[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verlegen eines Unterdaches aus Holzfaser-Hartplatten,
wobei die Holzfaser-Hartplatten mit ihren Randbereichen einander überlappend auf den
Dachsparren des Dachstuhls angeordnet werden, und wobei über den Holzfaser-Hartplatten
entlang jedes Dachsparrens jeweils eine Konterlatte angeordnet und mit dem Dachsparren
ausserhalb des Ueberlappungsbereichs vernagelt wird. Ferner betrifft die Erfindung
ein Abstandsstück zur Durchführung des Verfahrens.
[0002] Es ist bekannt, Unterdächer aus Holzfaser-Hartplatten aufzubauen, wie dies in den
Figuren 1 bis 3 gezeigt ist. Auf den Sparren 4 eines Dachstuhls werden die Holzfaser-Hartplatten
(z.B. im Format 122 cm x 200 cm) A1, A2, A3, ..., B1, B2, B3, ..., C1, C2 usw. verlegt
und jeweils an ihrem oberen Rand mit Flachkopfnägeln 8 an den Sparren 4 befestigt.
Die Holzfaser-Hartplatten werden einander überlappend angeordnet, wobei die Ueberdeckung
jeweils mindestens 6 cm beträgt. Eine in Fallrichtung des Daches obere Holzfaser-Hartplatte
überdeckt jeweils die untere Platte (C1 überdeckt B1). Ebenso überdecken sich seitlich
aneinander angrenzende Holzfaser-Hartplatten z.B. C1, C2 bzw. B1, B2.
[0003] Um zu verhindern, dass bei den Kreuzpunkten vier Plattendicken übereinander zu liegen
kommen, werden an zwei sich diagonal gegenüberliegenden Platten die Plattenecken abgeschnitten.
In Figur 1 ist ein Kreuzungspunkt mit einem Kreis darstellerisch hervorgehoben und
in den Figuren 2a und 2b wird die geschilderte, bekannte Lösung des Abschneidens der
Plattenecken der Platten C1 und B2 schematisch dargestellt.
[0004] Nach dem geschilderten Verlegung der Holzfaser-Hartplatten wird jeweils bei allen
Sparren 4 eine Konterlatte 2 befestigt, womit einerseits das Unterdach fixiert und
andererseits die Befestigungsmöglichkeit für die Dachlatten 1 geschaffen wird. Die
Vernagelung der Konterlatte 2 mittels Nägeln 5 erfolgt jeweils unterhalb der horizontalen
Plattenüberdeckung. Figur 3 zeigt eine entsprechende Seitenansicht auf den äusseren
Dachsparren 4 in Richtung des Pfeiles u in Figur 1, aus welcher Seitenansicht die
bekannte Lösung ersichtlich ist. Diese bekannte Verlegung des Unterdaches zeigt nun
verschiedene Nachteile. Die Nagelung mit den Nägeln 5 bewirkt eine Verformung der
Konterlatte 2 in dem Sinne, dass sich diese in Richtung des Sparrens 4 hin verbiegt.
Da die Konterlatte 2 die Dachlatten 1 und die Ziegel trägt, kann die entsprechende
Verbiegung aller Konterlatten beim fertigen, mit Ziegeln gedeckten Dach durchaus optisch
wahrnehmbar sein; insbesondere bei der Verlegung flacher Deckmaterialien (z.B. Biberschwanzziegel,
Dachschiefer).
[0005] Die derart befestigte Konterlatte 2 übt ferner einen starken Druck auf den Ueberdeckungsbereich
der Holzfaser-Hartplatten (Ueberdeckungsbereich C1, B1 in Figur 3) aus. Dies äussert
sich darin, dass die wärme- und feuchtigkeitsbedingten Dimensionsänderungen der Platten
gehemmt werden, bis die entsprechenden Kräfte die Klemmkraft durch die Konterlatte
übersteigen und sich ruckartig entladen, was zu störendem "Schubknallen" des Unterdaches
führt, also lauten Knallgeräuschen des Unterdaches, insbesondere bei der nächtlichen
Auskühlung des Daches.
[0006] Ferner kann durch den Luftspalt zwischen Konterlatte 2 und Holzfaser-Hartplatte B1
entlang des Nagels 5 Wasser in die Platte B1 und den Sparren 4 eindringen.
[0007] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, das Verlegenverfahren derart zu
verbessern, dass die genannten Nachteile nicht mehr auftreten, ohne dass das Verfahren
deshalb komplizierter, arbeitsaufwendiger und teurer würde.
[0008] Dies wird beim Verfahren der eingangs genannten Art dadurch erreicht, dass vor der
Nagelung an den Nagelstellen zwischen Konterlatte und Holzfaser-Hartplatte ein Abstandsstück
angeordnet wird, dessen Dicke grösser ist als die Dicke des sich aufgrund der Ueberlappung
an der Nagelstelle bildenden Luftspaltes zwischen der Konterlatte und der darunter
liegenden Holzfaser-Hartplatte.
[0009] Die Anordnung eines Abstandsstückes, welches dicker als die Holzfaser-Hartplatten
ist, erlaubt es, auf einfache Weise, aber wirkungsvoll, die Klemmwirkung im Ueberdeckungsbereich
derart zu vermindern, dass kein Schub-Knallen auftritt. Ferner ergibt sich eine Ausnivellierung
der Konterlatten und damit keine optisch störende Welligkeit des Daches. Bei geeigneter
Anordnung des Abstandsstückes kann ferner in Fallrichtung fliessendes Wasser vom Nagel
ferngehalten werden.
[0010] Dies ist insbesondere der Fall, wenn, was bevorzugt wird, die Nagelung der Konterlatte
durch das Abstandsstück hindurch erfolgt.
[0011] Bevorzugterweise werden die Abstandsstücke bereits vor der Anordnung der Konterlatte
mittels mindestens eines Nagels am Dachsparren befestigt. Dies bringt verschiedene
Vorteile. Einerseits kann mit dieser Nagelung zugleich die Holzfaser-Hartplatte des
Unterdaches am Sparren befestigt werden; die Anbringung der Abstandsstücke erfolgt
also ohne Arbeitsmehraufwand. Andererseits ergeben die auf dem Unterdach sichtbaren
Abstandsstücke eine klare Angabe über den Verlauf des Dachsparrens, was das Anbringen
der Konterlatte vereinfacht. Bei steilen Dächern ergeben die Abstandsstücke ferner
eine willkommene Rutschsicherung für den Dachdecker. Dies insbesondere, wenn die Abstandsstücke
an ihrer oben liegenden Seite eine rauhe Fläche aufweisen.
[0012] Ein bevorzugtes Abstandsstück zur Durchführung des genannten bevorzugten Verfahrens
nach Anspruch 2 besteht aus einem Holzfaser-Hartplattenabschnitt, welcher bereits
mit einem Nagel versehen ist.
[0013] Im folgenden werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Figuren näher erläutert.
Es zeigt
Figur 1 schematisch die Anordnung von Holzfaser-Hartplatten auf den Sparren eines
Daches;
Figur 2a, 2b die Plattenverlegung im Kreuzungsbereich von vier Platten;
Figur 3 eine Seitenansicht der Befestigung nach Stand der Technik;
Figur 4 eine schematische Draufsicht auf einen Teil des erfindungsgemäss verlegten
Unterdaches;
Figur 5 einen Schnitt entlang der Linie Z-Z von Figur 4;
Figur 6 einen Schnitt gemäss Figur 5 eines weiteren Ausführungsbeispiels; und
Figur 7 eine schematische Schnittdarstellung der Anwendung einer Unterdachklammer.
[0014] Die Figuren 1 bis 3 zeigen die bereits geschilderte bekannte Plattenverlegung. Figur
4 zeigt einen Teil eines Unterdaches mit den Holzfaser-Hartplatten C1, C2 (teilweise
dargestellt), B1 und B2 (B2 nur teilweise dargestellt) und A1, A2 (teilweise dargestellt).
Die Holzfaser-Hartplatten liegen auf den Sparren 4 auf und sind mit den Konterlatten
2 mittels der Nägel 5 befestigt. Unter der Konterlatte 2 ist an jeder Nagelstelle
ein Abstandsstück 7 angeordnet. Figur 5 zeigt dies im Schnitt (entlang der Linie Z-Z
von Figur 4, wobei der Nagel 5 nur angedeutet ist). Das Abstandsstück 7 verhindert
eine Durchbiegung der Konterlatte 2 an der Nagelungsstelle. Da es dicker ist als die
Holzfaser-Hartplatte C1, verhindert es die übermässige Klemmwirkung zwischen C1 und
B1. Bevorzugterweise besteht das Abstandsstück ebenfalls aus Holzfaser-Hartplattenmaterial,
z.B. aus einem quadratischen Abschnitt von 6 x 6 cm und einer Dicke von 6,5 mm (bei
einer Dicke von 6 mm der Holzfaser-Hartplatte C1). Bei der Wahl eines anderen Materials,
z.B. Kunststoff, muss die Dickendifferenz zu den Platten evtl. angepasst werden, um
der erhöhten Deformation des Abstandsstückes Rechnung zu tragen, und um die Konterlattendurchbiegung
und die Plattenklemmung im Ueberdeckungsbereich zu verhindern. Die Anordnung eines
Abstandsstückes in Fallrichtung des Daches oberhalb des Nagels vermag das Eindringen
von Wasser entlang des Nagels zu erschweren. Bevorzugt wird aber die dargestellte
Lösung, wobei einerseits die Nagelung durch das Abstandsstück 7 hindurch erfolgt und
das Abstandsstück andererseits wie in Figur 4 gezeigt angeordnet ist, wobei die Diagonale
des Abstandsstückes parallel zur Fallrichtung des Daches liegt. Am Unterdach abfliessendes
Meteorwasser wird vom Abstandsstück 7 derart um den Nagel herum geleitet und staut
auch nicht am Abstandsstück auf.
[0015] Figur 6 zeigt eine Ansicht wie Figur 4 eines anderen Ausführungsbeispieles. Dabei
ist der Nagel 8 (Fig. 3, Fig. 4), mit welchem die Unterdachplatten jeweils am Dachsparren
befestigt worden sind, nicht mehr vorgesehen. Stattdessen umfasst das Abstandsstück
17 einen Nagel 18, d.h. das Abstandsstück besteht aus einem Holzfaser-Hartplattenabschnitt
von vorzugsweise 6 x 6 cm Ausdehnung, in dessen einem Eckbereich bereits ein Nagel
18 angeordnet ist. Die Befestigung der Unterdachplatten A1-A3, B1-B3, C1, C2 usw.
am Dachsparren erfolgt mittels dieses Nagels 18 des Abstandsstückes, wobei also die
Befestigung des Abstandsstückes ohne jede Mehrarbeit zum bisher bekannten Unterdach
zusammen mit der Befestigung der Unterdachplatten erfolgt. Nachfolgend erfolgt das
Auflegen der Konterlatte 12 und deren Befestigung mit dem Nagel 15, wobei die Vorteile
der Abstandsstücke (Sichtbarmachung des Verlaufs des Sparrens 14 und Rutschhemmung)
bereits genannt worden sind.
[0016] In allen Ausführungsbeispielen kann das Abstandsstück auch mit jeweils zwei Nägeln
befestigt werden, wenn dies erwünscht ist.
[0017] Figur 7 zeigt die an sich bekannte Verwendung einer Unterdachklammer 10 zur Verbindung
der Holzfaser-Hartplatten zwischen den Sparren 4. In Figur 4 ist lediglich eine solche
Unterdachklammer schematisch angedeutet. Die Unterdachklammern dienen als Verlegehilfe
sowie zur einheitlichen Plattenführung. Zugleich übertragen Unterdachklammern die
zwischen den Sparren 4 unerlässliche Plattendurchbiegung (Dehnungsausgleich) auf die
nächstfolgende Platte.
1. Verfahren zum Verlegen eines Unterdaches aus Holzfaser-Hartplatten (A1-A3, B1-B3,
C1, C2), wobei die Holzfaser-Hartplatten mit ihren Randbereichen einander überlappend
auf den Dachsparren (4. 14) des Dachstuhls angeordnet werden, und wobei über den Holzfaser-Hartplatten
entlang jedes Dachsparrens jeweils eine Konterlatte (2, 12) angeordnet und mit dem
Dachsparren ausserhalb des Ueberlappungsbereichs vernagelt wird, dadurch gekennzeichnet,
dass vor der Nagelung der Konterlatte (2, 12) zwischen Konterlatte und Holzfaser-Hartplatte
ein Abstandsstück (7, 17) angeordnet wird, dessen Dicke grösser ist als die Dicke
des sich aufgrund der Ueberlappung an der Nagelstelle bildenden Luftspaltes zwischen
der Konterlatte und der darunter liegenden Holzfaser-Hartplatte.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Abstandsstück (17) vor
der Anordnung der Konterlatte (12) mittels mindestens eines Nagels (18) am Dachsparren
(14) befestigt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Nagelung der Konterlatte
(2, 12) durch das Abstandsstück (7, 17) hindurch erfolgt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass im Ueberlappungsbereich
von vier Holzfaser-Hartplatten die Ecken zweier über Eck gegenüberliegender Holzfaser-Hartplatten
weggeschnitten werden, und dass die entstehenden Kanten auf Stoss aneinandergelegt
werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 - 4, dadurch gekennzeichnet, dass als Abstandsstück
ein rechteckiger oder quadratischer Holzfaser-Hartplattenabschnitt verwendet wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Holzfaser-Hartplattenabschnitt
derart angeordnet wird, dass dessen Diagonale parallel zur Längsachse des Dachsparrens
liegt.
7. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Holzfaser-Hartplattenabschnitt
mit der rauhen Seite nach oben angeordnet wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass in den Bereichen
zwischen den Dachsparren Unterdachklammern (10) als Verbindung für die in Fallrichtung
überlappenden Holzfaser-Hartplatten angeordnet werden.
9. Abstandsstück zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 8.
10. Abstandsstück nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Abstandsstück aus
einem Holzfaser-Hartplattenabschnitt bestehen kann.
11. Abstandsstück nach Anspruch 9 zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 2, dadurch
gekennzeichnet, dass das Abstandsstück aus einem Holzfaser-Hartplattenabschnitt (17)
und einem den Abschnitt durchdringenden Nagel (18) besteht.
12. Abstandsstück nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Abstandsstück quadratisch
ist, und dass der Nagel in einem Eckbereich angeordnet ist.
13. Abstandsstück nach einem der Ansprüche 9 - 12, dadurch gekennzeichnet, dass die grösste
Dicke des Abstandsstücks (7, 17) mindestens 0,1 mm grösser ist als die Dicke der Holzfaser-Hartplatten
(A1, A2, B1-B3, C1, C2).
14. Abstandsstück nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Dicke vorzugsweise
ca. 0,5 mm grösser ist.