[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Formkörper auf Basis von Cellulosehydrat, der
durch einen primären Weichmacher permanent weichgemacht ist und gegebenenfalls einen
zusätzlichen sekundären Weichmacher enthält. Der Formkörper ist vorzugsweise eine
Folie, insbesondere ein Schlauch. Die Erfindung bezieht sich ferner auf Verfahren
zur Herstellung dieses Formkörpers und seine Verwendung in Form einer faserverstärkten
Folie.
Cellulosehydrat-Formkörper werden bekanntlich nach dem Viskose-Verfahren hergestellt.
Die allgemein als Viskoselösung bezeichnete alkalische Cellulosexanthogenat-Lösung
wird z.B. durch eine ring- oder schlitzförmige Düse ausgepreßt und mit saurer Lösung
als Cellulosehydrat-Gel koaguliert und zu Cellulosehydrat regeneriert. Durch die Zusammensetzung
der Viskose und Einarbeiten von Zusatzstoffen lassen sich die Eigenschaften des Formkörpers
aus regenerierter Cellulose variieren. Bei der Herstellung faserverstärkter Schläuche
wird ein schlauchförmiger Faserstoff auf seiner Außen- und Innenseite mit Viskose
beschichtet und in entsprechender Weise mit Koagulations- und Regenerierflüssigkeit
behandelt.
[0002] Es ist bekannt, daß Formkörper aus Cellulosehydrat durch Wasser- und Weichmacherverlust
während der Lagerung mehr und mehr verspröden und verhärten. Diese Erscheinung ist
auf eine im Cellulosematerial vor sich gehende Kristallisation zurückzuführen, wobei
es im Cellulosegefüge zur Ausbildung von Wasserstoffbrückenbindungen zwischen den
einzelnen Cellulosemolekülketten und damit zu einer Annäherung und räumlichen Fixierung
der Moleküle kommt. Dieser Kristallisations- und Strukturveränderungsprozeß hat eine
zeitlich fortschreitende Verminderung bestimmter physikalischer Eigenschaften, insbesondere
der Dehnung, der Festigkeit und des Quellwertes der Formkörper zur Folge; außerdem
bedingt er eine starke Schrumpfung des Formkörpers, so daß bei schlauchförmigen Verpackungen
auf Basis von Cellulose ein starker Druckanstieg auf das umhüllte Produkt festzustellen
ist.
[0003] Dieser in Formkörpern aus Cellulosehydrat allmählich vor sich gehende Strukturveränderungsprozeß
und die damit einhergehende nachteilige Versprödung der Formkörper läßt sich durch
Zusatz von wasserlöslichen, sog. sekundären Weichmachern kaum verhindern. Sekundäre
Weichmacher, wie beispielsweise Glycerin, Glykol oder Polyglykol, können zwar die
Weichheit und Griffigkeit des Formkörpers verbessern. Da sekundäre Weichmachungsmittel
nicht durch chemische Bindung an die Cellulosehydratmoleküle gebunden sind, sondern
nur durch zwischenmolekulare Kräfte, neigen sie dazu, aus dem Formkörper auszuwandern
oder werden insbesondere beim Wässern des Formkörpers, wie es bei Wursthüllen aus
diesem Material vor dem Füllen mit Wurstbrät üblich ist, quantitativ herausgelöst.
[0004] Die Folge ist ein besonders starkes Verspröden des weichmacherfreien getrockneten
Cellulosematerials. Wursthüllen mit einer inneren Sperrschicht, bei denen die Feuchtigkeit
aus der Wurstmasse nicht in die Celluloseschicht gelangen kann, werden stoßempfindlich
und neigen dazu, beim ersten Anschneiden der Wurst über ihre ganze Länge einzureißen.
Es ist deshalb üblich, die Wurst vor dem ersten Anschnitt mit kaltem Wasser kurz anzufeuchten,
wenn sie eine solche Wursthaut aufweist. Diese Maßnahme kann aber nicht verhindern,
daß die Wurstmasse durch den hohen Innendruck aus der Schnittfläche sich herauswölbt
oder sogar herausgedrückt wird.
[0005] Zur Vermeidung dieser Nachteile wurde auch schon beschrieben, die Geschmeidigkeit
des Cellulosehydrats durch den Zusatz von vernetzungsfähigen chemischen Substanzen
als sogenannte primäre Weichmacher zu verbessern (DE-A-23 62 551 = US-A-4,002,712,
DE-A-26 54 417 = US-A-4,198,325). Unter einem primären, das Cellulosehydrat permanent
weichmachenden Stoff sind Verbindungen zu verstehen, die im Gegensatz zu sekundären
Weichmachern nicht mit Wasser extrahierbar und im Formkörper verankert sind. Die bekannten
primären Weichmacher bringen aber noch keine befriedigende Problemlösung. Ein Nachteil
der bekannten, nicht extrahierbaren Weichmacher besteht darin, daß das Cellulosematerial
an sich sehr große Mengen an diesen Verbindungen enthalten müßte, um einen optimalen
Effekt zu erzielen. Wegen der damit verbundenen deutlichen Verschlechterung der mechanischen
Eigenschaften des Cellulosematerials hat sich dieses Verfahren in der Praxis bisher
nicht durchgesetzt.
[0006] Man hat deshalb auch schon versucht, zur Vermeidung dieser Nachteile auf die Außenseite
der Wursthülle auf Basis von Cellulose einen Überzug aus elastomeren Kunststoff aufzubringen
(EP-B-0 001 545 = US-A-4,287,217). Dieser Überzug hat den optimalen Effekt allerdings
erst dann, wenn er ein Flächengewicht von mindestens 5 -8 g/m² aufweist, d.h., wenn
er relativ dick ist. Ein so großes Flächengewicht ist aber zu vermeiden, denn eine
solche Kunststoffschicht bildet bereits eine merkliche äußere Barriereschicht gegenüber
Wasser, so daß Probleme beim Wässern der Wursthülle vor dem Füllprozeß auftreten,
insbesondere, wenn auf der Innenseite der Hülle eine Wasserdampf- und Sauerstoffsperrschicht
vorgesehen ist. Es hat sich gezeigt, daß Überzüge aus diesem elastomeren Kunststoff
dazu neigen, sich beim Kochen der Wurst von der Celluloseoberfläche abzulösen, so
daß gewöhnlich eine zusätzliche Verankerungsschicht zur Verbesserung der Haftung erforderlich
ist. Das Aufbringen dieser zusätzlichen Schicht macht weitere Verfahrensstufen erforderlich
und verteuert somit das Produkt. Es ist auch bekannt, den gleichen äußeren Überzug
in einer deutlich geringeren Menge (80-500 mg/m²) bei Hüllen ohne Sperrschicht einzusetzen
(EP-A-0 100 056 = US-A-4,529,634). Dieser Überzug soll den enzymatischen Abbau der
Cellulose durch cellulytische Enzyme verhindern, wie er bei der Lagerung von Rohwurst-
und Salamitypen eintreten kann. Es wurde aber festgestellt, daß dieser Überzug keine
ausreichende Wirkung zeigt. In größeren, wirksameren Mengen kommt es zu einer unerwünschten
Verringerung der Wasserdampfdurchlässigkeit, wodurch die Trocknung der Wurst verzögert
und ihre Reifung beeinträchtigt wird.
[0007] Es ist demnach Aufgabe der Erfindung, Formkörper auf Basis von Cellulose durch einen
geeigneten permanenten Weichmacher so zu modifizieren, daß sich ihre Gebrauchseigenschaften,
insbesondere ihre Festigkeit, Dehnfähigkeit, Quellbarkeit und Schrumpfverhalten auch
nach längerer Lagerzeit nicht negativ verändern. Der Formkörper soll auch nach seiner
Verarbeitung und beim Gebrauch, d.h. wenn der sekundäre Weichmacher durch Wassereinwirkung
entfernt ist, noch weich und geschmeidig bleiben und nicht verspröden. Bei seiner
Verwendung als Wursthülle sollen daraus hergestellte Würste selbst bei relativ geringer
relativer Luftfeuchtigkeit problemlos, d.h. ohne Platzer, transportiert und ohne Einzureißen
angeschnitten werden können. Diese verbesserten mechanischen Eigenschaften sollen
darüber hinaus selbst dann noch erhalten bleiben, wenn der Anteil des permanenten
Weichmachers relativ hoch ist, so daß der Formkörper die vorteilhaften Eigenschaften
von Cellulose und Kunststoffen in Kombination aufweisen könnte.
[0008] Diese Aufgabe wird überraschenderweise bei dem Formkörper gelöst durch den in Anspruch
1 genannten permanenten Weichmacher. Die von Anspruch 1 abhängigen Ansprüche geben
bevorzugte Weiterbildungen dieses Weichmachers an.
[0009] Der Formkörper hat beispielsweise die Form von Fasern, vorzugsweise ist er jedoch
blatt- oder bahnförmig, worunter Flächenkörper zu verstehen sind, deren Dicke im Vergleich
zu den beiden anderen Dimensionen relativ gering ist. Flächenkörper dieser Art sind
Schwammtücher, wie sie für Reinigungszwecke im Haushalt bekannt sind. Sie besitzen
aufgrund ihrer porigen Struktur hohes Wasseraufnahmevermögen. Weitere Flächenkörper
sind relativ dünne Verpackungsfolien, die als Zellglasfolien unter dem Warenzeichen
Cellophan im Handel sind. In weiterer bevorzugter Ausführungsform ist der Formkörper
schlauchförmig und dient ebenfalls als Verpackungshülle, insbesondere für Lebensmittel.
Insbesondere enthält der Schlauch auf Basis von Cellulose eine Faserverstärkung und
wird als künstliche Wursthülle, sogenannter Faserdarm, bei der Wurstherstellung eingesetzt.
[0010] Die Celluloseschicht des Formkörpers enthält als primären Weichmacher ein spezielles
Mischpolymerisat oder Gemische dieser Mischpolymerisate, vor der Verarbeitung noch
einen üblichen sekundären Weichmacher, insbesondere Glycerin, und Wasser. Der Anteil
des primären Weichmachers kann im Gegensatz zu den bisher bekannten permanenten Weichmachern
in breiten Bereichen liegen und beträgt 1 bis 100, vorzugsweise 5 bis 90, insbesondere
10 bis 80 Gew.-%, bezogen auf die Cellulose. Die im folgenden genannten Gew.-%-Angaben
zum permanenten Weichmacher beziehen sich stets auf die Cellulose. Der Anteil des
sekundären Weichmachers liegt bei 4 bis 35, insbesondere 12 bis 20 Gew.-%, und der
Wassergehalt bei 6 bis 30 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht.
[0011] Das erfindungswesentliche Mischpolymerisat ist aufgebaut aus zwei oder mehr Komponenten.
Wenigstens eine dieser Komponenten ist eine Monomer-Einheit mit einer endständigen
äthylenisch ungesättigten polymerisierbaren Gruppe oder Maleinsäure- oder Fumarsäureverbindungen,
insbesondere die in Anspruch 2 und 4 genannten Monomer-Einheiten.
[0012] Die Komponente mit dem größten Anteil umfaßt bevorzugt Methacrylsäureester- oder
Acrylsäureester-Einheiten. Der alkoholische Rest der Methacrylsäureester- bzw. Acrylsäureester-Einheiten
hat vorzugsweise 1 bis 8, insbesondere 2 bis 6 C-Atome, wie z.B. Ethyl-, Propyl-,
Butylmethacrylat bzw. -acrylat, wobei (Meth)acrylsäurebutylester besonders geeignet
ist. Der Anteil dieser Estereinheiten im Mischpolymerisat beträgt insbesondere 50
Mol-% oder mehr. Von den weiteren in Anspruch 4 genannten Einheiten sind noch von
besonderer Bedeutung: Vinylacetat-, Vinyläthyläther-, Styrol-, Vinyltoluol-, Ethylen-,
Butadien-, Methacrylsäure-, Acrylsäure-, Maleinsäure-, Fumarsäure-, Itaconsäure- sowie
deren Mono- und Diamide, ihre Monoester und Diester mit (C₂-C₆)-Alkylendiolen oder
-Alkanolen und/oder ihre Nitril-Verbindungen, insbesondere Methacrylnitril und Acrylnitril.
Diese sind vorzugsweise jeweils nur bis zu einem Anteil von 20 Mol-% im Mischpolymerisat
vorhanden, wobei von diesen (Meth)acrylsäure und (Meth)acrylnitril besonders bevorzugt
sind.
[0013] Die weitere erfindungswesentliche Komponente des Mischpolymerisats besteht aus polymerisierbaren
Einheiten mit vernetzbaren Gruppen, welche bei der Herstellung des Formkörpers thermisch
vernetzt werden. Diese Komponente, welche vorzugsweise mit einem Anteil von 0,5 bis
20, insbesondere 2 bis 10 Mol-%, im Mischpolymerisat vorhanden ist, umfaßt vorzugsweise
N-Methylolamide von ungesättigten Carbonsäuren, wie z.B. N-Methylolderivate von Amiden
der Fumarsäure oder Itaconsäure, insbesondere aber von Acrylamid, Methacrylamid und
Maleinsäuremono-oder -diamid. Gegebenenfalls ist die N-Methylolgruppe veräthert mit
einem aliphatischen Alkohol mit 1 bis 8, vorzugsweise 1 bis 4 C-Atomen. Die thermische
Vernetzung der N-Methylolgruppen erfolgt in der Celluloseschicht.
[0014] Mischpolymerisate in dieser Zusammensetzung sind bekannt und im Handel als Bindemittel
für Vliesstoffe erhältlich.
[0015] Durch den Zusatz des Mischpolymerisats in die Celluloseschicht gelingt es, die Versprödung
des Materials deutlich zu verringern, insbesondere auch dann, wenn der Formkörper
als schlauchförmige Verpackungshülle mit Wurstmasse gefüllt und mit heißem Wasser
behandelt wurde. Die glycerinfreie, geschrumpfte und die Wurstmasse unter Druck zusammenpressende
Hülle zeigt geringere Neigung zum Platzen bei Stoßbeanspruchung, insbesondere beim
Transport, und zum Einreißen beim Anschneiden.
[0016] Gegenstand der Erfindung ist ferner das in Anspruch 10 genannte Verfahren.
[0017] Das Mischpolymerisat läßt sich als wäßrige Dispersion überraschenderweise ohne Probleme
in die alkalische Viskoselösung einarbeiten. Es ist nur darauf zu achten, daß die
wäßrige Dispersion einen pH-Wert von größer als 7,5 aufweist, um lokale Fällungen
der Viskose zu vermeiden.
[0018] Das Mischpolymerisat ist mit den übrigen Komponenten, insbesondere Farbstoffpigmenten,
gut verträglich, beeinträchtigt nicht das Spinnverhalten der Viskose, d.h. ergibt
keine Probleme bei der Koagulation und Regenerierung der Cellulose und wird durch
die verschiedenen Behandlungsflüssigkeiten nicht herausgewaschen. Es verschlechtert
überraschenderweise auch nicht die mechanischen Eigenschaften des fertigen Hüllenmaterials.
Diese Wirkung könnte darauf zurückzuführen sein, daß das Mischpolymerisat besonders
weich ist und mit sich selbst und vermutlich auch mit den Cellulosemolekülen vernetzt
ist.
[0019] Die Zugabe des sekundären Weichmachers, insbesondere Glycerin, erfolgt in üblicher
Weise nach Beendigung des Koagulations- und Regenerierungsvorganges und vor dem Trocknen.
Der Gehalt an sekundärem Weichmacher läßt sich mit zunehmendem Gehalt an permanenten
Weichmacher ohne Nachteile bis auf Werte unter 15 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht,
verringern. Mit der Einstellung des Glyceringehaltes läßt sich auch der Schrumpf der
Wursthülle nach dem Brühen oder Kochen der Wurst variieren. Je größer der Glyceringehalt
in der Wursthülle, desto stärker schrumpft die Hülle.
[0020] Zur Herstellung eines als künstliche Wursthülle geeigneten Formkörpers wird der permanente
Weichmacher in analoger Weise in die Viskose eingearbeitet, mit der dann die schlauchförmige
Faserverstärkung beschichtet wird. Die Beschichtung kann auf der Innen- und/oder Außenseite
der Faserverstärkung erfolgen. Die weiteren Koagulations-und Regenerierschritte werden
in üblicher Weise durchgeführt. Der abschließende Trockenprozeß erfolgt bei aufgeblasenem
Schlauch bei Temperaturen von insbesondere 90 bis 150° C, die ausreichen, um die thermische
Vernetzung der N-Methylolamide durchzuführen. Als künstliche Wursthülle kann der faserverstärkte
Celluloseschlauch auf seiner Innen- und/oder Außenseite die für den jeweiligen Wursttyp
erforderlichen Beschichtungen aus Kunstharz aufweisen, beispielsweise auf der Innenseite
eine Sperrschicht gegenüber Wasserdampf, Wasser und Gasen, insbesondere Luftsauerstoff,
aufgebaut aus Vinylidenchlorid-Mischpolymerisat (PVDC), oder eine Beschichtung aus
kationischem Harz, insbesondere wasserunlöslichem Epichlorhydrin-Polyaminpolyamid-Harz,
zur verbesserten Haftung der Wursthülle an der Wurstmasse beim Trocknen der Wurst.
[0021] Selbst bei einem hohen Kunststoffanteil von 30 bis 80 Gew.-% bleibt der Platzdruck
und die Dehnung der faserverstärkten Cellulosehülle praktisch unverändert. Erst bei
einem Kunststoffanteil von über 50 % nimmt der Quellwert, d.h. das Wasseraufnahmevermögen,
merklich, gewöhnlich bis zu 25 % ab. Die Durchlässigkeit gegenüber Wasser und Gasen
vermindert sich um 20 bis 40 % und die Aufnahmefähigkeit von Glycerin um 10 bis 40
%. Trotzdem werden bei der Verarbeitung der Hülle, insbesondere beim Füllen und Schälen,
selbst bei hohem Kunststoffanteil keine nachteiligen Effekte festgestellt. Im Gegenteil,
die Hülle erhält Kunststoffeigenschaften. So wird eine deutlich verringerte Neigung
zum Abbau der Cellulose durch cellulytische Enzyme und andere Mikroorganismen bereits
bei relativ geringem Anteil des permanenten Weichmachers erreicht. Mit zunehmendem
Anteil des permanenten Weichmachers in der Wursthülle wird dieser Effekt verstärkt.
[0022] Andererseits wird bereits bei einem geringen Gehalt von nur 3 bis 10 Gew.-% an Mischpolymerisat
in der Celluloseschicht ihre Zähigkeit stark erhöht und damit die Platzanfälligkeit
und Einreißneigung des glycerinfreien, geschrumpften Materials beträchtlich vermindert,
so daß zur Behebung dieses Problems relativ geringe Kunststoffmengen ausreichen. Das
in der Celluloseschicht eingelagerte Mischpolymerisat vermindert oder verhindert die
Kristallisation der Cellulosemoleküle.
[0023] Ein weiterer Vorteil des in das Cellulosematerial eingebauten Mischpolymerisats zeigt
sich beim Raffen der schlauchförmigen Hülle. Die Hülle ist besonders geschmeidig und
läßt sich ohne Probleme in Falten legen und dicht zusammenpressen. Auch die Fülleigenschaften
sind deutlich verbessert. Die Hülle läßt sich auf automatischen Füllmaschinen gut
verarbeiten, zeigt keine Neigung zum Platzen und dehnt sich sehr gleichmäßig beim
Einpressen des Wurstbräts.
[0024] Mit dem Mischpolymerisat versehene Schwammtücher zeigen ebenfalls verbesserte Gebrauchseigenschaften
und längere Lebensdauer. Sie besitzen eine höhere Reißfestigkeit und Geschmeidigkeit,
auch im trockenen Zustand und nach längerem Gebrauch, und einen verringerten Abrieb.
Sie haben verringerte Hydrophilie und damit auch verbesserte Reinigungseigenschaften,
was sich in einer verringerten Schlierenbildung beim Abwischen von Glasflächen bemerkbar
macht. Außerdem zeigt sich auch hier eine verringerte Anfälligkeit gegenüber Mikroorganismen.
Ihr gutes Wasseraufnahmevermögen und Wasserrückhaltevermögen bleibt dagegen nahezu
unverändert.
[0025] Die Erfindung wird anhand der folgenden Beispiele näher erläutert. Die Messung der
Weiterreißfestigkeit und Einreißneigung des Hüllenmaterials wird in Beispiel 1 beschrieben.
Beispiel 1
[0026] Zur Verdeutlichung der verringerten Einreißneigung der erfindungsgemäß behandelten
Cellulosefolien wird ein Cellulosefaserdarm mit einer PVDC-Sperrschicht auf seiner
Innenseite hergestellt, bei dem die Einreißneigung im unbehandelten Zustand besonders
stark auftritt.
[0027] Zu einer alkalischen Viskoselösung wird kurz vor dem Extrudieren eine wäßrige Dispersion
mit einem Anteil von 50 Gew.-% Mischpolymerisat und einem pH-Wert von 8 zugegeben.
Das Mischpolymerisat ist ein Polyacrylat, das überwiegend aus Butylacrylat- und zu
einem geringen Teil aus Acrylnitril-Einheiten besteht. Außerdem sind noch Methacrylamid-Einheiten
mit unvernetzten N-Methylolgruppen und geringere Mengen weiterer copolymerisierter
Acryl-bzw. Methacryl-Verbindungen im Mischpolymerisat vorhanden. Die Viskoselösung
enthält etwa 7,5 Gew.-% dieses Polyacrylats, bezogen auf die in der Viskoselösung
vorhandene Cellulose. Dieser Gewichtsanteil des Polyacrylats, bezogen auf die Cellulose,
verändert sich während des Verfahrens praktisch nicht und ist auch im Endprodukt vorhanden.
Ein bahnförmiges Faserpapier wird zu einem Schlauch gebogen und beidseitig mit dieser
modifizierten Viskoselösung versehen. Der viskosierte Schlauch durchläuft die üblichen
Bäder zur Koagulation und Regenerierung. Der Schlauch aus faserverstärktem Cellulosehydrat-Gel
wird durch ein Glycerinbad geführt, so daß der fertiggestellte Schlauch einen Glyceringehalt
von etwa 23 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht, aufweist.
[0028] Auf der Schlauchinnenseite wird eine wäßrige Dispersion eines hitzevernetzbaren Harzes
auf Basis von Epichlorhydrin/Polyaminpolyamid aufgebracht, welches nach der Trocknung
eine Verankerungsschicht für die später aufzubringende PVDC-Sperrschicht bildet. Beim
abschließenden Trockenprozeß wird der Schlauch im aufgeblasenen Zustand bei 120 bis
150° C über 5 bis 10 Minuten durch einen Trockentunnel geführt. Hierbei erfolgt die
thermische Vernetzung der N-Methylolgruppen des Polyacrylats in der Cellulose und
die thermische Vernetzung des Harzes auf der Schlauchinnenseite. In einer weiteren
Stufe wird die Schlauchinnenseite in üblicher Weise mit einer PVDC-Dispersion zur
Ausbildung der Sperrschicht versehen, und der Schlauch erneut getrocknet.
[0029] Die Weiterreißfestigkeit der faserverstärkten Cellulosehülle wird nach Herauslösen
des Glycerins mit heißem Wasser und Trocknen bis zu einem Feuchtigkeitsgehalt von
6 bis 8 % bestimmt. Aus der Hülle werden in Längs-und Querrichtung jeweils 5 rechteckige
Muster herausgeschnitten. Die Messung erfolgt am eingeschnittenen Muster mit einer
Zugprüfmaschine nach DIN 53 859, Teil 4. Die Zuggeschwindigkeit beträgt 100 mm/min.
Die Weiterreißfestigkeit ist um 18 bis 20 % höher als bei einem Vergleichsschlauch,
der den permanenten Weichmacher aus Polyacrylat nicht enthält.
[0030] Der erhaltene Faserdarm wird mit Wurstmasse gefüllt, wie sie für Brühwürste typisch
ist. Die erhaltene Wurst wird in üblicher Weise mit heißem Wasser behandelt und abgekühlt.
Während bei diesen Wursttypen wegen der Platzanfälligkeit der üblichen Cellulose-Faserdärme
mit Sperrschicht auf der Innenseite eine Wasserbesprühung beim Abkühlen unerläßlich
ist, kann diese Maßnahme bei der erfindungsgemäßen Wursthülle entfallen.
[0031] Nach einer Lagerzeit unter extremen Bedingungen (23° C, 50 % r.F.), die sonst nicht
üblich sind und zu einer sehr hohen Einreißneigung von Wursthüllen mit innenliegender
Sperrschicht führt, wird eine um 20 bis 25 % verringerte Einreißneigung gegenüber
Würsten mit faserverstärkten Cellulosehüllen ohne den permanenten Weichmacher festgestellt.
Die Einreißneigung wird wie folgt bestimmt: Acht bis zehn Würste werden quer durchgeschnitten,
die Einreißlängen bestimmt und ein Mittelwert gebildet.
[0032] In der Praxis läßt sich die Wurst problemlos in mehrere Einzelstücke aufteilen, ohne
daß die Wursthülle an den Schnittstellen einreißt. Die Teilstücke werden mit einer
Zweitverpackung umhüllt und als Portionspackungen in den Handel gebracht.
Beispiel 2
[0033] Es wird eine faserverstärkte Cellulosehülle mit innenliegender Sperrschicht analog
Beispiel 1 hergestellt. Der Gehalt an Polyacrylat wird deutlich erhöht und beträgt
20 Gew.-%, bezogen auf die Cellulose.
Der Quellwert des Vergleichsmaterials (ohne Sperrschicht, ohne Polyacrylat) beträgt
120 %, die mit Polyacrylat versehene Hülle (ohne Sperrschicht) zeigt einen verringerten
Quellwert von 108 %.
[0034] Die Weiterreißfestigkeit der glycerinfreien Hülle (mit Sperrschicht) liegt um 30
bis 35 % über der eines Vergleichsmaterials (mit Sperrschicht, ohne Polyacrylat).
Eine analog Beispiel 1 hergestellte und gelagerte Wurst zeigt eine um 25 bis 30 %
verringerte Einreißneigung verglichen mit Würsten, deren faserverstärkte Cellulosehülle
das erfindungswesentliche Mischpolymerisat nicht enthält.
Beispiel 3
[0035] Es wird eine Cellulosehülle mit Faserverstärkung analog den vorhergehenden Beispielen
hergestellt. Der Gehalt an Polyacrylat beträgt 30 Gew.-%, bezogen auf die Cellulose.
Der Quellwert des erhaltenen Schlauches (ohne Sperrschicht) beträgt 100 %. Die glycerinfreie
Hülle mit Sperrschicht zeigt eine Weiterreißfestigkeit, die um etwa 50 % höher ist
als bei einem entsprechenden Vergleichsmaterial ohne Polyacrylat in der Celluloseschicht.
Analog wie in Beispiel 1 und 2 hergestellte und gelagerte Würste zeigen eine verringerte
Einreißneigung von 40 bis 45 %.
Beispiel 4
[0036] Das folgende Beispiel dient zum Nachweis der verbesserten Resistenz des Cellulosematerials
gegen Mikroorganismen aufgrund des zugesetzten Polyacrylats in die Celluloseschicht.
Der hergestellte Schlauch besitzt keine Sperrschicht und dient als Wursthülle für
Würste vom Salamityp.
[0037] Eine zu einem Schlauch gebogene Faserbahn wird nur auf ihrer Außenseite mit der modifizierten
Viskoselösung des Beispiels 1 imprägniert. Der Polyacrylat-Anteil ist auf 40 Gew.-%,
bezogen auf die Cellulose, erhöht. Die Koagulation und Regenerierung erfolgt auf übliche
Weise, der Glyceringehalt wird auf 11 Gew.-%, bezogen auf das Hüllengewicht, eingestellt.
[0038] Der Schlauch aus faserverstärktem Cellulosehydrat-Gel wird auf seiner nichtviskosierten
Innenseite vor dem Trocknen wie in den vorhergehenden Beispielen mit einer Harzdispersion
auf Basis von Epichlorhydrin/Polyaminpolyamid versehen. Die Konzentration ist erhöht,
um ein doppeltes Beschichtungsgewicht (ca. 60 mg/m²) zu erhalten. Die Harzimprägnierung
dient zur Ausbildung einer Innenschicht zur verbesserten Haftung der Wursthülle am
Wurstbrät, wenn dieses beim Trocknen der Wurst Wasser verliert und schrumpft.
Der Schlauch wird wie in den vorhergehenden Beispielen getrocknet. Er zeigt eine um
50 % erhöhte Weiterreißfestigkeit.
[0039] Die Schlauchhülle wird mit Wurstbrät vom Typ Edelsalami gestopft, und die erhaltene
Wurst wird auf der Außenseite mit Edelschimmel besiedelt. Die Wurst wird zur Haltbarmachung
längere Zeit an der Luft getrocknet (12-14° C, r.F. 70-85 %), wobei nach ca. 2 Monaten
ein Gewichtsverlust der Wurstmasse von 25 bis 30 % auftritt. Die während der Lagerung
vom Edelschimmel abgesonderte Cellulase und anderen cellulytischen Enzyme haben die
Celluloseschicht praktisch nicht verletzt. Der Abbau durch cellulytische Enzyme ist
um 60 % vermindert. Die Cellulosehülle läßt sich ohne ein- oder abzureißen von der
getrockneten und geschrumpften Wurstmasse entfernen.
1. Formkörper, insbesondere flächen- oder schlauchförmige Folie, auf Basis von Cellulose,
wobei die Celluloseschicht des Formkörpers einen primären, permanenten Weichmacher
enthält, dadurch gekennzeichnet, daß als primärer Weichmacher ein oder mehrere vernetzte
Mischpolymerisate vorhanden sind, daß eine oder mehrere der Komponenten dieses Mischpolymerisats
aus Monomer-Einheiten mit einer endständigen äthylenisch ungesättigten polymerisierbaren
Gruppe oder Einheiten von Maleinsäure- oder Fumarsäureverbindungen bestehen, und daß
eine weitere Komponente aus polymerisierten Einheiten mit thermisch vernetzten Gruppen,
insbesondere mit thermisch vernetzten Gruppen aus N-Methylolamiden von ungesättigten
Carbonsäuren besteht.
2. Formkörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Hauptkomponenten des Mischpolymerisats
aus Methacrylsäureester- und/oder Acrylsäureester-Einheiten, vorzugsweise mit (C₁-C₈)-Alkanolen,
insbesondere aus Butylmethacrylat-oder Butylacrylat-Einheiten bestehen.
3. Formkörper nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Anteil der Hauptkomponenten
im Mischpolymerisat insgesamt gleich/größer ist als 50 Mol-%.
4. Formkörper nach Ansprüchen 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Mischpolymerisat
aus zusätzlich einer oder weiteren Komponenten aus Einheiten mit mehreren Doppelbindungen
wie 1,3-Dien, insbesondere Butadien, aus Einheiten von Vinylester, insbesondere Vinylacetat,
von Vinyläther, insbesondere Vinyläthyläther, von Vinylaromaten, insbesondere Styrol
und Vinyltoluol, von Olefinen, insbesondere Ethylen, von ungesättigten Mono-oder Dicarbonsäuren
und ihren Derivaten, insbesondere Methacrylsäure, Acrylsäure, Maleinsäure, Fumarsäure,
Itaconsäure, deren Mono- oder Diester von (C₂-C₆)-Alkanolen oder -Alkylendiolen, deren
Mono- oder Diamiden und deren Nitril-Verbindungen, insbesondere Methacrylnitril und
Acrylnitril, aufgebaut ist, wobei diese Komponenten vorzugsweise jeweils zu maximal
20 Mol-% im Mischpolymerisat vorhanden sind.
5. Formkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Einheiten
mit thermisch vernetzten Gruppen N-Methylolderivate von (Meth)acrylamid, Maleinsäuremonoamid
oder Maleinsäurediamid und/oder von den Amiden der Fumarsäure oder Itaconsäure umfassen,
wobei die N-Methylolgruppe gegebenenfalls veräthert ist, insbesondere mit (C₁-C₄)-Alkanolen.
6. Formkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Anteil
der Komponente aus Einheiten mit thermisch vernetzten Gruppen im Mischpolymerisat
0,5 bis 20, insbesondere 2 bis 10 Mol-% beträgt.
7. Formkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Anteil
des primären Weichmachers, bezogen auf die Cellulose, 1 bis 100, vorzugsweise 5 bis
90, insbesondere 10 bis 80 Gew.-% beträgt.
8. Formkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß er einen
sekundären Weichmacher, vorzugsweise Glycerin, enthält.
9. Formkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß er als künstliche
Wursthülle aus einem faserverstärkten Schlauch auf Basis von Cellulose aufgebaut ist,
der gegebenenfalls einen inneren und/oder äußeren Überzug aus Kunstharz aufweist,
wobei sich der primäre Weichmacher in der Cellulose befindet.
10. Verfahren zur Herstellung des Formkörpers nach einem der Ansprüche 1 bis 9, bei dem
man Viskose extrudiert, durch saure Koagulations- und Regeneriermittel in Cellulosehydrat-Gel
überführt, mit sekundärem Weichmacher behandelt und abschließend trocknet, dadurch
gekennzeichnet, daß man zur Viskose vor dem Extrudieren 1 bis 100 Gew.-%, bezogen
auf die Cellulose, eines oder mehrerer Mischpolymerisate nach Anspruch 1 hinzugibt,
und die thermische Vernetzung insbesondere der N-Methylolamide im abschließenden Trockenprozeß
durchführt.
1. A cellulose-based molding, in particular a sheet-form or tubular film, where the cellulose
layer of said molding contains a primary, permanent plasticizer, characterized in
that the primary plasticizer present comprises one or more crosslinked copolymers,
that one or more of the components of this copolymer comprise monomer units containing
a terminal, ethylenically unsaturated, polymerizable group or units of compounds of
maleic acid or fumaric acid, and that a further component comprises polymerized units
containing thermally crosslinked groups, in particular containing thermally crosslinked
groups comprising N-methylolamides of unsaturated carboxylic acids.
2. The molding as claimed in claim 1, characterized in that the main components of the
copolymer comprise methacrylate and/or acrylate units, preferably with (C₁-C₈)-alkanols,
in particular butyl methacrylate or butyl acrylate units.
3. The molding as claimed in claim 2, characterized in that the proportion of the main
components in the copolymer is in total equal to or greater than 50 mol-%.
4. The molding as claimed in claim 2 or 3, characterized in that the copolymer is additionally
constructed from one or more components comprising units having several double bonds,
such as a 1,3-diene, in particular butadiene; units of vinyl esters, in particular
vinyl acetate; of vinyl ethers, in particular vinyl ethyl ether; of vinylaromatics,
in particular styrene and vinyltoluene; of olefins, in particular ethylene; of unsaturated
monocarboxylic acids or dicarboxylic acids and derivatives thereof, in particular
methacrylic acid, acrylic acid, maleic acid, fumaric acid, itaconic acid, the monoesters
or diesters thereof with (C₂-C₆)-alkanols or (C₂-C₆)-alkylenediols, the monoamides
or diamides thereof and the nitrile compounds thereof, in particular methacrylonitrile
and acrylonitrile, each of these components preferably being present in the copolymer
to the maximum extent of 20 mol-%.
5. The molding as claimed in any one of claims 1 to 4, characterized in that the units
comprising thermally crosslinked groups are N-methylol derivatives of (meth)acrylamide,
maleic monoamide or maleic diamide and/or of the amides of fumaric acid or itaconic
acid, the N-methylol group being optionally etherified, in particular by means of
(C₁-C₄)-alkanols.
6. The molding as claimed in any one of claims 1 to 5, characterized in that the proportion
of the component comprising units containing thermally crosslinked groups in the copolymer
is 0.5 to 20, in particular 2 to 10 mol-%.
7. The molding as claimed in any one of claims 1 to 6, characterized in that the proportion
of primary plasticizer, relative to the cellulose, is 1 to 100, preferably 5 to 90,
in particular 10 to 80 % by weight.
8. The molding as claimed in any one of claims 1 to 7, characterized in that it contains
a secondary plasticizer, preferably glycerol.
9. The molding as claimed in any one of claims 1 to 8, characterized in that it is made,
as a synthetic sausage casing, from a fiber-reinforced, cellulose-based tubing which
optionally has an internal and/or external synthetic resin coating, the primary plasticizer
being located in the cellulose.
10. A process for the production of the molding as claimed in any one of claims 1 to 9,
in which viscose is extruded, converted into cellulose hydrate gel by means of acidic
coagulation and regeneration agents, treated with secondary plasticizer and subsequently
dried, characterized in that 1 to 100 % by weight, relative to the cellulose, of one
or more copolymers as claimed in claim 1 are added to the viscose before extrusion,
and the thermal crosslinking, in particular of the N-methylolamides, is carried out
in the final drying process.
1. Article faconné, en particulier film plat ou tubulaire, à base de cellulose, la couche
de cellulose de l'article faconné renfermant un plastifiant primaire permanent, caractérisé
en ce qu'un ou plusieurs copolymères réticulés sont présents comme plastifiant primaire,
qu'un ou plusieurs des composants de ce copolymère comprend (comprennent) des motifs
monomères comportant un groupe polymérisable terminal à insaturation éthylénique ou
des motifs de dérivés d'acide maléique ou d'acide fumarique, et qu'un autre composant
est constitué de motifs polymérisés comportant des groupes réticulés par la chaleur,
en particulier des groupes réticulés par la chaleur à base d'amides N-hydroxyméthylés
d'acides carboxyliques insaturés.
2. Article selon la revendication 1, caractérisé en ce que les composants principaux
du copolymère comprennent des motifs d'ester d'acide méthacrylique et/ou d'ester d'acide
acrylique, de préférence avec des alcanols en C₁₋₈, en particulier des motifs de méthacrylate
de butyle et d'acrylate de butyle.
3. Article selon la revendication 2, caractérisé en ce que le pourcentage en composants
principaux du copolymère est globalement égal ou supérieur à 50 moles %.
4. Article selon la revendication 2 ou 3, caractérisé en ce que le copolymère est en
outre constitué d'un ou plusieurs composants à base de motifs comportant plusieurs
doubles liaisons, tels que 1,3-diènes, en particulier le butadiène, de motifs ester
vinylique, en particulier l'acétate de vinyle, d'éthers vinyliques, en particulier
d'éther de vinyle et d'éthyle, de composés vinylaromatiques, en particulier le styrène
et le vinyltoluène, d'oléfines, en particulier l'éthyléne, d'acides mono- ou dicarboxyliques
insaturés et leurs dérivés, en particulier l'acide méthacrylique, l'acide acrylique,
l'acide maléique, l'acide fumarique, l'acide itaconique, leurs mono- ou diesters avec
des alcanols en C₂₋₆ ou des alkylènediols en C₂₋₆, leurs mono- ou diamides, et leurs
dérivés nitrilés, en particulier le méthacrylonitrile et l'acrylonitrile, ces composants
étant de préférence individuellement présents dans le copolymère à raison de 20 moles
% au maximum.
5. Article selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que les motifs à groupes
réticulés par la chaleur renferment des dérivés N-hydroxyméthylés du (méth)acrylamide,
du monoamide d'acide maléique ou du diamide d'acide maléique, et/ou des amides d'acide
fumarique ou d'acide itaconique, le groupe N-hydroxyméthylé étant éventuellement éthérifié,
en particulier par des alcanols en C₁₋₄.
6. Article selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que le pourcentage
dans le copolymérisat du composant comportant des motifs à groupes réticulés par la
chaleur vaut de 0,5 à 20, de préférence de 2 à 10 moles %.
7. Article selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que le pourcentage
de plastifiant primaire, par rapport à la cellulose, vaut de 1 à 100, de préférence
de 5 à 90, en particulier de 10 à 80 % en poids.
8. Article selon l'une des revendications 1 à 7, caractérisé en ce qu'il renferme un
plastifiant secondaire, de préférence le glycérol.
9. Article selon l'une des revendications 1 à 8, caractérisé en ce que, en tant qu'enveloppe
synthétique pour saucisse, il est constitué d'un tube souple renforcé par des fibres
en cellulose, qui présente éventuellement un revêtement interne et/ou externe en résine
synthétique, le plastifiant primaire se trouvant dans la cellulose.
10. Procédé de fabrication de l'article selon l'une des revendications 1 à 9, dans lequel
on extrude de la viscose, on la transforme en gel d'hydrate de cellulose par coagulation
acide et régénération avec des agents régénérants, on la traite avec un plastifiant
secondaire et on la sèche finalement, caractérisé en ce que l'on ajoute à la viscose,
avant extrusion, de 1 à 100 % en poids, par rapport à la cellulose, d'un ou de plusieurs
copolymère(s) selon la revendication 1, et que l'on réalise la réticulation thermique,
en particulier des N-hydroxyméthylamides, lors du séchage final.