[0001] Die Erfindung betrifft eine Richtanlage für endliche Bänder, insbesondere Metallbänder,
mit einem Aufwickelhaspel, einem Abwickelhaspel und einer zwischen beiden Wickelhaspeln
angeordneten Streckbiegevorrichtung.
[0002] Bei diskontinuierlichen Bandbehandlungslinien wie beispielsweise Streckbiegerichtlinien,
Streckbiegericht/Dressierlinien od. dgl., in denen nur einzelne Coils gefahren werden,
treten an den beiden Bandenden des jeweils zu behandelnden Bandes Bandverluste von
jeweils etwa 15 - 20 m auf. Diese Bandverluste resultieren insbesondere aus den bei
bekannten Richtanlagen regelmäßig eingesetzten Brems- und Zugspanntrommelsätzen, welche
die für den Streckbiegebereich erforderlichen und verhältnismäßig hohen Spannzüge
erzeugen. Die Spannzüge können erst aufgebaut werden, wenn Aufwickelhaspel und Abwickelhaspel
den Vorzug bzw. Rückzug für die Spanntrommelsätze erzeugen. - Der Spannzug für das
Streckbiegerichten - darunter ist ein wechselweises Biegen unter hohem Bandzug zu
verstehen - liegt je nach Bandabmessung und Streckgrenze für z. B. Stahlbänder mit
Banddicken von 1,0 bis 4,0 mm bei einer Breite von 1.500 mm bei etwa 8 - 20 t. Ein
solcher Spannzug kann nicht von den Wickelhaspeln erbracht werden, da der übliche
spezifische Wickelzug bei 10 - 15 N/mm
2 liegt. Insbesondere stört der nicht gerichtete Bandanfang, der in das Coil eingewickelt
werden muß und erst beim Entverbraucher abgeschnitten werden kann. - Ein weiterer
Nachteil ist darin zu sehen, daß der jeweilige Bandanfang in die Spanntrommelsätze
neu eingefädelt werden muß. Daraus resultiert ein erheblicher Zeit- und Produktionsverlust.
Ferner lassen sich dicke Bänder nur mit Hilfe eines sogenannten Pilotbandes oder eines
Seiles einfädeln.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Richtanlage für endliche Bänder, insbesondere
Metallbänder, der eingangs beschriebenen Art zu schaffen, die es in einfacher Weise
ermöglicht, ohne zeitraubendes Einfädeln und große Bandverluste Bänder in einer diskontinuierlichen
Bandlinie umzuwickeln und zu richten bzw. zu richten und zu dressieren.
[0004] Diese Aufgabe löst die Erfindung bei einer gattungsgemäßen Richtanlage dadurch, daß
in Bandlaufrichtung vor und hinter der Streckbiegevorrichtung jeweils ein Treiber
oder ein Dressiergerüst und ein Treiber angeordnet sind. Im Rahmen der Erfindung ist
also die Streckbiegevorrichtung zwischen zwei Treibern oder einem Treiber und einem
Dressiergerüst angeordnet, sind ihrerseits die beiden Treiber bzw. der Treiber und
das Dressiergerüst zwischen den Wickelhaspeln und der Streckbiegevorrichtung angeordnet.
- Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, daß sich der in Bandlaufrichtung hinter
der Streckbiegevorrichtung angeordnete Treiber als Zugtreiber und der in Bandlaufrichtung
vor der Streckbiegevorrichtung angeordnete Treiber als Bremstreiber bzw. das Dressiergerüst
als bremsendes Dressiergerüst derart antreiben lassen, daß anstelle der sonst verwendeten
Zug- und Bremsspanntrommelsätze lediglich diese Treiber bzw. Treiber und Dressiergerüst
erforderlich sind, um die für das Streckbiegerichten erforderlichen hohen Spannzüge
zu erzeugen. Es werden also die sonst üblichen Zug- und Bremsspanntrommelsätze durch
die Treiber bzw. den Treiber und das Dressiergerüst ersetzt. Dadurch lassen sich die
hohen Spannzüge im Streckbiegebereich im übrigen auch unabhängig davon erzeugen, ob
die Wickelzüge bereits aufgebaut sind oder nicht. Jedenfalls lassen sich die verlangten
hohen Spannzüge durch lediglich die einstellbare Andrückkraft der angetriebenen Treibrollen
bzw. Dressierwalzen erzeugen. Treiber und ggf. Dressiergerüst reduzieren die sonst
bei Spanntrommelsätzen am Bandanfang und am Bandende auftretenden Bandverluste ganz
erheblich, weil sich diese Bandverluste auf die behandlungsfreie Strecke zwischen
Zugtreiber und Streckbiegevorrichtung bzw. Streckbiegevorrichtung und Bremsteiber
bzw. Dressiergerüst reduzieren. Hinzu kommt, daß das Einfädeln des jeweils zu behandelnden
Bandes unschwer mit Hilfe der Treiber bzw. des Dressiergerüstes und der in der Streckbiegevorrichtung
anstellbaren Streckbiegerollen erfolgen kann, so daß insoweit nicht länger erhebliche
Zeit- und Produktionsverluste in Kauf genommen werden müssen. Da im übrigen immer
größere Ansprüche an die Planheit der Bänder und insbesondere Metallbänder gestellt
werden, schafft die erfindungsgemäße Richtanlage mit einfachen Mitteln die Möglichkeit,
ohne zeitraubendes Einfädeln und große Bandverluste Bänder und insbesondere Metallbänder
in einer diskontinuierlichen Bandlinie umzuwickeln, zu richten bzw. zu richten und
zu dressieren. - Darin sind die wesentlichen durch die Erfindung erreichten Vorteile
zu sehen.
[0005] Nach einem weiteren Vorschlag der Erfindung ist dem in Bandlaufrichtung vor der Streckbiegevorrichtung
angeordneten Treiber oder Dressiergerüst eine Zugmeßvorrichtung, z. B. Zugmeßrolle
zum Zugregeln des Treibers oder des Dressiergerüstes zugeordnet. Mittels dieser Zugmeßvorrichtung
wird der Antrieb des Bremstreibers bzw. Dressiergerüstes zugmäßig geführt. Der eingestellte
Richteffekt bleibt dadurch konstant, auch wenn die Wickelzüge der Wickelhaspel zu-
oder abgeschaltet werden. Dagegen ist der Zugtreiber der Speedmaster der Bandlinie.
Die Antriebswellen der Treiber und der Dressierwalzen werden von separaten Antriebsmotoren
einzeln angetrieben.
[0006] Im folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden
Zeichnung näher erläutert; es zeigen:
Fig. 1 eine erfindungsgemäße Richtanlage mit zwei Treibern in schematischer Seitenansicht
und
Fig. 2 eine erfindungsgemäße Richtanlage mit einem Treiber und einem Dressiergerüst
in schematischer Seitenansicht.
[0007] In den Figuren ist eine Richtanlage für endliche Bänder 1, insbesondere Metallbänder
bzw. diskontinuierlich arbeitende Bandlinien dargestellt, die in ihrem grundsätzlichen
Aufbau einen Aufwickelhaspel 2, einen Abwickelhaspel 3 und eine zwischen beide Wickelhaspel
2, 3 angeordnete Streckbiegevorrichtung 4 aufweist.
[0008] Nach Fig. 1 ist in Bandlaufrichtung vor und hinter der Streckbiegevorrichtung 4 jeweils
ein Treiber 5, 6 angeordnet befindet sich also die Streckbiegevorrichtung 4 zwischen
zwei Treibern 5, 6 und die beiden Treiber 5, 6 zwischen beiden Wickelhaspeln 2, 3.
Die Andrückkraft der Treiberrollen 7, 8 ist zur Erzeugung der erforderlichen Bandzüge
einstellbar. Die Anstellvorrichtung 9 ist lediglich angedeutet. Die Antriebswellen
10, 11 der Treiberrollen 7, 8 werden von nicht dargestellten Antriebsmotoren einzeln
angetrieben. Das Einfädeln der Bänder 1 erfolgt mit Hilfe der Treiber 5, 6 und anstellbarer
Streckbiegerollen 12 der Streckbiegevorrichtung 4.
[0009] In Fig. 2 ist eine Richtanlage dargestellt, die als Streckbiegericht-Dressierlinie
arbeitet und bei welcher anstelle des in Bandlaufrichtung vor der Streckbiegevorrichtung
4 angeordneten Treibers ein Dressiergerüst 13 mit angetriebenen Stützwalzen 14 angeordnet.
Nach dem Vorschlag der Erfindung gemäß Fig. 2 können vorhandene Dressiergerüste, gleichviel
ob in Duo- oder Quarto-Bauweise, durch die Einfügung eines Treibers 6 und einer Streckbiegerichtvorrichtung
4 in einfacher Weise zu einer kombinierten Streckbiegericht-Dressieranlage umgebaut
werden.
[0010] Bei beiden Ausführungsformen ist dem in Bandlaufrichtung vor der Streckbiegevorrichtung
4 angeordneten Treiber 5 oder Dressiergerüst 13 eine Zugmeßvorrichtung 15, z. B. eine
Zugmeßrolle zum Zugregeln des Treibers 5 oder des Dressiergerüstes 13 zugeordnet.
Im beiden Fällen sind die Bandverluste am Bandanfang mit l
a und am Bandende mit l
e bezeichnet. Die Bandlaufrichtung ist durch einen Pfeil angegeben.
1. Richtanlage für endliche Bänder, insbesondere Metallbänder, mit einem Aufwickelhaspel,
einem Abwickelhaspel und einer zwischen beiden Wickelhaspeln angeordneten Streckbiegevorrichtung,
dadurch gekennzeichnet, daß in Bandlaufrichtung vor und hinter der Streckbiegevorrichtung
(4) jeweils ein Treiber (5, 6) oder ein Dressiergerüst (13) und ein Treiber (6) angeordnet
sind.
2. Richtanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß dem in Bandlaufrichtung
vor der Streckbiegevorrichtung (4) angeordneten Treiber (5) oder Dressiergerüst (13)
eine Zugmeßvorrichtung (15), z. B. Zugmeßrolle zum Zugregeln des Treibers (5) oder
des Dressiergerüstes (13) zugeordnet ist.