(19)
(11) EP 0 372 040 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
26.08.1992  Patentblatt  1992/35

(21) Anmeldenummer: 89905626.1

(22) Anmeldetag:  11.05.1989
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5F24H 1/16
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/DE8900/296
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 8911/069 (16.11.1989 Gazette  1989/27)

(54)

MATERIALDURCHFLUSSERHITZER

FLOW-HEATER FOR MATERIALS

DISPOSITIF DE CHAUFFAGE D'UN COURANT DE MATERIAUX


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR GB IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 13.05.1988 DE 3816335

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
13.06.1990  Patentblatt  1990/24

(73) Patentinhaber: WIWA WILHELM WAGNER GMBH & CO. KG
D-35631 Lahnau (DE)

(72) Erfinder:
  • WILLIG, Lothar
    D-6335 Lahnau 1 (DE)

(74) Vertreter: Missling, Arne, Dipl.-Ing. 
Patentanwalt Bismarckstrasse 43
35390 Giessen
35390 Giessen (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
US-A- 1 833 066
US-A- 3 551 641
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Durchflußerhitzer für die Erwärmung von unter hohem Druck stehender Farbe für ein Farbspritzgerät.

    [0002] Bei Farbspritzgeräten werden üblicherweise Durchflußerhitzer verwendet, um die Farben vorzuwärmen, welche nachfolgend mit einer Sprüh- oder Spritzvorrichtung aufgebracht werden sollen. Das Anwärmen der Farben führt zu einem verbesserten Materialauftrag und erfolgt mittels des Durchflußerhitzers, welcher zwischen eine Förderpumpe und eine Spritz- oder Sprühvorrichtung zwischengeschaltet ist.

    [0003] Aus dem Stand der Technik ist ein Durchflußerhitzer bekannt, bei welchem das Material durch Durchlaßkanäle geleitet wird, welche in einem Gehäuse ausgebildet sind, das von Heizstäben einer Heizvorrichtung erwärmt wird. Dabei erweist es sich als nachteilig, daß die Durchlaßkanäle bei einem Eintrocknen des Materials schlecht oder nur unter erheblichem Aufwand gereinigt werden können und daß, auch bedingt durch ein teilweises Erstarren des Materials in den Durchlaßkanälen, die Durchsatzleistung des Durchflußerhitzers vielfach nicht den Anforderungen genügt.

    [0004] Die US-PS 18 33 066 zeigt eine Heizhaube, welche über ein Rohr, welches von einer Flüssigkeit durchströmt ist, gestülpt werden kann. Die Heizhaube umgreift einen Teil des Rohres und bewirkt durch Strahlung und Konvektion eine Erwärmung des Rohres und somit eine Erwärmung der durch das Rohr strömenden Flüssigkeit. Der Wirkungsgrad einer derartigen Vorrichtung ist ausgesprochen gering, insbesondere deshalb, weil nur ein Teil des Rohres umgriffen wird und weil der Wärmeübergang im wesentlichen nur durch Strahlung und Konvektion erfolgt.

    [0005] Aus der US-PS 35 51 641 ist eine Vorrichtung zum Wärmen von Blut- oder Blutplasma vorbekannt. Bei dieser wird ein Kunststoffschlauch um ein Heizgerät gelegt. Das langsam durch den Schlauch strömende Blut erwärmt sich somit durch die von dem Heizgerät abgegebene Wärme. Auch hierbei liegt der Schlauch nur lose auf dem Heizgerät auf, so daß die Wärmeübertragung von der Wandung des Heizgerätes größtenteils durch Strahlung und Konvektion erfolgt. Auch hierbei lassen sich die Wärmeübertragungswerte nicht oder nur schlecht bestimmen, so daß der Wirkungsgrad der Heizeinrichtung und das Maß der Erwärmung des Blutes nicht exakt vorbestimmbar sind. Vielmehr hängt die Erwärmung des Blutes davon ab, wie die einzelnen Windungen der Schlauchspirale auf das Heizgerät aufgelegt sind. Ein weiterer Nachteil dieser Vorrichtung besteht darin, daß bereits eine geringfügige Erhöhung des Drucks in den Schläuchen dazu führt, daß diese sich entsprechend ausdehnen und ihre Lage verändern, so daß die gesamte Form der Schlauchspirale geändert wird. Für Farbspritzgeräte sind derartige Durchflußerhitzer nicht zu verwenden, da diese infolge ihrer Konstruktion nicht geeignet sind, die bis über 350 bar reichenden Betriebsdrucke auszuhalten. Selbst wenn man die Kunststoffschläuche durch Metalleitungen ersetzen würde, erhielte man infolge der Dehnungen der Drahtspirale nur einen sehr schlechten Wärmeübergang und damit einen geringen Wirkungsgrad, so daß die benötigten Farbmengen von bis über 5 l/min nicht auf die erforderliche konstante Spritztemperatur gebracht werden können.

    [0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Durchflußerhitzer für ein Farbspritzgerät der eingangs genannten Art zu schaffen, welcher bei einfachem Aufbau und kostengünstiger Herstellbarkeit einen hohen volumenmäßigen Materialdurchsatz ermöglicht, eine sichere und reproduzierbare Erwärmung der Farbe gewährleistet und bei einem Eintrocknen der Farbe kostengünstig instandzusetzen bzw. zu reinigen ist.

    [0007] Die Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruches 1 gelöst. Der erfindungsgemäße Durchflußerhitzer zeichnet sich durch eine Reihe erheblicher Vorteile aus. Durch die Unterteilung in ein erstes und zweites Bauelement ist es möglich, die Heizungsvorrichtung von dem mit dem Durchlaßkanal versehenen Bauelement zu trennen, so daß letzteres gereinigt werden kann, ohne daß die kostspielige und ungeschützte Heizungsvorrichtung in Mitleidenschaft gezogen wird. Beispielsweise ist es möglich,das erste, mit dem Durchlaßkanal versehene Bauelement getrennt vom Hauptbauelement in ein Reinigungsbad zu legen oder durch eine Ultraschallbeaufschlagung von anhaftenden Materialresten zu befreien. Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Durchflußerhitzers ist dadurch gegeben, daß das erste Bauelement in einfacher Weise ausgetauscht werden kann, beispielsweise bei einem Farbwechsel oder bei einem Anwendungsfall, bei welchem der Volumendurchsatz der Farbe verändert werden soll. Dabei erweist es sich als besonders vorteilhaft, daß das zweite, mit der Heizungsvorrichtung versehene Hauptbauelement nur einmal benötigt wird und für verschiedene erste Bauelemente verwendbar ist. Durch diese Maßnahme ergibt sich eine erhebliche Kostenreduzierung, da, im Vergleich zu dem bekannten Durchflußerhitzer für die verschiedensten Anwendungsfälle und/oder für Wartungszwecke lediglich mehrere erste Bauelemente benötigt werden. Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Durchflußerhitzers ist auch dadurch gegeben, daß das erste Bauelement einfach und robust aufgebaut sein kann, während empfindlichere Teile, wie etwa die exgeschützte Regeleinrichtung und die Heizstäbe in dem nur einmal benötigten Hauptbauelement vorgesehen sind, welches insbesondere in der Reinigungsphase des Durchlaßkanals von dem ersten Bauelement getrennt und damit keinen Belastungen unterworfen wird.

    [0008] Besonders vorteilhaft ist, daß das erste Bauelement eine konische Ausnehmung aufweist, in welche passend ein konischer Ansatz des zweiten Bauelements einsetzbar ist. Durch diese Ausgestaltung wird ein besonders guter Wärmeubergang von dem zweiten Bauelement auf das erste Bauelement sichergestellt, da, bedingt durch die Konizität, die beiden Bauelemente eine spaltfreie, große Berührungsfläche aufweisen. Durch die konische Ausgestaltung ist weiterhin ein sicherer Sitz gewährleistet, was sich insbesondere dann als vorteilhaft erweist, wenn der Durchflußerhitzer unter rauhen Einsatzbedingungen von ungeschultem Personal verwendet wird.

    [0009] Eine Weiterbildung der Erfindung besteht dann, daß der konische Ansatz eine Regelungsvorrichtung umfaßt. Bei dieser Ausgestaltung wird nur der Bereich des zweiten Bauelements erwärmt, welcher sich in direktem Kontakt mit dem ersten Bauelement befindet. Dies führt zu einer erheblichen Steigerung des Wirkungsgrades, da eine unnötige Erwärmung nicht benötigter Bauelemente vermieden wird. Da die Regelungsvorrichtung direkt in dem zu erwärmenden Bereich angeordnet ist, ist sichergestellt, daß das durchlaufende Material stets auf die vorgewählte Temperatur gleichmäßig vorgewärmt wird.

    [0010] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Durchflußerhitzers kann auch dadurch gegeben sein, daß mehrere, zueinander parallel angeordnete Durchlaßkanäle vorgesehen sind, welche zusätzlich jeweils mit einem gemeinsamen Materialeinlaß und einem Materialauslaß in Verbindung stehen können. An dieser Ausgestaltung erweist es sich als vorteilhaft, daß bei einem Verstopfen oder Zusetzen eines der Durchlaßkanäle nicht sofort der gesamte Durchflußerhitzer funktionsfähig ist. Weiterhin kann bei dieser Ausgestaltung der Material-Volumendurchsatz gesteigert werden.

    [0011] Im folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels in Verbindung mit der Zeichnung beschrieben. Dabei zeigt:

    [0012] Figur 1 eine Seitenansicht, teils im Schnitt, eines Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Durchflußerhitzers des Farbspritzgerätes.

    [0013] Der Durchflußerhitzer umfaßt ein erstes Bauelement 2, welches mit wendelförmigen Durchlaßkanälen 1 versehen ist, sowie ein zweites Hauptbauelement 3, welches eine Heizungsvorrichtung 4 umfaßt.

    [0014] Die Heizungsvorrichtung 4 des zweiten Bauelements 3 ist in Form mehrerer Heizstäbe ausgebildet, die in einem konischen Ansatz 6 angeordnet sind. Die Heizstäbe sind in üblicher Weise ausgebildet und stehen mit einer im einzelnen nicht dargestellten Regelungseinrichtung und einem Überhitzungsschutz in Verbindung, welche wiederum mit einem Stromanschluß 10 verbunden ist. Das zweite Bauelement 3 umfaßt weiterhin einen nur schematisch dargestellten Regelschalter 11.

    [0015] Das erste Bauelement 2 ist im wesentlichen napfförmig ausgebildet und weist eine konische Ausnehmung 5 auf, welche passend zu dem konischen Ansatz 6 des zweiten Hauptbauelements 3 ausgebildet ist. Bedingt durch die napfartige Ausgestaltung weist das erste Bauelement 2 eine Wandung 7 auf, in welcher wendelförmige Durchlaßkanäle 1 ausgebildet sind. Der Durchlaßkanal 1 ist mit einem Materialfluß 8 bzw. einem Materialfluß 9 verbunden. Bei der Parallelschaltung der Durchlaßkanäle 1 ist eine Durchströmung auch dann möglich, wenn einer der Durchlaßkanäle 1 verstopft sein sollte.

    [0016] Um das erste und das zweite Bauelement in dem in Figur 1 gezeigten betriebsbereiten Zustand zusammenzuhalten, sind Schrauben 12 vorgesehen, welche sich durch eine Ausnehmung im Bodenbereich des ersten Bauelements 2 erstrecken und in eine Gewindeausnehmung des konischen Ansatzes 6 einschraubbar sind. Eine Trennung des ersten und des zweiten Bauelements kann dadurch erleichtert werden, daß die Schrauben in Gewindebohrungen 13 des Bodens des ersten Bauelements 2 eingeschraubt werden, welche in Figur 1 nur strichpunktiert dargestellt und mit der Bezugsziffer 14 versehen sind. Zur Vereinfachung des Aufbaus des Durchflußerhitzers können die Schrauben 12 nach ihrer Entnahme in die Gewindebohrung 13 eingeschraubt und zum Lösen der beiden Bauelemente verwendet werden.

    [0017] Das erste Bauelement 2 kann bezüglich seiner Außenabmessungen zylindrisch ausgebildet sein, wobei die Durchlaßkanäle 1 in Form von Ringkanälen ausgebildet sein können, es ist jedoch auch möglich, das erste Bauelement 2 hinsichtlich seiner Außenabmessungen polygonal, beispielsweise quadratisch, auszugestalten.

    [0018] Der erfindungsgemäße Durchflußerhitter zeichnet sich somit dadurch aus, daß durch die innige Verbindung zwischen dem abnehmbaren Teil und der Heizeinrichtung besonders gute Wärmeübergangswerte sichergestellt sind, so daß die unter hohem Druck und mit hoher Geschwindigkeit durch den Durchflußerhitter gepreßte Farbe in kontrollierbarer Weise erwärmt oder vorgeheizt werden kann. Diese kontrollierte Erwärmung oder Vorheizung ist bei den aus dem Stand der Technik bekannten Geräten nicht möglich bzw. wird durch den Aufbau der Geräte erheblich erschwert. Die innige Verbindung zwischen dem abnehmbaren Teil und der Heizeinrichtung schafft im zusammenmontierten Zustand Verhältnisse, wie sie bei einem einstückigen Gerät gegeben sind, erlaubt jedoch gleichzeitig, bedingt durch die lösbare Ausgestaltung, eine Separierung zu Zwecken der Reinigung, des Austausches oder ähnlichem.

    [0019] Es ist möglich, die Dimensionierung des ersten und zweiten Bauelements in weitem Bereich zu variieren, z.B., eine veränderte Anzahl von Durchlaßkanälen vorzusehen oder die Durchlaßkanäle mit anderen Querschnittsverhältnissen auszubilden.


    Ansprüche

    1. Durchflußerhitzer für die Erwärmung von unter hohem Druck stehender Farbe für ein Farbspritzgerät, wobei ein Durchlaßkanal (1) für die Farbe in der Wandung (7) eines ersten napfförmig ausgebildeten Bauelementes (2) angeordnet ist, das eine konische Ausnehmung (5) aufweist, in welche passend ein mit einer Heizeinrichtung (4) versehener konischer Ansatz (6) eines zweiten Bauelementes (3) einsetzbar ist, und wobei beide Bauelemente (2, 3) flächig lösbar miteinander verbunden sind.
     
    2. Durchflußerhitzer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der konische Ansatz (6) eine Regelungsvorrichtung umfaßt.
     
    3. Durchflußerhitzer nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere, zueinander parallel angeordnete Durchlaßkanäle (1) vorgesehen sind.
     
    4. Durchflußerhitzer nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Durchlaufkanäle (1) jeweils mit einem gemeinsamen Materialeinlaß (8) und einem Materialauslaß (9) in Verbindung stehen.
     


    Claims

    1. A flow heater for heating highly-pressurised paint for a paint spraying device, wherein an admission port (1) for the paint is arranged in the wall (7) of a first, cup-shaped structural element (2) which has a tapered recess (5) into which a tapered projection (6) - provided with a heating arrangement (4) - of a second structural element (3) can be fitted, and wherein both structural elements (2, 3) are detachably connected to each other in a planar manner.
     
    2. A flow heater according to claim 1, characterised in that the tapered projection (6) comprises a regulating device.
     
    3. A flow heater according to claim 1 or 2, characterised in that several admission ports (1) arranged parallel to each other are provided.
     
    4. A flow heater according to claim 3, characterised in that the admission ports (1) are each connected to a common material inlet (8) and a material outlet (9).
     


    Revendications

    1. Dispositif de chauffage à écoulement libre pour chauffer une peinture sous haute pression pour un pulvérisateur de peinture, dans lequel un canal de passage (1) pour la peinture est ménagé dans la paroi (7) d'un premier composant (2) agencé en forme de godet, qui possède un évidement conique (5) dans lequel peut être inséré, d'une manière ajustée, un embout saillant conique (6), comportant un dispositif de chauffage (4), d'un second composant (3), et dans lequel les deux composants (2,3) sont réunis entre eux de façon amovible sur une certaine surface.
     
    2. Dispositif de chauffage à écoulement libre selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'embout saillant conique (6) enserre un dispositif de régulation.
     
    3. Dispositif de chauffage à écoulement libre selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce qu'il est prévu plusieurs canaux de passage (1) parallèles.
     
    4. Dispositif de chauffage à écoulement libre selon la revendication 3, caractérisé en ce que les canaux de passage (1) sont réunis respectivement à une entrée commune (8) pour le matériau et une sortie (9) pour le matériau.
     




    Zeichnung