[0001] Die Erfindung betrifft einen Windsichter zum Klassieren von staubförmigen Schüttgütern,
insbesondere von Kalk, gemahlenem Klinker, Quarzmehl, Zementrohmaterial oder dgl.,
mit einem Gehäuse, mindestens einer Materialzuführeinrichtung, mindestens einer Fertiggut-Austragseinrichtung,
einem innerhalb des Gehäuses in dessen äußerem Bereich vorgesehenen feststehenden
Schaufelkranz sowie einen konzentrisch innerhalb des Schaufelkranzes drehantreibbar
angeordneten Rotor samt Leitschaufeln mit im wesentlichen zylindrischem Querschnitt,
wobei dem Schaufelkranz Sichtluft durch mindestens einen tangential am Gehäuse verlaufenden
Lufteintrittsstutzen zuführbar ist.
[0002] Durch die DE-PS 35 45 691 ist eine Vorrichtung zum Klassieren von staubförmigen Schüttgütern,
insbesondere von gemahlenem Klinker, Kalkstein oder Zementrohmaterial durch Luftsichtung
bekannt, wobei das zu klassierende Material über einen Materialeinlauf der Deckplatte
eines zylinderförmigen Rotors mit senkrecht stehenden Rotorschaufeln zugeführt und
einem ringzylindrischem Sichtraum aufgegeben wird, der sich zwischen dem Rotor und
einem diesen mit Abstand umgebenden feststehenden Schaufelkranz erstreckt, durch den
von einem außerhalb liegenden Ventilator Sichtluft etwa tangential angesaugt wird.
Feingut wird infolge der innerhalb des Sichters vorhandenen Strömungsverhältnisse
radial nach innen transportiert und durch ein zentrales Austragsrohr ausgetragen,
während Grobgut mittels eines im äußeren Umfangsbereich vorgesehenen Ablaufrohres
aus dem Sichter entfernt wird.
[0003] Durch die DE-AS 25 56 382 ist ein Zentrifugal-Windsichter mit im wesentlichen zylindrischem
Sichtraum bekannt, in den die Sichtluft und das Sichtgut am äußeren Umfang mit Drall
eingeführt werden, wobei das Grobgut am äußeren Umfang des Sichtraumes abgezogen wird,
und die Sichtluft zusammen mit dem Feingut durch ein zentrales, die axiale Erstreckung
des Sichtraumes überdeckendes, stillstehendes Saugrohr ausgetragen werden, wobei das
Saugrohr an seinem Umfang verteilte Eintrittsöffnungen aufweist.
[0004] Ferner ist der US-PS 1,746,686 ein Windsichter zu entnehmen, der ein Gehäuse aufweist,
in dem zwei axial übereinander angeordnete Sichteinrichtungen angeordnet sind, mittels
welcher insgesamt drei Fraktionen erzeugt werden können, die im Bereich des Gehäusebodens
ausgetragen werden. Infolge der übereinander liegenden Sichteinrichtungen baut das
Gehäuse axial verhältnismäßig hoch, wobei auch der Gesamtaufbau der Einrichtung als
aufwendig anzusehen ist.
[0005] Desweiteren ist der DE-OS 35 21 638 ist ein Streuwindsichter, insbesondere zum Sichten
von Zement, zu entnehmen, der eine Gutaufgabe, eine den Gutstrom zu einem Gutschleier
verteilenden Streuteller mit Antrieb, ein Sichterrad, eine Sichtluftzufuhröffnung
und einen Grobgut- sowie einen Feingutaustrag beinhaltet. Die Gutstromaufgabe und
der Feingutaustrag sind in der Sichterachse angeordnet und für den Grobgutaustrag
ist ringförmig um den Feingutaustrag herum eine Förderrinne vorgesehen, wobei der
von der Sichtluft durchströmte Gutschleier als glockenförmige Mantelfläche ausgebildet
ist.
[0006] Im Sichtspalt dieser auch als Querstromsichter (Sichtluft wird seitlich bzw. tangential
zugeführt) bekannten Windsichter herrschen ungleichmäßige Strömungsgeschwindigkeiten
in tangentialer Richtung. Hierbei kommt es zu Turbulenzen am Sichterrotor, die zu
einer unzureichenden Sichtwirkung führen können. Ebenfalls nachteilig ist festzustellen,
daß diese Art von Windsichtern lediglich die Möglichkeit beinhaltet, das Aufgabegut
in zwei Sichtströme, nämlich in den Grobgut- und den Feingutanteil aufzuteilen.
[0007] Bei einigen Anwendungsfällen, z.B. in der Zementindustrie, kann es jedoch vorteilhaft
sein, das Aufgabegut in drei oder mehr Stoffströme unterschiedlicher Korngrößenverteilung
aufzuteilen.
[0008] Ziel der Erfindung ist es, einen Windsichter, wie er beispielsweise in der DE-PS
35 45 691 beschreiben ist, dahingehend weiterzubilden, daß das Aufgabegut bei optimiertem
Sicht-Wirkungsgrad in mindestens drei Stoffströme unterschiedlicher Korngrößenverteilung
aufgeteilt werden kann, ohne das Sichtkonzept wesentlich zu verändern, wobei es durchaus
sinnvoll sein kann, zwei oder mehr Stoffströme im Anschluß an den Sichtvorgang wieder
zusammenzuführen.
[0009] Dieses Ziel wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß der Rotor mindestens zwei
konzentrisch zueinander angeordnete Rotorschaufelkränze samt Leitschaufeln beinhaltet,
daß unterhalb der Rotorschaufelkränze bzw. der Leitschaufeln mehrere voneinander unabhängige
Fertiggut-Austragseinrichtungen vorgesehen sind, und daß die Grieße außerhalb der
Fertiggut-Austragseinrichtungen zusammengeführt und durch eine Grieße-Austragseinrichtung
abführbar sind.
[0010] Vorteilhafte Weiterbildungen des Erfindungsgegenstandes sind den Unteransprüchen
zu entnehmen.
[0011] Die Fertiggut-Austragseinrichtung wird bei Verwendung von zwei Rotorschaufelkränzen
in einen ersten sowie einen zweiten Fertiggut-Austrag aufgeteilt, welche durch Labyrinthe
einerseits voneinander und andererseits vom Grieße-Austrag getrennt sind, wobei der
erste Fertiggut-Austrag wahlweise mit oder ohne Luftstrom betrieben werden kann.
[0012] Das Fertiggut kann wahlweise nur nach unten , nur nach oben oder aber - je nach Anwendungsfall
sowohl nach oben (Luftstrom) als auch nach unten ausgetragen werden. Die jeweilige
Auswahl wird hierbei vom zu klassierenden Schüttgut abhängig gemacht. Gleiches gilt
für die Auswahl bzw. Anordnung der Leitschaufeln. Diese können einerseits geradlinig
oder leicht gekrümmt sowie radial unterschiedlich lang ausgebildet sein. Alternativ
oder zusätzlich bieten sich auch Rundstäbe als Leitelemente an. Je nach Material kann
es u.U. ebenfalls sinnvoll sein, die Leitschaufeln zumindest teilweise radial so lang
zu gestalten, daß sie mindestens zwei Rotorschaufelkränze miteinander verbinden. Diese
Maßgabe ist jedoch nur bei fest miteinander verbundenen Rotorschaufelkränzen sinnvoll.
[0013] Bei der Mahlung, beispielsweise von Zement, können sich durch den Anmeldungsgegenstand
folgende Vorteile ergeben:
- das Aufgabegut wird in Produkt-Feingrieße und -Grobgrieße aufgeteilt, wobei die Grobgrieße
der Klinkervorzerkleinerung und die Feingrieße einer Kugelmühle zugeführt werden können,
- das Aufgabegut kann in PZ 45, PZ 35 und Grieße aufgeteilt werden.
[0014] Darüber hinaus weist der Erfindungsgegenstand gegenüber dem St.d.T. noch folgende
Vorteile auf:
- je nach Ausführung des Sichters und Betriebsart hat der Anwender die Wahl zwischen
mehreren Sichtspaltdicken und Durchmessern, wobei der Anwender hierbei variabler in
der Trennkorngröße ist,
- die Strömungsverhältnisse im Sichtspalt zwischen den beiden Rotorschaufelkränzen sind
gleichmäßiger als im radial äußeren Sichtspalt, wodurch der Anwender eine verbesserte
Trennwirkung erzielen kann,
- es besteht die Möglichkeit, mindestens drei Festgutströme unterschiedlicher Korngrößenverteilung
in einem Arbeitsgang zu erhalten,
- der Spritzkornanteil zwischen dem Grob-Grieße-Austrag und dem zweiten Fertiggut-Austrag
kann deutlich herabgesetzt werden.
[0015] Werden die Fertiggut-Austragseinrichtungen mit je einem Luftstrom betrieben, so wird
in der Trennkurve ein sogenannter "toter Fluß" entsprechend dem Verhältnis der Luftdurchsätze
am zweiten Fertiggut-Austrag zu dem am ersten Fertiggut-Austrag auftreten. Der normalerweise
nachteilige "tote Fluß" kann dann vorteilhaft sein, wenn z.B. gleichzeitig PZ 45 und
PZ 35 produziert werden soll. Der "tote Fluß" bewirkt, daß ein hoher Anteil an Feinstgut
im PZ 35 verbleibt, was zu einem erträglichen Wasserbedarf des PZ 35 beitragen kann.
[0016] Die Erfindung ist anhand eines Ausführungsbeispieles in der Zeichnung dargestellt
und wird wie folgt beschrieben. Es zeigen:
- Figur 1 -
- Längsschnitt durch den erfindungsgemäßen Windsichter
- Figur 2 -
- Draufsicht auf Figur 1 im Querschnitt.
- Figur 3 -
- Windsichter mit zwei unabhängig voneinander antreibbaren Rotorschaufelkränzen als
Prinzipskizze
- Figuren 4 und 5 -
- Windsichter mit zwei Rotorschaufelkränzen und sich zwischen diesen erstreckenden Leitschaufeln
- Figur 6 -
- Windsichter mit einer oberen sowie einer unteren Fertiggut-Austragseinrichtung
- Figuren 7 und 8 -
- Windsichter mit unterschiedlich langen Leitschaufeln
- Figuren 9 und 10 -
- Windsichter mit als Rundstäbe ausgebildeten zusätzlichen Leitelementen
[0017] Die Figuren 1 und 2 zeigen den erfindungsgemäßen Windsichter 1 einerseits im Längsschnitt
und andererseits im Querschnitt. Dargestellt sind folgende Bauteile:
ein Gehäuse 2, eine obere Materialzuführeinrichtung 3 in Form eines Rohres, zwei tangential
am Gehäuse 2 verlaufende Lufteintrittsstutzen 4,5, eine erste Fertiggut-Austragseinrichtung
6, eine zweite Fertiggut-Austragseinrichtung 7 sowie eine Grieße-Austragseinrichtung
8. Innerhalb des Gehäuses 2 sind in diesem Beispiel zwei axial übereinander angeordnete
radial äußere Schaufelkränze 9,10 vorgesehen. Konzentrisch innerhalb dieser Schaufelkränze
9,10 ist eine Rotorwelle 11 angeordnet, die im Bereich ihrer beiden Enden in Lagern
12,13 geführt ist. Der Antrieb für die Rotorwelle 11 ist hier lediglich durch die
Pfeilrichtung angedeutet. Mit der Rotorwelle 11 starr verbunden sind zwei axial übereinander
angeordnete Rotorschaufelkränze 14,15 sowie 16,17 samt Leitschaufeln 14',15' sowie
16',17', die analog der axial übereinander vorgesehenen Schaufelkränze 9,10 vorgesehen
sind. Die Rotorschaufelkränze 14,15, bzw. 16,17 sind in diesem Beispiel mit der Rotorwelle
11 über radiale Stege 18,19,20 fest verbunden. Um den Spritzkornantell zwischen Grieße-Austrag
8 und den Fertiggut-Austragseinrichtungen 6,7 zu reduzieren, sind im unteren Bereich
der Rotorschaufelkränze 16,17 Labyrinthe 21,22 vorgesehen.
[0018] Die Funktionsweise des erfindungsgemäßen Windsichters 1 stellt sich etwa wie folgt
dar:
Das zu klassierende Material gelangt zuerst auf die Deckplatte 23 der sich drehenden
Rotorschaufelkränze 14,15 bzw. 16,17 und wird hierbei in radialer Richtung nach außen
geschleudert, so daß es von oben her in die ringzylindrischen Sichträume 24,25 eintritt,
die einerseits zwischen den Rotorschaufelkränzen 14,15 bzw. 16,17 und andererseits
zwischen dem Rotorschaufelkranz 15 bzw. 17 und dem Schaufelkranz 9 bzw. 10 gebildet
werden. In diesen Sichträumen 24,25 wird das zu klassierende Material einer Saugwirkung
ausgesetzt, die sich aus der Differenz zwischen der Luftgeschwindigkeit der durch
die feststehenden Schaufelkränze 9 bzw. 10 zugeführten Sichtluft und der von den Rotorschaufelkränzen
14,15 bzw. 16,17 aufgrund der Rotation nach außen geförderten Luft ergibt. Da die
Luftgeschwindigkeit der über die Lufteintrittsstutzen 4,5 dem Schaufelkranz 9,10 zugeführten
Sichtluft größer ist als die Geschwindigkeit der durch die Rotordrehung von den Rotorschaufelkränzen
14,15 bzw. 16,17 bewegten Luft, ergibt sich insgesamt eine Luftströmung auf dem gesamten
Umfang der äußeren Schaufelkränze 9 bzw. 10 quer zu den ringzylindrischen Sichträumen
24,25 und durch die Rotorschaufelkränze 14,15 bzw. 16,17 hindurch in das Innere 26
des Gehäuses 2.
[0019] Diese Bewegung der Sichtluft nimmt entsprechend ihrer Geschwindigkeit einen Teil
des in den Sichträumen 24,25 nach unten fallenden Materials einerseits in den Sichtraum
24 und andererseits in das Innere 26 mit. Das mitgenommene Material bildet so die
Feingutanteile, die von der jeweils eingestellten Luftgeschwindigkeit und Rotordrehzahl
abhängen. Das nicht in den Bereich des Sichtspaltes 24 bzw. das Innere 26 mitgenommene
Material fällt als Grobgut nach unten und gelangt in das Unterteil 27, aus dem es
durch die Grieße-Austragseinrichtung 8, beispielsweise mit Hilfe einer nicht weiter
dargestellten Luftförderrinne, ausgetragen wird. Der Feingutanteil, der im Bereich
des Sichtraumes 24 zwischen den Rotorschaufelkränzen 14,15 bzw. 16,17 gebildet wird,
gelangt in den ringzylindrisch ausgebildeten oberen Teil 28 der Fertiggut-Austragseinrichtung
6, während der andere Feingutanteil im Inneren 26 des Gehäuses 2 gesammelt und über
einen Zylinder 29 der Fertiggut-Austragseinrichtung 6 zugeführt wird. Die Fertiggut-Austragseinrichtungen
6,7 schließen sich an die zylindrischen Abschnitte 28,29 an und verjüngen sich trichterförmig,
wobei sie konzentrisch zueinander angeordnet sind. Die Fertiggut-Austragseinrichtung
6 läuft in das Ablaufrohr 30 und die Fertiggut-Austragseinrichtung 7 läuft in das
Ablaufrohr 31 aus, wobei die Materialien von hier aus ihren weiteren Bestimmungen
zugeführt werden.
[0020] Figur 3 zeigt einen alternatlven Windsichter 32, der ebenfalls zwei Rotorschaufelkränze
33,34 beinhaltet, die konzentrisch zu den radial äußeren Schaufelkränzen 9 angeordnet
sind. Im Gegensatz zu den Figuren 1 und 2 sind die Rotorschaufelkränze 33,34 samt
Leitschaufeln 33',34' jedoch nicht miteinander verbunden sondern getrennt drehantreibbar.
Der Rotorschaufelkranz 33 ist einerseits mit einer Hohlwelle 35 verbunden und in seinem
unteren Bereich 37 gelagert. Der Rotorschaufelkranz 34 ist fest mit einer innerhalb
der Hohlwelle 35 geführten oben und unten gelagerten (nicht dargestellt) Antriebswelle
36 verbunden. Beide Rotorschaufelkränze 33,34 können somit mittels nicht weiter dargestellter
Antriebe mit unterschiedlichen Drehzahlen angetrieben werden, um auf diese Weise in
jedem Fall eine auf unterschiedliche Materialien abgestimmte optimale Sichtwirkung
zu erzielen. Die Fertiggut-Austragseinrichtungen 6,7 sind analog zu Figur 1 ausgebildet
und laufen in die Ablaufrohre 30 bzw. 31 aus.
[0021] Die Figuren 4 und 5 zeigen einen Windsichter 38, der von seinem grundsätzlichen Aufbau
her dem in Figur 1 dargestellten Windsichter entspricht. Die wesentlichen Unterschiede
zum Windsichter gemäß Figur 1 sind darin begründet, daß die Rotorschaufelkränze 39,40
radial relativ dünn ausgebildet sind, wobei die Leitschaufeln 41 radial so lang ausgebildet
sind, daß sie beide Rotorschaufelkränze 39,40 miteinander verbinden. Die FertiggutAustragseinrichtungen
6,7, die in die Ablaufrohre 30,31 einmünden, sind analog zu denen in Figur 1 vorgesehen,
so daß trotz der Anordnung der Rotorschaufelkränze 39,40 bezogen auf die Leitschaufeln
41 die Möglichkeit gegeben ist, auch hier zwei Fein-Fraktionen unterschiedlicher Körnung
zu erzeugen.
[0022] Figur 6 zeigt eine weitere alternative Bauweise eines Windsichters 42. Der Windsichter
42 entspricht von seinem Aufbau her dem in Figur 1 dargestellten. Unterschiede sind
darin zu sehen, daß die Fertiggut-Austragseinrichtungen 43,44 so angeordnet sind,
daß ein Teil des radial nach innen strömenden Luft-Material-Gemisches zwischen den
Rotorschaufelkränzen 45,46 in die Fertiggut-Austragseinrichtung 43 und somit in das
darunter angeordnete Ablaufrohr 47 gelangt und der weitere Teil des Luft-Material-Gemisches
infolge eines im inneren Bereich 48 des Windsichters 42 erzeugten Unterdruck nach
oben in die Fertiggut-Austragseinrichtung 44 gefördert und dort über eine Rohrleitung
49 abgezogen wird. Die Grieße werden - wie in Figur 1 dargestellt - über ein Ablaufrohr
8 abgeführt.
[0023] Der in den Figuren 7 und 8 dargestellte Windsichter 50 entspricht vom Aufbau her
etwa dem in Figur 4 beschriebenen Windsichter. Auch hier sind die Rotorschaufelkränze
39,40 radial relativ schmal ausgebildet, wobei - wie dies insbesondere aus Figur 8
ersichtlich ist - einerseits Leitschaufeln 41 vorgesehen sind, die die beiden Rotorschaufelkränze
39,40 miteinander verbinden und andererseits Leitschaufeln 41' vorgesehen sind, die
radial kürzer bauend, lediglich mit dem Rotorschaufelkranz 40 verbunden sind. Alternativ
besteht auch die Möglichkeit, die Leitschaufeln 41' mit dem inneren Rotorschaufelkranz
39 zu verbinden oder eine alternierende Bauweise vorzusehen.
[0024] Die Figuren 9 und 10 zeigen einen weiteren Windsichter 51, der wiederum dem Aufbau
des in Figur 4 dargestellten Windsichters entspricht. Die Unterschiede zu Figur 4
sind darin begründet, daß neben den Leitschaufeln 41 zwischen den Rotorschaufelkränzen
39,40 einerseits Rundstäbe 52 im Bereich des Rotorschaufelkranzes 40 und andererseits
Rundstäbe 53 im Bereich des Rotorschaufelkranzes 39 vorgesehen sind, wobei die Rundstäbe
52,53 als zusätzliche Leiteinrichtungen für das radial von außen nach innen strömende
Material dienen.
1. Windsichter zum Klassieren von staubförmigen Schüttgütern, insbesondere von Kalk,
gemahlenem Klinker, Quarzmehl, Zementrohmaterial oder dgl., mit einem Gehäuse, mindestens
einer Materialzuführeinrichtung, mindestens einer Fertiggut-Austragseinrichtung, einem
innerhalb des Gehäuses in dessen äußerem Bereich vorgesehenen feststehenden Schaufelkranz
sowie einem konzentrisch innerhalb des Schaufelkranzes drehantreibbar angeordneten
Rotor samt Leitschaufeln mit im wesentlichen zylindrischem Querschnitt, wobei dem
Schaufelkranz Sichtluft durch mindestens einen tangential am Gehäuse verlaufenden
Lufteintrittsstutzen zuführbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Rotor mindestens
zwei konzentrisch zueinander angeordnete Rotorschaufelkränze (14,15 bzw. 16,17,33,34,39,40,45,46)
samt Leitschaufeln (14',15' bzw. 16',17',33',34',41,41',52,53) beinhaltet, daß unterhalb
der Rotorschaufelkränze (14,15 bzw. 16,17,33,34,39,40,45,46) bzw. der Leitschaufeln
(14',15' bzw. 16',17',33',34',41,41',52,53) mehrere voneinander unabhängige Fertiggut-Austragseinrichtungen
(6,7,43,44) vorgesehen sind, und daß die Grieße außerhalb der Fertiggut-Austragseinrichtungen
(6,7,43,44) zusammengeführt und durch eine Grieße-Austragseinrichtung (8) abführbar
sind.
2. Windsichter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Rotorschaufelkränze (14,15
bzw. 16,17,39,40,45,46)) starr miteinander verbunden sind.
3. Windsichter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Rotorschaufelkränze (33,34)
unabhängig voneinander, insbesondere mit unterschiedlicher Drehzahl, antreibbar sind.
4. Windsichter nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Leitschaufeln
(41) der einzelnen Rotorschaufelkränze (39,40) zumindest teilweise radial so breit
ausgebildet sind, daß mindestens zwei Rotorschaufelkränze (39,40) miteinander verbindbar
sind, wobei axial unterhalb der Leitschaufeln (41) mindestens zwei Fertiggut-Austragseinrichtungen
(6,7) vorgesehen sind.
5. Windsichter nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Leitschaufeln
(41,41') der Rotorschaufelkränze (39,40) radial unterschiedlich breit ausgebildet
sind.
6. Windsichter nach den Ansprüchen 1 bis 4, gekennzeichnet durch weitere Leitelemente
(52,53) im Bereich der Rotorschaufelkränze (39,40) in Form von Rundstäben.
7. Windsichter nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Fertiggut-Austragseinrichtungen
(6,7) durch Labyrinthe (21,22) einerseits voneinander und andererseits von der Grieße-Austragseinrichtung
(8) getrennt sind.
8. Windsichter nach den Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß bei Verwendung
zweier Rotorschaufelkränze (14,15 bzw. 16,17,33,34,39,40,45,46) eine der Fertiggut-Austragseinrichtungen
(7,43) ständig und die andere (6,43) wahlweise mit oder ohne Luftstrom betreibbar
ist.
9. Windsichter nach den Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine
Fertiggut-Austragseinrichtung (44) im oberen Gehäuse-Bereich des Windsichters (42)
vorgesehen ist, wobei ein Teil des Fertiggutes und ggf. auch der Feingrieße im Luftstrom
nach oben ausgetragen werden.
10. Windsichter nach den Ansprüchen 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Einlauf (29)
in die erste Fertiggut-Austragseinrichtung (6) zylindrisch ausgebildet und unterhalb
des Rotorschaufelkranzes (14 bzw. 16) angeordnet ist.
11. Windsichter nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Fertiggut-Austragseinrichtung
(6) sich trichterförmig verjüngend ausgebildet ist und in ein Ablaufrohr (30) ausläuft.
12. Windsichter nach den Ansprüchen 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Einlauf
(28) in die zweite Fertiggut-Austragseinrichtung (7) ringzylindrisch ausgebildet und
unterhalb der Rotorschaufelkränze (14,15 bzw. 16,17) angeordnet ist.
13. Windsichter nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Fertiggut-Austragseinrichtung
(7), sich trichterförmig verjüngend, die erste Fertiggut-Austragseinrichtung (6) konzentrisch
umgibt.
14. Windsichter nach den Ansprüchen 12 und 13, dadurch gekennzeichnet, daß der sich verjüngende
Bereich der zweiten Fertiggut-Austragseinrichtung (7) in ein Ablaufrohr (31) ausläuft.