[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Durchführung dynamischer Vergleichsmessungen
an Feuerleitsystemen für gerichtete Waffen, bei denen die Waffe einer Visiereinrichtung
nachgeführt wird und bei dem durch einen mit der Waffe fest verbundenen Kollimator
ein von einer optischen Prüfmarke ausgehendes Lichtbündel erzeugt und durch das Objektiv
der Visiereinrichtung hindurch auf einen positionsempfindlichen optoelektronischen
Meßsensor gerichtet wird und die vom Meßsensor abgegebenen Signale für die TST-Werte
über die Stellung der Waffe einem Auswerterechner zugeführt werden.
[0002] Ein derartiges Verfahren ist beispielsweise in US-A-4 142 799 beschrieben.
[0003] Bei Feuerleitsystemen für gerichtete Waffen können mechanisch oder elektrisch bedingte
Störfaktoren auftreten, die beispielsweise den exakten Synchronlauf der Bewegung der
Visierlinie mit der Bewegung der Waffe beeinträchtigen. Die auftretenden Fehler können
einerseits durch die elektrischen Einrichtungen des Feuerleitsystems, beispielsweise
den Feuerleitrechner und die Eingabeeinheiten, bedingt sein, sie können aber auch
aufgrund von Störungen in den optischen und mechanischen Einrichtungen des Feuerleitsystems,
beispielsweise der Richtvorrichtung, der Visiereinrichtung, der Nachführ- und Stabilisiervorrichtungen,
auftreten. Es ist daher erforderlich, das gesamte Feuerleitsystem nach der Herstellung
und später in bestimmten Zeitabständen zu überprüfen.
[0004] Mit dem bekannten Verfahren sind dynamische Vergleichsmessungen nur bedingt möglich
und es wird nicht das gesamte Feuerleitsystem überprüft.
[0005] Zur Überprüfung von Gleichlaufabweichungen zwischen der optischen Visiereinrichtung
und der Waffe ist weiterhin bekannt, vor der Visiereinrichtung innerhalb des Elevationsbereiches
der Visierlinie in mindestens zwei bestimmten Winkelstellungen Meßkameras anzuordnen,
wobei mit einem Fadenkreuzprojektor in der Brennebene der Meßkameras auf zwei senkrecht
zueinander stehenden Fotodioden-Zeilen optische Strichmarken abgebildet werden, durch
deren Lageabweichung von einer Soll-Stelle eine Aussage über den Gleichlauffehler
gewacht werden kann. Dieses bekannte Verfahren hat jedoch den Nachteil, daß nur für
zwei eng begrenzte Winkelbereiche Meßaussagen gewonnen werden können und keine kontinuierliche
Ausmessung des gesamten Elevationsbereiches möglich ist. Weiterhin wird durch dieses
Verfahren nicht das gesamte Feuerleitsystem einschließlich der elektrischen Einrichtungen
überprüft, und es ist keine dynamische Vergleichsmessung möglich, bei der nicht nur
einzelne Meßpunkte, sondern ganze fortlaufende Richtvorgänge ausgemessen werden.
[0006] Bei einer anderen bekannten Einrichtung (DE-OS 2951108) wird an der Waffe ein Spiegel
angeordnet, der ein von einer in der Visiereinrichtung angeordneten optischen Prüfmarke
ausgehendes Lichtbündel reflektiert. Das Reflexionsbild wird mit der Prüfmarke im
Okular zur Deckung gebracht. Die Visiereinrichtung und die Waffe werden anschließend
im Elevationsbereich durchfahren, und die Abweichung des Reflexionsbildes in Höhe
und Seite wird gemessen. Ein Nachteil dieser bekannten Einrichtung ist die schwere
Handhabung des voluminösen Spiegels an der Waffe, der empfindlich gegen Beschädigungen
ist. Weiterhin liefert auch diese Einrichtung nur einzelne Meßpunkte, so daß eine
dynamische Vergleichsmessung nicht möglich ist, und es wird nicht das ganze Feuerleitsystem
überprüft.
[0007] Schließlich ist eine Einrichtung zur Überprüfung von Gleichlaufabweichungen zwischen
einer optischen Visiereinrichtung und einer Waffe bekannt (EP-A- 00 95 577), die einen
vor dem Okular der Visiereinrichtung anbringbaren Fadenkreuzprojektor und eine in
der Visierlinie der Visiereinrichtung lösbar befestigbare, in Höhe und Winkel justierbare,
der Schwenkung der Visierlinie nachführbare Kollimator-Meßkamera aufweist, wobei an
der Waffe und an der Kollimator-Meßkamera jeweils ein elektrischer Neigungsgeber zur
Abgabe eines dem jeweiligen Schwenkwinkel entsprechenden Signals angeordnist ist.
Zur Durchführung von Vergleichsmessungen wird mittels des Fadenkreuzprojektors eine
optische Prüfmarke vor dem Okular der Visiereinrichtung erzeugt und das Bild der Prüfmarke
von der Kollimator-Meßkamera empfangen, es wird die Schwenkachse der Kollimator-Meßkamera
parallel zur Schwenkachse der Waffe eingestellt, und es werden anschließend die Visiereinrichtung
und die Waffe im Elevationsbereich durchfahren, wobei die Kollimator-Meßkamera der
Waffe nachgeführt wird, und die Abweichung des Bildes der Prüfmarke in Höhe und Seite
von vorgegebenen Werten in der Kollimator-Meßkamera gemessen wird.
[0008] Auch mit dieser bekannten Einrichtung sind dynamische Vergleichsmessungen nur bedingt
möglich, und es wird nicht das gesamte Feuerleitsystem überprüft. Weiterhin ist die
Einrichtung in Aufbau und Einsatz noch relativ kompliziert aufgebaut, da außer der
Kollimator-Meßkamera noch eine besondere Halterungsvorrichtung für die Kollimator-Meßkamera
benötigt wird, welche ein Nachführen erlaubt und eine eigene Nachführvorrichtung mit
sowohl an der Kollimator-Meßkamera als auch an der Waffe angeordneten elektrischen
Neigungsgebern vorhanden sein müssen. Diese Vorrichtungen können auch Ursache für
zusätzliche systematische Fehlerquellen sein.
[0009] Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe bestand darin, ein Verfahren der eingangs
erwähnten Art so auszubilden, daß Vergleichsmessungen durchführbar sind, die einerseits
das ganze Feuerleitsystem in die Überprüfung einbeziehen, so daß beispielsweise festgestellt
werden kann, ob ein auftretender Fehler bereits durch die elektrischen Einrichtungen
des Feuerleitsystems oder erst durch die optischen und mechanischen Einrichtungen
der Visiereinrichtung und der Richtvorrichtung bedingt ist und die andererseits dynamische
Vergleichsmessungen erlauben, also den direkten Vergleich von Soll-Werten und Ist-Werten
bei fortlaufenden Richtvorgängen. Eine Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens
sollte möglichst klein und komoakt ausführbar sein, so daß die durchzuführenden Überprüfungen
auch später im Einsatz mit geringem Aufwand ausgeführt werden können. Ferner sollte
es möglich sein, auch bei dynamischen Meßverfahren beliebige feste oder variable Werte,
beispielsweise über erforderliche Aufsatz-und Vorhaltwinkel, im Zusammenhang mit bestimmten
vorgegebenen Bewegungen des Zieles einerseits und bei einer beispielsweise an einem
Kampfpanzer angeordneten Waffe des Kampfpanzers andererseits, vorzugeben. Es sollte
möglich sein, auch komplizierte Richtvorgänge, die hierbei auftreten können, zu simulieren,
d.h. die entsprechenden Richtsignale künstlich zu erzeugen und die vom Feuerleitsystem
gelieferten Feuerleit- und Richtdaten sowie die daraus resultierenden Richtbewegungen
der Waffe zu überprüfen.
[0010] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß mit den Merkmalen aus dem kennzeichnenden
Teil des Patentanspruches 1.
[0011] Eine vorteilhafte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ist in Patentanspruch
2 beschrieben. Vorteilhafte Ausführungsformen der Einrichtung zur Durchführung des
Verfahrens sind Gegenstand der Patentansprüche 3 bis 5.
[0012] Wie weiter unten anhand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert wird, ist es
mit dem erfindungsgemäßen Verfahren und der erfindungsgemäßen Einrichtung möglich,
das gesamte Feuerleitsystem in einer dynamischen Vergleichsmessung zu überprüfen,
wobei einerseits der Parallellauf der Visierlinien von Waffe und Visiereinrichtung
in Höhe und Seite, unter Berücksichtigung der vom Feuerleitsystem erzeugten ballistischen
Aufsatz- und Vorhaltsignale, überprüft wird und weiterhin festgestellt werden kann,
ob bereits die vom Feuerleitsystem gelieferten Soll-Werte für die Richtbewegungen
richtig waren. Bei den bisher bekannten Verfahren war zwar eine Ablage der Ist-Werte
von den vom Feuerleitsystem gelieferten Soll-Werten zumindest punktweise recht genau
feststellbar, es konnte aber nicht überprüft werden, ob der vom Feuerleitsystem vorgegebene
Soll-Wert überhaupt richtig war.
[0013] Die erfindungsgemäße Einrichtung kann mit geringem technischen Aufwand aufgebaut
werden. Die Halterungen zwischen Kollimator und Waffe einerseits und zwischen Meßsensor
und Visiereinrichtung andererseits können mechanisch einfach aufgebaut sein, und es
sind keine besonderen Nachführeinrichtungen notwendig. Der Auswerterechner kann sowohl
als Analog-Rechner als auch als Digital-Rechner aufgebaut sein. Es kann hier auch,
wenn jeweils nur bestimmte, genau vorgegebene Abläufe überprüft werden sollen, ein
Mikroprozessor verwendet werden, so daß die elektrischen Teile der Einrichtung außerordentlich
klein und kompakt aufgebaut werden können. Die aufgrund der Vergleichsmessung erhaltenen
Meßdaten können angezeigt oder auch in Form von Kurven ausgedruckt werden, so daß
ein sofortiger Überblick über den Ablauf des gesamten Richtvorganges erhalten wird.
[0014] Die erfindungsgemäße Einrichtung ist insbesondere geeignet zur Überprüfung des Feuerleitsystems
an einem Kampfpanzer bezüglich von Gleichlaufabweichungen zwischen dem Periskop und
der Waffe. Es sind aber auch andere Anwendungsarten möglich.
[0015] So können beispielsweise mit einer Einrichtung auch Systeme überprüft werden, bei
denen mehrere Waffen, beispielsweise bei Artillerieeinheiten, von einem Richtgerät
aus über ein Feuerleitsystem gesteuert werden. Weiterhin können auch beispielsweise
die Feuerleitsysteme zweier verschiedener Kampfpanzer miteinander verglichen werden.
[0016] Im Folgenden wird anhand der beigefügten Zeichnungen ein Ausführungsbeispiel für
das erfindungsgemäße Verfahren und eine erfindungsgemäße Einrichtung näher erläutert.
[0017] In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- in einem schematischen Blockschaltbild eine Einrichtung nach der Erfindung in Verbindung
mit dem Feuerleit- und Richtsystem eines Kampfpanzers;
- Fig. 2
- in einer schematischen Darstellung die Anordnung der optischen Teile der Einrichtung
nach Fig. 1 am Turm des Kampfpanzers;
- Fig. 3
- in einer grafischen Darstellung das Bild einer Richtbewegung zum Vergleich der Ist-Werte
mit den vorgegebenen Soll-Werten.
[0018] Bei dem in Fig. 1 dargestellten Schaltbild einer Einrichtung zur Durchführung dynamischer
Vergleichsmessungen an einem Feuerleitsystem für einen Kampfpanzer sind zur besseren
Unterscheidung elektrische Verbindungen mit durchgezogenen Linien, mechanische Verbindungen
mit gestrichelten Linien und optische Verbindungen mit Wellenlinien dargestellt.
[0019] An der am Turm 2 eines Kampfpanzers angeordneten Hauptwaffe 1 ist ein Kollimator
7 über eine mechanische Halterung 7.4 befestigt. Der Kollimator 7 erzeugt eine optische
Prüfmarke 7.1, von der ein Lichtbündel 7.3 durch das Kollimator-Objektiv 7.2 als Parallelstrahlenbündel
abgegeben wird. Der Kollimator 7 ist so angeordnet, daß das Lichtstrahlenbündel 7.3
durch das Objektiv 6.1 des Periskops 6 und über die Umlenkspiegel 6.2 dem Okular 6.3
zugeführt wird und dort austritt. Vor dem Okular 6.3 des Periskops 6 ist ein positionsempfindlicher,
optoelektronischer Meßsensor 8 angeordnet mit einem Objektiv 8.1 und einem hochauflösenden
Sensorenfeld 8.2, das beispielsweise als Fotodioden-Array ausgebildet sein kann. Mit
dem positionsempfindlichen, optoelektronischen Meßsensor 8 kann die Position des Bildes
der Prüfmarke 7.1 auf dem Sensorenfeld 8.2 genau ausgemessen werden, und es wird ein
entsprechendes elektrisches Signal einer elektrischen Auswertevorrichtung 9 zugeführt.
Die elektrische Auswertevorrichtung 9 ist mit einem Auswerterechner 10 verbunden.
Mit diesem Teil der Einrichtung kann im Auswerterechner bereits festgestellt werden,
wie weit die Ablage des Bildes der Prüfmarke auf dem Sensorenfeld von einem vorgegebenen
Soll-Wert ist. Die Einrichtung weist weiterhin eine mit dem Auswerterechner gekoppelte
Programmsteuervorrichtung 12 auf, die einen eigenen Prüfrechner enthalten kann und
mittels der in Abhängigkeit von für die vorgesehene Vergleichsmessung vorgegebenen
Soll-Daten ein Steuersignal erzeugt wird, welches ein Multifunktionsgenerator 13 bekannter
Bauart ansteuert, der ein Richtgeschwindigkeitssignal erzeugt, welches über einen
Modulator 14 dem Feuerleit- und Richtsystem 4 des Kampfpanzers zugeführt wird. Es
sind weiterhin eine Eingebevorrichtung 13' vorhanden, mittels der sämtliche Soll-
und Vorgabewerte einerseits dem Auswerterechner 10 und andererseits dem Feuerleit-
und Richtsystem 4 des Kampfpanzers zugeführt werden können. Weiterhin sind besondere
Eingabevorrichtungen vorgesehen, nämlich eine Eingabevorrichtung 15 für eine bestimmte
Ausgangsstellung des Turmes 1, deren Ausgangssignel über einen Modulator 16 direkt
dem Feuerleit- und Richtsystem zugeführt wird sowie eine Eingabevorrichtung 17 für
einen bestimmten Kantwinkel des Kampfpanzers, deren Ausgangssignal ebenfalls über
einen Modulator 18 dem Feuerleit- und Richtsystem 4 zugeführt wird.
[0020] Am Feuerleit- und Richtsystem 4 sind manuelle Eingabevorrichtungen 5 vorgesehen für
direkte Einstellungen und Eingaben am Feuerleitsystem.
[0021] Der Auswerterechner 10 ist an einen Drucker 11 und eine Anzeigevorrichtung 12' angeschlossen.
[0022] Der Verlauf einer dynamischen Vergleichsmessung an einem Kampfpanzerturm, der sich
beispielsweise noch auf dem Prüfstand befinden kann, erfolgt nun in folgenden Schritten:
1. Es wird eine bestimmte Übung festgelegt, beispielsweise die Verfolgung eines sich
im Gelände auf einer bestimmten Bahn bewegenden Zieles, auf das die Waffe bei einer
vorgegebenen Bewegung des Kampfpanzers ausgerichtet werden soll. Es werden von der
Eingabevorrichtung 13' die entsprechenden Werte in den Auswerterechner und das Feuerleit-
und Richtsystem eingegeben;
2. Es werden am Feuerleitsystem 4 über die Einrichtungen 5 manuell bestimmte Werte
über Entfernungen, die Munitionssorte, die Windrichtung etc. eingegeben, die auch
im praktischen Fall von der Besatzung direkt in das Feuerleitsystem eingegeben werden;
3. Es werden nun vom Multifunktionsgenerator 13, gesteuert durch die Programmsteuervorrichtung
12, Richtgeschwindigkeitssignale aufgrund der Soll-Daten über die Bewegung des Zieles
erzeugt und dem Feuerleit- und Richtsystem 4 zugeführt. Hierbei werden von den Vorrichtungen
15 und 17 weitere Signale erzeugt, die in simulierter Form Aussagen über die Turmstellung
und den Kantwinkel des Kampfpanzers machen, und dem Feuarleit- und Richtsystem 4 zugeführt;
4. Das Feuerleit- und Richtsystem 4 erzeugt nun aus den eingegebenen Daten die entsprechenden
Feuerleit- und Richtdaten des Systems und liefert sie an den Auswerterechner 10. Diese
Daten werden im Folgenden als "sekundäre Soll-Werte" bezeichnet und im Auswerterechner
mit den dort vorgegebenen "primären Soll-Werten" verglichen;
5. Es wird überprüft, ob diese sekundären Soll-Werte, die des Feuerleitsystem liefert,
richtig sind bzw. wie weit ihre Ablage von den primären Soll-Werten ist.;
6. Es werden nun aufgrund des angegebenen Richtgeschwindigkeitssignals über die Richtvorrichtung
3 die entsprechenden Richtbewegungen von Turm 2 und Waffe 1 erzeugt, wobei die Aufsatz-
und Vorhaltwerte in dynamischer Form berücksichtigt sind, und es werden die vom positionsempfindlichen,
optoelektronischen Meßsensor 8 dem Auswerterechner 10 zugeführten Signale, die den
Ist-Werten über den Gleichlauf zwischen Waffe und Periskop entsprochen, mit den primären
Soll-Werten verglichen.
[0023] Ein mögliches Ergebnis ist in Fig. 3 in schematischer, stark vergröberter Form wiedergegeben.
[0024] Hierbei waren die Soll-Daten so vorgegeben, daß Waffe und Visiereinrichtung eine
elliptische Bewegung ausführen, d.h. also daß die Waffe in Azimut und Elevation einem
sich auf einer geschlossenen Bahn, beispielsweise einer Kreisbahn, bewegenden Ziel
nachgeführt werden soll.
[0025] Der primäre Soll-Wert ist in Fig. 3 als Ellipse symmetrisch zum Achsenkreuz dargestellt.
Der vom Feuerleitsystem gelieferte sekundäre Soll-Wert ist ebenfalls als Ellipse dargestellt,
die aber gegenüber dem primären Soll-Wert eine bestimmte systematische Abweichung
in Azimut und Elevation aufweist. Es werden also vom Feuerleitsystem bereits Soll-Daten
geliefert, die mit einem gewissen Fehler behaftet sind. Die in Fig. 3 mit "Ist-Wert"
bezeichnete Kurve ergibt sich aus der Auswertung des Signals des Meßsensors und zeigt,
daß hier ein zusätzlicher Fehler bei der Nachführung der Waffe in Azimut und Elevation
auftritt und außerdem der Verlauf noch durch gewisse Bahnstörungen beeinträchtigt
ist.
[0026] Die auftretenden Fehler wurden bewußt stark vergröbert dargestellt, und es ist klar,
daß hier auch kleinste Abweichungen mit großer Genauigkeit erfaßt werden können.
[0027] Mit der dargestellten Einrichtung können nun sehr unterschiedliche Bewegungen unter
sehr unterschiedlichen Bedingungen vermessen werden. So können beispielsweise in vom
Auswerterechner ausgedruckten Bildern analog Fig.3 Bewegungen in Form einer Sinuskurve
oder auch einfache lineare Bewegungen untersucht werden.
1. Verfahren zur Durchführung dynamischer Vergleichsmessungen an Feuerleitsystemen für
gerichtete Waffen, bei denen die mit einem Feuerleitsystem (4) und einer Richtvorrichtung
(3) versehene Waffe (1) einer Visiereinrichtung (6) nachgeführt wird und bei dem durch
einen mit der Waffe (1) fest verbundenen Kollimator (7) ein von einer optischen Prüfmarke
(7.1) ausgehendes Lichtbündel (7.3) erzeugt und durch das Objektiv (6.1) der Visiereinrichtung
(6) hindurch auf einen positionsempfindlichen optoelektronischen Meßsensor (8) gerichtet
wird und die vom Meßsensor (8) abgegebenen Signale für die IST-Werte über die Stellung
der Waffe einem Auswerterechner (10) zugeführt werden, gekennzeichnet durch folgende
Merkmale:
a) Es werden aufgrund von im Auswerterechner (10) vorgegebenen primären SOLL-Werten
der Feuerleit- und Richtdaten von einer Programmsteuervorrichtung (12) aus über einen
Multifunktionsgenerator (13) vorgegebene Richtsignale erzeugt, dem Feuerleitsystem
(4) zugeführt und von dort der Richtvorrichtung (3) zugeleitet, wo sie in Richtbewegungen
der Waffe umgewandelt werden;
b) es werden dem Feuerleitsystem (4) direkt zusätzliche Vorgabewerte zur Steuerung
der Richtbewegung eingegeben und vom Feuerleitsystem (4) aus den eingegebenen Daten
sekundäre SOLL-Werte der Feuerleit- und Richtdaten ermittelt und dem Auswerterechner
(10) zugeführt;
c) es werden im Auswerterechner (10) die primären SOLL-Werte einerseits mit den sekundären
SOLL-Werten und andererseits mit den IST-Werten über die Stellung der Waffe verglichen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die dem Feuerleitsystem (4)
eingegebenen zusätzlichen Vorgabewerte bestimmte Werte über Entfernungen, die Munitionssorte
und die Windrichtung sowie in simmulierter Form Werte über die Turmstellung und den
Kantwinkel eines Kampfpanzers sind.
3. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 mit einem mit der mit
einem Feuerleitsystem (4) und einer Richtvorrichtung (3) versehenen Waffe (1) festverbundenen
Kollimator (7) zur Erzeugung eines von einer optischen Prüfmarke (7.1) ausgehenden
Lichtbündels, der vor dem Objektiv (6.1) der Visiereinrichtung (6) angeordnet ist
und mit einem positionsempfindlichen optoelektronischen Meßsensor (8) zum Empfang
des Lichtbündels, der mit einem Auswerterechner (10) verbunden ist, dadurch gekennzeichnet,
daß der Kollimator (7) so vor dem Objektiv (6.1) der Visiereinrichtung (6) angeordnet
ist, daß das Lichtbündel (7.3) auf den vor dem Okular (6.3) der Visiereinrichtung
(6) in der Bildebene angeordneten Meßsensor (8) auftrifft, wobei der Meßsensor (8)
mit dem Auswerterechner (10) über eine elektronische Auswertevorrichtung (9) verbunden
ist und eine Programmsteuervorrichtung (12) vorhanden ist zur Erzeugung von vorgegebenen
Richtsignalen, die über einen Multifunktionsgenerator (13) mit dem Feuerleitsystem
(4) verbunden ist, das seinerseits mit der Richtvorrichtung (3) zur Umwandlung der
Richtsignale in Richtbewegungen der Waffe (1) verbunden ist, daß der Auswerterechner
(10) an das Feuerleitsystem (4) angeschlossen ist und daß mit dem Auswerterechner
(10) und dem Feuerleitsystem (4) Eingabevorrichtungen (5, 13', 15,17) zur Eingabe
fester oder variabler Vorgabewerte zur Steuerung des Meßvorganges verbunden sind.
4. Einrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der optoekektronische Meßsensor
(8) ein Fotodioden-Array ausgebildetes, hochauflösendes Sensorenfeld (8.2) aufweist.
5. Einrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der optoelektronische Meßsensor
als hochauflösende Fernseh-Meßkamera ausgebildet ist.
1. Method for carrying out dynamic reference measurements on fire control systems for
aimed weapons, in which the weapon (1), provided with a fire control system (4) and
an aiming device (3), tracks a sight device (6) and in which method a light beam (7.3)
emanating from an optical test marker (7.1) is generated by a collimator (7) permanently
connected to the weapon (1) and is directed through the objective (6.1) of the sight
device (6) to a position-sensitive opto-electronic measuring sensor (8) and the signals
for the ACTUAL values for the position of the weapon, emitted by the measuring sensor
(8), are supplied to an analysis computer (10), characterised by the following features:
a) on the basis of primary NOMINAL values of the fire control and aiming data predetermined
in the analysis computer (10), aiming signals predetermined via a multi-function generator
(13) are generated from a program control device (12), supplied to the fire control
system (4) and from there are fed to the aiming device (3) where they are converted
into aiming movements of the weapon;
b) additional input values for controlling the aiming movement are directly input
to the fire control system (4) and secondary NOMINAL values of the fire control and
aiming data are determined from the input data from the fire control system (4) and
supplied to the analysis computer (10);
c) in the analysis computer (10), the primary NOMINAL values are compared, on the
one hand, with the secondary NOMINAL values and, on the other hand, with the ACTUAL
values for the position of the weapon.
2. Method according to Claim 1, characterised in that the additional input values input
to the fire control system (4) are certain values for distances, the type of munition
and the wind direction and, in simulated form, values for the turret position and
the tilt angle of a battle tank.
3. Device for carrying out the method according to Claim 1, comprising a collimator (7),
which is permanently connected to the weapon (1) provided with a fire control system
(4) and an aiming device (3), for generating a light beam, emanating from an optical
test marker (7.1), which is arranged in front of the objective (6.1) of the sight
device (6) and is connected to a position-sensitive opto-electronic measuring sensor
(8) for receiving the light beam, which is connected to an analysis computer (10),
characterised in that the collimator (7) is arranged in front of the objective (6.1)
of the sight device (6) in such a manner that the light beam (7.3) impinges on the
measuring sensor (8) arranged in the image plane in front of the ocular (6.3) of the
sight device (6), the measuring sensor (8) being connected to the analysis computer
(10) via an electronic analysis device (9) and a program control device (12) being
provided for generating predetermined aiming signals which is connected via a multifunction
generator (13) to the fire control system (4) which, in turn, is connected to the
aiming device (3) for converting the aiming signals into aiming movements of the weapon
(1), in that the analysis computer (10) is connected to the fire control system (4),
and in that to the analysis computer (10) and the fire control system (4) there are
connected input devices (5, 13', 15, 17) for inputting fixed or variable input values
for controlling the measuring process.
4. Device according to Claim 3, characterised in that the opto-electronic measuring sensor
(8) exhibits a high-resolution sensor array (8.2) which is constructed as a photodiode
array.
5. Device according to Claim 4, characterised in that the opto-electronic measuring sensor
is constructed as a high-resolution television measuring camera.
1. Procédé pour la réalisation de mesures comparatives dynamiques sur des systèmes de
conduite du tir pour armes pointées sur lesquels l'arme (1) munie d'un système de
conduite du tir (4) et d'un dispositif de pointage (3) fait suite à un dispositif
de visée (6) et dans lequel un faisceau lumineux (7.3) sortant d'une marque de contrôle
optique (7.1) est produit par un collimateur (7) fixé à l'arme (1), ledit faisceau
étant pointé par l'objectif (6.1) du dispositif de visée (6) à travers une cellule
optoélectronique (8) sensible à la position et les signaux émis par ladite cellule
(8) concernant les valeurs effectives concernant la position de l'arme étant amenés
à un ordinateur (10), caractérisé par les caractéristiques suivantes :
(a) des signaux de pointage programmés sont générés à partir d'un dispositif de programmation
(12) et passant par un générateur multifonctionnel (13) sur la base de valeurs théoriques
primaires programmées dans l'ordinateur (10) et concernant les données de conduite
du tir et de pointage, ces signaux étant amenés vers le système de conduite du tir,
et de là vers le dispositif de pointage (3) où ils sont transformés en mouvements
de pointage de l'arme ;
(b) des valeurs additionnelles préprogrammées pour le guidage du mouvement de pointage
sont introduits directement dans le système de conduite du tir (4), et ce système
de conduite du tir (4) élabore à partir des données introduites des valeurs théoriques
secondaires concernant les données de conduite du tir et de pointage, et les amène
vers l'ordinateur (10) ;
(c) dans l'ordinateur (10), les valeurs théoriques primaires sont comparées d'une
part avec les valeurs théoriques secondaires et d'autres part avec les valeurs effectives
concernant la position de l'arme.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé par le fait que les valeurs préprogrammées
additionnelles introduites dans le système de conduite du tir (4) sont des valeurs
définies concernant les distances, le type des munitions et la direction du vent,
ainsi que, sous forme simulée, des valeurs concernant la position de la tourelle et
l'angle de stabilisation d'un char de combat.
3. Dispositif pour la mise en oeuvre du procédé selon la revendication 1, comportant
un collimateur (7) fixé à l'arme (1) munie d'un système de conduite du tir (4) et
d'un dispositif de pointage (3) pour la génération d'un faisceau lumineux émanant
d'une marque de contrôle optique (7.1), collimateur (7) qui est disposé avant l'objectif
(6.1) du dispositif de visée (6) et qui est relié à une cellule optoélectronique (8)
sensible à la position afin de recevoir le faisceau lumineux, ladite cellule étant
reliée à un ordinateur (10), caractérisé par le fait que le collimateur (7) est disposé
avant l'objectif (6.1) du dispositif de visée (6) de telle sorte que le faisceau lumineux
(7.3) frappe la cellule (8) disposée devant l'oculaire (6.3) du dispositif de visée
dans le plan de l'image, ladite cellule (8) étant reliée à l'ordinateur (10) par un
dispositif d'analyse électronique (9), et un dispositif de programmation (12) étant
prévu pour la production de signaux de pointage programmés qui sont reliés par un
générateur multifonctionnel (13) au système de conduite du tir (4), lequel pour sa
part est relié à un dispositif de pointage (3) pour la transformation des signaux
de pointage en mouvements de pointage de l'arme (1), par le fait que l'ordinateur
(10) est raccordé au système de conduite de tir (4) et que des dispositifs (5, 13',
15, 17) pour l'introduction de valeurs préprogrammées fixes ou variables destinées
à commander le procédé de mesure, sont reliés à l'ordinateur (10) et au système de
conduite du tir (4).
4. Dispositif selon la revendication 3, caractérisé par le fait que la cellule (8) optoélectronique
présente un champ à cellule à haute définition réalisé sous la forme d'un ensemble
de photo-diodes.
5. Dispositif selon la revendication 4, caractérisé par le fait que la cellule optoélectronique
est réalisée sous la forme d'une caméra de télévision à haute définition.