(19)
(11) EP 0 485 912 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
20.05.1992  Patentblatt  1992/21

(21) Anmeldenummer: 91119115.3

(22) Anmeldetag:  11.11.1991
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5B41F 13/20, B41F 27/10, B41F 9/18, B41F 13/24, B41F 13/32
(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH DE FR GB IT LI SE

(30) Priorität: 15.11.1990 DE 4036387

(71) Anmelder: MAN Roland Druckmaschinen AG
63012 Offenbach (DE)

(72) Erfinder:
  • Reichenbach, Klaus
    O-9900 Plauen (DE)
  • Matthes, Klaus
    O-9900 Plauen (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Lagerung für einen Druckwerkzylinder


    (57) Die Erfindung betrifft eine Lagerung für einen Druckwerkzylinder einer Rollenrotationsdruckmaschine mit einem auswechselbaren, dazu axial von dem Zylinder (1) ziehbaren Mantel (2). Eine den Zylinder beim Mantelwechsel einseitig stützende Hilfsvorrichtung soll diesen umfassend arretieren, im Druckbetrieb aber nicht berühren. Hierzu ist außerhalb und/oder innerhalb der den Zapfen (3) beim Mantelwechsel weiterhin lagernden Maschinenseitenwand (5) an den Zapfen (3) je eine den Zylinder (1) stützende Rolle (9,17) mit konkaver Mantelfläche anstellbar, die in einem drehbar im Maschinengestell angeordneten, in Längsrichtung des Zapfens (3) schwenkbaren Hebel (10,18) lagert.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Lagerung für einen Druckwerkzylinder einer Rollenrotationsdruckmaschine gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.

    [0002] Eine derartige Lagerung eines Zylinders wird in der DE-OS 27 24 653 vorgestellt. Danach wird für den Wechsel des Mantels des Zylinders letzterer einseitig gehalten, indem am aus der Maschinenseitenwand herausragenden Zapfen ein Arbeitszylinder angreift. Auf dem Zapfen ist hierfür, auf einem Wälzlager gelagert, ein Gelenkkopf angeordnet, an dem der Arbeitszylinder angelenkt ist.

    [0003] Bei dieser Vorrichtung ist von Nachteil, daß der Arbeitszylinder auch im Betrieb des Zylinders mit dessen Zapfen in Verbindung steht. Rundlauffehler des Zapfens verursachen dabei ständige Reibung zwischen der Kolbenstange und der Stopfbuchse des Arbeitszylinders, was zu Ausfällen des Arbeitszylinders und Stillstandszeiten der Druckmaschine führt. Weiterhin wird dar Druckwerkzylinder nur in der Zugrichtung des Arbeitszylinders fixiert, wodurch der Mantel nur erschwert und unter der Gefahr seiner Beschädigung durch die Öffnung der Seitenwand geführt werden kann. Außerdem legt die einseitige Fixierung des Druckwerkzylinders die Lagerung seines Zapfens in einem Pendellager nahe.

    [0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einer Lagerung für einen Druckwerkzylinder einer Rollenrotationsdruckmaschine mit einer Hilfsvorrichtung zum einseitigen Halten des Zylinders, der einen auswechselbaren, hierzu seitlich durch eine Öffnung einer Maschinenseitenwand schiebbaren Mantel trägt, die Hilfsvorrichtung so zu gestalten, daß sie den Druckwerkzylinder umfassend arretiert und im Druckbetrieb nicht berührt.

    [0005] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß an den in der anderen Maschinenseitenwand gelagerten Zapfen des Zylinders außerhalb und/oder innerhalb dieser Maschinenseitenwand je eine den Zylinder stützende Rolle mit konkaver Mantelfläche anstellbar ist, die in einem drehbar im Maschinengestell angeordneten, in Längsrichtung des Zapfens schwenkbaren Hebel lagert. Mit der bzw. den angeschwenkten Rollen wird der Zylinder zuverlässig allseitig gehalten. Dadurch sind die Voraussetzungen für einen schonenden. Wechsel des Zylindermantels und die Vermeidung von Kantenpressung des Lagers des Zylinders gegeben. Letzteres ermöglicht den Verzicht auf ein Pendellager. Bei der Anordnung von Rollen beidseits der Maschinenseitenwand wird außerdem die Kraft auf das Lager beim Wechseln des Zylindermantels niedriger gehalten. Die Hilfsvorrichtung steht im Druckbetrieb nicht mit dem Druckwerkzylinder in Kontakt kund ist somit keinem erhöhten, Maschinenstillstände verursachenden Verschleiß unterworfen.

    [0006] Die Rolle ist vorteilhaft fertigbar und ermöglicht eine gute Justierung des Druckwerkzylinders, wenn sie erfindungsgemäß aus zwei Kegelrollen zusammengesetzt ist, die beidseits des schwenkbaren Hebels angeordnet sind.

    [0007] Der Hebel erfordert nur niedrige Betätigungskräfte mit der Möglichkeit des Einsatzes kleiner und kostengünstiger sowie energiesparend betreibbarer Antriebsmittel, wenn er erfindungsgemäß mit seinem die Rolle tragenden Hebelarm in eine zum Zapfen senkrechte Endlage schwenkbar ist.

    [0008] Die Rolle ist vorteilhaft anschwenkbar, wenn erfindungsgemäß an dem Hebel ein Arbeitszylinder angreift.

    [0009] Der Zylinder ist vorteilhaft justierbar, wenn erfindungsgemäß der Hebel ein Gewindestück mit Rechts- und Linksgewinde trägt.

    [0010] Die Erfindung soll nachfolgend an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden. In den zugehörigen Zeichnungen zeigt
    Fig. 1:
    einen Druckwerkzylinder, schematisch im Längsschnitt
    Fig. 2:
    die Einzelheit Z nach Figur 1
    Fig. 3:
    die Ansicht X nach Figur 2


    [0011] Figur 1 zeigt einen Zylinder 1, beispielsweise einen Form- oder Übertragungszylinder einer Offset-Rotationsdruckmaschine, der einen auswechselbaren Mantel 2 trägt. Die Zapfen 3; 4 des Zylinders 1 sind in den Maschinenseitenwänden 5; 6 gelagert. Dabei wird das Lager des Zapfens 4 in einem nicht dargestellten Wandstück beherbergt, das entfernbar ist und so eine Öffnung 7 in der Maschinenseitenwand 6 freigibt. Der Zapfen 3 wird in einem Lager 8 aufgenommen. An sein aus der Maschinenseitenwand 5 herausragendes Ende ist eine Rolle 9 anstellbar, die senkrecht über dem Zapfen 3 an einem im Gestell gelagerten Hebel 10 angeordnet ist. An letzterem greift ein schwenkbar im Gestell gelagerter Arbeitszylinder 11 an. Die Rolle ist aus zwei Kegelrollen 12; 13 zusammengesetzt (Fig. 3), die beidseits des Hebels 10 auf einem Bundbolzen 14 angeordnet sind. Der Hebel 10 ist in einer an der Maschinenseitenwand 5 befestigten Gabel 15 gelagert. Er enthält zu seiner Längenverstellung ein Gewindestück 16 mit Rechts- und Linksgewinde (Fig. 2). Eine weitere, der Rolle 9 gleichende Rolle 17 ist innerhalb der Maschinenseitenwand 5 unter dem Zapfen 3 angeordnet. Sie ist an einem entsprechenden, lediglich abgewinkelten Hebel 18 befestigt, der im Gestell gelagert ist und mit einem Arbeitszylinder 19 in Verbindung steht.

    [0012] Zum Wechseln des Mantels 2 wird dieser axial von dem Zylinder 1 durch die Öffnung 7 der Maschinenseitenwand 6 aus der Druckmaschine bewegt. Dazu werden vor der Freigabe der Öffnung 7 die Rollen 9 und 17 mittels der Arbeitszylinder 11 und 19 in die in Figur 1 gezeichnete Lage geschwenkt. Hierdurch wird der Zylinder 1 einseitig in seiner im Druckbetrieb eingenommenen Lage gehalten. Diese Position kann durch die Veränderung der Stellung der Rollen 9 und 17 in der Horizontalen und Vertikalen justiert werden. Vertikal kann die Rolle 9 durch Verlängern oder Verkürzen des Hebels 10 durch Verdrehen des Gewindestückes 16 verstellt werden. Die Justierung in der Horizontalen kann durch die Veränderung der Lage der Kegelrollen 12 und 13 bezüglich des Hebels 10 durch Beilegen von Paßscheiben erfolgen. Eine Justierung zur Erreichung der senkrechten Stellung des Hebels 10 auf dem Zapfen 3 ist durch Änderung der Schwenkstellung des Hebels 10 durch Veränderung der Einschraubtiefe der Kolbenstange 20 des Arbeitszylinders 11 in den Gabelkopf 21 möglich. Die Verstellung der Lage der Rolle 17 und des Hebels 18 erfolgt in analoger Weise. Für den Druckbetrieb des Zylinders 1 werden die Rollen 9 und 17 durch Umsteuern der Arbeitszylinder 11 und 19 vom Zapfen 3 abgeschwenkt.

    [0013] Im Ausführungsbeispiel wird der Arbeitszylinder von zwei Rollen beidseits der Maschinenseitenwand gehalten. Ebenfalls zum Gegenstand der Erfindung gehörig kann das Stützen des Zylinders auch nur mit einer außerhalb oder innerhalb der Maschinenseitenwand angeordneten Rolle erfolgen.


    Ansprüche

    1. Lagerung für einen Druckwerkzylinder einer Rollenrotationsdruckmaschine mit einer Hilfsvorrichtung zum einseitigen Halten des Zylinders, der einen auswechselbaren, hierzu seitlich durch eine Öffnung einer Maschinenseitenwand schiebbaren Mantel trägt, dadurch gekennzeichnet, daß an dem in der anderen Maschinenseitenwand (5) gelagerten Zapfen (3) des Zylinders (1) außerhalb und/oder innerhalb dieser Maschinenseitenwand (5) je eine den Zylinder (1) stützende Rolle (9; 17) mit konkaver Mantelfläche anstellbar ist, die in einem drehbar im Maschinengestell angeordneten, in Längsrichtung des Zapfens (3) schwenkbaren Hebel (10) lagert.
     
    2. Lagerung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Rolle (9; 17) aus zwei Kegelrollen (12; 13) zusammengesetzt ist, die beidseits des schwenkbaren Hebels (10; 18) angeordnet sind.
     
    3. Lagerung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Hebel (10; 18) mit seinem die Rolle (9; 17) tragenden Hebelarm in eine zum Zapfen (3) senkrechte Endlage schwenkbar ist.
     
    4. Lagerung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Hebel (10; 18) ein Arbeitszylinder (11; 19) angreift.
     
    5. Lagerung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Hebel (10; 18) ein Gewindestück (16) mit Rechts- und Linksgewinde trägt.
     




    Zeichnung










    Recherchenbericht