[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Aufrichten einer Verpackung aus Karton od.dgl.
für ein wenigstens annähernd kreisscheibenförmiges Teil, aus einem Zuschnitt mit einer
Oberwand, einer Bodenwand sowie zwei Seitenwänden, die über eine Klebenaht miteinander
zu einer schlauchförmigen Hülle verbunden werden, wobei an den beiden freien Kanten
von Ober- und Bodenwand Laschen angelenkt sind, welche Stirnseitenverschlüsse der
Verpackung bilden.
[0002] Aus der FR-A-905 479 ist ein Faltschachtelzuschnitt bekannt, aus dem eine schlauchförmige
Hülle gebildet werden kann, welche Laschen zum Bilden von Stirnseitenverschlüssen
aufweisen. Dieser Faltschachtelzuschnitt ist aber nur bedingt zum Verpacken von kreisscheibenförmigen
Teilen geeignet, da er diesen nicht anpaßbar ist.
[0003] Die GB-A-728 324 zeigt eine schlauchförmig gewickelte Verpackungshülle, die aus einem
flexiblen Packstoff gebildet ist, wobei keinerlei einzelne Wände oder Laschen vorgesehen
sind.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zum Aufrichten einer Verpackung aus Karton
anzugeben, wobei die Verpackung aus einem Zuschnitt besteht und unabhängig von der
Ausgestaltung ihrer Stirnwände aufgerichtet und verschlossen werden kann.
[0005] Diese Aufgabe wird mit einem Verfahren der eingangs genannten Art erfindungsgemäß
dadurch gelöst, daß der mit an den freien Kanten der Seitenwände angelenkten Laschen
versehene und mit einer aus zwei einander teilweise überlappenden Abschnitten bestehenden
Bodenwand ausgerüstete Zuschnitt mit seiner Außenseite nach unten auf eine Verformeinrichtung
aufgelegt wird, sodann die beiden Seitenwände mit den daran angeformten weiteren freien
Ober- bzw. Bodenwandteilen um 90° nach oben abgebogen werden und anschließend diese
freien Wandteile um 90° zurückgefaltet werden, woraufhin das zu verpackende Teil in
die so entstandene Mulde eingelegt wird und die freien Wandteile um 180° zueinander
gefaltet werden, wobei im Bereich der Überlappung dieser freien Wandteile eine Längsnaht
durch Aufbringen von Hotmelt od.dgl. hergestellt wird, worauf die an den Seitenwänden
angelenkten Laschen eingefaltet und dann die Stirnwände durch Aufeinanderfalten und
Verkleben der an Ober- und Bodenwand angelenkten Laschen gebildet werden.
[0006] Damit können derartige Verpackungen unabhängig von der Ausgestaltung ihrer Stirnwände
auf einfache und rationelle Weise aufgerichtet, gefüllt und verschlossen werden.
[0007] In der Zeichnung ist die Erfindung anhand zweier Ausführungsbeispiele veranschaulicht.
Dabei zeigen:
Fig. 1 eine Ansicht eines flachliegenden Zuschnittes aus Karton mit einer Ober- und
Bodenwand sowie zwei Seitenwänden,
Fig. 2 eine aus dem Zuschnitt gemäß Fig. 1 aufgerichtete und gefüllte Verpackung,
Fig. 3 eine Ansicht eines weiteren flachliegenden Zuschnittes und
Fig. 4 ein schematisches Ablaufschema eines Verfahrens zum Aufrichten einer Verpackung.
[0008] In Fig. 1 ist mit 1 ein flachliegender Zuschnitt aus Karton bezeichnet, der eine
Oberwand 2, zwei Seitenwände 3 und 4 sowie eine aus zwei Abschnitten gebildete Bodenwand
5 enthält. Alle diese Wände sind in Reihe nebeneinander angeordnet und durch Anlenklinien
6,7,8 und 9 miteinander verbunden. An den beiden freien Kanten der Seitenwände 3 bzw.
4 sind Laschen 10,11 bzw. 12,13 angelenkt. Darüber hinaus sind an den dazu benachbarten
Kanten von Oberwand 2 und Bodenwand 5 über Anlenklinien 14 bis 21 weitere Laschen
22 bis 29 befestigt.
[0009] Die Oberwand 2 und die Bodenwand 5 (nach Verbinden der beiden Abschnitte) sind im
wesentlichen kreisförmig mit dem Durchmesser D ausgebildet. Die Anlenklinien 16 bis
19 bzw. 14,15 und 20,21 sind tangential an die Umfangslinie dieser Kreise angelegt
und treffen jeweils auf den Endpunkt der Anlenklinien 6,7,8 und 9, deren Länge etwas
kleiner ist als der Durchmesser D. Die Laschen 22 bis 28 sind an ihrer außenliegenden
Kante 30 bis 37 abgeschrägt, wodurch alle Laschen innerhalb einer gedachten Verbindungslinie
des Außenumfanges von Oberwand 2 und Bodenwand 5 liegen.
[0010] Damit hat der Zuschnitt lediglich eine Breite, die sich aus dem Durchmesser D ergibt,
der entsprechend dem zu verpackenden Teil festgelegt ist.
[0011] In Fig. 2 ist eine fertig aufgerichtete und gefüllte Verpackung dargestellt. Die
beiden Abschnitte der Bodenwand 5 sind mit Hilfe einer Klebenaht K miteinander verbunden.
An den Stirnseiten dieser Verpackung sind Abschnitte gebildet, an denen die Verpackung
offen ist, wodurch das verpackte Teil 38 sichtbar wird.
[0012] Ein in Fig. 3 dargestellter Zuschnitt 41 aus Karton enthält ebenfalls eine Oberwand
42, zwei Seitenwände 3 und 4 sowie eine aus zwei Abschnitten gebildete Bodenwand 45.
Alle diese Wände sind in Reihe nebeneinander angeordnet und durch Anlenklinien 6,7,8
und 9 miteinander verbunden. An den beiden freien Kanten der Seitenwände 3 bzw. 4
sind Laschen 10,11 bzw. 12,13 gelenkig befestigt. Die Oberwand 42 und die Bodenwand
45 sind wenigstens annähernd von kreisförmiger Gestalt, wobei die theoretische Kreisumfangslinie
mit U bezeichnet ist. Tangential an dieser Kreisumfangslinie liegen Anlenklinien 54
bis 61, über welche Laschen 62 bis 69 an Ober- bzw. Bodenwand befestigt sind. Der
eine Endpunkt dieser Anlenklinien 54 bis 61 fällt mit dem jeweiligen Endpunkt der
Anlenklinien 6 bis 9 und der andere mit dem Endpunkt der benachbarten Anlenklinien
zusammen. Die außenliegende Kante 70 bis 77 der Laschen 62 bis 69 ist wieder abgeschrägt,
so daß diese Laschen nur geringfügig über den theoretischen Umfang von Ober- bzw.
Bodenwand vorstehen.
[0013] Die einzelnen Schritte eines Verfahrens zum Aufrichten einer derartigen Verpackung
sind in Fig. 4 schematisch dargestellt. Im Schritt I wird ein Kartonzuschnitt mit
seiner Außenseite nach unten auf eine nicht dargestellte Vorrichtung aufgelegt. Im
Schritt II werden die Seitenwände mit den daran angelenkten Bodenwand-Abschnitten
um 90 Grad nach oben abgebogen. Dies trifft für eine Verpackung zu, deren Klebenaht
am Boden angeordnet ist.
[0014] Es ist selbstverständlich auch möglich, die Klebenaht im Bereich der Oberwand vorzusehen;
in diesem Fall werden dann mit den Seitenwänden die Oberwand-Abschnitte nach oben
abgebogen.
[0015] Im Schritt III werden die beiden Bodenwand-Abschnitte wieder in die Horizontale zurückgefaltet,
während die beiden Seitenwände vertikal stehen bleiben. Sodann wird im Schritt IV
das zu verpackende Teil zugeführt und in die entstandene Mulde der Verpackung abgesenkt.
Der Schritt V beinhaltet das Übereinanderfalten der beiden Bodenwand-Abschnitte, wobei
zuerst der innere dieser beiden Abschnitte eingefaltet und im Überdeckungsbereich
mit Hotmelt versehen und dann der äußere Abschnitt über den ersten gefaltet wird.
Im Schritt VI werden die beiden Abschnitte im Überdeckungsbereich zusammengedrückt
und damit die Klebenaht hergestellt. Auf das im Schritt VII vorgesehene Einfalten
der Staublaschen folgt im Schritt VIII das Herunterfalten der oberen Laschen für die
Bildung der Stirnwände. Im Schritt IX werden die entsprechenden unteren Laschen mit
Hotmelt versehen und nach oben gegen die bereits eingefalteten Laschen gebogen, gegen
die sie im Schritt X gepreßt werden.
[0016] Die Schritte I bis VI werden zweckmäßigerweise in einem kontinuierlich ablaufenden
Verfahren durchgeführt, während für die Schritte VII bis X ein diskontinuierlicher,
d.h., taktweiser Ablauf vorgesehen ist. Damit ist es dann aber auch zweckmäßig, zwischen
den Schritten VI und VII von einem Ablauf auf einer Bahn auf zwei Bahnen überzugehen.
[0017] Mit einem solchen Verfahren können unabhängig von der Art der Anordnung oder der
Ausgestaltung der Stirnwände derartige Verpackungen äußerst rationell aufgerichtet
werden.
1. Verfahren zum Aufrichten einer Verpackung aus Karton od.dgl. für ein wenigstens annähernd
kreisscheibenförmiges Teil, aus einem Zuschnitt(1,41) mit einer Oberwand(2), einer
Bodenwand(5) sowie zwei Seitenwänden(3,4), die über eine Klebenaht(K) miteinander
zu einer schlauchförmigen Hülle verbunden werden, wobei an den beiden freien Kanten
von Ober- und Bodenwand(2,5) Laschen(22 bis 29) angelenkt sind, welche Stirnseitenverschlüsse
der Verpackung bilden, dadurch gekennzeichnet, daß der mit an den freien Kanten der Seitenwände(3,4) angelenkten Laschen(10 bis
13) versehene und mit einer aus zwei einander teilweise überlappenden Abschnitten(5)
bestehenden Bodenwand(5) ausgerüstete Zuschnitt mit seiner Außenseite nach unten auf
eine Verformeinrichtung aufgelegt wird, sodann die beiden Seitenwände mit den daran
angeformten weiteren freien Ober- bzw. Bodenwandteilen um 90° nach oben abgebogen
werden und anschließend diese freien Wandteile um 90° zurückgefaltet werden, woraufhin
das zu verpackende Teil in die so entstandene Mulde eingelegt wird und die freien
Wandteile(5) um 180° zueinander gefaltet werden, wobei im Bereich der Überlappung
dieser freien Wandteile(5) eine Längsnaht(K) durch Aufbringen von Hotmelt od.dgl.
hergestellt wird, worauf die an den Seitenwänden(3,4) angelenkten Laschen(10 bis 13)
eingefaltet und dann die Stirnwände durch Aufeinanderfalten und Verkleben der an Ober-
und Bodenwand angelenkten Laschen gebildet werden.
1. Process for erecting a pack made from board or a similar material for an at least
approximately round object from a blank (1,41) with a top panel (2), a base panel
(5) and two side panels (3,4) which are joined together along a glued seam (K) to
form a sleeve, where flaps (22 to 29) that form the end panel closures of the pack
are hinged to the two free edges of the top and base panels (2,5), wherein the blank provided with flaps (10, 13) hinged to the free edges of the side panels
(3,4) and with a base panel (5) consisting of two sections (5) that overlap to some
extent is placed - with its outside surface downwards - on a forming unit, the two
side panels with the further free top and base panel sections hinged to them are then
folded upwards 90° and subsequently these free panel sections are folded back 90°,
after which the object to be packaged is loaded in the pocket formed in this way and
the free panel sections (5) are folded 180 ° on top of each other, a longitudinal
seam (K) being produced in the area where these free panel sections (5) overlap by
applying hotmelt or a similar agent, after which the flaps (10 to 13) hinged to the
side panels (3,4) are folded in and then the end panels are formed by folding the
flaps hinged to the top and base panels on top of each other and gluing them together.
1. Procédé pour former un emballage en carton ou analogue pour un objet ayant au moins
de façon approchée la forme d'un disque circulaire, consistant en une pièce découpée
(1, 41) avec une paroi supérieure (2), une paroi pour le fond (5) ainsi que deux parois
latérales (3, 4) qui sont reliées l'une à l'autre par une couture collée (K) pour
former une gaine en forme de tuyau, des languettes (22 à 29) étant articulées sur
les deux bords libres de la paroi supérieure et de la paroi pour le fond (2, 5), languettes
qui forment la fermeture des faces frontales de l'emballage, procédé caractérisé en
ce que la pièce découpée, pourvue de languettes (10 à 13) articulées sur les bords
libres des parois latérales (3, 4) et équipée d'une paroi pour le fond (5) consistant
en deux sections (5) se recouvrant partiellement l'une l'autre, est posée avec son
côté extérieur vers le bas sur un dispositif de façonnage, ensuite les deux parois
latérales sont pliées à 90° vers le haut avec les autres éléments de paroi supérieure
ou pour le fond façonnés là dessus, et ensuite ces éléments de paroi libres sont pliés
en arrière à 90°, sur quoi l'objet à emballer est introduit dans la cavité ainsi réalisée
et les éléments de paroi libres (5) sont pliés l'un vers l'autre à 180°, tandis que
dans la zone de recouvrement de ces éléments de paroi libres (5) est réalisé un cordon
longitudinal (K) par dépôt de colle hot-melt ou analogue, sur quoi les languettes
(10 à 13) articulées sur les parois latérales (3, 4) sont pliées et ensuite les parois
frontales sont formées par pliage l'une sur l'autre et collage des languettes articulées
sur la paroi supérieure et la paroi pour le fond.