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EP 0 255 996 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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01.07.1992 Patentblatt 1992/27 |
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Anmeldetag: 06.07.1987 |
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Patrone für Schusswaffen
Cartridge for fire arms
Cartouche pour armes à feu
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Benannte Vertragsstaaten: |
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BE CH DE ES FR GB GR LI NL SE |
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Priorität: |
08.07.1986 AT 1845/86
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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17.02.1988 Patentblatt 1988/07 |
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Patentinhaber: STEYR-DAIMLER-PUCH Aktiengesellschaft |
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A-1011 Wien (AT) |
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Erfinder: |
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- Zedrosser, Ulrich, Ing.
A-4400 Steyr (AT)
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Entgegenhaltungen: :
DE-A- 2 209 459 FR-A- 1 571 251
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DE-A- 2 320 399 US-A- 3 916 793
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Patrone für Schußwaffen, mit einer bodenseitig
geschlossenen, eine Treibladung und ein Zündmittel aufnehmenden, nach dem Schuß auszuwerfenden,
Kunststoffhülse, die kopfseitig eine büchsenartige Fassung zum Einsetzen eines Vollkaliber-Geschosses
bildet, wobei der die Fassung bildende Kopfteil im Bereich der Geschoßspitze in einer
achsnormalen Stirnfläche endet. Eine solche Patrone ist aus der DE-A-2 209 459 bekannt.
[0002] Patronenhülsen dienen nicht nur zur Verbindung und zum Schutz von Geschoß, Treibladung
und Zündmittel, sondern sie sollen vor allem auch dem Geschoß eine feste, zentrierende
Halterung bieten und zur Abdichtung des Laderaumes der Schußwaffe bei der Treibladungszündung
und Schußabgabe beitragen. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, sind bisher
die Hülsen für scharfe Patronen überwiegend aus Metall hergestellt, was eine teure
Herstellung und ein hohes Patronengewicht bedingt. Der Versuch, hülsenlose Patronen
zu verwenden, hat sich nicht bewährt, da die Patrone ohne die Schutz-, Führungs- und
Dichtungsfunktion der Hülse viel zu unsicher in der Wirkung ist und die Schußwaffe
unzuverlässig macht.
[0003] Es wurde auch schon vorgeschlagen, eine Patronenhülse aus Kunststoff zu verwenden,
um die Vorteile einer Patronenhülse nützen und dennoch Herstellungskosten und Patronengewicht
senken zu können. Diese Kunststoffhülsen sind gemäß der DE-A- 22 09 459 als einerends
geschlossener Hohlzylinder gefertigt, die im geschlossenen Bodenbereich die Treibladung
und das Zündmittel enthalten und in die vom offenen Ende her das mit einer eigenen,
ein Außengewinde aufweisenden Hülse versehene Geschoß bis zur Spitze eingeschraubt
ist, wodurch die Herstellung aber recht aufwendig bleibt. Darüber hinaus verlangt
der Bodenzünder einen speziellen, entsprechend festen Hülsenboden und bringt gleichzeitig
eine Schwachstelle im Boden mit sich, die zu Undichtheiten bei der Schußabgabe führen
kann.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Patrone der eingangs geschilderten
Art zu schaffen, die bei zuverlässiger Schußleistung besonders rationell herstellbar
ist, keine bodenseitigen Schwachstellen besitzt und vor allem eine sichere Zündung
gewährleistet.
[0005] Die Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, daß der Mantel des Kopfteiles im der Stirnfläche
gegenüberliegenden Abschlußbereich eine umlaufende, ins Hülseninnere hin offene Ringnut
zur Aufnahme des Zündmittels aufweist, daß sich der Mantel an seiner Außenseite zur
Stirnfläche hin im wesentlichen konkav verjüngt, und daß das Geschoß als Widerlager
für den Zündvorgang dient. Dadurch kann die Patrone im Kopfbereich mit einem Randzünder
versehen werden, der eine vom Kopf zum Boden der Hülse hin fortschreitende Verbrennung
der Treibladung verursacht, was bei Schußgabe das Eindringen von unverbranntem Pulver
der Treibladung in den Lauf verhindert und die Wirkung der Treibladung erhöht. Da
der Randzünder um die Fassung herum verläuft, kann das Geschoß als Widerlager für
den Zündvorgang dienen, bei dem durch eine geeignete Zündvorrichtung das Zündmittel
entsprechend gequetscht werden muß, und es sind spezielle Maßnahmen zur Ausgestaltung
solcher Widerlager unnötig. Es entsteht eine besonders einfache, funktionstüchtige
Patrone, die eine bodenseitig voll geschlossene Hülse aufweist und keine Undichtheiten
befürchten läßt.
[0006] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung verengt sich der Mantel innen
im Mündungsbereich der Fassung konisch, wobei vorzugsweise der Kopfteil einen eigenen,
vom verbleibenden Hülsenteil getrennten Bauteil bildet und aus einem glasfaserverstärkten
Kunststoff besteht. Die Fassung bekommt durch diesen Mantel eine sich verengende Mündung,
die nicht nur einen festen und dichten Sitz des Geschosses mit sich bringt, sondern
vor allem auch zu einer Aufweitung des Mantels beim Austreiben des Geschosses und
dadurch zu einer Verstärkung seiner Dichtwirkung führt. Bildet weiters der Kopfteil
einen eigenen Bauteil, kann der ganze Fertigungsablauf rationalisiert werden, wobei
sich ohne Schwierigkeiten die Hülsenteile mit verschiedenen Kopfteilen kombinieren
lassen, um mehrere Patronenarten, wie scharfe Patronen, Platzpatronen, Leuchtpatronen
od.dgl. herzustellen. Außerdem kann dann der Kopfteil allein glasfaserverstärkt sein,
um auf billige Weise eine besondere Festigkeit zur Verbesserung der Geschoßhalterung
und -führung zu erreichen.
[0007] In der Zeichnung ist eine erfindungsgemäße Patrone schematisch anhand einer teilgeschnittenen
Seitenansicht veranschaulicht.
[0008] Eine Patrone 1 weist eine zweigeteilte Hülse aus Kunststoff 2 auf, wobei der eine
Teil, der Hülsenteil 2a, eine Treibladung 3 aufnimmt und der andere Teil, der Kopfteil
2b, eine büchsenartige Fassung 4 zur Halterung eines Geschosses 5 bildet, das bis
zur Spitze in dieser Fassung 4 steckt. Der Kopfteil weist einen in einer achsnormalen
Stirnfläche endenden Mantel auf, der sich außen zur Stirnfläche hin konkav verjüngt
und sich innen im Bereich der Mündung 4a der Fassung konisch verengt. Im Teilungsbereich
der Hülse 2 ist eine um die Fassung 4 herum verlaufende, ins Hülseninnere hin offene
Ringnut 6 mit einem Zündmittel 7 vorgesehen, so daß die Patrone 1 im Kopfbereich einen
Randzünder besitzt. Der Kopfteil 2b bildet mit dem Geschoß 5 und dem Randzünder 6,
7 einen eigenen Bauteil, der zur Fertigstellung der Patrone mit dem die Treibladung
3 aufnehmenden Hülsenteil 2a verklebt oder verschweißt wird.
[0009] Die vor äußeren Belastungen weitgehend geschützte Halterung des Geschosses 5 innerhalb
der Hülse 2 erlaubt die Verwendung einer Kunststoffhülse, wobei der die Fassung 4
für das Geschoß 5 bildende Kopfteil 2b eine die erforderliche Festigkeit gewährleistende,
ausreichend große Wandstärke aufweisen kann. Die entsprechend lange Fassung 4 bietet
nicht nur einen sicheren Sitz für das Geschoß 5, sondern verleiht diesem auch eine
gute zentrierende Führung und einen dichten Abschluß. Das Zündmittel 7 im Bereich
des Kopfteiles 2b führt zu einer vollständigen Verbrennung der Treibladung 3 innerhalb
des Hülsenteiles 2a und macht die Patrone 1 besonders wirkungsvoll, wozu vor allem
noch kommt, daß der Kopfteil 2b mit seiner speziellen Mantelform eine wichtige Dichtfunktion
im Laderaum erfüllen kann und einen wirklich gasdichten Einsatz der Patrone bei der
Schußabgabe gewährleistet.
1. Patrone für Schußwaffen, mit einer bodenseitig geschlossenen, eine Treibladung (3)
und ein Zündmittel aufnehmenden, nach dem Schuß auszuwerfenden, Kunststoffhülse (2),
die kopfseitig eine büchsenartige Fassung (4) zum Einsetzen eines Vollkaliber-Geschosses
(5) bildet, wobei der die Fassung bildende Koptteil (26) im Bereich der Geschoßspitze
in einer achsnormalen Stirnfläche endet, dadurch gekennzeichnet, daß der Mantel des Kopfteiles (2b) im der Stirnfläche gegenüberliegenden Abschlußbereich
eine umlaufende, ins Hülseninnere hin offene Ringnut (6) zur Aufnahme des Zündmittels
(7) aufweist daß sich der Mantel an seiner Außenseite zur Stirnfläche hin im wesentlichen
konkav verjüngt, und daß das Geschoß als Widerlager für den Zündvorgang dient.
2. Patrone nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich der Mantel innen im Mündungsbereich der Fassung (4) konisch verengt, wobei
vorzugsweise der Kopfteil (2b) einen eigenen, vom verbleibenden Hülsenteil (2a) getrennten
Bauteil bildet und aus einem glasfaserverstärkten Kunststoff besteht.
1. A cartridge for firearms comprising a plastic case (2), which is closed at its bottom
and receives a propellant charge (3) and a primer and is to be ejected after the shot
and which at its head end constitutes a bushinglike socket (4) for receiving a full-calibre
projectile (5), wherein the head portion (26) which constitutes the socket terminates
adjacent to the nose of the projectile in an end face, which is normal to the axis,
characterized in that the shell of the head portion (2b) is provided in that closed end portion which is
opposite to the end face with a peripheral annular groove (6), which is open to the
interior of the case and serves to receive the primer (7), that the outside surface
of the shell is substantially concavely tapered towards the end face, and that the
projectile serves as an abutment for the igniting operation.
2. A cartridge according to claim 1, characterized in that the shell has a conically tapered inside surface adjacent to the mouth of the socket
(4) and the head portion (2b) preferably constitutes a part which is separate from
the remaining part (2a) of the case and is made of a glass fibre-reinforced plastic.
1. Cartouche pour arme à feu avec une douille en matière plastique (2) à éjecter après
le départ du coup, fermée du côté du culot, contenant une charge propulsive (3) et
une composition d'allumage, qui forme du côté de la tête une monture (4) à la façon
d'un fourreau pour le maintien d'un projectile (5) à plein calibre, dans laquelle
la partie (2b) de tête constituant la monture se termine dans la région de la pointe
du projectile par une face extrême perpendiculaire à l'axe, caractérisée en ce que
l'enveloppe de la partie (2b) de la tête présente dans la région terminale opposée
à la face extrême une gorge annulaire (6) périphérique, ouverte vers l'intérieur de
la douille pour la réception de la composition d'allumage (7), et l'enveloppe diminue
progressivement d'épaisseur sur son côté extérieur en direction de la face extrême
de manière essentiellement concave et le projectile sert de contre-appui pour l'opération
d'allumage.
2. Cartouche selon la revendication 1 caractérisée en ce que l'enveloppe se rétrécit
en tronc de cône à l'intérieur dans la région de l'ouverture de la monture (4), et,
de préférence, la partie (2b) de tête constitue en soi un élément de construction
distinct de la partie (2a) restante de la douille et est faite d'une matière plastique
renforcée par des fibres de verre.
