[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Einführung eines Eintauchausgusses
in eine von einem Gießgefäß aus zu beschickende Kokille einer Stranggießanlage, bei
welchem der Eintauchausguß aus einer horizontalen oder annähernd horizontalen Ausgangslage
außerhalb der Kokille in eine im wesentlichen vertikale Gießstellung in der Kokille
überführt wird, indem man den Eintauchausguß in der horizontalen oder annähernd horizontalen
Ausgangsstellung außerhalb der Kokille auf eine Fördereinrichtung ablegt und durch
Verschieben auf bzw. in der Fördereinrichtung in die im wesentlichen vertikale Gießstellung
in der Kokille überführt.
[0002] Der Zwischenraum zwischen Gießgefäß und Kokille einer Stranggießanlage ist beim Gießen,
da der mit seinem oberen Ende an dem Gießgefäß befestigte Eintauchausguß mit seinem
unteren Ende in die Kokille hineinragt, wesentlich geringer als die Länge des Eintauchausgusses
und meistens gerade nur so hoch, daß der Eintauchausguß in horizontaler oder nahezu
horizontaler Lage zwischen das Gießgefäß und die Kokille eingeführt werden kann. Bei
dem aus der EP-OS 0 192 019 bekannten Verfahren wird der Eintauchausguß von Hand seitlich
in den Zwischenraum zwischen das Gießgefäß und die Kokille eingeführt und bis in seine
vertikale Lage verschwenkt, in welcher der Eintauchausguß mit einer an seinem oberen
Ende vorgesehenen Platte auf Führungsschienen aufgenommen wird. Aus dieser vertikalen
Wartestellung neben der Gießstellung unmittelbar unterhalb der Gießöffnung ist der
Eintauchausguß mittels einer Drückereinrichtung in die Gießstellung verschiebbar,
wobei gegebenenfalls der vorher eingesetzte und verbrauchte Eintauchausguß über die
Führungsschienen aus einer Gießstellung herausgedrückt wird. Die genannten Arbeiten
von Hand sind aufwendig und, da sie in einem Bereich hoher Temperatur ausgeführt werden
müssen, für das Bedienungspersonal mühselig.
[0003] Aus der FR-OS 2 424 095 ist eine Vorrichtung zum Wechsel eines Eintauchausgusses
am Ausguß eines Metallgießgefäßes bekannt, bei welcher innerhalb einer aufwendigen
Konstruktion unter anderem zwei Stützrahmen für die Eintauchausgüsse aus feuerfestem
Material einzusetzen sind, welche um zwei zueinander und zu der Achse der Gießöffnung
senkrecht stehenden Achsen schwenkbar sind. Auch der Eintauchausguß selbst ist um
eine Achse schwenkbar aufgehängt. Hierdurch soll erreicht werden, daß sich der Eintauchausguß
mit seiner oberen Anlagefläche sicher an eine untere Anlagefläche einer unteren stationären
feuerfesten Platte des Ausgusses des Gießgefäßes anlegen kann. Für den Wechsel des
Eintauchausgusses mittels Verschieben der Stützrahmen auf an der Unterseite des Gießgefäßes
befestigten Schienen muß das Gießgefäß gegenüber der Kokille angehoben werden, da
der Eintauchausguß stets eine im wesentlichen vertikale Stellung einnimmt.
[0004] Aus der DE-OS 27 09 727 ist ein Verfahren der eingangs genannten Art bekannt, bei
welchem das Überführen des Eintauchausgusses von der Ausgangsstellung erst beginnen
kann, wenn der vorherige verbrauchte Eintauchausguß praktisch schon vollständig aus
der Kokille herausbewegt worden ist. Der Wechsel nimmt dadurch verhältnismäßig viel
Zeit in Anspruch. Aufgrund des Umstandes, daß der Eintauchausguß mit Hilfe der Führungsbahnen
unmittelbar bis in die Gießstellung überführt wird, bedingen die räumlichen Verhältnisse,
daß entweder ein unerwünschter Spalt zwischen dem Bodenausguß und dem Eintauchausguß
verbleibt oder daß eine zusätzliche Hubvorrichtung erforderlich ist.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren der eingangs genannten Art
vorzuschlagen, mit Hilfe dessen der Eintauchausguß auf einfache und zuverlässige Weise
in die Kokille einführbar und zum Wechsel gegen einen verbrauchten Eintauchausguß
schnell in die Gießstellung überführbar ist, ohne daß vom Bedienungspersonal der Stranggießanlage
der (aufgeheizte) Eintauchausguß umständlich manipuliert werden muß.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß bei dem eingangs genannten Verfahren im wesentlichen
dadurch gelöst, daß man den Eintauchausguß mittels der Fördereinrichtung zunächst
lediglich in eine Wartestellung in Nachbarschaft der Gießöffnung des Gießgefäßes überfuhrt
und dann daß man das Überführen des Eintauchausgusses in die Wartestellung in einer
Bewegungsebene vornimmt, welche senkrecht zu der Bewegungsebene steht, in welcher
man dann den Eintauchausguß, gegebenenfalls unter Wegschieben des vorherigen abgenutzten
Eintauchausgusses, von der Wartestellung in die Gießstellung verschiebt.
[0007] Durch die Nutzung einer Fördereinrichtung bei der Ausführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens wird sichergestellt, daß zum Einführen des Eintauchausgusses in die Kokille
dieser lediglich aus der Aufheizvorrichtung entnommen und auf der Fördereinrichtung
abgelegt zu werden braucht. Durch einfaches Verschieben auf der Fördereinrichtung
wird eine genaue Überführung des Eintauchausgusses aus der anfänglichen, im wesentlichen
horizontalen Ausgangsstellung in die vertikale Wartestellung unmittelbar neben der
Gießstellung durchgeführt. Dies kann geschehen, während der vorhergehende Eintauchausguß
noch in Betrieb ist. Zum Wechsel des Eintauchausgusses braucht dann lediglich der
neue bereits in Wartestellung befindliche Eintauchausguß über die kurze Strecke von
der bereits eingenommenen Wartestellung in die Gießstellung verschoben zu werden.
Dadurch, daß die Überführung des Eintauchausgusses in die Wartestellung und von dieser
in die Gießstellung in senkrecht zueinander stehenden Bewegungsebenen erfolgt, werden
günstige räumliche Voraussetzungen dafür geschaffen, daß sich die Mittel zum Überführen
des Eintauchausgusses aus der Ausgangsstellung in die Wartestellung und die Mittel
zum Verschieben des Eintauchausgusses aus der Wartestellung in die Gießstellung nicht
gegenseitig behindern. Auf diese Weise ist ein wesentlich schnellerer Wechsel des
Eintauchausgusses möglich, als dies bisher der Fall ist. Ein Anheben des Gießgefäßes
gegenüber der Kokille ist für das Einführen des Eintauchausgusses nicht erforderlich.
[0008] Wenn gemäß einer besonderen Ausgestaltung des Verfahrens während des Verschiebens
des Eintauchausgusses aus der Wartestellung in die Gießstellung dieser mit einer Kopfplatte
gegen die Führungsplatte gedrückt wird, nimmt der Eintauchausguß in der Gießstellung
zwangsläufig eine gegenüber dem Gefäßausguß dichte Lage ein.
[0009] Die Fördereinrichtung oder jedenfalls Teile von ihr können beispielsweise nach dem
Einführen des Eintauchausgusses in die Kokille aus dem Bereich der oberen Öffnung
der Kokille entfernt werden, so daß die Fördereinrichtung oder jedenfalls deren Teile
nicht für längere Zeit den über der Kokille herrschenden hohen Temperaturen ausgesetzt
bleiben.
[0010] Die Erfindung ist auch auf eine Vorrichtung gerichtet, mit welcher das erfindungsgemäße
Verfahren auf einfache und zuverlässige Weise verwirklicht werden kann. Diese Vorrichtung,
bei welcher die Führungsbahnen von der Seite her zwischen Gießgefäß und Kokille bis
in den Bereich der Gießöffnung des Gießgefäßes reichen, zeichnet sich dadurch aus,
daß die Führungsbahnen derart ausgebildet sind, daß der Eintauchausguß beim Verschieben
von der anfänglichen, im wesentlichen horizontalen, Ausgangsstellung zunächst lediglich
in die im wesentlichen vertikale Wartestellung in Nachbarschaft der Gießöffnung des
Gießgefäßes überführbar ist, daß den Führungsbahnen eine Drückereinrichtung zum Verschieben
des Eintauchausgusses mit einer Kopfplatte aus der Wartestellung in einen Spalt zwischen
die am Boden des Gießgefäßes angeordnete Führungsplatte und in Richtung der Führungsplatte
federvorgespannten Anpreßleisten nachgeordnet ist, und daß die Führungsbahnen in Ebenen
senkrecht zur Wirkungsrichtung der Drückereinrichtung verlaufen. Führungsbahnen und
Drückereinrichtung sind dabei ohne gegenseitige Behinderung angeordnet und es erfolgt
zwangsläufig eine Überführung des Eintauchausgusses bis in eine Abdichtlage gegenüber
der Führungsplatte des Ausgusses des Gießgefäßes in Gießstellung.
[0011] Eine konstruktiv besonders einfache Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung
zeichnet sich dadurch aus, daß die Fördereinrichtung einen Karren aufweist, in welchen
der Eintauchausguß einhängbar und welcher auf den Führungsbahnen verschiebbar gelagert
ist. Der Karren dient als Transportmittel für den jeweiligen Eintauchausguß in die
jeweils im wesentlichen vertikale Wartestellung in der Kokille, was durch die Anordnung
und Gestaltung der Führungsschienen gewährleistet werden kann.
[0012] Der Karren kann zu diesem Zweck beispielsweise in Längsrichtung des Eintauchausgusses,
gesehen im Abstand voneinander, je mindestens eine erste Führungsrolle und eine zweite
Führungsrolle aufweisen, welche je auf und/oder in einer von zwei im Abstand übereinander
angeordneten Führungsbahnen aufgenommen sind. Hierdurch kann die Verschiebung des
Eintauchausgusses mit geringem Kraftaufwand erfolgen, während die übereinander angeordneten
Führungsschienen das allmähliche zwangsläufige Verschwenken des Eintauchausgusses
aus seiner anfänglichen, im wesentlichen horizontalen Ausgangsstellung in die im wesentlichen
vertikale Wartestellung benachbart der späteren Gießstellung gewährleisten. Statt
Führungsrollen und Führungsschienen können auch andere zusammenarbeitende Führungselemente
verwendet werden.
[0013] Dabei kann die untere Führungsbahn zunächst einen etwa horizontalen Abschnitt, daran
anschließend einen schräg abfallenden Abschnitt und zuletzt wieder einen etwa horizontal
oder nur leicht ansteigend verlaufenden Rampenabschnitt aufweisen, wodurch die sichere
Überführung des Eintauchausgusses von der im wesentlichen horizontalen Ausgangsstellung
in die im wesentlichen vertikale Wartestellung gewährleistet werden kann.
[0014] In Ergänzung dazu besteht ein weiteres Erfindungsmerkmal darin, daß die obere Führungsbahn
zunächst einen horizontalen oder nur leicht ansteigenden Abschnitt und daran anschließend
einen bis in den Bereich der Gießöffnung reichenden, stärker ansteigenden Abschnitt
aufweist.
[0015] Die obere Führungsbahn kann für eine zuverlässige Führung zwei in gleichbleibendem
Abstand übereinander verlaufende Führungsschenkel aufweisen.
[0016] Für eine sichere Führung des Karrens mit dem Eintauchausguß können ferner bei einer
besonderen Ausgestaltung der Erfindung in der oberen Führungsbahn zwei im Abstand
voneinander auf einer gemeinsamen Achse aufgenommene erste Führungsrollen geführt
sein.
[0017] Die Anpreßleisten, welche Teil der Führungsbahnen bilden, sind vorzugsweise mit Auflaufschrägen
für die Kopfplatte des Eintauchausgusses versehen.
[0018] Um die Federvorspannung der Anpreßleisten zu gewährleisten, kann diese beispielsweise
mittels Torsionsstäben erzeugt sein.
[0019] Hierbei besteht insbesondere die Möglichkeit, daß die Federkraft der Torsionsstäbe
mittels Stellschraube einstellbar ist.
[0020] Um eine sichere Überführung des Eintauchausgusses aus der Wartestellung in die Gießstellung
bei gleichzeitiger Gewährleistung einer dichten Anlage an der Bodenplatte des Ausgusses
zu erreichen, sind bei einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung die Anpreßleisten
an dem inneren Ende eines Schwenkarmes angeordnet, welche an seinem äußeren Ende von
einem Torsionsstab beaufschlagt ist.
[0021] Eine zu starke Beanspruchung der Führungsplatte wird dann vermieden, wenn der Schwenkbereich
des Schwenkarmes in Richtung auf die Führungsplatte durch einen einstellbaren Anschlag
beschränkt ist.
[0022] Damit beim Einführen des Eintauchausgusses in die Kokille und dessen Überführung
in die Gießstellung der vorhergehende Eintauchausguß leicht aus der Gießstellung heraus
verschoben werden kann, schließen sich an die Anpreßleisten, vorzugsweise leicht abfallend,
Auflageleisten für die Aufnahme der Kopfplatte des verbrauchten Eintauchausgusses
an.
[0023] Die Überführung des Karrens mit dem Eintauchausguß kann auf einfache Weise dadurch
erfolgen, daß er von seiner äußeren Aufgabestellung bis in die Wartestellung mittels
einer eine Betätigungsstange aufweisenden Verschiebemechanik verschiebbar ist.
[0024] Dabei kann die Betätigungsstange vorzugsweise an der oberen Führungsschiene geführt
und an dieser in ihrer Endlage, in welcher sich der Karren in Wartestellung befindet,
arretierbar sein.
[0025] Verkantungen des Karrens an den Führungsschienen können besonders dann vermieden
werden, wenn die Betätigungsstange an einer der ersten Führungsrollen bzw. deren Achse
angreift.
[0026] Der Karren kann sicher in die gewünschte Wartestellung überführt werden, wenn die
ersten und/oder zweiten Führungsrollen bzw. deren Achsen in Wartestellung des Karrens
an einem vorzugsweise verstellbaren Anschlag anliegen.
[0027] Nachfolgend werden anhand der Zeichnung verschiedene Ausführungsbeispiele der Erfindung
näher erläutert.
[0028] Es zeigen:
Figur 1 schematisch in Seitenansicht eine die Erfindung aufweisende Vorrichtung zur
Einführung eines Eintauchausgusses in eine Kokille einer Stranggießanlage,
Figur 2 die Vorrichtung gemäß Figur 1, aus Richtung 11 gesehen,
Figur 3 eine Darstellung ähnlich der von Figur 3, bei welcher eine Drückereinrichtung
veranschaulicht ist, mit welcher der jeweilige Eintauchausguß aus seiner Wartestellung
in die Gießstellung gedrückt werden kann,
Figur 4 in Draufsicht schematisch das Führungsschienensystem für die Überführung des
Eintauchausgusses aus seiner Wartestellung in die Gießstellung und wieder aus dieser
heraus,
Figur 5 einen Schnitt durch die Vorrichtung gemäß Figur 4, entsprechend der Schnittlinie
A-A, und
Figur 6 einen Schnitt durch die Vorrichtung gemäß Figur 4, entsprechend der Schnittlinie
B-B.
[0029] Bei der in Figuren 1 bis 3 dargestellten Vorrichtung zur Einführung eines Eintauchausgusses
1 in eine Kokille 15 einer Stranggießanlage wird der Eintauchausguß 1 in einer gegenüber
der horizontalen, leicht geneigten (gestrichelt dargestellten) Ausgangslage außerhalb
der Kokille 15 in den Zwischenraum zwischen Gießgefäß 3 und Kokille 15 bis in eine
im wesentlichen vertikale (mit ausgezogenen Linie dargestellte) Wartestellung überführt,
aus welcher der Eintauchausguß 1 in eine Gießstellung verschiebbar ist. Zu diesem
Zweck wird der Eintauchausguß 1, wie aus Figur 1 ersichtlich, in seiner horizontalen
oder annähernd horizontalen Ausgangsstellung außerhalb der Kokille 15 auf eine Fördereinrichtung
abgelegt und durch Verschieben auf der Fördereinrichtung in die im wesentlichen vertikale
Wartestellung in Nachbarschaft der Gießöffnung 2 des Gießgefäßes 3 überführt. Diese
Bewegung findet in einer Ebene statt, welche zu der Zeichnungsebene von Figur 1 zusammenfällt.
Aus der vertikalen Wartestellung kann dann der Eintauchausguß 1 mittels einer Drückereinrichtung
4 und einer auf Führungsschienen 5 aufgenommenen Kopfplatte 6 des Eintauchausgusses
1 an einer am Boden 7 des Gießgefäßes 3 angeordneten Führungsplatte 8 entlang - gegebenenfalls
unter Wegschieben des vorherigen abgenutzten Eintauchausgusses 1 - in eine Gießstellung
verschoben werden, in welcher sich die Gießöffnung 2 des Gießgefäßes 3 und der Durchflußkanal
9 des Eintauchausgusses 1 decken. Diese mittels der Drückereinrichtung 4 verursachten
Verschiebebewegung verläuft senkrecht zur Zeichnungsebene von Figur 1 und parallel
zur Zeichnungsebene der Figuren 2 und 3. In den Figuren 2 und 3 ist demzufolge nebeneinander
ein Eintauchausguß 1 in Wartestellung (links), ein Eintauchausguß 1 in Gießstellung
(Mitte) und (in strichpunktierten Linien) ein Eintauchausguß 1 in Abgabestellung (rechts)
veranschaulicht.
[0030] Zur Überführung des Eintauchausgusses 1 aus der horizontalen oder nahezu horizontalen
Ausgangsstellung von Figur 1 in die im wesentlichen vertikale Wartestellung wird der
Eintauchausguß 1 in den Karren 10 einer Fördereinrichtung eingehängt, welcher an seiner
Außenseite im Längsabstand voneinander Führungsrollen 11 und eine Führungsrolle 12
[0031] aufweist (vgl. insbesondere Figur 2) trägt. Die beiden oberen ersten Führungsrollen
11 befinden sich in axialem Abstand voneinander auf einer gemeinsamen Achse 18 und
laufen zwischen zwei in gleichbleibendem Abstand übereinander angeordneten Führungsschenkeln
16 und 17 einer oberen Führungsschiene 13.
[0032] Im Abstand unterhalb der oberen Führungsschiene 13 verläuft eine zweite Führungsschiene
14 ebenfalls von der Seite her zwischen Gießgefäß 3 und Kokille 15 bis in den Bereich
der Gießöffnung 2 des Gießgefäßes 3. Die Führungsschiene 14 ist für die zweite Führungsrolle
12 bestimmt, welche auf einer Achse 28 aufgenommen ist, welche im Längsabstand aber
achsparallel zu der Achse 18 an dem Karren 10 angebracht ist.
[0033] Die Führungsschienen 13, 14 sind so ausgebildet, daß bei Verschieben des Karrens
10 von der äußeren Ausgangsstellung bis in die Wartestellung der Eintauchausguß 1
von einer anfänglichen, im wesentlichen horizontalen Ausgangsstellung in eine, im
wesentlichen vertikale Wartestellung überführt wird. Zu diesem Zweck hat die Führungsschiene
14 (vgl. Figur 1) von außen her gesehen zunächst einen etwa horizontalen Abschnitt
141, daran anschließend einen schräg abfallenden Abschnitt 142 und zuletzt wieder
einen etwa horizontal oder nur leicht ansteigend verlaufenden Rampenabschnitt 143.
Die obere Führungsschiene 13 hat dagegen zunächst einen horizontalen oder nur leicht
ansteigenden Abschnitt 131, an welchen sich ein bis in den Bereich der Gießöffnung
2 reichender, stärker ansteigender Abschnitt 132 anschließt. Auf diese Weise wird
die Veränderung der Neigung des Eintauchausgusses 1 bei Verschieben auf den Führungsschienen
13, 14 von außen nach innen zwangsläufig in der dargestellten Weise verändert. Aus
der dann eingenommenen vertikalen Wartestellung wird der Eintauchausguß 1, wie bereits
erörtert, senkrecht zu der von den Führungsschienen 13, 14 gebildeten Ebenen mittels
der Drückereinrichtung 4 in Richtung auf die Gießstellung verschoben. Dabei wird die
Kopfplatte 6 des Eintauchausgusses 1 in einen Spalt zwischen in Richtung der Führungsplatte
8 federvorgespannten Anpreßleiste 19 und der Führungsleiste 8 gedrückt. Die Anpreßleisten
19, welche Bestandteil der Führungsschienen 5 bilden, haben Auflaufschrägen 20 für
die Kopfplatte 6. Die Federvorspannung der Anpreßleisten 19 wird mittels Torsionsstäben
21 (vgl. Figuren 4 und 5) erzielt. Die Federkraft der Torsionsstäbe 21 läßt sich mit
Hilfe von Stellschrauben 22 einstellen. Die Anpreßleisten 19 sind, wie aus den Figuren
4 und 5 ersichtlich, je an dem inneren Ende eines Schwenkarmes 23 angeordnet, welcher
an seinem äußeren Ende von einem Torsionsstab 21 beaufschlagt ist.
[0034] Der Schwenkbereich der Schwenkarme 23 in Richtung auf die Führungsplatte 8 ist durch
einen einstellbaren Anschlag 24 beschränkt. An die Anpreßleisten 19 schließen sich
Auflageleisten 25 für die Aufnahme der Kopfplatte 6 des verbrauchten Eintauchausgusses
1 an, welche vom Bereich der Gießöffnung 2 weg leicht abfallen. Auf diese Weise läßt
sich der vorherige gebrauchte Eintauchausguß 1 beim Einschieben des neuen Eintauchausgusses
1 leicht aus seiner Gießstellung herausdrücken.
[0035] Der Karren 10 mit dem Eintauchausguß 1 läßt sich beispielsweise von seiner äußeren
Aufgabestellung bis in die Wartestellung mittels einer eine Betätigungsstange 26 aufweisenden
Verschiebemechanik verschieben. Die Betätigungsstange 26 wird an der oberen Führungsschiene
13 geführt und an dieser in ihrer Endlage, in welcher sich der Karren 10 in Wartestellung
befindet, arretiert, indem ein Stift 32 der Betätigungsstange 26 in eine Aussparung
33 der oberen Führungsschiene 13 eingreift. Die Betätigungsstange 26 greift an der
Achse 18 der Führungsrollen 11 an. In der Wartestellung des Karrens 10 liegen die
Führungsrollen 11, 12 an verstellbaren Anschlägen 29, 30 (Figur 1) an. Auf diese Weise
kann der Karren 10 mit dem eingehängten Eintauchausguß 1 in einer definierten Wartestellung
unverrückbar gehalten werden.
[0036] Hiermit ist eine konstruktiv einfache, leicht zugängliche und leicht bedienbare Einrichtung
zum Einführen eines Eintauchausgusses 1 in eine Kokille vorgeschlagen, welche das
Arbeiten in einem Bereich erhöhter Temperatur entbehrlich macht und dennoch die schnelle
Überführung eines neuen Eintauchausgusses 1 in seine Wartestellung gewährleistet.
Durch die erfindungsgemäße Vorrichtung wird die Überführung des Eintauchausgusses
1 aus der Wartestellung in die Gießstellung mittels der Drückereinrichtung 4 nicht
behindert.
1 Eintauchausguß
2 Gießöffnung
3 Gießgefäß
4 Drückereinrichtung
5 Führungsschiene
6 Kopfplatte
7 Boden
8 Führungsplatte
9 Durchflußkanal
10 Karren
11 erste Führungsrollen
12 zweite Führungsrolle
13 obere Führungsschiene
131 Abschnitt
132 Abschnitt
14 untere Führungsschiene
141 Abschnitt
142 Abschnitt
143 Rampenabschnitt
15 Kokille
16 Führungsschenkel
17 Führungsschenkel
18 Achse
19 Anpreßleisten
20 Auflaufschrägen
21 Torsionsstäbe
22 Stellschraube
23 Schwenkarm
24 Anschlag
25 Auflageleisten
26 Betätigungsstange
27 Anpreßmechanik
28 Achse
29 Anschlag
30 Anschlag
31 Öffnung
32 Stift
33 Aussparung
1. Verfahren zur Einführung eines Eintauchausgusses (1) in eine von einem Gießgefäß
(3) aus zu beschickende Kokille (15) einer Stranggießanlage, bei welchem der Eintauchausguß
(1) aus einer horizontalen oder annähernd horizontalen Ausgangslage außerhalb der
Kokille (15) in eine im wesentlichen vertikale Gießstellung in der Kokille (15) überführt
wird, indem man den Eintauchausguß (1) in der horizontalen oder annähernd horizontalen
Ausgangsstellung außerhalb der Kokille (15) auf eine Fördereinrichtung ablegt und
durch Verschieben auf bzw. in der Fördereinrichtung in die im wesentlichen vertikale
Gießstellung in der Kokille (15) überführt,
dadurch gekennzeichnet,
daß man den Eintauchausguß (1) mittels der Fördereinrichtung zunächst lediglich in
eine Wartestellung in Nachbarschaft der Gießöffnung (2) des Gießgefäßes (3) überführt
und dann daß man das Überführen des Eintauchausgusses (1) in die Wartestellung in
einer Bewegungsebene vornimmt, welche senkrecht zu der Bewegungsebene steht, in welcher
man dann den Eintauchausguß (1), gegebenenfalls unter Wegschieben des vorherigen abgenutzten
Eintauchausgusses (1), von der Wartestellung in die Gießstellung verschiebt.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß man während des Verschiebens des Eintauchausgusses (1) aus der Wartestellung in
die Gießstellung diesen mit einer Kopfplatte (6) gegen eine am Boden (7) des Gießgefäßes
(3) angeordnete Führungsplatte (8) drückt.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß man nach dem Einführen des Eintauchausgusses (1) in die Kokille (15) die Fördereinrichtung
insgesamt oder wenigstens Teile von ihr aus dem Bereich der oberen Öffnung (31) der
Kokille (15) entfernt.
4. Vorrichtung zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
bei welcher Führungsbahnen (13, 14) von der Seite her zwischen Gießgefäß (3) und Kokille
(15) bis in den Bereich der Gießöffnung (2) des Gießgefäßes (3) reichen, dadurch gekennzeichnet,
daß die Führungsbahnen (13, 14) derart ausgebildet sind, daß der Eintauchausguß (1)
beim Verschieben von der anfänglichen, im wesentlichen horizontalen, Ausgangsstellung
zunächst lediglich in die im wesentlichen vertikale Wartestellung in Nachbarschaft
der Gießöffnung (2) des Gießgefäßes (3) überführbar ist, daß den Führungsbahnen (13,
14) eine Drückereinrichtung (4) zum Verschieben des Eintauchausgusses (1) mit einer
Kopfplatte (6) aus der Wartestellung in einen Spalt zwischen die am Boden (7) des
Gießgefäßes angeordnete Führungsplatte (8) und in Richtung der Führungsplatte (8)
federvorgespannten Anpreßleisten (19) nachgeordnet ist, und daß die Führungsbahnen
(13, 14) in Ebenen senkrecht zur Wirkungsrichtung der Drückereinrichtung (4) verlaufen.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Fördereinrichtung einen Karren (10) aufweist, in welchen der Eintauchausguß
(1) einhängbar und welcher auf den Führungsbahnen (13, 14) verschiebbar gelagert ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Karren (10) in Längsrichtung des Eintauchausgusses (1), gesehen im Abstand
voneinander, je mindestens eine erste Führungsrolle (11) und eine zweite Führungsrolle
(12) aufweist, welche je auf und/oder in einer von zwei im Abstand übereinander angeordneten
Führungsbahnen (13, 14) aufgenommen sind.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die untere Führungsbahn (14) von außen her gesehen zunächst einen etwa horizontalen
Abschnitt (141), daran anschließend einen schräg abfallenden Abschnitt (142) und zuletzt
wieder einen etwa horizontal oder nur leicht ansteigend verlaufenden Rampenabschnitt
(143) aufweist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die obere Führungsbahn (13) von außen her gesehen zunächst einen horizontalen
oder nur leicht ansteigenden Abschnitt (131) und daran anschließend einen bis in den
Bereich der Gießöffnung (2) reichenden, stärker ansteigenden Abschnitt (132) aufweist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die obere Führungsbahn (13) zwei in gleichbleibendem Abstand übereinander verlaufende
Führungsschenkel (16, 17) aufweist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß in der oberen Führungsbahn (13) zwei im Abstand voneinander auf einer gemeinsamen
Achse (18) aufgenommene erste Führungsrollen (11) geführt sind.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Anpreßleisten (19) Auflaufschrägen (20) für die Kopfplatte (6) des Eintauchausgusses
(1) haben.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Federvorspannung der Anpreßleisten (19) mittels Torsionsstäben (21) erzeugt
ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Federkraft der Torsionsstäbe (21) mittels Stellschraube (22) einstellbar ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet,
daß die Anpreßleisten (19) an dem inneren Ende eines Schwenkarmes (23) angeordnet
sind, welcher an seinem äußeren Ende von einem Torsionsstab (21) beaufschlagt ist.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet, daß der Schwenkbereich des Schwenkarmes (22) in Richtung auf
die Führungsplatte (8) durch einen einstellbaren Anschlag (24) beschränkt ist.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 15,
dadurch gekennzeichnet,
daß sich an die Anpreßleisten (19), vorzugsweise vom Bereich der Gießöffnung (2) weg
leicht abfallend, Auflageleisten (25) für die Aufnahme der Kopfplatte (6) des verbrauchten
Eintauchausgusses (1) anschließen.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 16,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Karren (10) mit dem Eintauchausguß (1) von seiner äußeren Aufgabestellung
bis in die Wartestellung mittels einer eine Betätigungsstange (26) aufweisenden Verschiebemechanik
verschiebbar ist.
18. Vorrichtung nach Anspruch 17,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Betätigungsstange (26) an der oberen Führungsbahn (13) geführt und an dieser
in ihrer Endlage, in welche sich der Karren (10) in Wartestellung befindet, arretierbar
ist.
19. Vorrichtung nach Anspruch 17 oder 18, dadurch gekennzeichnet,
daß die Betätigungsstange (26) an einer der ersten Führungsrollen (11) bzw. deren
Achse (18) angreift.
20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 19,
dadurch gekennzeichnet,
daß die ersten und/oder zweiten Führungsrollen (11, 12) bzw. deren Achsen (18, 28)
in Wartestellung des Karrens (10) an einem vorzugsweise verstellbaren Anschlag (29,
30) anliegen.