[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Ermittlung der Abmessungen eines Gegenstandes
auf photographischem Wege, insbesondere der menschlichen Körpermaße, bei der mit einer
Kamera eine Photographie des Gegenstandes zusammen mit einem Maßraster herstellbar
ist und während der Aufnahme ein schräg von oben einfallendes Muster aus horizontal
verlaufenden Linien auf den Gegenstand projizierbar ist, bei der das Maßraster mittels
eines Projektors und eines das Maßraster aufweisenden Diapositivs direkt auf die Bildebene
bzw. den Film projizierbar ist, bei der ein unter einem Winkel von nahezu 45° zur
Bild- bzw. Filmebene geneigter lichtdurchlässiger Spiegel vorgesehen ist und bei der
der Projektor auf den Spiegel ausgerichtet ist.
[0002] Aus der DE-OS 34 25 913 ist ein Verfahren bekannt, bei dem das Maßraster mittels
eines vor dem Objektiv der Kamera angeordneten halbdurchlässigen Spiegels seitlich
eingespiegelt wird. Bei einem Ausführungsbeispiel wird das Bild des Maßrasters direkt
eingespiegelt, wobei der Abstand einer das Maßraster aufweisenden Wand zum Spiegel
nahezu gleich dem Abstand des zu photographierenden Gegenstandes zum Spiegel ist.
Diese Vorgehensweise hat den Nachteil, daß große Räume erforderlich sind.
[0003] Nach einem anderen Ausführungsbeispiel wird das Maßraster mittels eines Blitzprojektors
und eines das Maßraster reproduzierenden Diapositivs eingespiegelt. Auch diese Vorgehensweise
setzt große Räume voraus. Man kann diesen Nachteil verringern, indem man ein Objektiv
mit einem großen Tiefenschärfenbereich verwendet, jedoch sind derartige Objektive
in der Regel sehr teuer.
[0004] Ein beiden Lösungen gemeinsamer Nachteil liegt darin, daß durch Unachtsamkeit des
Personals die exakte Justierung leicht beseitigt werden kann, was zu falschen Aussagen
bei der Auswertung der Aufrahmen führt.
[0005] Aus der US-A-4 480 920 ist eine Kamera für die sogenannte Moiree-Topographie bekannt,
mit deren Hilfe unterschiedlich starke Filterplatten für Röntgenverfahren hergestellt
werden sollen. Die Kamera besitzt zwei Objektive. Innerhalb der Kamera ist ein Blitzlichtprojektor
angeordnet, der mittels eines ebenfalls innerhalb der Kamera befindlichen Gitters
ein Linienmuster auf den zu photographierenden Gegenstandes projiziert. Das Bild des
Gegenstandes mit dem Linienmuster gelangt durch das zweite Objektiv auf das Filmmaterial.
Unmittelbar vor dem Filmmaterial befindet sich ein dem genannten Gitter entsprechendes
Gitter, dessen Abbildung auf dem Filmmaterial erzeugt wird. Der Vergleich der zwei
unterschiedlichen Linienmuster ermöglicht einen Eindruck von der Oberflächenform des
Gegenstandes. Eine Projektion des Gitters auf das Filmmaterial mit Hilfe eines Projektors
erfolgt hier nicht.
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt von daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung
der eingangs erwähnten Art anzugeben, die auch in relativ schmalen Räumen untergebracht
werden kann, d. h. die keine großen Anforderungen an Räumlichkeiten stellt und die
wesentlich unempfindlicher gegen Veränderungen der Feineinstellung und gegen unerwünschten
Lichteinfall ist.
[0007] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß der Projektor und das Diapositiv innerhalb
der Kamera angeordnet sind und daß der Spiegel zwischen dem Objektiv der Kamera und
der Bild- bzw. Filmebene angeordnet ist. Durch die erfindungsgemäße Anordnung läßt
sich eine kompakte Bauweise erzielen, die unempfindlich ist gegen ungewollte Veränderungen
der Feineinstellung und unerwünschten Lichteinfall vermeidet. Der lichtdurchlässige
Spiegel projiziert das vergrößerte Bild des Maßrasters auf die Bildebene, ohne daß
das durch das Objektiv in die Kamera einfallende Bild des Gegenstandes von dem Spiegel
reflektiert wird.
[0008] Zur Justierung des Projektors ist es von Vorteil, wenn in der Objektebene, d. h.
neben dem Gegenstand, eine vertikale Meßlatte mit Markierungen angeordnet ist, auf
die der Projektor und das Maßraster ausgerichtet werden. Für die Ausrichtung wird
zweckmäßigerweise anstelle des Filmmaterials in der Bildebene eine Mattscheibe angeordnet.
Da bei der Ermittlung der menschlichen Körpermaße das Verhältnis von Höhe zu Breite
sehr groß ist, hat es sich als vorteilhaft erwiesen, das vorhandene Filmmaterial zweifach
auszunutzen, indem das Filmmaterial nach der Belichtung der ersten Hälfte seitlich
verschoben wird. Bei einer Abmessung des Filmmaterials von 7 × 10 cm beträgt die Größe
des Bildes 3,5 × 10 cm. Man kann dann, wie es bei der Vermessung von Körpern häufig
sinnvoll ist, auf der einen Hälfte eine Frontansicht und auf der anderen Hälfte eine
Seitenansicht darstellen.
[0009] Die Erfindung ist anhand der in den Figuren 1 bis 2 schematisch dargestellten Ausführungsbeispiele
näher erläutert.
[0010] In der Figur 1 ist eine seitliche Ansicht einer Vorrichtung gemäß der Lehre der Erfindung
dargestellt, in der mit 1 eine Kamera, beispielsweise eine Sofortbildkamera bezeichnet
ist. Oberhalb der Kamera 1 ist ein Blitzprojektor 2, der wie in der DE-PS 29 48 010
näher beschrieben ein Linienmuster aus horizontalen Linien während der Aufnahme auf
den darzustellenden Gegenstand 3 projiziert. Mit 4 ist eine Balanceplatte bezeichnet,
die bei der Vermessung eines Menschen anstelle des Gegenstandes 3 die Normalstellung
des Menschen während der Aufnahme gewährleisten soll. Die Balanceplatte ist in der
DE-OS 33 01 864 näher beschrieben. Mit 5 ist eine neben dem Gegenstand 3 befindliche
Meßlatte bezeichnet, die Markierungen 6 zeigt, die zur Justierung der Anordnung dienen
soll, wobei anstelle des Filmmaterials eine Mattscheibe verwendet wird. Zur Darstellung
eines Maßrasters auf der herzustellenden Photographie dient ein Projektor 7, der wie
weiter unten näher beschrieben über einen Spiegel 8 das Maßraster auf den Film 9 projiziert.
Der Spiegel 8 ist halbdurchlässig, d.h. das von dem Projektor 7 projizierte Bild des
Maßrasters wird auf den Film 9 reflektiert, wogegen das Bild des Gegenstandes 3 von
dem Spiegel 8 nahezu ungehindert durchgelassen wird. Hierzu verwendet man eine mit
einer dünnen Quecksilberschicht bedampfte Glasplatte.
[0011] Die Figur 2 zeigt die Kamera 1 in gegenüber der Figur 1 vergrößerter Darstellung.
Der Projektor 7 weist ein optisches System 10 auf, in welches ein das Maßraster zeigendes
Diapositiv 11 einschiebbar ist. Das Maßraster ist auf dem geschwärzten Diapositiv
11 durch ausgesparte horizontale und vertikale Linien gebildet. Das Bild des Maßrasters
wird von dem halbdurchlässigen Spiegel 8 auf das Filmmaterial 9 reflektiert. Gleichzeitig
tritt durch das Objektiv 12 der Kamera 1 das Bild des Gegenstandes 3 ein, welches
durch den Spiegel 8 auf das Filmmaterial 9 projiziert wird.
[0012] Die Erfindung wurde am Beispiel einer Photokamera beschrieben, läßt sich aber mit
den gleichen Vorteilen bei einer Videokamera einsetzen.
[0013] Ein Beispiel für diesen letztgenannten Fall ist die Vermessung von größeren Flächen,
wobei die Videokamera in konstantem Abstand zur zu vermessenden Fläche bewegt wird,
und gleichzeitig ein gebündelter Lichtstrahl, vorzugsweise ein Laser schräg von oben,
vorzugsweise unter einem Winkel von 45° auf die Fläche gerichtet wird, der gemeinsam
mit der Videokamera bewegt wird. Das Maßraster wird wie oben beschrieben mittels einer
Dauerlichtquelle auf den Videofilm projiziert.
[0014] Ein bevorzugtes Beispiel dieses Meßverfahrens könnte die Vermessung der Innenkontur
von Schmelzöfen sein, wobei dann die Videokamera mit dem Laser um die zentrale Achse
des Ofens gedreht und nach jeder Umdrehung in Achsrichtung um einen bestimmten Wert
verschoben wird.
1. Vorrichtung zur Ermittlung der Abmessungen eines Gegenstandes auf photographischem
Wege, insbesondere der menschlichen Körpermaße, bei der mit einer Kamera (1) eine
Photographie des Gegenstandes zusammen mit einem Maßraster herstellbar ist und während
der Aufnahme ein schräg von oben einfallendes Muster aus horizontal verlaufenden Linien
auf den Gegenstand projizierbar ist, bei der das Maßraster mittels eines Projektors
(7) und eines das Maßraster aufweisenden Diapositivs (11) direkt auf die Bildebene
bzw. den Film (9) projizierbar ist, bei der ein unter einem Winkel von nahezu 45°
zur Bild- bzw. Filmebene (9) geneigter lichtdurchlässiger Spiegel (8) vorgesehen ist
und bei der der Projektor (7) auf den Spiegel (8) ausgerichtet ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Projektor (7) und das Diapositiv (11) innerhalb der Kamera (1) angeordnet
sind, und daß der Spiegel (8) zwischen dem Objektiv (12) der Kamera (1) und der Bild-
bzw. Filmebene (9) angeordnet ist.
1. Device for photographically determining the dimensions of an object, especially the
dimensions of the human body, in which a photograph of the object together with a
dimensional raster can be produced by a camera (1) and during the exposure a pattern
which is incident obliquely from above and which consists of horizontally extending
lines can be projected onto the object, in which the dimensional raster can be projected
directly onto the image plane or the film (9) by means of a projector (7) and a slide
(11) exhibiting the dimensional raster, and in which a light-transmitting mirror (8)
inclined at an angle of approximately 45° to the image plane or film plane (9) is
provided, and in which the projector (7) is aligned onto the mirror (8), characterised
in that the projector (7) and the slide (11) are disposed within the camera (1), and
in that the mirror (8) is disposed between the lens (12) of the camera (1) and the
image plane or film plane (9).
1. Dispositif pour déterminer les dimensions d'un sujet par voie photographique, notamment
des dimensions du corps humain, dispositif selon lequel une photographie du sujet
ainsi qu'une trame de mesure sont réalisées à l'aide d'une caméra (1) et pendant la
prise de vue, un tracé de lignes horizontales est projeté en biais par le haut sur
le sujet, la diapositive (11) comportant la trame de mesure étant projetée directement
par un projecteur (7) dans le plan image ou plan du film (9), dispositif selon lequel
un miroir transparent (8) est incliné sous un angle voisin de 45° par rapport au plan
image ou plan du film (9) et le projecteur (7) est dirigé sur le miroir (8), dispositif
caractérisé en ce que le projecteur (7) et la diapositive (11) sont prévus dans la
caméra (1) et en ce que le miroir (8) est prévu entre l'objectif (12) de la caméra
(1) et le plan image ou plan de film (9).