[0001] Die Erfindung betrifft ein Wohngebäude mit wenigstens vier Wohneinheiten, die in
wenigstens zwei Wohnstockwerken angeordnet sind sowie Baukörper zu dessen Herstellung.
Derartige Wohngebäude und Baukörper sind bekannt, und es ist auch bekannt, Wohngebäude
dieser Art mit Wohneinheiten von übereinstimmenden oder einander ähnlich gegliederten
Grundrissen sowie mit gleichartigen Einrichtungen bzw. Ausstattungen zu errichten.
[0002] In der DE 36 19 257 A1 ist beispielsweise ein Wohngebäude beschrieben und dargestellt,
bei welchem ebenfalls vier Wohneinheiten in zwei Wohnstockwerken untergebracht sind.
Dabei sind die Wohnungen übereinandergestapelt, von denen jede von der anderen getrennt
ist und die erste und zweite Fahrzeug-Parkräume aufweisen, die mit der entsprechenden
unteren und oberen Wohneinheit verbunden und so zueinander angeordnet sind, daß ihre
Rückwände aufeinander zu und ihre Einfahrtöffnungen voneinander weg gerichtet sind.
[0003] Dadurch sollen im Gegensatz zu den Gemeinschaftsgaragen in Mehrfamilienhäusern die
Garagen direkt mit den Wohnungen durch Gänge verbunden werden, so daß mehr private
Atmosphäre und Sicherheit geboten wird.
[0004] In der Veröffentlichung von Krusnik + Reith in "Bauwelt" 1976, Heft 1 Seite 315 werden
Wohngebäude der gattungsgemäßen Wohnungsanordnung vorgeschlagen, bei denen Modul-
oder Sektionsbaukörper in einer Rasterbauweise beidseitig um ein im Mittenbereich
der Gebäudegrundfläche errichtetes Treppenhaus-und Aufzugsschachtbauwerk und zwischen
im Bereich der Außenbegrenzungen des Bauwerks errichtete Pfeilerstützen sowie innerhalb
der Grundfläche angeordnete Hohlpfeiler eingesetzt werden, die als gemeinsame Kabel-
und Leitungsschächte dienen.
[0005] Bei dieser bekannten Bauweise ist nachteilig, daß die Wohneinheiten in ihrer Grundfläche
und Raumaufteilung nicht variabel sind, sondern für die Einzelräume der Wohneinheiten
- wegen der Pfeilerstützen, den Kabel- und Leitungsschächten und dem Treppen- und
Aufzugsschacht - sehr kleine Flächen zur Verfügung stehen.
[0006] Ferner ist in der DE 27 19 953 A1 ein Wohngebäude beschrieben und dargestellt, bei
welchem in einen Rahmen aus vertikalen Stahlsäulen oder Stahlbetonpfeiler und horizontalen
Verbindungsstangen mit einem vorgefertigten Treppenhaus und Fahrstuhlschacht ebenfalls
vorgefertigte, mobile Wohnelemente als Blockzellen eingeschoben oder eingesetzt werden.
Auch hier besteht derselbe Nachteil, daß die Blockzellen keinen Raum für variable
Wohnungs- oder Wohnraumgestaltungen lassen, weil sie sämtlich dieselbe Grundfläche
aufweisen.
[0007] Die dargelegten Nachteile werden durch die Ausbildungsweise des erfindungsgemäßen
Wohngebäudes vermieden, welches von einem gattungsgemäßen Wohngebäude ausgeht, welches
gekennzeichnet ist durch
a) zu einer einheitlichen Gebäudestruktur zusammengefaßte in sich geschlossene, mit
allen für eine unmittelbare Inbenutzungsnahme erforderlichen und vorgesehenen Installationen,
Wohnungsbestandteilen und Zubehören ausgerüstete Modul- oder Sektionsbaukörper, die
b) wenigstens zwei einander gegenüberliegende, mit Fenstern versehene Außenwände und
zwei beidseitig anschließende Seitenwände aufweisen,
c) von denen zumindest eines fensterlos und zum Anschluß an einen benachbart anschließenden
Modul-oder Sektionsbaukörper ausgebildet, und die
d) mit wenigstens einer Decken- bzw. Fußbodenplatte versehen,
e) an welche ein- oder beidseitig oder vertikal darüber- oder darunterliegend wenigstens
ein weiterer Modul- oder Sektionsbaukörper anschließbar sind, und
f) auf den obersten Modul- oder Sektionsbaukörpern jeweils ein mit seinen Anschlußmaß
übereinstimmen der Dach-Modul- oder Sektionsbaukörper mit einem Sattel-, Pult- oder
Flachdach aufsetzbar ist.
[0008] Bei dieser Gebäudestrukturierung aus Modul- oder Sektionsbaukörpern, die nicht vorfabriziert
sind, bestehen hinsichtlich der Grundflächengröße und Raumaufteilung keinerlei Beschränkungen.
Nur jeweils zwei an eine gemeinsame Zugangstreppe angeschlossene Baukörper bzw. Wohneinheiten
müssen dieselben zusammenpassenden Treppenhaushälften haben.
[0009] Bei der Erstellung von bekannten Wohngebäuden dieser Art und Gliederung mit nicht
vorgefertigten Modulen oder Sektionen werden stets zunächst Planzeichnungen hergestellt,
die alle Details des Bauwerks aufzeigen und in welche genaue Angaben über die technischen
Einrichtungen und Ausstattungen eingetragen werden, welche von den im einzelnen beauftragten
Handwerkern in den vorgesehenen Räumen eingebaut oder angebracht werden. Die Herstellung
derartiger Planzeichnungen mit ihren zahlreichen Details und Angaben über Dimensionierung
und Baustoffe für den Rohbau sowie für den Innenausbau, Bestimmungen über die notwendige
statische Festigkeit, Einzelheiten der Bewehrung von Betonbauteilen ist sehr aufwendig.
Diese individuelle Arbeitsweise schon bei der Planerstellung und Detailkonzeption
setzt sich auch bei der Bauausführung, also beim Herstellverfahren an der Baustelle
fort.
[0010] Wegen der detaillierten Anordnungskonzeption der einzelnen Wohn- und Arbeitsräume
sowie der Zugangs- und Nebenräume und deren individualer Ausgestaltung und Ausstattung
ist eine geordnete, taktmäßige Aufeinanderfolge der einzelnen einander nachgeschalteten
Herstelltaktphasen nicht möglich, weil die Aufeinander-Feinabstimmung des räumlichen
und zeitlichen Tätigkeitsbereichs der handwerklichen Herstell- und Einbau-Arbeiten
in der Praxis nicht möglich ist. Dadurch entstehen auf der Baustelle kürzere oder
längere Arbeitspausen, weil der Arbeitsfortgang für viele Einzelherstellprozesse von
der Fertigstellung vorgeschalteter Errichtungsphasen abhängig ist. Verzögerungen ergeben
sich auch aus der nicht zeitplangerechten Anlieferung oder Bereitstellung von Bau-
und/oder Einbau-Materialien, Installationsmaterialien und -Geräte u.a.m.
[0011] Ausgehend von diesen Gegebenheiten hat der Erfinder die Aufgabe gelöst, ein Wohngebäude
der gattungsgemäßen Art zu konzipieren, durch welches die bekannten Nachteile überwunden
werden. Maßgeblicher Gesichtspunkt der erfinderischen Idee ist der weitere erfindungsgemäße
Vorschlag, daß die Modul-oder Sektionsbaukörper alle Zwischenwände mit Türöffnungen
und Türen für alle wohn- und zugangsfunktionellen Räume und diese die erforderlichen
Benutzungseinrichtungen, alle Heizungs- und Lüftungseinrichtungen, vollständige sanitäre
Ausstattungen in den dafür vorgesehenen Räumen, Wasser- und Stromversorgungs- und
Verteilungseinrichtungen, Einbauten in Küchen und Nebenräumen, vollständige Fenster
mit Jalousien- oder Rolläden-Einrichtungen, mit Geländern versehene Balkone mit Entwässerungseinrichtungen,
zugangsfunktionell zugeordnete anteilige Treppenhausräume mit den zugehörigen Treppenelementen
aufweisen.
[0012] Durch diese Zerlegung und Verselbständigung der Wohneinheiten als in sich geschlossene,
alle Wohn-Funktionselemente enthaltende Modul- oder Sektionsbaukörper, von denen nur
eine kleine Anzahl je nach gewünschter Wohnfläche unterschiedlich groß bemessener,
jedoch nach immer gleicher Grundstruktur ausgelegter Typen vorgesehen ist, gelingt
es, durch deren Aneinanderreihung und Übereinanderanordnung ein vollständiges und
schlüsselfertiges Wohngebäude ab Oberkante Fundamentplatte oder Kellerdecke unter
geringstem Zeitaufwand herzustellen. Ein erfindungsgemäß hergestelltes Wohngebäude
kann aus nur gleichartigen oder unterschiedlich großen und verschieden bemessenen
und aufgeteilten Wohneinheiten zusammengesetzt sein und es kann wegen dieser Variabilität
an unterschiedliche Bebauungspläne, Straßen-und Geländeverhältnisse angepaßt werden.
[0013] Nach einem wesentlichen Ausbildungsmerkmal der Erfindung ist vorgesehen, daß die
Modul- oder Sektionsbaukörper zur Herstellung des Wohngebäudes einen rechteckigen
Grundriß mit wenigstens zwei die beiden tragenden, mit Fenstern versehenen Außenwände
verbindende, tragende Seitenwände aufweisen, und daß die mit dem Wohnungseingang versehene
Seitenwand einen abgeteilten, eine Treppenhaushälfte bildenden Ausschnitt mit einem
dem Wohnungseingang vorgelagerten Zugangspodest und einem Zwischenpodest versehen
ist, zwischen denen eine Treppenhälfte als Fertigteil eingehängt ist. Wesentlich bei
dieser Ausführungsform ist die Anordnung der in Vertikalebene geschnittenen Hälfte
eines Treppenhaus-Stockwerkteils an einer Seitenwand. Diese Hälfte ergänzt sich mit
einer zweiten Hälfte des seitlich anschließenden nächsten Modul- oder Sektionsbaukörpers
zu dem vollständigen Treppenhausraum, der durch zwei zwischen den jeweiligen Podesten
eingehängten Fertigteil-Treppenhälften vervollständigt wird.
[0014] Diese Treppenhaus-Kombination wird auf verblüffend einfache Weise erfindungsgemäß
dadurch erleichtert, daß jeder Modul- oder Sektionsbaukörper in zwei zumindest im
Treppenhausbereich zueinander spiegelbildlichen Ausführungsformen vorhanden und aneinander
derart anschließbar sind, daß sich die einander zugewandten Zugangspodeste und Zwischenpodeste
zu vollständigen Podesten ergänzen, zwischen welche jeweils eine obere und eine untere
Treppenhälfte eingehängt ist. Durch die paarweise spiegelbildliche Ausführungsform
der Modul- oder Sektionsbaukörper ist es möglich, zwei gleichdimensionierte Wohneinheiten
spiegelbildlich nebeneinander anzuordnen, die ein gemeinsames Treppenhaus haben, oder
aber es können auch zwei ungleichdimensionierte Wohneinheiten in gleicher Weise zu
einem Baukörper zusammengefügt werden, der auf jeder Wohnebene zwei einander gegenüberliegende
Wohneinheiten enthält.
[0015] Um eine einwandfreie Übereinanderanordnung der einzelnen Modul- oder Sektionsbaukörper
problemlos zu ermöglichen, ist vorgesehen, daß sämtliche Versorgungsleitungen jedes
Modul- oder Sektionsbaukörpers bei beiden spiegelsymmetrischen Ausführungsformen in
ihrer örtlichen Anordnung und Verteilung mit in vertikalen Achsen genau zusammenpassenden
Anschlußstellen bzw. Verbindungselementen versehen sind, und ferner auch, daß jeder
Modul- oder Sektionsbaukörper in den Abmaßen seiner tragenden Außen-und Innenwände
in ihren vertikalen Achsen und Ebenen einer festgelegten Rasterstruktur entspricht,
deren Baukörpertiefe und Baukörperbreite von mehreren jeweils einheitlich festgelegten
Grundriß-Konfigurationen bestimmt ist. Durch diese Ausbildungs- und Gestaltungsmaßgaben
ist ein anschlußgenaues Aneinanderreihen und Übereinandersetzen dieser Modul- oder
Sektionsbaukörper ohne weiteres durchführbar und es ist dabei nach weiteren Merkmalen
vorteilhaft, wenn die Baukörperbreite jeder festgelegten Grundriß-Konfiguration entsprechend
einer unterschiedlichen Wohn/Nutzfläche der von dem betreffenden Modul- oder Sektionsbaukörper
umschlossenen Wohneinheit entsprechend der festgelegten Rasterstruktur unterschiedlich
groß bemessen ist. Es bestehen daher innerhalb der einmal festgelegten Rasterstruktur
und der einheitlichen Anordnung der Treppenhaushälften ansonsten variable Raumaufteilungs-
und Gestaltungsmöglichkeiten, so daß eine volle Uniformität der einzelnen Wohneinheiten
vermieden werden kann.
[0016] Das Wohngebäude nach dem erfindungsgemäßen Prinzip kann in seiner Breite und Höhe
ganz unterschiedlich konzipiert sein.
[0017] Es können zwei spiegelbildlich ausgeformte Modul- oder Sektionsbaukörper - zu einer
Gruppe zusammengefaßt - ohne weiteres bis zu fünf Stockwerken ab Oberkante Fundamentplatte
übereinander angeordnet werden. Es können auch noch mehr Stockwerke sein, falls anschließend
an die Treppenhausräume noch außen eine Aufzuganlage beigestellt wird. Diese kann
jeweils zwei Stockwerke bedienen, wenn die Zugangstüren den jeweiligen Zwischenpodesten
zugeordnet sind.
[0018] In horizontaler Erstreckung können eine größere Zahl von Baugruppen, jeweils bestehend
aus zwei einander zugeordneten spiegelsymmetrisch übereinstimmenden Modul- oder Sektionsbaukörpern
aneinandergereiht und übereinander angeordnet werden.
[0019] Innerhalb übereinstimmender Rasterstrukturen können die Modul- oder Sektionsbaukörper
verschiedene standardisierte Baukörpertiefen zwischen 8,0 und 16,0 m und Baukörperbreiten
zwischen 4,0 und 16,0 m aufweisen. Es ist somit auch möglich, Modul- oder Sektionsbaukörper
unterschiedlicher Baukörpertiefen oder Baukörperbreiten zu Baugruppen zusammenzufassen
und dadurch gegliederte Front-Fassaden zu erzielen.
[0020] Abgesehen von den Ausbildungsweisen der Modul- oder Sektionsbaukörper mit parallel
zueinander stehenden fensterlosen Seitenwänden ist es ferner im Rahmen der Erfindung
möglich, daß die fensterlosen Seitenwände zueinander einen Winkel zwischen 22,5° und
60° bilden. Bevorzugt ist ein Winkel von 45°. Mit derartig gestalteten Modul- oder
Sektionsbaukörpern, die ebenfalls in spiegelsymmetrischer Ausgestaltung vorgesehen
sind, ist es möglich, eine Eck-Bebauung nach dem erfindungsgemäßen Prinzip durchzuführen.
Dabei kann eine Eck-Baugruppe von zwei Modul- oder Sektionsbaukörpern von jeweils
45° Winkelöffnung oder aber zwei Baugruppen von jeweils zwei Modul- oder Sektionsbaukörpern
mit Winkeln von 22,5 kombiniert werden. Auf diese Weise können auch im Eck-Bebauungsbereich
an Straßenkreuzungen beliebige recht- oder schiefwinklige Lösungen mit unterschiedlicher
Fassadenstruktur geschaffen werden.
[0021] Weitere Merkmale sehen vor, daß die Außenwände anstelle von Fenstern mit Balkon-
oder Terrassentüren sowie mit an entsprechenden Vorrichtungen eingehängten Fertigbalkonen
ausgerüstet sind.
[0022] Weitere Besonderheiten und Merkmale der Erfindung sind den in der Zeichnung dargestellten
und im folgenden näher erläuterten Ausführungsbeispielen von Baukörpern nach der Erfindung
zu entnehmen.
[0023] Es zeigen
Fig. 1 einen aus zwölf Modul- oder Sektionsbaukörpern zusammengesetzten Baukörper
für ein Wohngebäude in perspektivischer Darstellung;
Fig. 2a, 2b einen Modul- oder Sektionsbaukörper "A" in perspektivischer Darstellung
in jeweils spiegelbildlicher Strukturierung;
Fig. 3a, 3b einen Modul- oder Sektionsbaukörper "B" in perspektivischer Darstellung
in jeweils spiegelbildlicher Strukturierung;
Fig. 4a, 4b einen Modul- oder Sektionsbaukörper "C" in perspektivischer Darstellung
in jeweils spiegelbildlicher Strukturierung;
Fig. 4a', 4b' je einen Grundriß des Baukörpers "C";
Fig. 5a, 5b einen Modul- oder Sektionsbaukörper "D" in perspektivischer Darstellung
in jeweils spiegelbildlicher Strukturierung;
Fig. 6 einen Modul- oder Sektionsbaukörper "G" in perspektivischer Darstellung.
[0024] Der in Fig. 1 dargestellte Baukörper ist in jeder der drei Ebenen zusammengesetzt
aus zwei spiegelbildlich strukturierten Modul- oder Sektionsbaukörpern des Typs "A",
von denen der eine ein MSB-R (rechts-strukturiert) und der andere ein MSB-L (links-strukturiert)
ist. An den MSB-R schließt sich Typ "D" an, der als MSB-L (links-strukturiert) ausgebildet
ist, so daß sich die beiden Treppenhaushälften zu einem ganzen Treppenhaus TH ergänzen.
An den MSB vom Typ "D" schließt sich ein weiterer MSB vom Typ "B" an, der seinerseits
rechts-strukturiert (MSB-R) ist, so daß auch hier die beiden Treppenhaushälften mit
dem anschließenden MSB-L Typ "A" ein einheitliches Treppenhaus TH bilden.
[0025] Auf diese Weise wird verdeutlicht, wie einfach und zweckmäßig unterschiedlich groß
ausgelegte und strukturierte Modul- oder Sektionsbaukörper der erfindungsgemäßen Ausbildungsweise,
aufeinanderfolgend in jeweils spiegelbildlich zueinandergekehrt strukturierter Ausführung
zu einer Reihe aneinandergefügt werden können, wobei jeweils ein Paar dieser Baukörper
von spiegelbildlicher Struktur sich zu einem gemeinsamen Treppenhaus ergänzen.
[0026] Dabei ist es - wie Fig. 1 zeigt - ohne weiteres möglich, jeweil zwei ein Baukörperpaar
mit einem gemeinsamen Treppenhaus bildende MSB gegenüber einem anschließenden Baukörperpaar
in der Baukörperflucht zu versetzen, um die Gebäudefront aufzulockern oder sich an
einen mehr oder weniger gekrümmten oder schrägen Verlauf der Straße anzupassen.
[0027] In den Fig. 2a und 2b ist eine Wohneinheit des Typs "A" mit vier Zimmern und Küche
sowie Nebenräumen dargestellt, und zwar ebenfalls in spiegelbildlicher Strukturierung.
Durch den Wohnungseingang WT betritt man den Eingangsflur 1, an den links- bzw. rechtsseitig
ein Abstellraum 4, ein Gäste-WC 5 und der Wohnraum 2 angrenzen, während gegenüberliegend
Küche 3 und Bad 6 angeordnet sind. An den Eingangsflur 1 - mittels eines Durchgangs
optisch abgegrenzt - schließt sich querverlaufend ein Flur 7 für die Schlafräume an,
um den die mit 8 und 9 bezeichneten Kinderzimmer 1 und 11 und das Elternschlafzimmer
10 gruppiert sind. Das Kinderzimmer 9 ist mit einem Erker-Eckfenster 12 versehen,
und die Schlafzimmer 8 und 10 weisen jeweils Eckfenster 11 auf. Die Front der Außenwand
AW1 ist durch eine Nische unterbrochen, aus welcher die mit der Bodenplatte BO verbundene
Balkonplatte BP herausragt; diese ist durch die Balkon- oder Terrassen TBT aus dem
Elternschlafzimmer 10 und dem Wohnzimmer 2 zu betreten. Die Baukörpertiefe BT und
die Baukörperbreite BB sind durch Pfeile angedeutet. In den Treppenhausausschnitt
AS fügt sich der Treppenhausteil gem. Fig. 2b ein, der aus einem Zugangspodest EP
und einem Zwischenpodest ZP sowie den Treppenhälften THO/THU besteht.
[0028] Wie aus Fig. 1 ersichtlich und ohne weiteres einsehbar ist, kann dieser Modul- oder
Sektionsbaukörper des Typs "A" nur als End-Baukörper ein- oder beidseitig einer Baukörperreihe
eingesetzt werden, weil er derart konzipiert ist, daß die dem Treppenhaus TH abgewandte
Seitenwand SW mit Fensterflächen versehen ist.
[0029] Abweichend hiervon verfügen die MSB-Typen "B", "C", und "D" über durchlaufend ebene
Seitenwände SW, die glatt aneinander angeschlossen werden können. Diese sind in den
Fig. 3a/3b, 4a/4b und 5a/5b dargestellt.
[0030] Bei dem in den Fig. 3a/3b dargestellten MSB-L und MSB-R handelt es sich um Dreizimmer-Wohneinheiten
vom Typ "B" mit Küche und Nebenräumen. Auch hier sind die oben genannten Bezugszeichen
für die einzelnen Elemente und Räume zutreffend. Beidseitig des Eingangsflurs 1 sind
Wohnraum 2 und Küche 3 angeordnet, und nach hinten schließt sich querverlaufend der
Flur 7 für die Schlafräume an. Beidseitig des mittig angeordneten Badraumes 6 sind
Elternschlafzimmer 10 und Kinderzimmer 8 gruppiert.
[0031] In den Fig. 4a/4b und 5a/5b sind jeweils kleine Wohneinheiten mit einem Zimmer, Küche
und Nebenräumen der Typen "C" und "D" dargestellt. Auch hier stimmen die Bezugszeichen
für die einzelnen Elemente und die Räume mit den bereits oben genannten überein.
[0032] Ein besonders ausgebildeter Modul- oder Sektionsbaukörper mit der Bezeichnung "G"
ist in Fig. 6 dargestellt. Er vereinigt zwei ebenfalls spiegelbildlich strukturierte
Wohneinheiten in einander zugekehrten Baukörpern mit einem gemeinsamen Treppenhaus
TH. Die beiden Seitenwände SW stehen zueinander im Normalfall in einem Winkel von
90°, so daß es mittels dieses MSB möglich ist, im Bereich von Straßenkreuzungen oder
rechtwinkligen Straßenkrümmungen die Bebauung durchzuführen und beidseitig die Baukörper
gem. Fig. 2 bis 5 anzuschließen. Selbstverständlich sind auch Ausbildungsweisen des
Typs "G" möglich, bei denen die beiden Seitenwände einen von 90° abweichenden spitzen
und stumpfen Winkel bilden. Auch hier handelt es sich um Wohneinheiten mit 3 Schlafzimmern
8, 9 und 10, Küche 3, Bad 6, Gäste-WC 5 und Abstellraum 4 sowie Eingangsflur 1 und
Flur 7 für die Schlafräume.
[0033] Die Gestaltung und Raumaufteilung der einzelnen Wohneinheiten bzw. MSB-Typen berücksichtigt
eine große wenn nicht überwiegende Bedarfspalette an Wohnraum. Mit Hilfe des hier
beschriebenen, dargestellten und beanspruchten Baukörper-Gliederung und -Aufteilung
kann eine standardisierte Herstellung derartiger Wohnbauten unter größtmöglichter
Ersparung von technischem Aufwand und Zeit durchgeführt werden.

1. Wohngebäude mit wenigstens vier Wohneinheiten, die in wenigstens zwei Wohnstockwerken
angeordnet und bei dem die kompletten Wohneinheiten (WE) jeweils als statisch typgeprüfte
und zur Errichtung von Wohngebäuden zugelassene Modul- oder Sektionsbaukörper (MSB)
ausgebildet sind, gekennzeichnet durch
a) zu einer einheitlichen Gebäudestruktur zusammengefaßte in sich geschlossene, mit
allen für eine unmittelbare Inbenutzungsnahme erforderlichen und vorgesehenen Installationen,
Wohnungsbestandteilen und Zubehören ausgerüstete Modul- oder Sektionsbaukörper (MSB),
die
b) wenigstens zwei einander gegenüberliegende, mit Fenstern versehene Außenwände und
zwei beidseitig anschließende Seitenwände aufweisen,
c) von denen zumindest eines fensterlos und zum Anschluß an einen benachbart anschließenden
Modul- oder Sektionsbaukörper (MSB) ausgebildet, und die
d) mit wenigstens einer Decken- bzw. Fußbodenplatte versehen,
e) an welche ein- oder beidseitig oder vertikal darüber- oder darunterliegend wenigstens
ein weiterer Modul- oder Sektionsbaukörper (MSB) anschließbar sind, und
f) auf den obersten Modul- oder Sektionsbaukörpern (MSB) jeweils ein mit seinen Anschlußmaß
übereinstimmender Dach-Modul- oder Sektionsbaukörper mit einem Sattel-, Pult- oder
Flachdach aufsetzbar ist.
2. Wohngebäude nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Modul- oder Sektionsbaukörper
(MSB) alle Zwischenwände mit Türöffnungen und Türen für alle wohn- und zugangsfunktionellen
Räume und diese die erforderlichen Benutzungseinrichtungen, alle Heizungs- und Lüftungseinrichtungen,
vollständige sanitäre Ausstattungen in den dafür vorgesehenen Räumen, Wasser- und
Stromversorgungs- und Verteilungseinrichtungen, Einbauten in Küchen und Nebenräumen,
vollständige Fenster mit Jalousien- oder Rolläden-Einrichtungen, mit Geländern versehene
Balkone mit Entwässerungseinrichtungen, zugangsfunktionell zugeordnete anteilige Treppenhausräume
mit den zugehörigen Treppenelementen aufweisen.
3. Baukörper zur Herstellung des Wohngebäudes nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch
gekennzeichnet, daß er einen rechteckigen Grundriß (GR) mit wenigstens zwei die beiden
tragenden, mit Fenstern (F) versehenen Außenwände (AW) verbindende, tragende Seitenwände
(SW) aufweisen, und daß die mit dem Wohnungseingang (WT) versehene Seitenwand (SW)
einen abgeteilten, eine Treppenhaushälfte bildenden Ausschnitt (AS) mit einem dem
Wohnungseingang (WT) vorgelagerten Zugangspodest (EP) und einem Zwischenpodest (ZP)
versehen ist, zwischen denen eine Treppenhälfte (TH) als Fertigteil eingehängt ist.
4. Baukörper nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Modul- oder Sektionsbaukörper
(MSB) in zwei zumindest im Treppenhausbereich zueinander spiegelbildlichen Ausführungsformen
(MSB-L und MSB-R) vorhanden und aneinander derart anschließbar sind, daß sich die
einander zugewandten Zugangspodeste (EP) und Zwischenpodeste (ZP) zu vollständigen
Podesten ergänzen, zwischen welche jeweils eine obere und eine untere Treppenhälfte
(THO und THU) eingehängt ist.
5. Baukörper nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß sämtliche Versorgungsleitungen
jedes Modul- oder Sektionsbaukörpers (MSB) bei beiden spiegelsymmetrischen Ausführungsformen
in ihrer örtlichen Anordnung und Verteilung mit in vertikalen Achsen genau zusammenpassenden
Anschlußstellen bzw. Verbindungselementen versehen sind.
6. Baukörper nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Modul- oder Sektionsbaukörper
(MSB) in den Abmaßen seiner tragenden Außen- und Innenwände in ihren vertikalen Achsen
und Ebenen einer festgelegten Rasterstruktur entspricht, deren Baukörpertiefe (BT)
und Baukörperbreite (BB) von mehreren jeweils einheitlich festgelegten Grundriß-Konfigurationen
bestimmt ist.
7. Baukörper nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Baukörperbreite (BB)
jeder festgelegten Grundriß-Konfiguration entsprechend einer unterschiedlichen Wohn/Nutzfläche
der von dem betreffenden Modul- oder Sektionsbaukörper (MSB) umschlossenen Wohneinheit
(WE) entsprechend der festgelegten Rasterstruktur unterschiedlich groß bemessen ist.
8. Baukörper nach einem oder mehreren der Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß in vertikaler Richtung bis zu fünf Modul- oder Sektionsbaukörper (MSB) übereinstimmender
Baukörpertiefe (BT) und Baukörperbreite (BB) übereinanderliegend angeordnet sind.
9. Baukörper nach einem oder mehreren der Ansprüche 3 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
daß in horizontaler Richtung wenigstens zwei Modul- oder Sektionsbaukörper (MSB) mit
ihren Seitenwänden (SW) in der Weise aneinander gefügt sind, daß deren Treppenhaus-Ausschnitte
(AS) ein gemeinsames Treppenhaus (TH) für zwei benachbarte Wohnungseinheiten (WE)
bilden.
10. Baukörper nach wenigstens einem der Ansprüche 3 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß die Modul-oder Sektionsbaukörper (MSB) innerhalb der vorgegebenen Rasterstruktur
standardisierte Baukörpertiefen (BT) zwischen 8,0 und 16,0 m aufweisen.
11. Baukörper nach wenigstens einem der Ansprüche 3 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß die Modul-oder Sektionsbaukörper (MSB) innerhalb der vorgegebenen Rasterstruktur
standardisierte Baukörperbreiten (BB) zwischen 4,0 und 16,0 m aufweisen.
12. Baukörper nach wenigstens einem der Ansprüche 3 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
daß zwei fensterlose Seitenwände (SW) von Modul- oder Sektionsbaukörpern (MSB) parallel
zueinander stehen.
13. Baukörper nach den Ansprüchen 3 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß von zwei parallel
zueinanderstehenden Seitenwänden die eine (SW) zum Anschluß an einen benachbarten
Baukörper (MSB) fensterlos und die andere (AW) als einen Teil der Endfassade (EF)
einer Baukörper-Reihenstruktur bildende Seitenwand mit Fenstern (11, 12) versehen
ist.
14. Baukörper nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß eine der fensterlosen Seitenwände
(SW) von Modul- oder Sektionsbaukörpern (MSB) zu der anderen einen Winkel von 22,5°,
30° oder 60° bildet.
15. Baukörper nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß die die Öffnungsweite
des Winkels abschließende, mit Fenstern (F) versehene Außenwand (AW) aus zwei gegeneinander
abgeknickten Außenwandelementen (AW, und AW2) besteht, die im wesentlichen in einem rechten Winkel an die begrenzenden Seitenwände
(SW) anschließen.
16. Baukörper nach wenigstens einem der Ansprüche 3 bis 15, dadurch gekennzeichnet,
daß anstelle von Fenstern (F) Balkon- oder Terrassentüren (TBT) in den Außenwänden
(AW) angebracht sind.