[0001] Die Erfindung betrifft ein verfahren zum Heben und/oder Senken eines Bauwerks gemäß
der im Oberbegriff des Anspruchs 1 angegebenen Art sowie eine Meßvorrichtung zur Durchführung
des Verfahrens.
[0002] Es sind mehrere verfahren bekannt, um Bauwerke bzw. Bauwerksteile und Industrieanlagen
wie beispielsweise Gebäude, Brücken und Maschinenfundamente mit hydraulischen Hubvorrichtungen
anzuheben oder auszurichten.
[0003] Bei einem aus der DE-OS 21 63 880 bekannten verfahren zum Anheben und Bewegen von
Gebäuden wird die Steuerung der einzelnen Hubzylindergruppen bzw. die gegenseitige
Abstimmung ihrer Hubwege durch Vermittlung einer Druckmittelmengenzumessung bewerkstelligt.
Die Hubzylinder von Anlagen zum Anheben von Gebäuden werden vorzugsweise in drei Hubzylindergruppen
zusammengefaßt wobei die Hubzylinder jeder Gruppe kommunizierend untereinander verbunden
sind und jeder Hubzylindergruppe eine eigene Druckmittelquelle zugeordnet ist. Jede
Hubzylindergruppe ist nur mit einer Einrichtung zur Hubwegerfassung ausgestattet.
Die Hubzylindergruppen werden gleichzeitig mit Druckmittel beaufschlagt und der Hubvorgang
wird nur anhand des Hubwegs überprüft. Bei unterschiedlichen Belastungsverhältnisse
oder im Falle daß der Untergrund bzw. die Fundamente nachgeben, erhöht sich der Druck
innerhalb der höher belasteten Zylindergruppe automatisch. Diese Erhöhung des Drucks
wird nicht bei diesem Verfahren überwacht und könnte bei einer zu hohen Belastung
den Ausfall einer gesamten Zylindergruppe bewirken und das Gebäude wäre vor einer
Rißbildung bzw. einer plötzlichen Lastenumverteilung nicht geschützt.
[0004] Bei einer aus der DE-OS 29 05 735 bekannten Vorrichtung werden Lastumsetzungen in
Absetz- oder Verschiebelagern mehrfach unterstützer steifer Bauwerke über eine vorbestimmte
Differenzlast hinaus verhindert in dem die Druckräume der Hubzylinder unter den einzelnen
Punktauflagern miteinander hydraulisch verbunden sind. Bei einer zu hohen Differenzlast
wird die Druckdifferenz zweier Druckräume durch Öffnen einer Absperrvorrichtung in
der Verbindungsleitung auf eine zulässige gesenkt. Diese Druckdifferenzregulierung
geschieht nur zwischen Hubzylindern die miteinander verbunden sind und auch nur nachdem
das Bauwerk angehoben worden ist. Während des Hubvorganges ist eine solche Regulierung
nicht vorgesehen.
[0005] Ein weiteres Verfahren ist aus der DE-OS 30 23 892 bekannt in dem die Ausgangslage
des Gebäudes als Ist-Wert optisch ausgemessen und einem Zentralregler zugeführt wird.
Dieser vergleicht den Ist-Wert mit den Gebäudeabmessungen und den Positionen der Hubzylinder
und bildet Soll-Werte für die einzelnen Hubzylinder. Im Nachgang zum Hub werden die
einzeln gemessenen Hubwege über den einzelnen Reglern dem Zentralregler zugeführt
und dieser überprüft und ermittelt neue Soll-Werte. Entsprechen bei Störungen die
tatsächlichen Hubwege nicht den vorgegebenen, wird ein Signal ausgelöst und der Hubvorgang
unterbrochen. Eine Verknüpfung der einzelnen Werte miteinander findet nicht statt
sodaß die Hubzylinder ohne Berücksichtigung der anderen Hubzylinder und deren Verhalten
gesteuert werden. Dies führt dazu, daß der Hubvorgang bei jeder Hubwegabweichung abgebrochen
werden muß ohne daß ein Ausgleichsversuch unternommen werden kann. Eine Druckmessung
wird zudem nicht durchgeführt sodaß eine Überwachung der Auflagerkräfte und deren
Veränderungen nicht möglich ist.
[0006] In einer weiteren Vorrichtung, die aus der DE-OS 36 11 753 bekannt ist, werden einige
der bei dem vorangegengenen Verfahren erwähnten Nachteile vermieden in dem ein Wegstreckengeber
und ein Öldruckgeber gesondert jeder Hubvorrichtung angeordnet sind. Ist-Werte werden
für Wegstrecken und für Öldrücke mit Soll-Werten verglichen.
[0007] Die Steuerung der Hubvorrichtungen erfolgt bei dieser bekannten Vorrichtung nur anhand
des Wegstrecken-Soll-Ist-Vergleiches. Beim Öldruck wird nur überprüft ob der Wert
sich noch im zulässigen Bereich befindet. Beim Über- bzw. Unterschreiten des Bereichs
wird der Hubvorgang in Folge eines Alarms angehalten. Die Druckwerte werden also nur
mit den Grenzwerten verglichen und die Überwachung einer eventuellen Veränderung der
Druckwerte, wie z.B. durch das aufeinanderfolgende Abfragen bei einzelnen Hubvorrichtungen
möglich, findet nicht statt. Da eine Druckabweichung in den Hubvorrichtungen die Veränderungen
in den Auflagerkräften wiederspiegelt, könnte man mittels einer Überwachung der Druckabweichung
nicht nur die Belastungsgrenzen der Hubvorrichtungen und des Gebäudes an diesem Punkt
einhalten sondern auch eine zu starke Veränderung der Auflagerkräfte im Bedarfsfall
durch die Betätigung anderer Hubvorrichtungen ausgleichen.
[0008] Es hat sich zudem in der Praxis gezeigt, daß bei einem Bauwerk mit einer großen Anzahl
von Hubvorrichtungen diese nicht zur gleichen Zeit einzeln angesteuert werden können
wegen des sehr hohen Strombedarfs. Daher hat man in der Vergangenheit Hubvorrichtungen
durchnumeriert und in dieser vorgegebenen Reihenfolge quasi gleichzeitig nacheinander
angesteuert. Manches Bauwerk lässt aber eine solche Vorgehensweise, bedingt durch
seine Struktur, nicht zu. Diese Bauwerke, wie zum Beispiel Schornsteine, müssen gleichzeitig
an mehreren bestimmten Stellen angehoben werden um eine Beschädigung und eventuelle
Zerstörung des Bauwerks zu verhindern.
[0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, unter Vermeidung der oben genannten Nachteile
der bekannten Verfahren ein Verfahren zum Heben und/oder Senken eines Bauwerks und
eine Meßvorrichtung zur Durchführung des Verfahrens zu schaffen, welche das Verhalten
des Bauwerks und der Hubvorrichtungen während des Hub-, bzw. Senkvorgangs besser überwacht
und somit das Heben und/oder Senken von Bauwerken, die selbst bei kleineren Lastumverteilungen
beschädigt werden können, ermöglicht wird.
[0010] Diese Aufgabe wird mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0011] Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, daß die Ansteuerung aller einzelnen oder
in Gruppen zusammengefaßten Hubvorrichtungen unter Berücksichtigung von Abweichungen
und/oder Störungen in anderen Hubvorrichtungen erfolgt.
[0012] Das Verfahren wird nachfolgend erläutert:
Die Druck- und Hubwerte der einzelnen Hubvorrichtungen werden sequentiell abgefragt
und über Datenleitungen zu einer zentralen Recheneinheit übermittelt. Diese Werte
werden dann mit Werten, die in einem Speicher der zentralen Einrichtung festgehalten
sind, einzeln verglichen. In dem Speicher der zentralen Einrichtung sind die anhand
der Bauwerkstatik ermittelten Ausgangsdruckwerte, die Grenzdruckwerte, das Ausgangs-
und das Endniveau der einzelnen Hubvorrichtungen festgehalten.
[0013] Im Speicher werden auch die Positionen der Hubvorrichtungen festgehalten die als
Gruppe mit der einzelnen Hubvorrichtung zusammengefasst werden könnte. Werden beim
Vergleich Wertabweichungen bzw. Über- oder Unterschreitungen festgestellt wird anhand
eines Zuordnungsspeichers die betreffende Hubvorrichtung bzw. eine andere Hubvorrichtung
oder Hubvorrichtungen angesteuert um diese Abweichung zu beheben.
[0014] Zu Beginn des Hubvorgangs sind gewisse Abweichungen unvermeidlich, da das Bauwerk,
wegen der Vielzahl von verwendeten Materialien mit schwankenden Eigenschaften und/oder
fehlenden Angaben zum Aufbau des Bauwerks, nicht genau erfassbar ist. Zudem kann der
Untergrund nicht als einheitliches Gebilde angesehen werden welches dazu führt, daß
eine Lastenumverteilung durch geringfügige Verschiebungen im Bauwerk schon vor der
Anhebung stattgefunden hatt. Deshalb werden die Ausgangsdruckwerte zu Beginn des Hubvorgangs
mit den im Speicher festgehaltenen Werten verglichen und bei Bedarf korrigiert.
[0015] Bei Druckwertabweichungen, die aufgrund der unterschiedlichen Belastbarkeit des Untergrundes
bzw. des Unterbaus auftreten, wird anhand des Zuordnungsspeichers versucht, diese
durch das Ansteuern der betreffenden Hubvorrichtung bzw. einer anderen Hubvorrichtung
oder anderer Hubvorrichtungen auszugleichen. Ist diese Maßnahme nicht erfolgreich,
d.h wird ein im Speicher festgehaltener Grenzdruckwert über- bzw. unterschritten oder
wird die Abweichung zwischen den Hubpunkten zu groß welche zu einer Überschreitung
eines vorgegebenen Krümmungsradius führt wird der Hubvorgang unterbrochen und die
Hubvorrichtungen in Ihrer jeweiligen Position fixiert. Es können dann zusätzliche
Hubvorrichtungen eingebaut oder der Untergrund bzw. der Unterbau mit Hilfskonstruktionen
verstärkt werden. Beim Ausfall einer Hubvorrichtung wird der Hubvorgang erst nach
einem nicht erfolgreichen Ausgleichsversuch automatisch abgebrochen. Die nicht funktionierende
Hubvorrichtung kann dann ausgetauscht und der Hubvorgang fortgesetzt werden. Somit
muß der Hubvorgang nicht zwangsläufig bei einem abweichenden Wert eingestellt werden
und Bauwerke, die schon durch kleinere Lastveränderungen leicht beschädigt werden,
können erfolgreich mit diesem Verfahren angehoben und/oder abgesenkt werden.
[0016] Das erfindungsgemäße Verfahren sieht weiter vor, daß Hubzylinder, die als Auflagerpunkte
unter einem starren Element im Bauwerk angeordnet und die gleichen Druckwerte aufweisen
als Gruppe zusammengefaßt gleichzeitig betätigbar sind. Dies gilt analog auch für
mehrere Hubvorrichtungen die unter einem Auflagerpunkt angeordnet sind. Die Hubvorrichtungen
die zu einer Gruppe zusammengefasst worden sind können aber jederzeit wieder separat
angesteuert werden. Zudem kann aufgrund des tatsächlichen Belastungszustands des Bauwerks
eine individuelle Hubreihenfolge ermittelt werden die stets nur die Anzahl von Hubzylindern
gleichzeitig ansteuert die zur sicheren Anhebung des Bauwerks benötigt werden. Die
anderen Hubzylinder werden dann quasi gleichzeitig nacheinander angesteuert. Somit
wird der maximale Strombedarf gemindert ohne daß das Bauwerk Schaden erleidet.
[0017] Eine zusätzliche Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist die Art der Niveaumessung.
Das Niveau der einzelnen Hubvorrichtungen wird anhand einer Differenzmessung ermittelt.
Als Meßvorrichtung wird eine elektronische Schlauchwaage bevorzugt. Von einem Referenzpunkt
aus werden Schläuche zu jeder Hubvorrichtung gelegt und mit Wasser oder einer anderen
Flüssigkeit gefüllt. Am Ende der Schläuche, im Bereich der Hubvorrichtung, sind die
Innenwände der Schläuche mit kapazitiven Aufnehmern versehen. Die Kapazität der Aufnehmer
fällt mit einem sinkenden Flüssigkeitsspiegel. Beim Hubvorgang fällt der Flüssigkeitsspiegel
im Schlauch und dadurch sinkt die Kapazität der Aufnehmer.
[0018] Die Kapazitätswerte werden sequentiell während dem Hubvorgang abgefragt und wie schon
beschrieben über Datenleitungen zu der zentralen Recheneinheit übermittelt. In der
Recheneinheit wird die Kapazität der Schläuche der einzelnen Hubvorrichtungen mit
der Kapazität des Referenzpunktes verglichen und die Kapazitätsdifferenz ermittelt.
Anhand dieser Kapazitätsdifferenz kann der Niveaudifferenzwert errechnet werden. Dieser
wird dann mit dem vorherigen Meßwert verglichen und die Differenz ergibt den Hubweg
der Hubvorrichtung.
[0019] Im Speicher ist für jede Hubvorrichtung eine Anzahl von Hubvorrichtungen festgehalten,
deren Niveaumesswerte mit dem Niveaumesswert der Hubvorrichtung verglichen werden.
Wird beim Vergleich eine Überschreitung eines vorgegebenen Krümmungsradius festgestellt,
wird anhand des Zuordnungsspeichers die betreffende Hubvorrichtung bzw. eine andere
Hubvorrichtung oder Hubvorrichtungen angesteuert um diese Überschreitung zu beheben.
[0020] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet
bzw. werden nachstehend zusammen mit der Beschreibung der bevorzugten Ausführung der
Erfindung anhand der Figuren näher dargestellt. Es zeigen:
Figur 1 ein Blockschaltbild der Hubsteuerung
Figur 2 eine schematische Ansicht einer eingebauten Hubvorrichtung zur Durchführung
des erfindungsgemäße Verfahren.
[0021] In Fig. 1 ist das Blockschaltbild der Hubsteuerung dargestellt.
[0022] Die von den mit jeder Hubvorrichtung 1 verbundenen Meßeinrichtung 2, 3, 19 ermittelten
Daten bzgl. Druck, Niveau und Höhenveränderung gelangen jeweils über eine Input/Output
Einheit 4 und über einen seriellen Datenbus 5 zur zentralen Recheneinheit 8 der zentralen
Einrichtung 13. Vorzugsweise sind die Input/Output Einheiten 4 als Mikroprozessoren
und die zentrale Recheneinheit 8 als Industrie-Standard PC ausgebildet. Der PC verfügt
über einen Arbeitsspeicher (RAM) 9 sowie über einen Programm- und Massenspeicher 12
in Form von Platten-und Disketten-Laufweken. Die Meßdaten werden über Adress-BUS-Leitungen
6 einzeln mit den Daten in den Zuordnungstabellen 10 im Arbeitsspeicher (RAM) 9 unter
Berücksichtigung der Vorgaben im Massenspeicher (ROM) 12 verglichen. Werden beim Vergleich
keine Abweichungen festgestellt, werden die einzelnen oder vorgegebenen Gruppen von
Hubvorrichtungen 1 nach der vorgegebenen Reihenfolge im Massenspeicher (ROM) 12 von
der Input/Output Einheit 4 angesteuert. Hierbei wird das Ventil 17 und das Hydraulikaggregat
14 geöffnet und der Wegaufnehmer 19 mißt die Höhenveränderung an der Hubvorrichtung
1 bzw. in der Nische 25. Wird beim Vergleich eine Abweichung bzw. Über- oder Unterschreitung
der gespeicherten Vorgaben festgestellt, wird das Programm im variablen Zuordnungsspeicher
11 abgerufen und schrittweise durchgeführt. Nach Ablauf des Programms werden die Meßvorrichtungen
2,3,19 erneut abgefragt und mit den Daten in den Zuordnungstabellen 10 im Arbeitsspeicher
(RAM) 9 unter Berücksichtigung der Vorgaben im Massenspeicher (ROM) 12 verglichen.
Ist der Ausgleich erfolgreich gewesen, werden die einzelnen oder vorgegebenen Gruppen
von Hubvorrichtungen 1 nach der vorgegebenen Reihenfolge im Massenspeicher (ROM) 12
von der Input/Output Einheit 4 angesteuert. Werden dennoch weiterhin Abweichungen
bzw. Über- oder Unterschreitungen festgestellt wird ein Alarmsignal ausgegeben und
der Hubvorgang abgebrochen.
[0023] In der Figur ist nur eine Hubvorrichtung 1 schematisch dargestellt worden, aber es
ist möglich, wie in der vorangegangen Beschreibung schon ausführlich beschrieben,
eine große Anzahl von Hubvorrichtungen 1,die beispielsweise beim Anheben eines größeren
Gebäudes benötigt werden, von dieser zentralen Einrichtung 13 aus einzeln oder zu
Gruppen zusammengefaßt anzusteuern.
[0024] Es ist ersichtlich, daß im Speicher verschiedene Parameter oder Paramatergruppen
festgehalten werden können, welche Grenzwerte enthalten, bei deren Überschreitung
oder Unterschreitung Steuersignale ausgegeben werden, welche Alarmzustände oder informative
Anzeigen auslösen. Auf diese Weise kann über die Kontrolle der Druckzustände der Hebe-
oder Ausrichtungszustand stets exakt überwacht werden. In Abhängigkeit von erreichten
Meßwertkombinationen nach vorzugebenen Mustern entsprechend der räumlichen Anordnung
der Hebevorrichtungen und durch entsprechenden Vergleich der Meßwertmuster mit den
Vergleichsmustern lassen sich komplexe Hebevorgänge einschließlich der möglichen Grenz-
und Gefahrenbereiche sicher beherrschen.
[0025] Durch entsprechende Zuordnung (Programmierung) im Hinblick auf die zu erwartenden
Druckwerte können bei einer bevorzugten Ausführung auch mittels logischer Verknüpfungen
Umschaltungen der Vergleichsmuster vorgenommen werden.
[0026] In Fig. 2 ist eine Hubvorrichtung schematisch dargestellt. Die Hubvorrichtung 1 ist
unter einer Wand 24 in einer Nische 25 aufgestellt. Das Hydralikaggregat 14 hat eine
Zu-15 und eine Ablaufleitung 16 in denen Steuerventile 17,18 eingebaut sind . Hinter
dem Steuerventil 17 in der Zulaufleitung 15 ist der Druckaufnehmer 2 angeordnet. Der
Wegaufnehmer 19 ist als Drahtseil-Wegaufnehmer ausgebildet und ist zwischen Unter-
und Oberkante der Nische 25 angebracht. Der Wegaufnehmer 19 kann auch als Linear-Wegaufnehmer
ausgebildet sein und ist dann zwischen fixiertem und beweglichem Teil der Hubvorrichtung
1 angeordnet. Die Niveaumeßeinrichtung besteht bei dieser bevorzugten Ausführungsform
aus einer elektronischen Schlauchwaage 3 . Hierfür ist hinten an der Hubvorrichtung
1 ein Schlauch 20 angebracht der an seiner Innenwandung mit einem kapazitiven Aufnehmer
21 ausgestattet ist. Das andere Ende des Schlauchs 20 ist in gleicher Weise ausgebildet
und ist am Referenzpunkt 22 fixiert. Vom Referenzpunkt 22 aus sind Schlauchleitungen
zu allen Hubvorrichtungen 1 gelegt und der kapazitiver Aufnehmer 21 ist ebenfalls
mit einer mikroprozessor-gesteuerten Input/Output Einheit versehen, und kommuniziert
mit der zentralen Einrichtung 13 über den gleichen seriellen Daten-Bus 5 wie die Hubvorrichtungen
1. Somit können für den einzelnen Hubvorrichtungen 1, die Druckwerte, das Niveau und
der zuletzt zurückgelegte Hubweg gemessen bzw. ermittelt werden.
[0027] Die Erfindung beschränkt sich in ihrer Ausführung nicht auf das vorstehend angegebene
bevorzugte Ausführungsbeispiel. Vielmehr ist eine Anzahl von Varianten denkbar, welche
von der dargestellten Lösung auch bei grundsätzlich anders gearteten Ausführungen
Gebrauch macht.
1. Verfahren zum Heben und/oder Senken eines Bauwerks mittels hydraulischer Hubvorrichtungen,
die rechnergesteuert einzeln nacheinander oder gruppenweise gleichzeitig ansteuerbar
sind, sowie Meßvorrichtungen, wobei
die einzelnen Hubvorrichtungen jeweils mit einer Niveaumeßvorrichtung versehen sind
und
eine zentrale Einrichtung zur Erfassung der aktuellen Gebäudeposition vorgesehen ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß jede Hubvorrichtung (1) zusätzlich mit einem Druckaufnehmer (2) versehen ist,
daß von jeder Hubvorrichtung (1) Datenleitungen (5) zu einer zentralen Recheneinheit
(8) als Teil der zentralen Einrichtung führen, welche die bei einer einzelnen Hubvorrichtung
ermittelten Hub- und/oder Druckwerte übermitteln,
daß die ermittelten Werte einzeln mit in einem Speicher (9) der zentralen Einrichtung
(13) festgehaltenen Werten verglichen und die einzelnen Hubvorrichtungen (1) in Abhängigkeit
von dem Vergleichsergebnis angesteuert werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Hubvorrichtungen (1) und oder Meßvorrichtungen (2, 3) sequentiell aktiviert
bzw. abgefragt werden.
3. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, daß Druckänderungen durch Differenzbildung
der Druckwerte bei aufeinanderfolgenden Abfragen der einzelnen Hubvorrichtungen (1)
ermittelt werden.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die ermittelten Druckwerte oder Druckänderungswerte mit in einem Speicher festgehaltenen
vorgegebenen Werten verglichen und die Abweichungen durch Differenzbildung ermittelt
werden.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die aktuellen Druckwerte bzw. Differenzdruckwerte bei aufeinanderfolgenden Messungen
ein Datenmuster, insbesondere in Form einer zweidimensionalen Matrix, bilden und bei
der Bewertung die Spitzenwerte und/oder die Summe der Abweichungen benachbarter oder
innerhalb eines räumlichen Bereichs angeordneter Hubvorrichtungen verglichen werden.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß bei Druckabweichungen eine Ansteuerung von einzelnen oder in einem räumlich zusammenhängenden
Bereich angeordneten Hubvorrichtungen in einer der Abweichung entgegenwirkender Richtung
im Sinne einer Kompensation erfolgt.
7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, insbesondere nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß bei Abweichung eines oder mehrerer Druckwerte um mehr als einen vorgegebenen
Wert oder fortbestehender Abweichung trotz Kompensation ein Alarmsignal ausgegeben
wird, wobei insbesondere der Hubvorgang nach Ausgabe des Alarmsignals abgebrochen
und die Hubvorrichtungen (1) in ihrer jeweiligen Position arretiert werden.
8. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß Vorgaben im dem Speicher (12) für einzelne oder vorgegebene Gruppen von Hubvorrichtungen
(1) Parameterwerte festgehalten sind, wobei derartige Parameter sind:
die Zuordnung oder Zusammenfassung von einzelnen Hubvorrichtungen (1) zu Gruppen zwecks
gemeinsamer Ansteuerung,
eine vorgegebene sequentielle Rate der Hubfolgen für einzelne oder vorgebbare Gruppen
von Hubvorrichtungen (1),
die Reihenfolge der Ansteuerung der einzelner oder vorgegebener Gruppen von Hubvorrichtungen
(1),
die maximale Zeitdauer des gesamten Hubvorgangs für einzelne oder vorgebbare Gruppen
von Hubvorrichtungen (1).
9. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens einer der Parameterwerte ist:
der Ausgangsdruckwert,
der maximale Grenzdruckwert,
die Ausgangsposition,
der Endhub
und dieser für jeweils eine Hubvorrichtung (1) in einem Speicher (9) festgehalten
sind.
10. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß zu Beginn des Hubvorgangs die von der Meßeinrichtung (2) gemessenen Druckwerte
der einzelnen Hubvorrichtungen (1) mit den in der Zuordnungstabelle (10) gespeicherten
Ausgangsdruckwerten verglichen werden und der gespeicherte Druckwert im Falle einer
Abweichung korrigiert wird und/oder in Abhängigkeit von den ermittelten Meßwerten
eine Umschaltung der Vergleichsdruckwerte erfolgt.
11. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß Hubvorrichtungen (1) unter verschiedenen Auflagerpunkten (23) eines starren Bauteils,
die die gleichen Druckwerte aufweisen, gruppenweise ansteuer- und abfragbar sind.
12. Meßvorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der Druckaufnehmer (2) in der Druckleitung angeordnet ist.
13. Meßvorrichtung (3) zur Durchführung des Verfahrens nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Niveaumeßwerte der einzelnen Hubvorrichtungen (1) mittels einer elektronischen
Schlauchwaage (3) ermittelt werden.
14. Meßvorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Schlauchwaage aus mit einem Referenzpunkt verbundenen mit Flüssigkeit gefüllten
Schläuchen besteht, die im Bereich ihrer Enden an der Innenwand mit einem kapazitiven
Aufnehmer (21) einer Niveaumeßvorrichtung versehen sind, die jeweils zu dem beweglichen
Teil einer Hubvorrichtung (1) oder zur Oberkante der Nische verlegt und mit diesem
fest verbunden sind.