(19)
(11) EP 0 351 501 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
27.11.1991  Patentblatt  1991/48

(21) Anmeldenummer: 89107188.8

(22) Anmeldetag:  21.04.1989
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5F41A 25/20

(54)

Waffenrohrrücklaufbremse mit Vorlaufdämpfung

Gun recoil brake with a run-out damper

Frein de recul pour canon avec amortissement du retour en batterie


(84) Benannte Vertragsstaaten:
DE GB IT

(30) Priorität: 16.07.1988 DE 3824153

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
24.01.1990  Patentblatt  1990/04

(73) Patentinhaber: Rheinmetall GmbH
40880 Ratingen (DE)

(72) Erfinder:
  • Metz, Josef
    D-4040 Neuss (DE)
  • Hülsewis, Hans
    D-4030 Ratingen (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
DE-B- 1 283 706
DE-C- 735 887
DE-C- 423 490
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine hydraulische Waffenrohrbremse mit einem gemeinsam über das Bodenstück eines Waffenrohres bewegbaren pneumatischen Rohrvorholer nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

    [0002] Es ist bekannt, daß bei schweren Waffenanlagen, beispielsweise bei Geschützen die Rücklaufgeschwindigkeit des Waffenrohres durch eine in der Rohrbremse eingebaute Drosselstange erfolgt. Eine derartige Rohrbremse geht aus der DE-PS 1283706 bereits hervor. Ebenso ist es aus der DE-AS 2053098 bekannt, die Vorlaufgeschwindigkeit des Waffenrohres durch eine in einem separaten Rohrvorholer angeordnete Drosselvorrichtung zu dämpfen.

    [0003] Bedingt durch eine jeweilige Anordnung einer Rücklaufdrossel in der Rohrbremse und einer Vorlaufdrossel in dem Rohrvorholer entsteht ein erheblicher fertigungsbedingter Aufwand zur Herstellung beider Vorrichtungen. Beispielsweise ist zur Drosselung des Vorlaufs innerhalb des Rohrvorholers neben der Anordnung eines Gasdruckraumes noch ein mit Hydraulikflüssigkeit gefüllter aufwendiger Vorlaufhohlzylinder und ein zusätzliches Drosselventil erforderlich. Bedingt durch die Anordnung der Flüssigkeitsdrosselung innerhalb des in den äußeren Abmessungen vorgegebenen Rohrvorholers unterliegt das Gasvolumen einem erhöhten Druckniveau und größeren Drurkschwankungen, wodurch ein erhöhter Verschleiß an den Dichtungen und somit auch ein erhöhter Wartungsaufwand entstehen kann.

    [0004] Ein Einsatz von wartungsfreundlichen Dichtungen ist nach der DE-OS 3323713 möglich, jedoch kann bei diesem Hohlzylinder bei erheblich unterschiedlichen Rücklauflängen, wie sie bei steilschießenden Waffen auftreten, keine bestimmte Vorlaufgeschwindigkeit eingestellt werden. Die Erzielung einer gleichbleibenden Vorlaufgeschwindigkeit ist jedoch für ein reibungsloses Funktionieren des Waffenmechanismus notwendig.

    [0005] Aus der DE-C-423490 ist eine hydraulische Rohrbremse nach den gattungsbildenden Merkmalen des Patentanspruchs 1 als bekannt zu entnehmen. Nachteilig bei diesem kombinierten Rohrbrems- und Rohrvorholer ist einerseits, daß hinter einem großvolumigen Kompressionsraum zur Aufnahme von pneumatischem und hydraulischem Druckmedium ein daran fest angeschlossener zusätzlicher Hydraulikzylinder erforderlich ist, so daß daraus eine Raum verzehrende Einbaulänge der Rohrbremse von zwei Waffenrohrrücklauflängen resultiert. Andererseits sind zur Gewährleistung einer Rücklauf- und Vorlaufdrosselung besonders fertigungsaufwendige, innerhalb einer mit dem Gehäuse fest verbundenen Regelhülse, lange, der Rohrrücklauflänge entsprechende Drosselnuten erforderlich. Damit nach vollendetem Rücklaufhub der Vorlaufhub eingeleitet werden kann, ist eine hohle Ventilstange ebenfalls fertigungsaufwendig innerhalb des Bremskolbens bzw. der Kolbenstange verschiebbar angeordnet. Dazu ist es erforderlich, die Ventilstange extrem lang in einer der Rohrrücklauflänge entsprechenden Größe auszuführen und zusätzlich an dem einen Ende einen Kolbenkopf und an dem anderen Ende radiale Bohrungen für die Umsteuervorgänge vom Rohrrücklauf zum Rohrvorlauf und umgekehrt anzuordnen. Ein weiterer Nachteil ist, daß das Druckmedium während des Rohrrück- und Vorlaufs extrem lange axiale Zulaufkanäle und radiale Umlenköffnungen durchströmen muß, so daß eine definierte Bremskraft, insbesondere bei hohen Rücklaufenergieen, nicht darstellbar ist.

    [0006] Aus der Druckschrift DE-C-735887 ist ein Rückschlagventil für eine Rohrbremse entnehmbar, das jedoch keine Mittel zur Vorlaufdämpfung enthält und somit maßgeblich zur Reduzierung der Bauteile in einem Rohrvorholer keinen Beitrag leisten kann.

    [0007] Demgegenüber ist es Aufgabe der Erfindung, ein Brems- und Vorholsystem eines Waffenrohres derartig zu verbessern, daß die Bauteile im Rohrvorholer reduziert und die Einsatzbereitschaft sowie die Zuverlässigkeit des Rohrvorholers erhöht werden.

    [0008] Gelöst wird diese Aufgabe durch die im kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs 1 angegebenen Merkmale. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung gehen aus den Merkmalen der Unteransprüche hervor.

    [0009] Durch eine Verlegung der Vorlaufdämpfung in die Rohrbremse kann ein separater Rohrvorholer wesentlich vereinfacht und kostensparend aufgebaut werden. Der Rohrvorholer besteht nur noch aus einem Zylinder und einer Kolbenstange mit Kolben und den dazugehörigen Dichtungen. Bei gleichem vorgebbaren Gesamtvolumen des Rohrvorholers steht ein großes Gasvolumen mit den Vortailen einer flachen Kompressionslinie, insbesondere im Hinblick auf die Standfestigkeit der Dichtungen, zur Verfügung.

    [0010] Durch die erfindungsgemäße Anordnung eines axial verschieblichen Kolbenringes auf dem Bremskolben der Rücklaufbremse lassen sich auf einfache Weise bereits beim Waffenrohrrücklauf ausschließlich nur die zur Rücklaufdrosselung notwendigen Durchlaßöffnungen öffnen und beim Umschalten auf den Waffenrohrvorlauf sofort schließen. Beim Umschaltvorgang auf den Waffenrohrvorlauf werden gleichzeitig die Mittel zur Vorlaufdämpfung wirksam, indem wenigstens eine im Kolbenring angeordnete, achsparallel verlaufende Bohrung mit einem konstanten Drosselquerschnitt geöffnet wird. Dadurch können zusätzliche Drosseleinrichtungen, beispielsweise aufwendige lange Drosselnuten, für den Waffenrohrvorlauf im Rohrvorholer entfallen. Ferner gewährleistet der konstante Drosselquerschnitt einen in der Geschwindigkeit vorbestimmbaren gleichmäßigen Verlauf, wie er aus funktionellen mechanischen Ablaufbewegungen der Waffe gefordert wird.

    [0011] Die Bewegungen des als Absperrschieber wirkenden Kolbenringes werden auf einer Seite von einem mit einem Bremskolben lösbar verbundenen Kolbenkopf begrenzt. Die Lösbarkeit des Kolbenkopfes gewährleistet eine einfache Montage des Kolbenringes auf den Bremskolben.

    [0012] Für den Schließvorgang, die einerseits für den Bremsvorgang und andererseits für die Vorlaufbewegung benötigten Durchgangsbohrungen, werden am Kolbenring keine zusätzlichen Abdichtungen benötigt, weil die Stirn- und Führungsflächen des Kolbenringes und die anliegenden Flächen des Bremskolbens als Dichtflächen ausgebildet sind.

    [0013] Ein weiterer Vorteil dieses erfindungsgemäßen Waffenrohrrück- und Vorlaufsystems ist es, daß eine gezielte Drosselung der Vorlaufgeschwindigkeit auch bei unterschiedlichen Rücklauflängen möglich ist. Dazu ist nach einem weiteren Ausgestaltungsmerkmal die Regelstange mit unterschiedlich langen Drosselnuten ausgerüstet, wobei jeweils nur Drosselnuten gleicher Länge durch den Kolbenring absperrbar sind bzw. freigegeben werden. Diese Einstellmöglichkeit bietet eine vorteilhafte Einbaumöglichkeit bei steilschießenden Waffen, die ― in Abhängigkeit von der Feuerhöhe ― eine unterschiedliche Rücklauflänge benötigen.

    [0014] Die Erfindung wird anhand zweier in den Zeichnungen dargestellter Ausführungsbeispiele des näheren erläutert.

    [0015] Es zeigt:
    Figur 1
    einen Längsschnitt durch eine am Bodenstück eines Waffenrohres angeschlossene Rohrbremse und einen Rohrvorholer;
    Figur 2
    eine Vergrößerung einer in der Figur 1 mit II gekennzeichneten Einzelheit;
    Figur 3
    die Bewegungsrichtung der Rohrbremse und des Rohrvorholers während des Rohrrücklaufs;
    Figur 4
    die Bewegungsrichtung der Rohrbremse und des Rohrvorholers während des Rohrvorlaufs;
    Figur 5
    einen Längsschnitt durch eine auf eine unterschiedliche Rücklauflänge einstellbare Rohrbremse;
    Figur 6
    einen in der Figur 5 mit VI-VI gekennzeichneten Querschnitt.



    [0016] Die Figur 1 verdeutlicht auf ihrer rechten Seite ein schematisch dargestelltes Bodenstück 2 eines Waffenrohres einer nicht dargestellten Rohrwaffe. An dem Bodenstück 2 sind einerseits eine Rohrbremse 1 und andererseits ein Rohrvorholer 3 separat befestigt.

    [0017] Die Rohrbremse 1 ist dabei mit ihrer Bremskolbenstange 48 an dem Bodenstück 2 über nicht beschriebene Befestigungsmittel 62 verbunden. Der Rohrvorholer 3 ist analog über eine Kolbenstange 25 mit dem Bodenstück 2 durch ebenfalls nicht näher beschriebene Befestigungsmittel 63 verbunden.

    [0018] Die jeweiligen Zylinder der Rohrbremse 1 und des Rohrvorholers 3 sind an einer nicht dargestellten Wiegenwalze, vorzugsweise diametral gegenüberliegend angeordnet.

    [0019] Der Rohrvorholer 3 umfaßt nach der Figur 1 einen im Durchmesser abgestuften Zylinder 24, welcher aus vorgefertigten, vorzugsweise innenseitig glatten Rohren besteht, so daß eine zusätzliche Nachbehandlung weitgehend entfallen kann. In nicht dargestellter Weise kann der Zylinder 24 des Rohrvorholers 3 auch aus einem einzigen durchmessergleichen Rohr bestehen. An dem von dem Bodenstück 2 abgewandten Ende der Kolbenstange 25 ist innerhalb des Zylinders 24 des Rohrvorholers 3 ein Kolben 26 gleitfähig angeordnet. Aufgrund des vergleichsweise großen zwischen der Kolbenstange 25 und der Zylinderinnenwand vorhandenen und mit vorzugsweise Stickstoff gefülltem Druckraum 27 wird das Druckgas beim Waffenrohrrücklauf vergleichsweise nur gering komprimiert, so daß der Druckanstieg gegenüber bekannten Rohrvorholern minimal ist, wodurch beispielsweise die Belastung auf die am Kolben 26 und am Zylinder 24 vorhandenen Dichtelemente 28, 29 gering ist.

    [0020] Der Zylinder 24 ist beidseitig durch ansich bekannte Flansche 30, 31 geschlossen, wobei der dem Bodenstück 2 zugeordnete Flansch 30 Führungs- und weitere Dichtungsmittel 32, 33 und der andere Flansch 31 eine Entlüftungsbohrung 34 enthält.

    [0021] Die in den Figuren 1 bis 4 dargestellte Rohrbremse 1 ist beidseitig ihres Zylindermantels 35 ebenfalls durch Flansche 36, 37 verschlossen, wobei der bodenstückseitig angeordnete Flansch 36 in bekannter Weise mit Mitteln zur Führung und Abdichtung der mit dem Bremskolben 4 verbundenen Bremskolbenstange 48 ausgerüstet ist, während der am anderen Ende des Mantels 35 befestigte Flansch 37 ein Abstützlager für einer Feder 38 eines in der DE-PS 1283706 beschriebenen.

    [0022] Ausgleichskolbens 39 und eine Führung eines die Stellung des Ausgleichskolbens 39 nach außen angebenden Anzeige 40 bildet. Diese Teile sind im wesentlichen bekannt und nicht erfindungsrelevant, so daß eine nähere Beschreibung entbehrlich ist.

    [0023] Innerhalb des Bremskolbens 4 und der Bremskolbenstange 48 ist eine vor dem Ausgleichskolben 39 starr am Zylindermantel 35 befestigte Flüssigkeitsstromregelstange 5 angeordnet. Diese Regelstange 5 ist in dem Bereich ihrer Befestigung als Scheibe 41 ausgebildet, wodurch der zwischen dem Ausgleichskolben 39 und dem bodenstückseitig angeordneten Flansch 36 vorhandener Raum in eine Wärmeausgleichskammer 42 und einen Bremsraum 13 aufgeteilt ist. Beide Räume 13, 42 sind über wenigstens eine ansich bekannte Ausgleichsbohrung 43 miteinander verbunden.

    [0024] Zur Befestigung der Regelstange 5 ist die Scheibe 41 auf der Seite der Wärmeausgleichskammer 42 über einen mittels Schrauben 44 anschraubbaren Flansch 45 verbunden, durch den vorzugsweise drei auf dem Umfang verteilt angeordnete und formschlüssig in Ausnehmungen 46 des Zylindermantels eingreifende Segmente 47 eine solide Befestigung der Regelstange 5 an der Zylinderwand 35 bilden. Die Segmente 47 gewährleisten dabei eine einfache Mon- und Demontage der Regelstange 5.

    [0025] Die Regelstange 5 bildet mit ihrer in den Bremskolben 4 und die Bremskolbenstange 48 hineinragenden Teil einen ansich bekannten Drosselraum 14 zur Drosselung der Rücklaufbewegung des Waffenrohres. An ihrem freien Ende enthält die Regelstange 5 in weiter bekannter Weise einen Vorlaufhemmdorn 49, der zur Rückführung der Druckflüssigkeit eine nicht dargestellte Längsnute aufweist, die in eine Vorlaufhemmdornkammer 51 mündet. Für den weiteren Abtransport der durch den Vorlaufhemmdorn 49 aus der Bohrung 50 der Bremskolbenstange 48 in die Vorlaufhemmdornkammer 51 hineingedrückten Druckflüssigkeit ist die Regelstange 5 mit einer Axialbohrung 52 versehen, die einerseits über weitere Bohrungen 53 mit der Vorlaufhemmdornkammer 51 und andererseits unmittelbar vor der Scheibe 41 über Radialbohrungen 54 mit dem Bremsraum 13 verbunden ist. Auf der Befestigungsseite der Regelstange 5 ist der Ausgang der Axialbohrung 52 mit einem Stopfen 55 verschlossen.

    [0026] Der Bremskolben 4 der Rohrbremse 1 enthält als Mittel zur Rohrrücklauf- und Vorlaufdämpfung einen gegen die Kraft einer Feder 6 axial verschieblichen Kolbenring 7, der als Absperrschieber ausgebildet ist und unter der Kraft der Feder 6 beim Waffenrohrvorlauf einerseits die im Bremskolben 4 zwischen einem von dem Bremskolben 4 bzw. der Bremskolbenstange 48 und der Bremszylinderinnenfläche 10 gebildeten Bremsraum 13 und einen gemeinsam von dem Bremskolben 4 bzw. der Bremskolbenstange 48 und der Regelstange gebildeten Drosselraum 14 angeordneten Verbindungskanäle 12 absperrt und andererseits wenigstens eine innerhalb des Kolbenringes 7 angeordnete Bohrung 15 als Mittel für eine gezielte Vorlaufdämpfung wirksam werden läßt.

    [0027] Die Bohrungen 15 verlaufen innerhalb des Kolbenringes 7 achsparallel und verbinden während des Waffenrohrvorlaufs den hinter ihren freien Ausgängen 16 liegenden Bremsraum 13 mit dem zwischen dem Kolbenring 7 und der Scheibe 41 der Regelstange 5 gebildeten Raum 56. Der Durchmesser d und die Länge 1 jeder Bohrung 15 sind dabei so gewählt, daß die Vorlaufgeschwindigkeit des am Bodenstück 2 befestigten Waffenrohres gezielt vorbestimmbar ist und einen annähernd konstanten Verlauf annimmt.

    [0028] Der Kolbenring 7 enthält auf der den Ausgängen 16 abgewandten Seite eine an eine vorzugsweise radial verlaufende Anschlagfläche 18 des Bremskolbens 4 angepaßte Stirnfläche 17, in die die Bohrungen 15 münden.

    [0029] Während des Rohrrücklaufs wird unter der Wirkung des im Bremsraum 13 herrschenden Bremsdruckes der Kolbenring 7 mit seiner Stirnfläche 17 an die Anschlagfläche 18 des Bremskolbens 4 gedrückt. Dadurch wird der während des Waffenrohrvorlaufs freie Durchgang der Bohrung 15 zur Zeit des Bremsvorganges unterbrochen.

    [0030] Die Figur 3 verdeutlicht die Stellung des Ringkolbens während des Waffenrohrrücklaufs. Die Bremskolbenstange 48 wird dabei durch das Bodenstück 2 in die Richtung 57 aus der Rohrbremse 1 gezogen. Dabei fließt die Druckflüssigkeit entsprechend den Pfeilrichtungen aus dem Druckraum 13 über die Verbindungskanäle 12 des Bremskolbens 4 in den Druckraum 14 und von dort aus in den Raum 56, wobei der Waffenrohrrücklauf entsprechend den Drosselquerschnitten der Regelstange 5 in bekannter Weise abgebremst wird.

    [0031] Während des Rohrrücklaufs wird die Kolbenstange 25 durch das Bodenstück 2 aus dem Rohrvorholer ebenfalls in Richtung 57 herausgezogen, wodurch das im Druckraum 27 vorhandene Gasvolumen durch den Kolben 26 komprimiert wird.

    [0032] Die Figur 4 zeigt den Bewegungsvorgang während des Rohrvorlaufs, wobei durch das expandierende Druckgas die Kolbenstange 25 durch den Kolben 26 in den Rohrvorholer 3 hineingezogen wird, wodurch über das mitbewegende Bodenstück 2 auch die Bremskolbenstange 48 in den Zylinder 35 der Rohrbremse 1 hineinbewegt wird. Vor Beginn der Vorlaufbewegung hat sich unter der Kraft der Feder 6 der Kolbenring 7 axial in die durch einen am Bremskolben 4 vorhandenen Anschlag 59 begrenzte Verschlußstellung der Verbindungskanäle 12 verschoben (Figur 2). Die Druckflüssigkeit strömt deshalb beim Waffenrohrvorlauf in der angegebenen Pfeilrichtung nicht mehr durch die Verbindungskanäle 12, sondern zur Erzielung einer vorgegebenen.

    [0033] Vorlaufgeschwindigkeit durch die freigewordenen Bohrungen 15 des Kolbenringes 7 aus dem nunmehr unter Druck stehenden Raum 56 in den beim Vorlauf druckentlasteten Bremsraum 13.

    [0034] Der Kolbenring 7 ist zur Abdichtung und zur Erzielung einer schnellen Gleitbewegung auf seiner der Innenfläche 10 des Zylindermantels 35 zugekehrten Außenfläche 8 mit reibungs- und wartungsarmen Dichtungselementen 9, 9.1ausgerüstet. Innenseitig gleitet der Kolbenring 7 mit seiner als Bohrung ausgebildeten Führungsfläche 11 auf einem zylindrischen Ansatz 60 des Bremskolbens 4.

    [0035] Für eine einfache Montage des Kolbenringes 7 ist ein die Anschlagfläche 18 des Bremskolbens 4 aufnehmender Kopf 19 lösbar durch ein Gewinde 61 am freien Ende des Bremskolbens 4 befestigt. Das Gewinde 61 weist dazu gegenüber dem Ansatz 60 einen kleineren Durchmesser auf. Die zwischen der Stirnfläche 16 des Kolbenringes 7 und der Anschlagfläche 18 des Kopfes 19 angeordnete Feder 6 ist als Druckfeder ausgebildet und in jeweiligen in Axialrichtungen weisenden Nuten 20, 21 des Kolbenkopfes 19 und des Kolbenringes 7 gelagert.

    [0036] In einem weiteren, in den Figuren 5, 6 dargestellten Ausführungsbeispiel der Rohrbremse 1.1 münden die von dem Kolbenring 7 innerhalb des Bremskolbens 4 angeordneten und versperrbaren Verbindungskanäle 12 in Drosselnuten 22, 23 der Regelstange 5.1, wobei die Drosselnuten 22, 23 eine unterschiedliche Länge aufweisen und auf nicht näher dargestellte Weise außerhalb der Rohrbremse 1 verstellbar sind.

    [0037] So kann der in der Figur 1 mit s angegebene maximale Rücklaufweg des Waffenrohres durch vergleichsweise lange Drosselnuten 23 und ein verkürzter Rücklaufweg durch kürzere Drosselnuten 22 erzielt werden. Die Drosselnuten 22, 23 sind gegenüber den Verbindungskanälen 12 derartig versetzt angeordnet, daß jeweils nur gegenüberliegende gleichlange Drosselnuten 22 oder 23 mit den Verbindungskanälen 12 verbunden werden können. Die Befestigung der Drosselstange erfolgt hier unterschiedlich zu dem in der Figur 2 dargestellten Beispiel außerhalb der Rohrbremse 1.


    Ansprüche

    1. Hydraulische Rohrbremse (1, 1.1) mit einem gemeinsamen, über das Bodenstück (2) eines Waffenrohres bewegbaren pneumatischen Rohrvorholer (3) und mit Mitteln (12, 14, 15, 22, 23) zur Rohrrücklauf- und Vorlaufdämpfung, wobei zur Rohrrücklaufdämpfung die Rohrbremse (1, 1.1) einen Bremskolben (4, 4.1) und einen Flüssigkeitsstromregler (5, 5.1) enthält, bei welcher der Bremskolben (4, 4.1) der Rohrbremse (1, 1.1) ein gegen die Kraft einer Feder (6) axial verschiebliches hohles Element (7) enthält, das die Vorlaufdämpfung einleitet, wodurch die Mittel zur Vorlaufdämpfung unter der Einwirkung des in der Rohrbremse (1, 1.1) herrschenden Bremsdruckes während des Rohrrücklaufs unwirksam und während des Rohrvorlaufs durch die Kraft der Feder (6) wirksam sind, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:

    a) der Rohrvorholer (3) besteht aus einem separaten Zylinder (24), in dem ein einziger, mit einer Kolbenstange (25) verbundener Kolben (26) gegen ein in einem die Kolbenstange (25) umgebenden Druckraum (27) befindliches Druckgas geführt wird,

    b) der Flüssigkeitsstromregler wird durch eine Flüssigkeitsstromregelstange (5, 5.1) gebildet, die gegenüber dem Bremskolben (4) bzw. der Bremskolbenstange (48) einen Drosselraum (14) bildet, dessen Verbindung über innerhalb des Bremskolbens (4) angeordnete Verbindungskanäle (12) mit einem von dem Bremskolben (4) bzw. der Bremskolbenstange (48) und der Bremszylinderinnenfläche (10) gebildeten Bremsraum (13) während des Waffenrohrvorlaufs durch das axial verschiebliche Element (7) unterbrochen ist,

    c) auf dem Bremskolben (4, 4.1) ist als axial verschiebliches Element ein Kolbenring (7) angeordnet, der zur Vorlaufdämpfung wenigstens eine achsparallel verlaufende Bohrung (15) aufweist, die auf der einen Seite einen freien Ausgang (16) zu dem Bremsraum (13) enthält und auf der anderen Seite in eine Stirnfläche (17) des Kolbenringes (7) mündet, wobei die Stirnfläche (17) während des Bremsvorganges durch den Bremsdruck an einer an sie angepaßten Anschlagfläche (18) des Bremskolbens (4) anliegt, wodurch ein während des Waffenrohrvorlaufs freier Durchgang der Bohrung (15) zur Zeit des Bremsvorganges unterbrochen ist.


     
    2. Rohrbremse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorlaufgeschwindigkeit des am Waffenrohr befestigten Bodenstückes 2 durch die Größen des Durchmessers d und der Länge 1 der Bohrung (15) vorbestimmbar ist.
     
    3. Rohrbremse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Anschlagfläche (18) an einem lösbaren Kopf (19) des Bremskolbens (4) angeordnet ist.
     
    4. Rohrbremse nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Feder (6) als Druckfeder ausgebildet ist und zwischen der Stirnfläche (16) des Kolbenringes (7) und der Anschlagfläche (18) des Kopfes (19) des Bremskolbens (4) angeordnet ist, wobei die Feder (6) in jeweiligen kreisringförmigen Nuten (20, 21) des Kolbenkopfes (19) und des Kolbenringes (7) gelagert ist.
     
    5. Rohrbremse nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die von dem Kolbenring (7) versperrbaren Verbindungskanäle (12) in auf verschiedene Rücklauflängen der Waffe in der Länge einstellbare Drosselnuten (22, 23) der Regelstange (5.1) münden.
     
    6. Rohrbremse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Rohrvorholer (3) aus einem im Durchmesser gleichen oder im Durchmesser abgestuften Zylinder (24) besteht.
     
    7. Rohrbremse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine zur Bildung einer Wärmeausgleichskammer (42) an der Flüssigkeitstromregelstange (5) vorgesehene Scheibe (41), zu ihrer Befestigung am Bremszylinderinnenmantel (35), über formschlüssig in Ausnehmungen (46) des Bremszylinderinnenmantels (35) eingreifende und auf dem Umfang verteilt angeordnete, sowie über eine Schraubenflanschverbindung (44, 45) an der Scheibe (41) befestigbare Segmente (47) verfügt.
     


    Revendications

    1. Frein de tube hydraulique (1,1.1), avec un récupérateur pneumatique (3) commun, déplaçable sur la pièce de culasse (2) d'une arme à tube et avec des moyens (12, 14, 15, 22, 23), pour amortir le mouvement de recul et d'avance du tube, dans lequel, en vue d'assurer l'amortissement du recul du tube, le frein de tube (1,1.1) contient un piston de freinage (4,4.1) et un régulateur de débit de liquide (5,5.1), dans lequel le piston de freinage (4.4.1) du frein de tube (1,1.1) contient un élément creux (7), déplaçable axialement contre la force d'un ressort (6), qui met en action l'amortissement d'avance, grâce à quoi les moyens d'amortissement d'avance deviennent inefficaces pendant le recul du tube, sous l'effet de la pression de freinage qui règne dans le frein de tube (1,1.1), et efficaces pendant l'avance du tube, grâce à la force du ressort (6), caractérisé par les caractéristiques suivantes:

    a) le récupérateur (3) se compose d'un cylindre (24) séparé, dans lequel un piston (26) unique, relié à une tige (25), est guidé contre la pression d'un gaz se trouvant dans une enceinte de pression (27) qui entoure la tige de (25).

    b) le régulateur de débit de liquide est formé par une tige de réglage (5,5.1), qui forme, vis-à-vis du piston de freinage (4), ou de la tige (48), un espace d'étranglement (14), dont la liaison, réalisée par l'intermédiaire de canaux de liaison (12) disposés à l'intérieur du piston de freinage (4), à un espace de freinage (13), formé par le piston de freinage (4), ou la tige (48) du piston et la surface intérieure de cylindre de freinage (10), est interrompue au moyen de l'élément (7) déplaçable axialement, pendant l'avance du tube d'arme.

    c) sur le piston de freinage (4,4.1) est disposé à titre d'élément déplaçable axialement, un segment de piston (7) qui présente, en vue d'amortir l'avance, au moins un alésage (15), s'étendant parallèlement à l'axe, qui contient d'un côté une sortie libre (16) vers l'enceinte de freinage (13) et débouche de l'autre côté dans une surface frontale (17) du segment de piston (7), la surface frontale (17) appuyant, pendant le processus de freinage, grâce à la pression de freinage, sur une surface de butée (18), lui étant adaptée, du piston de freinage (4), grâce à quoi un libre passage de l'alésage (15) est interrompu, pendant l'avance du tube d'arme, au moment du processus de freinage.


     
    2. Frein de tube hydraulique selon la revendication 1, caractérisé en ce que la vitesse d'avance de la pièce de culasse 2 fixée au tube d'arme est prédéterminable grâce à la valeur du diamètre d et de la longueur l de l'alésage (15).
     
    3. Frein de tube hydraulique selon la revendication 1, caractérisé en ce que la surface de butée (18) est disposée sur une tête amovible (19) du piston de freinage (4).
     
    4. Frein de tube hydraulique selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que le ressort (6) est réalisé sous forme de ressort de compression et disposé entre la surface frontale (16) du segment de piston (7) et la surface de butée (18) de la tête (19) du piston de freinage (4), le ressort (6) étant placé dans des gorges en forme d'anneaux de cercle (20, 21) respectives de la tête de piston (19) et du segment de piston (7).
     
    5. Frein de tube hydraulique selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que les canaux de liaison (12) pouvant être obturés par le segment de piston (7) débouchent dans des gorges d'étranglement (22, 23), pouvant être réglées en longueur à différentes longueurs de recul de l'arme, de la tige de réglage (5.1).
     
    6. Frein de tube hydraulique selon la revendication 1, caractérisé en ce que le récupérateur de tube (3) se compose d'un cylindre (24) dont le diamètre est constant ou étagé.
     
    7. Frein de tube hydraulique selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'un disque (41), prévu pour former une chambre d'équilibre thermique (42) sur la tige de réglage de débit de liquide (5), dispose, pour assurer sa fixation sur l'enveloppe intérieure (35) du cylindre de freinage, de segments (47), s'introduisant avec ajustement de forme dans des évidements (46) de l'enveloppe intérieure (35) du cylindre de freinage et répartis sur la périphérie, ainsi que pouvant être fixés sur le disque (41), par l'intermédiaire d'une liaison à bride vissée (44, 45).
     


    Claims

    1. Hydraulic barrel brake (1,1.1) with one common pneumatic barrel recuperator (3) movable by the base (2) of a barrel of a weapon and with means (12, 14, 15, 22, 23) for damping the recoil and the forward motion of the barrel, the barrel brake (1, 1.1) containing, for damping the recoil of the barrel, a brake piston (4, 4.1) and a liquid flow regulator (5, 5.1), wherein the brake piston (4, 4.1) of the barrel brake (1, 1.1) contains a hollow element (7) which is axially displaceable in opposition to the force of a spring (6) and which initiates the damping of the forward motion, as a result of which the means for damping the forward motion, under the effect of the brake pressure prevailing in the barrel brake (1, 1.1) become inoperative during the recoil of the barrel, while during the forward motion of the barrel the said means become operative through the force of the spring (6), characterised by the following features:

    (a) the barrel recuperator (3) comprises a separate cylinder (24) in which a single piston (26) connected with a piston rod (25) is moved against a pressure gas present in a pressure chamber (27) surrounding the piston rod (25),

    (b) the liquid flow regulator is formed by a liquid flow regulating rod (5, 5.1) which, in relation to the brake piston (4) or brake piston rod (48), forms a throttle chamber (14) of which the connection is by connecting channels (12) situated inside the brake piston (4) to a braking chamber (13) formed by the brake piston (4) or the brake piston rod (48) and the inner surface (10) of the brake cylinder (13) is interrupted by the axially displaceable element (7) during the forward motion of the barrel,

    (c) the brake piston (4, 4.1) bears, as an axially displaceable element, a piston ring (7) which, for the damping of the forward motion, has at least one paraxial boring (15) which on one side contains an open outlet (16) to the brake chamber (13) and on the other side leads into the end face (17) of the piston ring (7), while the end face (17), during the braking operation, bears against a stop face (18) conforming thereto and belonging to the brake piston (4), as a result of which a free passage provided by the boring (15) during the forward motion of the barrel is obstructed during the braking process.


     
    2. Barrel brake in accordance with Claim 1, characterised by the fact that the forward speed of the base (2) secured to the barrel is preselectable by the values of the diameter d and the length 1 of the boring (15).
     
    3. Barrel brake in accordance with Claim 1, characterised by the fact that the stop face (18) is provided on a removable crown (19) of the brake piston (4).
     
    4. Barrel brake in accordance with one of Claims 1 to 3, characterised by the fact that the spring (6) is constructed as a pressure spring (6) and is situated between the end face (16) of the piston ring (7) and the stop face (18) of the crown (19) of the brake piston (4), the spring (6) being mounted in annular grooves (20, 21) of the piston crown (19) and of the piston ring (7) respectively.
     
    5. Barrel brake in accordance with one of Claims 1 to 4, characterised by the fact that the connecting channels (12) which can be obstructed by the piston ring (7) lead into throttle grooves (22, 23) of the regulating rod (5.1) which can be adjusted in length to suit different recoil strokes of the weapon.
     
    6. Barrel brake in accordance with Claim 1, characterised by the fact that the barrel recuperator (3) comprises a cylinder (24) of constant diameter or of graduated diameter.
     
    7. Barrel brake in accordance with Claim 1, characterised by the fact that a disc (41) is provided on the liquid flow regulating rod (5) in order to form a heat equalising chamber (42) and is equipped with means for securing same to the internal casing (35) of the brake cylinder comprising segments (47) which engage recesses (46) of the internal casing (35) of the brake cylinder with a positive interlock and which are distributed around the periphery and which can be secured to the disc (41) by means of a screw flange connection (44, 45).
     




    Zeichnung