(19)
(11) EP 0 318 997 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
03.06.1992  Patentblatt  1992/23

(21) Anmeldenummer: 88120079.4

(22) Anmeldetag:  01.12.1988
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5F42C 9/16, F42C 15/20, F42C 15/18

(54)

Sicherungseinrichtung für einen pyrotechnischen Selbstzerlegerzünder für Bomblets

Safety device for a pyrotechnical self-destruction fuze for use with bomblets

Dispositif de sécurité pour une fusée à autodestruction par combustion pour utilisation dans des bombes


(84) Benannte Vertragsstaaten:
DE FR GB IT

(30) Priorität: 03.12.1987 DE 8715980 U

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
07.06.1989  Patentblatt  1989/23

(73) Patentinhaber: DIEHL GMBH & CO.
90478 Nürnberg (DE)

(72) Erfinder:
  • Müller, Fritz
    D-8500 Nürnberg (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 205 956
EP-A- 0 284 923
FR-A- 492 120
EP-A- 0 256 320
DE-C- 446 762
US-A- 2 737 116
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Sicherungseinrichtung für einen pyrotechnischen Selbstzerlegerzünder für Bomblets.

    [0002] Ensprechend der EP-A 0 205 956 enthält ein Zünder für eine Submunition eine Selbstzerlegungseinrichtung. Während des Freifluges der Submunition wird ein Schlagbolzen aus einem Gewinde einer Schlaghülse herausgedreht und gibt dadurch einen quer beweglichen Schieber frei. Der Schieber enthält einen vom Schlagbolzen und von der Selbstzerlegungseinrichtung anstechbaren Detonator. Als Selbstzerlegungseinrichtung dient ein in dem Schieber angeordneter, durch eine Feder antreibbarer Schlagstift und ein Sicherungelement für den Schlagstift. Das Sicherungselement besteht aus einem durch den vorgespannten Schlagstift plastisch verformbaren Draht. Dieser Draht legt den Schlagstift in dem Schieber gegen die Kraft der vorgespannten Feder fest. Ist nach dem Abschuß der Munition der Schieber in dem Zünder in Sicherstellung eingeklemmt, so liegt ein gefährlicher Blindgänger mit einem noch scharfen Detonator vor.

    [0003] Aus der DE-A 33 33 312 ist bekannt, bei einem Zünder für ein Bomblet eine pyrotechnische Selbstzerlegungseinrichtung vorzusehen. Diese gewährleistet, daß bei einem Zündversager, bspw. wenn der Schlagbolzen blockiert ist, in jedem Fall ein Blindgänger vermieden wird. Dies wird dadurch erreicht, daß der in einem quer zur Hauptachse des Bomblets bewegbaren Schieber angeordnete Detonator über eine pyrotechnische Verzögerungseinrichtung nach Ablauf einer bestimmten Zeit gezündet wird. Der Schieber ist in Sicherstellung über einen formschlüssigen Eingriff des Schlagbolzens im Schieber festgelegt. Während des Freiflugs des Bomblets wird der Schlagbolzen über einen bestimmten Hub entgegen der Flugrichtung zurückgestellt, so daß der entsicherte Schieber aufgrund der Fliehkräfte radial nach außen wandert. Ein an der Gehäusewand des Zünders angeordneter Zündstift schlägt dann in einen in dem Schieber angeordneten Anzündsatz, der seinerseits einen pyrotechnischen Verzögerungssatz anzündet, ein. Bei dieser Anordnung ist die Auslösung des Verzögerungssatzes von der Schieberbewegung abhängig. Sollte daher der Schieber in der Sicherstellung eingeklemmt sein, so liegt in jedem Fall ein Blindgänger vor, bei dem ein noch scharfer Detonator vorliegt. Dies soll unter allen Umständen vermieden werden.

    [0004] Aus der FR-A 492 120 ist bei einem Geschoßzünder eine Sicherung für einen Schlagbolzen bekannt. Der Schlagbolzen ist in Sicherstellung durch einen zweiarmigen, schwenkbar gelagerten Hebel festgelegt. Ein erster Arm fixiert über Formschluß den Schlagbolzen. An einem zweiten Arm ist über eine Leine ein axial bewegbares Gewicht befestigt. Beim Abschuß treibt das Gewicht den Hebel an. Der Hebel entsichert den Schlagbolzen. Eine derartige Sicherung erfüllt die geltenden Anforderungen nicht mehr, da der Hebel aufgrund von Erschütterungen vorzeitig den Schlagbolzen entsichern kann.

    [0005] Die Aufgabe der Erfindung besteht daher darin, eine Sicherungseinrichtung für einen pyrotechnischen Selbstzerlegerzünder vorzuschlagen, die unabhängig von der Schieberbewegung die Anzündung des pyrotechnischen Verzögerungssatzes sicherstellt.

    [0006] Die Aufgabe der Erfindung ist gemäß den Merkmalen des Anspruches gelöst.

    [0007] Der Zeitpunkt der Anzündung des pyrotechnischen Verzögerungssatzes ist mit dem Hub des Schlagbolzens gewährleistet. Sollte der Schlaghub nicht erfolgen, so liegt zwar auch ein Blindgänger vor, der jedoch aufgrund des äußerlich eindeutig erkennbaren Zustandes nicht als gefährlicher Blindgänger klassifiziert wird.
    Vorteilhaft ist außerdem der genauer als bisher definierte Zeitpunkt der Anzündung des pyrotechnischen Verzögerungssatzes, so daß die Verzögerungszeit exakter definierbar ist.

    [0008] Ein Ausführungsbeispiel ist in der Zeichnung dargestellt und im folgenden näher beschrieben.
    Es zeigt:
    Fig. 1
    einen Querschnitt durch einen Bomblet-Zünder;
    Fig. 2
    einen Querschnitt II-II nach Fig. 1.


    [0009] Ein Bomblet 1 weist eine Hülle 2 mit Sprengstoff 3 und mit einer Übertragungsladung 4 und ein mit der Hülle 2 befestigtes Zündergehäuse 5 auf.
    Im Zündergehäuse 5 ist seitlich eine Öffnung 6 für einen aus dieser herausschiebbaren Schieber 7 vorgesehen. In eine Ausnehmung 10 des Schiebers 7 greift formschlüssig ein in Pfeilrichtung 11 bewegbarer Schlagbolzen 12 ein. Der Schlagbolzen 12 ist in bekannter Weise durch aerodynamisch wirkende Mittel bewegbar. Der Schlagbolzen 12 ist in einer Führung 13 des Gehäuses 5 gelagert.

    [0010] Der Schieber 7 enthält einen Detonator 20; in Bohrungen 21,22 einen federgetriebenen Schlagstift 23, einen Freiraum 24, einen Anzündsatz 25 und einen abgewinkelten pyrotechnischen Verzögerungssatz 26.

    [0011] In dem Schieber 7 ist weiterhin ein Sperrhebel 30 über einen Stift 31 schwenkbar gelagert. Der Arm 32 des Sperrhebels 30 liegt tastend an einem zylindrischen Abschnitt 14 des Schlagbolzens 12 an, während der Arm 33 an einem Bund 27 des Schlagstiftes 23 anliegt. Der Arm 33 legt den Schlagstift 23 in der gezeichneten Sicherstellung fest.

    [0012] Zu Beginn des Freifluges des Bomblets 1 wird der Schlagbolzen 12 in Pfeilrichtung 11 über eine bestimmte Strecke bewegt. Dabei tastet der Arm 32 den Abschnitt 14 ab. Nachdem dieser Abschnitt 14 den Tastbereich des Hebels 32 verlassen hat, gerät der konische Abschnitt 15 in den Bereich des Armes 32. Dieser Abschnitt 15 gibt dann den Arm 32 für die federkraftgetriebene Schwenkbewegung des Hebels 30 frei. Eine Feder 28 kann nun den Schlagstift 23 in Pfeilrichtung 29 bewegen. Dadurch wird der Arm 33 von dem Bund 27 zur Seite gedrückt, wordurch der Sperrhebel 30 in Pfeilrichtung 35 schwenkt. Der Schlagstift 23 zündet dann den Anzündsatz 25, der seinerseits den Verzögerungssatz 26 initiiert. Am Ende der Brennstrecke des Verzögerungssatzes 26 und zwar bei der Bezugszahl 40, wird durch thermische oder detonative Einwirkung der Detonator 20 gezündet.

    [0013] Die beschriebenen Vorgänge finden dann statt, wenn der Schlagbolzen 12 mit seinem konischen Abschnitt 15 den Schieber 7 freigegeben hat, wodurch dieser aufgrund seiner exzentrischen Schwerpunktlage und der dadurch wirksamen Fliehkräfte oder bei drallfreien Raketen durch Federkraft in Pfeilrichtung 29 so weit aus dem Gehäuse 5 herausgefahren ist, bis der Detonator 20 in der Hauptachse 40 steht, wobei eine nicht dargestellte Vorrichtung den Schieber 7 in dieser Position arretiert.


    Ansprüche

    1. Sicherungseinrichtung für einen pyrotechnischen Selbstzerlegerzünder für Bomblets (1), der in der Hauptachse des Bomblets (1) einen, entgegen der Flugrichtung des Bomblets (1) herausdrehbaren und damit entsicherbaren Schlagbolzen (12) für einen, in einem querbeweglichen Schieber (7) angeordneten Detonator (20) aufweist, wobei
    der Schieber (7) quer zur Hauptachse (40) einen Anzündsatz (25), einen Verzögerungssatz (26), einen durch eine Feder antreibbaren Schlagstift (23) und zwischem dem Schlagbolzen (12) und dem Schlagstift (23) einen zweiarmigen, im Zündergehäuse (5) schwenkbar gelagerten Sperrhebel (30) besitzt und wobei ein Arm (32) an dem, nur in Sicherstellung stehenden Schlagbolzen (12) anliegt und der andere Arm (33) den Schlagstift (23) gegen Federkraft in Sicherstellung formschlüssig arretiert.
     


    Claims

    1. A safety device far a pyrotechnical self-destruction fuze fuze for bomblets (1), which has in the main axis of the bomblet (1) a striker bolt (12), unscrewable contrary to the direction of flight of the bomblet (1) and therewith armable, for a detonator (20) which is arranged in a transversely movable slider (7), in which respect the slider (7) possesses transversely to the main axis (40) a firing composition (25), a delayed-action composition (26), a striker pin (23) which is drivable by a spring and between the striker bolt (12) and the striker pin (23) a two-armed locking lever (30) which is mounted swingably in the fuze housing (5) and in which respect one arm (32) butts against the striker bolt (12) standing only in the safe position and the other arm (33) locks the striker pin (23) against spring force in the safe position in a form-locking manner.
     


    Revendications

    1. Dispositif de sûreté, destiné à une fusée pyrotechnique d'autodestruction pour bombe miniature (1), qui présente, selon l'axe principal de la bombe miniature (1), un percuteur (12), qui peut être dévissé dans le sens opposé au vol de la bombe et ainsi armé, pour un détonateur (20) situé dans un tiroir mobile transversalement (7), le tiroir (7) comportant, transversalement à l'axe principal (40), une charge d'amorçage (25), une charge retardatrice (26), une tige de percussion (23) propulsée par un ressort, et, entre le percuteur (12) et la tige de percussion (23), un levier de blocage à deux bras (30) monté oscillant dans le boîtier de fusée (5), et dans lequel un bras (32) repose contre le percuteur (12) relevé uniquement en position de sécurité, et l'autre bras (33) verrouille par concordance de forme la tige de percussion (23) en position de sécurité, contre la force du ressort.
     




    Zeichnung