[0001] Die Erfindung betrifft einen elektrodynamischen Ultraschallwandler bzw. eine Ultraschalleinrichtung
gemäß Oberbegriff der Patentansprüche 1 und 14.
[0002] Ultraschallwandler bzw. Ultraschalleinrichtungen der gattungsgemäßen Art sind in
der noch nicht veröffentlichten deutschen Patentanmeldung P 40 03 215.9-52 dargestellt.
Hierbei sind Magnetsystem und Wandlerspule so zueinander angeordnet, daß über die
mit hochfrequentem Wechselstrom beaufschlagte Wandlerspule in der Werkstückoberfläche
Wirbelströme induziert werden, die mit den durch das Magnetsystem erzeugten Feldlinien
überlagern. Die so erzeugten Bewegungen der oberflächennahen Elektronen koppeln an
das Metallgitter und erzeugen so Dichteschwankungswellen, d. h. Ultraschall. Die dadurch
entstehenden Ultraschallwellen erhalten je nach Magnetfeldgeometrie und gewählter
Wechselstromfrequenz in der Wandlerspule eine wählbare Vorzugsrichtung. Aus der deutschen
Auslegeschrift DE 26 55 804 ist des weiteren bekannt, daß die Wandler- bzw. Wicklungsgeometrie
die Spurwellenlänge der auf elektrodynamischem Wege erzeugten Ultraschallwelle vorgibt.
[0003] Die oben dargestellten bekannten Ultraschallwandler bzw. Ultraschalleinrichtungen
sind aufgrund ihrer konstruktiven Ausgestaltung nicht für den Einsatz bei hohen Temperaturen
geeignet. Die in der deutschen Auslegeschrift 26 55 804 dargestellten Maßnahmen zum
möglichst resonanten Betrieb der Sender- und Empfängerwandler berücksichtigen nicht
den Einfluß größerer Kabellängen zwischen Wandler und Signalverarbeitungseinheit.
[0004] Außerdem würden bei den oben dargestellten bekannten Ultraschallwandlern bzw. Ultraschalleinrichtungen
wegen der Verwendung teils beweglicher und teils fester Verbindungen im Warmbetrieb
erhebliche Störungen auftreten. Des weiteren weisen die o. g. Wandler keine besonderen
Schutzmaßnahmen für den Einsatz in strahlen- und/oder spritzwassergefährdeten Bereichen
auf.
[0005] In bekannten Ultraschalleinrichtungen werden bei großen Entfernungen zwischen Signalverarbeitungseinheit
und Wandlern Vorverstärker in der Nähe der Wandler plaziert, die um induktive und
kapazitive Störeffekte der Signalleitungen auszuschließen, das Signal aufbereiten.
Das über die Wandler erzeugte hochfrequente Signal, welches eine Amplitude im Bereich
von nur etwa 1 Millivolt besitzt, wird dabei so aufbereitet, daß das Signal von den
Vorverstärkern über größere Längen zu der Signalverarbeitungseinheit transportiert
werden kann. Dies hat den Nachteil, daß die Ultraschalleinrichtung durch die zusätzliche
Verwendung von Vorverstärkern aufbändig und störanfällig ist. Die Tatsache, daß die
Vorverstärker in der Nähe der Wandler plaziert werden müssen und die in den Vorverstärkern
angeordneten elektronischen Bauelemente weder strahlenresistent noch temperaturfest
sind, hat nachteiligerweise die Folge, daß eine so aufgebaute Ultraschalleinrichtung
nicht unter diesen genannten Extrembedingungen, d. h. hohe Temperatur, hohe Strahlenbelastung
und Spritzwassergefährdung, einsetzbar sind.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Ultraschalleinrichtung zu schaffen und den
oben genannten Ultraschallwandler derart weiterzubilden, daß bei Temperaturzyklen
von 23 Grad Celsius bis zu 300 Grad Celsius und der Verwendung großer Sende- und Empfangsleitungslängen
ein störungsfreier Betrieb gewährleistet ist, wobei auf Vorverstärker verzichtet werden
kann und der Wandler außerdem im gesamten oben genannten Temperaturbereich spritzwasser-
und strahlenresistent sein soll.
[0007] Die gestellte Aufgabe wird bei einem elektrodynamischen Ultraschallwandler gemäß
dem Oberbegriff des Patentanspruches 1 dadurch gelöst, daß das Magnetsystem aus einem
weichmagnetischen zur Werkstückoberfläche hin offenen Gehäuse besteht, innerhalb dessen
ein Permanentmagnet mit seiner Polachse senkrecht zur Werkstückoberfläche ausgerichtet
ist und mit der der Werkstückoberfläche abgewandten Polfläche am Gehäuse magnetisch
gehalten anliegt und mit der anderen Polfläche mit einem die Wandlerspule aufnehmenden
Träger verbunden ist, daß der elektrische Anschluß aus einem ein- oder mehradrigen
Koaxialkabel besteht, welches sich durch eine Öffnung im Gehäuse hindurcherstreckt
und mit demselben fest verbunden ist, daß mindestens ein freies Drahtende der Wandlerspule
flexibel und mit jeweils einer der Leitungsadern des Koaxialkabels verbunden ist und
an der bzw. den Kontaktstellen hartverlötet und die Lötstellen und die Wandlerspulendrähte
mit einem hochtemperaturfesten Kunststoff isoliert sind. In besonders vorteilhafter
Ausgestaltung der Erfindung ist das Gehäuse dosenförmig ausgestaltet und besteht aus
Weicheisen. Bei wechselnden Betriebstemperaturen erweist es sich als besonders vorteilhaft,
die Erfindung dahingehend auszugestalten, daß das Gehäuse an der Fläche, die an der
Polfläche des Permanentmagneten anliegt, eine Ausnehmung aufweist, dessen zu der Polfläche
parallele Erstreckung so groß ist, daß der Rand dieser Polfläche von den Seitenflächen
der Ausnehmung bei Raumtemperatur luftspaltbildend umfaßt ist. Die erfindungsgemäße
Verwendung von Sm2Co17 als Permanentmagnetmaterial gewährleistet vorteilhafterweise
eine hohe und temperaturstabile Remanenz. In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung
besteht der Träger aus einem weichmagnetischen Pulververbundwerkstoff mit geringer
elektrischer Leitfähigkeit und hoher Temperaturfestigkeit, z. B. Corovac OF (Firma
Vakuumschmelze) und ist mit dem Permanentmagneten ausschließlich magnetisch gehalten
verbunden. Dabei ist es besonders vorteilhaft, den Träger als sich zur Werkstückoberfläche
hin verjüngenden Kegelstumpf auszubilden. Alternativ dazu kann der Träger auch aus
einem temperaturfesten unmagnetischen Material bestehen, z. B. aus Keramik oder aus
einer temperaturfesten, strahlenresistenten und wasserdichten Kunststoffverbindung.
Hierzu ist PEEKK besonders geeignet. In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung
ist der Träger kammartig mit zur Werkstückoberfläche hin offenen Nuten ausgebildet.
Das Koaxialkabel ist vorteilhafterweise stahlummantelt und an der Öffnung mit dem
Gehäuse verschweißt. Die isolierten Lötstellen sind dabei in weiterer Ausgestaltung
mit dem Gehäuse fest verbunden.
[0008] Zur wahlweisen Anbringung von Sende- und Empfangswandlerspule auf einem gemeinsamen
Träger sind im Träger zwei elektrisch unabhängige Wandlerspulen angeordnet. Zur Gewährleistung
einer flexiblen Verbindung zwischen Koaxialkabel und Wandlerspule ist in vorteilhafter
Ausgestaltung mindestens das mit einer der Leitungsadern des Koaxialkabels flexibel
verbundene Drahtende der Wandlerspule als Drahtschlaufe ausgebildet.
[0009] Bei einer Ultraschalleinrichtung bestehend aus einer Mehrzahl von elektrodynamischen
Ultraschallwandlern nach Anspruch 1, bei der einer der Ultraschallwandler als Sender
und mindestens ein weiterer Ultraschallwandler als Empfänger ansteuerbar ist, wobei
die Wicklungen der Wandlerspulen mäanderförmig und weitgehend parallel zur einer Werkstückoberfläche
angeordnet sind und über elektrische Anschlüsse mit einer Signalauslöse- und Signalverarbeitungseinheit
verbunden sind, wird die Aufgabe erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die elektrischen
Anschlüsse aus Koaxialkabeln mit mehr als 10 m Länge bestehen, daß die Wandlerspule
des Senders und des Empfängers aus jeweils mehreren Mäanderelementen besteht, daß
die Windungszahl jeder Wandlerspule so gewählt ist, daß der Scheinwiderstand der Wandlerspule
den Scheinwiderstand des Koaxialkabels und der Eingänge der Signalauslöse- und Signalverarbeitungseinheit
kompensiert, wobei die Mäanderelemente des Senders jeweils eine höhere Windungszahl
aufweisen, als die jeweiligen Mäanderelemente des Empfängers. Eine besonders vorteilhafte
Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Ultraschalleinrichtung ergibt sich daraus, daß
bei der Verwendung eines jeweils 80 m langen Koaxialkabels die Wandlerspule des Senders
aus drei Mäanderelementen besteht mit je 15 Windungen und die Wandlerspule des Empfängers
aus drei Mäanderelementen mit je 7 Windungen besteht und daß dabei die Spurwellenlänge
8 mm und die Windungslänge 27 mm beträgt.
Sämtliche entstehenden Induktivitäten und Kapazitäten kompensieren sich hierbei derart,
daß die gesamte elektrische Anordnung ohmsch ist.
[0010] Die besondere Eignung des erfindungsgemäßen elektrodynamischen Ultraschallwandlers
für hohe Temperaturen und extreme Einsatzbedingungen resultiert aus der Tatsache,
daß lediglich das Koaxialkabel selbst und die isolierten Lötstellen mit dem Gehäuse
fest verbunden sind. Alle anderen Verbindungen sind im wesentlichen durch magnetische
Kräfte bewerkstelligt. Durch die Verwendung von Sm2Co17 als Permanentmagnetenmaterial
ist gewährleistet, daß dieser Magnet die für die ortsfesten Verbindungen der einzelnen
Teile nötigen Kräfte aufbringt. Die Verwendung von Corovac OF als Material für den
Träger der Wandlerspule gewährleistet durch die Eigenschaft seiner geringen elektrischen
Leitfähigkeit, daß im Prinzip keine Ultraschallwellen in den Wandler selbst eingekoppelt
oder in dem Wandler selbst erzeugt werden. Dies führt dann vorteilhafter Weise dazu,
daß eine Verschiebung der einzelnen Teile des Wandlers durch ultraschallbedingte Vibrationen
verhindert wird. Die hohe Temperaturfestigkeit des Materials Corovac OF gewährleistet
somit auch den störungsfreien Betrieb bei hohen Temperaturen, etwa bis 300 Grad Celsius.
Durch die durch ausschließlich magnetische Kräfte bewerkstelligte Verbindung der Einzelteile
untereinander ist in besonders vorteilhafter Weise gewährleistet, daß selbst bei teilweise
stark unterschiedlichen Temperaturausdehnungskoeffizienten keine mechanischen Spannungen
im Wandler entstehen. Dieser Vorteil kommt besonders dann zum Tragen, wenn der Wandler
kurzzeitig hohen Temperaturunterschieden bzw. Temperaturzyklen ausgesetzt ist. Die
Verwendung des Kunststoffs PEEKK (beispielsweise Hostatec der Firma Hoechst) gewährleistet
dabei im Isolationsbereich nicht nur eine hohe Temperaturfestigkeit, sondern setzt
hier vorteilhafterweise die Eigenschaften der Strahlenresistenz und Spritzwasserresistenz
im gesamten Temperaturbereich zwischen Raumtemperatur und 300 Grad Celsius ein. Bei
der Verwendung von Corovac OF erweist es sich als ganz besonders vorteilhaft, den
Träger als sich zur Werkstückoberfläche hin verjüngenden Kegelstumpf auszubilden.
Der Vorteil ergibt sich daraus, daß ein derart ausgerichteter Kegelstumpf die Eigenschaft
hat, als Konzentrator für Magnetfeldlinien zu wirken. Durch diese Maßnahme kann die
Oberflächenfeldstärke im Bereich des Ultraschallerzeugungsortes wesentlich erhöht
werden, was dazu führt, daß größere Ultraschallamplituden erreichbar sind.
[0011] Alternativ zu der Verwendung von Corovac OF als Material für den Träger ist es möglich
Keramik oder PEEKK einzusetzen. Hierbei wird die Verbindung zwischen Träger und Permanentmagnet
durch entsprechend temperaturfesten Klebstoff bewerkstelligt.
[0012] Die kammartige Ausgestaltung des Trägers mit zur Werkstückoberfläche hin offenen
Nuten hat den Vorteil, die Wandlerspulendrähte in sehr einfacher Weise aufzunehmen
und die Energieübertragung zwischen Werkstückoberfläche und Wandlerspule zu erleichtern.
Der Einsatz des stahlummantelten Koaxialkabels, welches an der Öffnung mit dem Gehäuse
verschweißt ist, gewährleistet einen störunempfindlichen Betrieb bei einer beispielsweise
ortsfesten Installation, selbst bei Einsatzbedingungen gemäß der Aufgabenstellung.
[0013] Die Tatsache, daß die isolierten Lötstellen mit dem Gehäuse fest verbunden sind,
hat den Vorteil, daß die elektrischen Anschlüsse innerhalb des Wandlers bei hinreichender
Flexibilität trotzdem ortsfest angebracht sind. Dies reduziert im übrigen die Störanfälligkeit
des Wandlers.
[0014] Die Anordnung von zwei elektrisch unabhängigen Wandlerspulen auf einem gemeinsamen
Träger hat den Vorteil, daß Sende- und Empfangsort auf einen gemeinsamen Ultraschallwandler
konzentriert sind. Beim Einsatz des elektrodynamischen Ultraschallwandlers bei hohen
Temperaturzyklen wird die ortsfeste Anordnung der Einzelteile unter gleichzeitiger
Maßgabe einer mechanisch spannungsfreien Verbindung dadurch gewährleistet, daß das
Gehäuse an der Fläche, die an der Polfläche des Permanentmagneten anliegt, eine Ausnehmung
aufweist, dessen zu der Polfläche parallele Erstreckung so groß ist, daß der Permanentmagnet
an den Seitenflächen um diese Polfläche herum bei Raumtemperatur luftspaltbildend
umfaßt ist. Dieser Luftspalt kann dabei so gewählt sein, daß sich dieser beim Einsatz
einer angegebenen Höchtstemperatur schließt. Unter diesen genannten Voraussetzungen
thermischer Ausdehnungseffekte, erweist es sich als besonders vorteilhaft, daß mindestens
das mit einer der Leitungsadern des Koaxialkabels flexibel verbundene Drahtende der
Wandlerspule als Drahtschlaufe ausgebildet ist.
[0015] Der Vorteil bei der erfindungsgemäß vorgeschlagenen Ultraschalleinrichtung besteht
darin, daß speziell für den Einsatz in bzw. an bis zu 300 Grad Celsius warmen Anlagen
die Signalauslöse- bzw. Signalverarbeitungseinheit in erheblicher Entfernung zum Sender
bzw. Empfänger angeordnet werden kann. Dabei ist wesentlich, daß auf eine Aufbereitung
des Signals beispielsweise durch Vorverstärker verzichtet werden kann. Das hochfrequente
Signal, mit einer Amplitude von etwa 1 mV kann über die gesamte Entfernung zwischen
Wandler und Signalverarbeitung ohne elektronischen Aufwand übertragen werden. Die
erfindungsgemäß vorgeschlagene elektrische Anpassung führt dazu, daß selbst unter
diesen extremen Bedingungen ein störungsfreier Betrieb gewährleistet ist. Aus der
Verwendung der bezüglich des Koaxialkabels erfindungsgemäß abgestimmten Wandlerspule
ergibt sich eine besonders vorteilhafte Eignung für eine beispielsweise ortsfeste
Installation einer Mehrzahl von Sender und Empfänger in einer Anlage.
[0016] Die vorgeschlagene Ultraschalleinrichtung eignet sich daher besonders zur Überprüfung
von Füllständen und Durchflüssen in heißen Behältnissen. Die übrigen Eigenschaften
führen zusätzlich zu einer besonderen Eignung für den Einsatz in Kraftwerken. Die
einzelnen Ultraschallwandler, die beispielsweise in einem Rohrleitungssystem eines
Kraftwerks zu einer überprüfenden Einrichtung eingesetzt sind, können durch die Ansprechbarkeit
über die beispielsweise 80 m langen Kabel in einem Überwachungsleitstand zusammengefaßt
werden.
[0017] Die Erfindung ist anhand von Zeichnungen nachstehend näher erläutert.
[0018] Es zeigen:
- Figur 1
- Aufbau elektrodynamischer Ultraschallwandler,
- Figur 2
- Träger aus Keramik oder PEEKK,
- Figur 3
- elektrodynamischer Ultraschallwandler für die Senkrechteinschallung.
[0019] Figur 1 zeigt den elektrodynamischen Ultraschallwandler in Schnittdarstellung. Das
aus Weicheisen bestehende Gehäuse 2 besitzt dort eine Ausnehmung 11 bzw. seitliche
Haltevorsprünge, wo der Permanentmagnet 3 anliegt. Diese Ausnehmung 11 bzw. diese
Vorsprünge sind in ihrer Dimensionierung so ausgelegt, daß bei Raumtemperatur zwischen
den Seitenflächen des Magneten 3 und der Vorsprünge 11 ein Luftspalt vorhanden ist.
Dies gewährleistet, daß auch bei den vorliegenden Materialien trotz unterschiedlicher
Ausdehnungskoeffizienten bei höherer Temperatur keine mechanische Verspannung entsteht.
Die Tiefe der Ausnehmung 11 bzw. die Vorsprünge sind in ihrer Dimensionierung jedoch
so gestaltet, daß trotzdem eine Soll-Position des Permanentmagneten 3 innerhalb des
Gehäuses 2 gegeben ist. Das Koaxialkabel 7 ist in dieser Darstellung seitlich durch
eine Bohrung 8 im Gehäuse 2 hindurchgeführt und an der Außenseite des Gehäuses wasserdicht
verklebt. Die Signalleitung 12 des Koaxialkabels 7 reicht in den Innenraum des Gehäuses
2 hinein und bildet über eine Hartlötverbindung und eine Drahtschlaufe 9 den elektrischen
Kontakt mit den Wandlerdrähten. Die Hartlötstelle ist hierbei großzügig mit einem
Klotz 13 aus PEEKK isoliert und vergossen. Der Klotz 13 ist dabei in der Nähe der
Eintrittsstelle des Koaxialkabels in das Gehäuse 2 mit der Gehäuseinnenwandung fest
verklebt. Zur Bewerkstelligung einer flexiblen Verbindung zwischen Lötstelle und Wandlerspule
ist eines der losen Wandlerdrahtenden 9, beispielsweise als Schlaufe bis zur Hartlötstelle
hingeführt. Dieser Draht 9 ist wie die Drähte der Wandlerspule 5 mit PEEKK isoliert.
Der Träger 6 für die Wandlerspule 5 ist so ausgestaltet und angeordnet, daß derselbe
über eine glatte ebene Fläche in dargestellter Position an dem Permanentmagneten 3
anliegt und an der der Werkstückoberfläche 1 zugewandten Seite die kammartige Verzahnung
aufweist, in denen die Wandlerdrähte 5 angeordnet sind. Der Träger 6 besteht hierbei
aus Corovac OF. Die Magnetfeldlinien werden vom Permanentmagneten 3 über den Träger
6 in die Werkstückoberfläche 1 eingebracht, wobei das Weicheisengehäuse 2 dann den
nötigen magnetischen Rückschluß der Feldlinien bewirkt. Alle magnetischen Einzelteile,
d. h. Gehäuse 2, Permanentmagnet 3 und Corovac-Träger 6 sind ausschließlich über magnetische
Kräfte zusammengehalten. Die einzigen festen Verbindungen bestehen zwischen Koaxialkabel
7 bis Gehäuse 2 und Lötstelle 10 bis Gehäuse 2. Der gesamte Ultraschallwandler ist
in dieser Ausgestaltung selbst bei unterschiedlichen thermischen Ausdehnungskoeffizienten
in einem Temperaturbereich bis zu 300 Grad Celsius frei von mechanischen Spannungen
und somit auch frei von dadurch möglichen Betriebsstörungen. Das verwendete Permanentmagnetmaterial
Sm2CO17 besitzt die spezifische Eigenschaft, die hohe Remanenz auch im genannten Temperaturbereich
zu erhalten. Die Verwendung des Isolationsmaterials PEEKK gewährleistet die Spritzwasser-
und Strahlenresistenz selbst bei höheren Temperaturen, d. h. bis zu 320 Grad Celsius.
[0020] Figur 2 zeigt eine Detailzeichnung des Trägers. Die Seitenansicht stellt den Träger
6 ähnlich wie in Figur 1 dar. Der Träger 6 ist so ausgestaltet, daß in der Draufsicht
entlang der Linie A-A im Randbereich der Längsseiten 14 ebenfalls eine kammartige
Verzahnung entsteht. Eine Ausgestaltung dieser Art ist aber nur bei der Verwendung
von unmagnetischen Materialien relevant, wie z. B. Keramik oder PEEKK. Bei der Verwendung
von Corovac wäre eine Ausgestaltung des Trägers, wie sie die Draufsicht zeigt, nicht
geeignet, weil an den zusätzlichen kammartigen Verzahnungen stark inhomogene Magnetfeldlinienverläufe
auftreten würden.
[0021] Figur 3 zeigt einen elektrodynamischen Ultraschallwandler für den speziellen Einsatzfall
der Senkrechteinschallung. Sende- und Empfangsspule sind hierbei auf einen gemeinsamen
Träger 6 aus Corovac gewickelt. Das Koaxialkabel 7 ist in diesem Fall mehradrig ausgeführt,
d. h. hier mit zwei Signalleitungen 12,12' versehen. Die sich ergebenden Lötverbindungen
sind dabei in einem gemeinsamen Isolationsblock 13 aus PEEKK gebettet und wie in Figur
1 dargestellt mit der Gehäuseinnenwand verbunden. Der Träger 6 der in diesem Falle
aus Corovac OF besteht ist kegelstumpfförmig ausgestaltet und so ausgerichtet, daß
sich der Kegelstumpf zur Werkstückoberfläche 1 hin verjüngt. Die somit erzielte Konzentratorwirkung
verbessert dabei die Effizienz der Ultraschallerzeugung. Die gemeinsame Anordnung
von Sende- und Empfangswandlerspule in einem gemeinsamen Ultraschallwandler ist dabei
nicht zwingend, d. h. Sende- und Empfangswandlerspule können auch in verschiedenen
Ultraschallwandlern untergebracht werden.
1. Elektrodynamischer Ultraschallwandler bestehend aus einem an eine Werkstückoberfläche
anzulegenden Magnetsystem mit Permanentmagnet, einer in der Nähe der Werkstückoberfläche
und des Permanentmagneten angeordneten Wandlerspule und einem elektrischen Anschluß,
dadurch gekennzeichnet,
- daß das Magnetsystem aus einem weichmagnetischen zur Werkstückoberfläche (1) hin
offenen, den magnetischen Rückschluß bildenden Gehäuse (2) besteht, innerhalb dessen
der Permanentmagnet (3) mit seiner Polachse (4) senkrecht zur Werkstückoberfläche
(1) ausgerichtet ist und mit der der Werkstückoberfläche abgewandten Polfläche (3')
am Gehäuse innen ausschließlich magnetisch gehalten anliegt und mit der anderen Polfläche
(3'') mit einem die Wandlerspule (5) aufnehmenden Träger (6) verbunden ist,
- daß sich der aus einem ein- oder mehradrigen Koaxialkabel (7) bestehende elektrische
Anschluß durch eine Öffnung (8) im Gehäuse (2) hindurcherstreckt und mit demselben
fest verbunden ist,
- daß mindestens ein freies Drahtende (9) der Wandlerspule (5) flexibel und mit jeweils
einer der Leitungsadern des Koaxialkabels (7) verbunden ist und an der bzw. den Kontaktstellen
(10,10'..) hartverlötet und die Lötstellen und die Wandlerspulendrähte (5) mit einem
hochtemperaturfesten Kunststoff isoliert sind.
2. Elektromagnetischer Ultraschallwandler nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Gehäuse (2) dosenförmig ausgestaltet ist und aus Weicheisen besteht.
3. Elektrodynamischer Ultraschallwandler nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Gehäuse (2) an der Fläche, die an der Polfläche (3') des Permanentmagneten
(3) anliegt, eine Ausnehmung (11) aufweist, dessen zu der Polfläche (3') parallele
Erstreckung so groß ist, daß der Rand dieser Polfläche (3') von den Seitenflächen
der Ausnehmung (11) bei Raumtemperatur luftspaltbildend umfaßt ist.
4. Elektrodynamischer Ultraschallwandler nach den Ansprüchen 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Permanentmagnet (3) aus Sm₂CO₁₇ besteht.
5. Elektrodynamischer Ultraschallwandler nach den Ansprüchen 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Träger (6) aus einem weichmagnetischen Pulververbundwerkstoff mit geringer
elektrischer Leitfähigkeit und hoher Temperaturfestigkeit besteht und mit dem Permanentmagneten
(3) ausschließlich magnetisch gehalten verbunden ist.
6. Elektrodynamischer Ultraschallwandler nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Träger (6) als sich zur Werkstückoberfläche (1) hin verjüngender Kegelstumpf
ausgebildet ist.
7. Elektrodynamischer Ultraschallwandler nach den Ansprüchen 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Träger (6) aus einem temperaturfesten, wasserdichten und strahlungsresistenten
Kunststoff besteht.
8. Elektrodynamischer Ultraschallwandler nach den Ansprüchen 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Träger (6) aus Keramik besteht.
9. Elektrodynamischer Ultraschallwandler nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Träger (6) kammartige zur Werkstückoberfläche (1) hin offene Nuten (6') aufweist.
10. Elektrodynamischer Ultraschallwandler nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Koaxialkabel (7) stahlummantelt und an der Öffnung (8) mit dem Gehäuse (2)
verschweißt ist.
11. Elektrodynamischer Ultraschallwandler nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die isolierten Lötstellen (10,10'..) mit dem Gehäuse fest verbunden sind.
12. Elektrodynamischer Ultraschallwandlernach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß im Träger (6) zwei elektrisch unabhängige Wandlerspulen angeordnet sind.
13. Elektrodynamischer Ultraschallwandler nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens das mit einer der Leitungsadern des Koaxialkabels flexibel verbundene
Drahtende der Wandlerspule als Drahtschlaufe ausgebildet ist.
14. Ultraschalleinrichtung bestehend aus einer Mehrzahl von elektrodynamischen Ultraschallwandlern
nach Anspruch 1, bei der einer der Ultraschallwandler als Sender und mindestens ein
weiterer Ultraschallwandler als Empfänger ansteuerbar ist, wobei die Wicklungen der
Wandlerspulen mäanderförmig und weitgehend parallel zu einer Werkstückoberfläche angeordnet
sind und über elektrische Anschlüsse mit einer Signalauslöse- und Signalverarbeitungseinheit
verbunden sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß die elektrischen Anschlüsse aus Koaxialkabeln mit mehr als 10 m Länge bestehen,
daß die Wandlerspule des Senders und des Empfängers aus jeweils mehreren Mäanderelementen
besteht, daß die Windungszahl jeder Wandlerspule so gewählt ist, daß der Scheinwiderstand
der Wandlerspule den Scheinwiderstand des Koaxialkabels und der Eingänge der Signalauslöse-
und Signalverarbeitungseinheit kompensiert, wobei die Mäanderelemente des Senders
jeweils eine höhere Windungszahl aufweisen, als die jeweiligen Mäanderelemente des
Empfängers.
15. Elektrodynamische Ultraschalleinrichtung nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei der Verwendung eines 80 m langen Koaxialkabels die Wandlerspule des Senders
aus drei Mäanderelementen mit je 15 Windungen und die Wandlerspule des Empfängers
aus drei Mäanderelementen mit je 7 Windungen besteht und daß dabei die Spurwellenlänge
der Wandlerspule 8 mm und die Windungslänge 27 mm beträgt.