikale) Gerüst-Auffederungskennlinien, die elektronisch
gespeichert werden. Die Positions-Sollwerte für die elektromechanischen Grobanstellungen
werden entsprechend den jeweiligen Stichplänen für jeden Stichplan gesondert gespeichert.
Die hydraulischen Drücke in den Anstellzylindern der Feinanstellungen sind durch Druck-
oder Walzkraftgeber reproduzierbar und werden entsprechend der vorangegangenen Eichung
als Null-Wert gespeichert.
[0008] Während des Walzens werden die walzkraftabhängigen Druckabweichungen vom Null-Wert
in den hydraulischen Feinanstellungen gemessen, und in Abhängigkeit von der zugeordneten
Gerüst-Kennlinie werden die Sollwerte für die Positionsregelung der hydraulischen
Feinanstellungen korrigiert, um profil- oder walzgutabhängige Änderungen der Gerüst-Auffederung
zu kompensieren. Eine walzkraftabhängige hydraulische Wegregelung für jede Walze sorgt
dafür, daß die gewünschte und reproduzierbare Walzeneinstellung unabhängig von Walzkraftänderungen
beibehalten wird.
[0009] Bei Programmwechsel oder nach Einbau neuer Walzen werden die Anstell-Sollwerte der
elektromechanischen Grobanstellungen entsprechend dem durchgeführten Walzenabschliff
korrigiert.
[0010] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes schematisch
dargestellt, und zwar zeigen
Fig.1 eine Universal-Trägerstraße zur Verdeutlichung der Anwendung einer Anstellvorrichtung
gemäß der Erfindung, und
Fig.2 die Walzen eines Universal-Walzgerüstes mit Teilen der Anstellvorrichtung.
[0011] Die in Fig.1 dargestellte Universal-Trägerstraße besteht aus den beiden Universal-Walzgerüsten
R und F sowie einem zwischen diesen Gerüsten angeordneten Stauchgerüst E. Die drei
Walzgerüste sind in dichter Aufeinanderfolge angeordnet und bilden eine sogenannte
Universal-Kompaktwalzger- üstgruppe, die reversierend betrieben wird, wie durch den
Doppelpfeil T angedeutet. Die Träger werden in dem Universalgerüst R und dem Stauchgerüst
E aus einem Vorprofil in mehreren Reversierstichen ausgewalzt bis in dem Universal-Fertigwalzgerüst
F als letztem Stich der Fertigstich ausgeführt wird. Bis zum Fertigstich ist das von
den Walzen 1 bis 4 gebildete Fertigkaliber des Fertiggerüstes F zum wirkungslosen
Durchgang von Vorprofilen geöffnet. Die Anstellvorrichtung gemäß der Erfindung nach
Fig.2 ermöglicht es, die Walzen schnell auf das Gewünschte Fertigkaliber einzustellen,
ohne daß die Notwendigkeit besteht, die Einstelldaten für das Fertigkaliber mittels
eines Testlaufes mit einem oder mehreren Probestäben zu ermitteln.
[0012] In der schematischen Darstellung nach Fig.2 erkennt man die beiden Horizontalwalzen
1 und 2 sowie die Vertikalwalzen 3 und 4 des Universal-Fertigwalzgerüstes F in Fig.1.
Die Walzenständer zur Aufnahme der von den Walzen ausgeübten Walzkräfte sind nicht
dargestellt. Im Ausführungsbeispiel sind sowohl der oberen Horizontalwalze 1 als auch
der Unterwalze 2 je eine elektromechanische Grobanstellung 8 bezw. 9 zugeordnet, die
durch Doppelpfeile symbolhaft angedeutet sind und in ihrer konstruktiven Ausbildung
Stand der Technik sind. Dies trifft auch für die elektromechanischen Grobanstellungen
10 und 11 für die Vertikalwalzen 3 und 4 zu. Die jeweilige Position der Horizontalwalzen
1, 2 wird durch Weggeber 12 bezw. 13 überwacht, die durch Skalen angedeutet sind.
Die Position der Vertikalwalzen 3,4 ist in gleicher Weise durch Weggeber 14 bezw.15
überwacht.
[0013] Der oberen Horizontalwalze 1 sind zwei hydraulische Regelzylinder bezw. Feinanstellungen
16 und 17 mit Kolben 18 und 19 zugeordnet. Ebenso sind den Vertikalwalzen 3,4 hydraulische
Feinanstellungen 20 bezw. 21 mit Kolben 22 bezw. 23 zugeordnet. Die Position der Kolben
relativ zu den Zylindern ist durch jeweils zwei Weggeber pro Zylinder überwacht, und
zwar dienen die Weggeber 24,25 zur Überwachung der Feinanstellungen 16,17, wohingegen
die Weggeber 26,27 die Feinanstellungen 20 bezw. 21 überwachen.
[0014] Die von den Horizontalwalzen 1,2 auf das Walzprofil 32 ausgeübte Walzkraft wird durch
Walzkraftgeber bezw. Druckmeßdosen 28 und 29 gemessen. Die von den Vertikalwalzen
3,4 ausgeübten Walzkräfte werden über Druckgeber 30 und 31 ermittelt.
[0015] Wie nicht näher dargestellt ist, sind alle Positions-, Druck- und Walzkraft-Istwerte,
die von den Gebern 12 bis 15 und 24 bis 31 geliefert werden, in einer elektronischen
Regeleinrichtung speicherbar und reproduzierbar. Darüberhinaus sind die hydraulischen
Feinanstellungen 16,17,20 und 21 weggeregelt, d.h. das Fertigwalzgerüst F nach Fig.1
ist sowohl für die Horizontalwalzen als auch für die Vertikalwalzen regeltechnisch
mit einer automatischen Walzspaltregelung verbunden.
[0016] Die Anstellvorrichtung mit der nicht dargestellten elektronischen Regeleinrichtung
wird nach folgendem Arbeitsverfahren betrieben:
In Zeitabständen ist ein Eichvorgang auszuführen, insbesondere nachdem Walzen geschliffen
worden sind. Hierzu werden alle Walzen auf Null-Kaliber aufeinandergefahren, indem
die elektromechanischen Grobanstellungen 8 bis 11 betätigt werden. Anschließend werden
in den hydraulischen Feinanstellungen 16,17 verschiedene stichplanmässig zu erwartende
mittlere hydraulische Drücke eingestellt, wodurch die nicht dargestellten Walzenständer
unter Zugspannung gelangen und auffedern bezw. sich dehnen. Die den eingestellten
verschiedenen hydraulischen Drücken adäquaten Verformungen werden durch die Weggeber
24,25 der Feinanstellungen 16,17 ermittelt, wobei die dazugehörigen Drücke bezw. Kräfte
von den Druckmeßdosen 28,29 registriert werden. Alle gespeicherten hydraulischen Drücke
bezw. vertikalen Kräfte und die sich daraus ergebenden unterschiedlichen Positionswerte
der Feinanstellungen 16,17 aus druckabhängigen Verformungen ergeben die Gerüst-Auffederungskennlinie
für den vertikalen Kräfteverlauf, die in der elektronischen Regeleinrichtung reproduzierbar
gespeichert ist. Ebenso wird die GerüstAuffederungskennlinie für den horizontalen
Kräfteverlauf ermittelt, indem die hydraulischen Drücke in den Feinanstellungen 20,21
für die Vertikalwalzen 3,4 auf verschiedene stichplanmässig zu erwartende mittleren
Werte eingestellt werden, wodurch die Vertikalwalzen zunehmend gegen die Stirnflächen
der Horizontalwalzen 1,2 gedrückt werden. Entsprechend werden die nicht dargestellten
Walzenständerrahmen zur Aufnahme der von den Vertikalwalzen ausgeübten Kräfte zunehmend
gedehnt. Diese druckabhängigen Verformungen werden durch die Weggeber 26,27 angezeigt
und ergeben zusammen mit den verschiedenen Werten aus den Druckgebern 30,31 die Gerüst-Auffederungskennlinie
für den horizontalen Kräfteverlauf, die ebenfalls reproduzierbar gespeichert ist.
Anschließend werden alle sich unter den Eich-Bedingungen einstellenden Positions-
und Druckwerte regeltechnisch genullt, d.h. in der elektronischen Regeleinrichtung
auf Null-Werte eingestellt. Nach Beendigung dieser Eichvorgänge wird das Kaliber des
Universal-Fertiggerüstes F geöffnet, indem alle Walzen 1 bis 4 durch Betätigen der
elektromechanischen Grobanstellungen 8 bis 11 weit zurückgefahren werden. Die hydraulischen
Drücke in den Feinanstellungen 16, 17 und 20,21 sind dabei zurückgenommen. Alle sich
ändernden Werte aus den Positions- und Druckgebern gehen als Istwerte in die elektronische
Regeleinrichtung ein.
[0017] Zur Vorbereitung eines Walzprogrammes gehört es, daß nach der Eichung stichplanabhängige
Positions-Sollwerte für die elektromechanischen Grobanstellungen sowie stichplanmässige
hydraulische Drücke und Wege reproduzierbar in die Regeleinrichtung eingegeben werden.
[0018] Zum Walzen wird ein Vorprofil in den beiden Gerüsten R und E der Universal-Kompaktwalzger-
üstgruppe nach Fig.1 im Reversierbetrieb ausgewalzt, wobei das Fertigkaliber im Fertiggerüst
F zum wirkungslosen Durchgang von Walzgut weit geöffnet ist. Wenn der Fertigstich
ausgeführt werden soll, werden die für die stichplanmässige Walzeneinstellung relevanten
Daten von der elektronischen Regeleinrichtung reproduziert bezw. abgerufen, so daß
die Walzen 1 bis 4 elektromechanisch und hydraulische auf das gewünschte Fertigkaliber
zugestellt werden. Nach dem Anstich des Walzgutes stimmen die voreingestellten Sollwerte
mit den sich einstellenden Istwerten soweit überein, daß ein toleranzhaltiges Fertigprodukt
umsomehr zu erwarten ist, je genauer die stichplanmässigen Sollwerte vorgegeben werden
konnten. Die erfindungsgemäße Anstellvorrichtung berücksichtigt jedoch auch Vorwalztoleranzen,
Temperaturunterschiede und wechselnde Walzgutqualität, indem während des Fertigstiches
Abweichungen von den Null-Werten der hydraulischen Drücke gemessen, in der Regeleinrichtung
die entsprechende Änderung der Gerüst-Auffederung aufgrund der gespeicherten Gerüst-Auffederungskennlinien
ermittelt und die geänderte Gerüst-Auffederung zur Korrektur des Positions-Nullwertes
der hydraulischen Feinanstellungen 16,17 bezw. 20,21 verwendet wird. Mit diesem korrigierten
Sollwert wird durch eine hydraulische Wegregelung für die Walzen 1, 3 und 4 die gewünschte
reproduzierbare Walzeneinstellung unabhängig von Walzkraftänderungen beibehalten.
[0019] Wenn nach dem letzen wirkungslosen Durchgang des Walzgutes durch das Universal-Fertigwalzgerüst
F das Fertigkaliber schnell eingestellt werden muss, um den Fertigstich auszuführen,
wird eine unter Umständen beträchliche Zeit benötigt, bis die elektromechanischen
Grobanstellungen, die üblicherweise aus Gewindespindeln und Muttern bestehen, ihren
Weg gefahren haben. Es kann daher Vorsorge getroffen werden dafür, daß die elektromechanischen
Grobanstellungen zum Schließen des zuvor geöffneten Fertigkalibers sukzessive schon
während des Reversierstiches in der Umkehrwalzgerüstgruppe R,E betätigt werden.
[0020] Die erfindungsgemäße Anstellvorrichtung kann auch in Universal-Walzgerüsten verwendet
werden, die nicht den Fertigstich ausführen. Da vorgegebene Stichpläne genauer realisiert
werden, kann die Anzahl der erforderlichen Stiche reduziert und die Produktion erhöht
werden.
1. Anstellvorrichtung für ein Universalwalzgerüst mit zwei hydraulischen Regelzylindern
(16, 17) für mindestens eine Horizontalwalze (1), sowie mit zwei jeweils mit einer
elektromechanischen Grobanstellung (10, 11) versehenen Vertikalwalzen (3, 4), dadurch
gekennzeichnet,
- daß mindestens die eine Horizontalwalze (1) und die beiden Vertikalwalzen (3, 4)
mit einer hydraulischen Feinanstellung (16, 17; 20, 21) und alle mit einer hydraulischen
Feinanstellung versehenen Walzen (1, 3, 4) mit einer von der Feinanstellung unabhängig
zu betätigenden elektromechanischen Grobeinstellung (8 - 11) versehen sind,
- daß die elektromechanischen Grobanstellungen sowie die hydraulischen Feinanstellungen
durch Weggeber (12 - 15; 24 - 27) positionsüberwacht und die Feinanstellungen zusätzlich
durch Druck-und/oder Walzkraftgeber (28 - 31) überwacht sind,
- daß die hydraulischen Feinanstellungen für das Anstellen und Öffnen der Walzen unter
Druck ausgelegt sind,
- daß alle Positions- Druck- und/oder Walzkraft-IST-Werte in einer elektronischen
Regeleinrichtung speicherbar und reproduzierbar sind, und
- daß die hydraulischen Feinanstellungen (16, 17; 20, 21) weggeregelt sind.
2. Anstellvorrichtung nach Anspruch 1
gekennzeichnet durch
die Anwendung bei einem unmittelbar hinter einer Universal-Kompaktgerüstgruppe (F,E)
angeordneten Universal-Fertiggerüst, (F) um das Fertigkaliber zum wirkungslosen Durchgang
von Vorprofilen mittels der elektromechanischen Grobanstellungen (8-11) weit und schnell
zu öffnen und das Fertigkaliber für den Fertigstich wieder einzustellen.
3. Anstellvorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die elektromechanischen Grobanstellungen (8-11) zum Schließen des zuvor geöffneten
Fertigkalibers sukzessive schon während der Reversierstiche in der Umkehr-Gerüstgruppe
(R,E) betätigbar sind.
4. Arbeitsverfahren zum Betrieb einer Anstellvorrichtung mit Regeleinrichtung nach
Anspruch 1,
gekennzeichnet durch
folgende Merkmale:
a) in einem in Zeitabständen zu wiederholenden Eichvorgang mit auf Null-Kaliber aufeinandergefahrenen
Walzen (1,3,4) werden unter Einstellung verschiedener stichplanmäßig zu erwartender
mittlerer hydraulischer Drücke und aus den sich daraus ergebenden unterschiedlichen
Positionswerten der Feineinstellungen (16,17,20,21) aus druckabhängigen Verformungen
Gerüst-Auffederungskennlinien sowohl für den horizontalen als auch den vertikalen
Kräfteverlauf ermittelt und elektronisch gespeichert, wobei alle sich unter den Eich-Bedingungen
einstellenden Positions-und Druckwerte regeltechnisch genullt werden,
b) nach der Eichung werden stichplanabhängige Positions-Sollwerte für die elektromechanischen
Grobanstellungen (8-11) und stichplanmäßige hydraulische Drücke und Wege reproduzierbar
gespeichert,
c) vor jedem Anstich des Walzgutes werden die für die stichplanmäßige Walzeneinstellung
relevanten Daten reproduziert, d.h. die Walzen (1,3.4) elektromechanisch und hydraulisch
auf das gewünschte Kaliber zugestellt,
d) während des Walzens werden Abweichungen von den Null-Werten der hydraulischen Drücke
gemessen, in der Regeleinrichtung die entsprechende Änderung der Gerüst-Auffederung
aufgrund der gespeicherten Gerüst-Auffederungskennlinien ermittelt und die geänderte
Gerüst-Auffederung zur Korrektur des Positions-Nullwertes der hydraulischen Feineinstellungen
verwendet, wonach dieser Wert als Sollwert durch hydraulische Wegregelung konstant
gehalten wird.
1. Screw-down device for a universal roll stand with two hydraulic regulating cylinders
(16, 17) for at least one horizontal roll (1) as well as with two vertical rolls (3,
4) each provided with a respective coarse electromechanical screw-down device (10,
11), characterised thereby,
- that at least the one horizontal roll (1) and both the vertical rolls (3, 4) are
provided with a fine hydraulic screw-down device (16, 17; 20, 21) and all the rolls
(1, 3, 4) provided with a fine hydraulic screw-down device are provided with a coarse
electromechanical screw-down device (8 to 11) to be actuated independently of the
fine screw-down device,
- that the coarse electromechanical screw-down devices as well as the fine hydraulic
screw-down devices are monitored for position by travel transmitters (12 to 15; 24
to 27) and the fine screw-down devices are additionally monitored by pressure transmitters
and/or rolling force transmitters (28 to 31),
- that the fine hydraulic screw-down devices are designed for the screwing- down and
opening of the rolls under pressure,
- that all actual values of position, pressure and/or rolling force are storable and
reproducible in an electronic regulating equipment and
- that the fine hydraulic screw-down devices (16, 17; 20, 21) are regulated in travel.
2. Screw-down device according to claim 1, characterised by the application for a
universal finishing stand (F) arranged directly behind a universal compact stand group
(F, E) in order to open the finishing pass calibre far and rapidly by means of the
coarse electromechanical screw-down devices (8 to 11) for the ineffective passage
of rough profiles and again to set the finishing pass calibre for the finishing pass.
3. Screw-down device according to claim 2, characterised thereby, that the coarse
electromechanical screw-down devices (8 to 11) for the closing of the previously opened
finishing pass calibre are actuable successively already during the reversing passes
in the reversing stand group (R, E).
4. Working method for the operation of a screw-down device with regulating equipment
according to claim 1, characterised by the following features:
a) with setting of different means hydraulic pressures to be expected according to
the pass plan and from the different position values of the fine screw-down devices
(16, 17, 20, 21) resulting therefrom of pressure- dependent deformations, characteristics
of the springing-open of the stand are determined and electronically stored for the
horizontal as well as also the vertical force course in a calibration operation to
be repeated at intervals of time with rolls (1, 3, 4) moved together to zero calibre,
wherein all values of position and pressure arising under the calibration conditions
are set to zero in terms of regulation technique,
b) target position values, which are dependent on the pass plan, for the coarse electromechanical
screw-down devices (8 to 11) and hydraulic pressures and travels according to the
pass plan are stored reproducibly after the calibration,
c) the data relevant to the roll setting according to the pass plan are reproduced,
i.e. the rolls (1, 3, 4), are set electromechanically and hydraulically to the desired
calibre, before each first pass of the stock to be rolled and
d) deviations from the zero values of the hydraulic pressure are measured during the
rolling, the corresponding change in the springing-open of the stand is determined
in the regulating equipment on the basis of the stored characteristics of the springing-open
of the stand and the changed value of the springing-open of the stand is used for
the correction of the zero position value of the fine hydraulic screw-down devices,
whereafter this value is kept constant as target value by hydraulic travel regulation.
1. Dispositif de réglage pour une cage de laminage universelle comportant deux cylindres
de réglage hydrauliques (16, 17) pour au moins un cylindre horizontal (1), ainsi que
deux cylindres verticaux (3,4) équipés chacun d'un moyen de réglage grossier (10,
11) électromécanique,
caractérisé
- en ce qu 'au moins l'un des cylindres horizontaux (1) et les deux cylindres verticaux
(3, 4) sont équipés d'un moyen de réglage fin hydraulique (16, 17; 20, 21) et tous
les cylindres munis d'un réglage fin hydraulique (1, 3, 4) sont équipés d'un moyen
de réglage grossier électromécanique (8-11) qui est commandable indépendamment du
moyen de réglage fin;
- en ce que les moyens électromécaniques de réglage grossier ainsi que les moyens
hydrauliques de réglage fin sont controlés en position par des palpeurs (12-15; 24-27)
et les moyens de réglage fin sont, en plus controlés par des sondes de pression et/ou
de force de laminage (28-31
- en ce que les moyens hydrauliques de réglage fin sont dimensionnés par le réglage
et l'écartement des cylindres sous l'action de la pression;
- en ce que toutes les valeurs réel les de positionnement, de pression et/ou de laminage
sont mémorisables et réproducti- bles dans un dispositif de commande électronique;
et
- en ce que les moyens hydrauliques de réglage fin (16, 17; 20, 21) sont commandés
en déplacement.
2. Dispositif de réglage selon la revendication 1,
caractérisé par l'utilisation dans le cas d'un groupe de cages universel les compacte
(F, E) agencé immédiatement en amont d'une cage de finition universel le (F), en vue
de l'ouverture grande et rapide du calibre de finition à l'aide des moyens électromécaniques
de réglage grossier (8-11) pour le passage à vide d'ébauches et en vue de la fermeture
du calibre de finition pour la passe de finition.
3. Dispositif de réglage selon la revendication 2,
caractérisé en ce que les moyens électromécaniques de réglage grossier (8-11) sont
déjà actionnables successivement pendant les passes inversées dans le groupe de cages
réversibles (RE), en vue de la fermeture du calibre de finition ouvert au préalable.
4. Procédé pour l'exploitation d'un dispositif de réglage équipé d'un dispositif de
commande selon la revendication 1,
caractérisé par les caractéristiques suivantes :
a) on détermine et mémorise électronique- ment, dans une étape d'étalonnage à répéter
à intervalles de temps, avec les cylindres (1, 3, 4) positionnés au calibre zéro,
sous réglage de diverses pressions hydrauliques moyennes à prévoir en fonction des
passes prévues et à partir des positions qui en résultent des moyens de réglage fin
(16, 17, 20, 21), les courbes caractéristiques de détente de cage à partir de déformations
fonction de la pression, tant pour les forces horizontales que pour les forces verticales,
toutes les valeurs de positionnement et de pression obtenues dans les conditions d'étalonnage
étant annulées électronique- ment,
b) après l'étalonnage, on mémorise de façon reproductible les valeurs de consigne
de positionnnement pour les moyens élec- tromécaniquesde réglage grossier (8-11) en
fonction des passes voulues et les pressions hydrauliques et courses dépendant des
passes voulues,
c) on reproduit, avant chaque passe initiale du produit à laminer, les données importantes
pour le réglage des cycylindres en fonction des passes prévues, c'est-à-dire on po-
sitionnne les cylindres (1, 3, 4) électroméca- niquement et hydrauliquement sur le
calibre voulu,
d) pendant l'opération de laminage, on mesure les écarts de la valeur zéro des pressions
hydrauliques, on détermine dans le dispositif de commande la variation correspondante
de la détente élastique de cage à partir de la courbe caractéristique de détente de
cage mémorisée et on utilise la détente de cage modifiée pour corriger la valeur zéro
du positionnement des moyens hydrauliques de réglage fin, cette valeur étant maintenue
constante comme valeur de consigne par le dispositif de commande hydraulique.