[0001] Die Erfindung betrifft eine Lagerung für einen Druckwerkzylinder einer Rollenrotationsdruckmaschine
gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
[0002] Eine derartige Lagerung eines Zylinders wird in der DE-OS 27 24 653 vorgestellt.
Danach wird für den Wechsel des Mantels des Zylinders letzterer einseitig gehalten,
indem am aus der Maschinenseitenwand herausragenden Zapfen ein Arbeitszylinder angreift.
Auf dem Zapfen ist hierfür, auf einem Wälzlager gelagert, ein Gelenkkopf angeordnet,
an dem der Arbeitszylinder angelenkt ist.
[0003] Bei dieser Vorrichtung ist von Nachteil, daß der Arbeitszylinder auch im Betrieb
des Zylinders mit dessen Zapfen in Verbindung steht. Rundlauffehler des Zapfens verursachen
dabei ständige Reibung zwischen der Kolbenstange und der Stopfbuchse des Arbeitszylinders,
was zu Ausfällen des Arbeitszylinders und Stillstandszeiten der Druckmaschine führt.
Weiterhin wird dar Druckwerkzylinder nur in der Zugrichtung des Arbeitszylinders fixiert,
wodurch der Mantel nur erschwert und unter der Gefahr seiner Beschädigung durch die
Öffnung der Seitenwand geführt werden kann. Außerdem legt die einseitige Fixierung
des Druckwerkzylinders die Lagerung seines Zapfens in einem Pendellager nahe.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einer Lagerung für einen Druckwerkzylinder
einer Rollenrotationsdruckmaschine mit einer Hilfsvorrichtung zum einseitigen Halten
des Zylinders, der einen auswechselbaren, hierzu seitlich durch eine Öffnung einer
Maschinenseitenwand schiebbaren Mantel trägt, die Hilfsvorrichtung so zu gestalten,
daß sie den Druckwerkzylinder umfassend arretiert und im Druckbetrieb nicht berührt.
[0005] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß an den in der anderen Maschinenseitenwand
gelagerten Zapfen des Zylinders außerhalb und/oder innerhalb dieser Maschinenseitenwand
je eine den Zylinder stützende Rolle mit konkaver Mantelfläche anstellbar ist, die
in einem drehbar im Maschinengestell angeordneten, in Längsrichtung des Zapfens schwenkbaren
Hebel lagert. Mit der bzw. den angeschwenkten Rollen wird der Zylinder zuverlässig
allseitig gehalten. Dadurch sind die Voraussetzungen für einen schonenden. Wechsel
des Zylindermantels und die Vermeidung von Kantenpressung des Lagers des Zylinders
gegeben. Letzteres ermöglicht den Verzicht auf ein Pendellager. Bei der Anordnung
von Rollen beidseits der Maschinenseitenwand wird außerdem die Kraft auf das Lager
beim Wechseln des Zylindermantels niedriger gehalten. Die Hilfsvorrichtung steht im
Druckbetrieb nicht mit dem Druckwerkzylinder in Kontakt kund ist somit keinem erhöhten,
Maschinenstillstände verursachenden Verschleiß unterworfen.
[0006] Die Rolle ist vorteilhaft fertigbar und ermöglicht eine gute Justierung des Druckwerkzylinders,
wenn sie erfindungsgemäß aus zwei Kegelrollen zusammengesetzt ist, die beidseits des
schwenkbaren Hebels angeordnet sind.
[0007] Der Hebel erfordert nur niedrige Betätigungskräfte mit der Möglichkeit des Einsatzes
kleiner und kostengünstiger sowie energiesparend betreibbarer Antriebsmittel, wenn
er erfindungsgemäß mit seinem die Rolle tragenden Hebelarm in eine zum Zapfen senkrechte
Endlage schwenkbar ist.
[0008] Die Rolle ist vorteilhaft anschwenkbar, wenn erfindungsgemäß an dem Hebel ein Arbeitszylinder
angreift.
[0009] Der Zylinder ist vorteilhaft justierbar, wenn erfindungsgemäß der Hebel ein Gewindestück
mit Rechts- und Linksgewinde trägt.
[0010] Die Erfindung soll nachfolgend an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden.
In den zugehörigen Zeichnungen zeigt
- Fig. 1:
- einen Druckwerkzylinder, schematisch im Längsschnitt
- Fig. 2:
- die Einzelheit Z nach Figur 1
- Fig. 3:
- die Ansicht X nach Figur 2
[0011] Figur 1 zeigt einen Zylinder 1, beispielsweise einen Form- oder Übertragungszylinder
einer Offset-Rotationsdruckmaschine, der einen auswechselbaren Mantel 2 trägt. Die
Zapfen 3; 4 des Zylinders 1 sind in den Maschinenseitenwänden 5; 6 gelagert. Dabei
wird das Lager des Zapfens 4 in einem nicht dargestellten Wandstück beherbergt, das
entfernbar ist und so eine Öffnung 7 in der Maschinenseitenwand 6 freigibt. Der Zapfen
3 wird in einem Lager 8 aufgenommen. An sein aus der Maschinenseitenwand 5 herausragendes
Ende ist eine Rolle 9 anstellbar, die senkrecht über dem Zapfen 3 an einem im Gestell
gelagerten Hebel 10 angeordnet ist. An letzterem greift ein schwenkbar im Gestell
gelagerter Arbeitszylinder 11 an. Die Rolle ist aus zwei Kegelrollen 12; 13 zusammengesetzt
(Fig. 3), die beidseits des Hebels 10 auf einem Bundbolzen 14 angeordnet sind. Der
Hebel 10 ist in einer an der Maschinenseitenwand 5 befestigten Gabel 15 gelagert.
Er enthält zu seiner Längenverstellung ein Gewindestück 16 mit Rechts- und Linksgewinde
(Fig. 2). Eine weitere, der Rolle 9 gleichende Rolle 17 ist innerhalb der Maschinenseitenwand
5 unter dem Zapfen 3 angeordnet. Sie ist an einem entsprechenden, lediglich abgewinkelten
Hebel 18 befestigt, der im Gestell gelagert ist und mit einem Arbeitszylinder 19 in
Verbindung steht.
[0012] Zum Wechseln des Mantels 2 wird dieser axial von dem Zylinder 1 durch die Öffnung
7 der Maschinenseitenwand 6 aus der Druckmaschine bewegt. Dazu werden vor der Freigabe
der Öffnung 7 die Rollen 9 und 17 mittels der Arbeitszylinder 11 und 19 in die in
Figur 1 gezeichnete Lage geschwenkt. Hierdurch wird der Zylinder 1 einseitig in seiner
im Druckbetrieb eingenommenen Lage gehalten. Diese Position kann durch die Veränderung
der Stellung der Rollen 9 und 17 in der Horizontalen und Vertikalen justiert werden.
Vertikal kann die Rolle 9 durch Verlängern oder Verkürzen des Hebels 10 durch Verdrehen
des Gewindestückes 16 verstellt werden. Die Justierung in der Horizontalen kann durch
die Veränderung der Lage der Kegelrollen 12 und 13 bezüglich des Hebels 10 durch Beilegen
von Paßscheiben erfolgen. Eine Justierung zur Erreichung der senkrechten Stellung
des Hebels 10 auf dem Zapfen 3 ist durch Änderung der Schwenkstellung des Hebels 10
durch Veränderung der Einschraubtiefe der Kolbenstange 20 des Arbeitszylinders 11
in den Gabelkopf 21 möglich. Die Verstellung der Lage der Rolle 17 und des Hebels
18 erfolgt in analoger Weise. Für den Druckbetrieb des Zylinders 1 werden die Rollen
9 und 17 durch Umsteuern der Arbeitszylinder 11 und 19 vom Zapfen 3 abgeschwenkt.
[0013] Im Ausführungsbeispiel wird der Arbeitszylinder von zwei Rollen beidseits der Maschinenseitenwand
gehalten. Ebenfalls zum Gegenstand der Erfindung gehörig kann das Stützen des Zylinders
auch nur mit einer außerhalb oder innerhalb der Maschinenseitenwand angeordneten Rolle
erfolgen.
1. Lagerung für einen Druckwerkzylinder einer Rollenrotationsdruckmaschine mit einer
Hilfsvorrichtung zum einseitigen Halten des Zylinders, der einen auswechselbaren,
hierzu seitlich durch eine Öffnung einer Maschinenseitenwand schiebbaren Mantel trägt,
dadurch gekennzeichnet, daß an dem in der anderen Maschinenseitenwand (5) gelagerten
Zapfen (3) des Zylinders (1) außerhalb und/oder innerhalb dieser Maschinenseitenwand
(5) je eine den Zylinder (1) stützende Rolle (9; 17) mit konkaver Mantelfläche anstellbar
ist, die in einem drehbar im Maschinengestell angeordneten, in Längsrichtung des Zapfens
(3) schwenkbaren Hebel (10) lagert.
2. Lagerung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Rolle (9; 17) aus zwei Kegelrollen
(12; 13) zusammengesetzt ist, die beidseits des schwenkbaren Hebels (10; 18) angeordnet
sind.
3. Lagerung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Hebel (10; 18) mit seinem
die Rolle (9; 17) tragenden Hebelarm in eine zum Zapfen (3) senkrechte Endlage schwenkbar
ist.
4. Lagerung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Hebel (10; 18) ein Arbeitszylinder
(11; 19) angreift.
5. Lagerung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Hebel (10; 18) ein Gewindestück
(16) mit Rechts- und Linksgewinde trägt.