(19)
(11) EP 0 226 972 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
24.02.1993  Patentblatt  1993/08

(21) Anmeldenummer: 86117310.2

(22) Anmeldetag:  12.12.1986
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5B65D 5/02

(54)

Verfahren zum Aufrichten einer Verpackung

Process for erecting a package

Procédé pour former un emballage à partir d'un flan


(84) Benannte Vertragsstaaten:
ES GR SE

(30) Priorität: 14.12.1985 DE 3544386

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
01.07.1987  Patentblatt  1987/27

(73) Patentinhaber: 4P Nicolaus Kempten GmbH
D-87437 Kempten (DE)

(72) Erfinder:
  • Petersen, Bahne
    D-2100 Hamburg 90 (DE)
  • Radbruch, Eberhard
    D-8960 Kempten (DE)

(74) Vertreter: Hutzelmann, Gerhard et al
Duracher Strasse 22
87437 Kempten
87437 Kempten (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
FR-A- 905 479
GB-A- 728 324
FR-A- 905 479
US-A- 2 011 703
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Aufrichten einer Verpackung aus Karton od.dgl. für ein wenigstens annähernd kreisscheibenförmiges Teil, aus einem Zuschnitt mit einer Oberwand, einer Bodenwand sowie zwei Seitenwänden, die über eine Klebenaht miteinander zu einer schlauchförmigen Hülle verbunden werden, wobei an den beiden freien Kanten von Ober- und Bodenwand Laschen angelenkt sind, welche Stirnseitenverschlüsse der Verpackung bilden.

    [0002] Aus der FR-A-905 479 ist ein Faltschachtelzuschnitt bekannt, aus dem eine schlauchförmige Hülle gebildet werden kann, welche Laschen zum Bilden von Stirnseitenverschlüssen aufweisen. Dieser Faltschachtelzuschnitt ist aber nur bedingt zum Verpacken von kreisscheibenförmigen Teilen geeignet, da er diesen nicht anpaßbar ist.

    [0003] Die GB-A-728 324 zeigt eine schlauchförmig gewickelte Verpackungshülle, die aus einem flexiblen Packstoff gebildet ist, wobei keinerlei einzelne Wände oder Laschen vorgesehen sind.

    [0004] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zum Aufrichten einer Verpackung aus Karton anzugeben, wobei die Verpackung aus einem Zuschnitt besteht und unabhängig von der Ausgestaltung ihrer Stirnwände aufgerichtet und verschlossen werden kann.

    [0005] Diese Aufgabe wird mit einem Verfahren der eingangs genannten Art erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der mit an den freien Kanten der Seitenwände angelenkten Laschen versehene und mit einer aus zwei einander teilweise überlappenden Abschnitten bestehenden Bodenwand ausgerüstete Zuschnitt mit seiner Außenseite nach unten auf eine Verformeinrichtung aufgelegt wird, sodann die beiden Seitenwände mit den daran angeformten weiteren freien Ober- bzw. Bodenwandteilen um 90° nach oben abgebogen werden und anschließend diese freien Wandteile um 90° zurückgefaltet werden, woraufhin das zu verpackende Teil in die so entstandene Mulde eingelegt wird und die freien Wandteile um 180° zueinander gefaltet werden, wobei im Bereich der Überlappung dieser freien Wandteile eine Längsnaht durch Aufbringen von Hotmelt od.dgl. hergestellt wird, worauf die an den Seitenwänden angelenkten Laschen eingefaltet und dann die Stirnwände durch Aufeinanderfalten und Verkleben der an Ober- und Bodenwand angelenkten Laschen gebildet werden.

    [0006] Damit können derartige Verpackungen unabhängig von der Ausgestaltung ihrer Stirnwände auf einfache und rationelle Weise aufgerichtet, gefüllt und verschlossen werden.

    [0007] In der Zeichnung ist die Erfindung anhand zweier Ausführungsbeispiele veranschaulicht. Dabei zeigen:

    Fig. 1 eine Ansicht eines flachliegenden Zuschnittes aus Karton mit einer Ober- und Bodenwand sowie zwei Seitenwänden,

    Fig. 2 eine aus dem Zuschnitt gemäß Fig. 1 aufgerichtete und gefüllte Verpackung,

    Fig. 3 eine Ansicht eines weiteren flachliegenden Zuschnittes und

    Fig. 4 ein schematisches Ablaufschema eines Verfahrens zum Aufrichten einer Verpackung.



    [0008] In Fig. 1 ist mit 1 ein flachliegender Zuschnitt aus Karton bezeichnet, der eine Oberwand 2, zwei Seitenwände 3 und 4 sowie eine aus zwei Abschnitten gebildete Bodenwand 5 enthält. Alle diese Wände sind in Reihe nebeneinander angeordnet und durch Anlenklinien 6,7,8 und 9 miteinander verbunden. An den beiden freien Kanten der Seitenwände 3 bzw. 4 sind Laschen 10,11 bzw. 12,13 angelenkt. Darüber hinaus sind an den dazu benachbarten Kanten von Oberwand 2 und Bodenwand 5 über Anlenklinien 14 bis 21 weitere Laschen 22 bis 29 befestigt.

    [0009] Die Oberwand 2 und die Bodenwand 5 (nach Verbinden der beiden Abschnitte) sind im wesentlichen kreisförmig mit dem Durchmesser D ausgebildet. Die Anlenklinien 16 bis 19 bzw. 14,15 und 20,21 sind tangential an die Umfangslinie dieser Kreise angelegt und treffen jeweils auf den Endpunkt der Anlenklinien 6,7,8 und 9, deren Länge etwas kleiner ist als der Durchmesser D. Die Laschen 22 bis 28 sind an ihrer außenliegenden Kante 30 bis 37 abgeschrägt, wodurch alle Laschen innerhalb einer gedachten Verbindungslinie des Außenumfanges von Oberwand 2 und Bodenwand 5 liegen.

    [0010] Damit hat der Zuschnitt lediglich eine Breite, die sich aus dem Durchmesser D ergibt, der entsprechend dem zu verpackenden Teil festgelegt ist.

    [0011] In Fig. 2 ist eine fertig aufgerichtete und gefüllte Verpackung dargestellt. Die beiden Abschnitte der Bodenwand 5 sind mit Hilfe einer Klebenaht K miteinander verbunden. An den Stirnseiten dieser Verpackung sind Abschnitte gebildet, an denen die Verpackung offen ist, wodurch das verpackte Teil 38 sichtbar wird.

    [0012] Ein in Fig. 3 dargestellter Zuschnitt 41 aus Karton enthält ebenfalls eine Oberwand 42, zwei Seitenwände 3 und 4 sowie eine aus zwei Abschnitten gebildete Bodenwand 45. Alle diese Wände sind in Reihe nebeneinander angeordnet und durch Anlenklinien 6,7,8 und 9 miteinander verbunden. An den beiden freien Kanten der Seitenwände 3 bzw. 4 sind Laschen 10,11 bzw. 12,13 gelenkig befestigt. Die Oberwand 42 und die Bodenwand 45 sind wenigstens annähernd von kreisförmiger Gestalt, wobei die theoretische Kreisumfangslinie mit U bezeichnet ist. Tangential an dieser Kreisumfangslinie liegen Anlenklinien 54 bis 61, über welche Laschen 62 bis 69 an Ober- bzw. Bodenwand befestigt sind. Der eine Endpunkt dieser Anlenklinien 54 bis 61 fällt mit dem jeweiligen Endpunkt der Anlenklinien 6 bis 9 und der andere mit dem Endpunkt der benachbarten Anlenklinien zusammen. Die außenliegende Kante 70 bis 77 der Laschen 62 bis 69 ist wieder abgeschrägt, so daß diese Laschen nur geringfügig über den theoretischen Umfang von Ober- bzw. Bodenwand vorstehen.

    [0013] Die einzelnen Schritte eines Verfahrens zum Aufrichten einer derartigen Verpackung sind in Fig. 4 schematisch dargestellt. Im Schritt I wird ein Kartonzuschnitt mit seiner Außenseite nach unten auf eine nicht dargestellte Vorrichtung aufgelegt. Im Schritt II werden die Seitenwände mit den daran angelenkten Bodenwand-Abschnitten um 90 Grad nach oben abgebogen. Dies trifft für eine Verpackung zu, deren Klebenaht am Boden angeordnet ist.

    [0014] Es ist selbstverständlich auch möglich, die Klebenaht im Bereich der Oberwand vorzusehen; in diesem Fall werden dann mit den Seitenwänden die Oberwand-Abschnitte nach oben abgebogen.

    [0015] Im Schritt III werden die beiden Bodenwand-Abschnitte wieder in die Horizontale zurückgefaltet, während die beiden Seitenwände vertikal stehen bleiben. Sodann wird im Schritt IV das zu verpackende Teil zugeführt und in die entstandene Mulde der Verpackung abgesenkt. Der Schritt V beinhaltet das Übereinanderfalten der beiden Bodenwand-Abschnitte, wobei zuerst der innere dieser beiden Abschnitte eingefaltet und im Überdeckungsbereich mit Hotmelt versehen und dann der äußere Abschnitt über den ersten gefaltet wird. Im Schritt VI werden die beiden Abschnitte im Überdeckungsbereich zusammengedrückt und damit die Klebenaht hergestellt. Auf das im Schritt VII vorgesehene Einfalten der Staublaschen folgt im Schritt VIII das Herunterfalten der oberen Laschen für die Bildung der Stirnwände. Im Schritt IX werden die entsprechenden unteren Laschen mit Hotmelt versehen und nach oben gegen die bereits eingefalteten Laschen gebogen, gegen die sie im Schritt X gepreßt werden.

    [0016] Die Schritte I bis VI werden zweckmäßigerweise in einem kontinuierlich ablaufenden Verfahren durchgeführt, während für die Schritte VII bis X ein diskontinuierlicher, d.h., taktweiser Ablauf vorgesehen ist. Damit ist es dann aber auch zweckmäßig, zwischen den Schritten VI und VII von einem Ablauf auf einer Bahn auf zwei Bahnen überzugehen.

    [0017] Mit einem solchen Verfahren können unabhängig von der Art der Anordnung oder der Ausgestaltung der Stirnwände derartige Verpackungen äußerst rationell aufgerichtet werden.


    Ansprüche

    1. Verfahren zum Aufrichten einer Verpackung aus Karton od.dgl. für ein wenigstens annähernd kreisscheibenförmiges Teil, aus einem Zuschnitt(1,41) mit einer Oberwand(2), einer Bodenwand(5) sowie zwei Seitenwänden(3,4), die über eine Klebenaht(K) miteinander zu einer schlauchförmigen Hülle verbunden werden, wobei an den beiden freien Kanten von Ober- und Bodenwand(2,5) Laschen(22 bis 29) angelenkt sind, welche Stirnseitenverschlüsse der Verpackung bilden, dadurch gekennzeichnet, daß der mit an den freien Kanten der Seitenwände(3,4) angelenkten Laschen(10 bis 13) versehene und mit einer aus zwei einander teilweise überlappenden Abschnitten(5) bestehenden Bodenwand(5) ausgerüstete Zuschnitt mit seiner Außenseite nach unten auf eine Verformeinrichtung aufgelegt wird, sodann die beiden Seitenwände mit den daran angeformten weiteren freien Ober- bzw. Bodenwandteilen um 90° nach oben abgebogen werden und anschließend diese freien Wandteile um 90° zurückgefaltet werden, woraufhin das zu verpackende Teil in die so entstandene Mulde eingelegt wird und die freien Wandteile(5) um 180° zueinander gefaltet werden, wobei im Bereich der Überlappung dieser freien Wandteile(5) eine Längsnaht(K) durch Aufbringen von Hotmelt od.dgl. hergestellt wird, worauf die an den Seitenwänden(3,4) angelenkten Laschen(10 bis 13) eingefaltet und dann die Stirnwände durch Aufeinanderfalten und Verkleben der an Ober- und Bodenwand angelenkten Laschen gebildet werden.
     


    Claims

    1. Process for erecting a pack made from board or a similar material for an at least approximately round object from a blank (1,41) with a top panel (2), a base panel (5) and two side panels (3,4) which are joined together along a glued seam (K) to form a sleeve, where flaps (22 to 29) that form the end panel closures of the pack are hinged to the two free edges of the top and base panels (2,5), wherein the blank provided with flaps (10, 13) hinged to the free edges of the side panels (3,4) and with a base panel (5) consisting of two sections (5) that overlap to some extent is placed - with its outside surface downwards - on a forming unit, the two side panels with the further free top and base panel sections hinged to them are then folded upwards 90° and subsequently these free panel sections are folded back 90°, after which the object to be packaged is loaded in the pocket formed in this way and the free panel sections (5) are folded 180 ° on top of each other, a longitudinal seam (K) being produced in the area where these free panel sections (5) overlap by applying hotmelt or a similar agent, after which the flaps (10 to 13) hinged to the side panels (3,4) are folded in and then the end panels are formed by folding the flaps hinged to the top and base panels on top of each other and gluing them together.
     


    Revendications

    1. Procédé pour former un emballage en carton ou analogue pour un objet ayant au moins de façon approchée la forme d'un disque circulaire, consistant en une pièce découpée (1, 41) avec une paroi supérieure (2), une paroi pour le fond (5) ainsi que deux parois latérales (3, 4) qui sont reliées l'une à l'autre par une couture collée (K) pour former une gaine en forme de tuyau, des languettes (22 à 29) étant articulées sur les deux bords libres de la paroi supérieure et de la paroi pour le fond (2, 5), languettes qui forment la fermeture des faces frontales de l'emballage, procédé caractérisé en ce que la pièce découpée, pourvue de languettes (10 à 13) articulées sur les bords libres des parois latérales (3, 4) et équipée d'une paroi pour le fond (5) consistant en deux sections (5) se recouvrant partiellement l'une l'autre, est posée avec son côté extérieur vers le bas sur un dispositif de façonnage, ensuite les deux parois latérales sont pliées à 90° vers le haut avec les autres éléments de paroi supérieure ou pour le fond façonnés là dessus, et ensuite ces éléments de paroi libres sont pliés en arrière à 90°, sur quoi l'objet à emballer est introduit dans la cavité ainsi réalisée et les éléments de paroi libres (5) sont pliés l'un vers l'autre à 180°, tandis que dans la zone de recouvrement de ces éléments de paroi libres (5) est réalisé un cordon longitudinal (K) par dépôt de colle hot-melt ou analogue, sur quoi les languettes (10 à 13) articulées sur les parois latérales (3, 4) sont pliées et ensuite les parois frontales sont formées par pliage l'une sur l'autre et collage des languettes articulées sur la paroi supérieure et la paroi pour le fond.
     




    Zeichnung