(19)
(11) EP 0 243 661 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
03.06.1992  Patentblatt  1992/23

(21) Anmeldenummer: 87104149.7

(22) Anmeldetag:  20.03.1987
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5B41F 33/00

(54)

Druckmaschine mit wenigstens einem Druckwerk

Printing machine with at least one printing unit

Machine à imprimer avec au moins une unité d'impression


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT CH DE FR GB IT LI NL SE

(30) Priorität: 30.04.1986 DE 3614628

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
04.11.1987  Patentblatt  1987/45

(73) Patentinhaber: Heidelberger Druckmaschinen Aktiengesellschaft
D-69019 Heidelberg (DE)

(72) Erfinder:
  • Rodi, Anton
    D-6906 Leimen 3 (DE)

(74) Vertreter: Stoltenberg, Heinz-Herbert Baldo 
c/o Heidelberger Druckmaschinen AG Kurfürsten-Anlage 52-60
69115 Heidelberg
69115 Heidelberg (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 160 167
GB-A- 2 121 357
FR-A- 2 427 912
   
  • M.A.N., FORSCHEN-PLANEN-BAUEN, Nr. 15, 1984, Seiten 8-13, Augsburg, DE; H. MAMBERER et al.: "Elektronik senkt die Betriebskosten - das MAVO/PROMIS-System für Zeitungsrotationsmaschinen"
  • BROWN BOVERI REVIEW, Band 69, Nr. 9/10, September/Oktober 1982, Seiten 297-309, Baden, CH; F. FURRER et al.: "MPS- The BBC control system for rotary offset printing presses"
   
Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Druckmaschine gemäß des Oberbegriffes von Anspruch 1.

[0002] In der EP-A-0 160 167 ist ein Verfahren und eine Einrichtung zur elektronischen Steuerung einer Druckmaschine beschrieben. Hierbei sind einzelne Prozessoren direkt an den Aggregaten der Druckmaschine bzw. in der Druckmaschine angeordnet. Die Daten dieser einzelnen Prozessoren werden über lange Datenleitungen in eine zentrale Kontrolleinheit geleitet. Dies hat nachteilige Störungen sowie einen verlangsamten Datenaustausch zur Folge.

[0003] Es ist aus der DE-AS 27 28 738 eine Druckmaschine bekannt, bei der mehrere über die Druckbreite angeordnete Farbdosierelemente als Stellglieder vorgesehen sind, die über eine Einstellvorrichtung eingestellt werden können. Die auf dem Druckbogen erzeugte Farbdichte wird über geeignete Sensoren abgetastet und nach einem Soll- Istvergleich die Einstellung der Farbdosierelemente korrigiert.

[0004] Weiterhin ist aus der DE-OS 28 30 085 ein Verfahren zur Anzeige von Stellgrößen bei Druckmaschinen bekannt, wobei an der Druckmaschine zonale Stellglieder zum Dosieren der Farb- und/oder Feuchtführung vorgesehen sind und die Stellgrößen über sensorische Elemente in Anzeigesignale umgewandelt werden, so daß das eingestellte Farbprofil angezeigt werden kann.

[0005] Bekanntlich weisen Druckmaschinen beispielsweise Bogenoffsetdruckmaschinen noch eine weitere Anzahl von Sensoren beispielsweise zur überwachung des Papierlaufs oder der Papieran- und ablage oder des Feuchtmittelauftrages auf, ebenso sind eine weitere Anzahl von Stellelementen, beispielsweise zur Einstellung des Registers vorgesehen. Außerdem sind Steuereinrichtungen für den Hauptantrieb und für Hilfsantriebe nötig. Nachteilig bei den bekannten Ausführungen ist die dezentrale, d.h. über die gesamte Maschine verteilte Anordnung verschiedener elektronischer Regel- bzw. Steuereinrichtungen. Jede dieser Einrichtungen benötigt zumindest eine eigene Energieversorgung und beinhaltet eine eigene Signalverarbeitung (Intelligenz) mit jeweils begrenzten Verarbeitungsmöglichtkeiten.

[0006] Weiterhin ist es von Nachteil, daß die in den einzelnen Elektronikeinheiten verarbeiteten Daten nicht unmittelbar verfügbar sind, bzw. untereinander oder gesammelt nur mit erhöhtem Aufwand an Datenleitungen austauschbar sind. Außerdem ist durch die längeren Datenleitungen die Datenaustauschgeschwindigkeit reduziert und die Störbeeinflußung erhöht. Ebenso wire dine überprüfung dieser einzelnen Elektronikeinheiten einen hohen Zeitaufwand erfordern.

[0007] Die Aufgabe der Erfindung liegt somit darin, die Steuerung und Regelung einer Druckmaschine zu vereinfachen unter Einsparung von Einrichtungen zur Energieversorgung und zur Datenverarbeitung. Ferner soll in Folge der kürzeren Datenleitungen die Datenaustauschgeschwindigkeit erhölt und die Störbeeinflussung erniedrigt werden.

[0008] Diese Aufgabe wird durch das Kennzeichen von Anspruch 1 gelöst.

[0009] Ein Vorteil der Erfindung ist die gesamte Verarbeitung sämtlicher Sensorsignale sowie die gesamte Koordination der Stellsignale mittels der, nachfolgend auch Gesamtelektronik genannten Datenverarbeitungs- und Steuereinrichtung. So werden beispielsweise Funktionen wie Papiertransport, Papieran- und -ablage, Farb- und Feuchtmittelauftrag, Farbtrocknung, Puderung gesteuert und angezeigt. Die Zustände der Maschine, bzw. der Meßeinrichtungen und Aggregate, wie Maschinengeschwindigkeit, Einfärbung und Einfeuchtung des Plattenzylinders, Registerstellung, Funktionsbereitschaft der Meßgeräte oder vorhandene Mengen der Hilfsstoffe und andere sind durch die gemeinsame überwachung als Anzeichen für einen korrekten Druckvorgang auswertbar. Außerdem sind sämtliche Daten der Druckmaschine zentral verfügbar und abrufbar. Ferner kann die gesamte Maschinensteuerung die bisher mittels einer Schützsteuerung durchgeführt wurde und welche bekanntlich eine geringe Verknüpfungstiefe aufweist, nunmehr von einer Gesamtsteuerung vorgenommen werden, wobei durch die größere Verknüpfungstiefe eine Optimierung des Druckvorgangs unter verschiedenen Betriebsbedingungen möglich ist. Die Verarbeitungsgeschwindigkeit von Daten wird durch die kürzeren Datenwege erhöht, gleichzeitig wird eine größere Störsicherheit erreicht.

[0010] Die gesamte genannte Einrichtung besteht beispielsweise aus einer Anzahl Einzelrechner, die unter der Regie Sensoren beispielsweise zur überwachung des Papierlaufs oder der Papieran- und ablage oder des Feuchtmittelauftrages auf, ebenso sind eine weitere Anzahl von Stellelementen, beispielsweise zur Einstellung des Registers vorgesehen. Außerdem sind Steuereinrichtungen für den Hauptantrieb und für Hilfsantriebe nötig. Nachteilig bei den bekannten Ausführungen ist die dezentrale, d.h. über die gesamte Maschine verteilte Anordnung verschiedener elektronischer Regel- bzw. Steuereinrichtungen. Jede dieser Einrichtungen benötigt zumindest eine eigene Energieversorgung und beinhaltet eine eigene Signalverarbeitung (Intelligenz) mit jeweils begrenzten Verarbeitungsmöglichkeiten.

[0011] Weiterhin ist es von Nachteil, daß die in den einzelnen Elektronikeinheiten verarbeiteten Daten nicht unmittelbar verfügbar sind, bzw. untereinander oder gesammelt nur mit erhöhtem Aufwand an Datenleitungen austauschbar sind. Außerdem ist durch die längeren Datenleitungen die Datenaustauschgeschwindigkeit reduziert und die Störbeeinflußung erhöht. Ebenso wird eine überprüfung dieser einzelnen Elektronikeinheiten einen hohen Zeitaufwand erfordern.

[0012] Die Aufgabe der Erfindung liegt somit darin, die Steuerung und Regelung einer Druckmaschine zu vereinfachen unter Einsparung von Einrichtungen zur Energieversorgung und zur Datenverarbeitung. Ferner soll in Folge der kürzeren Datenleitungen die Datenaustauschgeschwindigkeit erhöht und die Störbeeinflussung erniedrigt werden.

[0013] Diese Aufgabe wird durch das Kennzeichen von Anspruch 1 gelöst. mindestens eines Hauptrechners die von der Druckmaschine gelieferten Daten verarbeiten und Steuersignale erzeugen. Ein solches System ist auch unter dem Begriff Mehrprozessorsystem bekannt. Ein Vorteil dieses Systems besteht darin, daß zwischen den einzelnen Prozessoren sehr kurze Datenwege realisierbar sind, die eine hohe Störsicherheit gewährleistet. Der gesamte Datenaustausch ist somit innerhalb einer einzigen Einheit möglich, so daß unnötig lange Datenleitungen entfallen. Bisher bekannte Systeme weisen in der Regel dezentrale Prozeßsteuersysteme auf, die über eine Kommunikationseinheit oder über einen übergeordneten Zentralrechner miteinander verbunden sind. Dieses System hat jedoch den Nachteil, daß sehr lange Datenwege überwunden werden müssen, mit den bekannten Risiken der Störanfälligkeit. Außerdem ist bei der Anwendung eines solchen Systems an der Druckmaschine mit zusätzlichen Störeinflüssen wie Schwingungen, Temperaturwechsel zu rechnen, außerdem ist die Wartung mehrerer einzelner Systeme wesentlich aufwendiger.

[0014] Ein weiterer Vorteil des Mehrprozessorsystems liegt darin, daß bei Ausfall eines Prozessors nicht das gesamte System blockiert ist, sondern durch die übernahme dessen Funktion auf die anderen Prozessoren der Betrieb der Druckmaschine nicht unterbrochen werden muß.

[0015] Mit der Gesamtelektronik ist es ohne weiteres möglich nicht nur die Funktionen der Druckmaschine sondern auch Funktionen der zusätzlichen Einrichtungen, wie beispielsweise Papieran- und ablage, Trocknungseinrichtungen und ähnliches in die Prozessteuerung miteinzubeziehen.

[0016] Zweckmäßigerweise ist die Gesamtelektronik in einem einzigen Steuerschrank untergebracht. Neben der Servicefreundlichkeit bringt diese zentrale Anordnung auch noch den Vorteil, daß nur eine einzige Spannungsversorgung und Kühleinrichtung erforderlich wird. Weiterhin ist es mittels dieser Einrichtung möglich, dem Drucker alle für Ihn relevanten Daten, bzw. die zur Druckoptimierung erforderlichen Daten schnell anzuzeigen.

[0017] Ein weiterer Vorteil der Erfindung besteht darin, daß die Datenverarbeitungs- und Steuereinrichtung als Gesamtelektronik universell aufgebaut sein kann, d.h. Druckmaschinen unterschiedlicher Größe oder Bauart sind steuerbar. Durch die Anordnung der Datenverarbeitungs- und Steuereinrichtung außerhalb der Druckmaschine wird eine Anpassung von Einzelsteuerungen an unterschiedliche Komponenten der Druckmaschine, die durch die baulichen Gegebenheiten bisher erforderlich war, vermieden.

[0018] In einer Weiterbildung der Erfindung wird vorgeschlagen, die Datenverarbeitungs- und Steuereinrichtung in zwei Einheiten aufzugliedern, wobei die erste Einheit alle zur Farbführung erforderlichen Daten verarbeitet, wie z.B. Farbauftrag und Registereinstellung und in der weiteren Einheit die restlichen Daten verarbeitet werden. Dies hat den Vorteil, daß die Farbführung dort vorgenommen werden kann, wo ein Soll- Ist-Vergleich zwischen dem Druckprodukt und vorgegebenen Kriterien beispielsweise anhand eines Musterbogens möglich ist.

[0019] Ebenfalls eine Weiterbildung der Erfindung wird durch einen geeigneten Aufbau der Datenverarbeitungs- und Steuereinrichtung erzielt. Ein Hauptrechner; möglich wären auch mehrere Hauptrechner die in einem Verbundsystem arbeiten ist über einen gemeinsamen Datenbus mit Einzelrechnern verbunden. Die Einzelrechner haben die Aufgabe, jeweils bestimmte Funktionen oder Zustände der Druckmaschine zu steuern bzw. zu überwachen. Unter bestimmten Umständen ist es durchaus möglich, daß ein Rechner die Aufgabe eines anderen übernehmen kann.

[0020] Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, eine externe Datenleitung mit der Datenverarbeitungs- und Steuereinrichtung zu verbinden, um beispielsweise arbeitsvorbereitende Maßnahmen, wie ermittelte Farbprofile, Papierstärken, Stückzahlen und Voreinstelldaten der Druckmaschine über eine externe Eingabeeinheit einzugeben. Außerdem können über diese externe Datenleitung Daten oder Diagnosedaten beispielsweise durch Anschluß eines Fehlerdiagnosegeräts oder über Telefondiagnose aus der Einrichtung abgerufen werden, da in dieser Einrichtung alle Daten verfügbar sind.

[0021] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung wird vorgeschlagen, die Eingangssignale oder zumindest bestimmte Eingangssignale der genannten Einrichtung über Sensoren zu erzeugen. Diesen Sensoren können in einer alternativen Ausbildungsform Zwischenverstärker nachgeschaltet sein, die ein schwaches Sensorsignal auf einen störsicheren Pegel anheben.

[0022] Weiterbildungsgemäß wird die direkte Ansteuerung von Stellgliedern durch die Gesamtelektronik mit Niederleistung durchgeführt. Hierfür sind zwar geeignete, d.h. auch mit Niederleistung schaltbare Stellglieder erforderlich. Dies hat den Vorteil, daß eine Anpassung der Ausgangssignale der Gesamtelektronik an Stellglieder mit hoher Eingangsleistung entfällt. Außerdem ist es bei Anwendung von Niederleistung möglich, Flachbandkabel zur übertragung dieser Leistung zu verwenden, welche die bekannten Vorteile, wie geringer Platzbedarf und einfache Handhabung aufweisen.

[0023] Die Anzeigen und die Eingabemöglichkeiten bzw. Bedienelemente der Einrichtung sind gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung in einem Steuer- und überwachungspult zusammengefaßt. Dieses Pult kann mit der Datenverarbeitungs- und Steuereinrichtung eine Einheit bilden, es ist aber auch möglich, dieses Pult getrennt von der Einrichtung anzuordnen und mit Leitungen mit der Einrichtung zu verbinden. über die Datenverarbeitungs- und Steuereinrichtung ist beispielsweise auch ein Puderapparat anschließbar. Dieser besitzt zwar eine interne Steuerung, wird aber ebenfalls mit Daten bzw. Signalen von der Einrichtung, beispielsweise mit der Maschinengeschwindigkeit oder den Farbeigenschaften versorgt.

[0024] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in der Beschreibung und in den Unteransprüchen enthalten.

[0025] Die Erfindung wird nachfolgend in Form zweier Ausführungsbeispiele anhand von Zeichnungen näher erläutert.

[0026] Es zeigt:
Fig. 1
den schematischen Aufbau einer Druckmaschine mit einer zugeordneten Datenverarbeitungs- und Steuereinrichtung,
Fig. 2
eine Variante der in Fig. 1 gezeigten Datenverarbeitungs- und Steuereinrichtung.


[0027] Die in Figur 1 gezeigten Druckmaschine, eine Bogenoffsetdruckmaschine 1, besteht aus mehreren Druckwerken 4-7, einer Bogenanlage 2, einer Bogenauslage 3 und einem Antriebsmotor 8. Die Bedienung wird durch ein Bedienfeld 9 vom Bogenanleger 2 aus ermöglicht. Ferner befindet sich an der Bogenauslage 3 ein Bedienfeld 10 an dem beispielsweise die Maschinengeschwindigkeit angezeigt wird und Eingriffe in die Maschinensteuerung möglich sind. Alle an den einzelnen Komponenten der Druckmaschine, wie Druckwerke, Bogenan- und -auslage sensierten Signale, wie z.B. eingestelltes Farbprofil, Feuchtprofil, Bogenlauf, Registereinstellung werden über eine Signalleitung-Informationsverarbeitung 21 einer als zentral aufgebauten - im folgenden auch Gesamtelektronik genannten - Datenverarbeitungs- und Steuereinrichtung (11) zugeführt. Gleichzeitig gelangen über diese Signalleitung von der Gesamtelektronik 11 an die einzelnen Komponenten der Druckmaschine Anzeigesignale die zur überwachung unmittelbar an der Druckmaschine erforderlich sind. über eine Signalleitung- Leistungssteuerung 22 gelangen von einer, innerhalb der Gesamtelektronik 11 befindlichen Leistungselektronik 14, sowohl Ansteuersignale für elektrische Stellglieder innerhalb den Komponenten der Druckmaschine, als auch Antriebsenergie für Haupt- und Hilfsantriebe an die Druckmaschine. Die Gesamtelelektronik 11 ist außerdem über Datenleitung 25 mit einem Druckplattenleser 24 und über Datenleitung 24 mit einer Qualitätskontrolle 13, welche eine densitometrische Auswertung des Druckbogens vornimmt, verbunden. über eine Datenleitung 26 ist die Gesamtelektronik 11 mit einem Steuerpult 15 verbunden. Dieser Steuerpult 15 beinhaltet in einem ersten Bereich Eingabemöglichkeiten und ein Display 17 zur Steuerung der Farbführung 19 und in einem zweiten Bereich Eingabeelemente und ein Display 18 zur Maschinenführung 16. Es ist natürlich auch möglich, beide Bereiche zusammenzufassen und in einem Display und einem Eingabepult die Maschinen- und die Farbführung gemeinsam durchzuführen. Wie die Figur zeigt, befinden sich an der Druckmaschine keine zusätzlichen bzw. datenverarbeitenden Schaltungen oder Einrichtungen; die bisher übliche Vielzahl von über die Druckmaschine verteilten elektrischen Schaltungen sind innerhalb der Gesamtelektronik 11 zusammengefaßt. Diese Elektronik 11 ist nicht nur eine einfache Zusammenfassung der bisherigen vorhandenen Komponenten, sondern ermöglicht durch die Verknüpfung dieser Komponenten untereinander eine optimierte Regelung bzw. Steuerung des Druckvorgangs. Außerdem ist eine Datenleitung- Extern 20 vorgesehen, mittels deren der Druckmaschine Informationen beispielsweise von einer Arbeitsvorbereitungsstelle zuführbar sind. über diese Datenleitung können beispielsweise alle Einstellwerte für die Stellglieder zur Voreinstellung der Druckmaschine übertragen werden. Ebenso können auftragsspezifische Daten, wie Anzahl der zu erstellenden Drucke, der Druckmaschine bzw. dem Steuerpult 15 zugeführt werden. Ebenso ist über diese Datenleitung- Extern 20 eine Datenausgabe druckmaschinenspezifischer Daten möglich. Zur Vorbereitung eines Druckvorgangs kann beispielsweise über die Gesamtelektronik eine gezielte Voreinfärbung der Farbwerke vorgenommen werden. Ebenso ist eine Funktionsüberprüfung der Stellglieder und der Sensoren möglich. Weiterhin besteht die Möglichkeit mittels der Gesamtelektronik 11 eine Verschleißüberwachung verschleißanfälliger Teile der Druckmaschine vorzunehmen und bei einer überschreitung bestimmter Grenzwerte Warnsignale auszugeben.

[0028] Eine Variation des Ausführungsbeispiels gemäß Fig. 1 bezüglich des Aufbaus der Gesamtelektronik zeigt die Fig. 2. Auch diese beinhaltet selbstverständlich die genannten Vorteile.

[0029] Der Aufbau der Druckmaschine entspricht dem in Fig. 1 gezeigten. Gleich Teile sind mit gleichen Bezugsziffern versehen.

[0030] Die Gesamtelektronik 11 ist aufgeteilt in eine erste Einheit, die aus einem Verarbeitunsblock 28 mit integrierter Leistungselektronik 14 besteht und in eine zweite Einheit, die teilweise im Steuerpult 15 angeordnet ist. Diese zweite Einheit beinhaltet lediglich die Farbführung und Registereinstellung und ist direkt über die Signalleitung- Farbführung- Register 23 mit den Druckwerken 4-7 verbunden. Selbstverständlich ist auch diese zweite Einheit mit der ersten Einheit und dem Verarbeitungsblock 28 zur Verknüpfung der Daten über Datenleitung 26 verbunden. Der Druckplattenleser 12 und die Qualitätskontrolle 13 sind in diesem Beispiel direkt über die Datenleitungen 24, 25 mit dieser Einheit zur Farbführung verbunden, da sowohl das Ergebnis des Druckplattenlesers 12, als auch das Ergebnis der Qualitätskontrolle 13 unmittelbar auf die Voreinstellung bzw. Korrektur des Farbprofil einwirken. Der Bereich Maschinenführung 16 des Steuerpults 15 dient als Eingabeund Anzeigepult für sämtliche im Verarbeitungsblock 28 durchgeführten Funktionen, bzw. zur Anzeige der Zustände der Druckmaschine die nicht die Farbführung betreffen. Die Signalleitung- Informationsverarbeitung 21 und die Signalleitung- Leistungssteuerung 22 ist mit dem Verarbeitungsblock 28 verbunden. Ebenso ist die Datenleitung- Extern 20 an den Verarbeitungsblock 28 angeschlossen, wobei natürlich die Möglichkeit besteht, über diese Datentleitung- Extern 20 auch die Farbführung zu überwachen, bzw. zu beeinflussen.

[0031] Die Struktur der Gesamtelektronik 11 ermöglicht auch den Anschluß mehrerer Druckmaschinen ähnlicher Bauart. Die einzelnen Druckmaschinen sind getrennt anwählbar, die Verarbeitung und Ausgabe von Daten von und zu den Druckmaschinen kann in beliebigen Betriebsarten erfolgen, wobei auch eine Prioritätsbeurteilung von Daten möglich ist.

TEILELISTE



[0032] 
1
Offsetdruckmaschine
2
Bogenanlage
3
Bogenauslage
4
Druckwerk
5
Druckwerk
6
Druckwerk
7
Druckwerk
8
Antriebsmotor
9
Bedienfeld Bogenanlage
10
Bedienfeld Bogenauslage
11
Datenverarbeitungs- und Steuereinrichtung oder Gesamtelektronik
12
Druckplattenleser
13
Qualitätskontrolle
14
Leistungselektronik
15
Steuerpult
16
Maschinenführung
17
Display
18
Display
19
Farbführung
20
Datenleitung- Extern
21
Signalleitung- Informationsverarbeitung
22
Signalleitung- Leistungssteuerung
23
Signalleitung- Farbführung/Register
24
Datenleitung
25
Datenleitung
26
Datenleitung
27
Datenleitung
28
Verarbeitungsblock



Ansprüche

1. Druckmaschine (1) mit mindestens einem Druckwerk (4,5,6,7), enthaltend eine Anzahl von Meßeinrichtungen (12,13), elektronische Signale erzeugenden Sensoren, elektronisch steuerbaren Stellgliedern, Aggregaten sowie wenigstens ein Steuer- und überwachungspult (15) zur überwachung, Steuerung und Regelung des gesamten Drucklaufes,
dadurch gekennzeichnet,
daß von den an der Druckmaschine angeordneten Meßeinrichtungen (12, 13), Sensoren, Stellgliedern, Aggregaten und dem Steuer- und überwachungspult (15) Signal- und Versorgungsleitungen (20, 21, 22, 24, 25, 26) für die von den Sensoren, Stellgliedern bzw. Aggregaten gelieferten Signale unmittelbar zu einer außerhalb der Druckmaschine angeordneten Datenverarbeitungs- und Steuereinrichtung (11), die als einheitliche, aus Elektronik für die Signalverarbeitung und Leistungssteuerung, die auch die Antriebsenergie für Haupt- und Hilfsantriebe an der Druckmaschine liefert, bestehende Gesamtelektronik ausgebildet ist und mit der die Steuerung, Regelung und Signalein- und -ausgabe mittels der von der Datenverarbeitungs- und Steuereinrichtung (11) aufbereiteten Steuersignale von den der Druckmaschine zugeordneten Meßeinrichtungen (12, 13), Sensoren, Stellgliedern, Aggregaten und von dem Steuer- und überwachungspult durchgeführt werden.
 
2. Druckmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Datenverarbeitungs- und Steuereinrichtung (11) aus einem Mehrprozessorsystem besteht.
 
3. Druckmaschine nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Meß- und Steuerstellen der Papieran- und ablage (2, 3) unmittelbar mit der Datenverarbeitungs- und Steuereinrichtung (11) verbunden sind.
 
4. Druckmaschine nach Anspruch 1, 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Signal- und Versorgungsleitungen (21-23) aus optischen und/oder elektrischen übertragungswegen bestehen.
 
5. Druckmaschine nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Datenverarbeitungs- und Steuereinrichtung (11) in einem der Druckmaschine (1) zugeordneten Steuerschrank angeordnet ist.
 
6. Druckmaschine nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Datenverarbeitungs- und Steuereinrichtung (11) eine erste Einheit beinhaltet, in welcher die Beeinflussung der Farbgebung und die Registereinstellung durchgeführt werden und in einer weiteren Einheit (28) die Steuerung und Signalein- und -ausgabe der weiteren Funktionen und/oder Zustände durchgeführt werden.
 
7. Druckmaschine nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Datenverarbeitungs- und Steuereinrichtung (11) oder eine Einheit derselben wenigstens einen Hauptrechner aufweist, der über wenigstens einen Datenbus mit mehreren Einzelrechnern verbunden ist.
 
8. Druckmaschine nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Datenverarbeitungs- und Steuereinrichtung (11) wenigstens eine externe Datenleitung (20) aufweist, über welche insbesondere auftragsspezifische Daten eingegeben werden können, und insbesondere zu überwachende Funktionen oder Daten ausgegeben werden.
 
9. Druckmaschine nach einem oder mehreren vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß Sensoren zur überwachung der Funktionen vorgesehen sind, und die Sensorsignale unmittelbar der Datenverarbeitungs- und Steuereinrichtung (11) zugeführt werden.
 
10. Druckmaschine nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß Sensoren zur überwachung der Funktionen vorgesehen sind und Zwischenverstärker den Sensoren nachgeschaltet sind, wobei die ausgangsseitigen Signale der Verstärker der Datenverarbeitungs- und Steuereinrichtung <11> zugeführt werden.
 
11. Druckmaschine nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß Stellglieder der Druckmaschine sowie der der Druckmaschine zugeordneten Aggregate (8) direkt mittels Niederleistungssignalen angesteuert werden.
 
12. Druckmaschine nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Verbindung zwischen der Datenverarbeitungs- und Steuereinrichtung (11) und den Sensoren, den Stellgliedern und weiterer an der Druckmaschine vorhandenen elektrischen Komponenten mittels Flachbandkabel erfolgt.
 


Claims

1. Printing machine (1) having at least one printing unit (4, 5, 6, 7) comprising a number of measuring devices (12, 13), sensors generating electronic signals, electronically controllable adjusting elements, aggregates, as well as at least one control and monitoring panel (15) for the monitoring, control and regulation of the entire printing process,
characterized
in that signal and power supply lines (20, 21, 22, 24, 25, 26) of the measuring devices (12, 13), sensors, adjustment elements, aggregates and the control and monitoring panel (15) arranged at the printing machine for the signals generated by said sensors, adjustment devices and aggregates are directly connected with a data processing and control device (11) arranged outside the printing machine, said data processing and control device (11) being designed to constitute a centrally organized overall electronic control circuitry for signal processing and power control, which also supplies the driving power for main and auxiliary drives in the printing machine, and through which the control, regulation and signal input and output are executed according to the control signals from said measuring devices (12, 13), sensors, adjustment elements, and aggregates assigned to the printing machine and from said control and monitoring panel which are computed in said data processing and control device (11).
 
2. Printing machine according to Claim 1,
characterized
in that the data processing and control device (11) consists of a multiprocessor system.
 
3. Printing machine according to Claim 1 or 2,
characterized
in that the measuring and control positions of the paper feed-in and paper delivery (2, 3) are directly connected with the data processing and control device (11).
 
4. Printing machine according to Claim 1, 2 or 3,
characterized
in that the signal and power supply lines (21-23) consist of optical and/or electrical transmission paths.
 
5. Printing machine according to one or several of the preceding claims,
characterized
in that the data processing and control device (11) is arranged in a control cabinet assigned to said printing machine (1).
 
6. Printing machine according to one or several of the preceding claims,
characterized
in that the data processing and control device (11) comprises a first unit in which the control of inking and register setting are executed, and a further unit (28) in which the control and signal input and output of the further functions and/or conditions are executed.
 
7. Printing machine according to one or several of the preceding claims,
characterized
in that the data processing and control device (11) or one unit thereof includes at least one main computer which is connected with several individual computers via at least one data bus.
 
8. Printing machine according to one or several of the preceding claims,
characterized
in that the data processing and control device (11) includes at least one external data line (20) on which in particular job-specific data can be input and in particular functions or data to be monitored can be output.
 
9. Printing machine according to one or several of the preceding claims,
characterized
in that sensors are provided for monitoring the functions, and that the sensor signals are passed directly to the data processing and control device (11).
 
10. Printing machine according to one or several of the preceding claims,
characterized
in that sensors are provided for monitoring the functions, and that intermediate amplifiers are connected to said sensors downstream of said sensors, whereby the signals of said amplifiers at the output side are passed to the data processing and control device (11).
 
11. Printing machine according to one or several of the preceding claims,
characterized
in that adjusting elements of the printing machine as well as of the aggregates (8) assigned to said printing machine are actuated directly by means of low power signals.
 
12. Printing machine according to one or several of the preceding claims,
characterized
in that the connection between the data processing and control device (11) and the sensors, the adjusting elements and other electrical components provided at the printing machine is established by means of a ribbon cable.
 


Revendications

1. Machine à imprimer (1) avec au moins une unité d'impression (4, 5, 6, 7), comportant un certain nombre de dispositifs de mesure (12, 13), des capteurs délivrant des signaux électroniques, des organes de réglage à commande électronique, des ensembles tels qu'au moins un pupitre de commande et de contrôle (15) pour contrôler, commander et régler l'ensemble des opérations d'impression, caractérisée en ce qu'à partir des dispositifs de mesure (12, 13), des capteurs, des organes de réglage, des ensembles et du pupitre de commande et de contrôle (15), des lignes de signaux et d'alimentation (20, 21, 22, 24, 25, 26), pour les signaux délivrés par les capteurs, les organes de réglage ou les ensembles, mènent directement à un dispositif de traitement des données et de commande (11), situé à l'extérieur de la machine à imprimer, lequel dispositif est conçu comme une unité électronique d'ensemble, unique, constituée des organes électroniques pour le traitement des signaux et la commande de puissance qui fournit aussi à la machine à imprimer l'énergie d'entraînement pour les entraînements principaux et auxiliaires, et par lequel la commande, le réglage et l'entrée et la sortie des signaux sont effectués, au moyen des signaux de commande préparés par le dispositif de traitement des données et de commande (11), par les dispositifs de mesure (12, 13), les capteurs, les organes de réglage, les ensembles associés à la machine à imprimer et par le pupitre de commande et de contrôle.
 
2. Machine à imprimer selon la revendication 1, caractérisée en ce que le dispositif de traitement des données et de commande (11) est constitué par un système multiprocesseur.
 
3. Machine à imprimer selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce que les points de mesure et de commande de mise en place et de réception du papier (2, 3) sont directement reliés au dispositif de traitement des données et de commande (11).
 
4. Machine à imprimer selon les revendications 1, 2 ou 3 caractérisée en ce que les lignes de signaux et d'alimentation (21 à 23) sont constituées par des voies de transmission optique et/ou électrique.
 
5. Machine à imprimer selon une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisée en ce que le dispositif de traitement des données et de commande (11) est placé dans une armoire de distribution associée à la machine à imprimer.
 
6. Machine à imprimer selon une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisée en ce que le dispositif de traitement des données et de commande (11) contient une première unité dans laquelle s'effectue le réglage de la couleur et du repérage et en ce que dans une autre unité (28) s'effectuent la commande et l'entrée et la sortie des autres fonctions et/ou états.
 
7. Machine à imprimer selon une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisée en ce que le dispositif de traitement des données et de commande (11) ou une unité de celui-ci comporte au moins un calculateur principal qui est relié à plusieurs calculateurs individuels, par au moins un bus de données.
 
8. Machine à imprimer selon une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisée en ce que le dispositif de traitement des données et de commande (11) comporte au moins une ligne de données (20) extérieure par laquelle peuvent être introduites en particulier des données spécifiques à la commande et délivrées des fonctions ou des données à contrôler spécialement.
 
9. Machine à imprimer selon une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisée en ce qu'il est prévu des capteurs pour contrôler les fonctions et en ce que les signaux des capteurs sont directement envoyés au dispositif de traitement des données et de commande (11).
 
10. Machine à imprimer selon une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisée en ce qu'il est prévu des capteurs pour contrôler les fonctions et en ce que des amplificateurs intermédiaires sont montés en aval des capteurs, les signaux côté sortie des amplificateurs étant envoyés au dispositif de traitement des données et de commande (11).
 
11. Machine à imprimer selon une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisée en ce que des organes de réglage de la machine à imprimer ainsi que des ensembles (8) associés à la machine à imprimer sont directement commandés au moyen de signaux de basse puissance.
 
12. Machine à imprimer selon une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisée en ce que la liaison entre le dispositif de traitement des données et de commande (11) et les capteurs, les organes de réglage et d'autres composants électriques de la machine à imprimer, est assurée par des câbles plats.
 




Zeichnung